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V/0023/2020

Familiensprechstunde - Abschlussbericht eines Präventionsprojektes für Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern

Vorlagen 17.02.2020

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Nächste Beratung: Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen, Sitzung am 20.08.2020, TOP 4

Anlage A

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Familiensprechstunde_Abschlussbericht2019-druck

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Anlage A

2689 Zeichen

Anlage A zur V/0023/2020 
Kurzüberblick 
Die Familiensprechstunde für Kinder psychisch erkrankter und suchterkrankter Eltern ist ein Prä-
ventionsprojekt in psychiatrischen Kliniken, das im Rahmen der Landesinitiative NRW „Starke 
Seelen“ vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) im Zeitraum zwi-
schen dem 01.10.2016 und dem 31.03.2019 finanziell gefördert wurde. Das Gesundheits- und 
Veterinäramt der Stadt Münster führte die Familiensprechstunde als Pilotprojekt in der LWL-Klinik 
Münster durch.  Die finanzielle Förderung durch das Land NRW betrug 55.000 Euro, der kommu-
nale Eigenanteil belief sich auf 15.000 Euro. 
Der Abschlussbericht liegt dem MAGS seit November 2019 vor.  
2019 ermöglichte eine Stellenerweiterung im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst der Ab-
teilung „Psychische Gesundheit“ des Gesundheits- und Veterinäramtes die Verstetigung des Prä-
ventionsangebotes. Seit dem 01.04.2019 wird die Familiensprechstunde als Regelangebot in mo-
difizierter Form in der LWL-Klinik Münster fortgesetzt. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Die Familiensprechstunde in der LWL-Klinik hat das Ziel, betroffene Kinder und Jugendliche als 
Angehörige frühzeitig zu erreichen, nachhaltig zu fördern und ihre Gesundheit zu stärken. Das 
Präventionsangebot spricht insbesondere die Familien an, die Angebots- und Hilfestrukturen im 
Stadtteil nicht ausreichend, nicht vernetzt und nicht zielführend nutzen können. Durch die Einbin-
dung der Familiensprechstunde in die kommunalen Präventions- und Hilfeketten in Münster wer-
den Doppelstrukturen vermieden, Schnittstellen zu anderen Hilfesystemen verbessert und Netz-
werkstrukturen ausgebaut. 
Die ressourcenorientierte Familiensprechstunde hat sich als niedrigschwelliges und flexibles Prä-
ventionsangebot bewährt. Es stellt eine Ergänzung zu den bisherigen Förder- und Hilfestrukturen 
in der Stadt dar.  
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienst 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja x Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja x Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2020 enthalten?  Ja  Nein x teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja  Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja  Nein x stellen-
planab-
hängig 
Bereits veranschlagt?  Ja  Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
x überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Die Vorlage nimmt Bezug auf das Thema: Inklusion bei psychisch besonders belasteten Perso-
nengruppen.

Berichtsvorlage

8673 Zeichen

V/0023/2020 
V/0023/2020 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Familiensprechstunde - Abschlussbericht eines Präventionsprojektes für Kinder und Jugendliche 
mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   11.03.2020 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrauche r-
schutz und Arbeitsförderung 
Bericht 
   17.03.2020 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit B e-
hinderungen 
Bericht 
   18.03.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
   05.05.2020 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
 
 
Bericht: 
Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen der Eltern belasten die gesamte Familie, insb e-
sondere aber die gesundheitliche und soziale Entwicklung der schutzbedürftigen Kinder.  
Obwohl sich in den letzten Jahren in der Stadt Münster differenzierte Angebote und Vernetzung s-
strukturen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern entwickelt haben, erhielten die belas-
teten Familien in der Regel immer noch zu spät die notwendigen und adäquaten Unterstützungen, oft 
erst nach dem Auftreten vielfältiger Probleme. Ein gezielterer Zugangsweg über die elterlichen B e-
handlungsstrukturen fehlte.  
Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelte das Gesundheits - und Veterinäramt  2015 das 
Präventionsprojekt „Familiensprechstunde in psychiatrischen Kliniken“. 2016 bewilligte das damalige 
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW (MGEPA), im Rahmen 
der Landesinitiative „Starke Seelen“, die finanzielle Förderung des Pilotprojektes in der LWL -Klinik 
Münster. Die Umsetzung erfolgte vom 01.10.2016 bis zum 31.03.2019.  
 
Die projektbezogene Familiensprechstunde richtete sich sowohl an die betroffenen Eltern als auch an 
deren minderjährige Kinder. Sie sprach insbesondere die Familien an, die Angebots- und Hilfestruktu-
ren im Stadtteil nicht ausreichend, nicht vernetzt oder nicht zielführend nutzen konnten. Es wurden bis 
zu acht Beratungs- und Diagnostikgespräche für jede Familie angeboten. Diese waren geschlechte r-
gerecht und kultursensibel ausgerichtet. Es gab keine diagnostischen Ausschlusskriterien. Die Ber a-
tung beinhaltete sowohl verhältnisbezogene als auch verhaltensbezogene Elemente und berücksic h-
tigte die Lebenswelten der Familien (Setting -Ansatz). Dabei wurde der altersangepassten Informat i-
onsvermittlung und Aufklärung der Kinder über die Erkrankung des betroffenen Elternteils (Psych o-
edukation) ein besonderer Stellenwert eingeräumt.  
Nach den Erstkontakten in der Klinik konnten die Gespräche im Gesundheitsamt oder im häuslichen 
Kontext (Hausbesuche) fortgesetzt werden. Neben den Eltern und deren minderjährigen Kindern 
Gesundheits- und 
Veterinäramt 
 
26.02.2020 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Dr. Siemer-Eikelmann 
Telefon: 492-5350 
Siemer-Eikelmann@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0023/2020 
wurden auch wichtige Bezugs personen (z. B. Großeltern) in die Beratung einbezogen. Ferner kon n-
ten sich psychisch erkrankte schwangere Frauen beteiligen.  
Zur Stärkung der Betroffenensicht (Partizipation) wirkte im Projekt von Beginn an eine Genesungsb e-
gleiterin (Expertin aus Erfahrung, Ex-IN NRW e. V.) mit.  
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projektes übernahm das Zentrum für Empir i-
sche Pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau.  
Den politischen Gremien der Stadt Münster wurde im Oktober 2018 ein Zwischenbericht vorgelegt. 
Seit November 2019 liegt der Abschlussbericht des Projektes vor.  
 
Die Auswertung der Daten ergab, dass die ressourcenorientierte Familiensprechstunde in der LWL -
Klinik eine niederschwellige und flexible Ergänzung zu den bisherigen Förder - und Hilfestrukturen in 
der Stadt darstellt.  
55 Familien hatten sich am Projekt beteiligt, 55 % von ihnen waren dem Gesundheits - und Veteri-
näramt bislang nicht bekannt gewesen. Insofern konnten viele Eltern durch das Projekt erstmalig auf 
die Möglichkeiten zur präventiven Unterstützung ihrer Kinder hingewiesen werden.  
Besonders positiv ist zu bewerten, dass Familien mit zusätzlichen Risikofaktoren (Migration, Alleine r-
ziehung, fi nanzielle Not) zur Inanspruchnahme von Hilfen motiviert werden konnten. Bei einko m-
mensschwachen Familien erwies sich die stets mitgedachte Finanzierung präventiver Maßnahmen (z. 
B. Sport-, Musik- und Kreativangebote) als überaus wirksam. Durch die Unterstützung dieser Familien 
bei der Beantragung von Geldern (Stiftungen, Bildungs - und Teilhabepaket) wurden die empfohlenen 
Maßnahmen für die Kinder konsequenter umgesetzt.  
Auch aus systemischer Sicht wurden durch die Familiensprechstunde positive Entwicklunge n ange-
stoßen. Die Betroffenen bestätigten, dass sie im Projekt neue Erkenntnisse im Umgang mit der E r-
krankung, der familiären Kommunikation und den sozialraumorientierten Unterstützungsmöglichkeiten 
erwerben konnten.  
Viele Familien nahmen leider nicht bis  zum Abschluss am Projekt teil: Nur 36 Familien schlossen die 
Basisdokumentationen komplett ab, nur 25 Familien beendeten das Projekt mit allen Evaluationsb ö-
gen. Diese – auch in anderen Studien  beschriebene - hohe „Dropout“-Rate war den Besonderheiten 
dieser hochbelasteten Familien und der aufwändigen Evaluation geschuldet.  
 
Die Familiensprechstunde in der LWL -Klinik fügte sich in das bereits bestehende und gut funktioni e-
rende Netzwerk kommunaler Angebote und Kooperationen in Münster ein - ohne Parallelstrukturen 
zu entwickeln. Die untersuchten Kinder und Jugendlichen konnte n in der Familiensprechstunde früh-
zeitiger als bisher zur Gesundheitsförderung motiviert werden. Dennoch lagen bei fast 45 % von 
ihnen bereits auffällige oder grenzwertige psychische St örungen vor, v. a. im Bereich Aufmerksa m-
keit, Ängstlichkeit und Depressivität. Dies entspricht den Ergebnissen anderer Studien. 
Die guten Kenntnisse der Beraterinnen zu universellen, selektiven und indizierten Präventionsang e-
boten in der Stadt Münster ermöglichten es, passende Hilfen für die betroffenen Kinder und Jugendl i-
chen zu vermitteln und Zugangshemmnisse zu reduzieren. Es wurden insgesamt 67 Angebote von 
primär stärkenden Maßnahmen im Freizeitbereich, über Patenschaften bis hin zu ärztlich -
therapeutischen Hilfen empfohlen . Als besonders wirksam wurde die Vermittlung in die  spezifischen 
Gruppenangebote für Kinder psychisch kranker Eltern (Auryn -Gruppen) und Kinder suchtkranker E l-
tern (Tembo-Gruppen) erlebt.  
 
Während der Projektzeit hat es sich bewährt, dass die Federführung für die Familiensprec hstunde 
beim Gesundheitsamt ange siedelt ist . Auch der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Kinder ps y-
chisch- und suchterkrankter Eltern“ der Bundesregierung von Dezember 2019 weist darauf hin, “dass 
dem Öffentlichen Gesundheitsdienst eine zentrale und wirkungsvolle Rolle als Koordinator für regi o-
nale Netzwerke zukommt, indem er die Leistungen der Prävention, der Kinder- und Jugendhilfe sowie 
psychiatrischer Hilfen für psychisch erkrankte Eltern zusammenbringt.“ 
 
Die Familiensprechstunde wird seit dem  01.04.2019 in modifizierter Form in der LWL-Klinik als Rege-
langebot des Kinder - und Jugendpsychiatrischen Dienstes der Abteilung „Psychische Gesundheit“ 
des Gesundheitsamtes mit durchschnittlich 10 Wochenstunden fortg esetzt (Verstetigung). Auf 
Wunsch kann sie auch in den anderen psychiatrischen und psychotherapeutischen Kliniken in Mün s-
ter durchgeführt werden.

- 3 - 
V/0023/2020 
 
Trotz der positiven Erfahrungen gibt es aber auch Verbesserungsbedarf , hier erfolgt eine Anpassung 
der Familiensprechstunde: 
 Die Familiensprechstunde sollte noch von deutlich mehr Patientinnen und Patienten der Klinik 
in Anspruch genommen werden. Insbesondere müssen die Zugangshemmnisse der unterre-
präsentierten psychotischen und suchterkrankten Eltern genauer identifiziert und vermindert 
werden. Hierzu bedarf es gezielter Anstrengungen. 
 Die Anzahl der Evaluationsbögen wird reduziert, um die Familien zu entlasten.  
 Die Rolle der unterrepräsentierten Väter sollte stärker in den Blick genommen werden.  
 Es bedarf weiterer Anstrengungen, die Kooperation zwischen der Erwachsenenpsychiatrie 
und der Jugendhilfe zu verbessern. 
 Die psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen in Münster, die bislang kaum in die 
Vernetzung eingebunden sind, sollten vermehrt über die Familiensprechstunde informiert wer-
den. 
 
 
 
 
 
 
In Vertretung 
 
 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen: Abschlussbericht Präventionsprojekt: Familiensprechstunde 
Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern als Angehörige frühzeitig 
erreichen und nachhaltig fördern

Familiensprechstunde_Abschlussbericht2019-druck

126086 Zeichen

1

2 
 
 
 
 
 
In Kooperation mit 
 
 
 
 
 
 
Gefördert durch 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Impressum: 
 
Herausgeberin: Stadt Münster 
 Gesundheits- und Veterinäramt 
 
Projektverantwortung 
sowie Text und Redaktion: Dr. Annette Siemer-Eikelmann 
 
Projektdurchführung: Roswitha Sterz 
 Julia Düvel 
 
Wissenschaftliche Begleitung 
und Evaluation: PD Dr. Gabriele E. Dlugosch, ZEPF 
 
November 2019

3 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 
 
1. Hintergrund  
1.1. Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern 
1.2. Präventive Projekte  
1.3. Situation in Münster 
 
2. Familiensprechstunde 
2.1. Projektentwicklung 
2.2. Umsetzung  
 
3. Projektauswertung 
3.1. Fragestellungen 
3.2. Messinstrumente 
3.3. Ergebnisse 
3.4. Diskussion 
 
4. Schlussfolgerungen 
4.1. Fazit für die Praxis  
4.2. Ausblick 
 
Literatur 
Anhang

4 
 
1 Hintergrund 
1.1  Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern 
Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen der Eltern belasten die gesamte Familie, 
insbesondere aber die schutzbedürftigen Kinder.  
Zu Kindern psychisch kranker Eltern gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten 
Forschungserkenntnisse und gesundheitsförderliche Projekte. Deshalb wird diese 
Risikogruppe im Theorieteil quantitativ etwas mehr berücksichtigt als Kinder suchtkranker 
Eltern. Dies ist aber keine inhaltliche Gewichtung. 
„Kinder psychisch kranker Eltern haben durch eine Verschränkung genetischer und 
psychosozialer Belastungsfaktoren ein deutlich höheres Risiko selbst psychisch zu 
erkranken. Sie sind oftmals über einen langen Zeitraum elterlichen Verhaltensweisen 
ausgesetzt, die sie weder verstehen noch verarbeiten können. Dies führt zu einer 
Verunsicherung in der eigenen Wahrnehmung. Die Tabuisierung der psychischen 
Erkrankung erschwert den offenen Umgang mit der Krankheit und verstärkt die soziale 
Isolierung der Kinder. Ausgeprägte Schuld- und Verantwortungsgefühle gegenüber dem 
erkrankten Elternteil belasten den Alltag. Hinzu kommen Störungen im Bindungsverhalten 
und im Ablöseprozess, wenn der Rückgriff auf eine emotional sichere und kontinuierliche 
Elternbasis nicht gegeben ist“ (Siemer-Eikelmann 2015, Seite 4).  
„Erwachsene mit psychischen Erkrankungen verfügen meist über kleinere soziale Netzwerke 
und weniger unterstützende Kontakte als gesunde Menschen“ (Stiawa und Kilian 2017, Seite 
602). Sie sind öfter alleinerziehend. Aber auch Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnungsverlust, 
frühe Mutterschaft, elterliche Misshandlungserfahrungen und familiärer Stress sind bei 
diesen Familien überrepräsentiert (Albermann et al. 2019). Insbesondere die Kumulation 
mehrerer Stressfaktoren verstärkt die erzieherische Überforderung der Eltern und erhöht die 
Wahrscheinlichkeit einer ungünstigen kindlichen Entwicklung. Deshalb stellen psychisch 
kranke und suchtkranke Eltern eine bedeutsame Risikogruppe für kindliche Misshandlungen 
und Vernachlässigungen dar (Herpertz und Grabe 2019).  
Elterliche Erkrankung und kindliche Entwicklung können sich in einem unheilvollen Kreislauf 
selbst verstärken: Je höher die Stressexpositionen der Kinder sind, desto wahrscheinlicher 
kommt es zu kindlichen Entwicklungsstörungen, die eine weitere psychische 
Dekompensation der Eltern begünstigen, was wiederum negative Auswirkungen auf die 
Sicherstellung der kindlichen Bedürfnisse hat und die familiäre Funktionalität weiter 
einschränkt.  
Bei konservativer Schätzung und Berücksichtigung von Komorbiditäten kann davon 
ausgegangen werden, dass ca. drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland im 
Laufe ihrer Kindheit von einer psychischen Erkrankung ihrer Eltern betroffen sind (Herpertz 
und Grabe 2019). Mindestens ebenso viele Minderjährige sind durch eine Suchterkrankung 
ihrer Eltern belastet (Klein et al. 2012). 72% der psychisch erkrankten Eltern leben mit ihren 
Kindern zusammen (Lenz 2011). 
Trotz der deutlich erhöhten Auffälligkeitsraten betroffener Kinder und Jugendlicher zeigt 
immerhin ein Drittel keine klinisch relevanten Störungen (Hoff und Pietsch 2012). Diese 
Widerstandskraft wächst unter fördernden und wohlwollenden Bedingungen. Die Familien 
sind deshalb auf ein gut entwickeltes Netzwerk flexibler struktureller, sozialer, pädagogischer 
und therapeutischer Hilfen angewiesen. Hierdurch wird es den belasteten Mädchen und

5 
 
Jungen erleichtert, ihre Fähigkeiten und Ressourcen für eine gesunde 
Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen.   
„Die Sensibilisierung von Fachpersonen für dieses Thema, frühe Interventionen und die 
angemessene Unterstützung betroffener Familien können daher wesentlich zu einer 
Verbesserung der kindlichen Entwicklungsstörungen, ihrer Lebensqualität und zu einer 
Reduktion späterer psychischer Störungen beitragen“ (Wiegand-Grefe et al. 2019, Seite 77). 
1.2  Präventive Projekte 
„Das Prinzip der Präventionsansätze für die Risikogruppe der Kinder psychisch kranker 
Eltern besteht darin, die häufig vorhandenen psychosozialen Belastungen zu reduzieren und 
individuelle und soziale Schutzfaktoren zu stärken, um eine normale Entwicklung zu 
ermöglichen“ (Mattejat und Remschmidt 2008, Seite 417). 
Die ersten deutschsprachigen Publikationen und Initiativen, die sich mit dem Thema „Kinder 
psychisch kranker Eltern“ beschäftigten, entstanden vor 25 Jahren. Seither sind Kinder als 
belastete Angehörige langsam aber kontinuierlich in den Fokus der Fachöffentlichkeit 
gerückt.  
In den letzten 10 Jahren entwickelten sich viele kommunale und überregionale Projekte für 
eine verbesserte Versorgungssituation dieser hochbelasteten Familien. Auch Politik und 
Forschungsinitiativen erkannten die Notwendigkeit, Kinder psychisch kranker und 
suchtkranker Eltern möglichst früh in ihrer Entwicklung zu stärken.  
2011 gab der Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V. erstmals ein Projekte- und 
Finanzierungshandbuch „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ heraus (Görres und 
Pirsig 2011). Dieses basierte auf einer breit gestreuten bundesweiten Onlinebefragung vieler 
Organisationen aus dem Bereich der Jugendhilfe und der Gesundheitshilfe, bei der 
bestehende bewährte Konzepte und länderbezogene Bedarfe ermittelt und veröffentlicht 
wurden. 
Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages befasste sich 2013 mit der Situation von 
Kindern psychisch kranker Eltern und empfahl, Präventionsstrukturen dort zu schaffen, wo 
die Familien bereits mit dem Gesundheitssystem oder mit psychosozialen Strukturen Kontakt 
haben (Walter-Rosenheimer 2013).  
Der Deutsche Bundestag hat den fachlichen Diskurs aufgegriffen und im Juni 2017 
einstimmig den Antrag „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ beschlossen (Deutscher 
Bundestag 2017). Hierdurch sollten förderliche Rahmenbedingungen und Hemmnisse 
identifiziert, Schnittstellenprobleme aufgedeckt, Lösungsvorschläge erarbeitet und 
verbindliche Netzwerkstrukturen aufgebaut werden. Eine zeitlich befristete interdisziplinäre 
Arbeitsgruppe traf sich erstmalig im März 2018, um die Thematik zu bearbeiten - unter 
Beteiligung des Familien-, des Sozial- und des Gesundheitsministeriums, der 
Krankenkassen, relevanter Fachverbände und -organisationen, sowie weiterer 
Sachverständiger. Ein Abschlussbericht wird Ende 2019 erwartet. 
Es gibt bisher keine systematische Etablierung präventiver Angebote für Kinder und 
Jugendliche psychisch kranker und suchtkranker Eltern in Deutschland. Darüber hinaus fehlt 
es an einer systemübergreifenden Vernetzung (Kölch et al. 2019). Bislang sind die 
vielfältigen Praxisinitiativen oft zeitlich befristet, nicht zielführend koordiniert und nicht 
ausreichend hinsichtlich der Effekte evaluiert.

6 
 
Es gibt grundsätzliche Probleme: Nicht jedes Programm ist gleichermaßen für jede 
Problematik und jede Konstellation geeignet. Unterschiedliche Erkrankungen der Eltern (z.B. 
Depression, Schizophrenie, Sucht), Schweregrade und Verläufe bedingen differente 
Vorgehensweisen. Auch altersspezifische Entwicklungsaufgaben, Resilienzfaktoren und 
Belastungsgrade der Kinder müssen Berücksichtigung finden. Bei fast allen Konzepten 
werden Effektmodulationen durch den sozioökonomischen Status (Armut, Arbeitslosigkeit, 
Wohnverhältnisse) nicht hinreichend berücksichtigt. Familien mit psychisch kranken oder 
suchtkranken Eltern sind durch Komm-Strukturen generell schlecht erreichbar. Sie gehören 
überproportional oft zu Studienabbrechern (hohe Dropout-Rate), deren Ergebnisse somit 
nicht in die Bewertungen einfließen (Wiegand-Grefe et al. 2019).  
Die meisten Projekte, die sich an Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern richten, 
wollen die selektive Prävention für diese Risikogruppe fördern.  
Eine indizierte Intervention läge dann vor, wenn nur die Kinder psychisch kranker oder 
suchtkranker Eltern angesprochen würden, die bereits Auffälligkeiten zeigen. Darüber hinaus 
gibt es die universelle Prävention, die sich an alle Kinder richtet. Diese wird beispielsweise in 
den breit und systematisch angelegten „Frühen Hilfen“ für Familien mit Säuglingen und 
Kleinkindern gewährt (Pillhofer et al. 2016).  
Zunächst stärkten die Präventionsprojekte vorwiegend die elterlichen Beziehungs- und 
Erziehungskompetenzen. Es wurde aber deutlich, dass vor allem ab dem Schulalter die 
betroffenen Kinder selbst von frühen Interventionen zur Steigerung der Selbstwirksamkeit 
und Emotionsregulation profitieren. Neben diesen individuellen (verhaltensbezogenen) 
Ansätzen wurden gleichzeitig strukturelle (verhältnisbezogene) Verbesserungen der 
Rahmenbedingungen als notwendig angesehen, damit sich die Hilfen nicht in einzelnen 
Maßnahmen erschöpfen, sondern systematisch, koordiniert, integriert und abgestimmt ihre 
Wirksamkeit entfalten können. Die Umsetzung des Präventionsgesetzes in NRW (Hirsch 
2019) fordert, dass Projekte zur Gesundheitsförderung sowohl verhaltens- als auch 
verhältnisbezogene Maßnahmen beinhalten müssen, die in den Lebenswelten der Familien 
(Kommunen) angesiedelt sind (Setting-Ansatz).  
Die Familien mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern haben meist wenig Kenntnis 
über Präventionsmaßnahmen oder gesundheitsfördernde Angebote. Im „Dschungel“ der 
sozialraumorientierten Hilfestrukturen fühlen sie sich oft verloren. Auch wenn sie informiert 
sind, gibt es zahlreiche Zugangshemmnisse: Zeitliche und organisatorische Überforderung, 
Scham, Angst vor Stigma, Isolation, mangelndes Vertrauen in die Hilfesysteme, Sorgen vor 
externer Kontrolle und Kindesentzug, fehlende Krankheitseinsicht oder Verdrängung der 
kindlichen Belastungen.   
Deshalb sind Fragen zur Passgenauigkeit der Hilfen wesentlich: Erreichen die Angebote die 
Familien? Werden die individuellen Bedarfe der betroffenen Familien ausreichend 
berücksichtigt? Sind die Hilfen koordiniert und abgestimmt? Sind die Angebote eingebettet in 
die kommunalen Vernetzungsstrukturen?  
Hinsichtlich der altersbezogenen Fähigkeiten und Bedürfnisse der betroffenen Kinder und 
Jugendlichen kommen im Vorschulalter (bis zum 6. Lebensjahr), in der mittleren 
Entwicklungsphase (6.-12. Lebensjahr) und im Jugendalter (ab dem 12. Lebensjahr) 
unterschiedliche Interventionen zum Einsatz.  
In den ersten Lebensjahren der Kinder steht die Beratung und Unterstützung der erkrankten 
Eltern im Vordergrund, um ihre emotionale Feinfühligkeit zu stärken, ihre Erziehungsfähigkeit

7 
 
zu fördern und die Bindungsvoraussetzungen zu verbessern. Ab dem Grundschulalter 
werden die Kinder verstärkt in den Fokus genommen. Nun geht es vor allem um die 
Unterstützung von Ressourcen und Bewältigungsstrategien aber auch um 
Emotionsregulation und soziale Kompetenzen. Im Jugendalter stehen entsprechend den 
Entwicklungsaufgaben die Loyalitätskonflikte sowie die Förderung der Autonomie und der 
Selbstwirksamkeit im Vordergrund der Interventionen.  
Ab dem 8. Lebensjahr haben sich psychoedukative Interventionen als förderlich und wirksam 
erwiesen, (Lenz 2010; Schaub 2010). Hierbei erhalten Kinder und Jugendliche im 
dialogischen Prozess altersangemessene Informationen zur elterlichen Erkrankung. Ziel ist 
es, Ängsten, Verantwortungsverschiebungen und Schuldgefühlen früh zu begegnen.  
Vorreiter familienorientierter Hilfen bei psychisch kranken Eltern ist William Beardslee aus 
Boston. Er entwickelte bereits in den 90er Jahren präventive familiäre Interventionsstrategien 
bei depressiven Eltern und deren Kindern im Alter zwischen 8 und 15 Jahren (Beardslee et 
al. 1997). Die evidenzbasierte „Preventive Family Intervention“ (FI) wurde seither in 
mehreren europäischen Ländern adaptiert. Eine deutsche Übersetzung liegt seit 2009 vor 
(Beardslee 2009).  
Auch das seit über 10 Jahren bestehende finnische Programm „Effective Family Programm“ 
(EFP) hat sich aus der Familienintervention nach Beardslee entwickelt. Das Programm ist 
ausgerichtet auf Minderjährige im Alter zwischen 8 und 16 Jahren mit einem psychisch 
erkrankten Elternteil. Ziele sind Ressourcenstärkung der Kinder, Elterntraining und 
Netzwerkbildung. In einer randomisierten kontrollierten Studie konnten bei den Kindern  u. a. 
eine Reduktion von emotionalen Symptomen und eine signifikante Steigerung des 
prosozialen Verhaltens nachgewiesen werden (Punamäki et al. 2013). 
Weitere evaluierte Präventionsprojekte sind in verschiedenen europäischen Ländern, USA 
und Australien entwickelt worden (z. B. CHAMPS, PATS, You are okay, Sterk, A Jump 
Foreward).  
Von den deutschen Initiativen und Projekten für Kinder psychisch kranker und suchtkranker 
Eltern werden exemplarisch einige Programme näher erläutert. Sie sind überwiegend 
evidenzbasiert evaluiert, konnten meist an verschiedenen Standorten etabliert werden und 
sind teilweise in verbindliche Kooperationsstrukturen eingebettet.  
Das Manual „Ressourcen psychisch kranker und suchtkranker Eltern stärken“ (Lenz 2018) 
zielt darauf ab, die Eltern in ihren Erziehungs- und Beziehungskompetenzen zu fördern und 
hierdurch die Risiken von Kindeswohlgefährdungen zu mindern. Es eignet sich deshalb 
besonders im Vorschulalter. Das Gruppenprogramm wurde zwischen 2016 und 2018 von 68 
Kooperationspartnern in 26 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW implementiert und 
evaluiert (Krane-Naumann und Lenz 2018). Der Caritasverband für die Stadt Münster e. V. 
(Kinder-, Jugend- und Familienhilfen) war beteiligt. Die abschließende Befragung der 
Teilnehmer und Fachkräfte ergab positive Effekte  bei den Eltern hinsichtlich der 
Mentalisierungsfähigkeit, der Stressregulation und dem Ausbau sozialer Beziehungen.  
Das 2010 entwickelte Bielefelder Programm „Kanu“ richtete sich zunächst an Kinder und 
Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren, deren Eltern affektiv oder schizophren erkrankt sind. 
In einer kleinen randomisiert kontrollierten Studie zeigten sich signifikante Verbesserungen in 
den familiären Kategorien: Zuwendung, Ablehnung, Zutrauen (Wiegand-Grefe et al. 2019). 
Mittlerweile gehört Kanu als Kooperationsprojekt zur Regelversorgung in der Stadt Bielefeld. 
Es besteht aus Eltern- und Kindergruppen, Familiengesprächen, Patenschaftsangeboten,

8 
 
Elterncafé und Vernetzung (Evangelisches Klinikum Bethel und Deutscher Kinderschutzbund 
e. V. Bielefeld 2017).   
Alle kindlichen Altersgruppen zwischen 3 und 21 Jahren und alle elterlichen Diagnosen deckt 
das familienbezogene Interventionsprogramm „Children of mentally ill parents“ (CHIMPS) ab. 
Im multizentrischen bundesweiten Projekt sollen Kinder und Jugendliche von psychisch 
kranken oder suchtkranken Eltern frühzeitig während der elterlichen Behandlung in der 
Erwachsenenpsychiatrie auf ihren Unterstützungsbedarf untersucht werden. Im Fokus der 
Familien-, Eltern- und Kindergespräche stehen die Psychoedukation, die Implementierung 
weiterführender Hilfen und die familienorientierte Intervention (Kölch et al. 2019).   
Kinder, die nicht auffällig sind, erhalten eine Präventionsmaßnahme (CHIMPS-P). Kinder, die 
bereits Störungen zeigen, profitieren von einer familienorientierten Therapie (CHIMPS-T). 
Für Kinder in ländlichen Regionen mit eingeschränktem Zugang zu Versorgungsangeboten 
ergänzt mittlerweile eine Online-Intervention mit therapeutischer Begleitung das 
Projektdesign (e-CHIMPS). In einer randomisiert kontrollierten Vorstudie 2007 bis 2011 
zeigten sich signifikante Verbesserungen der Lebensqualität, der psychischen Gesundheit, 
der sozialen Unterstützung und der Krankheitsbewältigung (Wiegand-Grefe 2019). Der 
Ansatz wurde 2014 bis 2018 in randomisiert kontrollierten Studien erneut evaluiert, gefördert 
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Abschließende Ergebnisse 
liegen noch nicht vor. 
Für Familien mit suchterkrankten Eltern gibt es bislang kaum evidenzbasierte präventive 
Konzepte. Das „Trampolin“-Manual ist eines der wenigen, das als Bundesmodellprogramm 
zwischen 2008 und 2012 entwickelt, standardisiert und evaluiert wurde. Die Erprobung lief 
an 27 Standorten in Deutschland. Das Gruppenprogramm richtet sich an Kinder im Alter 
zwischen 8 und 12 Jahren, deren Eltern eine stoffgebundene Abhängigkeit aufweisen. Das 
Manual beinhaltet den Umgang mit Emotionen, Copingstrategien, Enttabuisierung der Sucht 
und Reduktion der psychischen Belastung. Im Abschlussbericht an das Bundesministerium 
für Gesundheit (BMG) wurden positive Effekte hinsichtlich der psychischen Belastung der 
Kinder, der Kenntnisse über Suchtverhalten und der Stressbewältigungskompetenz attestiert 
(Klein et al. 2012).  
Da die Studienlage insgesamt auf zu wenigen validen Daten fußt, können beim derzeitigen 
Forschungsstand keine generalisierbaren Aussagen zu effektiven präventiven Interventionen 
bei betroffenen Kindern und Jugendlichen abgeleitet werden (Wiegand-Grefe et al. 2019). 
Die geringe Teilnehmerzahl und die hohe Abbrecherquote (Dropout-Rate) erschweren die 
Übertragbarkeit der Ergebnisse. In der Vorstudie bei CHIMPS beispielsweise setzten von 
anfangs 53 Familien (T1) nur 27 (T2) das Projekt fort, in der Kontrollgruppe (Warteliste) 
wirkten 14 Familien mit (Wiegand-Grefe 2019). 
Die Betroffenensicht in Form einer trialogischen Partizipation (gleichberechtigte Beteiligung 
der Betroffenen, der Angehörigen und der Fachleute) ist in der Entwicklung der 
Forschungsprojekte bislang weitestgehend vernachlässigt worden.  
10-30 % der aufgenommenen Mütter und Väter in psychiatrischen Kliniken haben 
minderjährige Kinder (Clemens et al. 2018). Die meisten Psychiaterinnen und Psychiater 
sind über die Versorgungs- und Betreuungssituation der Kinder ihrer Patientinnen und 
Patienten unzureichend informiert (Franz et al. 2012). 37% der behandelten Väter und Mütter 
aus mehreren psychiatrischen Kliniken in Deutschland beklagten, dass sich die Ärzteschaft 
nicht ausreichend nach der Versorgung der Kinder erkundigt (Schmid et al. 2008). Somit ist

9 
 
es naheliegend, dass dort – in den Behandlungsstrukturen der Eltern – die Familien 
systematisch identifiziert und in Präventionsangebote vermittelt werden sollten.  
Ein gelungenes Beispiel für die systematische präventive Einbeziehung von Kindern und 
Jugendlichen in die Klinikbehandlung ihrer psychisch kranken Eltern stammt aus Norwegen. 
Hier wurde bereits 2010 gesetzlich verankert, dass sich spezialisierte Mitarbeitende in 
psychiatrischen Kliniken um die Belange der betroffenen Kinder kümmern müssen. Dies 
beinhaltet eine systematische Identifizierung von betroffenen Familien. Falls die Kinder und 
Jugendlichen noch keine notwendige Unterstützung erhalten, besteht die Verpflichtung sie 
an spezialisierte Fachstellen weiterzuleiten und mit diesen eng zusammenzuarbeiten. Alle 
Fachkräfte der Klinik werden sensibilisiert und geschult. Eine quasi-experimentelle 
Befragung der Klinikmitarbeitenden 2010, 2013 und 2015 bestätigte eine signifikante 
Verbesserung ihres Basiswissens (Lauritzen und Reedtz 2016).  
1.3 Situation in Münster 
Bereits seit 1997 widmet sich das Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster (im 
Folgenden nur Gesundheitsamt genannt) dem Thema Kinder psychisch kranker Eltern. In 
den letzten 10 Jahren wurden zusätzlich die Kinder suchtkranker Eltern in den Fokus 
gerückt.  
Seither sind verlässliche kommunale Angebote und Vernetzungsstrukturen für diese 
Zielgruppen entstanden. Zwischen den beteiligten Fachleuten gibt es sowohl auf fachlicher 
als auch auf übergeordneter Ebene gewachsene Kooperationen. Die Gremien der 
Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG), das Bündnis gegen Depression und die 
Kommunale Gesundheitskonferenz sind in die Verbesserung der Versorgungssituation 
dieser Familien eingebunden – unter Beteiligung der Betroffenen und Angehörigen. 
2015 wurden die bisherigen Erfahrungen und Perspektiven in dem Gesundheitsbericht 
„Kinder psychisch kranker Eltern – Gesundheitsförderung für betroffene Familien in Münster“ 
zusammengefasst und den politischen Gremien der Stadt vorgestellt (Berichtsvorlage 
V/0079/2015). 
Für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern übernimmt das Gesundheitsamt der 
Stadt Münster eine gestaltende Rolle in der Vernetzung.  
In der Abteilung „Psychische Gesundheit“ arbeiten der Sozialpsychiatrische Dienst und der 
Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst seit über 10 Jahren für diese Risikogruppen 
strukturiert und verlässlich zusammen, um sowohl dem Beratungsbedarf der psychisch 
erkrankten oder suchtkranken Eltern als auch dem Unterstützungsbedarf der betroffenen 
Kinder gerecht zu werden. Gemeinsame Gespräche, insbesondere in Form von 
Hausbesuchen, werden als ergänzendes Angebot gerne von den Familien in Anspruch 
genommen. Die Daten der betroffenen Familien werden seit 2009 zur Qualitätssicherung 
systematisch erfasst und ausgewertet. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die mit ihrem 
psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil zusammenleben, liegt bei den Familien in 
der Abteilung „Psychische Gesundheit“ zwischen 60 und 70 %. Dies entspricht den 
Häufigkeitsangaben in der Literatur (Lenz 2011).  
Innerhalb des Gesundheitsamtes besteht zusätzlich eine enge Kooperation mit der Abteilung 
Kinder- und Jugendgesundheit. Insbesondere an den Schnittstellen zu den dort verankerten 
frühen heilpädagogischen Hilfen und zum schulärztlichen Bereich werden regelmäßig

10 
 
wirksame präventive Maßnahmen installiert. Ferner können aus dieser Abteilung zeitnah 
Familienhebammen und Kinderkrankenschwestern vermittelt werden.  
Die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe ist ebenfalls langjährig erprobt. Seit 15 Jahren 
bietet der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes in allen fünf 
Bezirken des Kommunalen Sozialdienstes (KSD) des Amtes für Kinder, Jugendliche und 
Familien monatliche fachärztliche Sprechstunden an. In diesem Kontext können psychisch 
auffällige erwachsene und minderjährige Familienmitglieder untersucht und vermittelt 
werden. Außerdem erfolgt in diesem Rahmen eine abgestimmte Hilfeplanung zwischen der 
Jugendhilfe und der Gesundheitshilfe. Bei Bedarf werden weitere beteiligte Institutionen 
hinzugezogen. Die Systeme haben durch die  gemeinsamen Fallerörterungen mittlerweile 
eine enge und verlässliche Kooperation entwickelt. Bei den Beratungsfällen der 
Sprechstunden liegt seit vielen Jahren der Anteil der Familien mit psychisch kranken oder 
suchtkranken Eltern bei 50 bis 60 %. Die Bedarfe der betroffenen Kinder werden sowohl 
hinsichtlich ihrer familiären Risiken als auch hinsichtlich ihrer Ressourcen frühzeitig beachtet.  
Bereits 1997 gründete sich in der Stadt Münster der interdisziplinäre Arbeitskreis „Kinder 
psychisch kranker Eltern“, der bis heute erfolgreich arbeitet und 2009 in den Arbeitskreis 
„Psychische Erkrankungen in Familien“ umbenannt wurde. Ziel der zweimal jährlich 
stattfindenden Arbeitstreffen ist die Stärkung der Zusammenarbeit der beteiligten 
Institutionen, um die komplexe Lebenssituation von betroffenen Familien zu verbessern. Die 
Geschäftsführung liegt beim Gesundheitsamt.  Im Arbeitskreis wirken folgende 
Organisationen engagiert mit:  
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Anbieter von Eingliederungshilfen, Angehörige 
und Betroffene, Familien- und Erziehungsberatungsstellen, freie Jugendhilfeträger, 
Gesundheitsamt, Institutsambulanzen, Kinderkliniken, Kinderpsychiatrische Praxen, Kinder- 
und Jugendpsychiatrische Kliniken, Psychiatrische Kliniken, Psychotherapienetzwerk, 
Schulpsychologie, Sozialpsychiatrische Beratungsstellen, Suchtberatungsstellen. 
In den mehr als 20 Jahren wurden zahlreiche Aktivitäten initiiert und umgesetzt, z. B. 
Fachtage organisiert, Umfragen an Kliniken getätigt oder themenzentrierte Kindergruppen 
erprobt. 
Das Münsteraner Netzwerk entwickelte ferner zwei Handlungsempfehlungen unter der 
Federführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien: 
„Handlungsempfehlungen zum Kinderschutz für drogenabhängige Schwangere und Eltern 
mit Erziehungsverantwortung in Münster“ 2010 und „Für Kinder psychisch kranker Eltern – 
Handlungsempfehlungen zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitshilfe“ 2016. 
In der Stadt sind mittlerweile viele gesundheitsförderliche Angebote entstanden, die sich 
nicht speziell an psychisch erkrankte oder suchtkranke Eltern richten, von diesen aber auch 
oft in Anspruch genommen werden. Beispielsweise bieten die stadtteilorientierten frühen 
Hilfen insbesondere für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern zahlreiche Möglichkeiten zur 
Entlastung, Unterstützung und Förderung an. Ferner führen mehrere freie Träger der 
Jugendhilfe bindungs- und erziehungsstärkende Elterngruppen durch. Ehrenamtliche 
Familienpaten verbringen Freizeit mit Kindern aus Familien mit besonderem 
Unterstützungsbedarf. Es gibt Mitmachpaten der Stadt Münster, Familienpaten des Caritas-
Verbandes für die Stadt Münster e. V. und das Patenprojekt „Rückenwind“ der 
Beratungsstelle Südviertel e. V. Die Familientagesklinik der Klinik für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Münster (UKM) unterstützt emotional

11 
 
überforderte Eltern und ihre belasteten Vorschulkinder im Rahmen eines integrierten 
familienorientierten Behandlungskonzeptes.  
Es wurden aber auch präventive Kinder- und Elterngruppen in Münster installiert, die sich 
gezielt an Familien mit psychisch erkrankten oder suchterkrankten Eltern richten.  
Das Präventionsangebot „Auryn-Gruppe“ für Kinder und Jugendliche psychisch kranker 
Eltern hat sich seit 2008 in Münster fest etabliert. Das Gruppenangebot wird in gemeinsamer 
Kooperation eines Anbieters der psychosozialen Versorgung (FSP – Für soziale Teilhabe 
und Psychische Gesundheit e. V.) und eines Trägers der freien Jugendhilfe (Beratungsstelle 
Südviertel e. V.) durchgeführt. Die „Auryn-Gruppen“ bieten einen Schutzraum für Kinder zum 
Austausch über gemeinsame Sorgen, Ängste und belastende Gefühle sowie eine 
altersgerechte Aufklärung über die psychische Erkrankung der Eltern. Der Umgang mit 
Überforderung, die Bewältigung von Krisen (Notfallkoffer) und die Stärkung von 
Selbstvertrauen und Zuversicht sind vorrangige Ziele. Für die Altersgruppe der 8- bis 12-
jährigen Mädchen und Jungen werden zweimal jährlich zehn Termine und ein Elternabend 
vorgehalten. Eine konzeptionell vergleichbare aber altersangepasste Gruppe wird bei 
ausreichender Anfrage auch für Jugendliche ab 14 Jahren angeboten.  
Seit 2011 besteht die Elterngruppe „Aufwind“. Sie ermöglicht psychisch belasteten und von 
Isolation betroffenen Müttern und Vätern einen Austausch über ihre psychischen 
Erkrankungen, die Auswirkungen auf das Familienleben und die Erziehung der Kinder. Auch 
diese Gruppe ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem FSP und der Beratungsstelle 
Südviertel e. V. Die offenen Gruppen finden an 2 Terminen in der Woche statt.  
Für psychisch verletzliche Eltern und ihre kleinen Kinder (0-3 Jahre) wird der Spieletreff 
„Anker“ der Beratungsstelle Südviertel e. V. einmal wöchentlich angeboten. Neben den 
Gruppenaktivitäten können hier auch Einzelgespräche mit Mitarbeitenden vereinbart werden.  
Auch für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien gibt es mittlerweile in Münster 
spezifische Angebote. Die Diakonie Münster (Suchtberatung und Kinder-, Jugend- und 
Familiendienste) hat 2017 das Gruppenangebot „Tembo“ entwickelt. Es handelt sich um eine 
Präventionsmaßnahme für Kinder suchtkranker Eltern im Alter von 8 bis 12 Jahren. Das 
Programm umfasst zwölf wöchentliche Gruppentreffen für die Kinder und 3 begleitende 
Elternabende. Ein gemeinsames Vorbereitungsgespräch findet vorab statt. 
Tembo setzt auf Entlastung, Stärkung, Ressourcen, Spaß und Vernetzung, vermittelt den 
Kindern Wissen über Suchterkrankungen und ermöglicht den Austausch mit 
Gleichgesinnten. Es wird eine gute Verknüpfung von Gruppenarbeit und Familienalltag 
angestrebt.

12 
 
2 Familiensprechstunde 
2.1  Projektentwicklung 
Die bisherigen Forschungen und die langjährigen Erfahrungen im Gesundheitsamt der Stadt 
Münster zeigen, dass Familien mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern immer noch 
sehr spät – erst nach dem Auftreten vielfältiger Probleme – eine Beratung zur Förderung und 
Unterstützung ihrer Kinder in Anspruch nehmen. Es muss das Ziel sein, diese Familien 
früher zu erreichen, sie über die Möglichkeiten kommunaler Hilfen umfassender zu 
informieren und ihren Kindern rechtzeitiger eine gesundheitsförderliche Lebensweise zu 
ermöglichen. Ein gezielter Zugangsweg zu diesen Familien ist – wie bereits in Norwegen 
gesetzlich verankert (siehe 1.2) – während des Klinikaufenthaltes eines Elternteils.  
Diese Erkenntnisse führten zur Entwicklung des Präventionsprojektes „Familiensprechstunde 
in psychiatrischen Kliniken – Kinder und Jugendliche als Angehörige frühzeitig erreichen und 
nachhaltig fördern“. Für das Pilotprojekt in der LWL-Klinik Münster, der größten 
psychiatrischen Versorgungsklinik der Stadt, stellte das Gesundheitsamt im April 2015 einen 
Projektantrag beim damaligen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter 
des Landes NRW (MGEPA) im Rahmen der Landesinitiative NRW „Starke Seelen“. Die 
finanzielle Projektförderung wurde vom Ministerium im Juni 2016 für den Zeitraum vom 
01.10.2016 bis zum 31.03.2019 bewilligt. 
Durch das Projekt sollte das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen psychisch 
kranker und suchtkranker Eltern in Münster gefördert und die Lebensqualität gesteigert 
werden. Die ressourcenorientierte Familiensprechstunde richtete sich sowohl an die 
betroffenen Eltern als auch an deren minderjährige Kinder. Sie sprach insbesondere die 
Familien an, die die Angebots- und Hilfestrukturen im Stadtteil nicht ausreichend, nicht 
vernetzt oder nicht zielführend nutzen können. Hier sollte die Beratung in der Klinik einen 
wirksamen Erstkontakt schaffen, Vertrauen herstellen sowie die Vermittlung von 
Förderangeboten und Hilfen erleichtern. Dies konnte stadtteilbezogene kulturelle, sportliche 
oder musische Aktivitäten ebenso beinhalten wie eine soziale, finanzielle, erzieherische oder 
ärztlich-therapeutische Unterstützung (siehe Anlagen). Auch die Stärkung familiärer 
Ressourcen und Selbsthilfemöglichkeiten gehörten dazu. Um die Kinder gegenüber Stress 
und alltäglichen Belastungen widerstandsfähiger zu machen, nahm die altersadäquate 
Informationsvermittlung und Aufklärung über die Behandlung des betroffenen Elternteils 
einen besonderen Stellenwert in der Familiensprechstunde ein (Psychoedukation). 
Gleichzeitig konnte hierdurch auch der Tabuisierung und Stigmatisierung von psychischen 
Erkrankungen und Suchterkrankungen entgegengewirkt werden. Diese 
entwicklungsangepassten Informationsgespräche mit Kindern gelten nach den bisherigen 
wissenschaftlichen Erkenntnissen als wirksamer protektiver Faktor, um Ängste der Kinder zu 
reduzieren, Schuldgefühle abzubauen und Bewältigungsstrategien zu fördern (Brockmann 
und Lenz 2017).  
Die Mitarbeitenden in der LWL-Klinik (ärztlicher, pflegerischer und sozialer Dienst) wurden 
für die Belange der Kinder sensibilisiert und waren mindestens in den Erstkontakt zur Familie 
einbezogen. Hierdurch sollten enge klinische Strukturen zugunsten einer systemischen 
Sichtweise mit Blick auf das Lebensumfeld der Patientinnen und Patienten verändert 
werden. Durch die Einbindung der Familiensprechstunde in die bereits vorhandenen 
Präventions- und Hilfeketten in Münster (siehe 1.3) wurden die Schnittstellen zu anderen 
Unterstützungssystemen genutzt und Parallelstrukturen vermieden.

13 
 
Es bedurfte sozialpsychiatrischer Kompetenzen, präventiver Strategien und guter 
kommunaler Kooperationen, um die spezifische Situation eines jeden Kindes und jeder 
Familie möglichst präzise hinsichtlich Ressourcen und Defiziten zu erfassen, im Kontext der 
sozialen Umgebungsstrukturen zu analysieren und hieraus passgenaue Entlastungs-, 
Förderungs-, und Unterstützungsangebote abzuleiten. Für diese Aufgaben war das 
Gesundheitsamt aufgrund seiner interdisziplinären Fachlichkeit und guten Vernetzung sehr 
geeignet. 
 
Abbildung 1: Globale Ziele der Familiensprechstunde

14 
 
2.2 Umsetzung 
Die Projektleitung lag beim Gesundheitsamt der Stadt Münster, Abteilung Psychische 
Gesundheit. Es bestand eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der LWL-Klinik Münster 
(Projektbeteiligte). Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation erfolgte durch das 
Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau.   
Die Durchführung des Projektes wurde von zwei erfahrenen Sozialpädagoginnen der 
Abteilung Psychische Gesundheit gewährleistet, die mit insgesamt 10 Wochenstunden für 
die Familiensprechstunde im Einsatz waren. Beide Mitarbeiterinnen hatten sowohl 
mehrjährige Erfahrungen in der Beratung psychisch kranker und suchtkranker Eltern als 
auch Qualifikationen in der Diagnostik und Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen.  
Die strukturellen Vorbereitungen der Familiensprechstunde konnten am 01.10.2016 
beginnen. Es wurden werbende Flyer und Poster für die Stationen, die Tageskliniken und die 
Ambulanzen erstellt und in der LWL-Klinik Münster verteilt. Außerdem erfolgten Hinweise auf 
das Projekt im Intranet der LWL-Klinik und auf der Homepage des Gesundheitsamtes der 
Stadt Münster. Ärzteschaft, Sozialdienst und Pflegekräfte der LWL-Klinik wurden über das 
Projekt persönlich und ausführlich vor Ort informiert. Parallel stellte das zepf in enger 
Abstimmung mit dem Gesundheitsamt bereits vorhandene Messinstrumente und neu 
konzipierte Erhebungsbögen zur Evaluation zusammen (siehe 3.2).  
Die Umsetzung des Projektes konnte am 01.01.2017 starten. Seither wurden Patientinnen 
und Patienten der LWL-Klinik mit minderjährigen Kindern gezielt angesprochen und zur 
Projektteilnahme motiviert. Zur Stärkung der Betroffenensicht wurde im Projekt von Beginn 
an die Mitwirkung einer Genesungsbegleiterin (Expertin aus Erfahrung, EX-IN NRW e. V.) 
ermöglicht.  
Der Zugang war niedrigschwellig und barrierefrei. Auch schwangere Frauen konnten sich 
beteiligen. Auf der Erwachsenenebene wurden neben den psychisch kranken oder 
suchtkranken Eltern die gesunden Bezugspersonen und nächsten Angehörigen (z. B. 
Großeltern) ebenfalls in die Beratung einbezogen. Bei den betroffenen minderjährigen 
Kindern und Jugendlichen gab es bis zum 18. Lebensjahr keine Altersbegrenzung. Im 
Vorschulalter standen die Beratungen der Eltern im Vordergrund. Ab dem Schulalter nahmen 
entsprechend der präventiven Bedeutung die entwicklungsadäquaten Aufklärungsgespräche 
über die psychische Erkrankung oder Suchterkrankung der Eltern (Psychoedukation) einen 
hohen Stellenwert ein. Dabei wurde stets auf eine geschlechtergerechte und kultursensible 
Ausrichtung geachtet. Auch Familiengespräche wurden regelhaft angeboten. Auf der 
Grundlage einer Bedarfsanalyse erfolgte zuletzt die Vermittlung der Mädchen und Jungen in 
Fördermaßnahmen und Hilfen. Da die betroffenen Familien oft unter finanziellen Engpässen 
litten, wurden im Bedarfsfall für die angedachten Maßnahmen (z. B. ein Sport- oder 
Musikangebot im Stadtteil) auch Finanzierungen über Stiftungen oder das Bildungs- und 
Teilhabepaket organisiert.  
Insgesamt waren acht Termine für jede Familie vorgesehen. Der detaillierte Ablauf des 
Projektes ist der Abbildung 2 zu entnehmen.

15 
 
 
Abbildung 2: Projektdesign der Familiensprechstunde  
T1/2/3 = Messzeitpunkt 1/2/3.  Die Erläuterung der Messinstrumente erfolgt in Kapitel 3.2.

16 
 
Im Verlauf der zweijährigen Projektphase zeigten sich einige Hemmnisse, die teilweise eine 
Anpassung der Struktur der Familiensprechstunde notwendig machten. 
Die zügigen Entlassungen der Mütter und Väter aus dem klinischen Setting erforderten oft 
eine flexible Vorgehensweise. Es wurden deshalb vermehrt Termine im häuslichen Umfeld 
(Hausbesuche) oder im Gesundheitsamt vereinbart. Dies erforderte zusätzliche zeitliche 
Ressourcen.  
Die Familien hatten nach dem Klinikaufenthalt häufiger Probleme, Terminabsprachen 
einzuhalten. Hierdurch zogen sich die Kontakte mehrere Wochen, vereinzelt auch Monate, 
hin. Bei diesen Familien ließ die Motivation zur Mitwirkung an der Evaluation nach, so dass 
bei zahlreichen Projektteilnehmerinnen und -teilnehmern nur eine Auswahl von 
Evaluationsinstrumenten eingesetzt werden konnte bzw. diese nur unvollständig ausgefüllt 
wurden.  
Die psychoedukativen Gespräche mit den betroffenen Kindern waren zeitaufwändiger als im 
Projektplan vorgesehen, insbesondere bei Kindern im Grundschulalter. Bei einigen Familien 
mussten zunächst auch ängstliche Vorbehalte in mehreren Terminen ausgeräumt werden. 
Wegen des hohen protektiven Faktors wurde die regelhafte Beibehaltung dieses Angebotes 
aber nicht in Frage gestellt.  
Da die Anmeldung zur Familiensprechstunde bei Stationsmitarbeitenden in der LWL-Klinik 
im Alltagsstress schnell vergessen wurde, führten die Beraterinnen des Gesundheitsamtes 
im zweiten Projektjahr fortlaufend motivierende Kooperationsgespräche durch. Sowohl die 
Ärzteschaft und der Sozialdienst als auch das Pflegepersonal wurden immer wieder in 
Konferenzen angehalten, Eltern im Familienprojekt vorzustellen. Vermehrte Anmeldungen 
gab es insbesondere dann, wenn auch die Patientinnen und Patienten an den 
Informationsveranstaltungen teilnahmen. Die ständige Akquise stellte eine Mehrbelastung 
dar, wurde aber durch eine hierdurch entstandene bessere Vernetzung aufgewogen. 
Dennoch bleibt es auch zukünftig eine Aufgabe, die Mitarbeitenden in der Klinik zur Mitarbeit 
zu gewinnen. 
Am 22.11., 27.11. und 28.11.2018 wurde der Zwischenbericht über den Verlauf der 
Familiensprechstunde auch in den politischen Gremien der Stadt beraten. Dies führte zu 
einer Stellenerweiterung, die eine Verstetigung des Angebotes ermöglichte. 
Am 31.03.2019 endete die Projektphase der Familiensprechstunde in der LWL-Klinik. Sie 
wird seither in modifizierter Form als reguläres kommunales Präventionsangebot des 
Gesundheitsamtes der Stadt Münster fortgesetzt – zunächst weiterhin in der LWL-Klinik 
Münster. Zukünftig sollen aber auch andere psychiatrische Kliniken in Münster von diesen 
Möglichkeiten profitieren können.

17 
 
3 Projektauswertung  
3.1 Zentrale Fragestellungen der Evaluation 
Die zentralen Fragestellungen der Evaluation bezogen sich auf folgende Aspekte: 
 die familiäre Situation der Projektfamilien; 
 kindliche Belastungen und Ressourcen; 
 die Bewertung des Projekts durch Beraterinnen, Eltern und Kinder; 
 förderliche und hinderliche Faktoren, die sich auf den Beratungsprozess auswirken; 
 Angebotsempfehlungen, Vernetzung mit den bestehenden Kooperationsstrukturen & 
Schnittstellenproblematik. 
3.2 Messinstrumente 
Es kamen bereits vorliegende Testverfahren sowie vom zepf eigens für die Evaluation 
entwickelte Instrumente zum Einsatz.  
Als Testverfahren zur Einschätzung der kindlichen Befindlichkeit und der kindlichen Ressour-
cen wurden folgende standardisierte Instrumente eingesetzt:  
 Child Behavior Checklist (CBCL) / Youth Self-Report (YSR);  
 Fragebogen zur Erhebung von Stress und Stressbewältigung im Kindes- und 
Jugendalter (SSKJ);  
 Fragebogen zu Ressourcen im Kindes- und Jugendalter (FRKJ). 
 
3.2.1  Child Behavior Checklist (CBCL) (Döpfner et al. 2014) 
Die Child Behavior Checklist (CBCL) liegt in zwei Versionen vor: Die CBCL 1,5-5 für Kinder 
im Alter von 1,5-5 Jahren und die CBCL 6-18 für Kinder und Jugendliche im Alter von 6-18 
Jahren. Erfasst werden die Einschätzungen von Eltern oder anderen relevanten 
Bezugspersonen im Hinblick auf die Kompetenzen (Aktivitäten, Soziale Kompetenzen, 
Schule) und Probleme ihrer Kinder. Bei der Auswertung werden acht Problemskalen gebildet 
(ängstlich/depressiv, rückzüglich/depressiv, körperliche Beschwerden, soziale Probleme, 
Denk-, Schlaf- und repetitive Probleme, Aufmerksamkeitsprobleme, regelverletzendes Ver-
halten und aggressives Verhalten) sowie drei übergeordnete Skalen berechnet (Gesamt-
auffälligkeit, internale Probleme, externale Probleme). Der Youth Self-Report (YSR/11-18) 
dient der Selbsteinschätzung von Kindern und Jugendlichen auf den genannten Skalen. 
3.2.2 Fragebogen zur Erhebung von Stress und Stressbewältigung im Kindes- 
und Jugendalter (SSKJ) (Lohaus, et al. 2006) 
Beim SSKJ 3-8 handelt es sich um einen Fragebogen zur Erhebung von Stress und Stress-
bewältigung im Kindes- und Jugendalter. Das Verfahren ist von der dritten bis zur achten 
Klasse einsetzbar und bezieht sich auf die folgenden Aspekte des Stressgeschehens: Im 
ersten Fragebogenbereich wird die Vulnerabilität für potenzielle Stressoren erhoben. Da die 
Fähigkeit, mit vorhandenen Anforderungen umzugehen, entscheidend durch die vorhande-
nen Bewältigungsmechanismen bestimmt ist, erfasst das Instrumentarium im zweiten Frage-
bogenbereich das vorhandene Stressbewältigungspotenzial, wobei hierzu fünf Skalen zum 
Einsatz gelangen, die als Strategien die Suche nach sozialer Unterstützung, die problem-
orientierte Bewältigung, die vermeidende Bewältigung sowie die palliative und ärgerbezoge-
ne Emotionsregulation umfassen. Im dritten Fragebogenbereich wird die mit Stress potenziell

18 
 
verbundene physische und psychische Symptomatik erhoben. Zum Einsatz kam eine 
modifizierte Version der Skala „Stressbewältigung“. Die Frage „In diesem Teil möchten wir 
gerne herausfinden, was du tust, wenn du Stress hast. Du musst morgen einen schwierigen 
Test schreiben. Wenn mir so etwas passiert, ...“ wurde (mit Genehmigung des Testautors) 
umformuliert zu: „Stell dir vor, Du hast dich mit deinen Eltern gestritten. Wenn mir so etwas 
passiert, …“. Die 30 Antwortalternativen wurden beibehalten, sie werden den Skalen „Suche 
nach sozialer Unterstützung“ (z. B. „… dann erzähle ich jemandem aus meiner Familie, was 
passiert ist“), „Problemorientierte Bewältigung (z. B. „…dann mach ich mich daran, das 
Problem anzupacken“), „Vermeidende Bewältigung“ (z. B. „…dann tue ich so, als ob alles 
okay ist“), „Konstruktiv-palliative Emotionsregulation“ („…dann erhole ich mich, um neue 
Kraft zu sammeln“) und „Destruktiv-ärgerbezogene Emotionsregulation“ (z. B. „…dann werde 
ich wütend und mache etwas kaputt“) zugeordnet. 
3.2.3 Fragebogen zu Ressourcen im Kindes- und Jugendalter (FRKJ) (Lohaus 
& Nussbeck 2016) 
Der Fragebogen, der bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8-16 Jahren zur Anwendung 
kommt, umfasst 60 Items und dient der Erfassung der personalen und sozialen Ressourcen. 
Es werden sechs personale Ressourcen (Empathie und Perspektivenübernahme, Selbst-
wirksamkeit, Selbstwertschätzung, Kohärenzsinn, Optimismus sowie Selbstkontrolle) und 
vier soziale Ressourcen (elterliche emotionale und soziale Unterstützung, autoritativer Erzie-
hungsstil, Integration in die Peergruppe sowie schulische Integration) erfasst.  
3.2.4 Vom zepf entwickelte Messinstrumente 
 Basisdokumentation 
Mithilfe der Basisdokumentation zu Beginn der Beratung wurden demografische Variablen, 
Daten zur Erkrankung und die Familiensituation erfasst.  
 Dokumentationsbogen 
Auf dem Dokumentationsbogen konnten die wichtigsten Informationen zum jeweiligen 
Gesprächsverlauf stichwortartig festgehalten werden. 
 Bedarfsanalyse 
Mit Hilfe der Bedarfsanalyse wurde eruiert, für welche Angebote bei den Familien Bedarf 
besteht und welche Voraussetzungen gegeben sein müssten, um die Angebote in Anspruch 
zu nehmen. 
 Vermittlungsbogen 
Mit Hilfe des Vermittlungsbogens wurde erfasst, welche Angebote empfohlen wurden und 
wie das Elternteil auf die Empfehlung reagiert hat. 
 Fragebogen zur Vernetzung 
Auf dem Fragebogen zur Vernetzung wurde festgehalten, welche Netzwerkpartner bei der 
Familie kooperiert haben, wie die Vernetzung funktioniert hat und wie ausgeprägt die 
Schnittstellenproblematik war.

19 
 
 Abschlussbefragungen 
Die Abschlussbefragung der Eltern (Evaluation) und der Beraterinnen (Selbstevaluation) er-
folgte schriftlich, die Kinder wurden mündlich zu ihrer Bewertung der Familiensprechstunde 
befragt (Ende der Beratung: Messzeitpunkt T2). Sechs Monate nach Abschluss der Beratung 
(Messzeitpunkt T3) war ein weiterer Fragebogen zur Abschätzung der mittelfristigen Effekte 
für Eltern und Beraterinnen vorgesehen. 
Vor der Darstellung der Ergebnisse sei angemerkt, dass nicht bei allen Familien alle 
Verfahren zum Einsatz kamen bzw. vollständig ausgefüllt wurden. Dies ist zum einen 
begründet durch die Besonderheiten der Stichprobe. Es handelte sich um belastete Familien 
mit sensiblen Erkrankungen und zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen, die je nach 
Befindlichkeit und Krankheitszustand schwer zugänglich, nicht erreichbar waren oder 
Schwierigkeiten hatten, umfangreiche Fragebogen auszufüllen. Hinzu kam auf Seiten der 
Beraterinnen, dass das Ausfüllen der umfassenden Diagnostik einen zusätzlichen 
erheblichen zeitlichen Aufwand bedeutete, was vor dem Hintergrund der schon für die Bera-
tungsgespräche oft zu knapp bemessenen Zeit häufig Probleme bereitete. Diese Umstände 
sind bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen.  
3.3 Ergebnisse 
Insgesamt wurden Daten von 55 Familien erfasst, 30 davon (54,5 %) waren dem Gesund-
heitsamt Münster noch nicht bekannt. Bei 13 Familien (23,6 %) lag eine 
Migrationsvorgeschichte vor. Von 25 Familien liegen Daten der gesamten Evaluation vor, 
von 30 Familien sind die Evaluationsdaten unvollständig (in 6 Fällen handelte es sich um 
– z. T. telefonische – Kontakte mit Elternteilen, die außerhalb von Münster wohnten). 
Tabelle 1 gibt einen Überblick über die vorliegenden Daten. 
Tabelle 1: Übersicht über die Anzahl der auswertbaren Daten 
Messinstrument n 
Anzahl der Dokumentationsbögen pro Familie 0-14 
CBCL_M_1,5-5 5 
CBCL_M_6-18 35 
CBCL_V_1,5-5 2 
CBCL_V_6-18 14 
CBCL_B_1,5-5 0 
CBCL_B_6-18 7 
YSR/11-18 8 
FRKJ 14 
SSKJ 12 
Basisdokumentation 36 
Bedarfsanalyse 30 
Vermittlungsbogen 21 
Eltern Evaluation T2 17 
Eltern Evaluation T3 6 
Interview Kinder 13 
Selbstevaluation Beraterinnen T2 35 
Selbstevaluation Beraterinnen T3 2 
Fragen zur Vernetzung 24 
M = Mutter, V = Vater, B = Bezugsperson; n = Stichprobengröße

20 
 
3.3.1 Ergebnisse der Basisdokumentation 
Abbildung 3 stellt grafisch dar, welcher erkrankte Elternteil, der an der Familiensprechstunde 
teilgenommen hat, Patientin / Patient der LWL-Klinik war. Es handelt sich zu 81 % um Mütter 
und zu 19 % um Väter. 
 
Abbildung 3: Verteilung der Patientinnen / Patienten, die an der Familiensprechstunde teilgenommen haben  
 (N = 36) 
Betrachtet man die Quote der Familien, von denen Informationen über den vorzeitigen Ab-
bruch der Beratung vorliegen, fällt auf, dass diese bei den suchtbezogenen Erkrankungen 
vergleichsweise höher ausfällt als bei den psychischen Erkrankungen. Allerdings ist hierbei 
die geringe Anzahl an suchtkranken Patientinnen / Patienten im Vergleich zu psychisch kran-
ken Patientinnen / Patienten zu berücksichtigen (suchtkranke Patientinnen / Patienten: 3 be-
endet, 5 abgebrochen; psychisch kranke Patientinnen / Patienten: 35 beendet, 16 abgebro-
chen; eine Auflistung nach Diagnosen enthält Anhang 1). 
Tabelle 2 gibt einen Einblick in die demografischen Daten, die Erkrankung und die Familien-
situation der 36 Elternteile, von denen eine Basisdokumentation vorliegt. Die erkrankten 
Personen waren im Mittel 34,5 Jahre alt (SD 23,9; Min: 23, Max: 53 Jahre). Die 54 Kinder – 
29 Mädchen und 25 Jungen – waren im Mittel 9 Jahre alt (SD: 4,43; Min: <1, Max: 17 Jahre).

21 
 
Tabelle 2: Demografische Angaben, Krankheitszustand und Familiensituation (N = 36) 
  n % 
Patientin / Patient der LWL-Klinik Mutter 29 81,0 
 Vater 7 19,0 
 
Schulabschluss Hauptschulabschluss 8 22,2 
 Mittlere Reife 17 47,2 
 Fachabitur 1 2,8 
 Abitur 8 22,2 
 fehlende Angaben 2 5,6 
    
Berufsausübung keine 28 77,8 
 arbeitsunfähig 2 5,6 
 Teilzeit 5 13,9 
 Vollzeit 1 2,8 
 
Art der Erkrankung psychisch krank 28 77,8 
 suchtkrank 3 8,3 
 psychisch krank und 
suchtkrank 5 13,9 
 
Diagnose/n  F1 8   
(Erläuterungen siehe Fußnote 1) F2 2   
 F3 24  
 F4 10  
 F5 2  
 F6 7  
 F9 3  
 
Erkrankung des anderen Elternteils ja  15 41,7 
 nein 16 44,4 
 fehlende Angaben 5 13,9 
    
Art der Erkrankung des anderen 
Elternteils (n=15) psychisch krank  10 27,8 
 suchtkrank 2 5,6 
 psychisch krank und 
suchtkrank 
3 8,3 
 
Art der Behandlung ambulant 5 13,9 
 teilstationär 11 30,6 
 stationär 20 55,6 
 
Aufnahme erstmalig 12 33,3 
 wiederholt 23 63,9 
 fehlende Angaben 1 2,8 
    
Besondere Familiensituation alleinerziehend 17 47,2 
 
Sorgerecht Mutter und Vater 21 58,3 
 Mutter 12 33,3 
 sonstige Personen / 
Institutionen 
1 2,8 
 fehlende Angaben 2 5,6 
 
Hat das Kind / haben die Kinder eine 
stabile Bezugsperson? ja 30 83,3 
 nein 1 2,8 
 fehlende Angaben 5 13,9

22 
 
Abbildung 4 zeigt die Verteilung der Diagnosen1 (N = 56; bei 15 Patientinnen / Patienten 
liegen Mehrfach-Diagnosen vor.) 
 
Abbildung 4: Diagnosen 
Auf die Frage nach aktuellen Problemen äußerten die erkrankten Elternteile am häufigsten 
Sorgen um die Kinder, die oft nicht über die Erkrankung informiert sind, Angehörige, die die 
Krankheit nicht verstehen, partnerschaftliche Konflikte, Fragen im Hinblick auf die eigene 
Genesung, die berufliche Situation, Wohnverhältnisse und (fast ausnahmslos) finanzielle 
Schwierigkeiten. Auf der anderen Seite wurden häufig persönliche Ressourcen (helfen 
können, organisieren können, kreativ, lustig, nett, freundlich, sensibel, kommunikativ sein) 
und sehr oft Liebe, Zusammenhalt und Unterstützung in der Familie als Ressourcen 
genannt. 
Bei 7 Familien mit Finanzsorgen wurden Gelder beantragt (u. a. bei Stiftungen). Diese 
Familien gehörten zu den 25 Familien, die das Projekt regulär beendet haben. 
3.3.2 Ergebnisse der Einschätzung der Kompetenzen und Probleme durch die 
Eltern bzw. Bezugspersonen (CBCL) 
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die vorliegenden Daten. 
Tabelle 3: CBCL: Anzahl der Fragebogen / Kinder 
Fragebogen Anzahl der ausgefüllten 
Bögen 
Anzahl der Kinder 
CBCL 1,5-5 7 4 
CBCL 6-18 56 35 
Da die Anzahl der ausgefüllten Bögen für die 1,5 - 5-Jährigen sehr gering und deshalb wenig 
aussagekräftig ist, wird hier auf eine Darstellung der Ergebnisse verzichtet. 
                                                
1 F1: Störungen durch psychotrope Substanzen 
F2: Schizophrenie und wahnhafte Störungen 
F3: Affektive Störungen 
F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen 
F5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen  
F6: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen 
F9: Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

23 
 
Vom CBCL 6-18 liegen 56 auswertbare Bögen vor (35 Mädchen, 21 Jungen im Alter von 6 
bis 17 Jahren). 35 mal wurde der Fragebogen für 1 Kind ausgefüllt, 9 mal für 2 Kinder und 1 
mal für 3 Kinder. Am häufigsten wurde der Fragebogen von der erkrankten Person ausgefüllt 
(n = 35), 14 mal vom anderen Elternteil und 7 mal von einer anderen Bezugsperson (5 mal 
Großmutter, 1 mal Partner der Mutter, 1 mal Pate des Kindes) (siehe Abbildung 5). 
 
Abbildung 5: Überblick über die Verteilung der Personen, die den CBCL ausgefüllt haben 
Nachfolgend werden die Ergebnisse von allen 56 Fragebogen dargestellt. 
 Kompetenzen 
Tabelle 4: CBCL 6-18 – Kompetenzen: Aktivitäten 
 n % 
fehlende Werte 1 1,8 
unauffällig 55 98,2 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 5: CBCL 6-18 Soziale Kompetenzen 
 n % 
fehlende Werte 1 1,8 
auffällig 5 8,9 
Grenzbereich 2 3,6 
unauffällig 48 85,7 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 6: CBCL 6-18 Kompetenzen: Schule 
 n % 
fehlende Werte 8 14,3 
auffällig 6 10,7 
Grenzbereich 2 3,6 
unauffällig 40 71,4 
Gesamt 56 100,0 
Die Kinder scheinen bezüglich der eingeschätzten Kompetenzen (Aktivitäten, Soziale 
Kompetenzen, Schule) weitgehend unauffällig zu sein. Weitere Auswertungen zeigen, dass 
hinsichtlich der Einschätzung durch unterschiedliche ausfüllende Personen keine 
systematischen Unterschiede zu erkennen sind.

24 
 
 Probleme 
a) Internale Probleme 
Tabelle 7: CBCL 6-18 Ängstlichkeit / Depressivität 
 n % 
auffällig 7 12,5 
Grenzbereich 9 16,1 
unauffällig 40 71,4 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 8: CBCL 6-18 Rückzug / Depressivität 
 n % 
auffällig 5 8,9 
Grenzbereich 7 12,5 
unauffällig 44 78,6 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 9: CBCL 6-18 Körperliche Beschwerden 
 n % 
auffällig 7 12,5 
Grenzbereich 8 14,3 
unauffällig 41 73,2 
Gesamt 56 100,0 
Bei den internalen Problemskalen werden 16 mal (28,6 %) Kinder bei der Skala ängstlich / 
depressiv, 12 mal (21,4 %) Kinder bei der Skala rückzüglich / depressiv und 15 mal (26.8 %) 
Kinder bei der Skala körperliche Beschwerden als auffällig bzw. im Grenzbereich eingestuft. 
b) Externale Probleme 
Tabelle 10: CBCL 6-18 Aggressives Verhalten 
 n % 
auffällig 7 12,5 
Grenzbereich 6 10,7 
unauffällig 43 76,8 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 11: CBCL 6-18 Regelverletzendes Verhalten 
 n % 
auffällig 4 7,1 
Grenzbereich 4 7,1 
unauffällig 48 85,7 
Gesamt 56 100,0 
Bei den externalen Problemskalen werden 13 mal (23,2 %) Kinder im Hinblick auf die Skala 
aggressives Verhalten und 8 mal (14,3 %) Kinder in Bezug auf die Skala regelverletzendes 
Verhalten als auffällig bzw. im Grenzbereich eingeschätzt.

25 
 
c) Gemischte Probleme 
Tabelle 12: CBCL 6-18 Aufmerksamkeitsprobleme 
 n % 
auffällig 10 17,9 
Grenzbereich 11 19,6 
unauffällig 35 62,5 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 13: CBCL 6-18 Denk- / Schlaf- / Repetitive Probleme 
 n % 
auffällig 4 7,1 
Grenzbereich 13 23,3 
unauffällig 39 69,6 
Gesamt 56 100,0 
Tabelle 14: CBCL 6-18 Soziale Probleme 
 n % 
auffällig 7 12,5 
Grenzbereich 6 10,7 
unauffällig 43 76,8 
Gesamt 56 100,0 
Bei den gemischten Problemen werden 21 mal (37,5 %) Kinder auf der Skala Aufmerksam-
keitsprobleme, 17 mal (30,4 %) Kinder auf der Skala Denk-, Schlaf- und repetitive Probleme 
und 13 mal (23,2 %) Kinder auf der Skala Soziale Probleme als auffällig bzw. im 
Grenzbereich gesehen. 
In Tabelle 15 ist der Gesamtwert für die Einschätzung von Auffälligkeiten angegeben. Auffäl-
lige bzw. grenzwertige Einschätzungen liegen in 44,6 % der Fälle vor (siehe auch Abbildung 
6). Dies entspricht im Wesentlichen älteren nationalen Untersuchungen, bei denen 46,8 % 
der Kinder und Jugendlichen dem auffälligen-grenzwertigen Bereich zugeordnet wurden 
(Wiegand-Grefe et al. 2009).   
Tabelle 15: CBCL 6-18 Gesamtskala Probleme 
 n % 
auffällig 19 33,9 
Grenzbereich 6 10,7 
unauffällig 31 55,4 
Gesamt 56 100,0

26 
 
Abbildung 6: CBCL Gesamtskala Probleme 
 
Fazit 
Die Datenlage spricht dafür, dass aus Sicht der Eltern und Bezugspersonen ein erheblicher 
Anteil an Auffälligkeiten vorzuliegen scheint, die sich am häufigsten in internalen (vor allem 
Ängstlichkeit / Depressivität und körperliche Beschwerden) sowie Aufmerksamkeitsproble-
men und Denk- / Schlaf- / und repetitiven Problemen äußern.  
3.3.3 Ergebnisse der Einschätzung der Kompetenzen und Probleme durch die 
Kinder / Jugendlichen (YSR/11-18) 
Den YSR/11-18 füllten 8 Kinder / Jugendliche (2 Mädchen und 6 Jungen) aus, davon 2 mal 2 
Kinder aus einer Familie. Der Altersrange beträgt 11-16 Jahre. Aufgrund der geringen Anzahl 
können nur Tendenzen berichtet werden. 
 Kompetenzen 
Tabelle 16: YSR/11-18 Aktivitäten 
 n % 
unauffällig 8 100,0 
Gesamt 8 100,0 
Alle 8 Kinder / Jugendliche schätzen sich – übereinstimmend mit den Einschätzungen der 
Eltern und Bezugspersonen – im Hinblick auf ihre Aktivitäten als unauffällig ein. 
Tabelle 17: YSR/11-18 Soziale Kompetenzen 
 n % 
Grenzbereich 1 12,5 
unauffällig 7 87,5 
Gesamt 8 100,0 
Auch ihre sozialen Kompetenzen beurteilen die Kinder / Jugendlichen weitestgehend als 
unauffällig. Tabelle 18 zeigt den Vergleich der Eigeneinschätzung mit der Einschätzung der 
Eltern und Bezugspersonen: 3 Kinder/ Jugendliche schätzen ihre sozialen Kompetenzen 
besser ein, 1 Kind / Jugendlicher schlechter.

27 
 
Tabelle 18: YSR/11-18 Soziale Kompetenzen: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
Ähnlich 4 
Selbsteinschätzung höher 3 
Selbsteinschätzung niedriger 1 
Die Kinder/Jugendlichen scheinen demnach auch aus eigener Sicht bezüglich der 
eingeschätzten Kompetenzen eher unauffällig zu sein.  
Der Bereich Schule wird bei den Kindern / Jugendlichen nicht erfasst. 
 Probleme 
a) Internale Probleme 
5 Kinder / Jugendliche stufen sich bzgl. der Dimension Ängstlichkeit / Depressivität als 
unauffällig ein, 3 als auffällig oder im Grenzbereich (siehe Tabelle 19). 
Tabelle 19: YSR/11-18 Ängstlichkeit / Depressivität 
 n % 
auffällig 2 25,0 
Grenzbereich 1 12,5 
unauffällig 5 62,5 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 20 zeigt den Vergleich der Eigeneinschätzung mit der Einschätzung der Eltern und 
Bezugspersonen: 3 Kinder / Jugendliche schätzen ihre Ängstlichkeit / Depressivität höher 
ein, 1 Kind / Jugendlicher niedriger. 
Tabelle 20: YSR/11-18 Ängstlichkeit / Depressivität: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 4 
Selbsteinschätzung höher 3 
Selbsteinschätzung niedriger 1 
6 Kinder / Jugendliche stufen sich bei der Dimension Rückzug / Depressivität als unauffällig 
ein (siehe Tabelle 21). 
Tabelle 21: YSR/11-18 Rückzug / Depressivität 
 n % 
auffällig 1 12,5 
Grenzbereich 1 12,5 
unauffällig 6 75,0 
Gesamt 8 100,0 
Diese Einschätzung stimmt weitgehend mit der Einschätzung der Eltern und 
Bezugspersonen überein (siehe Tabelle 22). 
Tabelle 22: YSR/11-18 Rückzug / Depressivität: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 5 
Selbsteinschätzung höher 2 
Selbsteinschätzung niedriger 1

28 
 
6 Kinder sehen sich nicht durch körperliche Beschwerden belastet (siehe Tabelle 23). In 3 
Fällen ist die Selbsteinschätzung diesbezüglich höher, in einem Fall niedriger (siehe Tabelle 
24). 
Tabelle 23: YSR/11-18 Körperliche Beschwerden 
 n % 
auffällig 2 25,0 
unauffällig 6 75,0 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 24: YSR/11-18 Körperliche Beschwerden: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 4 
Selbsteinschätzung höher 3 
Selbsteinschätzung niedriger 1 
 
b) Externale Probleme 
Der größte Teil der Kinder / Jugendlichen (n = 6) schätzt sich nicht als auffällig in  Bezug auf aggressives 
Verhalten ein (siehe Tabelle 25) . Dies stimmt weitgehend mit der Einschätzung der Eltern und 
Bezugspersonen überein (siehe Tabelle 26). 
Tabelle 25: YSR/11-18 Aggressives Verhalten 
 n % 
auffällig 1 12,5 
Grenzbereich 1 12,5 
unauffällig 6 75,0 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 26: YSR/11-18 Aggressives Verhalten: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 6 
Selbsteinschätzung höher 1 
Selbsteinschätzung niedriger 1 
Auch im Hinblick auf das regelverletzende Verhalten herrscht große Übereinstimmung in 
Richtung „unauffällig“ (siehe Tabellen 27 und 28). 
Tabelle 27: YSR/11-18 Regelverletzendes Verhalten 
 n % 
auffällig 1 12,5 
unauffällig 7 87,5 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 28: YSR/11-18 Regelverletzendes Verhalten: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 7 
Selbsteinschätzung niedriger 1 
c) Gemischte Probleme 
7 Kinder / Jugendliche sind ihren eigenen Aussagen zufolge bei Denk - / Schlaf- / Repetitiven Problemen 
unauffällig (siehe Tabelle 29), allerdings fällt die Selbsteinschätzung hier in 3 Fällen geringer und in 3 Fällen 
höher aus (siehe Tabelle 30).

29 
 
Tabelle 29: YSR/11-18 Denk- / Schlaf- / Repetitive Probleme 
 n % 
auffällig 1 12,5 
unauffällig 7 87,5 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 30: YSR/11-18 Denk- / Schlaf- / Repetitive Probleme: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 2 
Selbsteinschätzung niedriger 3 
Selbsteinschätzung höher 3 
Bei den Aufmerksamkeitsproblemen und den sozialen Problemen sind die Kinder / Jugendli-
chen aus eigener Sicht eher unauffällig (siehe Tabellen 31 und 32), das stimmt mit der Ein-
schätzung der Eltern und Bezugspersonen in weiten Teilen überein. 
Tabelle 31: YSR/11-18 Aufmerksamkeitsprobleme 
 n % 
auffällig 2 25,0 
unauffällig 6 75,0 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 32: YSR/11-18 Aufmerksamkeitsprobleme: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 4 
Selbsteinschätzung niedriger 2 
Selbsteinschätzung höher 2 
Tabelle 33: YSR/11-18 Soziale Probleme 
 n % 
auffällig 1 12,5 
unauffällig 7 87,5 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 34: YSR/11-18 Soziale Probleme: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 5 
Selbsteinschätzung höher 1 
Insgesamt sehen sich 3 Kinder / Jugendliche als auffällig, 5 als unauffällig (siehe Tabelle 35), 
wobei sich 2 davon als höher belastet, 3 als niedriger belastet einschätzen als die Eltern und 
Bezugspersonen (Tabelle 36).  
Tabelle 35: YSR/11-18 Gesamtskala Probleme 
 n % 
auffällig 3 37,5 
unauffällig 5 62,5 
Gesamt 8 100,0 
Tabelle 36: YSR/11-18 Gesamtskala Probleme: Selbst-und Fremdeinschätzung 
Selbst- vs. Elterneinschätzung n 
ähnlich 3 
Selbsteinschätzung niedriger 3 
Selbsteinschätzung höher 2

30 
 
Fazit 
Für die 8 Kinder / Jugendlichen, die den YSR/11-18 ausgefüllt haben, liegen generell große 
Übereinstimmungen mit den Einschätzungen durch die Eltern und Bezugspersonen vor. 
Nicht übereinstimmende Ergebnisse zeigen meist sowohl höhere als auch niedrigere Werte, 
so dass zumindest in dieser Stichprobe von einer generellen Tendenz weder zu besonders 
sensiblen noch zu eher relativierenden Urteilen ausgegangen werden kann. Bei den 
internalen Problemen fällt auf, dass bei abweichender Selbsteinschätzung diese tendenziell 
etwas höher ausfällt, die Kinder / Jugendlichen sich selbst also als etwas belasteter erleben 
als die Eltern dies tun. 
3.3.4 Ergebnisse des Fragebogens zur Erhebung von Stress und 
Stressbewältigung im Kindes- und Jugendalter (SSKJ 3-8) 
Die adaptierte Version des SSKJ 3-8 wurde von 12 Kindern / Jugendlichen (6 Mädchen und 
6 Jungen) ausgefüllt. In Tabelle 37 sind die Ausprägungen der eingesetzten Stressbewälti-
gungsstrategien aufgelistet.  
Tabelle 37: Eingesetzte Stressbewältigungsstrategien 
 gering durchschnittlich stark 
Destruktiv-ärgerbezogen 1 7 4 
Konstruktiv-palliativ  8 4 
Problemorientiert 2 7 3 
Suche nach sozialer Unterstützung 3 9  
Vermeidend 3 8 1 
Fazit 
Somit scheinen die Kinder / Jugendlichen tendenziell eher zu destruktiv-ärgerbezogenen, 
konstruktiv-palliativen und problemorientierten Stressbewältigungsstrategien zu neigen und 
weniger zu Vermeidung und Suche nach sozialer Unterstützung. Insbesondere die erhöhte 
Neigung zu destruktiv-ärgerlichen Mechanismen und die geringer ausgeprägte Suche nach 
sozialer Unterstützung lässt es sinnvoll erscheinen, den Kindern / Jugendlichen, z. B. im 
Rahmen von Gruppenangeboten, soziale Unterstützung zukommen zu lassen. 
3.3.5 Ergebnisse des Fragebogens zu Ressourcen im Kindes- und Jugendalter 
(FRKJ) 
Der FRKJ wurde von 14 Kindern / Jugendlichen (8 Mädchen und 6 Jungen) ausgefüllt. 
Tabelle 38 gibt einen Überblick über die Ausprägungen der personalen und sozialen 
Ressourcen, Tabelle 39 enthält die entsprechenden Mittelwerte.  
Tabelle 38: Ausprägungen der personalen und sozialen Ressourcen  
Ressourcen niedrig mittel hoch 
Personale Ressourcen    
Empathie und Perspektivenübernahme 3 9 2 
Selbstwirksamkeit 6 5 3 
Selbstwertschätzung 4 9 1 
Kohärenzsinn* 5 8 1 
Optimismus 1 12 1 
Selbstkontrolle 4 9 1 
Soziale Ressourcen    
Elterliche Unterstützung 5 8 1

31 
 
Ressourcen niedrig mittel hoch 
Autoritativer Erziehungsstil 4 10  
Integration Peergruppe 3 10 1 
Schulische Integration 5 6 3 
Antwortskalierung: 1-2 niedrige, 3-7 mittlere, 8-9 hohe Ausprägung 
* Kohärenzsinn: Grundeinstellung, Geschehnisse als verstehbar, bewältigbar und sinnvoll zu erleben. 
Tabelle 39: Personale und soziale Ressourcen: Mittelwerte  
Ressourcen MW 
Personale Ressourcen  
Empathie und Perspektivenübernahme 4.8 
Selbstwirksamkeit 4.4 
Selbstwertschätzung 4.4 
Kohärenzsinn 3.9 
Optimismus 4.9 
Selbstkontrolle 3.9 
Soziale Ressourcen  
Elterliche Unterstützung 4.0 
Autoritativer Erziehungsstil 4.1 
Integration Peergruppe 4.2 
Schulische Integration 4.5 
Fazit 
Bei den Kindern / Jugendlichen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, liegt das Ausmaß der 
Ressourcen somit insgesamt in einem mittleren Bereich, wobei Optimismus und Empathie 
die höchsten Ausprägungen aufweisen, Kohärenzsinn und Selbstkontrolle die niedrigsten. 
Auch dieses Ergebnis spricht dafür, die Kinder / Jugendlichen beim Aufbau von personalen 
und sozialen Ressourcen zu unterstützen. 
3.3.6 Bedarfsanalyse 
Im Rahmen der Bedarfsanalyse wurden die Eltern gefragt, welcher Bedarf an Maßnahmen / 
Hilfestellungen bei ihnen derzeit besteht und welche Voraussetzungen Angebote erfüllen 
müssten, damit sie von ihnen auch tatsächlich in Anspruch genommen werden. Tabelle 40 
gibt eine Übersicht über die verschiedenen Angebote, für die von den Eltern Bedarf geäußert 
wurde, und die Voraussetzung für deren Inanspruchnahme (Mehrfachnennungen möglich). 
Tabelle 40: Ergebnisse der Bedarfsanalyse 
Angebote, für die Bedarf geäußert wurde n 
Psychologische Unterstützung / Beratung Psychoedukation / Therapie (Eltern / Kind)  16 
Hilfen im Haushalt 8 
Änderung der Wohnsituation (Eltern / Kind) 8 
Freizeitangebote 3 
 
Voraussetzungen für Inanspruchnahme  
Qualifikation der Anbieter (einfühlsam, freundlich, interessiert) 4 
Angebote müssen kostengünstig sein. 4 
Angebote müssen erreichbar sein. 3 
Offenheit (sich einlassen, Hilfe annehmen, als notwendig ansehen) 2 
Wenn von den Eltern bisher keine Angebote in Anspruch genommen wurden, wurde dies 
damit begründet, dass die Eltern der Ansicht waren, dass sie es alleine schaffen (n = 3), aus 
Krankheitsgründen (n = 3), dass es bisher nicht notwendig war bzw. der Leidensdruck nicht

32 
 
hoch genug war (n = 2), aus Zeitmangel (n = 1) oder aufgrund von fehlender Motivation bzw. 
Krankheitseinsicht (n = 1). 
3.3.7 Empfohlene Angebote 
Insgesamt wurden 22 Familien 67 Angebote empfohlen. Bei den Empfehlungen handelte es 
sich um ein breit gefächertes Spektrum für die Eltern und ihre Kinder. Dieses reichte von 
Angeboten des Jugendamtes und des Gesundheitsamtes über themenzentrierte Kinder-
gruppen (z. B. Auryn-Gruppe, Tembo-Gruppe), Freizeit- und Sportangebote, Angebote der 
Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie, Erziehungsberatung & Familienhilfe, 
Schulpsychologie bis hin zu einzelnen sonstigen Angeboten für Kinder (Kinder-Reha, 
Jugendwohngruppe, Nachhilfe, Gewichtsreduktion) und für die Eltern (Suchttherapie, 
Tagesklinik, Selbsthilfegruppe, ambulant betreutes Wohnen, ambulante psychiatrische 
Pflege, Geburtsvorbereitungskurs). Anhang 2 enthält eine detaillierte Auflistung aller 
empfohlenen Maßnahmen, der entsprechenden Stadtteilen und der beteiligten 
Netzwerkpartner. 
Die Vermittlung funktionierte aus Sicht der Beraterinnen besonders gut bei 
Krankheitseinsicht der Familien, bei Einsicht in die Notwendigkeit professioneller Hilfe, bei 
genügend Zeit für die Teilnahme an Angeboten (z. B. Kindergruppen) und wenn 
Freizeitangebote finanziert werden konnten. Die Möglichkeit, die Finanzierung von 
Angeboten zu unterstützen (z. B. über Mitmachpaten oder Stiftungen), stellte für viele 
Familien eine zentrale Voraussetzung dafür dar, Angebote in Anspruch nehmen zu können. 
3.3.8 Fragen zur Vernetzung & Schnittstellenproblematik 
Es liegen 20 ausgefüllte Fragebogen zur Vernetzung vor. Es konnten zum Teil neue 
Kooperationspartner gewonnen werden (z. B. im Zusammenhang mit der Regelung 
finanzieller Unterstützung der Eltern oder in der Vermittlung von Freizeitangeboten). Bei der 
Frage „Wie hat die Vernetzung mit den beteiligten Netzwerkpartnern funktioniert?“ wurde auf 
einer Antwortskala von 1 = sehr schlecht bis 5 = sehr gut ein Mittelwert von 4,1 erzielt. Somit 
war die Zufriedenheit mit der Vernetzung überdurchschnittlich hoch. Die Vernetzung 
funktionierte dann gut, wenn von den Eltern Schweigepflichtentbindungen erteilt worden 
waren und wenn bereits ein Netzwerk vorhanden war.  
Bei der Beantwortung der Frage „Wie bewerten Sie bei der Vermittlung der Familie die 
Schnittstellenproblematik?“ ergab sich auf einer Antwortskala von 1 = gar nicht vorhanden 
bis 4 = sehr stark ausgeprägt ein Mittelwert von 1,9. Die Schnittstellenthematik wurde nur in 
seltenen Fällen als problematisch angegeben. Als entscheidend für die Familien wurde die 
Transparenz hinsichtlich der Zuständigkeit und Vernetzung von Hilfsmöglichkeiten und 
Angeboten gesehen. Mit dem Einverständnis der Eltern konnte eine vorhandene 
Schnittstellenproblematik im gegenseitigen Austausch in der Regel gut geklärt werden.  
Die Schnittstellenproblematik hat sich aus Sicht der Beraterinnen dahingehend noch weiter 
verbessert, dass der Kontakt zu den bereits vorhandenen Netzwerkpartnern intensiviert 
wurde und neue Netzwerkpartner hinzugewonnen werden konnten. Im Sinne der 
Nachhaltigkeit wurde aber darauf hingewiesen, dass es trotzdem weiterer Anstrengungen 
bedarf, um die Vernetzung zu optimieren. Hier wurde u. a. auch die Kooperation zwischen 
Erwachsenenpsychiatrie und Kinder- und Jugendhilfe genannt sowie die Kooperation 
innerhalb der LWL Klinik zwischen dem Personal (Pflegepersonal, Sozialdienst, Ärzteschaft, 
Psychologischer Dienst) und den Familienberaterinnen. Die Kooperation funktionierte gut,

33 
 
wenn aktiv Akquise für die Familiensprechstunde betrieben wurde, leider ist diese aber noch 
nicht automatisch in den Klinikalltag eingebunden.  
3.3.9 Ergebnisse der Evaluation der Beratung durch die Eltern 
Vorab sei angemerkt, dass nicht auszuschließen ist, dass es sich bei den Eltern und 
Kindern, von denen Daten zur Evaluation des Projekts vorliegen, um eine selektive 
Stichprobe handeln kann, nämlich um jene Familien, in denen die Beratung eher erfolgreich 
verlaufen ist bzw. abgeschlossen werden konnte. Im Folgenden werden die teils 
quantitativen, teils qualitativen Ergebnisse der Evaluation durch die Eltern, die Kinder und die 
Beraterinnen vorgestellt. 
 Quantitative Ergebnisse 
Tabelle 41 sind die Ergebnisse der quantitativen Auswertung der Bewertung verschiedener 
Beratungsaspekte durch die Eltern zu entnehmen (n = 18). 
Tabelle 41: Quantitative Bewertung verschiedener Beratungsaspekte durch die Eltern 
 MW* 
Wie hilfreich waren die Erläuterungen zum Krankheitsbild des Elternteils 
(Psychoedukation)? 2,09 
Wie hilfreich waren die Informationsmaterialien? 2,29 
Wie hilfreich war die Beratung für das Elternteil? 2,75 
Wie sehr hat sich das Elternteil im Beratungsprozess verstanden gefühlt? 2,83 
*MW = Mittelwert; Antwortskalierung: 0 = gar nicht, 1 = etwas, 2 = ziemlich, 3 = sehr  
Die Elternteile, die die Selbstevaluationsbögen ausgefüllt haben, waren somit im Mittel 
ziemlich zufrieden bis sehr zufrieden mit den verschiedenen Aspekten der Beratung, vor 
allem mit der Beratung selbst. Weiterhin haben sie sich in einem großen Ausmaß verstanden 
gefühlt. 
 Qualitative Ergebnisse 
Tabelle 42 gibt einen Überblick über die qualitativen Ergebnisse der Elternbefragung am 
Ende der Beratung.

34 
 
Tabelle 42: Qualitative Bewertung verschiedener Beratungsaspekte durch die Eltern 
(Mehrfachnennungen) 
Frage  Antworten n 
Neu gewonnene 
Erkenntnisse 
durch die 
Beratung    
Wissen über das Vorhandensein von Angeboten 
 Hilfsangebote und Anlaufstellen  
 Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten  
 Hilfsmaterial wie Bücher  
 
Wissen über den eigenen Umgang mit der Erkrankung 
 Mit der Erkrankung generell (neue Sichtweise darauf) 
 Mit Stress und Ressourcen  
 Notwendigkeit der Enttabuisierung der Erkrankung  
 
Verständnis für Umgang mit den Kindern im Rahmen der 
Erkrankung 
 Welche Schutzfaktoren es für Kinder gibt.  
 Wie man kindgerecht über die Erkrankung kommuniziert.  
 Wie sich Kinder bei der Problembewältigung verhalten.  
 
8 
2 
1 
 
 
2 
1 
1 
 
 
 
1 
1 
1 
Positiv bewertete 
Behandlungs-
elemente   
Wissensvermittlung  
 Hilfreiche Infomaterialien (Bücher und Ratgeber) 
 Auskunft über Hilfsangebote  
 Hilfreiche Ratschläge 
 
Merkmale der Beraterinnen  
 Verständnis und Einfühlungsvermögen  
 Fachliche Kompetenz  
 Geduld und „sich-Zeit-nehmen“  
 Bemühung und Unterstützung  
 Freundlichkeit und Zugewandtheit  
 Guter Umgang mit den Kindern  
 
Merkmale der Beratung 
 Kindgerechte Vermittlung  
 Individuell auf die Familiensituation abgestimmte Beratung  
 Freiwilligkeit des Angebots 
 Offener Austausch über Probleme, damit „nicht-alleine-sein“  
 
4 
2 
1 
 
 
7 
3 
3 
3 
2 
2 
 
 
1 
3 
1 
3

35 
 
Tabelle 42: Qualitative Bewertung verschiedener Beratungsaspekte durch die Eltern (Fortsetzung) 
Frage  Antworten n 
Positive 
Veränderungen 
durch die 
Umsetzung von 
Beratungs-
inhalten 
Für die betroffenen Eltern  
 Inanspruchnahme von Hilfen (Hilfsangebote, 
Anlaufstellen, Bezugspersonen)  
 Verständnis für die Sichtweise des Kindes auf die 
Erkrankung  
 Feinfühligerer Umgang mit dem Kind  
 Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens  
(weniger Sorgen, eine optimistische Grundhaltung, 
ruhiger)  
 Sicherheit in Entscheidungen zum Wohle des Kindes 
(z.B. Veränderung der Wohnsituation, Kontakt zum 
leiblichen Vater)  
Für die gesamte Familie 
 Offenes Ansprechen von Problemen und Sorgen  
 Kommunikation ohne Schuldzuweisungen  
 Besserer Umgang mit Trennungs- und 
Verabschiedungssituationen 
 Offene Kommunikation über die Erkrankung mit den 
Kindern  
Für die Kinder 
 Verständnis der aktuellen Situation bedingt durch die 
Erkrankung  
 Weniger Ängste  
 Weniger ablehnende Haltung gegenüber dem 
erkrankten Elternteil  
 Mehr Selbstbewusstsein                                                        
 Unbeschwertheit 
 
11 
 
1 
 
1 
3 
 
 
4 
 
 
 
4 
1 
1 
 
4 
 
 
 
4 
 
1 
1 
 
2 
1 
Hinderlich für die 
Umsetzung von 
Beratungs-
inhalten   
 Medikamenteneinnahme für Schlafprobleme erschwert 
Aufstehen und Tagesstruktur 
 Abbruch der Beratung wegen Rückfällen 
 Zeitknappheit für weitere Termine  
1 
 
1 
1 
Verbesserungs-
vorschläge 
 Mehr Beratungszeit  
 Vermehrte Hinweise auf die Beratung in der Klinik  
2 
1 
Angenommene 
Angebote und 
positive 
Veränderungen 
dadurch  
Für die Eltern  
 Beratungsgespräche vom VSE (Verbund sozialth. Einricht.) 
 Beratungsgespräche vom KSD (Kommunaler Sozialdienst 
des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien)  
 Sozialpädagogische Familienhilfe  
 Ambulant betreutes Wohnen  
 Ambulante Erziehungshilfe  
 Familien-/Eheberatung  
Für die Kinder  
 Tembo-Gruppe  
 Treffen beim VSE  
 Mitmachpaten  
 Reiten  
 Schwimmkurs  
 
3 
1 
1 
3 
1 
1 
 
2 
2 
1 
1 
2 
Gründe für nicht 
wahrgenommene 
Angebote 
 
 
Bei den Eltern  
 Kein Bedarf  
 Angebote wurden schon vorher wahrgenommen 
 Noch für kein Angebot entschieden 
 Angebote wurden noch nicht begonnen 
Beim Kind  
 Kein Bedarf  
 Angebote wurden schon vorher wahrgenommen  
 Angebote wurden noch nicht begonnen 
 Ablehnung durch das Kind 
 
6 
2 
1 
2 
 
4 
1 
2 
1

36 
 
3.3.10 Evaluation der Beratung durch die Kinder 
 Quantitative Ergebnisse 
Bei den Fragen „Wie hilfreich war die Beratung für dich?“ und „Hast du das Gefühl gehabt, 
dass die die Beraterin versteht, wie es dir geht?“ gab es zwei unterschiedliche 
Antwortskalierungen: Bei den älteren Kindern (n=10) jeweils „gar nicht – etwas – ziemlich – 
sehr“, bei den jüngeren Kindern (n=3) „eher hilfreich“ und „eher nicht so hilfreich“ bzw. „ja“ 
und „nein“. Tabelle 43 zeigt die Ergebnisse. 
Tabelle 43: Zufriedenheit der Kinder mit der Beratung 
 n ältere 
Kinder MW* 
n 
jüngere 
Kinder 
Anzahl 
Wie hilfreich war die Beratung für dich? 10 1,3 3 „eher hilfreich“: 3 
Hast du das Gefühl gehabt, dass die 
Beraterin versteht, wie es dir geht? 10 2,2 3 „ja“: 3 
*MW = Mittelwert 
Somit fühlten sich die 10 älteren Kinder, für die Daten vorliegen, im Durchschnitt von der 
Beraterin ziemlich verstanden, die Beratung selbst wurde aber als weniger hilfreich 
eingeschätzt. Die 3 jüngeren Kinder bewerteten die Beratung demgegenüber als eher 
hilfreich, sie fühlten sich von der Beraterin uneingeschränkt verstanden. 
 Qualitative Ergebnisse 
Tabelle 44 gibt einen Überblick über die qualitativen Ergebnisse, die am Ende der Beratung 
im Gespräch mit den Kindern gewonnen wurden. 
Am häufigsten nannten die Kinder als Erkenntniszuwachs „das Wissen über die elterliche 
Erkrankung und ihre Auswirkungen“ und „das Verständnis dafür, keine Schuld an der 
elterlichen Erkrankung zu haben“. Besonders positiv wurden die Spiele mit den Beraterinnen 
bewertet.

37 
 
Tabelle 44: Bewertung der Beratung durch die Kinder 
Frage  Antworten n 
Neu gewonnene 
Erkenntnisse durch die 
Beratung 
Wissen über die elterliche Erkrankung und ihre 
Auswirkungen 7 
Verständnis dafür, keine Schuld an der elterlichen 
Erkrankung zu haben  4 
Wissen darüber, wie man sich verhalten kann, wenn es 
dem Elternteil schlecht geht  2 
Verständnis für das erkrankte Elternteil  1 
Verständnis für die Sichtweisen aller an der Erkrankung 
beteiligten Personen  1 
Erkenntnis, dass es auch andere Kinder mit erkrankten 
Elternteilen gibt 1 
Positiv bewertete 
Beratungselemente   
Die Spiele in den Sitzungen  4 
Malen 2 
Austausch und offene Kommunikation über die 
elterliche Erkrankung 2 
Verständliche Wissensvermittlung über die elterliche 
Erkrankung 2 
Verständnis und neutrale Haltung der Beraterin 2 
Die gesamte Beratung 1 
Ein Geschenk zu bekommen 1 
Positive Veränderungen 
durch die Beratung für 
das Kind 
Weniger Stress für das Kind und im Familienalltag 2 
Umgestaltung der Freizeit  2 
Mehr Zeit mit dem erkrankten Elternteil  1 
Entlastende Umgestaltung der Wohnsituation 1 
Weniger häufig negative Emotionen wie Wut oder 
Trauer 1 
Gründe für nicht 
wahrgenommene 
Angebote 
Keine Zeit 2 
Kein Interesse  2 
Noch kein Antrag gestellt 2 
Warten auf ein Angebot 1 
Weitere Angebots-
wünsche  
Sportangebote:  
Leichtathletik 1 
Schwimmen 1 
Reiten 1 
Tanzen 1 
3.3.11 Selbstevaluation der Beraterinnen 
 Quantitative Ergebnisse 
Tabelle 45 und die Abbildungen 7 und 8 geben die quantitativen Ergebnisse der Selbst-
evaluation wieder. 
Tabelle 45: Quantitative Ergebnisse der Selbstevaluation  
Variable  n MW (SD)* 
Was glauben Sie, wie hilfreich die Beratung für die Familie 
insgesamt war?  35 1.54 (.78) 
Wurden Ihrer Einschätzung nach personelle und zeitliche 
Ressourcen im Beratungsprozess sinnvoll eingesetzt?  33 1.94 (.79) 
* MW = Mittelwert, SD = Standardabweichung; Antwortskalierung: 0 (gar nicht) bis 3 (sehr)

38 
 
Insgesamt schätzen die Beraterinnen, dass die Beratung im Mittel eher hilfreich für die 
Familien war und dass die personellen und zeitlichen Ressourcen weitgehend sinnvoll 
eingesetzt wurden. 
 
 
Abbildung 7: Für wen war die Beratung hilfreich? (n = 35) 
Am häufigsten wird die Beratung als hilfreich für das betroffene Elternteil gesehen. 
 
 
Abbildung 8: Konnte/n Kinder früh erreicht werden? (n = 35). 
Laut den Aussagen der Beraterinnen konnten 16 Kinder früh erreicht werden. 
 Qualitative Ergebnisse 
In Tabelle 46 sind die Ergebnisse der Beantwortung der offenen Fragen der Selbstevaluation 
der Beraterinnen ab einer Häufigkeit von 7 Nennungen kategorisiert wiedergegeben. Anhang 
3 enthält eine Tabelle mit allen genannten Kategorien.

39 
 
Tabelle 46: Qualitative Ergebnisse der Selbstevaluation (ab n = 7 Nennungen) 
 Kategorie Beschreibung der Kategorie  Anzahl der 
Nennungen 
1. Was wurde im Beratungsprozess als hinderlich erlebt? 
1.1  Beratungsresistenz 
Ablehnung der 
Psychoedukation für 
die Kinder 
Die Eltern wollen aufgrund von Ängsten oder aus 
Überzeugung nicht, dass ihre Kinder an der 
Beratung teilnehmen und aufgeklärt werden.  
7 
1.2 Organisatorische Probleme 
Termin-
schwierigkeiten  
Es gibt Probleme bei der Terminfindung, es kommt 
zu großen zeitlichen Abständen zwischen den 
Terminen und sie werden oft verschoben oder 
abgesagt, sodass es oft zu Fehlbesuchen kommt 
und Flexibilität gefordert ist. 
9 
2. Was wurde im Beratungsprozess als hilfreich erlebt?  
2.1 Für die Kinder 
Literatur zur 
Unterstützung der 
Psychoedukation 
Geschichten und Literatur unterstützen die 
Psychoedukation und damit das Verständnis der 
Krankheit (z. B. „Sonnige Traurigtage“) 
14 
 
Vermittlung zu den 
Kindergruppen  Tembo-Gruppe, Auryn-Gruppe 8 
3. Positive Veränderungen durch die Beratung 
3.1  Für die gesamte Familie 
Kommunikation über 
die Krankheit 
innerhalb der Familie 
Die Familie kann sich nun offen über die 
Erkrankung des betroffenen Elternteils 
austauschen, inklusive aller Befürchtungen oder 
durch die Krankheit entstehenden Probleme, und 
entwickelt Verständnis für die Bedürfnisse der 
jeweils anderen Familienmitglieder. 
9 
Kommunikation über 
generelle Sorgen 
innerhalb der 
Beratung 
Die Familienmitglieder haben in der 
Familienberatung einen Ansprechpartner für eigene 
Sorgen und Probleme und können sich durch das 
Ansprechen entlasten.  
14 
 
3.2 Für die betroffenen Eltern 
Hilfen für eigene 
Probleme 
Hilfsangebote wie Paarberatung, 
psychotherapeutische Behandlung oder 
Selbsthilfegruppen werden in Anspruch genommen 
und helfen den Eltern, ihre eigenen Probleme zu 
bearbeiten. 
Auch die Beratung durch den Sozialpsychiatrischen 
Dienst wird als Entlastung wahrgenommen.  
14 
 
Hilfen für die 
Erziehung  
 
Hilfsangebote wie Sozialpädagogische 
Familienhilfe, Familienpaten, stationäre 
Jugendhilfe, Ambulant Betreutes Wohnen oder die 
Schulpsychologische Beratungsstelle entlasten das 
betroffene Elternteil in Bezug auf die Erziehung 
ihrer Kinder. 
Auch die Beratung durch das Amt für Kinder, 
Jugendliche und Familien wird als Entlastung 
wahrgenommen. 
12 
 
Verständnis für 
Auswirkungen der 
Krankheit durch 
Psychoedukation 
 
Die Eltern entwickeln ein Verständnis dafür, welche 
Auswirkungen die Krankheit auf ihre Kinder oder 
die gesamte Familie haben kann, welche 
Bewältigungsstrategien die Kinder vielleicht bereits 
haben oder wie sie noch unterstützt werden 
können.  
18 
 
3.3 Für die Kinder 
Verständnis der 
Krankheit durch 
Psychoedukation 
Die Kinder entwickeln ein Verständnis für die 
Krankheit und dass sie dafür keine Verantwortung 
tragen.  
9

40 
 
Tabelle 46: Qualitative Ergebnisse der Selbstevaluation (ab n = 7 Nennungen) (Fortsetzung) 
 Kategorie Beschreibung der Kategorie  Anzahl der 
Nennungen 
4. Verbesserungsvorschläge 
4.1 Mehr Zeit für 
Familiensprechstunde 
Es braucht oft mehr Zeit als angedacht, damit die 
Familienmitglieder den Grund der Beratung 
verstehen, und Vertrauen zu ihnen aufgebaut 
werden kann, vor allem bei geringer 
Beratungsmotivation oder bei Unsicherheiten.   
12 
 
Die folgende Tabelle 47 fasst einige abschließende Kommentare der Beraterinnen 
zusammen. 
Tabelle 47: Abschließende Kommentare der Beraterinnen 
Stärken des Projekts „Familiensprechstunde“: 
- Niedrigschwelliges Angebot 
- Kinder im Fokus 
- Sorgen der Eltern finden Berücksichtigung. 
- Die Psychoedukation steht im Mittelpunkt (Wie kann ich meinen Kindern die Erkrankung und 
die Behandlung erklären?). 
- Tipps zur Stärkung der Ressourcen der Kinder und der Familie (stabile Bezugspersonen, 
Paten) 
- Finanzielle Unterstützung von Spiel- und Freizeitangeboten (z. B. Mitmachkinder) 
- Gewährleistung der Freiwilligkeit 
Schwächen des Projekts „Familiensprechstunde“: 
- regelmäßige Akquise beim Personal in der Klinik 
- Projekt ist insgesamt sehr zeitaufwändig. 
Für welche Familien ist die Familiensprechstunde gut geeignet? 
- Familien mit Krankheitseinsicht 
- Eltern mit depressiven Störungen (F3) und Belastungsstörungen (F4)  
- Eltern mit krankheitsbedingtem Leidensdruck gegenüber Kindern 
- Eltern mit Wunsch nach Erklärung der Erkrankung für die Kinder 
Für welche Familien muss die Familiensprechstunde individueller angepasst werden? 
- Familien mit wenig Krankheitseinsicht 
- Eltern mit Suchterkrankungen (F1) und Schizophrenien (F2)   
- Komplexe Familiensituationen (Paarkonflikte, Trennung, Sorgerechtsstreit etc.) 
- Eltern in akut schlechtem Krankheitszustand (akute Psychose und Entzugssymptome etc.)  
- Ausschlusskriterium ist eine akute Kindeswohlgefährdung (Schweigepflicht ist in diesem Fall 
nicht mehr zu gewährleiste n, andere Kooperationspartner müssen einbezogen werden, es 
handelt sich dann nicht mehr um ein vertrauliches Angebot). 
 
3.4 Diskussion 
Wie eingangs erwähnt, ist die Datenlage aufgrund der geringen Teilnahme der Familien an 
der kompletten Evaluation (hohe Dropout-Rate) nur eingeschränkt aussagekräftig. Dies ist 
bereits in anderen Studien auch ein Problem gewesen (siehe 1.2) und vor allem den Beson-
derheiten der Familien mit psychisch kranken oder suchtkranken Elternteilen geschuldet 
(siehe 3.2.4.6). Die Ergebnisse sind somit als Tendenzen zu werten. 
Positiv kann festgestellt werden, dass fast 55 % der 55 im Projekt erfassten Familien dem 
Gesundheitsamt Münster bis zum Projektbeginn nicht bekannt gewesen waren. Auch wenn 
nur 25 Familien das Projekt ganz zu Ende führten, wurden alle 55 Patientinnen und 
Patienten der LWL-Klinik in einem Erstkontakt informiert und auf die Problematik ihrer Kinder 
aufmerksam gemacht. Insofern wurden viele Familien durch das Projekt erstmalig 
angesprochen, was einen Mehrwert darstellt.

41 
 
Knapp 24 % der 55 Familien hatten eine Migrationsvorgeschichte. Dies ist als erfreulich hoch 
zu bewerten, da bei diesen Patientinnen und Patienten mehr Hemmnisse und Vorbehalte er-
wartet wurden.  
Die Analysen der vorliegenden 36 Basisdokumentationen zeigen, dass ca. 47 % der Patien-
tinnen und Patienten alleinerziehend und hierdurch bedingt zusätzlich sozial benachteiligt 
waren.  
Bei den 25 Familien, die das Projekt bis zu Ende durchführten, wurden in 7 Fällen (28 %) die 
angedachten Präventionsmaßnahmen durch finanzielle Hilfen (u. a. Stiftungsgelder) ermög-
licht. Diese zeitaufwändige zusätzliche Unterstützung durch die Beraterinnen war an den Be-
dürfnissen der Familien orientiert, die im Projekt fast ausnahmslos über finanzielle Schwierig-
keiten geklagt hatten. Außerdem motivierte dies die Familien zur Inanspruchnahme und Fort-
setzung der empfohlenen präventiven und unterstützenden Maßnahmen für die Kinder.  
Insgesamt zeigte sich, dass durch das Projekt Familien mit zusätzlichen Risikofaktoren (Mi-
gration, Alleinerziehung, finanzielle Not) grundsätzlich erreicht werden konnten. Familien in 
finanzieller Notlage profitierten eindeutig von der Finanzierung der empfohlenen präventiven 
und unterstützenden Maßnahmen.  
Die ermittelten Daten weisen darauf hin, dass die sozialen Kompetenzen und Aktivitäten der 
Kinder und Jugendlichen von der Familie überwiegend als unauffällig angesehen wurden. 
Dennoch beschrieben die Eltern und Bezugspersonen in vielen Fällen erhebliche 
Belastungen. Die Auswertungen der 56 standardisierten Checklisten (CBCL) an 35 Mädchen 
und Jungen zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr ergaben, dass Eltern und andere Bezugs-
personen bei fast 45 % der Minderjährigen auffällige oder grenzwertige Störungen sahen. 
Besonders häufig wurden Aufmerksamkeitsprobleme (38 %) und Denk-, Schlaf- und 
repetitive Störungen (30 %) benannt. Als internale Probleme wurden vor allem Ängstlichkeit / 
Depressivität (29 %) und körperliche Beschwerden (27 %) beschrieben. Die 8 selbst befrag-
ten Jugendlichen (YSR/11-18) hatten überwiegend ähnliche Einschätzungen wie die Eltern 
und Bezugspersonen. Diese vorbestehenden Störungen der Kinder und Jugendlichen 
erklären möglichweise, warum die Beraterinnen bei 54 % der 35 Minderjährigen feststellten, 
diese nicht früh erreicht zu haben (siehe 3.3.11).  
Die qualitativen Analysen ergaben, dass die psychisch kranken oder suchtkranken Eltern 
häufig Überforderungsgefühle erlebten, wenn die Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend 
über die psychische Erkrankung oder Suchterkrankung informiert waren. Auch wurden von 
den betroffenen Eltern Belastungen beschrieben, wenn Angehörige die Krankheitssituation 
nicht verstanden. Darüber hinaus wurden familiäre Konflikte, Fragen zur eigenen Gesund-
heit, berufliche Sorgen, Wohnverhältnisse und (fast ausnahmslos) finanzielle Nöte als be-
lastend dargestellt.  
Durch die Beratungen in der Familiensprechstunde gewannen die Eltern neue Erkenntnisse, 
die sich auf die vorhandenen Angebote, den eigenen Umgang mit der Erkrankung, das 
Verständnis für den Umgang der Kinder mit der Erkrankung und die Kommunikation mit den 
Kindern über ihre Erkrankung beziehen. Sie berichteten von zahlreichen positiven Verände-
rungen und erlebten die Wissensvermittlung (Psychoedukation), die Wertschätzung der Be-
raterinnen und die speziellen Merkmale der Beratung (kindgerechte Vermittlung, individuell 
auf die familiäre Situation abgestimmte Beratung, Freiwilligkeit des Angebots, offener Aus-
tausch über Probleme) als hilfreich.

42 
 
                                                                  
 
Die Kinder und Jugendlichen berichteten in erster Linie von neu gewonnen Erkenntnissen 
über die Erkrankung ihrer Eltern und über positive Veränderungen in der Familie und der 
Freizeit – beides Aspekte, die stark zu ihrer Entlastung beitrugen. 
Auch die Beraterinnen sahen als positive Aspekte der Familiensprechstunde vor allem die 
veränderte Kommunikation über die elterliche Krankheit innerhalb der Familie, das bessere 
Verständnis über die Auswirkungen der psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung und 
die Bereitschaft, Hilfe bei Problemen anzunehmen. 
Die guten Kenntnisse der Beraterinnen zu universellen, selektiven und indizierten Prä-
ventionsangeboten (siehe 1.2) in der Stadt Münster ermöglichten es, passende Hilfen für die 
betroffenen Kinder und Jugendlichen zu vermitteln und Zugangshemmnisse zu reduzieren. 
Es konnten insgesamt 67 Angebote von primär stärkenden Maßnahmen im Freizeitbereich 
bis hin zu ärztlich-therapeutischen Hilfen empfohlen werden. Insbesondere die Vermittlung in 
die spezifischen Gruppenangebote für Kinder psychisch kranker Eltern (Auryn-Gruppen) und 
Kinder suchtkranker Eltern (Tembo-Gruppen) wurde als wirksam erlebt. 
 
Grundsätzlich war die Familiensprechstunde für alle Familien geeignet, auch wenn das 
Vorgehen entsprechend den Diagnosen, dem Krankheitszustand, der Teilhabebeeinträchti-
gungen, der Krankheitseinsicht und der Familiensituation immer wieder individuell angepasst 
werden musste. Hier bedarf es zukünftig noch weiterer Anstrengungen, um insbesondere 
komplexer belastete Familien zu erreichen oder nicht aus der Beratung zu verlieren.  
Die Vernetzung mit anderen Institutionen hat im Projekt unproblematisch funktioniert, es 
konnten weitere Kooperationspartnerinnen und -partner gewonnen werden. Die Schnitt-
stellenproblematik erwies sich insgesamt als gering ausgeprägt. Dies ist möglichweise auf 
die vorbestehenden guten Vernetzungsstrukturen in Münster zurückzuführen. Deutliches 
Verbesserungspotential wurde dennoch in der Kooperation zwischen der Erwachsenen-
psychiatrie und der Jugendhilfe gesehen. Auch muss zukünftig das Personal innerhalb der 
LWL-Klinik (Pflege, Ärzteschaft, Sozialarbeit) stärker in die Akquise der Familien und in die 
Vernetzung eingebunden werden, damit möglichst viele der behandelten Eltern die Familien-
sprechstunde als Präventionsangebot auch wirklich in Anspruch nehmen. 
Bei Berücksichtigung aller quantitativen und qualitativen Daten schafft die Familiensprech-
stunde in der LWL-Klinik einen guten (aber noch verbesserungsbedürftigen) Zugang zu 
Familien mit psychisch kranken oder suchtkranken Eltern. Sie vermittelt für die betroffenen 
Kinder und Jugendlichen passgenaue Angebote oder Hilfen (ggf. auch mit finanzieller 
Unterstützung), die sich in das bestehende Netzwerk einfügen, ohne Parallelstrukturen auf-
zubauen.

43 
 
4 Schlussfolgerungen 
4.1  Fazit für die Praxis 
Obwohl sich in der Stadt Münster mittlerweile differenzierte Angebote und 
Unterstützungsmaßnahmen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern entwickelt 
haben, erhalten die belasteten Familien in der Regel immer noch zu spät die notwendigen 
und adäquaten Unterstützungen, oft erst nach dem Auftreten vielfältiger Probleme. Ein 
gezielter Zugangsweg ist – wie bereits in Norwegen gesetzlich verankert (siehe 1.2) – der 
psychiatrische Klinikaufenthalt eines Elternteils. In den Behandlungsstrukturen der Eltern 
können die Familien systematisch erreicht werden. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse 
wurde die Familiensprechstunde in der LWL-Klinik Münster 2016 als Pilotprojekt im Rahmen 
der Landesinitiative NRW „Starke Seelen“ vom damaligen Ministerium für Gesundheit, 
Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW (MGEPA) bewilligt.  
In der Projektphase zwischen dem 01.10.2016 und dem 31.03.2019 hat sich gezeigt, dass 
die ressourcenorientierte Familiensprechstunde eine niederschwellige und flexible 
Ergänzung zu den bisherigen Förder- und Hilfestrukturen in der Stadt darstellt.  
Sie spricht an der Schnittstelle zur Erwachsenenpsychiatrie insbesondere die Familien an, 
die Angebote zur Förderung ihrer Kinder nicht ausreichend, nicht vernetzt oder nicht 
zielführend nutzen können. Dabei richtet sie sich sowohl an Eltern als auch an deren Kinder, 
berücksichtigt alle Altersgruppen der Kinder bis zum 18. Lebensjahr, schließt keine 
psychiatrischen Diagnosen der Eltern aus und ist geschlechtergerecht und kultursensibel 
ausgerichtet. Durch die fallbezogene und übergeordnete Einbindung von 
Genesungsbegleiterinnen und Genesungsbegleitern wird die Betroffenensicht in der 
Familiensprechstunde regelhaft berücksichtigt (Partizipation).  
Etwas mehr als die Hälfte der Eltern, die einen Erstkontakt im Projekt wahrgenommen 
haben, sind dem Gesundheitsamt bislang nicht bekannt gewesen. Dies bedeutet für die 
Praxis, dass im Rahmen der Familiensprechstunde viele Familien erstmalig auf die 
Möglichkeiten zur präventiven Unterstützung ihrer Kinder angesprochen werden. Besonders 
positiv ist zu werten, dass es gelingt, insbesondere Familien mit zusätzlichen Risikofaktoren 
(Migration, Alleinerziehung, Armut) zur Inanspruchnahme von Hilfen zu motivieren.   
Bei einkommensschwachen Familien erweist sich die stets mitgedachte Finanzierung 
präventiver Maßnahmen (z. B. Sport- und Musikangebote) als überaus wirksam. Im 
Bedarfsfall werden die Eltern bei der Beantragung von Geldern (Stiftungen, Bildungs- und 
Teilhabepaket) unterstützt. Dies hat zur Folge, dass sie die empfohlenen Förderungen für 
ihre Kinder konsequenter wahrnehmen.  
Auch aus systemischer Perspektive werden durch die Familiensprechstunde positive 
Entwicklungen angestoßen.  
Die Betroffenen bestätigen, dass sie durch die Eltern-, Kinder- und Familienberatungen im 
Projekt neue Erkenntnisse im Umgang mit der Erkrankung, der familiären Kommunikation 
und den sozialraumorientierten Unterstützungsmöglichkeiten erwerben. Dabei wird der 
altersangepassten Informationsvermittlung und Aufklärung der Kinder über die Erkrankung 
des betroffenen Elternteils (Psychoedukation) ein besonderer Stellenwert eingeräumt.

44 
 
Trotz eingeschränkter Datenlage im Projekt (siehe 3.4), kann insgesamt festgestellt werden, 
dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen in der Familiensprechstunde frühzeitiger als 
bisher zur Gesundheitsförderung motiviert werden können. Dies ist bezogen auf ihre 
Entwicklung leider immer noch nicht früh genug. Die Ergebnisse zu den 
projektteilnehmenden Kindern und Jugendlichen zeigen, wie auch in anderen Studien schon 
beschrieben (Wiegand-Grefe 2009), dass bei ihnen in knapp der Hälfte der Fälle bereits 
auffällige oder grenzwertige Störungen vorliegen, u. a. im Bereich der Aufmerksamkeit, 
Ängstlichkeit und Depressivität (siehe 3.3.2).  
Die Familiensprechstunde in der LWL-Klinik fügt sich in das bereits bestehende und gut 
funktionierende Netzwerk kommunaler Angebote und Kooperationen in Münster ein (siehe 
1.3), ohne Parallelstrukturen zu entwickeln. Es werden für die betroffenen Familien nur die 
Voraussetzungen geschaffen, die bestehenden Hilfesysteme und Förderungsmöglichkeiten 
besser auszuschöpfen und Zugangshemmnisse abzubauen. Die Beratung beinhaltet sowohl 
verhältnisbezogene als auch verhaltensbezogene Elemente und berücksichtigt die 
Lebenswelten der Familien (Setting-Ansatz).  
Es hat sich bewährt, die Federführung für die Familiensprechstunde beim Gesundheitsamt 
anzusiedeln. Die spezifische Situation jeder Familie im Kontext ihrer Umgebung muss 
möglichst präzise hinsichtlich der Ressourcen und Defizite von Eltern und Kindern erfasst 
werden, um passgenaue Entlastungs-, Förderungs- und Unterstützungsangebote ableiten zu 
können. Es bedarf hierzu sozialpsychiatrischer Kompetenzen, präventiver Strategien, 
sozialraumorientierter Kenntnisse und guter Kooperationen. Da diese Familien nur 
eingeschränkt von Komm-Strukturen profitieren, sind auch aufsuchende Beratungen von 
Vorteil. Alle diese Voraussetzungen werden vom Gesundheitsamt – im engen 
Zusammenwirken mit allen beteiligten Institutionen in Münster – erfüllt.  
Trotz der beschriebenen positiven Erfahrungen mit der Familiensprechstunde gibt es auch 
Verbesserungsbedarf:  
 Das Präventionsangebot könnte von deutlich mehr Familien in Anspruch genommen 
werden. Das Personal der LWL-Klinik (Pflegekräfte, Sozialarbeit, Ärzteschaft) muss 
hierzu stärker in die Akquise und in die Vernetzung einbezogen werden. Auch 
müssen die Zugangshemmnisse von suchtkranken oder psychotisch erkrankten 
Eltern (unterrepräsentiert) genauer identifiziert und dann vermindert werden.  
 Es sollten weniger Familien die Maßnahme vorzeitig beenden (bislang knapp über  
50 %). Auch wenn dies den Besonderheiten der hochbelasteten Familien geschuldet 
ist und alle Studien eine hohe „Dropout-Rate“ haben (siehe 1.2), bedarf es gezielter 
Anstrengungen, die Familien nicht aus der Beratung zu verlieren. Möglicherweise hat 
bei einigen Familien die aufwändige, aber in der Evaluationsphase notwendige, 
Datenerhebung dazu beigetragen, dass es zu einem vorzeitigen Abbruch kam. In 
diesen Fällen kann zukünftig eine Reduktion der Erhebungsbögen und Testverfahren 
Entlastung bringen.  
 Die Rolle der Väter – sowohl der erkrankten als auch der gesunden – ist noch zu 
wenig in den Blick genommen worden. Die Mütter dominieren mit 81 % die 
Inanspruchnahme der Familiensprechstunde (siehe 3.3.1).  
 Es bedarf noch weiterer Anstrengungen, die Kooperation zwischen der 
Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe zu verbessern. 
„Untersuchungen belegen, dass frühe interdisziplinäre Hilfen, die professionell und

45 
 
niedrigschwellig angeboten werden, eine sinnvoll angelegte Zukunftsinvestition für die 
gesamte Gesellschaft darstellen“ (Görres und Pirsig 2011, Seite 8).  
Die Familiensprechstunde in der LWL-Klinik Münster konnte in diesem Sinne für Kinder 
psychisch kranker und suchtkranker Eltern als niederschwelliges und flexibles kommunales 
Präventionsprojekt etabliert und verstetigt werden. Sie trägt zur quantitativen und qualitativen 
Verbesserung in der Versorgung dieser hochbelasteten Familien bei.  
4.2 Ausblick 
Seit dem 01.04.2019 wird die Familiensprechstunde in modifizierter Form als Regelangebot 
des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes der Abteilung „Psychische Gesundheit“ des  
Gesundheitsamtes in der LWL-Klinik mit durchschnittlich 10 Wochenstunden fortgesetzt. Die 
Durchführung obliegt einer Sozialpädagogin und einem Sozialpädagogen.    
Die Erkenntnisse aus dem Projekt veranlassen uns, das Personal der LWL-Klinik 
(Pflegekräfte, Ärzteschaft, Sozialarbeit) nun in engen Zyklen intensiver zu informieren und zu 
schulen. Hierdurch soll erreicht werden, dass die dort behandelten psychisch kranken oder 
suchtkranken Eltern häufiger zur Mitarbeit in der Familiensprechstunde motiviert werden. Die 
ständigen Akquisebemühungen werden so zu einem festen „Baustein“ in der 
Familiensprechstunde.  
Für Eltern mit Suchterkrankungen oder mit psychotischen Erkrankungen muss der Zugang 
zur Familiensprechstunde noch individueller angepasst werden. Dies gilt es gemeinsam mit 
der LWL-Klinik zu entwickeln. Bislang nehmen diese Familien das Angebot noch deutlich zu 
selten wahr.  
Die Anzahl der Erhebungsbögen kann reduziert werden, um einer Überforderung der 
Familien mit der Gefahr eines Beratungsabbruchs entgegenzuwirken. Die bereits im Projekt 
erprobten Testverfahren zu möglichen Störungen der Kinder und Jugendlichen (CBCL, 
YSR/11-18), zu ihren Ressourcen (FRKJ) und zu ihrer Stressbewältigung (SSKJ) werden auf 
Wunsch der Familien oder bei indizierten Fragestellungen weiterhin durchgeführt, gehören 
aber nicht zwingend zur Präventionsberatung. 
Die Psychoedukation wird aufgrund ihrer hohen protektiven Bedeutung und der positiven 
Bewertung der Familien mindestens im gleichen Umfang fortgeführt.      
Die Rolle der Väter – sowohl der erkrankten als auch der gesunden – wird hinsichtlich ihrer 
Bedeutung zukünftig genauer betrachtet. Im Projekt waren sie ebenso unterrepräsentiert   
(19 %) wie in allen bisherigen Studien zu betroffenen Familien.     
Die Familiensprechstunde kann auf Wunsch auch in den anderen psychiatrischen und 
psychotherapeutischen Kliniken in Münster durchgeführt werden.  
Die psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen in Münster, die bislang kaum in die 
Vernetzung eingebunden sind, sollten vermehrt über die Familiensprechstunde informiert 
werden.  
Bei neuen Erkenntnissen, u. a.  aus dem noch ausstehenden Abschlussbericht der 
Arbeitsgruppe der Bundesregierung (siehe 1.2),  wird ggf. eine Anpassung der 
Familiensprechstunde vorgenommen.  
Alle Maßnahmen sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in Zukunft mehr betroffene Familien 
noch früher und noch passgenauer zu erreichen.

46 
 
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50 
 
Anhang 
Anhang 1: Beratungsabbrüche in Abhängigkeit von Diagnosen 
Anhang 2: Empfohlene Angebote 
Anhang 3: Qualitative Ergebnisse der Selbstevaluation 
Anhang 4: Veröffentlichungen 
Anhang 5: Erhebungsbögen vom Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (zepf) 
Anhang 6: Flyer der Familiensprechstunde

51 
 
Anhang 1: Beratungsabbrüche in Abhängigkeit von Diagnosen (ICD 10*) 
 Beratung 
abgebrochen 
Beratung 
beendet 
Suchtbezogene Erkrankung F1 5 3 
Psychische Erkrankung F2 1 1 
Psychische Erkrankung F3 9 15 
Psychische Erkrankung F4 4 6 
Psychische Erkrankung F5 0 2 
Psychische Erkrankung F6 0 7 
Psychische Erkrankung F9 1 2 
F1: Störungen durch psychotrope Substanzen 
F2: Schizophrenie und wahnhafte Störungen 
F3: Affektive Störungen 
F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen 
F5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen  
F6: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen 
F9: Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend 
*Internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD 10

52 
 
Anhang 2: Empfohlene Angebote (n = 67) 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
Pädagogische Beratung (n = 3)  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Nord 
Pädagogische Beratung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Mitte 
Gesundheitsamt 
Sozialpsychiatrische Beratung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Sozialpsychiatrischer Dienst (SPDI)  
Kinder- und Jugendpsychiatrische Diagnostik und Beratung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst (KJPD) 
Kinderschutzbund 
Pädagogische Beratung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Kinderschutzbund 
Themenzentrierte Kindergruppen 
Auryn-Gruppe (n = 4)  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Beratungsstelle Südviertel e. V. 
Auryn-Gruppe (n = 5)  
Stadtteil: Münster Süd  
Netzwerkpartnerschaft: Beratungsstelle Südviertel e. V.  
Tembo-Gruppe (n = 3)  
Stadtteil: Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Diakonie Münster e. V.  
Therapeutische Kindergruppe  
Beratungsstelle Hamburg  
Netzwerkpartnerschaft: Wellengang Hamburg 
Freizeit- und Sportangebote 
Kickboxen  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Budosportcenter Münster 
Reiten  
Stadtteil: Münster West  
Netzwerkpartnerschaft: Mitmachkinder

53 
 
Rettungsschwimmkurs  
Stadtteil: Münster-Ost  
Netzwerkpartnerschaft: Sportamt Stadt Münster 
Schwimmkurs  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Mitmachkinder 
Tischtennis  
Stadtteil: Münster Ost  
Netzwerkpartnerschaft: TSV Angelmodde 
Basketball oder Schwimmen  
Stadtteil: Münster Süd-Ost  
Netzwerkpartnerschaft: TUS Hiltrup oder DLRG 
Fußball  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: SC Westfalia Kinderhaus, Mitmachkinder 
Fußball  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: SC Westfalia Kinderhaus, Mitmachpaten 
Ponyreiten  
Stadtteil: Münster West  
Netzwerkpartnerschaft: Ponyreitschule, Mitmachkinder, Mitmachpaten 
Tanzen  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Rebeltanz, Mitmachkinder  
Malen  
Stadtteil: Münster-Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Zeichenschule, Mitmachkinder 
Hiltruper Ferienspaß  
Stadtteil: Münster Hiltrup  
Netzwerkpartnerschaft: Begegnungszentrum Stadt Münster 
Kinder- und Jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Angebote 
Ambulante Kinder- und Jugendpsychiatrische Praxis – Diagnostik  
Stadtteil: Gesamte Stadt  
Netzwerkpartnerschaft: Praxis für KJP   
Ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie  
Stadtteil: Münster West  
Netzwerkpartnerschaft: Praxis für KJP 
Ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: APV 
Ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: Praxis für KJP

54 
 
Ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Praxis für KJP  
Erziehungsberatung und ambulante Hilfen zur Erziehung  
Erziehungsberatung  
Stadtteil: Münster West  
Netzwerkpartnerschaft: Caritas-Verband für die Stadt Münster e. V. und KSD West 
Erziehungsberatung und Hilfen zur Erziehung (n = 3)  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: Caritasverband für die Stadt Münster e. V. und KSD Nord 
Erziehungsberatung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Caritasverband für die Stadt Münster e.V., Diakonie Münster e. V. 
Familienberatung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle, Bistum Münster 
Eltern-Kind-Gruppen  
Stadtteil: Münster Gesamt  
Netzwerkpartnerschaft: Erziehungs- und  Familienberatungsstellen  
Hilfen zur Erziehung  
Stadtteil: Münster Ost  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Ost 
Hilfen zur Erziehung (Sozialpädagogische Familienhilfe)  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Nord 
Hilfen zur Erziehung (Sozialpädagogische Familienhilfen) (n = 2)  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Mitte 
Aufsuchende Familientherapie  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Nord, AWO Familienhilfe  
Vortrag: Resilienz": Wie stärke ich mein Kind?  
Stadtteil: Münster Ost  
Netzwerkpartnerschaft: Haus der Familie 
Schulpsychologische Diagnostik und Beratung  
Leistungstestung  
Stadtteil: Münster Mitte   
Netzwerkpartnerschaft: Schulpsychologische Beratungsstelle  
Schulpsychologische Beratung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Schulpsychologische Beratungsstelle

55 
 
Weitere Angebote für Kinder  
Familienpaten  
Stadtteil: Münster West  
Netzwerkpartnerschaft: Mitmachpaten 
Frühe Hilfen  
Stadtteil: Münster Nord  
Netzwerkpartnerschaft: Caritasverband für die Stadt Münster e.V. 
Kinder-Reha  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Rentenversicherung, Kinderarzt 
Jugendwohnen  
Stadtteil: Münster Ost  
Netzwerkpartnerschaft: KSD Ost und Diakonie e. V. 
Nachhilfe in Mathematik und Französisch   
Stadtteil: Münster Süd-Ost 
Netzwerkpartnerschaft: Schule 
Gewichtsreduktion  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Kinderarzt, Ernährungsberatung, Krankenkasse 
Weitere Angebote für Eltern 
Stationäre Suchtbehandlung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: LWL-Klinik 
Reha/Entwöhnungsbehandlung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: LWL-Klinik 
Ambulante Suchtbehandlung  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Suchtambulanz LWL-Klinik 
Familienhebamme  
Stadtteil: Münster Kinderhaus  
Netzwerkpartnerschaft: Selbstständige Hebamme 
Geburtsvorbereitungskurs  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Gynäkologische Praxis 
Tagesklinik  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: LWL-Klinik 
Selbsthilfegruppen  
Stadtteil: Münster gesamt  
Netzwerkpartnerschaft: Anonyme Alkoholiker / Kreuzbund

56 
 
Ambulant betreutes Wohnen  
Stadtteil: Münster Ost  
Netzwerkpartnerschaft: BeWo Alexianer  
Ambulante psychiatrische Pflege  
Stadtteil: Münster Mitte  
Netzwerkpartnerschaft: Psychosoziales Zentrum des FSP (Für soziale Teilhabe und 
Psychische Gesundheit e. V. Münster)

57 
 
Anhang 3: Qualitative Ergebnisse der Selbstevaluation  
 Kategorie Beschreibung der Kategorie  Anzahl der 
Nennungen 
1. Was wurde im Beratungsprozess als hinderlich erlebt? 
1.1 Familiäre Rahmenbedingungen  
Elterliche Konflikte 
 
Beziehungskrisen, eine bevorstehende Trennung 
oder mangelnde Kommunikation bei 
getrenntlebenden Eltern behindern die Beratung.  4 
Langjährige 
Krankheits-
vorgeschichte 
Die Krankheit des betroffenen Elternteils liegt 
schon lange vor (oder ist lange her) und somit auch 
die Auswirkungen auf die Kinder. Die Kinder 
können somit nicht präventiv erreicht werden und 
die Beratung ist langwieriger. 
5 
Ungünstige 
Wohnsituation  
Die Kinder oder der Partner leben nicht im nahen 
Umkreis und werden somit nicht durch die 
Beratung erreicht oder können Hilfsangebote nicht 
annehmen. 
5 
1.2  Beratungsresistenz 
Fehlende 
Krankheitseinsicht der 
Eltern 
Die Bedeutung der Krankheit und die damit 
verbundene Belastung für die Kinder werden vom 
betroffenen Elternteil oder dem Partner nicht 
erkannt oder tabuisiert. 
5 
Ablehnung der 
Psychoedukation für 
die Kinder 
Die Eltern wollen aufgrund von Ängsten oder aus 
Überzeugung nicht, dass ihre Kinder an der 
Beratung teilnehmen und aufgeklärt werden.  
7 
Unsicherheit der 
Kinder  
Die Kinder wollen nicht mit den Beraterinnen 
sprechen oder können sich nicht öffnen, aus 
Ängstlichkeit oder anderen unbekannten Gründen. 
5 
1.3 Organisatorische Probleme 
Termin-
schwierigkeiten  
Es gibt Probleme bei der Terminfindung, es kommt 
zu großen zeitlichen Abständen zwischen den 
Terminen und sie werden oft verschoben oder 
abgesagt, sodass es oft zu Fehlbesuchen kommt 
und Flexibilität gefordert ist. 
9 
Zeitknappheit 
Die Zeit für Gespräche und Beziehungsaufbau ist 
zu knapp bemessen, u. a. durch den kurzen 
Aufenthalt des betroffenen Elternteils oder generell 
durch zu wenige Termine, die notwendig wären. 
4 
Zeitaufwand durch 
Hausbesuche und 
Abendtermine  
Hausbesuche und häufige Abendtermine 
außerhalb der offiziellen Sprechstunden bedeutet 
einen größeren Zeitaufwand für die Beraterinnen. 
2 
Abbruch des Projekts 
Die Eltern / das betroffene Elternteil sind plötzlich 
nicht mehr erreichbar und brechen das Projekt ab, 
sodass die Kinder nicht mehr gesehen werden 
können.  
4 
Viele Paralleltermine 
Einzelne Familienmitglieder sind durch viele 
Termine außerhalb der Beratung (z. B. durch 
Wohngruppen,Schule) sehr eingespannt, können 
Beratungstermine o. Angebote nicht wahrnehmen. 
3

58 
 
Anhang 3: Qualitative Ergebnisse der Selbstevaluation (Fortsetzung)  
 Kategorie Beschreibung der Kategorie  Anzahl der 
Nennungen 
2. Was wurde im Beratungsprozess als hilfreich erlebt?  
2.1  Für die gesamte Familie 
Angenehme 
Gesprächs-
atmosphäre 
Eine verständnisvolle und wertschätzende 
Grundhaltung der Berater und eine angenehme 
Atmosphäre schaffen die Voraussetzung für eine 
gute Beratung. 
5 
Krankheitseinsicht 
und offene 
Kommunikation  
Die Familie kommuniziert bereits offen über die 
Krankheit, hat Verständnis für die Krankheit und die 
damit verbundenen Probleme.  
3 
2.2 Für die Kinder 
Literatur zur 
Unterstützung der 
Psychoedukation 
Geschichten und Literatur unterstützen die 
Psychoedukation und damit das Verständnis der 
elterlichen Krankheit (z. B. „sonnige Traurigtage“) 
14 
 
Vermittlung zu den 
Kindergruppen  Tembo-Gruppe, Auryn-Gruppe 8 
Aufwärmspiele 
 
Malen und Spielen werden als hilfreich zum Abbau 
von Unsicherheiten des Kindes erlebt 3 
2.3 Für die betroffenen Eltern 
Inner- und 
außerfamiliäre 
Ressourcen 
Innerfamiliäre Angehörige (z. B. Großeltern) sowie 
außerfamiliäre Beziehungen (Freunde) werden 
während der Beratung als Ressource 
miteinbezogen. 
3 
Motivation zur 
Beratung und 
Psychoedukation 
Das betroffene Elternteil ist für die Beratung 
motiviert und steht der Psychoedukation für sich 
und auch für die Kinder offen gegenüber. 
4 
3. Positive Veränderungen durch die Beratung 
3.1  Für die gesamte Familie 
Kommunikation über 
die Krankheit 
innerhalb der Familie 
Die Familie kann sich nun offen über die 
Erkrankung des betroffenen Elternteils 
austauschen, inklusive aller Befürchtungen oder 
durch die Krankheit entstehenden Probleme, und 
entwickelt Verständnis für die Bedürfnisse der 
jeweils anderen Familienmitglieder. 
9 
Kommunikation über 
generelle Sorgen 
innerhalb der 
Beratung 
Die Familienmitglieder haben in der 
Familienberatung einen Ansprechpartner für eigene 
Sorgen und Probleme und können sich durch das 
Ansprechen entlasten.  
14 
 
Kommunikation über 
die Krankheit mit 
außerfamiliären 
Ansprechpartnern  
Die Familienmitglieder können sich mit 
außerfamiliären Ansprechpartnern wie Bekannten 
oder pädagogischen Institutionen wie der Schule 
über die Krankheit und damit verbundene 
Probleme austauschen. 
3

59 
 
Anhang 3: Qualitative Ergebnisse der Selbstevaluation (Fortsetzung)  
 Kategorie Beschreibung der Kategorie  Anzahl der 
Nennungen 
3.2 Für die betroffenen Eltern 
Hilfen für eigene 
Probleme 
Hilfsangebote wie Paarberatung, 
psychotherapeutische Behandlung oder 
Selbsthilfegruppen werden in Anspruch genommen 
und helfen den Eltern, ihre eigenen Probleme zu 
bearbeiten. Auch die Beratung durch den 
Sozialpsychiatrischen Dienst wird als Entlastung 
wahrgenommen.  
14 
 
Hilfen für die 
Erziehung  
 
Hilfsangebote wie Sozialpädagogische 
Familienhilfe, Familienpaten, stationäre 
Jugendhilfe, Ambulant Betreutes Wohnen oder die 
Schulpsychologische Beratungsstelle entlasten das 
betroffene Elternteil in Bezug auf die Erziehung 
ihrer Kinder. Auch die Beratung durch das Amt für 
Kinder, Jugendliche und Familien wird als 
Entlastung wahrgenommen. 
12 
 
Verständnis für 
Selbstfürsorge  
Das betroffene Elternteil lernt, wie wichtig 
Selbstfürsorge und ein guter Umgang mit 
Stresssituationen für die Krankheitsbewältigung ist. 
4 
Verständnis für 
Auswirkungen der 
Krankheit durch 
Psychoedukation 
 
Die Eltern entwickeln ein Verständnis dafür, welche 
Auswirkungen die Krankheit auf ihre Kinder oder 
die gesamte Familie haben kann, welche 
Bewältigungsstrategien die Kinder vielleicht bereits 
haben oder wie sie noch unterstützt werden 
können.  
18 
 
3.3 Für die Kinder 
Unterstützung im 
Alltag 
Die Kinder erfahren mehr Unterstützung durch die 
Eltern (beim Lernen und in der Freizeit), da diese 
auf ihre Bedürfnisse aufmerksam gemacht werden.  
6 
Verständnis der 
Krankheit durch 
Psychoedukation 
Die Kinder entwickeln ein Verständnis für die 
Krankheit und dass sie dafür keine Verantwortung 
tragen.  
9 
 
4. Verbesserungsvorschläge 
4.1 Zeitpunkt der 
Beratung verschieben  
Bei Rahmenbedingungen wie intensiver 
psychiatrischer Behandlung des Elternteils oder 
einer akuten Beziehungskrise der Eltern sollte die 
Beratung verschoben werden. 
2 
4.2 Mehr Zeit für 
Familiensprechstunde 
Es braucht oft mehr Zeit als angedacht, damit die 
Familienmitglieder den Grund der Beratung 
verstehen und Vertrauen zu ihnen aufgebaut 
werden kann, vor allem bei geringer 
Beratungsmotivation oder Unsicherheiten.   
12 
 
4.3 Literatur für alle 
Altersstufen 
Als Ergänzung zur Psychoedukation sollte es für 
alle Altersstufen entsprechende Literatur zum 
Verständnis geben.  
1 
4.4.  Bessere Absprache 
mit der Station  
Bessere Kommunikation mit dem Stationspersonal 
und somit eine verbindliche erste Kontaktaufnahme 
mit dem betroffenen Elternteil könnten 
Terminabbrüche verhindern.  
2 
4.5 Familiensprechstunde 
überall anbieten 
Die im Projekt angebotene Beratung und damit 
zusammenhängende Hilfsangebote sollten für alle 
Familien angeboten werden, nicht nur für die in 
Münster lebenden Familien.  
3 
4.6 Nicht zu viele 
Angebote auf einmal  
Zu viele Angebote können eher überfordernd als 
hilfreich sein, weshalb sich lieber auf die für die 
Familie relevanten Angebote beschränkt werden 
sollte. 
1

60 
 
Anhang 4: Veröffentlichungen 
Das Projekt kann seit der Bewilligung durch das damalige Ministerium für Gesundheit, 
Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW (MGEPA) in der Projekt-Datenbank des 
Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) eingesehen werden: 
www.lzg.nrw.de/praevention/dist/index.php 
Auf Anfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder- und Jugendpsychiatrie im öffentlichen 
Gesundheitsdienst“ (BAG) wurde die Familiensprechstunde vom Gesundheits- und 
Veterinäramt der Stadt Münster auf dem bundesweiten Kongress für den Öffentlichen 
Gesundheitsdienst (ÖGD-Kongress) im Mai 2017 in München präsentiert.  
Die KommunalAkademie der Konrad-Adenauer-Stiftung wählte im Juli 2018 bundesweit 30 
Präventionsprojekte (4 in NRW) als gute Praxisbeispiele aus, worauf sie auf ihrer Webseite 
hinweist. Zu diesen ausgewählten Projekten gehört auch die Familiensprechstunde. Das 
Projekt kann dort auf der Themenseite „Gesundheit und Pflege“ eingesehen werden:  
https://www.kas.de/einzeltitel/-/content/kommunale-aktivitaten-zur-gesundheitsforderung-
und-pravention 
Im Oktober 2018 gab es eine ausführliche Pressemitteilung zur Familiensprechstunde, die in 
den Printmedien und der Online-Version der Westfälischen Nachrichten und der 
Münsterschen Zeitung veröffentlicht wurde.  
Der Zwischenbericht für das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) 
wurde auch als öffentliche Berichtsvorlage (V/0733/2018) im November 2018 in den 
politischen Gremien der Stadt Münster vorgestellt.

61 
 
Anhang 5: Erhebungsbögen  
vom Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (zepf) der Universität 
Koblenz-Landau 
Die vom zepf für die Familiensprechstunde neu entwickelten Erhebungsbögen sind abrufbar 
unter:  
https://www.zepf.eu  
Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau 
(Projekt Familiensprechstunde) 
Sie können auch angefragt werden unter:  
sozialpsychiatrieKJ@stadt-muenster.de 
Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster 
(Projekt Familiensprechstunde)

62 
 
Anhang 6: Flyer der Familiensprechstunde

Beratungsverlauf (4)

11.03.2020 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 8 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
17.06.2020 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 8 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
18.06.2020 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.08.2020 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0023/2020
Typ
Vorlagen
Datum
17.02.2020
Erstellt
06.10.2020 14:37