3524/2023
Nord-Süd Stadtbahn, 1. Baustufe Gleiswechselbauwerk Waidmarkt
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Dezernat, Dienststelle III/69/692/2 Vorlagen-Nummer 07.11.2023 3524/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 21.11.2023 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 23.11.2023 Nord-Süd Stadtbahn, 1. Baustufe Gleiswechselbauwerk Waidmarkt hier: Verfüllung der Fahrebene und weiterer Bauverlauf nach Vorlage des Gutachtens zur Baugrubenumschließung Die havarierte Baugrube Waidmarkt muss saniert werden, damit das Gleiswechselbauwerk fertiggestellt und die Nord-Süd Stadtbahn vollständig in Betrieb genommen werden kann. Die Bauherrenschaft für die Errichtung der 1. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn ist 2002 an die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) übertragen worden, die fortlaufend über den Sachstand der Planung und Ausführung informiert: Die umfangreichen Untersuchungen zur Überprüfung der Baugrubenumschließung (Schlitz- wände) wurden im August 2023 abgeschlossen. Das auf dieser Bestandserkundung aufbau- ende Gutachten sowie die Empfehlungen zur rechnerischen Berücksichtigung der Untersu- chungsergebnisse liegen inzwischen vor und bilden die Basis für die noch ausstehenden, wei- terführenden statischen Berechnungen. Bereits vor Abschluss der Auswertungen wurde vorab festgelegt, dass oberhalb der Tunnel- röhren innerhalb der Baugrube eine rund 80 Zentimeter dicke Betonwand (sogenannte Vor- satzschale) erforderlich wird, um die einzelnen Lamellen der Schlitzwand noch stärker mitei- nander zu verbinden und diese so zusätzlich für die später aufzunehmenden Lasten zu stabili- sieren. Aus Gründen der Statik wird es zudem erforderlich, die Baugrube im weiteren Bauver- lauf mit mehr als der geplanten drei Aussteifungen mit Stahlträgern zu sichern. Dies sowie die umfangreiche Voruntersuchung wirken sich auf die Bauzeit aus. Die Stadt Köln, die KVB und die Arbeitsgemeinschaft Nord-Süd-Stadtbahn Köln Los Süd (ARGE) gehen von ei- ner möglichen Fertigstellung des Rohbaus des Gleiswechsels Waidmarkt geschätzt in etwa acht Jahren aus. Ein konkreter Termin kann jedoch erst dann mit Sicherheit genannt werden, sobald der Arbeitsumfang aller Maßnahmen klar absehbar ist und Maßnahmen implementiert sind, die eventuelle Zeitverzögerungen kompensieren, z. B. durch die Ausdehnung der Ar- beitszeiten auf eine 6-Tage-Woche. Im weiteren Bauverlauf muss die Baugrube des Gleiswechsels Waidmarkt aus statischen Gründen zunächst verfüllt werden. In einem ersten Schritt wird hierzu aktuell eine zwei Meter starke Schicht aus Kies in die unterste Ebene des Bauwerks eingebracht. Die dann noch ver- bleibenden eineinhalb Meter bis zu der sich darüber befindlichen Stahlbetondecke müssen anschließend mit Beton aufgefüllt werden. 2 Für die Herstellung dieser Aussteifungsschicht werden rund 1.360 Kubikmeter Beton benötigt, die aus bautechnischen Gründen ohne zeitliche Unterbrechung in das Bauwerk gepumpt und dort verteilt werden müssen. Die Anlieferung erfolgt über Betonmischfahrzeuge und umfasst rund 170 Ladungen, die aus drei Betonwerken in Pulheim, Eschweiler und Hürth kommen. Etwa ein Drittel der Betonfahrzeuge fährt die Baustelle von Norden her an und entlädt das Ma- terial in eine dort installierte Betonpumpe. Zwei Drittel der Lieferungen werden von Süden her auf die Baustelle gebracht, wo sich zwei weitere Betonpumpen befinden. Mithilfe der Pumpen wird der Beton über Leitungen an die entsprechenden Stellen im Bauwerk gebracht. Die Großbetonage beginnt am Mittwoch, 15. November, circa 9 Uhr, und kann voraussichtlich am kommenden Tag, 16. November, abgeschlossen werden. Gerechnet wird mit einer Min- destdauer der Betonverfüllung von 17 Stunden, in denen nonstop gearbeitet wird. Es ist aber ausdrücklich nicht auszuschließen, dass deutlich mehr Zeit benötigt wird, wenn es z. B. auf- grund der Verkehrslage zu Lieferverzögerungen kommt. Eine Genehmigung für die Durchfüh- rung der Nachtarbeiten wurde vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt für die Nacht von Mitt- woch auf Donnerstag erteilt. Um eine Gefährdung von Passant*innen durch die an- und abfahrenden Betonfahrzeuge aus- zuschließen, wird die Straße im südlichen Bereich der Baustelle ab der Löwengasse komplett gesperrt. Autofahrende und Radfahrende werden über die Kleine Spitzengasse bzw. die Lö- wengasse abgeleitet. Die Fußwege vor dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und den Geschäf- ten auf der Ostseite sind weiterhin nutzbar. Sicherheitshalber wird jedoch eine Abtrennung mit Bauzäunen zur Straße hin aufgebaut, so dass es nicht zu Gefahrensituationen bei Querungen zwischen den anliefernden Betonfahrzeugen kommen kann. Die Parkplätze vor der Ge- schäftszeile entfallen, Anlieferungen mit Fahrzeugen sind in der genannten Zeit nicht möglich. Der Parkplatz des Gymnasiums kann von den berechtigten Personen angefahren werden. Es wird ein Wachposten eingesetzt, der die Bauzaunabtrennung öffnet bzw. schließt und die Zu- bzw. Abfahrt ermöglicht. Im Norden ist die Severinstraße bis zur Kreuzung Georgstraße be- fahrbar und die Einfahrt in die Georgstraße möglich. Die Betonage wird zudem mit weiteren, nicht vermeidbaren Beeinträchtigungen einhergehen: Die Motoren der Betonmischfahrzeuge müssen in Warteposition und auch beim Entleeren der Ladung weiterlaufen. Zudem müssen weitere lärmintensive Baugeräte eingesetzt werden. Hierzu zählen unter anderem die drei Betonpumpen. Unterstützend wird auch der vorhandene Turmdrehkran in Betrieb sein. Die Arbeiten werden von insgesamt rund 50 Mitarbeitenden und Taucher*innen durchgeführt, die abwechselnd in Schichten arbeiten. In einem nächsten Schritt wird planmäßig noch in diesem Jahr auch die darüber liegende, mittlere Ebene des Gleiswechsels mit Kies und Beton verfüllt. Im Anschluss wird auf dem „Kopf“ der Schlitzwände um die gesamte Baugrube herum ein massiver Stahlbetonbalken (so- genannter Kopfbalken) hergestellt, über den spätere Auflasten abgefangen werden müssen. Ende 2024 soll die Oberfläche am Waidmarkt mit Stahlbetonplatten abgedeckelt und die Hilfs- brücke neu errichtet worden sein. Diese sowie die Baugrubenabdeckelung werden auf den dann fertiggestellten Kopfbalken aus Stahlbeton aufgelagert. Die weiteren Arbeiten zur Fertig- stellung des Gleiswechsels finden unter dem Deckel statt. Die Baustelleneinrichtungsfläche wird wesentlich verkleinert werden können und an der Oberfläche verbleiben darüber hinaus lediglich sogenannte Andienöffnungen, die dem Personal den Zutritt zur Baustelle ermögli- chen und durch die Material eingebracht werden kann. Die Belastungen für Anwohner und Gewerbetreibende werden sich durch die Abdeckelung wesentlich verringern. Über den Fortgang der Arbeiten werden die KVB und die bauausführende Arge Los Süd wei- terhin u.a. in den zweiwöchigen Baustelleninformationen informieren. KVB und ARGE Los Süd bitten die Anwohnerinnen und Anwohner im Voraus um Verständnis für die zu erwarten- den Beeinträchtigungen durch die angekündigten Arbeiten, die über die üblichen Arbeitszeiten hinausgehen werden. gez. Egerer
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3524/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 07.11.2023
- Erstellt
- 31.10.2023 15:55