V/0174/2023
Coerde in Bewegung – Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022)
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage 1_Zwischenbericht_Coerde in Bewegung
56523 Zeichen
Anlage 1 „Coerde in Bewegung“ Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022) 1 Kooperationsprojekt von Gefördert durch 2 Inhalt 1. Coerde in Bewegung – Hintergründe und Ziele ................................ .............................. 3 1.1. Projektentstehung ................................ ................................ ................................ ... 3 1.2. Projekt- und Arbeitsstruktur ................................ ................................ ..................... 3 1.3. Projektziele ................................ ................................ ................................ ............. 4 2. Bedarfs- und Bedürfnisanalyse ................................ ................................ ....................... 5 2.1. Methode ................................ ................................ ................................ .................. 5 2.2. Ergebnisse ................................ ................................ ................................ .............. 6 2.2.1 Quantitative Ergebnisse................................ ................................ ......................... 6 2.2.2 Qualitative Ergebnisse ................................ ................................ ........................... 8 3. Maßnahmenentwicklung und -umsetzung ................................ ................................ .....11 3.1. Frühkindliche Bewegungsförderung ................................ ................................ .......11 3.2. Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule ................................ ...................11 3.3. Bewegung in der Freizeit u.a. im öffentlichen Raum ................................ ...............11 4. Öffentlichkeitsarbeit ................................ ................................ ................................ .......12 5. Einbindung in Verwaltung und Politik ................................ ................................ .............13 5.1. Berichterstattung in und Einbindung von Gremien ................................ ..................13 5.2. Verzahnung mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ .....................13 6. Fazit und Ausblick ................................ ................................ ................................ .........16 6.1. Einschätzung des bisherigen Projektverlaufs ................................ .........................16 6.2. Weiteres Vorgehen im Projekt ................................ ................................ ................16 7. Quellenverzeichnis ................................ ................................ ................................ ........20 8. Anhang ................................ ................................ ................................ ..........................21 3 1. Coerde in Bewegung – Hintergründe und Ziele 1.1. Projektentstehung In einem mehrjährigen Prozess wurde durch das Stadtplanungsamt unter Beteiligung verschiedener Fachämter, Schlüsselakteure aus dem Stadtteil, der Politik vor Ort und der Bürgerschaft ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (INSEK) für Coerde entwickelt. Dieses wurde am 24. Juni 2020 vom Rat der Stadt Münster einstimmig beschlossen. Zeitgleich hat sich unter Federführung des Gesundheitsamtes eine Projektgruppe der Kommunalen Gesundheitskonferenz intensiv mit dem Thema „Sport, Bewegung und Gesundheit“ auseinandergesetzt und verschiedene Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese wurden am 16.Juni 2021 von der Kommunalen Gesundheitskonferenz verabschiedet und anschließend in den Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie den Sportausschuss eingebracht. In beiden Prozessen wurde der große Handlungsbedarf in Coerde rund um das Thema Sport und Bewegung herausgearbeitet. Im INSEK wurden u.a. bauliche Maßnahmen zu diesem Themenfeld angeregt: Der Neubau eines multifunktionalen Stadtteilhauses mit einem Bewegungsraum, die Schaffung von Bewegungselementen auf dem zentral in Coerde gelegenen Hamannplatz oder der Sanierung von Spielplätzen. Darüber hinaus gab es weitere „weiche“ Maßnahmen, die definiert wurden. Sowohl im INSEK als auch in der Projektgruppe der Kommunalen Gesundheitskonferenz wurde der Bedarf für eine*n Sport- und Bewegungskoordinator*in betont. Während im Rahmen des INSEKs über das Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ eine Gewährung von Städtebaufördermitteln zur Umsetzung verschiedener baulicher Maßnahmen erreicht wurde, mussten für Maßnahmen wie eine*n Sport- und Bewegungskoordinator*in alternative Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden. Diesbezüglich ergriff das Gesundheitsamt die Initiative und erarbeitete mit dem Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V., dem Stadtsportbund Münster e.V. und dem Verein für Mototherapie und Psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. ein umfassendes Konzept „Coerde in Bewegung“, bei dem die Anstellung einer Person zur Koordination des Sport- und Bewegungsbereichs das zentrale unverzichtbare Element darstellte. Auf dieser Grundlage wurde ein Antrag zur Förderung von Projekten in Lebenswelten nach § 20a SGB V durch die Krankenkassen/-verbände in NRW gestellt, der im September 2021 positiv beschieden wurde. 1.2. Projekt- und Arbeitsstruktur Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024) und wird durch die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW gefördert. Die Projektumsetzung erfolgt trägerübergreifend: Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE): 0,5 VZÄ Stadtsportbund Münster e.V. (SSB): 0,25 VZÄ Stadt Münster, Gesundheits- und Veterinäramt (Gesundheitsamt): 0,1 VZÄ Der VSE ist der Zuwendungsempfänger, wodurch ihm die Finanzverwaltung des Gesamtprojekts obliegt. 4 Die beim VSE und SSB angebundenen Sport- und Bewegungskoordinator*innen sind die unmittelbaren Ansprechpersonen für das Thema „Sport und Bewegung“ in Coerde und sind für die Umsetzung des Projektes im Stadtteil verantwortlich. Letzteres beinhaltet die Bedarfs- und Bedürfnisanalyse, die Maßnahmenentwicklung und Zieloperationalisierung, die Maßnahmenumsetzung, die Schulung von Multiplikator*innen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Die beiden Träger bringen unterschiedliche Expertisen in das Projekt ein, die sich ergänzen und demnach synergetisch zusammengeführt und genutzt werden. Der VSE ist als Jugendhilfeträger im Stadtteil verwurzelt und gut vernetzt, so dass bei seiner Arbeit vor allem die Beziehungsarbeit und die Ansprache und Einbindung der unterschiedlichen Zielgruppen im Projekt ausschlaggebend sind. Der Stadtsportbund hingegen bringt die Sport- und Bewegungsexpertise in das Projekt ein und ist damit u.a. Initiator für Sport- und Bewegungsangebote und Koordinator für die Umsetzung und Etablierung dieser. Die Rolle des Gesundheitsamtes im Projekt ist die Schnittstelle zur Kommunalverwaltung und die Einbettung des Projektes in stadtweite Strukturen und Prozesse. Dies beinhaltet insbesondere die Federführung des Steuerungsgremiums des Projektes sowie die Berichterstattung gegenüber verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung und politischen Gremien sowie deren Einbindung. Das Gesundheitsamt hat damit als Bindeglied zur Verwaltung und Politik mit Blick auf die Strukturentwicklung in Coerde eine zentrale Rolle und ist zugleich für den Transfer auf andere Stadtteile von großer Bedeutung. Diesbezüglich erfolgt u.a. eine enge Kooperation und Verzahnung mit dem durch die Techniker Krankenkasse bewilligten Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ (s. Kapitel 5.2). Die Steuerung und Kontrolle des Netzwerks erfolgt durch eine enge Absprache und regelmäßige Treffen der operativen Partner. Darüber hinaus arbeiten die operativen Partner in Form von Einzelgesprächen oder über Gremien im Stadtteil mit strategischen Partnern zusammen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Schlüsselakteure aus dem Stadtteil, die für die Projektumsetzung und für die Nachhaltigkeit unverzichtbar sind. Darüber hinaus trifft sich halbjährlich das Steuerungsgremium des Projektes unter Federführung des Gesundheitsamtes. Neben Vertreter*innen der drei Projektträger sind die für das Projekt zuständigen Ansprechpartnerinnen des Landeszentrums Gesundheit NRW und der Techniker Krankenkasse als Vertreterin der gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW Mitglieder des Gremiums. Ziel des Steuerungsgremiums ist es, das Konzept hinsichtlich der einzelnen Projektphasen zu reflektieren und bei Bedarf nachzujustieren. Damit ist das Steuerungsgremium für die Qualitätssicherung maßgebend. 1.3. Projektziele Die Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen im Themenfeld „Sport und Bewegung“ nach §20a SGB V ist verbindlicher Zweck des Projektes. Im Münsteraner Stadtteil Coerde werden bewegungs- und gesundheitsförderliche Lebenswelten für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre geschaffen. Dabei werden die folgenden Handlungsfelder berücksichtigt: Frühkindliche Bewegungsförderung (vor der Kita) Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule Bewegung in der Freizeit, u.a. Bewegung im öffentlichen Raum 5 Als Grundlage allen Handelns, dienen die Präventionsketten, die sich über die Stadtteilkoordination "Frühe Hilfen" entwickelt und etabliert haben. Diese sollen um den Baustein Bewegung ergänzt werden Zielgruppen des Projektes sind: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre Eltern und familiäres Umfeld Multiplikatoren (u.a. Erzieher*innen, Lehrpersonal, Stadtteil-Akteur*innen ) Daraus hat das Projektteam folgende Ziele abgeleitet: Wir entwickeln und fördern bewegungsfördernde und gesundheitsförderliche Lebenswelten für Kinder und Jugendliche in Coerde (Verhältnisse) Wir schaffen und gestalten Zugänge zu bestehenden Sport- und Bewegungsangeboten und entwickeln je nach Bedarf ergänzende Angebote (Verhältnisse und Verhalten) Wir informieren die Zielgruppen über die Wichtigkeit eines gesundheitlichen und bewegungsreichen Lebensstils (Verhalten) Daraus resultieren folgende Aufträge für das Projektteam: Sensibilisierung für einen gesundheitsfördernden und bewegungsreichen Lebensstil - Botschaft: Für ein gesundes Aufwachsen ist Bewegung und Sport ein wesentlicher Baustein. Förderung der Gesundheitskompetenz, Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen und die Implementierung des Themas Bewegung ins Beratungsspektrum „Frühe Hilfen“. Förderung der bestehenden Sport- und Bewegungsangebote und die Gestaltung von Zugängen der Zielgruppe zu diesen. Die Entwicklung neuer und ergänzender Bewegungsräume und -angebote im Stadtteil nach Bedarf u.a. in Kooperation mit Schulen und Trägern der Kinder- und Jugendarbeit. Schaffung eines breiten und nachhaltigen Netzwerks mit Akteur*innen aus den Gesundheits-, Jugendhilfe-, Sozial- und Bildungsbereichen. 2. Bedarfs- und Bedürfnisanalyse 2.1. Methode Der Stadtteil Coerde ist durch eine besondere Sozialstruktur und eine damit einhergehende Chancenungleichheit gekennzeichnet. Verschiedene Datensätze, wie die Schuleingangsuntersuchungen haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass in dem Stadtteil besonderer Handlungsbedarf zur Förderung von Bewegung und Gesundheit besteht. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (InSek) Coerde bestätigt diese festgestellten Bedarfe und benennt Bewegung als zentrales Handlungsfeld des Programmes. Das Projektteam „Coerde in Bewegung“ hat aus diesem Grund aktuelle Datensätze systematisch analysiert, mit den Ergebnissen des InSek sowie vorangegangenen Schuleingangsuntersuchungen verglichen und diese als Grundlage für das weitere Vorgehen genutzt. Um passgenaue Maßnahmen zu entwickeln und die Akzeptanz und Annahme der Maßnahmen durch die Coerder Bürgerschaft sicherzustellen, wurden die analysierten 6 Datensätze in einem zweiten Schritt mit Hilfe einer partizipativen Bedarfs- und Bedürfnisanalyse ergänzt. Im Rahmen eines digitalen Workshops wurden hierfür verschiedene Akteure aus den im Stadtteil aktiven Institutionen im Hinblick auf bestehende Angebote sowie konkrete Bedarfe befragt. Im Anschluss wurden die Bestands-, Bedarfs- und Bedürfnisanalysen zusammengeführt, sodass konkrete Handlungsbedarfe benannt, systematisiert und priorisiert werden konnten. Anhand dieser Ergebnisse wurden im Folgenden Einzelgespräche mit verschiedenen als besonders relevant identifizierten Institutionen und Akteuren geführt, zunächst in erster Linie mit Schulen, der offenen Jugendarbeit und Kitas. Die zuvor bestimmten Handlungsbedarfe wurden in diesen Gesprächen konkretisiert und bereits erste Ideen für zielgerichtete Lösungsansätze erarbeitet. Die Ergebnisse dieser anliegen-orientierten Gespräche sowie der vorangegangenen Analysen bilden die Grundlage der entwickelten Maßnahmen. In Anschlussgesprächen wurden und werden die Bedarfe sowie die getroffenen Maßnahmen regelmäßig reflektiert und gegebenenfalls entsprechend angepasst. Nach und nach werden im weiteren Projektverlauf weitere Akteure und Institutionen eingebunden. 2.2. Ergebnisse 2.2.1 Quantitative Ergebnisse Sozialstruktur: Am 31.12.2020 lag die Anzahl an wohnberechtigten Personen in Coerde bei 11.213 Personen. Dass der Stadtteil kulturell sehr vielfältig ist, zeigt sich daran, dass mehr als die Hälfte dieser Einwohner*innen (53,21%) eine Migrationsvorgeschichte hat. Der Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte in Coerde liegt mit 68,52% noch über diesem Wert. Gleichzeitig ist Coerde durch einen hohen Jugendquotienten (46,70%) und einen hohen Anteil an Arbeitslosen und SGB II-Empfänger*innen im Kindes- als auch Erwachsenenalter geprägt. Besonders im gesamtstädtischen Vergleich zeigt sich die Besonderheit der Sozialstruktur des Stadtteils: Coerde Münster gesamt Anteil der SGB II- Empfänger im Alter von 15-64 Jahren an den Einwohnern im Alter von 15-64 Jahren 20,75% 6,36% Anteil der SGB II- Empfänger im Alter von 0-14 Jahren an den Einwohnern im Alter von 0-14 Jahren 42,27% 14,14% Anteil der Arbeitslosen an den Einwohnern im Alter von 15-64 Jahren 9,94% 4,02% Anteil der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte an der Gesamtbevölkerung 53,21% 23,17% Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte an allen Kindern 68,52% 38,89% Anteil der Kinder in Haushalten mit einem Elternteil an allen Kindern in Haushalten 30,72% 18,24% Jugendquotient Anzahl der Wohnberechtigten Bevölkerung im Alter von 0 - 19 Jahren dividiert durch die Anzahl der Wohnberechtigten Bevölkerung im Alter von 20 - 64 Jahren multipliziert mit 100. 46,70% 26,86% (Vgl. Stadtteilsteckbrief Coerde 2020; Vgl. Stadtsteckbrief für die Stadt Münster 2020) 7 Bildung: Im Bildungsbericht der Stadt Münster zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang „Kindertageseinrichtung – Grundschule“ (2019) werden Daten des Projektes „Bildung integriert“ vom BMBF ausgewertet. In dem Projekt wurde ein Bildungsindex für den Übergang von Kindertageseinrichtungen in die Grundschule für die Stadt Münster entwickelt, der Hinweise darauf geben soll, inwieweit Umweltbelastungen die Bildungsteilhabe erschweren. Dabei wurden die wirtschaftliche Lage, die institutionelle Förderung (Besuchsdauer der Kindertageseinrichtung), die Sprachfähigkeit sowie die elterliche Förderung als Haupteinflussfaktoren für das Gelingen des Überganges in die Grundschule identifiziert. Die Werte des Bildungsindex werden in fünf Kategorien differenziert, die von „sehr guten“ bis hin zu „sehr belastenden“ Startbedingungen vor Schuleintritt reichen. Laut Bildungsbericht der Stadt wurden in Münster drei Schulen mit sehr belastenden Startbedingungen identifiziert, die alle samt im Norden von Münster zu finden sind. Zwei dieser Schulen befinden sich im Stadtteil Coerde, wodurch ersichtlich wird, dass hier besondere Fördermaßnahmen für die Schülerschaft erforderlich sind. Vergleicht man die Daten zum Übergang der Grundschule auf die weiterführende Schule im Norden Münsters mit den gesamtstädtischen Zahlen, so werden auch hier Handlungsbedarfe deutlich. Während gesamtstädtisch betrachtet im Schuljahr 2021/22 mehr als die Hälfte der Schüler*innen (54,6%) auf das Gymnasium wechselten, lag der Anteil für Münster Nord bei 36,4%. Gleichzeitig wechselten 15,0% der Schüler*innen aus Münster Nord auf die Hauptschule, während dieser Anteil für die Stadt Münster nur bei 4,8% lag. Gesundheit und Bewegung: Im Jahr 2021 haben in Coerde insgesamt 100 Menschen die Beratungsleistungen vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDI) des Gesundheitsamtes in Anspruch genommen. Das sind rund 10% mehr als noch 2018. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (bis 21 Jahren), die den Dienst in Anspruch genommen haben, lag 2021 in Coerde bei 25% und liegt damit deutlich über dem gesamtstädtischen Wert von 13,9%. Durch die Schuleingangsuntersuchungen, die vom Gesundheitsamt der Stadt Münster durchgeführt und ausgewertet werden, lassen sich umfassende Erkenntnisse über den Gesundheits- und Entwicklungszustand der Vorschulkinder gewinnen. Für die Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021 liegt aufgrund der Pandemie keine Vollerhebung vor. Zudem wurden die Kinder der Kitas und Grundschulen mit einem erfahrungsgemäß erhöhten Belastungsprofil bei der Ermittlung von Kindern mit einem erhöhten Bedarf an einer Einschulungsuntersuchung priorisiert. Trotz der Einschränkungen konnten 78% der Kinder des Einschulungsjahrgangs 2020 und 75% der Kinder des Einschulungsjahrgangs 2021 untersucht werden. Aufgrund der Priorisierung bei nicht erfolgter Vollerhebung muss eine Verzerrung der Daten für die Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021 angenommen und bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden. Die Auswertung der Gewichtsdaten der untersuchten Kinder der Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021 zeigt, dass die Anzahl der Kinder mit Übergewicht (9,2%) und Adipositas (11,1%) in Coerde über dem gesamtstädtischen Wert von je 5,8% liegt. Zudem sind beide Werte in Coerde im Vergleich zu den Schuleingangsuntersuchungen von 2017/2018 und 2018/2019 angestiegen (Übergewicht 8,9%, Adipositas 9,6%). 8 Bezüglich der Schwimmfähigkeit zeigte die Schuleingangsuntersuchung von 2020/2021, dass 77,9% der Kinder aus Coerde noch kein Seepferdchen Abzeichen erworben haben und bislang noch keinen Schwimmkurs besucht haben. Auch hier liegt der Wert des Stadtteils deutlich über dem gesamtstädtischen Wert von 58,8%. Es gibt nur einen Stadtteil in Münster, in dem der Anteil der Kinder, die kein Abzeichen erworben haben, größer ist. Zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung von 2020 haben 77% der Vorschulkinder in Coerde nicht regelmäßig Sport in einem Verein, einer Sportgruppe o.ä. ausgeübt. Damit gibt es in Münster nur einen Stadtteil, in dem dieser Anteil größer ist (siehe Anhänge 1, 2 und 3: Schaubilder zum gesamtstädtischen Vergleich) 2.2.2 Qualitative Ergebnisse Ergebnisse Runder Tisch: Im Januar dieses Jahres hat das Projektteam einen „runden Tisch“ organisiert, der pandemiebedingt digital durchgeführt wurde. Eingeladen waren die Schlüsselakteure aus dem Stadtteil. Neben Vertreter*innen aus Schule und Kita waren auch die offene Jugendarbeit, der Verein für Mototherapie, die Quartiersmanagerin von Münster Marketing, das Anna-Krückmann-Haus, die Stiftung Westfalen Initiative, das DRK Coerde, die Kirchengemeinde St. Franziskus sowie das Stadtteilbüro Coerde vertreten. Ziel der Veranstaltung war es, einen Überblick über bestehende Sport- und Bewegungsangebote zu bekommen und zusätzlich den konkreten Bedarf im Stadtteil zu erfragen, um diesen mit den Ergebnissen der zuvor analysierten Datensätze abzugleichen und zu ergänzen. Gleichzeitig konnte das Projektteam erste Kontakte mit wichtigen Akteuren aus dem Stadtteil knüpfen, wodurch die Basis für die weitere Arbeit im Stadtteil gelegt wurde. Das große Interesse an der Veranstaltung zeigte die Relevanz des Themas für den Stadtteil und die Akteure vor Ort. Es war ersichtlich, dass die anwesenden Multiplikator*innen die Relevanz von Bewegung und Sport für Kinder und Jugendliche erkennen und in ihrer Arbeit berücksichtigen. In der ersten Phase des Workshops wurde deutlich, dass es bereits viele verschiedene Angebote mit dem Fokus Gesundheit, Bewegung und Sport in Coerde gibt. Die Vertreter*innen der Institutionen konnten von einer Vielzahl verschiedener Kurs- und Vereinsangebote berichten, die von Eltern-Kind Kursen über Boxtraining, Tanzkurse, Fußball und Yoga reichen. Auch im Bereich der Schul-AGs gibt es bereits verschiedene Angebote, die im Stadtteil umgesetzt werden bzw. wurden. Wie auch in vielen anderen Bereichen mussten einige dieser Angebote aufgrund der Pandemie ausgesetzt werden und wurden bisher noch nicht wiederaufgenommen. Trotz der breiten Angebotspalette (vor Corona) wurde an vielen Stellen noch Bedarf nach weiteren Angeboten formuliert. Hier wurden unter anderem verschiedene Mannschaftssportarten, mehr Schwimm- und Fahrradkurse, Skaten, Parkour sowie Leichtathletik genannt, da diese momentan im Stadtteil noch nicht (ausreichend) etabliert sind. Auch niederschwellige Outdoor-Angebote sollen im Stadtteil weiter ausgebaut werden. Als besonders relevant identifizierten die Akteure zudem ansprechende Bewegungsmöglichkeiten für Mädchen, von denen es bisher zu wenige in Coerde gibt. Im Zusammenhang mit weiteren Bewegungsangeboten wurde betont, dass die Kooperation von 9 Schule und Verein / Anbietern eine große Rolle spielt, da elternunabhängige und kostenlose AG-Angebote im Hinblick auf die Sozialstruktur in Coerde besonders bedeutsam sind. Weitere wichtige Unterstützungsbedarfe wurden im Hinblick auf die Infrastruktur von Angeboten und Ressourcen definiert. So müssten Raumressourcen innerhalb des Stadtteils besser verteilt und genutzt werden. Besonders relevant scheint in diesem Zusammenhang die Transparenz der Verteilung sowie der Belegung der Hallen und Räume, um eine optimale Nutzung sicherstellen zu können. Zudem sind weitere Bewegungsräume notwendig, um alle Bedarfe innerhalb des Stadtteils zu decken. Da einige Bewegungsangebote nicht direkt in Coerde, sondern den umliegenden Stadtteilen angeboten werden, spielt auch der Bereich der Mobilität eine große Rolle. Die Teilnehmenden berichteten, dass vielen der Familien kein eigenes Auto zur Verfügung stehe, weshalb sie auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seien. Die Verbindungen zu den jeweiligen Sportstätten seien oft jedoch nicht ausreichend und verursachen zusätzliche Kosten. Das mache es den Familien vor Ort deutlich schwerer, Angebote außerhalb von Coerde anzunehmen und eine regelmäßige Teilnahme ihrer Kinder und Jugendlichen sicherzustellen. Als besonders herausfordernd beschrieben die Anwesenden zudem den Mangel an Übungsleitenden und Trainer*innen, die im Stadtteil langfristig Angebote machen können und wollen. Das hat bereits dazu geführt, dass Kurse trotz Interesse der Kinder und Jugendlichen nicht fortgeführt oder gar nicht erst regelmäßig angeboten werden konnten. Demnach bedarf es einer Akquise von Übungsleitenden, die mit den Strukturen des Stadtteils vertraut sind und langfristig für bestimmte Angebote und als Kooperationspartner für Institutionen auch mit Blick auf neue Angebotsplanungen zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Idee einer Sporthelfer*innen-Ausbildung in Coerde unterstützt, die Jugendliche aus dem Stadtteil dazu qualifizieren würde, bestimmte Angebote anzubieten oder zu begleiten. Im Hinblick auf die Herausforderungen des Stadtteils wurde während der Veranstaltung auch das Netzwerk innerhalb von Coerde in den Blick genommen. Die verschiedenen Institutionen und Akteure arbeiten hier bereits eng zusammen, trotzdem scheinen bzgl. Sport und Bewegung noch Unsicherheiten zu bestehen, wer für welche Anfragen die richtige Ansprechperson ist. Es bedarf einer Struktur, die eine hohe Transparenz über vorhandene Angebote schafft und zugleich einen niederschwelligen Kontakt und eine Vernetzung der Akteure untereinander ermöglicht, mit dem Ziel der Angebotsentwicklung und damit der Deckung von Bedarfen. Ergebnisse Einzelgespräche: Die Ergebnisse der Datenanalyse und des runden Tisches haben die Grundlage für die Priorisierung von Themen und damit für das weitere Vorgehen geschaffen. Da elternunabhängige Angebote eine besondere Rolle in Coerde spielen, wurden die Schulen und Kitas zunächst als zentrale Partner identifiziert. Aus diesem Grund wurden sowohl mit den Gundschulen und der Hauptschule intensive und anliegen-orientierte Gespräche geführt als auch erste Gespräche mit mehreren Kitas. Gleichzeitig nahm das Projektteam Kontakt zum ortsansässigen Verein sowie weiteren Vereinen der Umgebung auf, um die konkreten Bedarfe zu decken und die einzelnen Partner*innen miteinander in Kontakt zu bringen. 10 In nahezu allen Gesprächen wurde deutlich, dass es häufig an den erschwerten Zugängen liegt, warum Kinder und Jugendliche weniger Sportangebote nutzen. Anders als in anderen Stadtteilen leben in Coerde viele Großfamilien in Armut. Auch geringe Kursbeiträge können Familien mit mehreren Kindern häufig nicht bezahlen. Zudem sind viele Sportarten mit Folgekosten verbunden. Die bestehenden Subventionierungen (BuT) decken nur einen Teilbetrag ab. Darüber hinaus hindern Sprachbarrieren Familien mit geringen Deutschkenntnissen daran, ihre Kinder zu Kurs- und Vereinsangeboten anzumelden. Sowohl die Gespräche mit dem Sportverein Teutonia Coerde als auch mit den Schulen und Kitas haben gezeigt, dass es an der Vielfalt der Bewegungsangebote im Stadtteil mangelt. Der Sportverein bietet überwiegend Fußball an. Für weitere Angebote müssen die Kinder und Jugendlichen den Stadtteil verlassen, was aufgrund mangelnder Mobilität der Familien eine Barriere darstellt. Der Sportverein ist gewillt weitere Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche im Stadtteil anzubieten, u.a. auch in Kooperation mit den Schulen. Was dies bislang verhindert hat, sind nach Angaben des Vereins fehlende Übungsleitungen und fehlende Sporthallenkapazitäten. Hier gilt es gemeinsam mit dem Sportverein Ideen und Lösungen zu entwickeln, wie das Angebotsspektrum des Vereins trotz der Erschwernisse erweitert werden kann. In den Gesprächen mit den Schulen wurde deutlich, dass vor allem Bewegungsangebote im Ganztagsbereich eine bedeutende Rolle an den Schulen spielen, da viele Kinder und Jugendliche auch nach dem Mittag noch in der Schule bleiben. Auch wenn es bereits einige Angebote gibt, besteht der Bedarf diese weiter auszubauen. Es werden sowohl Angebote speziell für Mädchen gesucht, als auch für kreative Individualsportarten wie Parkour und Skateboarden. Besonders in diesem Bereich wurde auch immer wieder die Idee von Projekttagen eingebracht, die dazu führen sollen, dass die Schüler*innen einen Einblick in Sportarten bekommen, die sie anschließend selbstständig weiterführen können. Für die frühkindliche Bewegungsförderung sind die Kitas in Coerde wesentliche Partner. In der Kita können frühzeitig wichtige Anreize für die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten gesetzt werden. Auch für die Kinder im Vorschulalter sind elternunabhängige Angebote von Bedeutung, weshalb Bewegungsangebote zu den Betreuungszeiten der Kindertageseinrichtungen wichtig sind. Aufgrund aktueller Herausforderungen in Verbindung mit Kita-Schließungen im Stadtteil sind aber auch Angebote außerhalb der Betreuungszeiten von besonderer Bedeutung. Viele Kinder haben derzeit keinen Vollzeitplatz, da die bestehenden Kitas den Mehrbedarf nicht auffangen können. Aktuell geht es um ca. 40 Vorschulkinder, die ab mittags abgeholt werden müssen. Die Fachkräfte vor Ort wünschen sich u.a. Bewegungsangebote, die gezielt diese Kinder in den Blick nehmen. Welche konkreten Bedarfe bestehen, muss in weiteren anliegen-orientierten Gesprächen eruiert werden. Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist für viele Kinder und Jugendliche in Coerde eine wichtige und beliebte Anlaufstelle. Neben Kita, Schule, dem Sportverein und den informellen und kommerziellen Angeboten sind hier Orte, wo Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich gemeinsam in der Gruppe zu bewegen und Sport zu treiben. Im Programm des HOT Coerde und des AWO-Stadtteilbüros sind Bewegung, Spiel und Sport ein wesentlicher Baustein in der Programmplanung. Auch diese Akteure beschreiben das Problem der fehlenden Übungsleitenden, die langfristig zielgruppenspezifische Angebote in den Einrichtungen machen können. Zudem fehle es an adäquaten Bewegungsräumen und ausreichend Sporthallenkapazitäten. Ebenso weisen sie auf die fehlende Angebotsvielfalt im 11 Bereich Bewegung und Sport hin. Aufgrund des Mangels wird die Teilhabe nicht mobiler Familien eingeschränkt. Im weiteren Projektverlauf wird eine enge Kooperation mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit angestrebt, um die Zielgruppe auch im Freizeitbereich zu erreichen. 3. Maßnahmenentwicklung und -umsetzung 3.1. Frühkindliche Bewegungsförderung Die frühkindliche Bewegungsförderung ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes und bewegtes Aufwachsen. Dieser konnte bisweilen nicht bearbeitet werden. Der Fokus lag vordergründig auf der Angebotsentwicklung in den Lebenswelten Kita und Schule. Im weiteren Projektverlauf werden dieser Baustein bearbeitet und Angebote anliegen-orientiert entwickelt. 3.2. Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule Nach den Gesprächen mit den Schulen im Stadtteil konnten bereits die ersten Bedarfe gedeckt werden. So wurden während der AG-Zeiten Angebote für Mädchen etabliert, die konkret an den Wünschen der Zielgruppe ansetzen. Auch im Bereich der Mittagszeit wird es zukünftig ein Bewegungsangebot geben, welches sich explizit an Mädchen richtet. Dabei wurden sowohl Angebote in der Grundschule als auch in der weiterführenden Schule etabliert. Diese sollen weiter ausgebaut werden, um möglichst vielen Mädchen in Coerde ansprechende Bewegungsmöglichkeiten zu eröffnen. Um die Bewegungsangebote im Stadtteil möglichst nachhaltig zu verankern, wurden vor allem Vereine in die Kooperation mit den Schulen eingebunden. Diese können langfristig mit den Schulen zusammenarbeiten und flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen. Zudem kann dadurch die Verbindung der Kinder und Jugendlichen mit dem Vereinssport gestärkt werden, wodurch sie sich weitere Bewegungsmöglichkeiten nach der Schulzeit erschließen können. So wurde beispielsweise eine Fußball-AG etabliert, die vom städtischen Fußballverein angeleitet wird und wöchentlich von einer großen Gruppe Jugendlicher besucht wird. Neben der Planung von Sport- und Bewegungsangeboten wurde auch die Möglichkeit einer Sporthelfer*innenausbildung für Jugendliche in Coerde diskutiert. Hierbei erwerben sie eine Qualifikation, die neben sportspezifischem Fachwissen auch die Fähigkeiten zu kommunizieren, zu vermitteln und zu organisieren thematisiert. Ausgebildete Sporthelfer*innen können im Anschluss an die Qualifikation sowohl an der eigenen Schule bei AGs, Pausensport und Bewegungsveranstaltungen aktiv als auch in anderen Organisationen wie beispielsweise dem Verein unterstützend tätig werden. Die Umsetzung der Ausbildung ist für den weiteren Projektverlauf angedacht. 3.3. Bewegung in der Freizeit u.a. im öffentlichen Raum Aufgrund der Sozialstruktur in Coerde spielen niederschwellige Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche eine große Rolle. Ein Ziel des Projektteams ist es, den Kindern und Jugendlichen Sportarten und Bewegungsmöglichkeiten näher zu bringen, für die sie wenig Materialien und Vorkenntnisse benötigen und die sie möglichst eigenständig umsetzen können. In diesem Zusammenhang wurde vor allem die Sportart 12 Parkour immer wieder erwähnt und auch von vielen Akteuren des Stadtteils angefragt. Aus diesem Grund wurde gemeinsam mit einem Parkour-Verein aus Münster eine Angebotsreihe geplant, die sechs Termine à zwei Stunden umfasste und in der Halle der Melanchthonschule stattfand. Das Training war kostenfrei zugänglich und es war keine Anmeldung notwendig. Ziel der Trainings war es, den Kindern und Jugendlichen die Grundlagen des Parkour-Sports beizubringen und sie dazu zu ermutigen, diese auch außerhalb der Halle zu erproben und weiterzuentwickeln. Neben diesen vereinsungebundenen Sportangeboten spielt vor allem der Stadtteilverein SV Teutonia Coerde eine wichtige Rolle, um Bewegung und Sport nachhaltig in Coerde zu verankern. Um die Strukturen des Vereins weiter auszubauen, hat sich der Verein mit Hilfe des Projektes als „Einsatzstelle für Freiwilligendienste im Sport“ anerkennen lassen. Dies ermöglicht dem Verein ab dem kommenden Bildungsjahr eine*n Freiwillige*n einzustellen, wodurch junge Menschen Einblicke in die Strukturen und den Arbeitsalltag eines Sportvereines sowie die verschiedenen Tätigkeitsfelder im Sport bekommen und der Verein bei bestimmten Tätigkeiten zusätzliche Unterstützung und Impulse erhält. Zudem wurden die Kontakte des Vereins zu weiteren Institutionen im Stadtteil durch die Zusammenarbeit mit dem Projektteam gestärkt. Die Initiator*innen des Projektes haben bereits während der Konzeptionierung des Projektes sowie auch im weiteren Projektverlauf konsequent darauf hingewirkt, dass dem Bedarf weiterer Räumlichkeiten für Sport- und Bewegungsangebote Rechnung getragen wird. Im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde wird ein Stadtteilhaus einschließlich eines Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums geplant. Die Initiatoren des Projektes haben sich fortlaufend in einem Beteiligungsverfahren dafür eingesetzt, dass in dem Gebäudekomplex ein Bewegungsraum berücksichtigt wird. Nach aktuellem Stand ist dieser fest eingeplant. Zusätzlich soll auch der Platz vor dem Stadtteilhaus bewegungsfreundlich gestaltet werden. Um einen Raum zu schaffen, der von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen für Bewegung und Sport genutzt werden kann, wird ein Spielplatz gebaut, der neben Spielgeräten auch eine Calisthenics Anlage umfasst. Somit entsteht ein Ort im Stadtteil, der von allen Generationen gleichzeitig bewegt genutzt werden kann. Zusätzlich dazu wird in Coerde ein Pumptrack gebaut, der weitere Bewegungsmöglichkeiten bereithält. 4. Öffentlichkeitsarbeit Für das Gelingen des Projektes und eine nachhaltige Verankerung der Themen und Strukturen im Stadtteil, sind eine breit gestreute Öffentlichkeitsarbeit und eine Zusammenarbeit mit den Akteuren und Institutionen des Stadtteils von großer Bedeutung. Für eine ansprechende Außendarstellung, einen hohen Wiedererkennungswert und eine Identifikation mit dem Projekt wurde ein Corporate Design für das Projekt entwickelt. Auf dieser Grundlage wurden Visitenkarten und Flyer/ Plakate für Aktionen erstellt und verteilt. Des Weiteren verfügt das Projekt über eine eigene Webseite, auf der Informationen rund um das Projekt für alle Interessierten beschrieben sind und zur Kontaktaufnahme zu dem Projektteam mit Fragen und Anregungen animiert wird. In Coerde besteht ein vielfältiges Netzwerk der für den Stadtteil relevanten Akteure vor allem aus dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungssektor. Diese arbeiten bereits in verschiedenen 13 Gremien zusammen, weshalb sich das Projektteam in diese integriert hat. Besonders die Mitwirkung am AK Coerde sowie der erweiterten Kita- und Schulleitungsrunde ist für das Projektteam von großer Relevanz, um über die aktuellen Themen aus dem Stadtteil, Bedarfe der Institutionen und Bürger*innen sowie Aktionen und Veranstaltungen informiert zu sein und gleichzeitig Themen und Informationen im Stadtteil zu verbreiten. Um das Projekt zu Beginn der Laufzeit im Stadtteil bekannt zu machen, hat das Projektteam eine Auftaktwoche organisiert, in welcher es verschiedene Bewegungsangebote für die unterschiedlichen Zielgruppen des Projektes im Stadtteil gab. Diese reichten von einem Krabbelangebot für Kleinkinder über eine Spielaktion auf dem Waldspielplatz hin zu einem Parkour-Kurs für Jugendliche. Um interessierten Familien, Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil einen niederschwelligen Zugang zu ermöglichen, wurden verschiedene den Bürger*innen vertraute Institutionen aus dem Stadtteil eingebunden. Darüber hinaus war die Teilnahme kostenfrei und bei den meisten Angeboten war keine Anmeldung erforderlich. Um den Kontakt mit den Familien aus Coerde zu intensivieren und die Projektkoordinatorinnen im Stadtteil bekannt zu machen, hat sich das Projektteam an der Familienolympiade auf dem Hamannplatz beteiligt, welche von den Institutionen des Stadtteils organisiert wird. Das Projektteam hat in Kooperation mit dem Verein für Mototherapie eine Bewegungsstation angeboten und geleitet. 5. Einbindung in Verwaltung und Politik 5.1. Berichterstattung in und Einbindung von Gremien Um die Projektinhalte im Stadtteil platzieren und nachhaltige Entwicklungen erzielen zu können, benötigt es nicht nur den Rückhalt der Bürger*innen und der Schlüsselakteure aus dem Stadtteil, sondern auch aus Verwaltung und Politik. Darüber hinaus ist die Einbindung in stadtweite Strukturen und Prozesse notwendig, um die Erkenntnisse aus dem Projekt mit Blick auf andere Stadtteile zu reflektieren und Maßnahmen auf die jeweiligen Stadtteilstrukturen angepasst übertragen zu können. Das Projektteam wurde zweimal in den Interfraktionellen Arbeitskreis Coerde eingeladen, zu Projektbeginn und im Mai 2022. Hierbei wurden die Projektstruktur, die Projektziele und bereits umgesetzte Maßnahmen erläutert. Die anwesenden politischen Vertreter*innen schätzten das Projekt und gaben konstruktive Rückmeldungen und Hinweise zu Handlungsoptionen. Darüber hinaus gelang es dem Projektteam die Inhalte auch in gesamtstädtischen Gremien zu platzieren. So erfolgte in der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Juni 2022 ein Zwischenbericht. Im Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie im Sportausschuss erfolgte zum Projektstart eine Berichterstattung. Dieser Zwischenbericht wird ebenfalls in die beiden Gremien eingebracht, u.a. um der Bitte der politischen Vertreter*innen nachzukommen, regelmäßig über den aktuellen Stand des Projektes zu berichten, und ihnen die Möglichkeit zu geben Rückfragen zu stellen und Anregungen einzubringen. 5.2. Verzahnung mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ ist ein auf fünf Jahre angelegtes Verbundprojekt von Stadtverwaltung (Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing, Gesundheitsamt) und 14 Universität Münster (Institut für Geographie), gefördert von der Techniker Krankenkasse. Ziel des im Jahr 2021 gestarteten Projektes ist die Erarbeitung eines kommunalen Handlungsprogramms für gesundheitliche Chancengleichheit in der Stadt, das als Teil der Stadtentwicklung fest in allen Politikfeldern der Stadt verankert werden soll. Gesundheit ist nicht nur vor dem Hintergrund von Corona-Krise und Klimawandel zu einer zentralen Herausforderung für Städte weltweit geworden. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UN und die Neue Urbane Agenda (UN-Habitat) haben Gesundheit für alle und Stadtentwicklung als zwei zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre identifiziert. Vor dem Hintergrund dieser wachsenden globalen wie lokalen Herausforderungen hat sich die Stadt Münster zum Ziel gesetzt, gesundheitliche Chancengleichheit zu stärken. Münster als „Gesunde Stadt“ zu stärken kann nur in einem partizipativen Prozess gelingen, der an bestehende Initiativen anknüpft, Netzwerke stärkt, gemeinsam Chancen und Potenziale identifiziert, gute Praxis verbreitet und neue Wege gesundheitlicher Chancenförderung in der Stadt(teil)entwicklung beschreitet. Hier ist die Expertise von Menschen aus verschiedenen Stadtteilen Münsters gefragt. Als Stadtteile wurden exemplarisch Berg Fidel, Coerde und das Hansaviertel ausgewählt. Im Rahmen von Gesundheitsforen wurden und werden mit Akteuren aus den Stadtteilen Talente, Chancen und Entwicklungsbedarfe sowie Ideen und Visionen für die Stadtteile sowie die Gesamtstadt identifiziert. Auf einer Konferenz im Herbst 2023 werden die Ergebnisse aus den Stadtteilen zusammengetragen und zukünftige Entwicklungspfade von Münster als „Gesunde Stadt“ gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Stadtteilen, der Stadtgesellschaft, der Verwaltung, der Politik und mit wissenschaftlichen Expert*innen diskutiert. Das Sichtbarmachen guter Praxis sowie die Formulierung von Bedarfen in den Stadtteilen sind eine Voraussetzung für ein kommunales Handlungskonzept, das ortsspezifisch und passgenau gesunde Stadtentwicklung fördert. Das kommunale Handlungskonzept hilft, Ressourcen zu bündeln, vom gegenseitigen Lernen zu profitieren und auch langfristig Ressourcen für eine gesundheitsgerechte, nachhaltige Stadtentwicklung in Münster zu sichern. Bis zum Ende der Projektlaufzeit im Jahr 2025 analysiert das Projekt den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Strukturen, Gesundheitsförderung und integriertem kommunalen Handeln, um gemeinsam mit Menschen aus den Stadtteilen, Gesundheit mit und für sie zu gestalten und Potenziale einer positiven Stadtgestaltung für das Lebensumfeld der Menschen aufzudecken. Die o.g. partizipativen Diskussionsformate in den Stadtteilen bauen aufeinander auf und werden an die Besonderheiten der Stadtteile angepasst – so u.a. in Coerde, wo auf vorhandene Erkenntnisse aus anderen Projekten und Prozessen im Stadtteil zurückgegriffen und daran angeknüpft werden kann. Eines dieser Projekte ist „Coerde in Bewegung“. Die beiden Projekte verfolgen ein identisches übergeordnetes Ziel, die Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebenswelten. Die allgemeinen Lebensbedingungen sollen so beeinflusst werden, dass der bzw. die Einzelne bestmöglich befähigt ist, die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Bei gleichem übergeordneten Ziel setzen die beiden Projekte auf unterschiedlichen Ebenen an. Das Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ bezieht sich auf alle städtischen 15 Lebenswelten und -quartiere, wohingegen das Projekt „Coerde in Bewegung“ den Fokus auf den Stadtteil „Coerde“ und den Themenschwerpunkt Bewegung legt. Unter diesem Gesichtspunkt werden beide Projekte miteinander verzahnt und profitieren voneinander, indem die Erfahrungen und Erkenntnisse wechselseitig eingebracht werden. Beide Projektteams arbeiten gemeinsame Themen heraus, für deren Bearbeitung die Synergien der Projekte besonders hilfreich sind. Die Vernetzung der beiden Projekte findet über eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes als personelle Schnittstelle sowie über regelmäßige Austauschtreffen der beiden Projektteams statt. „Coerde in Bewegung“ initiiert vielfältige Maßnahmen im Stadtteil rund um das Thema „Sport und Bewegung“ und entwickelt nachhaltige Angebotsstrukturen. Im Projekt „Coerde in Bewegung“, welches sich auf den Stadtteil Coerde fokussiert, werden auch Grenzen der lokal sehr wichtigen und passgenau zugeschnittenen Arbeit deutlich. Strukturelle Problemlagen und einige Herausforderungen lassen sich nur auf einer kommunalen Ebene bearbeiten und benötigen eine gesamtstädtische und gesamtgesellschaftliche Betrachtungs- und Bearbeitungsweise. Diese Themen werden im Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ aufgegriffen, in Gesundheitsforen und der stadtweiten Konferenz partizipativ erarbeitet und in das gesamtstädtische Handlungskonzept eingebracht. Bereits jetzt konnten drei zentrale Fokusthemen, die nicht nur auf der Ebene des Stadtteils bearbeitet werden können, durch das Projekt „Coerde in Bewegung“ ausgemacht werden: Räumlichkeiten, Mobilität und Armut. Da auf diese Erkenntnisse und auf Ergebnisse aus vorher geführten Gesprächen mit Expert*innen und Akteur*innen aus Coerde zurückgegriffen werden kann, kann das Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ direkt von diesen Vorarbeiten profitieren und die partizipativen Verfahren entsprechend darauf aufbauen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt „Coerde in Bewegung“ fließen damit auch in die Erstellung des Handlungsprogramms von „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ ein. Dadurch wird dem Anspruch Rechnung getragen, dass im Projekt gewonnene Erkenntnisse auf andere Stadtteile und die gesamtstädtische Ebene übertragen werden können. Darüber hinaus stimmen sich beide Projekte zum Vorgehen im Stadtteil ab, u.a. hinsichtlich der in beiden Projekten angedachten Partizipationsprozesse. Um die Synergien zu nutzen und den Stadtteil nicht mit diversen Aktionen zu überfrachten, ist angedacht, dass beide Projektteams eine partizipative Veranstaltung gemeinsam entwickeln und durchführen. Dabei kann auf die Erfahrungen des Projektes „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ zurückgegriffen werden, durch das bereits Partizipationsprozesse in Berg Fidel und im Hansaviertel umgesetzt wurden. Dort hat das Projektteam mit Orangotango, einem Kollektiv für kritische Bildung und kreativen Protest, zusammengearbeitet (https://orangotango.info/de/) und Stadtteilspaziergänge mit verschiedenen Stationen und Aufgaben, bei denen verschiedene kreative Methoden angewandt wurden, durchgeführt. Ziel war es vor allem für das breite Verständnis von Gesundheit zu sensibilisieren und den Stadtteil unter dem Gesundheitsaspekt neu kennenzulernen. Für Coerde soll das Konzept hinsichtlich der Verknüpfung mit dem Projekt „Coerde in Bewegung“ und den Spezifika des Stadtteils angepasst werden. So werden Kinder, Jugendliche und Familien im Fokus stehen. Ein detailliertes Konzept wird derzeit mit beiden Projektteams in Kooperation mit Orangotango ausgearbeitet. 16 6. Fazit und Ausblick 6.1. Einschätzung des bisherigen Projektverlaufs Eine Erkenntnis des ersten Projektjahres ist, dass Projektentwicklung und Ankommen im Stadtteil Zeit brauchen. Dies liegt darin begründet, dass zunächst grundlegende Fragen geklärt werden müssen, wie z.B. die Zusammenarbeit im Projektteam, die unterschiedlichen Zielperspektiven der Zielgruppen und der beteiligten Institutionen im Stadtteil. Darüber hinaus sind zahlreiche Vorarbeiten wie eine umfassende Bedarfs- und Bedürfnisanalyse erforderlich bis erste Maßnahmen umgesetzt werden können. Selbst wenn die Bedarfe bereits bekannt sind, können Maßnahmen nicht immer ad hoc umgesetzt werden, weil z.B. räumliche oder personelle Ressourcen nicht vorhanden oder erst kreativ gewonnen werden müssen. Hier bedarf es Geduld und Verständnis der Akteure aus dem Stadtteil, da trotz fortschreitender Projektdauer nicht unmittelbar Ergebnisse sichtbar werden. Ein gutes Erwartungsmanagement ist demnach ausschlaggebend für das Gelingen des Projektes. Der Projektgemeinschaft war es besonders wichtig, anliegen-orientiert vorzugehen, das heißt die Maßnahmen mit den Menschen aus Coerde für Coerde zu entwickeln. Unabdingbar war hier das vorhandene Wissen (u.a. Soziallageberichte und InSek-Bericht) und die Erfahrungen der vielen im Stadtteil aktiven Initiativen und öffentlichen und freien Träger mit einzubeziehen und Synergien zu nutzen. Bislang lag der Fokus auf der Entwicklung von Einzelmaßnahmen, um anlassbezogen auf Bedarfe zu reagieren, die Zielgruppe in Bewegung zu bringen, das Projekt im Stadtteil bei Bewohner*innen und den Akteur*innen bekannt zu machen und Vertrauen aufzubauen. Erste Testballons (u.a. Schul-AG, offenes Parkour-Training, Veranstaltungsformate wie Runder Tisch oder Aktionswoche „Coerde in Bewegung“) sind gestartet und ergaben wichtige Learnings für den weiteren Projektverlauf. Insbesondere wurde die Annahme des Projektteams bestätigt, dass es besonders herausfordernd ist, die erfolgreichen Testballons nachhaltig zu etablieren. Hauptziel wird sein, niedrigschwellige (kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Mitgliedschaft) und elternunabhängige Angebote aus den Stadtteilstrukturen heraus zu entwickeln und nachhaltig zu sichern. Bei der Entwicklung von Maßnahmen und Angeboten ist es wesentlich, die besonderen Querschnitte und Bedarfe des Stadtteils (Räume, Armut, Mobilität, Zugänge, Übungsleitende und Vielfalt der Angebote) zu berücksichtigen. 6.2. Weiteres Vorgehen im Projekt Wie bereits erwähnt, wurde der Fokus auf Kitas und Schulen gelegt, hier sollen weitere Testballons gestartet sowie erfolgreiche verstetigt werden. Zusätzlich werden die Bereiche frühkindliche Bewegungsförderung und der Ausbau offener und niedrigschwelliger Bewegungsangebote intensiviert. Dafür sind die Nutzung und Stärkung der bestehenden Angebote und Synergien im Stadtteil, Belebung der Bewegungsräume im öffentlichen Raum und die Sportvereinsentwicklung von Teutonia Coerde wesentliche Eckpfeiler. Im nächsten Projektjahr sind nach aktuellem Stand zu sechs Bausteinen folgende Maßnahmen angedacht: 17 Baustein 1: Offene und niedrigschwellige (kostenlos, ohne Anmeldung etc.) Bewegungsangebote und -räume Mini-Move Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren. Es wird eine Bewegungslandschaft in der Turnhalle aufgebaut, die von den Kindern mit ihren Eltern genutzt werden kann. Das Angebot soll wöchentlich in den Herbstmonaten stattfinden. Sporteln oder ähnliche Formate Das Angebot richtet sich an Grundschulkinder. Es werden an bekannten Orten im Stadtteil (u.a. Sporthalle an der Grundschule) Bewegungsangebote gestaltet. Diese sollen einen hohen Aufforderungscharakter haben. Das Angebot soll regelmäßig umgesetzt werden. Bewegter Schulhof, bewegter Spielplatz Das Angebot richtet sich an Grundschulkinder. Im Sommer werden auf Schulhöfen/ Spielplätzen etc. Bewegungsstationen angeboten. Das Sport- und Bewegungsmaterial wird vor Ort bereitgestellt. Das Angebot findet wiederkehrend an festen Terminen statt. SportNight Event Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Die Sporthalle wird wöchentlich in den Abend- und Nachstunden geöffnet. Dort werden bekannte Sportarten wie Fußball, Volleyball, Basketball etc. angeboten. Baustein 2: Schule und Kita Sportartenspezifische Angebote im Schulkontext Es werden anliegen-orientiert klassische OGS- oder Schul-AG’s etabliert. Die Kooperation zwischen den Schulen und dem Sportverein sollen gestärkt werden, so dass Vereinsangebote in der Schule in Anspruch genommen werden können. Bewegungsförderung in Kita Bewegung und Bewegungserziehung spielen im Kita-Alltag eine wichtige Rolle. Häufig fehlen aber Ideen, wie Bewegungsanreize gestaltet werden können. Bei Bedarf werden die Kitas bei der Entwicklung von Bewegungsangeboten unterstützt oder Fortbildungsangebote gemacht. Baustein 3: Engagement und Multiplikator*innen Sport-Team-Coerde in Bewegung“ aufbauen Es wird ein Team aus 3 bis 4 Übungsleitungen und 10 Sporthelfenden aufgebaut, das die Bewegungsangebote in Coerde umsetzt. Hierfür werden Kooperationen mit WWU, FH und Sportverein genutzt. Aufbau eines Freiwilligennetzes Die sogenannten „Sportpaten“ sind Ehrenamtliche, die entweder Zeit- oder Geldressourcen zur Verfügung stellen. Mit Geld können sich die Sportpaten z.B. an der Sportausstattung oder dem Vereinsbeitrag des Kindes beteiligen. Bei der Zeitressource kann ein*e Sportpat*in der Familie bei den formalen Angelegenheiten helfen. Denkbar ist auch ein Begleitservice zu den Trainingszeiten, sofern das Sportangebot noch nicht in Coerde angesiedelt ist. 18 Baustein 4: Qualifizierung und Schulungen Sporthelfer*innen-Ausbildung Sporthelfer*innen sind speziell ausgebildete Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, die Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche in Schule und Sportverein gestalten und durchführen. Die Umsetzung soll in Kooperation mit der Hauptschule Coerde, dem HOT Coerde und dem AWO-Stadtteilbüro erfolgen. Übungsleiter*innen-Ausbildung für den Stadtteil anbieten Es werden Übungsleitende akquiriert, die im Rahmen von Schulungen mit den Strukturen des Stadtteils vertraut gemacht werden. Besonderer Fokus soll dabei auf Kinder und Jugendliche und sozialpädagogische Anteile gelegt werden. Durch die Sensibilisierung für den Stadtteil, sollen die Übungsleitenden langfristig für bestimmte Angebote und als Kooperationspartner für Institutionen auch mit Blick auf neue Angebotsplanungen zur Verfügung stehen. Baustein 5: Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen Es werden öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen geplant, wie z.B. Sport- und Bewegungsfeste. Diese sollen das Thema Bewegung mehr in den Fokus rücken und Freude an Bewegung vermitteln. Die Veranstaltungen sollen die Möglichkeit geben, als Familie ungezwungen mit Sport und Bewegung in Berührung zu kommen. Homepage Die Projekt-Homepage (https://coerde-in-bewegung.de/) wird gepflegt und erweitert. Die Homepage soll dazu beitragen, alle Informationen zum Projekt, einschließlich aktueller Entwicklungen, transparent zu machen. Darüber hinaus werden bewährte Formate wie Coerde-Pur zur Bewerbung von neuen Angeboten genutzt. Verfassen von Pressemitteilungen Im Projektverlauf werden anlassbezogen Pressemitteilungen formuliert, um besonders relevante Themen in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Mitteilungen können zur Bewerbung von Angeboten hilfreich sein, aber z.B. auch, um Kooperationspartner, interessierte Übungsleitende, etc. zu gewinnen. Baustein 6: Einbindung in gesamtstädtischen Kontext Kooperation mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ Die Teams beider Projekte treffen sich weiterhin im Rahmen von regelmäßigen Arbeitstreffen, tauschen sich über gewonnene Erkenntnisse aus und nutzen die Synergien beider Projekte, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Dies beinhaltet u.a. auch die Perspektive der Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus „Coerde in Bewegung“ auf andere Stadtteile sowie die Bearbeitung struktureller Problemlagen und Herausforderungen, die sich nur auf einer kommunalen Ebene bearbeiten lassen und eine gesamtstädtische und gesamtgesellschaftliche Betrachtungs- und Bearbeitungsweise benötigen. Das Projektteam „Coerde in Bewegung“ bringt die Projekterkenntnisse in die stadtweite Konferenz „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ im Herbst 2023 ein. Berichterstattung gegenüber Verwaltung und Politik Verwaltung und Politik werden auf Stadtteil- und gesamtstädtischer Ebene anlassbezogen über die Fortschritte des Projektes informiert. Hierzu dient u.a. auch die Mitwirkung an der o.g. stadtweiten Konferenz „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“. 19 Wie im Projektbericht ersichtlich ist, lag der Fokus im ersten Projektjahr in erster Linie auf der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Im zweiten Projektjahr hingegen wird der Fokus darauf gelegt, anliegen-orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Bewegung im Stadtteil fest verankert und gelebt wird. 20 7. Quellenverzeichnis Stadt Münster (2022): Stadtteilsteckbrief 2020, 61 Coerde. Zugriff unter: https://www.stadt- muenster.de/Stadtteilsteckbrief_61_Coerde.pdf (02.08.2022). Stadt Münster, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien; Amt für Schule und Weiterbildung (2019): Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang „Kindertageseinrichtung – Grundschule“. Startbedingungen von Kindern zu Beginn der Schullaufbahn. Zugriff unter: http://docplayer.org/220858288-Bildungsbericht-zum-stand-der- indexbildung-als-monitoringverfahren-im-uebergang-kindertageseinrichtung- grundschule.html (02.08.2022). Stadt Münster (2022): Steckbrief 2020 für die Stadt Münster. Zugriff unter: https://www.stadt- muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt- muenster/61_stadtentwicklung/pdf/steckbriefe/Steckbrief_Stadt_Muenster_gesamt.pdf (02.08.2022). 21 8. Anhang Anhang 1: Übergewicht und Adipositas der Vorschulkinder. Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen der Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021, Stadt Münster. 22 Anhang 2: Schwimmfähigkeit der Vorschulkinder. Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen der Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021, Stadt Münster. 23 Anhang 3: Anteil der Vorschulkinder, die regelmäßig Sport ausüben (Verein, Sportgruppe o.ä.). Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen des Einschulungsjahrgangs 2020, Stadt Münster.
Berichtsvorlage
7984 Zeichen
V/0174/2023 V/0174/2023 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Coerde in Bewegung – Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022) Beratungsfolge 18.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 19.04.2023 Sportausschuss Bericht 26.04.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Bericht Bericht: 1. Einleitung In Coerde gibt es einen großen Handlungsbedarf rund um das Thema Sport und Bewegung. Dieser wurde sowohl in dem im Jahr 2020 vom Rat verabschiedeten Integrierten Stadtteilentwicklungskon- zept (INSEK) für Coerde herausgearbeitet als auch in den von der Kommunalen Gesundheitskonfe- renz im Jahr 2021 verabschiedeten Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Sport, Bewegung und Gesundheit“ unter Federführung des Gesundheitsamtes. Neben verschiedenen baulichen Maßnahmen wurde in beiden Prozessen der Bedarf für eine*n Sport- und Bewegungskoordinator*in besonders hervorgehoben. Dieser Bedarf mündete in einen Antrag zur Förderung von Projekten in Lebenswelten nach § 20a SGB V durch die Krankenkassen/-verbände in NRW, der im September 2021 positiv beschieden wurde. Das daraus resultierende Projekt „Coerde in Bewegung“ ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024) und wird durch die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW gefördert. Die Projek- tumsetzung erfolgt trägerübergreifend durch den Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE), den Stadtsportbund Münster e.V. (SSB) und das Gesundheitsamt der Stadt Münster. Die beiden beim VSE und SSB angebundenen Sport- und Bewegungskoordinator*innen sind die un- mittelbaren Ansprechpersonen für das Thema „Sport und Bewegung“ in Coerde und sind für die Um- setzung des Projektes im Stadtteil verantwortlich. Die beiden Träger bringen unterschiedliche Experti- sen in das Projekt ein, die sich ergänzen und demnach synergetisch zusammengeführt und genutzt werden. Der VSE ist als Jugendhilfeträger im Stadtteil seit vielen Jahren verwurzelt und gut vernetzt, so dass bei seiner Arbeit vor allem die Beziehungsarbeit und die Ansprache und Einbindung der un- terschiedlichen Zielgruppen im Projekt ausschlaggebend sind. Der Stadtsportbund hingegen bringt die Sport- und Bewegungsexpertise sowie die Vernetzung mit den Sportvereinen in das Projekt ein und ist damit u.a. Initiator für Sport- und Bewegungsangebote und Koordinator für die Umsetzung und Gesundheits- und Veterinäramt 31.03.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Heitkötter Telefon: 492-5388 Heitkoetter@stadt- muenster.de - 2 - V/0174/2023 Etablierung dieser. Die Rolle des Gesundheitsamtes im Projekt ist insbesondere die Schnittstelle zur Kommunalverwaltung und die Einbettung des Projektes in stadtweite Strukturen und Prozesse. 2. Aktueller Stand im Projekt Wie im beigefügten Projektbericht detailliert dargestellt, lag der Fokus im ersten Projektjahr in erster Linie auf der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Die Be- darfe bezogen sich zum einen auf sehr konkrete Angebote wie verschiedene Mannschaftssportarten, Schwimm- und Fahrradkurse, Skaten, Parkour, Leichtathletik, Bewegungsangebote für Mädchen und niederschwellige Outdoor-Angebote im Stadtteil. Die Auflistung zeigt den Wunsch nach einer größe- ren Angebotsvielfalt im Stadtteil und einer stärkeren Bedarfsorientierung. Zum anderen spiegelten sich in der Bedarfsanalyse strukturelle Herausforderungen wider, die weniger die Angebote selbst, sondern vielmehr den Zugang zu den Angeboten betrafen. Hierzu zählten insbesondere die Themen Armut, Mobilität und räumliche und personelle Ressourcen. Verschiedene Maßnahmen, wie Bewegungsangebote für Mädchen im Schulkontext oder eine Par- kour-Angebotsreihe, wurden bereits umgesetzt. Im zweiten Projektjahr wird der Fokus darauf gelegt, anliegen-orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Bewegung im Stadtteil fest verankert und gelebt wird. Zentral wird hierbei der Aufbau nachhaltiger Strukturen sein. Förderlich hierfür sind veränderte Rahmenbedingungen. Das Sportamt führt momentan eine integrier- te gesamtstädtische Sportentwicklungsplanung durch, welche im Sommer 2024 fertiggestellt sein wird. Im Rahmen dieser werden auch die Stadtteile beleuchtet, um die gewonnenen Erkenntnisse dann auch für die Verbesserung der Rahmenbedingungen zu nutzen. Dieser Sportentwicklungspla- nung vorweggenommen hat das Sportamt in Coerde 2022 ein Kunstrasenspielfeld gebaut, um bereits jetzt für Teutonia Coerde die Rahmenbedingungen zu verbessern. 3. Entwicklung eines gesamtstädtischen Konzeptes Das Gesundheitsamt hat als Bindeglied zu Verwaltung und Politik mit Blick auf die gesundheitsbezo- gene Strukturentwicklung in Coerde eine wichtige Rolle und ist zugleich für den Transfer auf andere Stadtteile von großer Bedeutung. Diesbezüglich erfolgt u.a. eine enge Kooperation und Verzahnung mit dem durch die Techniker Krankenkasse bewilligten Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“. „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ ist ein auf fünf Jahre angelegtes Verbundprojekt von Stadt- verwaltung (Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing, Gesundheitsamt) und Universität Münster (Institut für Geographie), gefördert von der Techniker Krankenkasse. Ziel des im Jahr 2021 gestarte- ten Projektes ist die partizipative Erarbeitung eines kommunalen Handlungsprogramms für gesund- heitliche Chancengleichheit in der Stadt, das als Teil der Stadtentwicklung fest in allen Politikfeldern der Stadt verankert werden soll. Für die Erarbeitung wurden exemplarisch die drei Stadtteile Berg Fidel, Coerde und das Hansaviertel ausgewählt. Im Rahmen von Gesundheitsforen wurden und wer- den mit Akteuren aus den Stadtteilen Talente, Chancen und Entwicklungsbedarfe sowie Ideen und Visionen für die Stadtteile sowie die Gesamtstadt identifiziert. Auf einer Konferenz im Herbst 2023 werden die Ergebnisse aus den Stadtteilen zusammengetragen und zukünftige Entwicklungspfade von Münster als „Gesunde Stadt“ gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Stadtteilen, der Stadtge- sellschaft, der Verwaltung, der Politik und mit wissenschaftlichen Expert*innen diskutiert. In den Gesundheitsforen wurde „Sport und Bewegung“ als wichtiges Handlungsfeld herausgearbeitet. Der Stadtsportbund war vor Ort mit vertreten und nicht zuletzt durch die Gesundheitsforen mit den Stadtteilakteuren intensiv im Gespräch. So unterschiedlich die Situation in den Stadtteilen ist, sind einige Herausforderungen ähnlich gelagert. Aus dem letzten Gesundheitsforum heraus hat sich eine Arbeitsgruppe „Sport und Bewegung“ in Berg Fidel auf Initiative des Stadtsportbundes hin gegründet. In der Runde sollen Bedarfe formuliert, Maßnahmen überlegt und Kooperationen entwickelt werden. Dabei kann der SSB die Erfahrungen aus Coerde einbringen. Zu diesem Zweck hat der Stadtsport- bund einen Förderantrag über das „Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit“ des Bun- desministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestellt. Der Förderzeitraum erstreckt sich - 3 - V/0174/2023 lediglich bis zum 31.12.2023 und ist als „Testballon“ zu verstehen, um erste Angebote und Strukturen zu initiieren und die Übertragbarkeit der Erfahrungen aus Coerde auf andere Stadtteile zu erproben. Eine Rückmeldung zu dem Antrag steht noch aus. Ausgehend von den gemachten Erfahrungen sind langfristige Personalressourcen zu schaffen, durch die eine übergeordnete Begleitung und Sicherung der bereits geschaffenen Strukturen in den Stadt- teilen gewährleistet werden kann und durch die mit der Perspektive einer gesamtstädtischen Strate- gie auch in weiteren Stadtteilen Sport und Bewegung als Teil der gesundheitsbezogenen Quartiers- arbeit etabliert und nachhaltig verankert werden kann. In Vertretung Gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage 1: Coerde in Bewegung – Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022) Anlage A
Anlage A
3926 Zeichen
Anlage A zur V/0174/2023 Kurzüberblick Das Projekt „Coerde in Bewegung“ ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024) und wird durch die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW gefördert. Die Projektumsetzung erfolgt trägerübergreifend durch den Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE), den Stadtsportbund Münster e.V. (SSB) und das Gesundheitsamt der Stadt Münster. Wie im Projektbericht detailliert dargestellt, lag der Fokus im ersten Projektjahr in erster Linie auf der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Die Bedarfe bezogen sich zum einen auf sehr konkrete Angebote und zum anderen spiegelten sich in der Be- darfsanalyse strukturelle Herausforderungen wider, die weniger die Angebote selbst, sondern vielmehr den Zugang zu den Angeboten betrafen. Hierzu zählten insbesondere die Themen Ar- mut, Mobilität und räumliche und personelle Ressourcen. Ausgehend von der Analyse wurden bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Im zweiten Projektjahr wird der Fokus darauf ge- legt, anliegen-orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Be- wegung im Stadtteil fest verankert und gelebt wird. Zentral wird hierbei der Aufbau nachhaltiger Strukturen sein. Die in Coerde gesammelten Erfahrungen sollen auch für andere Stadtteile genutzt werden. Es müssen Strukturen geschaffen werden, um die Übertragbarkeit auf andere Stadtteile mit der Per- spektive einer gesamtstädtischen Strategie sicherstellen zu können. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Das Projekt „Coerde in Bewegung“ zielt auf die Förderung der gesundheitlichen Chancengleich- heit von Kindern und Jugendlichen im Themenfeld „Sport und Bewegung“. Im Münsteraner Stadt- teil Coerde werden bewegungs- und gesundheitsförderliche Lebenswelten für Kinder und Jugend- liche bis 16 Jahre geschaffen. Zielerreichung: Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024). Im ersten Pro- jektjahr lag der Fokus in erster Linie auf der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Be- darfs- und Bedürfnisanalyse. Im zweiten Projektjahr wird der Fokus darauf gelegt, anliegen- orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Bewegung im Stadtteil fest verankert und gelebt wird. Zentral wird hierbei der Aufbau nachhaltiger Strukturen sein. Finanzierung Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienste Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2023 enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2024 enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein X Ggfls. Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Die Umsetzung des Projektes beruht auf mehreren Berichten und Beschlüssen: - Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Coerde (V/0224/2020 und V/0224/2020/1) - Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Sport, Bewegung und Gesundheit“ der Kommu- nalen Gesundheitskonferenz Münster (V/0505/2021) Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Coerde. Coerde ist gekenn- zeichnet durch eine besondere Sozialstruktur (z.B. hoher Anteil an Arbeitslosen und SGB II- Empfänger*innen, hoher Anteil der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte an der Gesamtbe- völkerung) und damit einhergehender gesundheitlicher Chancenungleichheit. Im Rahmen des Projektes werden die Bedarfe und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil ermittelt und passgenaue Maßnahmen entwickelt. Hierbei wird den Querschnittsthemen Rechnung getragen (z.B. Schaffen von Angeboten für Mädchen).
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0174/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.03.2023
- Erstellt
- 21.03.2023 10:07