Mandari Insight

V/0174/2023

Coerde in Bewegung – Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022)

Vorlagen 21.03.2023

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Anlage 1_Zwischenbericht_Coerde in Bewegung

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Anlage 1_Zwischenbericht_Coerde in Bewegung

56523 Zeichen

Anlage 1 
 
„Coerde in Bewegung“ 
Projektzwischenbericht  
(01.10.2021 – 31.12.2022)

1 
 
 
Kooperationsprojekt von 
 
 
 
 
Gefördert durch

2 
 
Inhalt 
 
1. Coerde in Bewegung – Hintergründe und Ziele ................................ ..............................  3 
1.1. Projektentstehung ................................ ................................ ................................ ... 3 
1.2. Projekt- und Arbeitsstruktur ................................ ................................ ..................... 3 
1.3. Projektziele ................................ ................................ ................................ ............. 4 
2. Bedarfs- und Bedürfnisanalyse ................................ ................................ ....................... 5 
2.1. Methode ................................ ................................ ................................ .................. 5 
2.2. Ergebnisse ................................ ................................ ................................ .............. 6 
2.2.1 Quantitative Ergebnisse................................ ................................ ......................... 6 
2.2.2 Qualitative Ergebnisse ................................ ................................ ........................... 8 
3. Maßnahmenentwicklung und -umsetzung ................................ ................................ .....11 
3.1. Frühkindliche Bewegungsförderung ................................ ................................ .......11 
3.2. Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule ................................ ...................11 
3.3. Bewegung in der Freizeit u.a. im öffentlichen Raum ................................ ...............11 
4. Öffentlichkeitsarbeit ................................ ................................ ................................ .......12 
5. Einbindung in Verwaltung und Politik ................................ ................................ .............13 
5.1. Berichterstattung in und Einbindung von Gremien ................................ ..................13 
5.2. Verzahnung mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ .....................13 
6. Fazit und Ausblick ................................ ................................ ................................ .........16 
6.1. Einschätzung des bisherigen Projektverlaufs ................................ .........................16 
6.2. Weiteres Vorgehen im Projekt ................................ ................................ ................16 
7. Quellenverzeichnis ................................ ................................ ................................ ........20 
8. Anhang ................................ ................................ ................................ ..........................21

3 
 
1. Coerde in Bewegung – Hintergründe und Ziele 
1.1. Projektentstehung 
In einem mehrjährigen Prozess wurde durch das Stadtplanungsamt unter Beteiligung 
verschiedener Fachämter, Schlüsselakteure aus dem Stadtteil, der Politik vor Ort und der 
Bürgerschaft ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (INSEK) für Coerde entwickelt. 
Dieses wurde am 24. Juni 2020 vom Rat der Stadt Münster einstimmig beschlossen.  
Zeitgleich hat sich unter Federführung des Gesundheitsamtes eine Projektgruppe der 
Kommunalen Gesundheitskonferenz intensiv mit dem Thema „Sport, Bewegung und 
Gesundheit“ auseinandergesetzt und verschiedene Handlungsempfehlungen entwickelt. 
Diese wurden am 16.Juni 2021 von der Kommunalen Gesundheitskonferenz verabschiedet 
und anschließend in den Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie den Sportausschuss 
eingebracht. 
In beiden Prozessen wurde der große Handlungsbedarf in Coerde rund um das Thema Sport 
und Bewegung herausgearbeitet. Im INSEK wurden u.a. bauliche Maßnahmen zu diesem 
Themenfeld angeregt: Der Neubau eines multifunktionalen Stadtteilhauses mit einem 
Bewegungsraum, die Schaffung von Bewegungselementen auf dem zentral in Coerde 
gelegenen Hamannplatz oder der Sanierung von Spielplätzen. Darüber hinaus gab es 
weitere „weiche“ Maßnahmen, die definiert wurden. Sowohl im INSEK als auch in der 
Projektgruppe der Kommunalen Gesundheitskonferenz wurde der Bedarf für eine*n Sport- 
und Bewegungskoordinator*in betont.  
Während im Rahmen des INSEKs über das Bund-Länder-Programm „Sozialer 
Zusammenhalt“ eine Gewährung von Städtebaufördermitteln zur Umsetzung verschiedener 
baulicher Maßnahmen erreicht wurde, mussten für Maßnahmen wie eine*n Sport- und 
Bewegungskoordinator*in alternative Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden. 
Diesbezüglich ergriff das Gesundheitsamt die Initiative und erarbeitete mit dem Verbund 
sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V., dem Stadtsportbund Münster e.V. und dem Verein 
für Mototherapie und Psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. ein umfassendes 
Konzept „Coerde in Bewegung“, bei dem die Anstellung einer Person zur Koordination des 
Sport- und Bewegungsbereichs das zentrale unverzichtbare Element darstellte. Auf dieser 
Grundlage wurde ein Antrag zur Förderung von Projekten in Lebenswelten nach § 20a SGB 
V durch die Krankenkassen/-verbände in NRW gestellt, der im September 2021 positiv 
beschieden wurde.  
1.2. Projekt- und Arbeitsstruktur 
Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024) und wird durch die 
gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW gefördert. Die Projektumsetzung erfolgt 
trägerübergreifend: 
 Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE): 0,5 VZÄ  
 Stadtsportbund Münster e.V. (SSB): 0,25 VZÄ 
 Stadt Münster, Gesundheits- und Veterinäramt (Gesundheitsamt): 0,1 VZÄ  
Der VSE ist der Zuwendungsempfänger, wodurch ihm die Finanzverwaltung des 
Gesamtprojekts obliegt.

4 
 
Die beim VSE und SSB angebundenen Sport- und Bewegungskoordinator*innen sind die 
unmittelbaren Ansprechpersonen für das Thema „Sport und Bewegung“ in Coerde und sind 
für die Umsetzung des Projektes im Stadtteil verantwortlich. Letzteres beinhaltet die Bedarfs- 
und Bedürfnisanalyse, die Maßnahmenentwicklung und Zieloperationalisierung, die 
Maßnahmenumsetzung, die Schulung von Multiplikator*innen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Die 
beiden Träger bringen unterschiedliche Expertisen in das Projekt ein, die sich ergänzen und 
demnach synergetisch zusammengeführt und genutzt werden. Der VSE ist als 
Jugendhilfeträger im Stadtteil verwurzelt und gut vernetzt, so dass bei seiner Arbeit vor allem 
die Beziehungsarbeit und die Ansprache und Einbindung der unterschiedlichen Zielgruppen 
im Projekt ausschlaggebend sind. Der Stadtsportbund hingegen bringt die Sport- und 
Bewegungsexpertise in das Projekt ein und ist damit u.a. Initiator für Sport- und 
Bewegungsangebote und Koordinator für die Umsetzung und Etablierung dieser.  
Die Rolle des Gesundheitsamtes im Projekt ist die Schnittstelle zur Kommunalverwaltung 
und die Einbettung des Projektes in stadtweite Strukturen und Prozesse. Dies beinhaltet 
insbesondere die Federführung des Steuerungsgremiums des Projektes sowie die 
Berichterstattung gegenüber verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung und politischen 
Gremien sowie deren Einbindung. Das Gesundheitsamt hat damit als Bindeglied zur 
Verwaltung und Politik mit Blick auf die Strukturentwicklung in Coerde eine zentrale Rolle 
und ist zugleich für den Transfer auf andere Stadtteile von großer Bedeutung. Diesbezüglich 
erfolgt u.a. eine enge Kooperation und Verzahnung mit dem durch die Techniker 
Krankenkasse bewilligten Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ (s. Kapitel 5.2).  
Die Steuerung und Kontrolle des Netzwerks erfolgt durch eine enge Absprache und 
regelmäßige Treffen der operativen Partner. Darüber hinaus arbeiten die operativen Partner 
in Form von Einzelgesprächen oder über Gremien im Stadtteil mit strategischen Partnern 
zusammen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Schlüsselakteure aus dem Stadtteil, 
die für die Projektumsetzung und für die Nachhaltigkeit unverzichtbar sind.  
Darüber hinaus trifft sich halbjährlich das Steuerungsgremium des Projektes unter 
Federführung des Gesundheitsamtes. Neben Vertreter*innen der drei Projektträger sind die 
für das Projekt zuständigen Ansprechpartnerinnen des Landeszentrums Gesundheit NRW 
und der Techniker Krankenkasse als Vertreterin der gesetzlichen Krankenkassen/-verbände 
NRW Mitglieder des Gremiums. Ziel des Steuerungsgremiums ist es, das Konzept 
hinsichtlich der einzelnen Projektphasen zu reflektieren und bei Bedarf nachzujustieren. 
Damit ist das Steuerungsgremium für die Qualitätssicherung maßgebend. 
1.3. Projektziele 
Die Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen im 
Themenfeld „Sport und Bewegung“ nach §20a SGB V ist verbindlicher Zweck des Projektes. 
Im Münsteraner Stadtteil Coerde werden bewegungs- und gesundheitsförderliche 
Lebenswelten für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre geschaffen. Dabei werden die 
folgenden Handlungsfelder berücksichtigt: 
 Frühkindliche Bewegungsförderung (vor der Kita) 
 Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule 
 Bewegung in der Freizeit, u.a. Bewegung im öffentlichen Raum

5 
 
Als Grundlage allen Handelns, dienen die Präventionsketten, die sich über die 
Stadtteilkoordination "Frühe Hilfen" entwickelt und etabliert haben. Diese sollen um den 
Baustein Bewegung ergänzt werden 
Zielgruppen des Projektes sind: 
 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre  
 Eltern und familiäres Umfeld  
 Multiplikatoren (u.a. Erzieher*innen, Lehrpersonal, Stadtteil-Akteur*innen )  
Daraus hat das Projektteam folgende Ziele abgeleitet:  
 Wir entwickeln und fördern bewegungsfördernde und gesundheitsförderliche 
Lebenswelten für Kinder und Jugendliche in Coerde (Verhältnisse) 
 Wir schaffen und gestalten Zugänge zu bestehenden Sport- und Bewegungsangeboten 
und entwickeln je nach Bedarf ergänzende Angebote (Verhältnisse und Verhalten) 
 Wir informieren die Zielgruppen über die Wichtigkeit eines gesundheitlichen und 
bewegungsreichen Lebensstils (Verhalten) 
Daraus resultieren folgende Aufträge für das Projektteam: 
 
 Sensibilisierung für einen gesundheitsfördernden und bewegungsreichen Lebensstil - 
Botschaft: Für ein gesundes Aufwachsen ist Bewegung und Sport ein wesentlicher 
Baustein. 
 Förderung der Gesundheitskompetenz, Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen 
und die Implementierung des Themas Bewegung ins Beratungsspektrum „Frühe Hilfen“. 
 Förderung der bestehenden Sport- und Bewegungsangebote und die Gestaltung von 
Zugängen der Zielgruppe zu diesen. 
 Die Entwicklung neuer und ergänzender Bewegungsräume und -angebote im Stadtteil 
nach Bedarf u.a. in Kooperation mit Schulen und Trägern der Kinder- und Jugendarbeit.  
 Schaffung eines breiten und nachhaltigen Netzwerks mit Akteur*innen aus den 
Gesundheits-, Jugendhilfe-, Sozial- und Bildungsbereichen.    
 
2. Bedarfs- und Bedürfnisanalyse 
2.1. Methode 
Der Stadtteil Coerde ist durch eine besondere Sozialstruktur und eine damit einhergehende 
Chancenungleichheit gekennzeichnet. Verschiedene Datensätze, wie die 
Schuleingangsuntersuchungen haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass in dem 
Stadtteil besonderer Handlungsbedarf zur Förderung von Bewegung und Gesundheit 
besteht. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (InSek) Coerde bestätigt diese 
festgestellten Bedarfe und benennt Bewegung als zentrales Handlungsfeld des 
Programmes. Das Projektteam „Coerde in Bewegung“ hat aus diesem Grund aktuelle 
Datensätze systematisch analysiert, mit den Ergebnissen des InSek sowie 
vorangegangenen Schuleingangsuntersuchungen verglichen und diese als Grundlage für 
das weitere Vorgehen genutzt.  
Um passgenaue Maßnahmen zu entwickeln und die Akzeptanz und Annahme der 
Maßnahmen durch die Coerder Bürgerschaft sicherzustellen, wurden die analysierten

6 
 
Datensätze in einem zweiten Schritt mit Hilfe einer partizipativen Bedarfs- und 
Bedürfnisanalyse ergänzt. Im Rahmen eines digitalen Workshops wurden hierfür 
verschiedene Akteure aus den im Stadtteil aktiven Institutionen im Hinblick auf bestehende 
Angebote sowie konkrete Bedarfe befragt. Im Anschluss wurden die Bestands-, Bedarfs- und 
Bedürfnisanalysen zusammengeführt, sodass konkrete Handlungsbedarfe benannt, 
systematisiert und priorisiert werden konnten.  
Anhand dieser Ergebnisse wurden im Folgenden Einzelgespräche mit verschiedenen als 
besonders relevant identifizierten Institutionen und Akteuren geführt, zunächst in erster Linie 
mit Schulen, der offenen Jugendarbeit und Kitas. Die zuvor bestimmten Handlungsbedarfe 
wurden in diesen Gesprächen konkretisiert und bereits erste Ideen für zielgerichtete 
Lösungsansätze erarbeitet. Die Ergebnisse dieser anliegen-orientierten Gespräche sowie 
der vorangegangenen Analysen bilden die Grundlage der entwickelten Maßnahmen. In 
Anschlussgesprächen wurden und werden die Bedarfe sowie die getroffenen Maßnahmen 
regelmäßig reflektiert und gegebenenfalls entsprechend angepasst. Nach und nach werden 
im weiteren Projektverlauf weitere Akteure und Institutionen eingebunden.  
2.2. Ergebnisse  
2.2.1 Quantitative Ergebnisse  
Sozialstruktur: 
Am 31.12.2020 lag die Anzahl an wohnberechtigten Personen in Coerde bei 11.213 
Personen. Dass der Stadtteil kulturell sehr vielfältig ist, zeigt sich daran, dass mehr als die 
Hälfte dieser Einwohner*innen (53,21%) eine Migrationsvorgeschichte hat. Der Anteil der 
Kinder mit Migrationsvorgeschichte in Coerde liegt mit 68,52% noch über diesem Wert. 
Gleichzeitig ist Coerde durch einen hohen Jugendquotienten (46,70%) und einen hohen 
Anteil an Arbeitslosen und SGB II-Empfänger*innen im Kindes- als auch Erwachsenenalter 
geprägt. Besonders im gesamtstädtischen Vergleich zeigt sich die Besonderheit der 
Sozialstruktur des Stadtteils: 
 Coerde Münster 
gesamt 
Anteil der SGB II- Empfänger im Alter von 15-64 Jahren 
an den Einwohnern im Alter von 15-64 Jahren 
20,75% 6,36% 
Anteil der SGB II- Empfänger im Alter von 0-14 Jahren 
an den Einwohnern im Alter von 0-14 Jahren 
42,27% 14,14% 
Anteil der Arbeitslosen an den Einwohnern im Alter von 
15-64 Jahren 
9,94% 4,02% 
Anteil der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte an 
der Gesamtbevölkerung 
53,21% 23,17% 
Anteil der Kinder mit Migrationsvorgeschichte an allen 
Kindern 
68,52% 38,89% 
Anteil der Kinder in Haushalten mit einem Elternteil an 
allen Kindern in Haushalten 
30,72% 18,24% 
Jugendquotient 
Anzahl der Wohnberechtigten Bevölkerung im Alter von 0 - 19 Jahren dividiert durch die 
Anzahl der Wohnberechtigten Bevölkerung im Alter von 20 - 64 Jahren multipliziert mit 
100. 
46,70% 26,86% 
(Vgl. Stadtteilsteckbrief Coerde 2020; Vgl. Stadtsteckbrief für die Stadt Münster 2020)

7 
 
Bildung: 
Im Bildungsbericht der Stadt Münster zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren 
im Übergang „Kindertageseinrichtung – Grundschule“ (2019) werden Daten des Projektes 
„Bildung integriert“ vom BMBF ausgewertet. In dem Projekt wurde ein Bildungsindex für den 
Übergang von Kindertageseinrichtungen in die Grundschule für die Stadt Münster entwickelt, 
der Hinweise darauf geben soll, inwieweit Umweltbelastungen die Bildungsteilhabe 
erschweren. Dabei wurden die wirtschaftliche Lage, die institutionelle Förderung 
(Besuchsdauer der Kindertageseinrichtung), die Sprachfähigkeit sowie die elterliche 
Förderung als Haupteinflussfaktoren für das Gelingen des Überganges in die Grundschule 
identifiziert. 
Die Werte des Bildungsindex werden in fünf Kategorien differenziert, die von „sehr guten“ bis 
hin zu „sehr belastenden“ Startbedingungen vor Schuleintritt reichen. Laut Bildungsbericht 
der Stadt wurden in Münster drei Schulen mit sehr belastenden Startbedingungen 
identifiziert, die alle samt im Norden von Münster zu finden sind. Zwei dieser Schulen 
befinden sich im Stadtteil Coerde, wodurch ersichtlich wird, dass hier besondere 
Fördermaßnahmen für die Schülerschaft erforderlich sind. 
Vergleicht man die Daten zum Übergang der Grundschule auf die weiterführende Schule im 
Norden Münsters mit den gesamtstädtischen Zahlen, so werden auch hier Handlungsbedarfe 
deutlich. Während gesamtstädtisch betrachtet im Schuljahr 2021/22 mehr als die Hälfte der 
Schüler*innen (54,6%) auf das Gymnasium wechselten, lag der Anteil für Münster Nord bei 
36,4%. Gleichzeitig wechselten 15,0% der Schüler*innen aus Münster Nord auf die 
Hauptschule, während dieser Anteil für die Stadt Münster nur bei 4,8% lag. 
Gesundheit und Bewegung:  
Im Jahr 2021 haben in Coerde insgesamt 100 Menschen die Beratungsleistungen vom 
Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDI) des Gesundheitsamtes in Anspruch genommen. Das 
sind rund 10% mehr als noch 2018. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (bis 21 Jahren), 
die den Dienst in Anspruch genommen haben, lag 2021 in Coerde bei 25% und liegt damit 
deutlich über dem gesamtstädtischen Wert von 13,9%. 
Durch die Schuleingangsuntersuchungen, die vom Gesundheitsamt der Stadt Münster 
durchgeführt und ausgewertet werden, lassen sich umfassende Erkenntnisse über den 
Gesundheits- und Entwicklungszustand der Vorschulkinder gewinnen. Für die 
Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021 liegt aufgrund der Pandemie keine Vollerhebung vor. 
Zudem wurden die Kinder der Kitas und Grundschulen mit einem erfahrungsgemäß erhöhten 
Belastungsprofil bei der Ermittlung von Kindern mit einem erhöhten Bedarf an einer 
Einschulungsuntersuchung priorisiert. Trotz der Einschränkungen konnten 78% der Kinder 
des Einschulungsjahrgangs 2020 und 75% der Kinder des Einschulungsjahrgangs 2021 
untersucht werden. Aufgrund der Priorisierung bei nicht erfolgter Vollerhebung muss eine 
Verzerrung der Daten für die Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021 angenommen und bei 
der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.  
 Die Auswertung der Gewichtsdaten der untersuchten Kinder der Einschulungsjahrgänge 
2020 und 2021 zeigt, dass die Anzahl der Kinder mit Übergewicht (9,2%) und Adipositas 
(11,1%) in Coerde über dem gesamtstädtischen Wert von je 5,8% liegt. Zudem sind 
beide Werte in Coerde im Vergleich zu den Schuleingangsuntersuchungen von 
2017/2018 und 2018/2019 angestiegen (Übergewicht 8,9%, Adipositas 9,6%).

8 
 
 Bezüglich der Schwimmfähigkeit zeigte die Schuleingangsuntersuchung von 2020/2021, 
dass 77,9% der Kinder aus Coerde noch kein Seepferdchen Abzeichen erworben haben 
und bislang noch keinen Schwimmkurs besucht haben. Auch hier liegt der Wert des 
Stadtteils deutlich über dem gesamtstädtischen Wert von 58,8%. Es gibt nur einen 
Stadtteil in Münster, in dem der Anteil der Kinder, die kein Abzeichen erworben haben, 
größer ist. 
 Zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung von 2020 haben 77% der Vorschulkinder 
in Coerde nicht regelmäßig Sport in einem Verein, einer Sportgruppe o.ä. ausgeübt. 
Damit gibt es in Münster nur einen Stadtteil, in dem dieser Anteil größer ist 
(siehe Anhänge 1, 2 und 3: Schaubilder zum gesamtstädtischen Vergleich) 
2.2.2 Qualitative Ergebnisse  
Ergebnisse Runder Tisch: 
Im Januar dieses Jahres hat das Projektteam einen „runden Tisch“ organisiert, der 
pandemiebedingt digital durchgeführt wurde. Eingeladen waren die Schlüsselakteure aus 
dem Stadtteil. Neben Vertreter*innen aus Schule und Kita waren auch die offene 
Jugendarbeit, der Verein für Mototherapie, die Quartiersmanagerin von Münster Marketing, 
das Anna-Krückmann-Haus, die Stiftung Westfalen Initiative, das DRK Coerde, die 
Kirchengemeinde St. Franziskus sowie das Stadtteilbüro Coerde vertreten. Ziel der 
Veranstaltung war es, einen Überblick über bestehende Sport- und Bewegungsangebote zu 
bekommen und zusätzlich den konkreten Bedarf im Stadtteil zu erfragen, um diesen mit den 
Ergebnissen der zuvor analysierten Datensätze abzugleichen und zu ergänzen. Gleichzeitig 
konnte das Projektteam erste Kontakte mit wichtigen Akteuren aus dem Stadtteil knüpfen, 
wodurch die Basis für die weitere Arbeit im Stadtteil gelegt wurde.  
Das große Interesse an der Veranstaltung zeigte die Relevanz des Themas für den Stadtteil 
und die Akteure vor Ort. Es war ersichtlich, dass die anwesenden Multiplikator*innen die 
Relevanz von Bewegung und Sport für Kinder und Jugendliche erkennen und in ihrer Arbeit 
berücksichtigen. 
In der ersten Phase des Workshops wurde deutlich, dass es bereits viele verschiedene 
Angebote mit dem Fokus Gesundheit, Bewegung und Sport in Coerde gibt. Die 
Vertreter*innen der Institutionen konnten von einer Vielzahl verschiedener Kurs- und 
Vereinsangebote berichten, die von Eltern-Kind Kursen über Boxtraining, Tanzkurse, Fußball 
und Yoga reichen. Auch im Bereich der Schul-AGs gibt es bereits verschiedene Angebote, 
die im Stadtteil umgesetzt werden bzw. wurden. Wie auch in vielen anderen Bereichen 
mussten einige dieser Angebote aufgrund der Pandemie ausgesetzt werden und wurden 
bisher noch nicht wiederaufgenommen.  
Trotz der breiten Angebotspalette (vor Corona) wurde an vielen Stellen noch Bedarf nach 
weiteren Angeboten formuliert. Hier wurden unter anderem verschiedene 
Mannschaftssportarten, mehr Schwimm- und Fahrradkurse, Skaten, Parkour sowie 
Leichtathletik genannt, da diese momentan im Stadtteil noch nicht (ausreichend) etabliert 
sind. Auch niederschwellige Outdoor-Angebote sollen im Stadtteil weiter ausgebaut werden. 
Als besonders relevant identifizierten die Akteure zudem ansprechende 
Bewegungsmöglichkeiten für Mädchen, von denen es bisher zu wenige in Coerde gibt. Im 
Zusammenhang mit weiteren Bewegungsangeboten wurde betont, dass die Kooperation von

9 
 
Schule und Verein / Anbietern eine große Rolle spielt, da elternunabhängige und kostenlose 
AG-Angebote im Hinblick auf die Sozialstruktur in Coerde besonders bedeutsam sind.  
Weitere wichtige Unterstützungsbedarfe wurden im Hinblick auf die Infrastruktur von 
Angeboten und Ressourcen definiert. So müssten Raumressourcen innerhalb des Stadtteils 
besser verteilt und genutzt werden. Besonders relevant scheint in diesem Zusammenhang 
die Transparenz der Verteilung sowie der Belegung der Hallen und Räume, um eine 
optimale Nutzung sicherstellen zu können. Zudem sind weitere Bewegungsräume 
notwendig, um alle Bedarfe innerhalb des Stadtteils zu decken. 
Da einige Bewegungsangebote nicht direkt in Coerde, sondern den umliegenden Stadtteilen 
angeboten werden, spielt auch der Bereich der Mobilität eine große Rolle. Die 
Teilnehmenden berichteten, dass vielen der Familien kein eigenes Auto zur Verfügung 
stehe, weshalb sie auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seien. Die Verbindungen 
zu den jeweiligen Sportstätten seien oft jedoch nicht ausreichend und verursachen 
zusätzliche Kosten. Das mache es den Familien vor Ort deutlich schwerer, Angebote 
außerhalb von Coerde anzunehmen und eine regelmäßige Teilnahme ihrer Kinder und 
Jugendlichen sicherzustellen.  
Als besonders herausfordernd beschrieben die Anwesenden zudem den Mangel an 
Übungsleitenden und Trainer*innen, die im Stadtteil langfristig Angebote machen können 
und wollen. Das hat bereits dazu geführt, dass Kurse trotz Interesse der Kinder und 
Jugendlichen nicht fortgeführt oder gar nicht erst regelmäßig angeboten werden konnten. 
Demnach bedarf es einer Akquise von Übungsleitenden, die mit den Strukturen des 
Stadtteils vertraut sind und langfristig für bestimmte Angebote und als Kooperationspartner 
für Institutionen auch mit Blick auf neue Angebotsplanungen zur Verfügung stehen. In 
diesem Zusammenhang wurde auch die Idee einer Sporthelfer*innen-Ausbildung in Coerde 
unterstützt, die Jugendliche aus dem Stadtteil dazu qualifizieren würde, bestimmte Angebote 
anzubieten oder zu begleiten.  
Im Hinblick auf die Herausforderungen des Stadtteils wurde während der Veranstaltung auch 
das Netzwerk innerhalb von Coerde in den Blick genommen. Die verschiedenen Institutionen 
und Akteure arbeiten hier bereits eng zusammen, trotzdem scheinen bzgl. Sport und 
Bewegung noch Unsicherheiten zu bestehen, wer für welche Anfragen die richtige 
Ansprechperson ist. Es bedarf einer Struktur, die eine hohe Transparenz über vorhandene 
Angebote schafft und zugleich einen niederschwelligen Kontakt und eine Vernetzung der 
Akteure untereinander ermöglicht, mit dem Ziel der Angebotsentwicklung und damit der 
Deckung von Bedarfen. 
Ergebnisse Einzelgespräche: 
Die Ergebnisse der Datenanalyse und des runden Tisches haben die Grundlage für die 
Priorisierung von Themen und damit für das weitere Vorgehen geschaffen. Da 
elternunabhängige Angebote eine besondere Rolle in Coerde spielen, wurden die Schulen 
und Kitas zunächst als zentrale Partner identifiziert. Aus diesem Grund wurden sowohl mit 
den Gundschulen und der Hauptschule intensive und anliegen-orientierte Gespräche geführt 
als auch erste Gespräche mit mehreren Kitas. Gleichzeitig nahm das Projektteam Kontakt 
zum ortsansässigen Verein sowie weiteren Vereinen der Umgebung auf, um die konkreten 
Bedarfe zu decken und die einzelnen Partner*innen miteinander in Kontakt zu bringen.

10 
 
In nahezu allen Gesprächen wurde deutlich, dass es häufig an den erschwerten Zugängen 
liegt, warum Kinder und Jugendliche weniger Sportangebote nutzen. Anders als in anderen 
Stadtteilen leben in Coerde viele Großfamilien in Armut. Auch geringe Kursbeiträge können 
Familien mit mehreren Kindern häufig nicht bezahlen. Zudem sind viele Sportarten mit 
Folgekosten verbunden. Die bestehenden Subventionierungen (BuT) decken nur einen 
Teilbetrag ab. Darüber hinaus hindern Sprachbarrieren Familien mit geringen 
Deutschkenntnissen daran, ihre Kinder zu Kurs- und Vereinsangeboten anzumelden.  
Sowohl die Gespräche mit dem Sportverein Teutonia Coerde als auch mit den Schulen und 
Kitas haben gezeigt, dass es an der Vielfalt der Bewegungsangebote im Stadtteil mangelt. 
Der Sportverein bietet überwiegend Fußball an. Für weitere Angebote müssen die Kinder 
und Jugendlichen den Stadtteil verlassen, was aufgrund mangelnder Mobilität der Familien 
eine Barriere darstellt. Der Sportverein ist gewillt weitere Sport- und Bewegungsangebote für 
Kinder und Jugendliche im Stadtteil anzubieten, u.a. auch in Kooperation mit den Schulen. 
Was dies bislang verhindert hat, sind nach Angaben des Vereins fehlende Übungsleitungen 
und fehlende Sporthallenkapazitäten. Hier gilt es gemeinsam mit dem Sportverein Ideen und 
Lösungen zu entwickeln, wie das Angebotsspektrum des Vereins trotz der Erschwernisse 
erweitert werden kann.  
In den Gesprächen mit den Schulen wurde deutlich, dass vor allem Bewegungsangebote im 
Ganztagsbereich eine bedeutende Rolle an den Schulen spielen, da viele Kinder und 
Jugendliche auch nach dem Mittag noch in der Schule bleiben. Auch wenn es bereits einige 
Angebote gibt, besteht der Bedarf diese weiter auszubauen. Es werden sowohl Angebote 
speziell für Mädchen gesucht, als auch für kreative Individualsportarten wie Parkour und 
Skateboarden. Besonders in diesem Bereich wurde auch immer wieder die Idee von 
Projekttagen eingebracht, die dazu führen sollen, dass die Schüler*innen einen Einblick in 
Sportarten bekommen, die sie anschließend selbstständig weiterführen können.  
Für die frühkindliche Bewegungsförderung sind die Kitas in Coerde wesentliche Partner. In 
der Kita können frühzeitig wichtige Anreize für die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten 
gesetzt werden. Auch für die Kinder im Vorschulalter sind elternunabhängige Angebote von 
Bedeutung, weshalb Bewegungsangebote zu den Betreuungszeiten der 
Kindertageseinrichtungen wichtig sind. Aufgrund aktueller Herausforderungen in Verbindung 
mit Kita-Schließungen im Stadtteil sind aber auch Angebote außerhalb der Betreuungszeiten 
von besonderer Bedeutung. Viele Kinder haben derzeit keinen Vollzeitplatz, da die 
bestehenden Kitas den Mehrbedarf nicht auffangen können. Aktuell geht es um ca. 40 
Vorschulkinder, die ab mittags abgeholt werden müssen. Die Fachkräfte vor Ort wünschen 
sich u.a. Bewegungsangebote, die gezielt diese Kinder in den Blick nehmen. Welche 
konkreten Bedarfe bestehen, muss in weiteren anliegen-orientierten Gesprächen eruiert 
werden.    
Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist für viele Kinder und Jugendliche in Coerde eine 
wichtige und beliebte Anlaufstelle. Neben Kita, Schule, dem Sportverein und den informellen 
und kommerziellen Angeboten sind hier Orte, wo Kinder und Jugendliche die Möglichkeit 
haben, sich gemeinsam in der Gruppe zu bewegen und Sport zu treiben. Im Programm des 
HOT Coerde und des AWO-Stadtteilbüros sind Bewegung, Spiel und Sport ein wesentlicher 
Baustein in der Programmplanung. Auch diese Akteure beschreiben das Problem der 
fehlenden Übungsleitenden, die langfristig zielgruppenspezifische Angebote in den 
Einrichtungen machen können. Zudem fehle es an adäquaten Bewegungsräumen und 
ausreichend Sporthallenkapazitäten. Ebenso weisen sie auf die fehlende Angebotsvielfalt im

11 
 
Bereich Bewegung und Sport hin. Aufgrund des Mangels wird die Teilhabe nicht mobiler 
Familien eingeschränkt. Im weiteren Projektverlauf wird eine enge Kooperation mit der 
offenen Kinder- und Jugendarbeit angestrebt, um die Zielgruppe auch im Freizeitbereich zu 
erreichen.  
 
3. Maßnahmenentwicklung und -umsetzung 
3.1. Frühkindliche Bewegungsförderung 
Die frühkindliche Bewegungsförderung ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes und 
bewegtes Aufwachsen. Dieser konnte bisweilen nicht bearbeitet werden. Der Fokus lag 
vordergründig auf der Angebotsentwicklung in den Lebenswelten Kita und Schule. Im 
weiteren Projektverlauf werden dieser Baustein bearbeitet und Angebote anliegen-orientiert 
entwickelt.  
3.2. Bewegung in den Lebenswelten Kita und Schule 
Nach den Gesprächen mit den Schulen im Stadtteil konnten bereits die ersten Bedarfe 
gedeckt werden. So wurden während der AG-Zeiten Angebote für Mädchen etabliert, die 
konkret an den Wünschen der Zielgruppe ansetzen. Auch im Bereich der Mittagszeit wird es 
zukünftig ein Bewegungsangebot geben, welches sich explizit an Mädchen richtet. Dabei 
wurden sowohl Angebote in der Grundschule als auch in der weiterführenden Schule 
etabliert. Diese sollen weiter ausgebaut werden, um möglichst vielen Mädchen in Coerde 
ansprechende Bewegungsmöglichkeiten zu eröffnen.  
Um die Bewegungsangebote im Stadtteil möglichst nachhaltig zu verankern, wurden vor 
allem Vereine in die Kooperation mit den Schulen eingebunden. Diese können langfristig mit 
den Schulen zusammenarbeiten und flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder und 
Jugendlichen eingehen. Zudem kann dadurch die Verbindung der Kinder und Jugendlichen 
mit dem Vereinssport gestärkt werden, wodurch sie sich weitere Bewegungsmöglichkeiten 
nach der Schulzeit erschließen können. So wurde beispielsweise eine Fußball-AG etabliert, 
die vom städtischen Fußballverein angeleitet wird und wöchentlich von einer großen Gruppe 
Jugendlicher besucht wird.  
Neben der Planung von Sport- und Bewegungsangeboten wurde auch die Möglichkeit einer 
Sporthelfer*innenausbildung für Jugendliche in Coerde diskutiert. Hierbei erwerben sie eine 
Qualifikation, die neben sportspezifischem Fachwissen auch die Fähigkeiten zu 
kommunizieren, zu vermitteln und zu organisieren thematisiert. Ausgebildete 
Sporthelfer*innen können im Anschluss an die Qualifikation sowohl an der eigenen Schule 
bei AGs, Pausensport und Bewegungsveranstaltungen aktiv als auch in anderen 
Organisationen wie beispielsweise dem Verein unterstützend tätig werden. Die Umsetzung 
der Ausbildung ist für den weiteren Projektverlauf angedacht.  
3.3. Bewegung in der Freizeit u.a. im öffentlichen Raum 
Aufgrund der Sozialstruktur in Coerde spielen niederschwellige Sport- und 
Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche eine große Rolle. Ein Ziel des Projektteams 
ist es, den Kindern und Jugendlichen Sportarten und Bewegungsmöglichkeiten näher zu 
bringen, für die sie wenig Materialien und Vorkenntnisse benötigen und die sie möglichst 
eigenständig umsetzen können. In diesem Zusammenhang wurde vor allem die Sportart

12 
 
Parkour immer wieder erwähnt und auch von vielen Akteuren des Stadtteils angefragt. Aus 
diesem Grund wurde gemeinsam mit einem Parkour-Verein aus Münster eine Angebotsreihe 
geplant, die sechs Termine à zwei Stunden umfasste und in der Halle der 
Melanchthonschule stattfand. Das Training war kostenfrei zugänglich und es war keine 
Anmeldung notwendig. Ziel der Trainings war es, den Kindern und Jugendlichen die 
Grundlagen des Parkour-Sports beizubringen und sie dazu zu ermutigen, diese auch 
außerhalb der Halle zu erproben und weiterzuentwickeln. 
Neben diesen vereinsungebundenen Sportangeboten spielt vor allem der Stadtteilverein SV 
Teutonia Coerde eine wichtige Rolle, um Bewegung und Sport nachhaltig in Coerde zu 
verankern. Um die Strukturen des Vereins weiter auszubauen, hat sich der Verein mit Hilfe 
des Projektes als „Einsatzstelle für Freiwilligendienste im Sport“ anerkennen lassen. Dies 
ermöglicht dem Verein ab dem kommenden Bildungsjahr eine*n Freiwillige*n einzustellen, 
wodurch junge Menschen Einblicke in die Strukturen und den Arbeitsalltag eines 
Sportvereines sowie die verschiedenen Tätigkeitsfelder im Sport bekommen und der Verein 
bei bestimmten Tätigkeiten zusätzliche Unterstützung und Impulse erhält. Zudem wurden die 
Kontakte des Vereins zu weiteren Institutionen im Stadtteil durch die Zusammenarbeit mit 
dem Projektteam gestärkt. 
Die Initiator*innen des Projektes haben bereits während der Konzeptionierung des Projektes 
sowie auch im weiteren Projektverlauf konsequent darauf hingewirkt, dass dem Bedarf 
weiterer Räumlichkeiten für Sport- und Bewegungsangebote Rechnung getragen wird. Im 
Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Coerde wird ein Stadtteilhaus 
einschließlich eines Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheitszentrums geplant. Die 
Initiatoren des Projektes haben sich fortlaufend in einem Beteiligungsverfahren dafür 
eingesetzt, dass in dem Gebäudekomplex ein Bewegungsraum berücksichtigt wird. Nach 
aktuellem Stand ist dieser fest eingeplant. Zusätzlich soll auch der Platz vor dem 
Stadtteilhaus bewegungsfreundlich gestaltet werden. Um einen Raum zu schaffen, der von 
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen für Bewegung und Sport genutzt 
werden kann, wird ein Spielplatz gebaut, der neben Spielgeräten auch eine Calisthenics 
Anlage umfasst. Somit entsteht ein Ort im Stadtteil, der von allen Generationen gleichzeitig 
bewegt genutzt werden kann. Zusätzlich dazu wird in Coerde ein Pumptrack gebaut, der 
weitere Bewegungsmöglichkeiten bereithält. 
 
4. Öffentlichkeitsarbeit  
Für das Gelingen des Projektes und eine nachhaltige Verankerung der Themen und 
Strukturen im Stadtteil, sind eine breit gestreute Öffentlichkeitsarbeit und eine 
Zusammenarbeit mit den Akteuren und Institutionen des Stadtteils von großer Bedeutung.  
Für eine ansprechende Außendarstellung, einen hohen Wiedererkennungswert und eine 
Identifikation mit dem Projekt wurde ein Corporate Design für das Projekt entwickelt. Auf 
dieser Grundlage wurden Visitenkarten und Flyer/ Plakate für Aktionen erstellt und verteilt. 
Des Weiteren verfügt das Projekt über eine eigene Webseite, auf der Informationen rund um 
das Projekt für alle Interessierten beschrieben sind und zur Kontaktaufnahme zu dem 
Projektteam mit Fragen und Anregungen animiert wird. 
In Coerde besteht ein vielfältiges Netzwerk der für den Stadtteil relevanten Akteure vor allem 
aus dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungssektor. Diese arbeiten bereits in verschiedenen

13 
 
Gremien zusammen, weshalb sich das Projektteam in diese integriert hat. Besonders die 
Mitwirkung am AK Coerde sowie der erweiterten Kita- und Schulleitungsrunde ist für das 
Projektteam von großer Relevanz, um über die aktuellen Themen aus dem Stadtteil, Bedarfe 
der Institutionen und Bürger*innen sowie Aktionen und Veranstaltungen informiert zu sein 
und gleichzeitig Themen und Informationen im Stadtteil zu verbreiten. 
Um das Projekt zu Beginn der Laufzeit im Stadtteil bekannt zu machen, hat das Projektteam 
eine Auftaktwoche organisiert, in welcher es verschiedene Bewegungsangebote für die 
unterschiedlichen Zielgruppen des Projektes im Stadtteil gab. Diese reichten von einem 
Krabbelangebot für Kleinkinder über eine Spielaktion auf dem Waldspielplatz hin zu einem 
Parkour-Kurs für Jugendliche. Um interessierten Familien, Kindern und Jugendlichen aus 
dem Stadtteil einen niederschwelligen Zugang zu ermöglichen, wurden verschiedene den 
Bürger*innen vertraute Institutionen aus dem Stadtteil eingebunden. Darüber hinaus war die 
Teilnahme kostenfrei und bei den meisten Angeboten war keine Anmeldung erforderlich. 
Um den Kontakt mit den Familien aus Coerde zu intensivieren und die 
Projektkoordinatorinnen im Stadtteil bekannt zu machen, hat sich das Projektteam an der 
Familienolympiade auf dem Hamannplatz beteiligt, welche von den Institutionen des 
Stadtteils organisiert wird. Das Projektteam hat in Kooperation mit dem Verein für 
Mototherapie eine Bewegungsstation angeboten und geleitet. 
 
5. Einbindung in Verwaltung und Politik 
5.1. Berichterstattung in und Einbindung von Gremien 
Um die Projektinhalte im Stadtteil platzieren und nachhaltige Entwicklungen erzielen zu 
können, benötigt es nicht nur den Rückhalt der Bürger*innen und der Schlüsselakteure aus 
dem Stadtteil, sondern auch aus Verwaltung und Politik. Darüber hinaus ist die Einbindung in 
stadtweite Strukturen und Prozesse notwendig, um die Erkenntnisse aus dem Projekt mit 
Blick auf andere Stadtteile zu reflektieren und Maßnahmen auf die jeweiligen 
Stadtteilstrukturen angepasst übertragen zu können.  
Das Projektteam wurde zweimal in den Interfraktionellen Arbeitskreis Coerde eingeladen, zu 
Projektbeginn und im Mai 2022. Hierbei wurden die Projektstruktur, die Projektziele und 
bereits umgesetzte Maßnahmen erläutert. Die anwesenden politischen Vertreter*innen 
schätzten das Projekt und gaben konstruktive Rückmeldungen und Hinweise zu 
Handlungsoptionen.  
Darüber hinaus gelang es dem Projektteam die Inhalte auch in gesamtstädtischen Gremien 
zu platzieren. So erfolgte in der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Juni 2022 ein 
Zwischenbericht. Im Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie im Sportausschuss erfolgte 
zum Projektstart eine Berichterstattung. Dieser Zwischenbericht wird ebenfalls in die beiden 
Gremien eingebracht, u.a. um der Bitte der politischen Vertreter*innen nachzukommen, 
regelmäßig über den aktuellen Stand des Projektes zu berichten, und ihnen die Möglichkeit 
zu geben Rückfragen zu stellen und Anregungen einzubringen.  
5.2. Verzahnung mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ 
„Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ ist ein auf fünf Jahre angelegtes Verbundprojekt von 
Stadtverwaltung (Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing, Gesundheitsamt) und

14 
 
Universität Münster (Institut für Geographie), gefördert von der Techniker Krankenkasse. Ziel 
des im Jahr 2021 gestarteten Projektes ist die Erarbeitung eines kommunalen 
Handlungsprogramms für gesundheitliche Chancengleichheit in der Stadt, das als Teil der 
Stadtentwicklung fest in allen Politikfeldern der Stadt verankert werden soll.  
Gesundheit ist nicht nur vor dem Hintergrund von Corona-Krise und Klimawandel zu einer 
zentralen Herausforderung für Städte weltweit geworden. Die Agenda 2030 für nachhaltige 
Entwicklung der UN und die Neue Urbane Agenda (UN-Habitat) haben Gesundheit für alle 
und Stadtentwicklung als zwei zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre 
identifiziert. Vor dem Hintergrund dieser wachsenden globalen wie lokalen 
Herausforderungen hat sich die Stadt Münster zum Ziel gesetzt, gesundheitliche 
Chancengleichheit zu stärken.  
Münster als „Gesunde Stadt“ zu stärken kann nur in einem partizipativen Prozess gelingen, 
der an bestehende Initiativen anknüpft, Netzwerke stärkt, gemeinsam Chancen und 
Potenziale identifiziert, gute Praxis verbreitet und neue Wege gesundheitlicher 
Chancenförderung in der Stadt(teil)entwicklung beschreitet. Hier ist die Expertise von 
Menschen aus verschiedenen Stadtteilen Münsters gefragt. Als Stadtteile wurden 
exemplarisch Berg Fidel, Coerde und das Hansaviertel ausgewählt. Im Rahmen von 
Gesundheitsforen wurden und werden mit Akteuren aus den Stadtteilen Talente, Chancen 
und Entwicklungsbedarfe sowie Ideen und Visionen für die Stadtteile sowie die Gesamtstadt 
identifiziert. Auf einer Konferenz im Herbst 2023 werden die Ergebnisse aus den Stadtteilen 
zusammengetragen und zukünftige Entwicklungspfade von Münster als „Gesunde Stadt“ 
gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Stadtteilen, der Stadtgesellschaft, der Verwaltung, 
der Politik und mit wissenschaftlichen Expert*innen diskutiert. 
Das Sichtbarmachen guter Praxis sowie die Formulierung von Bedarfen in den Stadtteilen 
sind eine Voraussetzung für ein kommunales Handlungskonzept, das ortsspezifisch und 
passgenau gesunde Stadtentwicklung fördert. Das kommunale Handlungskonzept hilft, 
Ressourcen zu bündeln, vom gegenseitigen Lernen zu profitieren und auch langfristig 
Ressourcen für eine gesundheitsgerechte, nachhaltige Stadtentwicklung in Münster zu 
sichern. 
Bis zum Ende der Projektlaufzeit im Jahr 2025 analysiert das Projekt den Zusammenhang 
zwischen gesellschaftlichen Strukturen, Gesundheitsförderung und integriertem kommunalen 
Handeln, um gemeinsam mit Menschen aus den Stadtteilen, Gesundheit mit und für sie zu 
gestalten und Potenziale einer positiven Stadtgestaltung für das Lebensumfeld der 
Menschen aufzudecken. 
Die o.g. partizipativen Diskussionsformate in den Stadtteilen bauen aufeinander auf und 
werden an die Besonderheiten der Stadtteile angepasst – so u.a. in Coerde, wo auf 
vorhandene Erkenntnisse aus anderen Projekten und Prozessen im Stadtteil zurückgegriffen 
und daran angeknüpft werden kann. Eines dieser Projekte ist „Coerde in Bewegung“. 
Die beiden Projekte verfolgen ein identisches übergeordnetes Ziel, die Gestaltung 
gesundheitsförderlicher Lebenswelten. Die allgemeinen Lebensbedingungen sollen so 
beeinflusst werden, dass der bzw. die Einzelne bestmöglich befähigt ist, die eigene 
Gesundheit und das eigene Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Bei gleichem 
übergeordneten Ziel setzen die beiden Projekte auf unterschiedlichen Ebenen an. Das 
Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ bezieht sich auf alle städtischen

15 
 
Lebenswelten und -quartiere, wohingegen das Projekt „Coerde in Bewegung“ den Fokus auf 
den Stadtteil „Coerde“ und den Themenschwerpunkt Bewegung legt. Unter diesem 
Gesichtspunkt werden beide Projekte miteinander verzahnt und profitieren voneinander, 
indem die Erfahrungen und Erkenntnisse wechselseitig eingebracht werden. Beide 
Projektteams arbeiten gemeinsame Themen heraus, für deren Bearbeitung die Synergien 
der Projekte besonders hilfreich sind. Die Vernetzung der beiden Projekte findet über eine 
Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes als personelle Schnittstelle sowie über regelmäßige 
Austauschtreffen der beiden Projektteams statt. 
„Coerde in Bewegung“ initiiert vielfältige Maßnahmen im Stadtteil rund um das Thema „Sport 
und Bewegung“ und entwickelt nachhaltige Angebotsstrukturen. Im Projekt „Coerde in 
Bewegung“, welches sich auf den Stadtteil Coerde fokussiert, werden auch Grenzen der 
lokal sehr wichtigen und passgenau zugeschnittenen Arbeit deutlich. Strukturelle 
Problemlagen und einige Herausforderungen lassen sich nur auf einer kommunalen Ebene 
bearbeiten und benötigen eine gesamtstädtische und gesamtgesellschaftliche Betrachtungs- 
und Bearbeitungsweise. Diese Themen werden im Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen 
Stadt“ aufgegriffen, in Gesundheitsforen und der stadtweiten Konferenz partizipativ erarbeitet 
und in das gesamtstädtische Handlungskonzept eingebracht. Bereits jetzt konnten drei 
zentrale Fokusthemen, die nicht nur auf der Ebene des Stadtteils bearbeitet werden können, 
durch das Projekt „Coerde in Bewegung“ ausgemacht werden: Räumlichkeiten, Mobilität und 
Armut. Da auf diese Erkenntnisse und auf Ergebnisse aus vorher geführten Gesprächen mit 
Expert*innen und Akteur*innen aus Coerde zurückgegriffen werden kann, kann das Projekt 
„Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ direkt von diesen Vorarbeiten profitieren und die 
partizipativen Verfahren entsprechend darauf aufbauen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt 
„Coerde in Bewegung“ fließen damit auch in die Erstellung des Handlungsprogramms von 
„Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ ein. Dadurch wird dem Anspruch Rechnung 
getragen, dass im Projekt gewonnene Erkenntnisse auf andere Stadtteile und die 
gesamtstädtische Ebene übertragen werden können.  
Darüber hinaus stimmen sich beide Projekte zum Vorgehen im Stadtteil ab, u.a. hinsichtlich 
der in beiden Projekten angedachten Partizipationsprozesse. Um die Synergien zu nutzen 
und den Stadtteil nicht mit diversen Aktionen zu überfrachten, ist angedacht, dass beide 
Projektteams eine partizipative Veranstaltung gemeinsam entwickeln und durchführen. Dabei 
kann auf die Erfahrungen des Projektes „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ 
zurückgegriffen werden, durch das bereits Partizipationsprozesse in Berg Fidel und im 
Hansaviertel umgesetzt wurden. Dort hat das Projektteam mit Orangotango, einem Kollektiv 
für kritische Bildung und kreativen Protest, zusammengearbeitet 
(https://orangotango.info/de/) und Stadtteilspaziergänge mit verschiedenen Stationen und 
Aufgaben, bei denen verschiedene kreative Methoden angewandt wurden, durchgeführt. Ziel 
war es vor allem für das breite Verständnis von Gesundheit zu sensibilisieren und den 
Stadtteil unter dem Gesundheitsaspekt neu kennenzulernen. Für Coerde soll das Konzept 
hinsichtlich der Verknüpfung mit dem Projekt „Coerde in Bewegung“ und den Spezifika des 
Stadtteils angepasst werden. So werden Kinder, Jugendliche und Familien im Fokus stehen. 
Ein detailliertes Konzept wird derzeit mit beiden Projektteams in Kooperation mit 
Orangotango ausgearbeitet.

16 
 
6. Fazit und Ausblick 
6.1. Einschätzung des bisherigen Projektverlaufs 
Eine Erkenntnis des ersten Projektjahres ist, dass Projektentwicklung und Ankommen im 
Stadtteil Zeit brauchen. Dies liegt darin begründet, dass zunächst grundlegende Fragen 
geklärt werden müssen, wie z.B. die Zusammenarbeit im Projektteam, die unterschiedlichen 
Zielperspektiven der Zielgruppen und der beteiligten Institutionen im Stadtteil. Darüber 
hinaus sind zahlreiche Vorarbeiten wie eine umfassende Bedarfs- und Bedürfnisanalyse 
erforderlich bis erste Maßnahmen umgesetzt werden können. Selbst wenn die Bedarfe 
bereits bekannt sind, können Maßnahmen nicht immer ad hoc umgesetzt werden, weil z.B. 
räumliche oder personelle Ressourcen nicht vorhanden oder erst kreativ gewonnen werden 
müssen. Hier bedarf es Geduld und Verständnis der Akteure aus dem Stadtteil, da trotz 
fortschreitender Projektdauer nicht unmittelbar Ergebnisse sichtbar werden. Ein gutes 
Erwartungsmanagement ist demnach ausschlaggebend für das Gelingen des Projektes.  
Der Projektgemeinschaft war es besonders wichtig, anliegen-orientiert vorzugehen, das heißt 
die Maßnahmen mit den Menschen aus Coerde für Coerde zu entwickeln. Unabdingbar war 
hier das vorhandene Wissen (u.a. Soziallageberichte und InSek-Bericht) und die 
Erfahrungen der vielen im Stadtteil aktiven Initiativen und öffentlichen und freien Träger mit 
einzubeziehen und Synergien zu nutzen. Bislang lag der Fokus auf der Entwicklung von 
Einzelmaßnahmen, um anlassbezogen auf Bedarfe zu reagieren, die Zielgruppe in 
Bewegung zu bringen, das Projekt im Stadtteil bei Bewohner*innen und den Akteur*innen 
bekannt zu machen und Vertrauen aufzubauen.  
Erste Testballons (u.a. Schul-AG, offenes Parkour-Training, Veranstaltungsformate wie 
Runder Tisch oder Aktionswoche „Coerde in Bewegung“) sind gestartet und ergaben 
wichtige Learnings für den weiteren Projektverlauf. Insbesondere wurde die Annahme des 
Projektteams bestätigt, dass es besonders herausfordernd ist, die erfolgreichen Testballons 
nachhaltig zu etablieren. Hauptziel wird sein, niedrigschwellige (kostenlos, ohne Anmeldung 
und ohne Mitgliedschaft) und elternunabhängige Angebote aus den Stadtteilstrukturen 
heraus zu entwickeln und nachhaltig zu sichern. Bei der Entwicklung von Maßnahmen und 
Angeboten ist es wesentlich, die besonderen Querschnitte und Bedarfe des Stadtteils 
(Räume, Armut, Mobilität, Zugänge, Übungsleitende und Vielfalt der Angebote) zu 
berücksichtigen.  
6.2. Weiteres Vorgehen im Projekt 
Wie bereits erwähnt, wurde der Fokus auf Kitas und Schulen gelegt, hier sollen weitere 
Testballons gestartet sowie erfolgreiche verstetigt werden. Zusätzlich werden die Bereiche 
frühkindliche Bewegungsförderung und der Ausbau offener und niedrigschwelliger 
Bewegungsangebote intensiviert. Dafür sind die Nutzung und Stärkung der bestehenden 
Angebote und Synergien im Stadtteil, Belebung der Bewegungsräume im öffentlichen Raum 
und die Sportvereinsentwicklung von Teutonia Coerde wesentliche Eckpfeiler. 
Im nächsten Projektjahr sind nach aktuellem Stand zu sechs Bausteinen folgende 
Maßnahmen angedacht:

17 
 
Baustein 1: Offene und niedrigschwellige (kostenlos, ohne Anmeldung etc.) 
Bewegungsangebote und -räume  
 Mini-Move 
Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren. Es wird eine 
Bewegungslandschaft in der Turnhalle aufgebaut, die von den Kindern mit ihren Eltern 
genutzt werden kann. Das Angebot soll wöchentlich in den Herbstmonaten stattfinden. 
 Sporteln oder ähnliche Formate  
Das Angebot richtet sich an Grundschulkinder. Es werden an bekannten Orten im 
Stadtteil (u.a. Sporthalle an der Grundschule) Bewegungsangebote gestaltet. Diese 
sollen einen hohen Aufforderungscharakter haben. Das Angebot soll regelmäßig 
umgesetzt werden.  
 Bewegter Schulhof, bewegter Spielplatz  
Das Angebot richtet sich an Grundschulkinder. Im Sommer werden auf Schulhöfen/ 
Spielplätzen etc. Bewegungsstationen angeboten. Das Sport- und Bewegungsmaterial 
wird vor Ort bereitgestellt. Das Angebot findet wiederkehrend an festen Terminen statt.  
 SportNight Event  
Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Die Sporthalle wird 
wöchentlich in den Abend- und Nachstunden geöffnet. Dort werden bekannte Sportarten 
wie Fußball, Volleyball, Basketball etc. angeboten.  
Baustein 2: Schule und Kita  
 Sportartenspezifische Angebote im Schulkontext  
Es werden anliegen-orientiert klassische OGS- oder Schul-AG’s etabliert. Die 
Kooperation zwischen den Schulen und dem Sportverein sollen gestärkt werden, so dass 
Vereinsangebote in der Schule in Anspruch genommen werden können.  
 Bewegungsförderung in Kita  
Bewegung und Bewegungserziehung spielen im Kita-Alltag eine wichtige Rolle. Häufig 
fehlen aber Ideen, wie Bewegungsanreize gestaltet werden können. Bei Bedarf werden 
die Kitas bei der Entwicklung von Bewegungsangeboten unterstützt oder 
Fortbildungsangebote gemacht.  
Baustein 3: Engagement und Multiplikator*innen  
 Sport-Team-Coerde in Bewegung“ aufbauen  
Es wird ein Team aus 3 bis 4 Übungsleitungen und 10 Sporthelfenden aufgebaut, das die 
Bewegungsangebote in Coerde umsetzt. Hierfür werden Kooperationen mit WWU, FH 
und Sportverein genutzt. 
 Aufbau eines Freiwilligennetzes 
Die sogenannten „Sportpaten“ sind Ehrenamtliche, die entweder Zeit- oder 
Geldressourcen zur Verfügung stellen. Mit Geld können sich die Sportpaten z.B. an der 
Sportausstattung oder dem Vereinsbeitrag des Kindes beteiligen. Bei der Zeitressource 
kann ein*e Sportpat*in der Familie bei den formalen Angelegenheiten helfen. Denkbar ist 
auch ein Begleitservice zu den Trainingszeiten, sofern das Sportangebot noch nicht in 
Coerde angesiedelt ist.

18 
 
Baustein 4: Qualifizierung und Schulungen  
 Sporthelfer*innen-Ausbildung  
Sporthelfer*innen sind speziell ausgebildete Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, 
die Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche in Schule und 
Sportverein gestalten und durchführen. Die Umsetzung soll in Kooperation mit der 
Hauptschule Coerde, dem HOT Coerde und dem AWO-Stadtteilbüro erfolgen.  
 Übungsleiter*innen-Ausbildung für den Stadtteil anbieten 
Es werden Übungsleitende akquiriert, die im Rahmen von Schulungen mit den Strukturen 
des Stadtteils vertraut gemacht werden. Besonderer Fokus soll dabei auf Kinder und 
Jugendliche und sozialpädagogische Anteile gelegt werden. Durch die Sensibilisierung 
für den Stadtteil, sollen die Übungsleitenden langfristig für bestimmte Angebote und als 
Kooperationspartner für Institutionen auch mit Blick auf neue Angebotsplanungen zur 
Verfügung stehen.  
Baustein 5: Öffentlichkeitsarbeit  
 Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen 
Es werden öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen geplant, wie z.B. Sport- und 
Bewegungsfeste. Diese sollen das Thema Bewegung mehr in den Fokus rücken und 
Freude an Bewegung vermitteln. Die Veranstaltungen sollen die Möglichkeit geben, als 
Familie ungezwungen mit Sport und Bewegung in Berührung zu kommen.  
 Homepage  
Die Projekt-Homepage (https://coerde-in-bewegung.de/) wird gepflegt und erweitert. Die 
Homepage soll dazu beitragen, alle Informationen zum Projekt, einschließlich aktueller 
Entwicklungen, transparent zu machen. Darüber hinaus werden bewährte Formate wie 
Coerde-Pur zur Bewerbung von neuen Angeboten genutzt.    
 Verfassen von Pressemitteilungen 
Im Projektverlauf werden anlassbezogen Pressemitteilungen formuliert, um besonders 
relevante Themen in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Mitteilungen können zur 
Bewerbung von Angeboten hilfreich sein, aber z.B. auch, um Kooperationspartner, 
interessierte Übungsleitende, etc. zu gewinnen.  
Baustein 6: Einbindung in gesamtstädtischen Kontext 
 Kooperation mit dem Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ 
Die Teams beider Projekte treffen sich weiterhin im Rahmen von regelmäßigen 
Arbeitstreffen, tauschen sich über gewonnene Erkenntnisse aus und nutzen die 
Synergien beider Projekte, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Dies beinhaltet u.a. 
auch die Perspektive der Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus „Coerde in Bewegung“ 
auf andere Stadtteile sowie die Bearbeitung struktureller Problemlagen und 
Herausforderungen, die sich nur auf einer kommunalen Ebene bearbeiten lassen und 
eine gesamtstädtische und gesamtgesellschaftliche Betrachtungs- und 
Bearbeitungsweise benötigen. Das Projektteam „Coerde in Bewegung“ bringt die 
Projekterkenntnisse in die stadtweite Konferenz „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ 
im Herbst 2023 ein.  
 Berichterstattung gegenüber Verwaltung und Politik 
Verwaltung und Politik werden auf Stadtteil- und gesamtstädtischer Ebene 
anlassbezogen über die Fortschritte des Projektes informiert. Hierzu dient u.a. auch die 
Mitwirkung an der o.g. stadtweiten Konferenz „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“.

19 
 
Wie im Projektbericht ersichtlich ist, lag der Fokus im ersten Projektjahr in erster Linie auf der 
Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Im zweiten 
Projektjahr hingegen wird der Fokus darauf gelegt, anliegen-orientiert vielfältige Maßnahmen 
umzusetzen, durch die das Thema Sport und Bewegung im Stadtteil fest verankert und 
gelebt wird.

20 
 
7. Quellenverzeichnis 
Stadt Münster (2022): Stadtteilsteckbrief 2020, 61 Coerde. Zugriff unter: https://www.stadt-
muenster.de/Stadtteilsteckbrief_61_Coerde.pdf (02.08.2022). 
Stadt Münster, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien; Amt für Schule und Weiterbildung 
(2019): Bildungsbericht zum Stand der Indexbildung als Monitoringverfahren im Übergang 
„Kindertageseinrichtung – Grundschule“. Startbedingungen von Kindern zu Beginn der 
Schullaufbahn. Zugriff unter: http://docplayer.org/220858288-Bildungsbericht-zum-stand-der-
indexbildung-als-monitoringverfahren-im-uebergang-kindertageseinrichtung-
grundschule.html (02.08.2022). 
Stadt Münster (2022): Steckbrief 2020 für die Stadt Münster. Zugriff unter: https://www.stadt-
muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-
muenster/61_stadtentwicklung/pdf/steckbriefe/Steckbrief_Stadt_Muenster_gesamt.pdf 
(02.08.2022).

21 
 
8. Anhang 
Anhang 1: Übergewicht und Adipositas der Vorschulkinder. Daten aus den 
Schuleingangsuntersuchungen der Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021, Stadt Münster.

22 
 
Anhang 2: Schwimmfähigkeit der Vorschulkinder. Daten aus den 
Schuleingangsuntersuchungen der Einschulungsjahrgänge 2020 und 2021, Stadt Münster.

23 
 
Anhang 3: Anteil der Vorschulkinder, die regelmäßig Sport ausüben (Verein, Sportgruppe 
o.ä.). Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen des Einschulungsjahrgangs 2020, Stadt 
Münster.

Berichtsvorlage

7984 Zeichen

V/0174/2023 
V/0174/2023 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Coerde in Bewegung – Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   18.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht 
   19.04.2023 Sportausschuss Bericht 
   26.04.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar-
beitsförderung 
Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1. Einleitung 
In Coerde gibt es einen großen Handlungsbedarf rund um das Thema Sport und Bewegung. Dieser 
wurde sowohl in dem im Jahr 2020 vom Rat verabschiedeten Integrierten Stadtteilentwicklungskon-
zept (INSEK) für Coerde herausgearbeitet als auch in den von der Kommunalen Gesundheitskonfe-
renz im Jahr 2021 verabschiedeten Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Sport, Bewegung 
und Gesundheit“ unter Federführung des Gesundheitsamtes.  
Neben verschiedenen baulichen Maßnahmen wurde in beiden Prozessen der Bedarf für eine*n Sport- 
und Bewegungskoordinator*in besonders hervorgehoben. Dieser Bedarf mündete in einen Antrag zur 
Förderung von Projekten in Lebenswelten nach § 20a SGB V durch die Krankenkassen/-verbände in 
NRW, der im September 2021 positiv beschieden wurde.  
Das daraus resultierende Projekt „Coerde in Bewegung“ ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 
30.09.2024) und wird durch die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW gefördert. Die Projek-
tumsetzung erfolgt trägerübergreifend durch den Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. 
(VSE), den Stadtsportbund Münster e.V. (SSB) und das Gesundheitsamt der Stadt Münster.  
Die beiden beim VSE und SSB angebundenen Sport- und Bewegungskoordinator*innen sind die un-
mittelbaren Ansprechpersonen für das Thema „Sport und Bewegung“ in Coerde und sind für die Um-
setzung des Projektes im Stadtteil verantwortlich. Die beiden Träger bringen unterschiedliche Experti-
sen in das Projekt ein, die sich ergänzen und demnach synergetisch zusammengeführt und genutzt 
werden. Der VSE ist als Jugendhilfeträger im Stadtteil seit vielen Jahren verwurzelt und gut vernetzt, 
so dass bei seiner Arbeit vor allem die Beziehungsarbeit und die Ansprache und Einbindung der un-
terschiedlichen Zielgruppen im Projekt ausschlaggebend sind. Der Stadtsportbund hingegen bringt 
die Sport- und Bewegungsexpertise sowie die Vernetzung mit den Sportvereinen in das Projekt ein 
und ist damit u.a. Initiator für Sport- und Bewegungsangebote und Koordinator für die Umsetzung und 
Gesundheits- und 
Veterinäramt 
 
31.03.2023  
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Frau Heitkötter 
Telefon: 492-5388 
Heitkoetter@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0174/2023 
Etablierung dieser. Die Rolle des Gesundheitsamtes im Projekt ist insbesondere die Schnittstelle zur 
Kommunalverwaltung und die Einbettung des Projektes in stadtweite Strukturen und Prozesse.  
 
2. Aktueller Stand im Projekt 
Wie im beigefügten Projektbericht detailliert dargestellt, lag der Fokus im ersten Projektjahr in erster 
Linie auf der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Die Be-
darfe bezogen sich zum einen auf sehr konkrete Angebote wie verschiedene Mannschaftssportarten, 
Schwimm- und Fahrradkurse, Skaten, Parkour, Leichtathletik, Bewegungsangebote für Mädchen und 
niederschwellige Outdoor-Angebote im Stadtteil. Die Auflistung zeigt den Wunsch nach einer größe-
ren Angebotsvielfalt im Stadtteil und einer stärkeren Bedarfsorientierung. Zum anderen spiegelten 
sich in der Bedarfsanalyse strukturelle Herausforderungen wider, die weniger die Angebote selbst, 
sondern vielmehr den Zugang zu den Angeboten betrafen. Hierzu zählten insbesondere die Themen 
Armut, Mobilität und räumliche und personelle Ressourcen. 
Verschiedene Maßnahmen, wie Bewegungsangebote für Mädchen im Schulkontext oder eine Par-
kour-Angebotsreihe, wurden bereits umgesetzt. Im zweiten Projektjahr wird der Fokus darauf gelegt, 
anliegen-orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Bewegung im 
Stadtteil fest verankert und gelebt wird. Zentral wird hierbei der Aufbau nachhaltiger Strukturen sein. 
Förderlich hierfür sind veränderte Rahmenbedingungen. Das Sportamt führt momentan eine integrier-
te gesamtstädtische Sportentwicklungsplanung durch, welche im Sommer 2024 fertiggestellt sein 
wird. Im Rahmen dieser werden auch die Stadtteile beleuchtet, um die gewonnenen Erkenntnisse 
dann auch für die Verbesserung der Rahmenbedingungen zu nutzen. Dieser Sportentwicklungspla-
nung vorweggenommen hat das Sportamt in Coerde 2022 ein Kunstrasenspielfeld gebaut, um bereits 
jetzt für Teutonia Coerde die Rahmenbedingungen zu verbessern. 
 
3. Entwicklung eines gesamtstädtischen Konzeptes 
Das Gesundheitsamt hat als Bindeglied zu Verwaltung und Politik mit Blick auf die gesundheitsbezo-
gene Strukturentwicklung in Coerde eine wichtige Rolle und ist zugleich für den Transfer auf andere 
Stadtteile von großer Bedeutung. Diesbezüglich erfolgt u.a. eine enge Kooperation und Verzahnung 
mit dem durch die Techniker Krankenkasse bewilligten Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen 
Stadt“. 
„Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ ist ein auf fünf Jahre angelegtes Verbundprojekt von Stadt-
verwaltung (Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing, Gesundheitsamt) und Universität Münster 
(Institut für Geographie), gefördert von der Techniker Krankenkasse. Ziel des im Jahr 2021 gestarte-
ten Projektes ist die partizipative Erarbeitung eines kommunalen Handlungsprogramms für gesund-
heitliche Chancengleichheit in der Stadt, das als Teil der Stadtentwicklung fest in allen Politikfeldern 
der Stadt verankert werden soll. Für die Erarbeitung wurden exemplarisch die drei Stadtteile Berg 
Fidel, Coerde und das Hansaviertel ausgewählt. Im Rahmen von Gesundheitsforen wurden und wer-
den mit Akteuren aus den Stadtteilen Talente, Chancen und Entwicklungsbedarfe sowie Ideen und 
Visionen für die Stadtteile sowie die Gesamtstadt identifiziert. Auf einer Konferenz im Herbst 2023 
werden die Ergebnisse aus den Stadtteilen zusammengetragen und zukünftige Entwicklungspfade 
von Münster als „Gesunde Stadt“ gemeinsam mit Vertreter*innen aus den Stadtteilen, der Stadtge-
sellschaft, der Verwaltung, der Politik und mit wissenschaftlichen Expert*innen diskutiert. 
In den Gesundheitsforen wurde „Sport und Bewegung“ als wichtiges Handlungsfeld herausgearbeitet. 
Der Stadtsportbund war vor Ort mit vertreten und nicht zuletzt durch die Gesundheitsforen mit den 
Stadtteilakteuren intensiv im Gespräch. So unterschiedlich die Situation in den Stadtteilen ist, sind 
einige Herausforderungen ähnlich gelagert. Aus dem letzten Gesundheitsforum heraus hat sich eine 
Arbeitsgruppe „Sport und Bewegung“ in Berg Fidel auf Initiative des Stadtsportbundes hin gegründet. 
In der Runde sollen Bedarfe formuliert, Maßnahmen überlegt und Kooperationen entwickelt werden. 
Dabei kann der SSB die Erfahrungen aus Coerde einbringen. Zu diesem Zweck hat der Stadtsport-
bund einen Förderantrag über das „Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit“ des Bun-
desministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestellt. Der Förderzeitraum erstreckt sich

- 3 - 
V/0174/2023 
lediglich bis zum 31.12.2023 und ist als „Testballon“ zu verstehen, um erste Angebote und Strukturen 
zu initiieren und die Übertragbarkeit der Erfahrungen aus Coerde auf andere Stadtteile zu erproben. 
Eine Rückmeldung zu dem Antrag steht noch aus.  
Ausgehend von den gemachten Erfahrungen sind langfristige Personalressourcen zu schaffen, durch 
die eine übergeordnete Begleitung und Sicherung der bereits geschaffenen Strukturen in den Stadt-
teilen gewährleistet werden kann und durch die mit der Perspektive einer gesamtstädtischen Strate-
gie auch in weiteren Stadtteilen Sport und Bewegung als Teil der gesundheitsbezogenen Quartiers-
arbeit etabliert und nachhaltig verankert werden kann. 
 
 
In Vertretung 
 
Gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen:  
 
Anlage 1:  Coerde in Bewegung – Projektzwischenbericht (01.10.2021 – 31.12.2022) 
Anlage A

Anlage A

3926 Zeichen

Anlage A zur V/0174/2023 
Kurzüberblick 
Das Projekt „Coerde in Bewegung“ ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024) und wird 
durch die gesetzlichen Krankenkassen/-verbände NRW gefördert. Die Projektumsetzung erfolgt 
trägerübergreifend durch den Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE), den 
Stadtsportbund Münster e.V. (SSB) und das Gesundheitsamt der Stadt Münster. 
Wie im Projektbericht detailliert dargestellt, lag der Fokus im ersten Projektjahr in erster Linie auf 
der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Bedarfs- und Bedürfnisanalyse. Die Bedarfe 
bezogen sich zum einen auf sehr konkrete Angebote und zum anderen spiegelten sich in der Be-
darfsanalyse strukturelle Herausforderungen wider, die weniger die Angebote selbst, sondern 
vielmehr den Zugang zu den Angeboten betrafen. Hierzu zählten insbesondere die Themen Ar-
mut, Mobilität und räumliche und personelle Ressourcen. Ausgehend von der Analyse wurden 
bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Im zweiten Projektjahr wird der Fokus darauf ge-
legt, anliegen-orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Be-
wegung im Stadtteil fest verankert und gelebt wird. Zentral wird hierbei der Aufbau nachhaltiger 
Strukturen sein. 
Die in Coerde gesammelten Erfahrungen sollen auch für andere Stadtteile genutzt werden. Es 
müssen Strukturen geschaffen werden, um die Übertragbarkeit auf andere Stadtteile mit der Per-
spektive einer gesamtstädtischen Strategie sicherstellen zu können. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Das Projekt „Coerde in Bewegung“ zielt auf die Förderung der gesundheitlichen Chancengleich-
heit von Kindern und Jugendlichen im Themenfeld „Sport und Bewegung“. Im Münsteraner Stadt-
teil Coerde werden bewegungs- und gesundheitsförderliche Lebenswelten für Kinder und Jugend-
liche bis 16 Jahre geschaffen. 
Zielerreichung: Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt (01.10.2021 - 30.09.2024). Im ersten Pro-
jektjahr lag der Fokus in erster Linie auf der Vernetzung im Stadtteil und der umfassenden Be-
darfs- und Bedürfnisanalyse. Im zweiten Projektjahr wird der Fokus darauf gelegt, anliegen-
orientiert vielfältige Maßnahmen umzusetzen, durch die das Thema Sport und Bewegung im 
Stadtteil fest verankert und gelebt wird. Zentral wird hierbei der Aufbau nachhaltiger Strukturen 
sein. 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienste 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2023 enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2024 enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja  Nein X Ggfls. 
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
X vollständig 
freiwillig 
Die Umsetzung des Projektes beruht auf mehreren Berichten und Beschlüssen: 
- Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Coerde (V/0224/2020 und V/0224/2020/1) 
- Handlungsempfehlungen der Projektgruppe „Sport, Bewegung und Gesundheit“ der Kommu-

nalen Gesundheitskonferenz Münster (V/0505/2021) 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Coerde. Coerde ist gekenn-
zeichnet durch eine besondere Sozialstruktur (z.B. hoher Anteil an Arbeitslosen und SGB II-
Empfänger*innen, hoher Anteil der Bevölkerung mit Migrationsvorgeschichte an der Gesamtbe-
völkerung) und damit einhergehender gesundheitlicher Chancenungleichheit. 
Im Rahmen des Projektes werden die Bedarfe und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im 
Stadtteil ermittelt und passgenaue Maßnahmen entwickelt. Hierbei wird den Querschnittsthemen 
Rechnung getragen (z.B. Schaffen von Angeboten für Mädchen).

Beratungsverlauf (3)

18.04.2023 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 4.6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
19.04.2023 Sportausschuss
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
26.04.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0174/2023
Typ
Vorlagen
Datum
21.03.2023
Erstellt
21.03.2023 10:07