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V/0037/2007

Schulung von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern von Kindertageseinrichtungen in Triple P-Kurzberatung

Vorlagen 15.01.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 31.01.2007, TOP 9

Anlagen - Anträge von Fraktionen, Kurzdarstellung Projekt Triple P

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Anlagen - Anträge von Fraktionen, Kurzdarstellung Projekt Triple P

8926 Zeichen

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Anlage 4
Kurzdarstellung
Praxisprojekt Triple P-Kurzberatung in der Kita
Projektpartner
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, lnstitut für Psychologie, Prof. Dr. Fred
Rist
Triple P Deutschland, Institut für Psychologie AG, Münster
1. Kurzbeschreibung
Das Projekt wurde ins Leben gerufen mit dem primären Ziel, das Angebot der Triple
P-Kurzberatung insbesondere in Kindertagesstätten in Stadtteilen mit besonderem
Förderungsbedarf einzuführen und dessen Wirksamkeit in Bezug auf das elterliche
Erziehungsverhalten und Kompetenzgefühl sowie auf die Zufriedenheit mit dem
Programm zu evaluieren. Darüber hinaus wurden auch Veränderungen im kindlichen
Verhalten untersucht
Das Projekt wurde in zwei Phasen unterteilt, zunächst wurden die Beratungen durch
wissenschaftliche Mitarbeiter der PAG und der Uni Münster als ,,externe Beratef'
durchgeführt (Phase 1), später sollten Mitarbeiter der einzelnen Kitas in den
Kurzberatungen geschult werden und dann die Beratungen eigenständig als ,,interneBerater" durchführen (Phase 2).

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2. Auswertung erste Projekfphase:
Insgesamt konnten 34 Eltern für die erste Phase des Projektes gewonnen werden,
davon 19 über die beteiligten Kitas. ln Form einer Vorher-Nachher-Messung und im
Vergleich zu einer Kontrollgruppe wurde überprüft, ob sich das durch die Eltern
berichtete Erziehungsverhalten sowie damit verbunden auch das kindliche Verhalten
durch die Kurzberatung veränderte.
a) Eltertiches Erziehungsverhalten
Das elterliche Erziehungsverhalten wurde mit dem Erziehungsfragebogen (EFB-K)
erfasst. Er misst sowohl Nachsichtigkeit als auch Überreagieren im Erziehungsalltag.
Es zeigten sich:
o statistisch signifikante Verbesserungen im elterlichen Erziehungsverhalten im
Vergleich der Werte vor und nach dem Training
. signifikante Verbesserungen des elterlichen Erziehungsverhaltens in der
lnterventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (Warteliste)
Vergleich vor und nach dem Training
N Konrot6ruppe
IBJ Interuentionsgruppe
EFBK-Gesamtwert
Abbildungl: Mittelwerte im Erziehungsfragebogen vor und nach dem Training.
Interventionsgruppe (mit Triple P-Beratung) und Kontrollgruppe (ohne Triple P Beratung)
b) Zufriedenheit und Belastung der Eltern
Die Eltern berichten nach dem Training von:
. einer Zunahme der Zufriedenheitmit ihrer Erziehung
einer Abnahme der subjektiv empfundenen Belastung
o einer sehr hohen Zufriedenheit mit dem Programm

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c) Ki ndliches Verhalten
Das kindliche Verhalten wurde mit dem Strengths and Difficulties Questionnaire,
(SDQ, Fragebogen zu Stärken und Schwachen des Kindes) erfasst. Er misst
verschiedene Dimensionen kindlichen Verhaltens, wie Umgang mit anderen Kindern,
emotionale Probleme, Verhaltensprobleme, Prosoziales Verhalten etc. Es zeigten
sich:
o statistisch signifikante Verbesserungen im kindlichen Verhalten im Vergleich
der Werte vor und nach dem Training, auch unter Berücksichtigung der
großen Unterschiede vor dem Training
Vergleich vor und nach dem Training
E xonttotlgt pp"
@ IntoruonlionsgrLppe
uTIo 
c"."r*"n"'*n"'
Abbildung 2: Mittelwerte im kindlichen Verhalten vor und nach dem Training. lnterventionsgruppe (mit Triple
P-Beratung) und Kontrollgruppe (ohne Triple P Beratung)
d) Veränderungen im kindlichen Verhalten durch Veränderungen im
Erziehungsverhalten
Es konnte zudem belegt werden, dass größere Veränderungen im elterlichen
Verhalten mit größeren Veränderungen im kindlichen Verhalten einhergingen. Dies
bestärkt die Annahme, dass die Verbesserungen im kindlichen Befinden und
Verhalten tatsächlich auch durch die Veränderungen im Erziehungsverhalten der
Eltern erzielt wurden.

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e) Stabilität der Effekte
Es zeigt sich auch nach etwa einem Jahr eine hohe Stabilität der Veränderungen im
elterlichen Erziehungsverhalten und im kindlichen Verhalten.
Vergleich vor und nach dem Training, sowie ein Jahr später
EFB-K Gesamtwert (n=19)
MEsszeitsunK€
SDQ Gesamtwert (n=19)
MssssltDunKa
Abbildung 5: Veränderungen im elterlichen Eziehungsverhalten (Erziehungsfngebogen EFB-K) und Hndlichen
Verhalten (Strenghts and Difliculties Questiannaire, SDQ, Fngebogen zu Stä)rken und Schwächen), vor und
direkt noch dem Kurs sowie eln lahr nach dem Kurs (FU)

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3. Auswertung zweite Projektphase
Das Ziel der zweiten Projektphase war die Umsetzung der Kurzberatung durch
Mitarbeiter in den Kitas. Aus fünf verschiedenen städt. Einrichtungen erklärte sich
jeweils eine Erzieherin bereit, an dem Projekt mitzuwirken. lm Folgenden soll eine
kurze qualitative Darstellung Erfahrungen in Bezug darauf gegeben werden, wie sich
ein solches Programm in der Praxis umsetzen lässt.
Die lmplementierung in den Alltag der Kita sah unterschiedlich aus und stellte sich
nicht immer ganz einfach dar. Die Einbindung der Beratung in den Arbeitsalltag sah
für freigestellte Leitungen anders aus als für Kolleginnen aus den Gruppen.
Anfängliche Unsicherheiten auf Seiten der Mitarbeiter erschwerten den Start. Nach
ersten Anlaufschwierigkeiten auch auf Seiten der Eltern, steigerte sich deren
lnteresse deutlich, so dass zum Teil Wartezeiten entstanden. Die Möglichkeit, in der
Supervisionsgruppe die Erfahrungen auszutauschen, wurde insbesondere in der
Startphase als sehr hilfreich bewertet. lm Laufe der Zeit zeigte sich ein deutlich
sicherer Umgang mit dem Programm.
Bezüglich der Zufriedenheit mit den Inhalten des Triple P-Programms und mit der
Beratung berichten die Erzieherinnen über ähnliche Erfahrungen. Das Programm
habe sie in ihrer Arbeit gestärkt und sie haben die Inhalte und die Beratung selber als
wertvolles Werkzeug erlebt.
Auch die Eltern seien nach Meinung der Erzieherinnen sehr zufrieden gewesen und
auch im Umgang mit den Kindern sei es tatsächlich zu Veränderungen gekommen.
Entgegen erster Befürchtungen war der Rollenwechsel für die Mitarbeiterinnen kein
Problem, sie erlebten die zusätzliche Möglichkeit im Kontakt zu den Eltern eher als
bereichernd.
Die Einführung der Kurzberatungen habe zu einer konstruktiven Diskussion über
Erziehungsstrategien in den jeweiligen Teams geführt, so dass unter Einwilligung der
Eltern, diese zum Teil mit in die Beratungen einbezogen werden konnte oder eine
Kollegin die Beratung komplett begleitete.
Auch wurden die Inhalte des Programms, wenn kein Platz oder keine Notwendigkeit
eines vollen Beratungsprozesses war in kurze Gespräche zu einzelnen Fragen der
Eltern mit aufgenommen. Diese Möglichkeit wurde als sehr bereichernd und
entlastend wahrgenommen.
Auf die Frage, was sich verbessern müsse, um die Beratung noch besser in die
eigene Arbeit integrieren zu können, wünschten sich alle Erzieherinnen bessere
Rahmenbedingungen (2.8. in Form von freigestellten Stunden, lntegration externer
Berater, die den Eltern bekannt sind, etc).

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4. Prozessbegleitung
Es wurde eine Steuerungsgruppe implementiert, mit Hilfe derer die
Praxiserfahrungen in der Arbeit mit diesem neuen Beratungsangebot reflektiert
wurden. Dieser Gruppe gehörten Mitarbeiterlnnen des Amtes für Kinder, Jugendliche
und Familien der Stadt Münster (Abteilungsleitung Tagesbetreuung für Kinder,
Fachberatung für die städtischen Kindertageseinrichtungen, Abteilung Familien- und
Erziehungshilfen/Zentrale Trägerförderung sowie zeitweise Amtsleitung) sowie
Mitarbeiterinnen der PAG an, die gemeinsam den Prozess geplant, durchgeführt und
evaluiert haben. Hindernisse und Probleme konnten hier frühzeitig diskutiert und aus
dem Weg geräumt werden, was sich als sinnvolle Möglichkeit zur Steuerung-des
Projektes erwiesen hat.
Des Weiteren wurde für die ausführenden Triple P-Beraterinnen in der zweiten
Projektphase eine praxisbegleitende Supervisionsgruppe durchgeführt, um einen
Austausch der Beraterinnen untereinander sowie die Qualität der Beratungen
sicherzustellen.
5. Fazit
lnsgesamt zeigen sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten eine hohe Zufriedenheit auf
Seiten der Berater und Eltern mit dem Angebot. Auch die wissenschaftlich erfassten
Maße zeigen vielversprechende, positive Veränderungen.
lm Vergleich zwischen erster und zweiter Projektphase, insbesondere mit Blick auf
die Frage, ob interne oder externe Berater der günstigere Weg sind um Eltern zu
erreichen, zeigen sich für beide Wege Vor- und Nachteile. Deutlich wurde im Laufe
des Projektes, dass interne Berater einen besseren Kontakt zu den Eltern und eine
bessere Anbindung an die tägliche Arbeit in der Kita ermöglichen.
Eine gute Begleitung der Berater in den ersten Schritten der Umsetzung und eine
realistische Flanung des Zeitbudgets scheinen unabdingbar.
6. Auszeichnung
Das Projekt wurde ausgezeichnet durch die erfolgreiche Teilnahme am
bundesweiten Wettbewerb des 1. Deutschen Präventionspreises - ein
Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung,
der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Bertelsmann Stiftung.

Beschlussvorlage

12445 Zeichen

V/0037/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindertageseinrichtungen in freier und öffent-
licher Trägerschaft in Triple P-Kurzberatung für Eltern in 2007 -  
Ergebnisse eines Kooperationsprojekts der PAG Institut für Psychologie, der Westfälischen 
Wilhelms-Universität Münster und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
31.01.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der AKJF stimmt zu, dass im Haushaltsjahr 2007 einmalig 20.000 € für die Schulung von ca. 40 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindertageseinrichtungen in freier und öffentlicher Träger-
schaft in Triple P-Kurzberatung für Eltern eingesetzt werden. 
 
2. Mit der Beschlussfassung zu dieser Vorlage sind die Anliegen folgender Anträge aufgegriffen 
worden: 
• den Antrag der CDU-Fraktion „Präventive Hilfen zur Erziehung“ vom 22.02.2005 (Anlage 1), 
• den Ratsantrag der Fraktion Bündnis 90/GAL „Alle Chancen von Anfang an!“ vom 02.05.2005 
(Anlage 2) und 
• den Ratsantrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion „Familienzentren für Münster“ vom 
21.10.2005 (Anlage 3). 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass im Haushaltsjahr 2007 einmalige Kosten in Höhe von 
20.000 € entstehen. 
 
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die o. g. Sachentscheidung ist vorbehaltlich der Zustimmung des Rates zum Entwurf des Haus-
haltsplanes 2007 ff. wie folgt zu finanzieren:  
 
Die Mittel stehen auf der Basis des Ratsbeschlusses vom 21.09.2005 (vgl. Vorlage 609/2005) aus 
der Haushaltsstelle 4640.718.0060.1 „Qualifizierung und Flexibilisierung Tagesbetreuung“ bereit. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0037/2007 
Auskunft erteilt: 
Frau  Kratz-Trutti 
Herr  Heintze 
Ruf: 
492 51 30 
492 51 57 
E-Mail: 
KratzTrutti@stadt-muenster.de 
HeintzeO@stadt-muenster.de  
Datum: 
10.01.2007 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
 
V/0037/2007 
Ausgaben 
 
Haush.- 
stelle 
Bezeichnung Haush.-
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkung 
4640.718.0060.1 Qualifizierung und Flexibili-
sierung Tagesbetreuung 
2007 20.000 €  
 
 
Begründung: 
 
1. Anlass 
 
Ende 2003 
wandte sich die PAG Institut für Psychologie an das Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien mit der Idee, ein gemeinsames Kooperat ionsprojekt zusammen mit der Westfälischen 
Wilhelms-Universität Münster durchzuführen. Untersucht werden sollte, ob das Erziehungspro-
gramm Triple P ein geeignetes Instrument der Prävention in Kindertageseinrichtungen (im Folgen-
dem Kita) darstellt. 
 
Aufgrund der Anfrage entwickelten das PAG Institut für Psychologie, die Westfälischen Wilhelms-
Universität Münster und das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ein gemeinsames Projekt. 
Die Projektergebnisse liegen nun vor und sollen gemäß der Mitteilung im AKJF am 28.04.2004 im 
Rahmen dieser Vorlage berichtet werden (siehe auch Anlage 4: Kurzdarstellung des Praxisprojekts 
durch das PAG Institut für Psychologie). 
 
2. Elternprogramme in Münster 
 
Die Idee, Eltern im Bereich der Erziehung mit Hilfe von Trainingsprogrammen zu unterstützen, ist 
schon ein paar Jahrzehnte alt. In den letzten Jahren ist hier jedoch ein deutlicher quantitativer und 
qualitativer Zuwachs zu verzeichnen. Auch in Münster gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher An-
bieter, die Elterntrainings in unterschiedlichen Formen anbieten. Zu nennen sind hier u. a. „Starke 
Eltern, starke Kinder“ vom Deutschen Kinderschutzbund (www.starkeeltern-starkekinder.de), Triple 
P (www.triplep.de), STEP – Systematic Training for Effective Parenting (www.instep-online.de) 
sowie das Rendsburger Elterntraining (www.elterntraining.com). 
 
Die Stadt Münster hat ein großes Interesse an der Angebotsvielfalt. So fördert sie z. B. über die 
institutionelle Förderung der Familienbildungsstätten und Beratungsstellen indirekt diesbezügliche 
Angebote. Des Weiteren werden aber auch direkt Angebotsstrukturen gefördert. An dieser Stelle 
sei auf die Vorlage „Familien stärken - Eltern im Fokus präventiver Angebote - Ein dreijähriges 
Modellprojekt“ (Vorlage 0342/2005) verwiesen. Unter Anderem werden hier dem Deutschen Kin-
derschutzbund über drei Jahre 43.500 € für die Durchführung von Elternkursen „Starke Eltern – 
Starke Kinder“ in Kooperation mit Einrichtungen der Jugendhilfe für besonders belastete Zielgrup-
pen zur Verfügung gestellt. 
 
Ein weiterer Baustein dieser Strategie war die Initiierung eines Kooperationsprojekts mit der PAG 
Institut für Psychologie. Dem Lizenzinhaber in Deutschland für Triple P. 
 
2.1 Triple P 
 
Triple P – Positive Parenting Programm – bedeutet auf Deutsch Positives Erziehungsprogramm
1. 
Ziel des Erziehungsprogramms Triple P ist es, Eltern günstiges Erziehungsverhalten zu vermitteln, 
um so kindliche Verhaltsprobleme zu reduzieren und eine positive Eltern-Kind-Beziehung aufzu-
bauen. 
 
                                                 
1 Triple P wurde an der Universität von Queensland in Australien vom klinischen Psychologen und Verhaltenstherapeuten Prof. Dr. 
Matthew Sanders entwickelt und wird nun weltweit im Rahmen eines Lizenzverfahrens vertrieben. Di e Lizenz für den deutschsprachi -
gen Raum liegt bei der PAG Institut für Psychologie.

- 3 - 
 
V/0037/2007 
Grundlagen der positiven Erziehung sind folgende fünf Prinzipien: 
▪ Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen  ▪ Eine positive und anregende Lernatmosphäre schaffen 
▪ Sich konsequent verhalten     ▪ Nicht zuviel von sich und den Kindern erwarten 
▪ Auch die eigenen Bedürfnisse beachten 
 
3. Das Projekt 
 
Das Projekt hatte zwei Phasen. In der ersten Phase wurde den Eltern in vier städtischen Kitas von 
den Mitarbeiterinnen der PAG Institut für Psychologie eine Triple P-Kurzberatung
2 zu einem ein-
gegrenzten Problem angeboten. In der zweiten Phase des Projektes wurden fünf Mitarbeiterinnen 
aus insgesamt fünf städtischen Kita's (Kita an der Gartenstraße, Kita am Edelbach, Kita im Moor-
hock, Kita Berg Fidel und Hort Kunterbunt) zu TripleP-Beraterinnen geschult. Diese können nun 
seit Mitte 2005 eigenständig Triple P-Kurzberatungen in den Einrichtungen anbieten und durchfüh-
ren.  
 
3.1 Die Ergebnisse 
 
Über die erste Phase des Projekts  wurden insgesamt 19 Eltern, die an einer Triple P-
Kurzberatung teilnahmen, erreicht. Die Effekte der Triple P-Kurzberatung wurden in Kooperation 
mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster evaluiert und ausgewertet. Die Ergebnisse 
weisen auf Verbesserungen im elterlichen Erziehungsverhalten und im kindlichen Verhalten hin . 
Diese Effekte konnten auch noch ein Jahr nach der Intervention nachgewiesen werden (siehe 
hierzu Anlage). 
 
Auch die zweite Projektphase wurde nach einem Jahr gemeinsam mit den Teilnehmerinnen aus-
gewertet. In der zweiten Projektphase wurden 26 Eltern durch die fünf Mitarbeiterinnen vor Ort 
beraten. Die Wirksamkeit des Programms wird durch die Erzieherinnen positiv bewertet.  
 
Die Eltern erleben die ausgearbeiteten Erziehungsstrategien als umsetzbar und entlastend
. Gut ist, 
dass das Konzept mit positiver Bestätigung arbeitet. Am Ende der der Triple P-Kurzberatung wa-
ren die Eltern stolz auf das Erreichte. Auch die hohe Strukturiertheit des Beratungsansatzes (so z. 
B. die Begrenzung des Problems) wirkt sich po sitiv auf die Umsetzbarkeit der Maßnahmen durch 
die Eltern aus. Das Programm ist für die Eltern sehr verständlich. Es hilft, einen Zusammenhang 
zwischen dem eigenen Verhalten und dem Verhalten des Kindes deutlich zu machen. Durch die 
regelmäßig im Programm verankerten Rückmeldungen und positiven Bestätigungen sehen die 
Eltern ihre Erfolge recht schnell. 
 
Des Weiteren hilft die Ausbildung auch bei den alltäglichen Kontakten mit den Eltern
. Die Leitprin-
zipien wie z. B. „wertvolle Zeit“, „interessante Beschäftigung mit dem Kind“ oder „konsequentes 
Verhalten“ können als Erziehungsprinzipien den Eltern gut vermittelt werden. Die Materialien von 
Triple P wie z. B. die kleinen Helfer sind gut geeignet, den Eltern Tipps für einzelne Erziehungssi-
tuationen mit ihren Kindern zu geben. 
 
Noch ein weiterer positiver Effekt ist zu beobachten: Durch die Ausbildung wurden den Erzieherin-
nen zusätzliche Kompetenzen vermittelt, die sich positiv auf ihr berufliches Selbstverständnis aus-
wirken. So berichtet die Leiterin einer städtischen Kita, dass die gesamte Einrichtung von ihrer 
Qualifikation profitiere. Die zugrundeliegenden Haltungen des Programms würden nun auf die 
Konzeption der Einrichtung und auf die Arbeitshaltung der Mitarbeiterinnen Einfluss nehmen. 
 
4. Anforderungen an das pädagogische Personal von Kitas heute 
 
In allen Kitas zeigt sich, unabhängig vom jeweiligen Standort, dass Eltern in der heutigen Zeit zu-
nehmend mehr Unterstützung brauchen als früher. Erzieherinnen sehen sich nach eigenen Aussa-
                                                
 
2 Die Kurzberatung soll Eltern/Erziehende bei ihren Fragen zur Erzi ehung unterstützen. Die bis zu vier 30-minütigen Beratungsterm ine 
sind speziell auf ein eingegrenztes Erziehungst hema bezogen. In der Kurzberatung werden Möglichkeiten zur Förderung des Kindes 
und mögliche Ursachen von Schwierigkeiten besprochen sowie ein individueller Erziehungsplan erstellt.

- 4 - 
 
V/0037/2007 
gen konfrontiert mit problematischen Erziehungsstilen, schwierigen Familienstrukturen, Krisensitu-
ationen wie Trennung, Scheidung und Arbeitslosigkeit. Für viele Eltern sind die pädagogischen 
Fachkräfte in Kitas die ersten, in manchen Fällen aber auch die einzigen Ansprechpartner, um sich 
mitzuteilen. Mit einem „Standard-Angebot“ der Elternarbeit kann eine Einrichtung dieser Viel-
schichtigkeit an Familienwirklichkeiten und den daraus resultierenden unterschiedlichen Bedarfen, 
Wünschen in den Anforderungen nicht immer gerecht werden.  
 
5. Resümee 
 
Eltern zeigen heute einen verstärkten Unterstützungsbedarf in Erziehungsfragen. Kitas eignen sich 
als Ort niedrigschwelliger Beratungsangebote an die Eltern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
von Kitas haben bei den Eltern einen Vertrauensvorschuss. Auch Eltern, die grundsätzlich eher 
Angst haben, Beratung in Anspruch zu nehmen und den Weg in die Familienbildungsstätte oder 
Familienberatungsstelle nicht gehen, können über sie im Rahmen der Kindertagesbetreuung er-
reicht werden. Jedoch bedarf es hierzu der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 
Kitas.  
 
In dem Projekt hat sich gezeigt, dass die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 
Kurzberatung nach Triple P eine erfolgversprechende Strategie ist. Dies insbesondere unter den 
im Folgenden aufgeführten Gesichtspunkten: 
• Triple P-Kurzberatung ist sowohl aus Sicht der Eltern als auch aus Sicht der Erzieherinnen 
ein geeignetes Instrument für die Elternberatung in Kitas.  
• Das Konzept der Triple P-Kurzberatung lässt sich gut in den Alltag einer Kindertagesstätte 
integrieren. 
• Die Grundsätze von Triple P sind auch hilfreich bei den „Tür- und Angelgesprächen“ zwi-
schen Eltern und Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern einer Einrichtung. 
• Die Kurzberatung nach Triple P ergänzt das Versorgungssystem der Elterntrainings jedwe-
der Art sinnvoll. 
 
6. Ausblick 
 
Zur Weiterentwicklung der Elternarbeit im Bereich der Kindertagesstätten sollen im Jahr 2007 ca. 
40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Triple P-Kurzberatung qualifiziert werden. Neben einem 
Fachtag zum Thema Triple P sollen insgesamt ca. 40 Fortbildungsplätze in vier Kurzberaterfortbil-
dungen angeboten werden. 
 
Das Fortbildungsangebot soll sich insbesondere an die Familienzentren in Münster der ersten und 
zweiten Projektphase sowie analog zur Vorlage „Hilfen zur Erziehung - Entwicklung und Ausbau 
frühzeitiger Präventionsangebote sowie Aufbau eines sozialen Frühwarnsystems im Stadtteil 
Coerde“ (Vorlage 0926/2006) auch an die Kitas in Coerde richten. Darüber hinaus zielt das Ange-
bot auch auf weitere interessierte Kitas in öffentlicher und freier Trägerschaft ab.  
 
Den teilnehmenden Einrichtungen entstehen keine weiteren Kosten. Es ist geplant, die Effekte 
dieser Maßnahme zu evaluieren. So soll der wi rkungsorientierte Einsatz der Finanzmittel abgesi-
chert werden. 
 
I.V. 
gez. 
 
Dr. Hanke 
 
Anlagen: 
• in der Vorlage aufgegriffene Anträge von Ratsfraktionen 
• Kurzdarstellung Praxisprojekt Triple P-Kurzberatung in der Kita 
V/0037/2007

Beratungsverlauf (1)

31.01.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 9 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: vertagt

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Gartenstraße
  • Edelbach

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0037/2007
Typ
Vorlagen
Datum
15.01.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37