V/0037/2007
Schulung von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern von Kindertageseinrichtungen in Triple P-Kurzberatung
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Anlagen - Anträge von Fraktionen, Kurzdarstellung Projekt Triple P
8926 Zeichen
ffiwffi ,In-n*iä'*"** Anlage 4 Kurzdarstellung Praxisprojekt Triple P-Kurzberatung in der Kita Projektpartner Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster Westfälische Wilhelms-Universität Münster, lnstitut für Psychologie, Prof. Dr. Fred Rist Triple P Deutschland, Institut für Psychologie AG, Münster 1. Kurzbeschreibung Das Projekt wurde ins Leben gerufen mit dem primären Ziel, das Angebot der Triple P-Kurzberatung insbesondere in Kindertagesstätten in Stadtteilen mit besonderem Förderungsbedarf einzuführen und dessen Wirksamkeit in Bezug auf das elterliche Erziehungsverhalten und Kompetenzgefühl sowie auf die Zufriedenheit mit dem Programm zu evaluieren. Darüber hinaus wurden auch Veränderungen im kindlichen Verhalten untersucht Das Projekt wurde in zwei Phasen unterteilt, zunächst wurden die Beratungen durch wissenschaftliche Mitarbeiter der PAG und der Uni Münster als ,,externe Beratef' durchgeführt (Phase 1), später sollten Mitarbeiter der einzelnen Kitas in den Kurzberatungen geschult werden und dann die Beratungen eigenständig als ,,interneBerater" durchführen (Phase 2). ffi'].il.i''g*ry:ry 2. Auswertung erste Projekfphase: Insgesamt konnten 34 Eltern für die erste Phase des Projektes gewonnen werden, davon 19 über die beteiligten Kitas. ln Form einer Vorher-Nachher-Messung und im Vergleich zu einer Kontrollgruppe wurde überprüft, ob sich das durch die Eltern berichtete Erziehungsverhalten sowie damit verbunden auch das kindliche Verhalten durch die Kurzberatung veränderte. a) Eltertiches Erziehungsverhalten Das elterliche Erziehungsverhalten wurde mit dem Erziehungsfragebogen (EFB-K) erfasst. Er misst sowohl Nachsichtigkeit als auch Überreagieren im Erziehungsalltag. Es zeigten sich: o statistisch signifikante Verbesserungen im elterlichen Erziehungsverhalten im Vergleich der Werte vor und nach dem Training . signifikante Verbesserungen des elterlichen Erziehungsverhaltens in der lnterventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (Warteliste) Vergleich vor und nach dem Training N Konrot6ruppe IBJ Interuentionsgruppe EFBK-Gesamtwert Abbildungl: Mittelwerte im Erziehungsfragebogen vor und nach dem Training. Interventionsgruppe (mit Triple P-Beratung) und Kontrollgruppe (ohne Triple P Beratung) b) Zufriedenheit und Belastung der Eltern Die Eltern berichten nach dem Training von: . einer Zunahme der Zufriedenheitmit ihrer Erziehung einer Abnahme der subjektiv empfundenen Belastung o einer sehr hohen Zufriedenheit mit dem Programm ffii*i'"ryry c) Ki ndliches Verhalten Das kindliche Verhalten wurde mit dem Strengths and Difficulties Questionnaire, (SDQ, Fragebogen zu Stärken und Schwachen des Kindes) erfasst. Er misst verschiedene Dimensionen kindlichen Verhaltens, wie Umgang mit anderen Kindern, emotionale Probleme, Verhaltensprobleme, Prosoziales Verhalten etc. Es zeigten sich: o statistisch signifikante Verbesserungen im kindlichen Verhalten im Vergleich der Werte vor und nach dem Training, auch unter Berücksichtigung der großen Unterschiede vor dem Training Vergleich vor und nach dem Training E xonttotlgt pp" @ IntoruonlionsgrLppe uTIo c"."r*"n"'*n"' Abbildung 2: Mittelwerte im kindlichen Verhalten vor und nach dem Training. lnterventionsgruppe (mit Triple P-Beratung) und Kontrollgruppe (ohne Triple P Beratung) d) Veränderungen im kindlichen Verhalten durch Veränderungen im Erziehungsverhalten Es konnte zudem belegt werden, dass größere Veränderungen im elterlichen Verhalten mit größeren Veränderungen im kindlichen Verhalten einhergingen. Dies bestärkt die Annahme, dass die Verbesserungen im kindlichen Befinden und Verhalten tatsächlich auch durch die Veränderungen im Erziehungsverhalten der Eltern erzielt wurden. ffi,1,*Ltä:Y94 e) Stabilität der Effekte Es zeigt sich auch nach etwa einem Jahr eine hohe Stabilität der Veränderungen im elterlichen Erziehungsverhalten und im kindlichen Verhalten. Vergleich vor und nach dem Training, sowie ein Jahr später EFB-K Gesamtwert (n=19) MEsszeitsunK€ SDQ Gesamtwert (n=19) MssssltDunKa Abbildung 5: Veränderungen im elterlichen Eziehungsverhalten (Erziehungsfngebogen EFB-K) und Hndlichen Verhalten (Strenghts and Difliculties Questiannaire, SDQ, Fngebogen zu Stä)rken und Schwächen), vor und direkt noch dem Kurs sowie eln lahr nach dem Kurs (FU) ffiffi ,l*-*"ät"*t""t*ttt 3. Auswertung zweite Projektphase Das Ziel der zweiten Projektphase war die Umsetzung der Kurzberatung durch Mitarbeiter in den Kitas. Aus fünf verschiedenen städt. Einrichtungen erklärte sich jeweils eine Erzieherin bereit, an dem Projekt mitzuwirken. lm Folgenden soll eine kurze qualitative Darstellung Erfahrungen in Bezug darauf gegeben werden, wie sich ein solches Programm in der Praxis umsetzen lässt. Die lmplementierung in den Alltag der Kita sah unterschiedlich aus und stellte sich nicht immer ganz einfach dar. Die Einbindung der Beratung in den Arbeitsalltag sah für freigestellte Leitungen anders aus als für Kolleginnen aus den Gruppen. Anfängliche Unsicherheiten auf Seiten der Mitarbeiter erschwerten den Start. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten auch auf Seiten der Eltern, steigerte sich deren lnteresse deutlich, so dass zum Teil Wartezeiten entstanden. Die Möglichkeit, in der Supervisionsgruppe die Erfahrungen auszutauschen, wurde insbesondere in der Startphase als sehr hilfreich bewertet. lm Laufe der Zeit zeigte sich ein deutlich sicherer Umgang mit dem Programm. Bezüglich der Zufriedenheit mit den Inhalten des Triple P-Programms und mit der Beratung berichten die Erzieherinnen über ähnliche Erfahrungen. Das Programm habe sie in ihrer Arbeit gestärkt und sie haben die Inhalte und die Beratung selber als wertvolles Werkzeug erlebt. Auch die Eltern seien nach Meinung der Erzieherinnen sehr zufrieden gewesen und auch im Umgang mit den Kindern sei es tatsächlich zu Veränderungen gekommen. Entgegen erster Befürchtungen war der Rollenwechsel für die Mitarbeiterinnen kein Problem, sie erlebten die zusätzliche Möglichkeit im Kontakt zu den Eltern eher als bereichernd. Die Einführung der Kurzberatungen habe zu einer konstruktiven Diskussion über Erziehungsstrategien in den jeweiligen Teams geführt, so dass unter Einwilligung der Eltern, diese zum Teil mit in die Beratungen einbezogen werden konnte oder eine Kollegin die Beratung komplett begleitete. Auch wurden die Inhalte des Programms, wenn kein Platz oder keine Notwendigkeit eines vollen Beratungsprozesses war in kurze Gespräche zu einzelnen Fragen der Eltern mit aufgenommen. Diese Möglichkeit wurde als sehr bereichernd und entlastend wahrgenommen. Auf die Frage, was sich verbessern müsse, um die Beratung noch besser in die eigene Arbeit integrieren zu können, wünschten sich alle Erzieherinnen bessere Rahmenbedingungen (2.8. in Form von freigestellten Stunden, lntegration externer Berater, die den Eltern bekannt sind, etc). ffitL,-r-*"i:Y:l4 4. Prozessbegleitung Es wurde eine Steuerungsgruppe implementiert, mit Hilfe derer die Praxiserfahrungen in der Arbeit mit diesem neuen Beratungsangebot reflektiert wurden. Dieser Gruppe gehörten Mitarbeiterlnnen des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster (Abteilungsleitung Tagesbetreuung für Kinder, Fachberatung für die städtischen Kindertageseinrichtungen, Abteilung Familien- und Erziehungshilfen/Zentrale Trägerförderung sowie zeitweise Amtsleitung) sowie Mitarbeiterinnen der PAG an, die gemeinsam den Prozess geplant, durchgeführt und evaluiert haben. Hindernisse und Probleme konnten hier frühzeitig diskutiert und aus dem Weg geräumt werden, was sich als sinnvolle Möglichkeit zur Steuerung-des Projektes erwiesen hat. Des Weiteren wurde für die ausführenden Triple P-Beraterinnen in der zweiten Projektphase eine praxisbegleitende Supervisionsgruppe durchgeführt, um einen Austausch der Beraterinnen untereinander sowie die Qualität der Beratungen sicherzustellen. 5. Fazit lnsgesamt zeigen sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten eine hohe Zufriedenheit auf Seiten der Berater und Eltern mit dem Angebot. Auch die wissenschaftlich erfassten Maße zeigen vielversprechende, positive Veränderungen. lm Vergleich zwischen erster und zweiter Projektphase, insbesondere mit Blick auf die Frage, ob interne oder externe Berater der günstigere Weg sind um Eltern zu erreichen, zeigen sich für beide Wege Vor- und Nachteile. Deutlich wurde im Laufe des Projektes, dass interne Berater einen besseren Kontakt zu den Eltern und eine bessere Anbindung an die tägliche Arbeit in der Kita ermöglichen. Eine gute Begleitung der Berater in den ersten Schritten der Umsetzung und eine realistische Flanung des Zeitbudgets scheinen unabdingbar. 6. Auszeichnung Das Projekt wurde ausgezeichnet durch die erfolgreiche Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb des 1. Deutschen Präventionspreises - ein Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Bertelsmann Stiftung.
Beschlussvorlage
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V/0037/2007
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Betrifft
Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindertageseinrichtungen in freier und öffent-
licher Trägerschaft in Triple P-Kurzberatung für Eltern in 2007 -
Ergebnisse eines Kooperationsprojekts der PAG Institut für Psychologie, der Westfälischen
Wilhelms-Universität Münster und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Beratungsfolge
31.01.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der AKJF stimmt zu, dass im Haushaltsjahr 2007 einmalig 20.000 € für die Schulung von ca. 40
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindertageseinrichtungen in freier und öffentlicher Träger-
schaft in Triple P-Kurzberatung für Eltern eingesetzt werden.
2. Mit der Beschlussfassung zu dieser Vorlage sind die Anliegen folgender Anträge aufgegriffen
worden:
• den Antrag der CDU-Fraktion „Präventive Hilfen zur Erziehung“ vom 22.02.2005 (Anlage 1),
• den Ratsantrag der Fraktion Bündnis 90/GAL „Alle Chancen von Anfang an!“ vom 02.05.2005
(Anlage 2) und
• den Ratsantrag der CDU-Fraktion und FDP-Fraktion „Familienzentren für Münster“ vom
21.10.2005 (Anlage 3).
II. Kosten/Folgekosten
Es wird zur Kenntnis genommen, dass im Haushaltsjahr 2007 einmalige Kosten in Höhe von
20.000 € entstehen.
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Die o. g. Sachentscheidung ist vorbehaltlich der Zustimmung des Rates zum Entwurf des Haus-
haltsplanes 2007 ff. wie folgt zu finanzieren:
Die Mittel stehen auf der Basis des Ratsbeschlusses vom 21.09.2005 (vgl. Vorlage 609/2005) aus
der Haushaltsstelle 4640.718.0060.1 „Qualifizierung und Flexibilisierung Tagesbetreuung“ bereit.
Vorlagen-Nr.:
V/0037/2007
Auskunft erteilt:
Frau Kratz-Trutti
Herr Heintze
Ruf:
492 51 30
492 51 57
E-Mail:
KratzTrutti@stadt-muenster.de
HeintzeO@stadt-muenster.de
Datum:
10.01.2007
Öffentliche Beschlussvorlage
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Ausgaben
Haush.-
stelle
Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkung
4640.718.0060.1 Qualifizierung und Flexibili-
sierung Tagesbetreuung
2007 20.000 €
Begründung:
1. Anlass
Ende 2003
wandte sich die PAG Institut für Psychologie an das Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien mit der Idee, ein gemeinsames Kooperat ionsprojekt zusammen mit der Westfälischen
Wilhelms-Universität Münster durchzuführen. Untersucht werden sollte, ob das Erziehungspro-
gramm Triple P ein geeignetes Instrument der Prävention in Kindertageseinrichtungen (im Folgen-
dem Kita) darstellt.
Aufgrund der Anfrage entwickelten das PAG Institut für Psychologie, die Westfälischen Wilhelms-
Universität Münster und das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ein gemeinsames Projekt.
Die Projektergebnisse liegen nun vor und sollen gemäß der Mitteilung im AKJF am 28.04.2004 im
Rahmen dieser Vorlage berichtet werden (siehe auch Anlage 4: Kurzdarstellung des Praxisprojekts
durch das PAG Institut für Psychologie).
2. Elternprogramme in Münster
Die Idee, Eltern im Bereich der Erziehung mit Hilfe von Trainingsprogrammen zu unterstützen, ist
schon ein paar Jahrzehnte alt. In den letzten Jahren ist hier jedoch ein deutlicher quantitativer und
qualitativer Zuwachs zu verzeichnen. Auch in Münster gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher An-
bieter, die Elterntrainings in unterschiedlichen Formen anbieten. Zu nennen sind hier u. a. „Starke
Eltern, starke Kinder“ vom Deutschen Kinderschutzbund (www.starkeeltern-starkekinder.de), Triple
P (www.triplep.de), STEP – Systematic Training for Effective Parenting (www.instep-online.de)
sowie das Rendsburger Elterntraining (www.elterntraining.com).
Die Stadt Münster hat ein großes Interesse an der Angebotsvielfalt. So fördert sie z. B. über die
institutionelle Förderung der Familienbildungsstätten und Beratungsstellen indirekt diesbezügliche
Angebote. Des Weiteren werden aber auch direkt Angebotsstrukturen gefördert. An dieser Stelle
sei auf die Vorlage „Familien stärken - Eltern im Fokus präventiver Angebote - Ein dreijähriges
Modellprojekt“ (Vorlage 0342/2005) verwiesen. Unter Anderem werden hier dem Deutschen Kin-
derschutzbund über drei Jahre 43.500 € für die Durchführung von Elternkursen „Starke Eltern –
Starke Kinder“ in Kooperation mit Einrichtungen der Jugendhilfe für besonders belastete Zielgrup-
pen zur Verfügung gestellt.
Ein weiterer Baustein dieser Strategie war die Initiierung eines Kooperationsprojekts mit der PAG
Institut für Psychologie. Dem Lizenzinhaber in Deutschland für Triple P.
2.1 Triple P
Triple P – Positive Parenting Programm – bedeutet auf Deutsch Positives Erziehungsprogramm
1.
Ziel des Erziehungsprogramms Triple P ist es, Eltern günstiges Erziehungsverhalten zu vermitteln,
um so kindliche Verhaltsprobleme zu reduzieren und eine positive Eltern-Kind-Beziehung aufzu-
bauen.
1 Triple P wurde an der Universität von Queensland in Australien vom klinischen Psychologen und Verhaltenstherapeuten Prof. Dr.
Matthew Sanders entwickelt und wird nun weltweit im Rahmen eines Lizenzverfahrens vertrieben. Di e Lizenz für den deutschsprachi -
gen Raum liegt bei der PAG Institut für Psychologie.
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Grundlagen der positiven Erziehung sind folgende fünf Prinzipien:
▪ Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen ▪ Eine positive und anregende Lernatmosphäre schaffen
▪ Sich konsequent verhalten ▪ Nicht zuviel von sich und den Kindern erwarten
▪ Auch die eigenen Bedürfnisse beachten
3. Das Projekt
Das Projekt hatte zwei Phasen. In der ersten Phase wurde den Eltern in vier städtischen Kitas von
den Mitarbeiterinnen der PAG Institut für Psychologie eine Triple P-Kurzberatung
2 zu einem ein-
gegrenzten Problem angeboten. In der zweiten Phase des Projektes wurden fünf Mitarbeiterinnen
aus insgesamt fünf städtischen Kita's (Kita an der Gartenstraße, Kita am Edelbach, Kita im Moor-
hock, Kita Berg Fidel und Hort Kunterbunt) zu TripleP-Beraterinnen geschult. Diese können nun
seit Mitte 2005 eigenständig Triple P-Kurzberatungen in den Einrichtungen anbieten und durchfüh-
ren.
3.1 Die Ergebnisse
Über die erste Phase des Projekts wurden insgesamt 19 Eltern, die an einer Triple P-
Kurzberatung teilnahmen, erreicht. Die Effekte der Triple P-Kurzberatung wurden in Kooperation
mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster evaluiert und ausgewertet. Die Ergebnisse
weisen auf Verbesserungen im elterlichen Erziehungsverhalten und im kindlichen Verhalten hin .
Diese Effekte konnten auch noch ein Jahr nach der Intervention nachgewiesen werden (siehe
hierzu Anlage).
Auch die zweite Projektphase wurde nach einem Jahr gemeinsam mit den Teilnehmerinnen aus-
gewertet. In der zweiten Projektphase wurden 26 Eltern durch die fünf Mitarbeiterinnen vor Ort
beraten. Die Wirksamkeit des Programms wird durch die Erzieherinnen positiv bewertet.
Die Eltern erleben die ausgearbeiteten Erziehungsstrategien als umsetzbar und entlastend
. Gut ist,
dass das Konzept mit positiver Bestätigung arbeitet. Am Ende der der Triple P-Kurzberatung wa-
ren die Eltern stolz auf das Erreichte. Auch die hohe Strukturiertheit des Beratungsansatzes (so z.
B. die Begrenzung des Problems) wirkt sich po sitiv auf die Umsetzbarkeit der Maßnahmen durch
die Eltern aus. Das Programm ist für die Eltern sehr verständlich. Es hilft, einen Zusammenhang
zwischen dem eigenen Verhalten und dem Verhalten des Kindes deutlich zu machen. Durch die
regelmäßig im Programm verankerten Rückmeldungen und positiven Bestätigungen sehen die
Eltern ihre Erfolge recht schnell.
Des Weiteren hilft die Ausbildung auch bei den alltäglichen Kontakten mit den Eltern
. Die Leitprin-
zipien wie z. B. „wertvolle Zeit“, „interessante Beschäftigung mit dem Kind“ oder „konsequentes
Verhalten“ können als Erziehungsprinzipien den Eltern gut vermittelt werden. Die Materialien von
Triple P wie z. B. die kleinen Helfer sind gut geeignet, den Eltern Tipps für einzelne Erziehungssi-
tuationen mit ihren Kindern zu geben.
Noch ein weiterer positiver Effekt ist zu beobachten: Durch die Ausbildung wurden den Erzieherin-
nen zusätzliche Kompetenzen vermittelt, die sich positiv auf ihr berufliches Selbstverständnis aus-
wirken. So berichtet die Leiterin einer städtischen Kita, dass die gesamte Einrichtung von ihrer
Qualifikation profitiere. Die zugrundeliegenden Haltungen des Programms würden nun auf die
Konzeption der Einrichtung und auf die Arbeitshaltung der Mitarbeiterinnen Einfluss nehmen.
4. Anforderungen an das pädagogische Personal von Kitas heute
In allen Kitas zeigt sich, unabhängig vom jeweiligen Standort, dass Eltern in der heutigen Zeit zu-
nehmend mehr Unterstützung brauchen als früher. Erzieherinnen sehen sich nach eigenen Aussa-
2 Die Kurzberatung soll Eltern/Erziehende bei ihren Fragen zur Erzi ehung unterstützen. Die bis zu vier 30-minütigen Beratungsterm ine
sind speziell auf ein eingegrenztes Erziehungst hema bezogen. In der Kurzberatung werden Möglichkeiten zur Förderung des Kindes
und mögliche Ursachen von Schwierigkeiten besprochen sowie ein individueller Erziehungsplan erstellt.
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gen konfrontiert mit problematischen Erziehungsstilen, schwierigen Familienstrukturen, Krisensitu-
ationen wie Trennung, Scheidung und Arbeitslosigkeit. Für viele Eltern sind die pädagogischen
Fachkräfte in Kitas die ersten, in manchen Fällen aber auch die einzigen Ansprechpartner, um sich
mitzuteilen. Mit einem „Standard-Angebot“ der Elternarbeit kann eine Einrichtung dieser Viel-
schichtigkeit an Familienwirklichkeiten und den daraus resultierenden unterschiedlichen Bedarfen,
Wünschen in den Anforderungen nicht immer gerecht werden.
5. Resümee
Eltern zeigen heute einen verstärkten Unterstützungsbedarf in Erziehungsfragen. Kitas eignen sich
als Ort niedrigschwelliger Beratungsangebote an die Eltern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
von Kitas haben bei den Eltern einen Vertrauensvorschuss. Auch Eltern, die grundsätzlich eher
Angst haben, Beratung in Anspruch zu nehmen und den Weg in die Familienbildungsstätte oder
Familienberatungsstelle nicht gehen, können über sie im Rahmen der Kindertagesbetreuung er-
reicht werden. Jedoch bedarf es hierzu der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
Kitas.
In dem Projekt hat sich gezeigt, dass die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in
Kurzberatung nach Triple P eine erfolgversprechende Strategie ist. Dies insbesondere unter den
im Folgenden aufgeführten Gesichtspunkten:
• Triple P-Kurzberatung ist sowohl aus Sicht der Eltern als auch aus Sicht der Erzieherinnen
ein geeignetes Instrument für die Elternberatung in Kitas.
• Das Konzept der Triple P-Kurzberatung lässt sich gut in den Alltag einer Kindertagesstätte
integrieren.
• Die Grundsätze von Triple P sind auch hilfreich bei den „Tür- und Angelgesprächen“ zwi-
schen Eltern und Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern einer Einrichtung.
• Die Kurzberatung nach Triple P ergänzt das Versorgungssystem der Elterntrainings jedwe-
der Art sinnvoll.
6. Ausblick
Zur Weiterentwicklung der Elternarbeit im Bereich der Kindertagesstätten sollen im Jahr 2007 ca.
40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Triple P-Kurzberatung qualifiziert werden. Neben einem
Fachtag zum Thema Triple P sollen insgesamt ca. 40 Fortbildungsplätze in vier Kurzberaterfortbil-
dungen angeboten werden.
Das Fortbildungsangebot soll sich insbesondere an die Familienzentren in Münster der ersten und
zweiten Projektphase sowie analog zur Vorlage „Hilfen zur Erziehung - Entwicklung und Ausbau
frühzeitiger Präventionsangebote sowie Aufbau eines sozialen Frühwarnsystems im Stadtteil
Coerde“ (Vorlage 0926/2006) auch an die Kitas in Coerde richten. Darüber hinaus zielt das Ange-
bot auch auf weitere interessierte Kitas in öffentlicher und freier Trägerschaft ab.
Den teilnehmenden Einrichtungen entstehen keine weiteren Kosten. Es ist geplant, die Effekte
dieser Maßnahme zu evaluieren. So soll der wi rkungsorientierte Einsatz der Finanzmittel abgesi-
chert werden.
I.V.
gez.
Dr. Hanke
Anlagen:
• in der Vorlage aufgegriffene Anträge von Ratsfraktionen
• Kurzdarstellung Praxisprojekt Triple P-Kurzberatung in der Kita
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Beratungsverlauf (1)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (2)
- Gartenstraße
- Edelbach
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0037/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 15.01.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37