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Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Seniorenvertreterin Wedde zur Sitzung des Verkehrsausschusses am 05.03.2024 betr. "ADAC-Studie"

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 0856/2024 vom 04.03.2024

Stand: Am 23.04.2024 im Verkehrsausschuss beraten. Ergebnis: Sache ist erledigt.

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    Dezernat, Dienststelle III Vorlagen-Nummer 04.03.2024 0856/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 05.03.2024 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Seniorenvertreterin Wedde zur Sitzung des Verkehrsausschusses am 05.03.2024 betr. "ADAC-Studie" Die Anfrage lautet: 1. Ist der Eindruck der Autofahrer, Fußgänger, ÖPNV-Nutzer und Radfahrer richtig? (Der überwiegende Teil der Seniorinnen und Senioren gehört zu den Fußgänger*Innen, ÖPNV- NutzerInnen und RadfahrerInnen). 2. Wenn ja, welche Gründe - rein faktischer Natur - gibt es für die Einschätzung der Stadt Köln in der ADAC-Umfrage als nur als sehr bedingt verkehrstauglicher Stadt? 3. Wie will die Stadt Köln Verbesserungsvorschläge in das Verkehrskonzept integrieren? Die Verwaltung nimmt zu den Fragen wie folgt Stellung: Die aus Sicht der Verwaltung nicht repräsentative Umfrage des ADAC spiegelt ein Stim- mungsbild über das Thema Mobilität im September 2023 wider; in der Kölner Millionenstadt wurden dafür „lediglich“ 600 Personen aus verschiedenen Gruppierungen beliebig befragt. Aus Sicht der Verwaltung ist die Aussagekraft daher begrenzt. Insbesondere die Zusammen- setzung der Stichproben ist unklar: wer wurde in welchem Kontext wie befragt und wie weicht z.B. die Stichprobe von der Grundgesamtheit ab. Gewichtungsfaktoren sind ebenfalls unbe- kannt. Einpendler*innen/Besucher*innen werden höher gewichtet als Einwohnende (900.000 Ein- wohner >18J. vs. 1.500.000 Einpendler). Die Einpendler*innenzahlen liegen in der Realität deutlich unter den Einwohnendenzahlen. Auch handelt es sich ausschließlich um subjektive Einschätzungen. Wünschenswert wäre, diese Einschätzungen den objektiven Fakten gegen- überzustellen (z. B. Haltestellendichte im ÖV; Anzahl Fahrradabstellplätze etc.). Die Stadt Köln hat hingegen im Herbst 2022 im Rahmen des nachhaltigen Mobilitätsplans „Besser durch Köln“ eine repräsentative Mobilitätsumfrage zum alltäglichen Verkehrsverhalten der Kölner Bevölkerung durchgeführt (vgl. Mitteilung 0368/2024). Insgesamt haben hier mehr als 6.000 Haushalte beziehungsweise über 11.000 Kölner*innen Auskunft über ihr Mobilitäts- verhalten gegeben und mehr als 36.000 Wege protokolliert. Im Vergleich zur repräsentativen und methodisch kompatiblen Mobilitätserhebung MiD 2017 hat sich der Anteil der Verkehrs- mittelnutzung im Binnenverkehr wie folgt geändert: 2 Fahrradverkehr + 7% auf 25% Fußverkehr + 5% auf 33% Auto – 10% auf 25% In dieser repräsentativen Umfrage wurde eine bessere Zufriedenheit über alle Verkehrsmittel erhoben: Bewertung der allgemeinen Situation vor Ort zu Fuß Fahr- rad Pkw ÖPNV Sehr gut 16% 6% 8% 10% Gut 47% 24% 35% 31% Befriedigend 21% 29% 29% 27% Ausreichend 9% 18% 16% 16% Mangelhaft 3% 16% 6% 10% Ungenügend 1% 4% 2% 3% weiß nicht / k.A. 3% 3% 4% 3% Gesamt 100% 100% 100% 100% Die Ergebnisse zeigen heute schon einen positiven Trend für den Umstieg auf klimascho- nende Verkehrsmittel. Die wachsenden Radverkehrszahlen machen zudem die steigende Beliebtheit des Radfahrens und die Bedeutung für die Mobilität der Menschen in der Stadt deutlich. Insbesondere der Vergleich der Dauerzählstellen, die schon seit 2017 im Einsatz sind, zeigt den positiven Trend: Von 2017 bis 2023 ist der Anteil der Radfahrer*innen an die- sen Messpunkten um 26 Prozent gestiegen. Der Vergleich von 2019 zu 2023 zeigt eine Zu- nahme um 15 Prozent. Die Verwaltung ist davon überzeugt, dass auch E-Scooter einen Beitrag zur Mobilitätswende in der Stadt leisten können. Insbesondere finden sie ihren Nutzen auf der sogenannten „letz- ten Meile“ und als nützliche Ergänzung zum ÖPNV (An- und Abfahrt zum/vom Bahnhof). Dies gilt erst Recht zu den Tagesrandzeiten bei verringertem ÖPNV-Angebot. Die Verwaltung arbeitet sukzessive an einer Verbesserung der Situation. Dabei müssen die Verleihfirmen in enger Abstimmung mit der Stadt Vorkehrungen und Regelungen treffen und umsetzen, die dafür sorgen, dass sie einem ordentlichen Stadtbild und den Ansprüchen an die Barrierefrei- heit nicht im Wege stehen. In Köln finden jährlich rund 23.000 Maßnahmen statt, die Einfluss auf den öffentlichen Ver- kehrsraum haben. Damit dies stadtverträglich erfolgen kann finden sowohl langfristige als auch kurzfristige Koordinationsabstimmungen mit den Beteiligten wie den städtischen Dienst- stellen und den bauenden Betrieben wie Rheinenergie, StEB, KVB, Netcologne statt. Hierbei müssen die verkehrs- und arbeitsstättenrechtlichen Bestimmungen umgesetzt und gleichzeitig die Mobilitätssituation erhalten bleiben. Die Vielzahl der erforderlichen Infrastruktur- und Hoch- baumaßnahmen haben auch bei intensiver Koordination und zielgenauer Umsetzung immer Einfluss auf die Verkehrssituation und führen oft zu Einschränkungen der individuellen Mobili- tät, da sie mit Umwegen oder Verzögerungen verbunden sind. Dies ist bedauerlich aber letzt- endlich nicht gänzlich vermeidbar. Alle Maßnahmen dienen letztendlich dazu die Stadt zu- kunftsfähig zu machen. Im Hinblick auf die bestehenden Anforderungen zur Energiesicherung und Wärmewende wie auch dem forcierten Breitbandausbau, sowie der Infrastrukturprojekte ist auch für die kommenden Jahre mit entsprechenden Beeinträchtigungen zu rechnen. Diese Maßnahmen machen Köln zukunftssicher finden aber im Verkehrsraum mit entsprechenden Wirkungen statt. 3 Das Baustellenmanagement der Stadt Köln wird weiterhin mit hohem Aufwand darauf einwir- ken diese Beeinträchtigungen auf das unvermeidbare Minimum zu beschränken. Die positiven Veränderungen im Baustellenmanagement und der Wirkungsgrad wurden auch durch eine Studie der IHK 2020 bestätigt. Die Verwaltung ist sich bewusst, dass in der Mobilität noch Verbesserungspotenziale vorhan- den sind. Umso wichtiger ist die Entwicklung des nachhaltigen Mobilitätsplans, in dem alle Verkehrsmittel beachtet und Optimierungsstrategien in vielfältigen Beteiligungsformaten mit den Kölner*innen gemeinsam entwickelt werden. Im nachhaltigen Mobilitätsplan werden alle Netze gesamt betrachtet. Neben der ÖPNV-Netzentwicklung, Radhaupt-, Fahrradstraßen- netze und RadPendlerRouten wird derzeit an einem MIV-Grundnetz gearbeitet. Es ist das Pri- oritätsnetz für den Kfz-Verkehr und soll auf den definierten Straßen die erforderliche Leis- tungsfähigkeit gewährleisten. Gez. Egerer

Beratungsverlauf

  1. 23.04.2024

    Verkehrsausschuss

    TOP 5.1.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Sache ist erledigt

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