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2875/2022

Stadtraumforschung im Domumfeld

Mitteilung Ausschuss 26.10.2022

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Anlage Forschungsbericht

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Veedel ohne Jeföhl? Eine qualitative Untersuchung der Nutzer*innen des Kölner Dom- und Rathausumfelds
Veedel ohne Jeföhl?
Eine qualitative Untersuchung der Nutzer*innen des Kölner 
Dom- und Rathausumfelds
Kooperatives Forschungsprojekt „Stadtraumforschung im Domumfeld“

Die Oberbürgermeisterin
Dezernat Planen und Bauen
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gestaltung und Druck
Zentrale Dienste der Stadt Köln
13-US/007-22/VI/250/03.2022
Kontakt
Stadt Köln
Dezernat Planen und Bauen
Stadtbau im Quartier / Domumfeld
Brückenstraße 5 – 11, 50667 Köln
Wilhelm Belke
Telefon 0221 / 221 - 35900
wilhelm.belke@stadt-koeln.de  
www.stadt.koeln
Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH
Brüderweg 22 – 24, 44135 Dortmund
www.ils-forschung.de 
Technische Hochschule Köln
Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften
Gustav-Heinemann-Ufer 54, 50968 Köln
www.th-koeln.de

Veedel ohne Jeföhl?
Eine qualitative Untersuchung der Nutzer*innen des Kölner  
Dom- und Rathausumfelds
Kooperatives Forschungsprojekt „Stadtraumforschung im Domumfeld“
Jan Üblacker
Holger Spieckermann
Max Freund
Sophie Nagorni
Milena Stankov
März 2022

4 
Inhaltsverzeichnis 
1 Ausgangssituation ...................................................................................................... 5 
2 Beschreibung des Untersuchungsgebietes .................................................................. 7 
3 Methodische Vorgehensweise .................................................................................. 10 
3.1 Auswahl der Untersuchungsgruppen und Kontaktaufnahme ............................................... 10 
3.2 Erhebungsmethode................................................................................................................ 11 
3.3 Durchführung ......................................................................................................................... 12 
3.4 Beschreibung der Befragten .................................................................................................. 12 
3.5 Auswertungsmethode............................................................................................................ 13 
4 Ergebnisse der Befragung ......................................................................................... 14 
4.1 Wer nutzt das Gebiet aus Sicht der Nutzer*innen?............................................................... 14 
4.2 Beziehungsnetzwerke der Nutzer*innen: Zwischen Dorfidylle und Anonymität .................. 15 
4.3 Tourismus: „In der Altstadt geht es nur um Touristen“ ......................................................... 18 
4.4 Lokales Gewerbe: Vielfalt, Qualitätsverlust und mangelnde Orientierung an den 
Bewohner*innen .................................................................................................................... 20 
4.5 (Un)Sicherheitsempfinden: Meidungsorte und die Auswirkungen der Pandemie ................ 24 
4.6 Konkurrierende Narrative: Veedel ohne Jeföhl? ................................................................... 26 
4.7 Die Bedeutung kommunaler Akteure: Perspektiven auf Ordnungshandeln, 
Kommunikation und Maßnahmen ......................................................................................... 28 
5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen .............................................................. 33 
6 Literatur................................................................................................................... 37 
Über die Autor*innen ..................................................................................................... 38

5 
 
 
1 Ausgangssituation 
Das Dom- und Rathausumfeld der Stadt Köln ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl an Nutzungen auf 
engem Raum. In zentraler Lage der Stadt befinden sich unter anderem der Hauptbahnhof, diverse tou-
ristische Attraktionen wie der Dom oder die Altstadt, die Haupteinkaufsstraße, karitative Einrichtun-
gen wie z.B. Obdachlosenschlafstellen oder die Bahnhofsmis sion, die Rheinuferpromenade  und der 
Rheingarten, zahlreiche Gastronomien und Hotels, mehrere Museen, die Philharmonie, das Rathaus 
und unzählige weitere kleinere und größere Unternehmen, darunter auch der WDR und Teile der 
Stadtverwaltung. Die Rathausumgebung und die Altstadt sind zusätzlich durch eine Wohnnutzung cha-
rakterisiert.  
Diese vielfältige Nutzungsmischung zieht Personen mit unterschiedlichen Erwartungen, Ansprüchen, 
Motiven und (Vor)Erfahrungen an. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Dom - und Rathaus-
umfeld aufgrund der besonderen Verdichtung verschiedener Interessen und Erwartungen ein Schau-
platz diverser, zum Teil auch konfliktbehafteter Aushandlungsprozesse zwischen verschiedenen Nut-
zer*innen ist. Die Stadtverwaltung steht vor der Aufgab e, die verschiedenen Nutzer*innen und Ak-
teure im Gebiet zunächst zu verstehen, um dann die zwischen ihnen ausgetragenen Aushandlungspro-
zesse moderieren und gegebenenfalls zu einer einvernehmlichen Lösung zu führen.  
Unter anderem zu diesem Zweck hat die Stadt Köln im März 2018 die „Stabsstelle Stadtbau im Quar-
tier/Domumfeld“ eingerichtet. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Vielzahl von Funktionsüberlagerungen 
und Nutzungsstrukturen im Öffentlichen Raum zu optimieren, nachhaltige Arbeitsweisen innerhalb der 
Verwaltung zu etablieren sowie umfassende Kooperationsstrukturen zwischen Verwaltung und vielfäl-
tigen externen Institutionen zu initiieren. Ziel ist, das Zusammenwirken der Beteiligten weiterzuentwi-
ckeln, um die Effizienz und Nachhaltigkeit von Maßnahmen sicherzustellen.  
Vor diesem Hintergrund  verfolgt das vorliegende Projekt das Ziel , eine Bestandsaufnahme aus Sicht 
der Nutzer*innen des Dom- und Rathausumfelds anzufertigen, um spezifische Qualitäten, Problem-
wahrnehmungen, Veränderungen und die Bedeutung verschiedener Maßnahmen aus Sicht der Be-
troffenen zu dokumentieren. Im Einzelnen sollen folgende Fragestellungen beleuchtet werden: 
 Welche Qualitäten hat der Raum aus Sicht verschiedener Nutzer*innen? 
 Welche Problemwahrnehmungen der Nutze r*innen werden deutlich? Wie gehen die Nut-
zer*innen mit den wahrgenommenen Problemen um? 
 Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen im Hinblick auf die Problemwahrneh-
mung und Umgang zwischen den Nutzer*innengruppen? 
 Welche Bedeutung haben die von der Stadtverwaltung ergriffenen Maßnahmen zum Umgang 
mit den Problemen? 
Zur Beantwortung dieser Fragestellung stellt Kapitel 2 zunächst das Untersuchungsgebiet der Studie 
näher vor. Anschließend erläutert Kapitel 3 die Fallauswahl sowie die qualitativen Methoden zur Erhe-
bung und Auswertung der Daten. Die Ergebnisdarstellung ist in sieben Unterkapitel gegliedert, die die 
zentralen Aussagen der befragten Gruppen zusammenfassend wiedergeben. Im Einzelnen geht es um 
die Sicht der Befragten auf die Nutzer*innen des Gebiets, die sozialen Beziehungen unter Bewoh-

6 
 
ner*innen und Gewerbetr eibenden, die Entwicklung des Gewerbes und des Tourismus, das Sicher-
heitsempfinden der Bevölkerung, raumbezogene Narrative und die Bedeutung kommunaler Akteure 
und Maßnahmen. Kapitel 5 fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen, beantwortet die forschungs-
leitenden Fragestellungen und formuliert praxisrelevante Anknüpfungspunkte zur Diskussion in Gre-
mien und mit den Bürger*innen.

7 
 
2 Beschreibung des Untersuchungsgebietes  
Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Zentrum der Stadt. Im Norden verläuft die Grenze entlang 
der Gleise des Hauptbahnhofs. Das westliche Ende des Untersuchungsgebiets bildet die Hohe Straße, 
während das Gebiet am südlichen Ende von Pipin - und Augustinerstraße eingegrenzt wird. Im Osten 
bildet der Rhein mit seiner Rheinuferpromenade die  Grenze des Untersuchungsgebiets. Diese Rhein-
promenade mit Bootsanlegern ist zugleich Eingangstor für jene Tourist*innen, die Köln über die Rhein-
schifffahrt besuchen. Für alle anderen Anlieger*innen ist das Gebiet mit dem Auto zugänglich, wobei 
jedoch im Rahmen der städtischen Verkehrsberuhigung in den letzten Jahren immer mehr Straßen zu 
Fußgängerzonen erklärt wurden und somit dort Fahrverbote gelten. Per ÖPNV ist das Viertel in Form 
von drei U-Bahnhaltestellen (Heumarkt, Rathaus und Dom/Hauptbahnhof) erreichbar, die unmittelbar 
im Gebiet liegen. Angebunden an den Fernverkehr ist der Stadtbereich durch den Kölner Hauptbahn-
hof, der auch die nördliche Begrenzung bildet.  
Abbildung 2: Dom- und Rathausumfeld in der Kölner Innenstadt 
Das Untersuchungsgebiet unte rscheidet sich geringfügig von dem Gebietszuschnitt der „Stabsstelle 
Stadtbau im Quartier / Domumfeld“ der Stadt Köln, da der Hauptbahnhof und der Breslauer Platz nicht 
Teil der Untersuchung sind. Das Gebiet hat eine Größe von weniger als 0,4 km². Aus den Einwohner-
meldedaten geht hervor, dass 2020 1921 Personen im Alter von 18 Jahren oder älter in dem Gebiet 
ihren Hauptwohnsitz gemeldet hatten (vgl. Stadt Köln 2020). Daraus ergibt sich eine Bevölkerungs-
dichte von ca. 5400 Einwohner*innen pro km². Im Vergleich zu anderen Innenstadtvierteln ist die Be-
völkerungsdichte niedrig, außengelegene Stadtteile in Köln weisen jedoch häufig eine geringere Dichte 
auf (vgl. Stadt Köln 2019). In den letzten 10 Jahren hat die Einwohnerzahl leicht zugenommen, befindet 
sich jedoch nicht wieder auf dem Vorniveau, nachdem sie von 2000 bis 2010 abgenommen hatte (Stadt 
Köln 2017: 6).  
Baulich ist das Gebiet gekennzeichnet durch eine Durchmischung von Neubauten, Nachkriegsbebau-
ung und wiederaufgebauten historischen Altbauten. Der nördliche Teil des Untersuchungsgebiets ist 
geprägt durch großformatige Gebäude  und weitläufige Platzanlagen, wohingegen der südliche Teil 
kleinteilig bebaut ist. Innerhalb des Gebiets befinden sich insgesamt 23 kleinere und größere Plätze ,

8 
 
angefangen bei der Domplatte und dem Roncalliplatz im Norden des Gebiets über die typisch altstäd-
tischen Innenhofplätze Eisenmarkt oder Ostermannplatz bis hin z um Heumarkt, der regelmäßig für 
Großveranstaltungen genutzt wird.  Die einzige öffentlich nutzbare Grünfläche be findet sich entlang 
der Rheinuferpromenade. An verschiedenen Stellen im Gebiet fanden in der Vergangenheit Baumaß-
nahmen statt, wurden während der Untersuchungsphase durchgeführt oder befinden sich in Planung. 
Eine Auswahl:  
- 1998 bis 2001: Umgestaltung des Heumarkts und Bau einer Tiefgarage.  
- 2004 bis 2013: Bau der Nord-Süd-Fahrt und Eröffnung der U-Bahn-Haltestelle Heumarkt. 
- 2013 bis 2018: Umgestaltung der Ostseite des Dom s und des Durchgangs zum Museum Lud-
wig.  
- Seit 2012: Kernsanierung des Domhotels, nach Mängelbefunden im Jahr 2018 umfangreicher 
Abriss aller nicht denkmalgeschützten Gebäudeteile und Neubau. 
- 2007 bis 2015: Ausgrabungsarbeiten in der Archäologischen Zone am historischen Rathaus. 
- Seit 2015: Bau des Museumsquartiers/Jüdischen Museums auf der ehemaligen Ausgrabungs-
stätte.  
- Ab Herbst 2021: Abriss und Neubau des Laurenz-Carré, Sanierung des Senatshotels.  
- Ab 2023: Bau - und Stadtentwicklungsprojekt „Historische Mitte Köln”  (vorbehaltlich Baube-
schluss) 
Zu den hier aufgeführten Großbaustellen kommen weitere Umbau- und Sanierungsarbeiten an Einzel-
gebäuden hinzu. In Folge der zahlreichen Bautätigkeiten ist von einer erhöhten Lärmbelastung, Ver-
schmutzung und vorübergehendem Leerstand auszugehen. In Verbindung mit den oft engen Straßen-
verhältnissen im Gebiet kommt es zudem zu regelmäßigen Sperrungen und Umleitungen auf Fahr- und 
Fußgängerwegen. 
Die Angebote und Nutzungsmöglichkeiten innerhalb des Gebiets sind äußerst vielfältig. Räumlich zent-
ral als auch in der Bedeutung für den Tourismus ist der Kölner Dom als Weltkulturerbe. Weiter bietet 
der Weg über den Alter Markt und Heumarkt hinunter zum Rheinufer zahlreiche Einkehrmöglichkeiten 
in Form von Restaurants, Imbissen, Kiosken, Bars und Brauhäusern. Ebenfalls auf diesen Raum kon-
zentriert sich ein Großteil der Wohnnutzung innerhalb des Viertels. Entlang der Achse vom Dom zu St. 
Maria im Kapitol und somit auch innerhalb des Untersuchungsgebiets befindet sich die Via Culturalis, 
eine städtebauliche Achse mit historischen Relikten aus der über 2000-jährigen Geschichte Kölns. Ein 
weiteres Kulturangebot stellen die Philharmonie, der Veranstaltungssaal Gürzenich, Kirchen und die 
verschiedenen Museen im Gebiet, namentlich beispielsweise das Museum Ludwig, das Wal lraf-
Richartz Museum und das Römisch Germanische Museum dar. Neben diesen kulturellen Einrichtungen 
und Lokalitäten finden im Gebiet zahlreiche Veranstaltungen wie z.B. der Karneval, Weinfeste, Weih-
nachtsmärkte, Cologne Pride Day und Christopher Street Day statt, die regelmäßig für hohe Besucher-
zahlen sorgen. Die Hohe Straße als westliche Begrenzung des Untersuchungsgebiets und in ihrer Ver-
längerung der Schildergasse ist eine enge, stark frequentierte Einkaufsstraße mit Filialen aller geläufi-
gen Einzelhandelsketten. Neben Einkaufs - und Wohnflächen sind auch  viele Büroflächen in den Ge-
bäuden im Gebiet untergebracht. So befinden sich neben Kanzleien und Arztpraxen auch Teile der 
Stadtverwaltung, das Kundenzentrum Innenstadt der Stadt Köln und das WDR Funkhaus im Gebiet. 
Darüber hinaus finden sich Orte der poli tischen Repräsentation der Stadt in unmittelbarer Nähe: Das 
historische Rathaus, der Spanische Bau mit den Fraktionsräumen und das Amt der Oberbürgermeiste-
rin sind innerhalb des Gebiets angesiedelt. Soziale Hilfeleistungen in Form von Beratungsstellen,

9 
 
Schlafstellen, Aufenthaltsmöglichkeiten oder Essensausgaben befinden sich auf dem Bahnhofsvor-
platz, sowie auf dessen Rückseite. Des Weiteren finden mobile Essens- und Warenausgaben auch auf 
der Hohe Straße statt. Eine Kooperationsstelle zwischen Polizei und Ordnungsamt ist in Räumlichkeiten 
des Kurienhauses am Roncalliplatz installiert.

10 
 
3 Methodische Vorgehensweise 
3.1 Auswahl der Untersuchungsgruppen und Kontaktaufnahme 
Die Auswahl der Untersuchungsgruppen folgte der Überlegung, dass individuelle Einstellungen gegen-
über den sozialen und räumlichen Gegebenheiten und das Verhalten im Untersuchungsgebiet nicht 
allein auf Basis soziodemografischer und sozioökonomischer Merkma le (z.B. Alter, Geschlecht, Bil-
dung) zu erklären sind, sondern durch persönliche Wahrnehmungsmuster und Vorerfahrungen (vgl. 
Raumerleben bei Herrmann 2011) sowie Motive, Dauer und Frequenz der Raumnutzung bedingt sind 
(vgl. neighborhood exposure, Galster 2012; Friedrichs 2014). Entscheidende Selektionskriterien für die 
Zielgruppen sind die Nutzungsmotive für den Raum und die Nutzungsdauer. Entsprechend wurden nur 
Personengruppen einbezogen, die primäre Erfahrungen mit der Wahrnehmung der Domumgebung 
und des Rathausumfelds machen, die durch einen direkten Kontakt mit dem Gebiet zustande kommt. 
So wurden sieben relevante Untersuchungsgruppen identifiziert, die den Raum in unterschiedlicher 
Weise nutzen und wahrnehmen. 
Die Wohnbevölkerung ist die erste Gruppe. Die Gruppe wohnt im Gebiet und nutzt es demnach täg-
lich, z.B. für Erledigungen und in der Freizeit.  Auch bei einer geringen Nutzungsfrequenz öffentlicher 
Räume kann davon ausgegangen werden, dass Bewohner*innen aufgrund des permanenten Aufent-
halts im Gebiet, über Nachbarschaftsbeziehungen oder durch Beobachtungen über Probleme und Ent-
wicklungen in ihrer Wohnumgebung berichten können. Die amtliche Statistik zeigt, dass zum Zeitpunkt 
der Untersuchung im Jahr 2020 ca. 44 % der im Gebiet gemeldeten Bewohner*innen im Alter zwischen 
18 und 35 Jahren sind, während 35% zwischen 36 und 60 Jahren alt sind und 21% der Bewohner*innen 
61 Jahre und älter sind. Jüngere Bewohner*innen weisen tendenziell eine geringere Wohndauer auf 
als ältere Bewohner*innen. Innerhalb des Untersuchungsgebiets lässt sich die Wohnnutzung grob in 
drei räumliche Cluster unterteilen, die im Hinblick auf ihre Funktion unterschieden werden können. 
Während Cluster 1 das Gebiet hinter dem Dom abdeckt, von größeren Straßen durchzogen ist und die 
direkte Nähe zum Hauptbahnhof aufweist, ist für das Cluster 2 die Hohe Straße als große Einkaufs-
straße charakteristisch. Die Wohnnutzung verläuft entlang der Hohe Straße und ihren Seitenstraßen. 
Cluster 3 bildet die Wohnnutzung im Altstadtkern ab. Dieser Teil des Untersuchungsgebietes ist durch 
enge Gassen, größere Plätze und Innenhöfe gekennzeichnet . Bei den insgesamt 250 postalisch ver-
sandten Interviewanfragen wurde darauf geachtet, Bewohner*innen von allen drei Teilgebieten in un-
terschiedlichen Altersklassen und mit verschiedenen Wohndauern zu kontaktieren.  
Erwerbstätige ohne Laufkundschaft zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Gebiet lediglich zu Beginn 
und zum Ende ihres Arbeitstages durchquer en. Sie nutzen den Raum daher häufig und regelmäßig, 
jedoch immer nur zu bestimmten Zeitausschnitten. Die Arbeitsstelle dieser Personengruppe kann sich 
sowohl im Untersuchungsgebiet als auch außerhalb befinden. Entscheidend für die Auswahl ist, dass 
das Gebiet auf der Oberfläche zu Fuß oder mit dem Rad durchquert wird, sodass die Person das Umfeld 
direkt wahrnimmt. Die Arbeitsstelle selbst lässt aber keinen permanenten Kontakt mit dem Außenbe-
reich zu (z.B. Büroarbeitsplatz beim WDR). Bei der Auswahl der Interviewpartner*innen wurde n das 
Alter, das Geschlecht und die Dauer der Anstellung bzw. Beschäftigung berücksichtigt. Die Ansprache 
der Personen erfolgte über Kontakte der Stadt Köln und durch Recherche in Unternehmensregistern.  
Die Gruppe der Erwerbstätigen mit Laufkundschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie - bedingt durch 
ihre Beschäftigung - vergleichsweise viel Kontakt zum öffentlichen Raum und anderen Nutzer*innen 
des Untersuchungsgebiets hat. Dazu gehören typischerweise Mitarbeitende in Gastronomien, Kiosken

11 
 
und Einzelhandel im Untersuchungsgebiet. Gegeben enfalls können in diese Gruppe auch die Inha-
ber*innen dieser Geschäfte fallen. Die Auswahl der Befragten erfolgte über die Geschäfte. Dabei wur-
den die räumliche Verteilung der Geschäfte innerhalb des Untersuchungsgebiet s - es wurden bevor-
zugt Geschäfte mit einem breiten Sichtfeld und an Plätzen und breiten Straßen gewählt -, Alter, Ge-
schlecht und Dauer der Beschäftigung im Gebiet  als Auswahlkriterien berücksichtigt. Der Kontakt 
wurde durch eine direkte Ansprache hergestellt und auf die Kooperation mit der Stadt Köln verwiesen. 
Den Inhaber*innen wurde ein offizielles Anschreiben der Stadt Köln vorgelegt oder vorab zugesendet.  
Die Gruppe Tourist*innen zeichnet sich durch einen temporären Aufenthalt im Gebiet aus. Sie wohnen 
nicht in Köl n und kommen von außerhalb. Sie haben keine oder wenig Vorerfahrung im Gebiet.  Die 
Auswahl der Interviewpersonen erfolgte unter Berücksichtigung des Alters und der Gruppenkonstella-
tion (Reisegruppen, Einzelpersonen). Zudem wurde darauf geachtet, verschiedene Arten und Motive 
für den Besuch abzudecken (Sight-Seeing-Tourismus, Museumsbesuche, etc.). Diese Gruppe wurde im 
Untersuchungsraum direkt angesprochen. 
Straßenkünstler*innen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Raum temporär für gewerbliche Zwe-
cke und künstlerische Darbietungen nutzen und nicht dort wohnen. Auch diese Personen wurden im 
Untersuchungsraum direkt angesprochen  
Die Gruppe der Obdachlosen zeichnet sich durch eine dauerhafte Nutzung der öffentlichen Räume im 
Untersuchungsgebiet aus. Sie verfügt in der Regel über keinen festen Wohnort. Bei der Ansprache der 
Interviewpersonen wurden die Kriterien Geschlecht und Aufenthaltsort im Untersuchungsgebiet be-
rücksichtigt. Der Zugang zur Gruppe erfolgte über direkte Ansprache und über Berat ungsstellen und 
Einrichtungen vor Ort. 
Die Gruppe der Besucher*innen und Passant*innen zeichnet sich dadurch aus, dass sie das Gebiet in 
seiner Aufenthalts- und Konsumfunktion nutzt und nicht dort wohnt. Typischerweise handelt es sich 
dabei um Personen aus  dem übrigen Stadtgebiet oder aus dem Umland. In diese Gruppe fallen z.B. 
Besucher*innen kleinerer und größere r Veranstaltungen (z.B. Weinfeste, Weihnachtsmärkte, Karne-
val), Skater*innen auf der Domplatte, Shopping-Passant*innen oder Personen, die sich zu Erholungs-
zwecken am Rheinufer aufhalten. Diese Gruppe wurde im Untersuchungsgebiet direkt angesprochen. 
3.2 Erhebungsmethode  
Als Erhebungsmethode wurden qualitative Leitfadeninterviews durchgeführt. Leitfadeninterviews ge-
währleisten zum einen eine große Offenheit und eignen sich daher dazu, subjektive Theorien und All-
tagswissen zu rekonstruieren. Zum anderen können die offenen Erzählungen der Interviewpersonen 
durch Nachfragen der Interviewer*innen strukturiert und gele nkt werden. Aufgrund der relativen 
Standardisierung und Gliederung eignen sich die Leitfadeninterviews besonders gut für Forschungen 
mit einer großen Stichprobe.  
Für die Konstruktion des Interviewleitfadens wurde auf die SPSS (Sammeln, Prüfen, Sortieren, Subsu-
mieren) Methode nach Helfferich (201 1) zurückgegriffen. Aus dem Pool der Fragen wurde ein allge-
meines Modul für den Leitfaden gebildet, das für alle Nutzer*innengruppen verwendet wurde. Zusätz-
lich wurden gruppenspezifische Fragen in einem weiteren Modul gesammelt. Der Leitfaden für Bewoh-
ner*innen enthielt insgesamt sechs Erzählaufforderungen zu den Themenbereichen allgemeiner Ein-
druck, positive und negative Aspekte des Untersuchungsgebiets, soziale Kontakte, Tagesablauf und

12 
 
Nutzungsverhalten, Informationswege und wahrgenommene Ve ränderungen. Zu den jeweiligen Er-
zählaufforderungen wurden Stichwörter gesammelt und Nachfragen zu Themen formuliert, die inner-
halb dieser Erzählung möglichst Erwähnung finden sollten. Diese dienten den Interviewer*innen als 
Orientierungshilfe, um bei Bedarf Nachfragen zu Teilaspekten zu stellen. 
3.3 Durchführung 
Im Zeitraum von Dezember 2020 bis Januar 2021 wurden 67 leitfadengestützte Interviews mit den 
sieben Nutzer*innengruppen durchgeführt. Davon wurde der Großteil der Interviews mit Bewoh-
ner*innen (N=21) und im Gebiet arbeitenden Personen, die wir in Erwerbstätige mit Laufkundschaft 
(N=12) und ohne Laufkundschaft (N=10) unterteilten, geführt. Zudem wurden Interviews mit obdach-
losen Menschen (N=8), Straßenkünstler*innen (N=2), Passant*innen (N=6) und Tourist*innen (N=8) 
geführt. Aufgrund der während der Erhebung andauernden Covid -19-Pandemie und den damit ver-
bundenen Maßnahmen wurden weniger Interviews als geplant mit Tourist*innen, Straßenkünstler*in-
nen und Passant*innen geführt. Die Interviews mit den Bewo hner*innen und im Gebiet arbeitenden 
Personen erfolgten aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen überwiegend per Telefon oder 
Videokonferenz.  
Die Erhebungsphase wurde durch die Covid -19-Pandemie beeinflusst. Zahlreiche Geschäfte, Gastro-
nomie und Hotelgewerbe im Gebiet waren geschlossen. Besuche von außerhalb (Tourismus) fanden 
nur eingeschränkt statt. Es wurden keine Veranstaltungen im Gebiet abgehalten, mit Ausnahme eini-
ger politischer Demonstrationen (z.B. vor dem Hauptbahnhof oder auf dem Heumarkt). Straßenkünst-
ler*innen waren fast nicht anzutreffen. Die Auswirkungen der Pandemie und der Maßnahmen zur Ein-
dämmung werden im Untersuchungsgebiet besonders deutlich, was sich auch in den zahlreichen Aus-
sagen der Interviewten widerspiegelt. Die Befragten kontrastieren die Situation vor der Pandemie mit 
der Situation während der Pandemie und unter den Bedingungen der Kontaktbeschränkungen, die das 
Gebiet in sehr kurzer Zeit grundlegend verändert haben . Aus einer methodischen Perspektive bietet 
diese einmalige Besonderheit den Vorteil, verschiedene Differenzerfahrungen in Bezug auf das Woh-
numfeld zu erfa ssen und zu analysieren, die unter „normalen“ Umständen nur durch einen Wohn-
standortwechsel oder eine langfristige Veränderung der Wohnumgebung erfahren wird. 
Die Interviews wurden überwiegend von den drei wissenschaftlichen Hilfskräften geführt, auf Tonband 
aufgezeichnet und transkribiert. Die Interviews waren zwischen 15 Minuten und 2 Stunden lang, wobei 
die Interviews mit Bewohner*innen und Erwerbstätigen erwartungsgemäß länger und ergiebiger aus-
fielen als die Interviews mit den übrigen Gruppen. So kamen insgesamt 37 Stunden Interviewmaterial 
zustande. 
3.4 Beschreibung der Befragten  
Die Bewohner*innen (21 Personen) sind im Durchschnitt 40 Jahre alt und verteilen sich gleichmäßig 
über alle Altersgruppen. Die jüngste Befragte ist 20, die älteste 83 Jahre alt. Zwei Drittel der Befragten 
sind weiblich . D ie durchschnittliche Wohndauer liegt bei elf Jahren. Durch das gezielte Sampling 
konnte eine breite Streuung über verschiedene Wohndauergruppen erreicht werden. So enthält das 
Sample sechs Personen mit einer Wohndauer von einem Jahr oder weniger, sechs Personen mit einer 
Wohndauer von mehr als einem und weniger als zehn Jahren und neun Personen mit einer Wohndauer 
von zehn oder mehr Jahren. Die höchste Wohndauer beträgt 67 Jahre. Es handelt sich überwiegend 
um Personen mit einem höheren Bildungsniveau. So haben 15 der Befragten einen Hochschulabschluss

13 
 
und sechs Abitur oder Mittlere Reife.  Bis auf eine arbeitssuchende Person sind alle Befragten im er-
werbsfähigen Alter angestellt, selbstständig beschäftigt oder studieren. Zwei Drittel der Befragten den-
ken über einen Fortzug nach. 
Die Erwerbstätigen mit Laufkundschaft (12 Personen) sind mit durchschnittlich 55 Jahren deutlich äl-
ter als die Bewohner*innen. Es sind überwiegend Männer und mehr als 80% sind zehn oder mehr Jahre 
im Gebiet tätig. Die befragten Erwerbstätigen im Gebiet arbeiten in kleinen Geschäften, in der Gastro-
nomie oder Hotellerie, in kleineren Museen oder bieten tourismusnahe Dienstleistungen an. Die Hälfte 
ist selbstständig. Mit Ausnahme einer Person haben alle Befragten dieser Gruppe auch ihren Wohn-
standort in Köln.  Die Erwerbstätigen ohne Laufk undschaft (10 Personen) sind durchschnittlich 47 
Jahre alt. Männer und Frauen sind fast gleichermaßen vertreten. Eine Hälfte ist seit weniger als fünf 
Jahren im Untersuchungsgebiet tätig, die andere Hälfte bereits seit zehn oder mehr Jahren. Vier Per-
sonen sind selbständig tätig. Die Befragten führen nach eigenen Angaben überwiegend Bürotätigkei-
ten aus. Mit Ausnahme einer Person haben auch in dieser Gruppe alle Befragten ihren Wohnstandort 
in Köln.  
Die Tourist*innen (8 Personen) sind vergleichswei se jung: Fast Zweidrittel sind unter 30 Jahre alt. 
Frauen sind mit 63 % überrepräsentiert. Die Passant*innen (6 Personen) sind mit einem Durchschnitts-
alter von 33 Jahren ebenfalls relativ jung. Die Hälfte sind Studierende. Die Obdachlosen (8 Personen) 
sind zwischen 19 und 70 Jahren alt, das Durchschnittsalter beträgt 46 Jahre. Drei Viertel sind Männer, 
es wurden zwei Frauen befragt. Der Bildungsgrad ist hoch. Zwei Obdachlose haben Abitur, eine Person 
einen Hochschulabschluss. Aus der Gruppe der Straßenkünstler*innen wurden nur zwei Personen im 
Untersuchungsgebiet angetroffen und befragt. 
3.5 Auswertungsmethode 
Die Auswertung der Daten erfolgte anhand der inhaltlich strukturierten qualitativen Inhaltsanalyse  
(Kuckartz 2018). Dazu wurden zunächst die drei Hauptkategorien der Auswertung (K01 Qualitäten, K02 
Wahrnehmung und Umgang mit Problemen, K03 Bedeutung kommunalen Handelns) aus den For-
schungsfragen abgeleitet, an denen sich bereits die Datenerhebung und Leitfadenkonstruktion orien-
tiert hatten (vgl. Kuckartz 2018: 101). Für den Kodierprozess wurden die Kodiereinheiten so gewählt, 
dass sie als eigenständige Sinneinheiten interpretiert werden können. Das bedeutet, dass ein kodiertes 
Segment mindestens ein Satz, häufiger jedoch mehrere Sätze umfasst. Nicht sinntragende, für die For-
schungsfragen nicht relevante Textpassage n wurden dabei nicht codiert. Da einzelne Textpassagen 
mehrere Themen enthalten können, waren auch Mehrfach kodierungen möglich (vgl. Kuckartz 2018: 
102). Im Forschungsprozess wurde die Kodierarbeit parallel von mehreren Mitarbeiter*innen getätigt. 
Um eine möglichst große Inte rcoderreliabilität zu gewährleisten, wurden zu Anfang einzelne Inter-
views gemeinsam kodiert und im Laufe des Kodierprozesses unklare Segmente gesammelt und im 
Team besprochen, um dabei die Kodierregeln zu schärfen. Das Subkategoriensyst em wurde induktiv 
am Material entwickelt (vgl. Kuckartz 2018: 108). Auch bei den Subkategorien waren Mehrfachcodie-
rungen möglich und aufgrund der Feinheit der Subkategorien deutlich häufiger der Fall als im ersten 
Kodierprozess. Auch in diesem Schritt wurd e die Intercoderreliabilität durch anfängliches gemeinsa-
mes Kodieren und mehrfache Diskussion von unklaren Segmenten im Team sichergestellt. Auf Grund-
lage der Subkategorien wurden fallbezogene thematische Zusammenfassungen erstellt, anhand derer 
der Forschungsbericht verfasst wurde.

14 
 
4 Ergebnisse der Befragung 
4.1 Wer nutzt das Gebiet aus Sicht der Nutzer*innen? 
Die Mischung der Nutzer*innen des Gebiets wird von allen Befragten als äußerst heterogen beschrie-
ben. In den Erzählungen kategorisieren die Befragten die verschiedenen Nutzer*innen auf Basis einer 
Kombination zugeschriebener Merkmale wie z.B. Herkunft, Nationalität, beruflichem oder sozialen 
Status, Alter, Wohndauer, Kleidung oder Verhaltensweisen im öffentlichen Raum in verschiedene 
Gruppen wie z.B. To urist*innen, Skater*innen, Künstler*innen, Büroangestellte, Wohlhabende, Ob-
dachlose, Homosexuelle, Passant*innen oder Alteingesessene. Unter den zahlreichen subjektiven Ka-
tegorisierungen sind die Tourist*innen die Gruppe, die am deutlichsten hervortritt und am ambivalen-
testen beschrieben wird. Einerseits sorgen sie für die spezifische Atmosphäre des Gebiets, andererseits 
tragen sie zu einer steigenden Anonymität unter den Bewohner*innen bei. Bewohner*innen und Ge-
werbetreibende berichten von einer kontinuierlichen Zunahme von Tourist*innen bis zum Beginn der 
Pandemie. Die hohe Durchmischung unterschiedlicher Gruppen verleihe dem Gebiet eine lebendige, 
fröhliche, bunte und internationale Atmosphäre und mache damit seine besondere Qualität aus. B e-
wohner*innen und Erwerbstätige beschreiben zudem eine Veränderung der sozialen Mischung der 
Wohnbevölkerung dahingehend, dass der Anteil jüngere Personen steigt und der Anteil älterer, altein-
gesessener Personen abnimmt.  
Die Beschreibungen der Bewohner*innen sind im Vergleich zu denen der übrigen Gruppen differen-
zierter. Wenngleich die Wohnbevölkerung für viele Bewohner*innen nicht von den übrigen Nutzer*in-
nen unterschieden werden kann, so vermuten doch einige, dass auch in dieser Gruppe eine hohe He-
terogenität anzutreffen ist. Einige Bewohner*innen charakterisieren sie als älter und wohlhabender, 
anderer wiederum als stark heterogen und international oder als hauptsächlich jung. Dabei wird mehr-
fach betont, dass man ganz unterschiedliche „Gesellschaftsschichten“ im Gebiet antreffe, von „wohl-
habender Prominenz“ bis zum „Sozialhilfeempfänger“. In den Erzählungen der Bewohner*innen 
kommt den Tourist*innen eine herausragende Bedeutung zu. Die Gruppe wird als heterogen (z.B. Jung-
gesellenabschiede, internationale Tourist*innen, Schulklassen, Passagiere der Rheinschifffahrt, Veran-
staltungsbesucher*innen) beschrieben und ihre Präsenz im Gebiet nehme insbesondere über die Som-
merzeit stark zu. Das veranlasst die Bewohner*innen dazu, das Gebiet als „Touristenviertel“ zu be-
zeichnen. Neben den sich daraus ergebenden Problemen (Anonymität unter Nachbar*innen, Ver-
schmutzung, Lärm) heben einige Befragte auch positive Aspekte hervor. So wäre das Viertel sehr be-
lebt, vergleichsweise sicher und man könne leicht mit Personen aus der ganzen Welt in Kontakt kom-
men.  
Die besondere Qualität der sozialen Mischung besteht aus Sicht der Erwerbstätigen insbesondere in 
dem hohen Anteil an Tourist*innen und dem Umstand, dass sich im Gebiet nationale und internatio-
nale Besucher*innen, Kölner*in nen und Bewohner*innen begegnen können. Die Wohnbevölkerung 
wird von den befragten Erwerbstätigen als eher wohlhabend eingeschätzt. Einige Erwerbstätige be-
schreiben, dass alteingesessene und gut vernetzte Bewohner*innen durch jüngere, eher studentische 
und weniger stark vernetzte Bewohner*innen ausgetauscht werden. Manche der Erwerbstätigen mit 
Laufkundschaft weisen darauf hin, dass die Tourist*innen für den Flair im Viertel verantwortlich seien, 
während andere stärker thematisieren, dass die Tourist*innen das Viertel unpersönlich mache n und 
somit Anonymität förderten. So sei es schwer auf den ersten Blick zu unterscheiden, wer im Untersu-
chungsgebiet lebe und wer nur zu Besuch sei.

15 
 
Zudem nehmen die Erwerbstätigen ohne Laufkundschaft  obdachlose Menschen star k wahr. Deren 
Auftreten liege mitunter an der Bahnhofsnähe und der Fülle an sozialen Einrichtungen im Untersu-
chungsgebiet. Es gebe aber auch inoffizielle Absprachen, so dass Obdachlosen auf der Hohe Straße 
einen Schlafplatz in Ladeneingängen ermöglicht würde:  
„[...] dass sie dann nicht vertrieben werden und dass es dann eben so eine Möglichkeit 
gibt, die können da nachts schlafen und dann kommt morgens jemand und sagt: „So, 
jetzt werden gleich die Geschäfte aufgemacht, gehen Sie dann bitte oder räumen Sie 
das bitte." und das funktioniert und das finde ich super. Also das beeindruckt mich 
sehr.“ (w, 52 Jahre, 16 Jahre beschäftigt im Untersuchungsgebiet) 
Interessanterweise sprechen Bewohner*innen und Erwerbstätige mit Laufkundschaft selten von ob-
dachlosen Menschen. Das mag daran liegen, dass es bei diesen beiden Nutzer*innengruppen um die-
jenigen handelt, die am meisten Zeit auf öffentliche n Plätzen im Untersuchungsgebiet verbringen, so 
dass sie sich an die Obdachlosigkeit gewöhnt haben. Wenn sie Obdachlosi gkeit thematisieren, dann 
anhand von beobachteten Veränderungen wie der Zu- oder Abnahme von Obdachlosen zu bestimm-
ten Jahreszeiten oder während der Pandemie. Auch die Passant*innen bemerken eine hohe Zahl von 
Obdachlosen im Untersuchungsgebiet.  
Die Tourist*innen beschreiben die Nutzer*innen des Gebiets als international und eher jung. Die Aus-
sagen in dieser Gruppe variieren sehr stark, da sie oftmals auf Momentaufnahmen der Umgebung ba-
sieren. Obdachlose Menschen beschreiben, das s hauptsächlich Tourist*innen oder Besucher*innen, 
die zum Einkaufen kommen, das Untersuchungsgebiet frequentieren. Das sei eine heterogene und in-
ternationale Gruppe.  
Eine weitere wiederkehrende Erfahrung ist, dass durch die Covid -19-Pandemie und die Maßnahmen 
zur Pandemiebekämpfung der Tourismus zum Erliegen kam. Das Untersuchungsgebiet sei sehr leer, 
was besonders an großen Plätzen wie dem Roncalliplatz  auffalle. Hier würden aufgrund der ausblei-
benden Tourist*innen auch tourismusnah Beschäftigte (z.B. Straßenkünstler*innen oder Fü hrungen) 
dem Gebiet fernbleiben. Zudem sei es während der Pandemie zu einer Zunahme der Obdachlosen bzw. 
einer erhöhten Sichtbarkeit dieser Gruppe im öffentlichen Raum gekommen.  
4.2 Beziehungsnetzwerke der Nutzer*innen: Zwischen Dorfidylle und Anonymität 
Erwartungsgemäß berichten vor allem Bewohner*innen und Erwerbstätige mit Laufkundschaft über 
persönliche Kontakte vor Ort. Die Netzwerke sind dabei nicht auf die eigene Gruppe beschränkt  und 
Bekanntschaften bestehen sowohl innerhalb der Gruppen als auch zwisch en der Wohnbevölkerung 
und den Gewerbetreibenden. Besonders ausgeprägt sind die Beziehungsnetzwerke und Erzählungen 
der Personen, die bereits längere Zeit im Untersuchungsgebiet wohnen oder arbeiten. In den Erzäh-
lungen jüngerer Bewohner*innen mit kurzer Wohndauer kommt allenfalls einigen wenigen Gewerbe-
treibenden (z. B. Kioskbesitzer*innen) eine Bedeutung zu.  
Die Bewohner*innen des Untersuchungsgebiets beschreiben , zumeist oberflächliche Kontakte und 
Grußbekanntschaften im Viertel zu haben. Vertrauensvollere Beziehungen und wechselseitige Hilfe-
leistung bestehen oftmals nur innerhalb von Hausgemeinschaften, dann aber auch mit Gewerbetrei-
benden im jeweiligen Erdgeschoss. Einige Bewohner*innen betonen, dass längerfristig und regelmäßig 
im Gebiet Beschäftigte auch zur Nachbarschaft zählen würden. Gewerbetreibende übernehmen auf 
diese Weise auch Kontrollhandlungen und stärken das Sicherheitsgefühl der Bewohner*innen.  Zum

16 
 
Beispiel bewahrt eine Kioskbetreiberin die Wohnungsschlüssel ihrer Stammkunden auf und erkundigt 
sich, wenn sie Kund*innen schon länger nicht gesehen hat.  
Insbesondere ältere Bewohner*innen können verschiedene Orte benennen, an denen sie anderen Be-
wohner*innen (auch zufällig) begegnen. Durch die regelmäßige Nutzung von Kiosken, Kaffeebuden 
oder Friseursalons pflegen die älteren Bewohner*innen ihre lokalen Bekanntschaften und entwickeln 
ein Zugehörigkeitsgefühl zum Viertel. Ein älterer Bewohner beschreibt die Situation wie folgt: 
„(…) es hat schon ein Stück Dorfidylle, das kan n man schon sagen. Zum ganzen Bohei 
des Touristischen gibt es hier also schon ein Stück Nachbarschaft. Man kennt sich schon 
[...]. Es ist nicht unbedingt anonym von den Anwohnern, die hier wohnen, also jetzt die 
Altstadt ist ja schon relativ groß, aber so hier, wo ich hier wohne, in diesem Karree der 
Altstadt, ist schon so, dass ich Kontakte hab, wenn man zusammen sein Bierchen trinkt 
und solche Sachen. Also das passiert schon. Also irge ndwo hat es auch ein Stück Dor-
fidylle und einer weiß über den anderen Bescheid  (lacht) Das ist schon  [...] ganz nett 
[..], ja. (m, 72 Jahre,30 Jahre wohnhaft im Untersuchungsgebiet) 
Der hohe Bekanntheitsgrad der älteren Bewohner*innen untereinander prägt auch ihre Problemwahr-
nehmung. Zwar beklagen alle Bewohner*innen Lärm und Verschmutzung im Gebiet, die älteren Be-
fragten mit hoher Wohndauer verweisen dabei zusätzlich auf eine Zeit, in der das Gebiet noch seinen 
„alten Charme“ hatte und weniger stark durch den Tourismus geprägt war. Insgesamt zeugen die Er-
zählungen alteingesessener Bewohner*innen von einer hohe Ortsbindung und Identifikation mit dem 
Gebiet. Dies wiederum scheint sie auch eher dazu zu veranlassen regulierend einzuschreiten, wenn sie 
beobachten, wie Besucher*innen ihren Müll liegen lassen oder das Ordnungsamt zu rufen, wenn sie 
der Lärm stört.  
In den Interviews mit im Gebiet Erwerbstätigen ohne Laufkundschaft nehmen Erzählungen über Kon-
takte im Untersuchungsgebiet deutlich weniger Raum ein. Viele der Befragten halten sich weniger häu-
fig im Gebiet auf und haben aufgrund von Bürotätigkeiten keinen regelmäßigen Kontakt zu anderen 
Personen im Gebiet. Eine Ausnahme bilden einzelne Beschäftigte aus bestimmten Sektoren, die üb er 
ihre berufliche Tätigkeit und gemeinsame Veranstaltungen miteinander in Kontakt gekommen sind. 
Das trifft besonders auf Beschäftigte aus dem Museumssektor zu und mag unter anderem an der ho-
hen Museumsdichte liegen.  
Ein Großteil der interviewten Obdachlosen beschreibt den Umgang mit ihnen im Gebiet als freundlich. 
Einige Obdachlose erhalten Hilfe und Unterstützung durch die Gewerbetreibenden im Gebiet in Form 
von kostenloser Verpflegung oder Schlafplätzen in einem Auto. Einer der Obdachlosen beschreibt so-
gar, er habe feste  Bekanntschaften: „die kommen jede n Morgen, wenn die zur Arbeit gehen und ich 
krieg auch immer meine ein, zwei Euro von jedem. Da ist viel Verständnis da“ (m, 41 Jahre). 
Im Gegensatz zu der Dorfidylle, über die manche Alteingesessene berichte, beklagen jüngere, neuzu-
gezogenen Bewohner*innen häufiger ein Gefühl von Anonymität in der Nachbarschaft. In vielen In-
terviews schildern die Befragten dabei, dass sie eine zunehmende Ausrichtung der (kommerziellen) 
Angebote auf touristische Bedürfnisse als Ursache dafür sehen. Fast alle Bewohner*innen die ein Ge-
fühl der Anonymität im Untersuchungsgebiet beschreiben, beklagen gleichzeitig einen Rückgang von 
Begegnungsorten im Viertel, die informelles, spontanes Aufeinandertreffen von Bewohner*innen und 
anderen regelmäßigen Nutzer*innen ermöglichen.

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Aus Sicht der Befragten steht die steigende Anonymität im Viertel mit dem Verschwinden einer gut 
vernetzten, älteren Generation in Zusammenhang, die mitunter selbst Geschäfte im Gebiet betrieben 
hat. Mit ihr verschwinden auch die von ihnen genutzten Geschäfte und Begegnungsorte: 
„Ich habe auch das Gefühl, das ändert sich eben langsam, weil so die älteren Leute 
auch langsam wegsterben. [...] Hier vor der Tür war mal ein Café, das gibt‘s jetzt gar 
nicht mehr. Und die saßen häufiger auch zusammen. Aber das ist tatsächlich, glaube 
ich, dadurch das viele neue, jüngere Leute nachkommen. Es ist auch nicht mehr so. Also 
die haben nicht mehr so viel miteinander zu tun, glaube ich.“ (w, 40  Jahre, 10 Jahre 
wohnhaft im Untersuchungsgebiet) 
Manche Bewohner*innen, die schon lange im Gebiet leben, können genau beschreiben welche ehe-
maligen Begegnungsorte weichen mussten:  
„[…] wir hatten früher hier so einen Lebensmittelladen und das war der Treff. Wenn 
man da einkaufen ging, hatte man jeden Tag Kontakt zu allen Leuten, die ich auch nicht 
näher kannte [...] und das ist ja alles weggefallen.“ (w, 87 Jahre, 63 Jahre wohnhaft im 
Untersuchungsgebiet) 
Der Tourismus wird häufig als hemmender Faktor für soziales Miteinander wahrgenommen. Tou-
rist*innen hielten sich in Kneipen und öffentlichen Räumen auf, sodass flüchtige Begegnungen und ein 
zufälliges Aufeinandertreffen von Bewohner*innen zunehmend erschwert werde. Wenngleich soziale 
Kontakte innerhalb der Hausgemeinschaften zustande kommen, so beschrieben doch viele jüngere 
Befragte ein mangelndes Nachbarschaftsgefühl.  
„Man lebt hier, was die Nachbarschaft angeht, sehr anonym, weil man oft gar nicht 
weiß: ‚Wer wohnt denn jetzt hier? Wer ist hier nur zu Besuch oder wer als Tourist?‘ und 
ich glaube, dass es deswegen wahrscheinlich hier so Nachbarschaftsverhältnisse, das 
gibt es hier eigentlich nicht“ (w, 30 Jahre, 2 Jahre im Gebiet) 
„Im Haus kann ich sagen, man versucht sehr gut miteinander auszukommen [...]. Es ist 
aber schwierig zu sagen, wie das im Viertel ist, weil ich kann nie unterscheiden, ob die 
Menschen hier wohnen oder nicht. Selbst wenn ich jemanden ins Nachbarhaus reinge-
hen sehe, weiß ich nicht, g eht der jetzt zum Arzt oder zum Reisebüro oder wohnt er 
da.“ (w, 33 Jahre, wohnt seit einem Jahr im Gebiet).  
Die Ausschnitte beleuchten die Ursache für das mangelnde Nachbarschaftsgefühl. Unter den unzähli-
gen Nutzer*innen des Gebiets fällt es den Bewohner*innen schwer diejenigen zu identifizieren, die 
ihre Nachbar*innen sind . Während in anderen Wohngebieten üblicherweise kleine Cafés, Kneipen , 
Eckläden, Vereine, Parks oder Plätze diese vergemeinschaftende Funktion übernehmen, bleibt den 
jüngeren Bewohner*innen des Untersuchungsgebiets oftmals nur ihre eigene Hausgemeinschaft. 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Orte fehlen, die sich an den Bedürfnissen und Interessen der 
Bewohner*innen und anderen regelmäßigen Nutzer*innen orientieren. Den Verlus t solcher Orte er-
klären ältere Bewohner*innen mit der zunehmenden Kommerzialisierung durch den Tourismus. Für 
Immobilieneigentümer*innen und Gewerbetreibende sei eine touristische Nutzung lukrativer und 
setze sich gegenüber weniger lukrativen Nutzungen, di e sich oftmals eher an den Bedürfnissen der

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Bewohner*innen orientieren, durch. Auffällig ist zudem, dass viele Bewohner*innen den inhaberge-
führten Geschäften ein stärkeres Interesse am sozialen Miteinander in der Nachbarschaft zuschreiben, 
wohingegen größere Filialisten hierzu keinen Beitrag leisten würden. 
4.3 Tourismus: „In der Altstadt geht es nur um Touristen“  
Der Untersuchungsraum wird durch den Tourismus geprägt und überformt. Tourist*innen dominieren 
durch ihre hohe Anzahl und ihre Präsenz den öffentlichen Raum, die Gastronomie und den Einzelhan-
del. Zugleich stellen die Tourist*innen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Domumgebung dar. 
Aus diesem Spannungsverhältnis erwachsen viele Konflikte zwischen den Nutzer*innengruppen. Ent-
sprechend ambivalent ist die Wahrnehmung des Tourismus. Wie wichtig der Tourismus aus Sicht der 
Gewerbetreibenden ist, illustriert das folgende Zitat:  
„hier in der Altstadt geht es nur um Touristen. Die ganzen Restaurants. Alles lebt da-
von. Alles, alles hängt davon ab. (w, 76 Jahre, 50 Jahre beschäftigt im Untersuchungs-
gebiet) 
Viele der Befragten unterscheiden zwischen den internationalen Tourist*innen, welche an de r Ge-
schichte des Gebiets, dem Dom und den Museen interessiert seien und den Tourist*innen  aus dem 
Inland, die weniger an den kulturellen Angeboten als vielmehr an Partys, Alkoholkonsum und Veran-
staltungen wie z.B. Karneval oder CSD interessiert seien. Als abweichend markierte und störende Ver-
haltensweisen wie z.B. übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum, öffentliches Urinieren, Verschmut-
zung öffentlicher Plätze und aggressives Verhalten bringen die Befragten mit letzterer Gruppe in Ver-
bindung: 
„der größte Horror der Weltgeschichte, wenn man da arbeiten muss , sind Junggesel-
lenabschiede. Laute, Motto-T-Shirt-tragende Betrunkene oder als Teenies verkleidete, 
unheimlich originell sich vorkommende Provinzler, die gerne in die große Stadt möch-
ten. Weil in ihrem Dorf können sie das nicht abziehen, was sie bei uns abziehen, inklu-
sive dann in den Ecken liegen oder wild pinkeln“ (w, 54 Jahre, 15 Jahre beschäftigt im 
Untersuchungsgebiet). 
„Ja, störend ist eine aggressive Art des Tourismus . Was ich als Ballermann Tourismus 
bezeichnet habe. Das ist sicherlich eine Sache, die ich nicht gut finde [...] die damit ver-
bundene Verschmutzung, Wildpinkelei und alles was es so an Erscheinungsformen 
gibt“ (m, 65 Jahre, 4 Jahre erwerbstätig im Untersuchungsgebiet). 
Es ist vor allem die Gruppe der sogenannten „Sauftourist*innen“ und Junggesell*innenabschiede, die 
als problematisch empfunden wird. Durch die „Dauerkarnevalisierung“ und einseitige Ausrichtung der 
gewerblichen Angebote auf diese Gruppen habe sich die Lebensqualität im Viertel verschlechtert, so-
dass sich das Gebiet für Familien zu einem ungeeigneten Woh nstandort entwickelt h abe. Viele der 
Bewohner*innen beklagen, dass sie in dem Viertel abends nicht ausgehen können, weil das Angebot 
zu touristisch sei, die Qualität der Angebote sinke und die Preise überhöht seien. Besonders stark aus-
geprägt sei die Belastung zur Karnevalszeit. Die meisten Bewohner*innen meiden zu dieser Zeit  den 
öffentlichen Raum oder das gesamte Gebiet , d.h. sie b leiben zu Hause oder fahren über diesen Zeit-
raum zu Freunden oder in den Urlaub. Auch hier wird deutlich, dass die einseitige Ausrichtung auf den 
Tourismus zu Lasten der Bewohner*innen geschieht. Diese beklagen die Anonymität und den Verlust 
der „gemütlichen“ Atmosphäre:

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„Mir fehlt so ein bisschen ein Veedels -Gefühl, aber das liegt einfach an den Gegeben-
heiten der Plätze und der vielen Museen, die es hier gibt. Sehr viele Touristen. Es fehlt 
die Gemütlichkeit. Aber wie gesagt, es ist einfach die Innenstadt. Das ist logisch, dass 
hier sehr viele Touristen hinkommen.“ (w, 40  Jahre, 4 Jahre wohnhaft im Untersu-
chungsgebiet) 
Das Segment deutet die Ambivalenz an, mit der viele Bewohner*innen den Tourismus in ihrer Nach-
barschaft bewerten. Es wird zwar beklagt, dass die Attraktivität und Identität des Gebiets darunter 
leiden, gleichwohl scheinen insbesondere Personen mit kurzer Wohndauer die Umstände mehr oder 
weniger zu akzeptieren. Einige Bewohner*innen wissen auch positive Aspekte zu berichten. Sie schät-
zen die Lebendigkeit, Diversität und die Möglichkeit in dem Viertel auf Menschen unterschiedlichster 
Herkunft zu treffen. Die belebten Straßen tragen außerdem zu einem erhöhten Sicherheitsempfinden 
bei. 
Wie stark das Viertel durch Tourist*innen geprägt ist zeigt sich während der Corona -Pandemie und 
den Phasen der Kontaktbeschränkung.  Aufgrund des ausbleibenden Tourismus und der Geschäfts-
schließungen hat sich die Atmosphäre grundlegend verändert. Das Viertel sei ruhiger geworden, man 
würde die Bewohner*innen mehr wahrnehmen und könne sich nun auch in den öffentlichen Räumen 
mehr bewegen. Allerdings haben viele Bewohner*innen die plötzliche Leere und Leblosigkeit als un-
angenehm und unheimlich erlebt. 
„Sie müssen sich das so vorstellen: ein Viertel, das immer belebter wird durch Touristen, 
durch Parties, durch Lärm. [...] und auf einmal ist da gar nix. Das ist dann wie ein Geis-
terviertel geworden“ (w, 40 Jahre, 3 Jahre wohnhaft im Untersuchungsgebiet) 
Viele der Erwerbstätigen betonen die Qualitäten, welche das Viertel Tourist*innen zu bieten habe. 
Darunter fallen die Straßenkunst, die Feste, die kulturellen Angebote, Geschäfte und Gaststätten, das 
internationale Flair und die Mischung zwischen alteingesessenen Kölner*innen und Tourist*innen. Be-
sonders die Personen, die in ihrer Arbeit vom Tourismus profitieren, erfahren die touristischen Ange-
bote als eine Aufwertung für das Viertel. Andere bemerken, dass sich das Gebiet aufgrund der starken 
touristischen Ausrichtung eher weniger für Kölner*innen eigne, man die Bewohner*innen des Gebie-
tes so gut wie gar nicht wahrnehme und die Preise in Lokalen auf Tourist*innen ausgerichtet und über-
teuert seien. 
Viele der erwerbstätigen Personen mit Laufkundschaft  profitieren vom Tourismus. Sie  beschreiben 
den Tourismus als den wichtigsten Aspekt für die Atmosphäre des Viertels und bewerten die Zunahme 
und räumliche Ausbreitung über den gesamten Altstadtbereich positiv und geschäftsfördernd.  Die 
Kontakte dieser Gruppe scheinen sich jedoch ausschließlich auf Personen zu beziehen, die selbst in der 
Tourismusbranche tätig sind oder vom Tourismus im Gebiet profitieren. Bewohner*innen oder Perso-
nen und Geschäfte, die nicht auf den Tourismus angewiesen sind, werden von dieser Gruppe so gut 
wie gar nicht wahrgenommen. Ein Teil der Beschäftigten sieht auch die negativen Aspekte des Touris-
mus, die sich auch hier wieder auf den sog enannten „Ballermann-Tourismus“ beschränken. Dieser 
trage zur Abwertung des Viertels bei . So gehe es besonders an Karneval nur um Alkoholkonsum und 
Partys. In diesen Erzählungen werden auch die Imbissbuden und Party-Lokale kritisiert, welche diese 
Form des Tourismus fördern würden. Einige Betreiber*innen von Lokalen verfolgen eine strenge Ein-
lasspolitik um ungewollte Tourist*innengruppen auszuschließen:

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„Deswegen lass ich keine Junggesellenabschiede mehr rein, wei l unter zehn Personen 
ist immer einer dabei, der Mist baut. Und dann auch die Stimmung… die grölen dann 
darum. Ich sag ja: ‚Mitsingen kann jeder!‘. Ist ja auch schön , wenn man mitsingt bei 
der Musik, aber dann grölen und schreien und auf den Tisch hauen ohne Ende, da hab 
ich auch keinen Bock drauf. Deswegen haben die Brauhäuser auch keine Musik mehr. 
Und die lassen ja schon seit Jahren keine Junggesellenabschiede mehr rein, weil einer 
von denen immer Mist baut“ (m, 51  Jahre, 11 Jahre beschäftig im Untersuchungsge-
biet) 
Die anderen Nutzer*innengruppen wie Obdachlose, Straßenmusiker und die Tourist*innen selbst äu-
ßern sich kaum zum Tourismus. Wenn der Tourismus  thematisiert wird, stellen ihn die Gesprächs-
partner*innen als positiv oder neutral dar. Keine dieser Befragtengruppen assoziiert das Thema Tou-
rismus mit Problemen.  
4.4 Lokales Gewerbe: Vielfalt, Qualitätsverlust und mangelnde Orientierung an den Be-
wohner*innen 
Allen Befragten ist bewusst, dass das lokale Gewerbe vor allem Angebote für Tourist*innen bereithält. 
Die damit verbundenen Qualitäten unterscheiden sich jedoch je nach Gruppe. Eine Gemeinsamkeit 
von Bewohner*innen, Gewerbetreibenden, Angestellten und Obdachlosen ist dabei, dass sie dem lo-
kalen Gewerbe, wenn auch nur vereinzelt, soziale Qualitäten zuschreiben.  
Die Bewohner*innen schätzen die Vielfalt der Angebote in ihrer direkten Wohnumgebung: kleinere 
und größere Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Ärzte, Anwälte, Friseure, Museen und Sehenswür-
digkeiten. Dabei betonen die Befragten vor allem die fußläufige Erreichbarkeit, einige finden es gut, 
dadurch nicht auf ein Auto angewiesen zu sein. Wenngleich mit dem Tourismus auch zahlreiche Prob-
leme einhergehen, so erkennen die Bewohner*innen auch die mitunter als einseitig problematisierte 
Ausrichtung des Gewerbes und insbesondere der Gastronomie als eine Qualität des Gebiets an. Die 
spezifische Qualität dieser Gastronomie scheint vor allem darin zu bestehen, dass die Besucher*innen 
dem Gebiet eine gewisse Lebendigkeit verleihen.  
Kleinere Geschäfte, die regelmäßig frequentiert werden, bewerten die Bewohner*innen tendenziell 
positiv. Dazu zählen z. B. Kioske, Friseursalons oder Bäckereien, die von einigen Bewohnern*innen re-
gelmäßig aufgesucht werden und in denen sie Nachbar*innen treffen und sich mite inander austau-
schen. Auffällig ist dabei, dass vor allem Befragte mit einer höheren Wohndauer diesen Aspekt als 
Qualität des Gewerbes benennen. Der Kontakt zu den Geschäften ist besser, wenn Befragte ebenfalls 
im Gewerbe tätig waren. Kleine Geschäfte im Er dgeschoss der eigenen Wohnung tragen unter Um-
ständen zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl bei, wie die Aussage einer Befragten verdeutlicht:  
„Das Gute ist natürlich dadurch, dass die Gastronomie im Prinzip rechts und links ist 
oder eben auch ein Geschäft, wir haben einen Blumenladen direkt daneben. Man kennt 
sich eben. Ist immer jemand da, der auch ein Auge drauf wirft [...] Hier passieren na-
türlich auch manchmal Sachen. Da ist jemand unten in Hausflur reingegangen. Dann 
hat mein Mann sich was übergezogen. Dann haben die zusammen geguckt. Da war 
tatsächlich jemand in den Keller gelaufen. [...] Oder es haben halt auch schon mal hier 
irgendwelche Betrunkenen vor unserer Wohnungstür direkt oben gestanden. Wir woh-
nen im dritten Stock. Und haben da versucht, was zu klauen. Und das passiert schon,

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passen schon alle so ein bisschen mit auf. Und deshalb fühlt man sich hier eigentlich 
relativ sicher." (w, 40 Jahre, wohnt seit 10 Jahren im Gebiet) 
Aus Sicht der Erwerbstätigen mit Laufkundschaft besteht die spezifische Qualität des lokalen Gewer-
bes in der Attraktivität für die Besucher*innen und der gegenseitigen Unterstützung der Gewerbetrei-
benden untereinander. Sie beschreiben eine „Kultur der Geschäftsleute“, die vom Tourismus, den Be-
sucher*innen aus der Stadt und den Veranstaltungen lebt. Diese Kultur zeichnet sich durch ein enges 
Unterstützungsnetzwerk der Gewerbetreibenden untereinander aus, das durch regelmäßige Besuche 
und kleinere Besorgungen in den Geschäften gepflegt wird. Unter den positiven wirtschaftlichen Rah-
menbedingungen unterstützen sich auch direkte Wettbewerber, wie ein Befragter schildert:  
„Ja, wenn jeder gut verdient, dann hat man auch nicht so den Grund, den anderen 
wegzuschieben. Dann denkt man, der ist doch am Alter Markt. Ist mir doch egal, wenn 
der die gleichen Krüge verkauft, die ich verkaufen. Da kann man großzügig sein. Wenn 
es aber eng wird, dann muss man schon vorsichtig sein." (w, 76 Jahre, arbeitet seit 50 
Jahren im Gebiet) 
Insgesamt entsteht der Eindruck, als verstehen die Gewerbetreibend en es als ihre gemeinsame Auf-
gabe, den Besucher*innen des Gebiets eine gute Zeit zu bereiten. Eine wesentliche Qualität hierfür ist 
der Angebotsmix, den das Gebiet für seine Besucher*innen bereithält: Weihnachtsmärkte, Floh-
märkte, Rheinschifffahrt, Tourist *innenführungen, verschiedene Restaurants (Sternerestaurants, 
Brauhäuser, Imbisse). Es sei für alle Gruppen etwas dabei, so gäbe es rund um den Dom einige hoch-
wertige Angebote, wie z.B. Geschäfte verschiedener Luxusmarken und ein 5-Sterne-Hotel.  
Viele Beschäftigte ohne Laufkundschaft nutzen den Einzelhandel und die gastronomischen Angebote 
während der Arbeitszeit und nach dem Feierabend. Sie erfreuen sich an den kurzen Distanzen im Ge-
biet und der Möglichkeit, sehr einfach private Erledigungen direkt nach der Arbeit machen zu können. 
Einige Befragte geben an, die gastronomischen und kulturellen Angebote für Geschäftstermine zu nut-
zen oder sich dort für eine kurze Pause zur Entspannung aufzuhalten. Ein Befragter, der den Standort 
für sein Büro bewusst im Gebiet gewählt hat, beschreibt die Vorzüge im Vergleich zu anderen Gewer-
begebieten:  
„Die Kollegen haben ja auch ihre Büros in schicken Gewerbegebieten oder Bürohoch-
hauskomplexen. Hat alles seine Berechtigung, ist alles super. Aber wenn wir hier mitten 
in der Altstadt sind, ist das ein ganz anderes Flair für mich. Wir sind ja hier in dem 
Gebäude, wo auch das Café [Name 1], Café [Name 2] ist. Man kann im Sommer einfach 
mal runtergehen, setzt sich unten vor das Café, trinkt entweder Kaffee oder am späten 
Nachmittag auch mal ein Glas Wein. So dieses, dass man dieses Flair mitnehmen kann, 
das gefällt mir richtig gut" (m, arbeitet seit 2 Jahren im Gebiet) 
Gleichwohl ist diesem wie auch anderen Beschäftigten bewusst, dass die Stimmung im Gebiet am Wo-
chenende eine vollkommen andere ist, wie das folgende Zitat desselben Befragten zeigt:  
“Nee, nee die Altstadt ist für mich jetzt keine Freizeit-Anlaufstelle. Die ich am Wochen-
ende besuche. Zum einen, weil ich eh hier arbeite und zum anderen, weil man nie weiß, 
was einen er wartet. [...] am Wochenende zieht mich oder zog mich nichts in die Alt-
stadt, weil man dort nur irgendwelchen Junggesellenabschiede n begegnet ist oder 
ähnlichem" (m, arbeitet seit 2 Jahren im Gebiet)

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Auch die befragten Obdachlosen beschreiben die Vielfalt der Angebote im Gebiet als eine besondere 
Qualität, wenngleich sie die meisten gar nicht oder nur eingeschränkt nutzen können. Dies geschieht 
z.B. in Form von Essensspenden durch Imbisse und Gastronomien, die auch zu Bekanntschaften zwi-
schen Gewerbetreibenden und Obdachlosen führt.  
„Du kannst hier wie gesagt alles finden, was du brauchst. Deswegen bin ich auch da. 
Vor allem die Currywurstbude da vorne ist gut! Das kriege ich immer umsonst meine 
Currywurst mit Pommes. Ja, die Leute kennen mich hier schon. Leider oder zum Glück. 
Keine Ahnung, wie man es sehen will." (m, 41 Jahre) 
Hervorzuheben sind die Einrichtungen, die auf die speziellen Bedarfe der Gruppe eingehen, dazu zäh-
len z.B. Schlafstellen, Drogenhilfe oder das Obdachlosencafé. Diese werden von den befragten Ob-
dachlosen positiv bewertet und werden als ein Grund für den Aufenthalt im Gebiet angeführt.  
Die Befragten berichten von einem Qualitätsverlust des lokalen Gewerbes. Die Erzählungen beziehen 
sich sowohl auf die Gastronomie der Altstadt als auch auf den Einzelhandel in der Hohe Straße. Als 
Ursachen werden steigende Gew erbemieten genannt. Diese führen dazu, dass sich immer mehr Ge-
schäfte an einer kurzfristigen Steigerung der Einnahmen orientieren, die nur durch die zusätzliche 
Kaufkraft der Tourist*innen und Passant*innen erzielt werden kann. Folglich richten zahlreiche Ge-
schäfte des Einzelhandels und Gastronomien ihren Betrieb auf diese Gruppen aus. Während aus Sicht 
der Bewohner*innen der Eindruck entsteht, dass Gewerbe entferne sich von ihren Bedürfnissen, be-
obachten die befragten Beschäftigte n einen schleichenden Imag everlust des Standorts. Auch Tou-
rist*innen und Passant*innen bemerken den Qualitätsverlust, scheinen aber weniger davon betroffen 
zu sein. Aus Sicht der Obdachlosen sind vor allem die vorübergehenden Geschäftsschließungen auf-
grund der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung problematisch, weil dadurch weniger Besucher*in-
nen in das Gebiet kommen.  
Die Bewohner*innen problematisieren an der Gastronomie die geringe Qualität des Angebots, die ein-
seitige Ausrichtung auf den Tourismus und mangelnde Rücksichtnahme. Das Preis-Leistungs-Verhältnis 
der angebotenen Speisen sei schlecht, weswegen die Gastronomien in der Altstadt nicht nur von Be-
wohner*innen, sondern auch von Kölner*innen gemieden würde. Der überwiegende Teil der Restau-
rants und Bars hätten sich auf einen „Ballermannbetrieb“ und das „Durchschleusen“ von Tourist*innen 
eingerichtet. Die zentrale Lage, die Nähe zum Hauptbahnhof, die Rheinschifffahrt und Großveranstal-
tungen unterstützen diesen Trend zusätzlich. Insbesondere am Wochenende und während Großver-
anstaltungen würden Tourist*innengruppen alkoholisiert und aggressiv auftreten. Außerdem nimmt 
die Aufenthaltsqualität in den Innenhöfen ab, weil die Gastronom*innen dort ihren Müll abstellen oder 
diese durch die Außengastronomie genutzt werden. Zusätzliche Lärmbel ästigung entsteht, wenn An-
gestellte auch spät abends Flaschen in die Container werfen. Außerdem würden sich einige Betriebe 
nicht an die Sperrstunde halten und auch nachts noch laut Musik spielen. Mitunter probieren Bewoh-
ner*innen die Probleme selbst zu lösen, indem sie z.B. die Verantwortlichen in den Gastronomien an-
sprechen: 
„Und dann ist man noch mal persönlich vorstellig geworden, allerdings mit sagen wir 
mal, also freundlich war es nicht. War keine freundliche Begegnung. Also wenig nach-
barschaftlich, sage ich mal jetzt so. Und das ist auch wieder schade, weil die gehören 
ja dazu.“ (m, 58 Jahre, wohnt seit 20 Jahren im Gebiet)

23 
 
In diesem Segment deutet sich an, dass es aus Sicht der Bewohner*innen nicht nur um Lärm, Ver-
schmutzung oder das schlechte Angebot geht, sondern um eine Art Gemeinschaftsgefühl in der Nach-
barschaft, dass auch durch gegenseitige Rücksichtnahme und Kommunikation entsteht. Ein weiteres 
Indiz ist die offensive Ansprache einiger Kellner*innen im Bereich der Rheinuferpromenade, an der 
sich einige Bewohner*innen stören. Auch hier geht es nicht allein um die als übergriffig beschriebene 
Ansprache, sondern auch um das mangelnde Wiedererkennen von Anwohner*innen durch die Be-
schäftigten. Gefragt nach den Orten, die er im Gebiet meiden würde, entgegnet eine ältere Bewohne-
rin:  
„im Prinzip die ganze Altstadt. [...] gehe ich rechts vorbei, werde ich angequatscht, ich 
sage immer: ‚Ich wohne hier. An sich müssten Sie mich kennen! ‘, ‚Ja, ich bin neu, ich 
weiß das nicht‘. Die fassen einen an: ‚Kommen Sie bitte rein. Hier können Sie gut essen‘, 
sage ich: ‚Ich kann gut verzichten. Ich wohne hier ‘. Das ist ganz, ganz unangenehm, 
ganz unangenehm“ (w, 83 Jahre, wohnt 67 Jahre im Gebiet)  
Erzählungen alteingesessener Bewohner*innen verdeutlichen, dass in den letzten Jahren immer mehr 
Gastronomien hinzugekommen sind, die sich auf Tourist*innen ausrichten, während kleinere Ge-
schäfte verschwinden, die von den Bewohner*innen genutzt wurden und mit denen diese sich identi-
fizieren. Das äußert sich auch in der Bewertung der Nahversorgung durch den Einzelhandel. So vermis-
sen einige Befragte einen Bio-Supermarkt, während andere sich einen preisgünstigen Discounter wün-
schen. Früher waren im Gebiet noch eine Drogerie und ein Supermarkt angesiedelt, die beide geschlos-
sen haben. In der Konsequenz halten sich Bewohner*innen in ihrer Freizeit eher an benachbarten Vier-
teln auf und erledigen dort ihre Einkäufe.  
Das hat zur Folge, dass den Bewohner*innen die Orte fehlen, an denen sie sich begegnen und kennen-
lernen können. Es gibt kaum Orte, die überwiegend oder ausschließlich von Bewohner*innen aufge-
sucht werden. Insbesondere neuzugezogene Bewohner*innen bemängeln, dass dadurch kein Gefühl 
von Zugehörigkeit und Identifikation mit dem Ort entstehen kann. Das Veedelsgefühl, wie man es aus 
anderen Teilen der Stadt kennt, fehle in der Altstadt.  
Die Qualität des Einzelhandels auf der Hohe Straße beschäftigt viele Erwerbstätige im Gebiet. Auf-
grund der hohen Mieten geht eine ausgewogene, attraktive und kleinteilige Mischung von Geschäften 
verloren und wird durch Massenware ersetzt. Die Entwicklungen ziehen aus Sicht der Gewerbetrei-
benden eine ganze Reihe von Problemen nach sich: Die Kombination aus Leerstand und geringer Fre-
quentierung am Abend und in der Nacht stelle auch ein Sicherheitsrisiko dar. Der Mangel an hochwer-
tigen Geschäften führe dazu, dass Gruppen mit höherer Kaufkraft fernbleiben. Ein weiteres Problem 
stellen die Baustellen im Gebiet dar, die aus Sicht e iniger Gewerbetreibenden die Kundschaft aus be-
stimmten Straßenzügen fernhalten. 
Aus Sicht der Beschäftigten sind die größten Probleme der Qualitätsverlust im Einzelhandel und das 
schlechte Image. Auch die Gewerbetreibenden beobachten eine Ausweitung der Au ßengastronomie 
im öffentlichen Raum, problematisieren allerdings die Regellosigkeit und Ungleichbehandlung durch 
das Ordnungsamt. Aus Sicht der Beschäftigten gab es früher mehr Gastronomie mit „Rang und Namen“ 
im Gebiet. Der Verlust dieser hochwertigen Ang ebote führe zu einem Verlust des Ansehens des Ge-
biets, auch unter Kölner*innen, die das Gebiet ebenfalls meiden würden. Man wüsste auch nicht, ob 
hier überhaupt Menschen wohnen. Einige Befragte erkennen durchaus an, dass es Gewerbetreibende 
gibt, die vom zunehmenden Tourismus profitieren. Es könne auch keine Lösung sein, die Altstadt von

24 
 
einer „Ballermann-Meile“ in eine Art “Senioren-Freizeitpark“ zu entwickeln. Letztlich müsse ein Mit-
telweg gefunden werden, der durch Regelungen wie z.B. das Glasverbot begünstigt würde.  
4.5 (Un)Sicherheitsempfinden: Meidungsorte und die Auswirkungen der Pandemie 
Einige Bewohner*innen bemerken, dass sie sich nachts allein in dem Viertel unwohl und unsicher füh-
len. Dieser Unsicherheit begegnen sie mit unterschiedlichen Strategien . Während die eine nachts lie-
ber Zuhause bleibt, nimmt ein anderer Bewohner nachts immer das Taxi, um nach Hause zu kommen. 
Eine weitere Bewohnerin berichtet davon, dass sie immer gut beleuchtete und belebte Wege wählt 
und nachts häufig auch einen Umweg ge ht, um dunkle Ecken zu vermeiden. Einige Bewohner*innen 
berichten zudem, dass besonders während der COVID -19-Pandemie und dem dadurch reduzierten 
Tourismusaufkommen die Unsicherheit nachts auf den nun leeren Straßen zugenommen habe.  
„Das war früher hier echt lebenswert, hier war Leben . Und jetzt ziehen nur Touristen 
durch und jetzt wo keine Touristen kommen, ist überhaupt kein Mensch mehr auf der 
Straße.“ (w, 83 Jahre, 67 Jahre wohnhaft im Untersuchungsgebiet) 
Die Bewohner*innen nehmen gerade in dieser Zeit stärker als sonst wahr, dass die Straßen und öffent-
lichen Orte überwiegend von Tourist*innen belebt werden. Die nun resultierende Leere und fehlende 
Passant*innen werden als bedrohlich empfunden.  
„Bei Dunkelheit würde ich ja gar nicht mehr vor die Tür gehen. Freundinnen sind Ta-
schen gestohlen worden, belästigt worden und es ist ja keiner auf der Straße, die kön-
nen ja an einem vorbeilaufen, die Tasche wegreißen und ist ja kein Mensch weit und 
breit, ist ja auch kein Licht in den Wohnungen. Es ist so dunkel hier abends, dass ich gar 
nicht weiß, wo die Leute sind.“ ( w, 83 Jahre, 67 Jahre wohnhaft im Untersuchungsge-
biet) 
Immer wieder werden von unterschiedlichen Bewohnerinnen Orte genannt, die sie im Untersuchungs-
gebiet meiden und an denen sie sich nachts un sicher fühlen. Darunter fallen der Bahnhof, wo unter 
anderem von Diebstahlerfahrungen berichtet wird, die Straßen - und Brückenunterführungen, die 
Rheinpromenade und die Hühnergasse. Die Brückenunterführungen werden aufgrund der schlechten 
Beleuchtung, des üblen Geruchs und den Personen, die dort ab und an nächtigen gemieden. In der 
Hühnergasse werden von einigen Bewohner*innen Drogengeschäfte, Prostitution und andere krimi-
nelle Machenschaften vermutet. Sie wird daher immer wieder als Meidungs - und Angstort definiert. 
Einige Bewohner*innen erwähnen Obdachlose und Alkoholiker im Zusammenhang mit Unsicherheits-
gefühlen. Häufig werden sie in Verbindung mit Meidungsorten erwähnt.  
Die Ängste und die damit verbundenen Unsicherheiten der Bewohner*innen Opfer von Überfällen und 
Gewalt zu werden, resultieren jedoch  selten aus direkten Erfahrungen oder konkreten Beobachtun-
gen, sondern werden durch Erfahrungen von Bekannten und Medienberichte oder dem Polizeibericht, 
welche von Diebstählen und Überfällen in dem Viertel berichten, begründet.  
Die Erwerbstätigen berichten im Vergleich zu den Bewohner*innen häufiger von Situationen, in denen 
sie sich unsicher fühlen oder von kriminellen Aktivitäten, die sie beobachten. Besonders für die Er-
werbstätigen mit Laufkundschaft nimm t die Problematisierung von Kriminalität und Unisicherheits-
empfinden im Viertel einen hohen Stellenwert ein. Häufig berichten Befragte, welche in ihrer Arbeit 
viel mit Tourist*innen in Kontakt stehen, von Taschendiebstählen, besonders in Bahnhofsnähe. Viel e 
der Befragten berichten jedoch auch davon, dass in ihren Läden und Lokalen gestohlen werde, zum

25 
 
Teil auch von Profis, welche nachts das gesamte Geschäft ausräumen. In Verbindung mit Taschendieb-
stählen und aggressivem Betteln werden immer wieder organisierte Bettler*innenbanden und Stra-
ßenkünstler*innen erwähnt:  
„Ja, die Bettler natürlich, die dann kommen und das ist ja alles organisiert. Das sind 
dann Rumänen, die kommen mit der Draußenseiter Zeitung oder mit der Obdachlosen-
zeitung. Und die gehen dann rund. Und man würde ja den Frauen sehr gerne was ge-
ben, wenn man nicht wüsste, dass da drei Ecken weiter zwei Typen stehen, die ihr das 
Geld sofort wieder abnehmen. Das ist alles organisiert und dann werden die abends 
eingesammelt und müssen alles abgeben.“ (m, 54 Jahre, 11 Jahre beschäftig t im Un-
tersuchungsgebiet) 
Ähnlich wie bei den Bewohner*innen werden die Hühnergasse und der Altstadtpub häufig als Angst - 
und Meidungsort genannt. Hier gebe es Prostitution, es werde mit Drogen gehandelt und die Polizei 
müsse dort immer wieder einschreiten. Neben der Hühnergasse werden vor allem nachts der Bahnhof, 
die Bahnhofunterführung, die Domplatte und der Durchgang beim Römisch -Germanischem Museum 
als Meidungsorte benannt. Am Hauptbahnhof würden Drogen - und Alkohol konsumiert, die Polizei 
müsse oft einschreiten und es käme häufig zu Schlägereien und sogar Messerstech ereien. Einige Be-
fragte berichten davon, dass sie eine Zunahme von Aggression und Gewaltbereitschaft wahrnehmen 
würden. Vereinzelnd wird rassistisch argumentiert, indem „ausländische Mitbürger *innen“ für das 
hohe Aggressionspotential und das damit einherge hende Unsicherheitsgefühl im Viertel verantwort-
lich gemacht werden. Einige der Befragten berichten von Belästigungen und Übergriffen von alkoholi-
sierten Gruppen, besonders an Karneval.  
Die Silvesternacht 2015/16 wird ein paar Mal im Zusammenhang mit Unsic herheitsempfinden er-
wähnt. Allerdings schildert keine *r der Befragten, selbst eine gesteigerte Unsicherheit dadurch zu 
empfinden, sondern vermutet, dass dieses Ereignis ein andauerndes Unsicherheitsgefühl bei anderen 
Personen wie z.B. Tourist*innen oder Fr auen ausgelöst habe, sie selbst aber nicht davon betroffen 
seien. Zum Teil wird eine erhöhte Polizeipräsenz nach der Silvesternacht wahrgenommen, welche 
überwiegend als positiv empfunden wird. Allerdings würde es weiterhin nachts und an Wochenenden 
zu wenig Polizeipräsenz geben: 
„Bedauerlich ist natürlich, dass Ordnungsamt und Polizei sich auch hier, muss man sa-
gen, immer dann, wenn es spannend ist, also in den Abendstunden oder an den Wo-
chenenden auch nicht blicken lassen.“ (m, 52, Jahre 11 Jahre beschäftigt um Untersu-
chungsgebiet) 
Die Obdachlosen berichten häufiger als andere Nutzer*innengruppen davon, direkt Opfer von Gewalt 
und Diebstählen zu sein. Häufig beklagen sie, dass sich die Obdachlosen untereinander beklauen wür-
den. Besonders nachts käme es immer wieder zu Überfällen und Diebstählen. ‘Ja, ja, dass hier unter-
einander, dass hier untereinander geklaut wird. Das finde ich tierisch nervig.‘ (O6, m, 35). Generell be-
schreiben die befragten Obdachlosen eine angespannte, aggressive Atmosphäre im Untersuchungsge-
biet. So komme es beispielsweise beim Pfandflaschensammeln immer wieder zu aggressiven Ausei-
nandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Pfandflaschensammler*innen, welche in Konkur-
renz zueinanderstehen.  
„Und gibt dann auch viele, die sagen: ‚Du darfst hier nicht sammeln. Das ist mein Re-
vier‘. Und dann fängt es dann auch schon an, aggressiv zu werden.“ (m, 52 Jahre).

26 
 
Neben den Diebstählen nachts wird auch von Vergewaltigungen berichtet. Viele der befragten Ob-
dachlosen kontaktieren immer wieder die Polizei, wenn sie Opfer von Überfällen und Gewalt werden. 
Das Verhältnis zur Polizei gestaltet sich ambivalent. Während einige den Kontakt zur Polizei als durch-
aus positiv beurteilen und die Polizei im Untersuchungsgebiet als kulanter beschreiben, als dies am 
Neumarkt der Fall sei, äußern andere, dass die Polizei zu wenig unternehmen würde und teilweise 
überhaupt nicht einschreite und helfe.  
„Die Polizei stand am Museum, da bin ich angegriffen worden von fünf polnischen, ob-
dachlosen Alkoholikern. Haben mir die Kappe vom Kopf hochgehoben und haben mich 
gestoßen, wollte mich schlagen. Und 25 Meter weiter stand ein Polizist. Der hat aber 
nicht darauf reagiert, der war mit anderen Sachen beschäftigt.“ (w, 60 Jahre) 
Viele Obdachlose berichten, dass sie sich am Hauptbahnhof unwohl und unsicher fühlen würden. Da 
sich jedoch viele soziale Einrichtungen für obdachlose Menschen in direkter Nähe zum Hauptbahnhof 
befinden und auch viele der Essensausgaben dort stattfinden, haben sie meist keine andere Wahl, als 
sich dort tagsüber und abends aufzuhalten.  
Die Tourist*innen und Passant*innen berichten vereinzelt, dass sie sich in der kleinen Gassen um den 
Heumarkt, vor allem abends, unsicher fühlen würden. Die meisten erzählen jedoch, dass sie sich in 
dem Gebiet generell sicher fühlen.  
4.6 Konkurrierende Narrative: Veedel ohne Jeföhl? 
Aus den zuvor geschilderten Einschätzungen und Zusammenhängen lässt sich herausarbeiten, wie 
stark die touristische Ausrichtung des Viertels und die damit einhergehenden Kommerzialisierung des 
öffentlichen Raumes mit den Narrativen über das Viertel verknüpft sind. Der Begriff Narrativ meint in 
diesem Zusammenhang, vergleichbar mit dem des Images, raumbezogene Erzählungen über das Ge-
biet, die den Befragten als Deutungsrahmen für ihre Beobachtungen und Schilderungen dienen. Dabei 
kann es unterschiedliche Narrative über den gleichen Raum geben, welche miteinander konkurrieren, 
oder sich gegenseitig verstärken.  Allgemein erzeugen Narrative Bezugspunkte für die Befragten und 
können dadurch eine identitätsstiftende Funktion übernehmen. Raumbezogene Narrative entstehen 
dabei nicht nur aus den Erzählungen der Befragten selbst,  sondern stehen auch in einer Wechselwir-
kung mit der lokalen Medienberichterstattung (vgl. Kearns et al. 2013, Üblacker 2018: 172) oder den 
Erzählungen anderer wirkmächtiger Akteure wie z.B. Bürger *inneninitiativen, Interessensgemein-
schaften, Lokalpolitiker*innen oder Angehörigen der Stadtverwaltung und Ordnungsbehörden (vgl. 
Üblacker/Lukas 2022). Dadurch wird einmal mehr die soziale Konstruiertheit solcher Narrative und 
deren Anfälligkeit für bewusste Einflussnahme deutlich. Die nachfolgende Darstellung basiert auf den 
Erzählungen der Befragten und repräsentiert damit die Binnenperspektive auf das Viertel. Die Aussa-
gen werden bezüglich verschiedener Narrative untersucht, um zu erkennen, ob diese gruppenüber-
greifend geteilt werden und wo mögliche Trennlinien verlaufen. 
In den Aussagen der Befragten lassen sich die konkurrierenden Narrative „Alte Zeit“ und „Dauerkarne-
valisierung“ finden. Das Narrativ „Alte Zeit“ umfasst Erzählungen über frühere Zeiten, in denen die 
gewerbliche Infrastruktur mit inhabergeführten Geschäften im Gegensatz zu Filialen großer Ketten ei-
nen anderen Charakter hatte, nachbarschaftliche Verhältnisse vertrauter waren und Begegnungen 
spontaner stattfanden. In Konkurrenz dazu steht das Narrativ der „Dauerkarnevalisierung“, welch es 
sich aus Erzählungen über die Zunahme von eventbezogenem Tourismus, sinkender Angebotsqualität

27 
 
im Gewerbe, steigendem Alkoholkonsum, Ordnungs- und Ruhestörungen speist. Auffällig an diesem 
Narrativ ist zudem, dass dem Gebiet der Veedels-Charakter abgesprochen wird. Im Vergleich zu ande-
ren Kölner Stadtvierteln fehle es dem Viertel an Gemütlichkeit, Vertrautheit und Aufenthaltsqualität. 
So erklären sich die Befragten auch, dass sich Kölner*innen nur ungern in der Domumgebung und Alt-
stadt aufhielten. Betrachtet man die Problemschilderungen der Befragten, fällt auf, dass wenn Be-
fragte Dinge in dem Viertel problematisieren, diese fast immer diesen bei den Narrativen zuzuordnen 
sind. 
Diese beiden Narrative werden von den befragten Personen in einen zeitlichen Bezug zueinander ge-
setzt, aus dem sich eine klare Trennung ergibt. Das Narrativ der „alten Zeit“ bezieht sich auf vergan-
gene Zustände des Gebiets, die mitunter romantisiert vermittelt werden. In dieser Zeit hatte das Vier-
tel einen guten Ruf, hochwertige Gast gewerbe und war ein beliebter Treffpunkt. Das Narrativ der 
„Dauerkarnevalisierung“ hingegen bezieht sich auf die Gegenwart und problematisiert die derzeitigen 
Zustände. Auf diese Weise dienen die Narrative auch dazu , Handlungsmacht und Einflussnahme ver-
schiedener organisierter Akteure wie z.B. den Ordnungsbehörden oder der Bürgerinitiative Altstadt zu 
legitimieren.  
Bezogen auf die unterschiedlichen befragten Nutzer *innengruppen fällt auf, dass einerseits viele der 
Personen, die lange dort wohnen oder bereits lange dort erwerbstätig sind, diese Narrative füllen, wie 
durch diese Aussage deutlich wird:  
„[…] da war das auch alles so, da hatten zum Beispiel die Geschäfte bis halb Sieben auf. 
Da hattest du hier auch mehr mit Lebensmittel n und dies und jenes zu t un und, ja, es 
gab einfach nicht so viele Kioske und überhaupt keine Getränkelieferanten, wie die Fla-
schenpost und alles . Das gab es alles nicht und hier wohnten damals, das war noch 
echt ein Veedel, wo noch echte alte, der Herr G. mit sein em Angelladen und dann so 
ein kleiner Instrumentenladen, ((wohnten alles so alte Leute)), die ja jetzt alle gestor-
ben sind. Oder Leute, die echt in der Gastronomie Rang und Namen hatten, die wohn-
ten hier auch, die sind alle gestorben . Es ist also nichts mehr  von übrig, das ist so 
schade. Und die Neuen, die kommen, das sind meistens [kurze Unterbrechung durch 
Kunden]... Die neuen Leute, die hier wohnen, sind meistens junge Menschen und das 
ist so ein bisschen ein Kommen und Gehen. Es ist also nicht mehr so, da ss Leute hier 
ständig, das die lange hier wohnen. Also hier bei mir im Haus geht es, ja die wohnen 
alle sehr lange, außer oben, da wohnen Studenten und die wechseln dann auch immer 
wie nebenan, Studenten immer andere Gesichter, immer. Das hat nicht mehr so dieses 
Stammpublikum oder diese Leute, die dann ständig hier wohnen und auch hier hinka-
men, nicht nur zum Kaufen, sondern auch zum Quatschen oder P robleme wälzen und 
was weiß ich, was.“ (w, Ende 50 Jahre, seit 21 Jahren im Gebiet erwerbstätig) 
Dies lässt sich zum einen dadurch erklären, dass die entsprechenden Personen durch ihre langjährige 
Anwesenheit im Gebiet eine zeitvergleichende Perspektive einnehmen können. Zum anderen sind sie 
durch diese lange Aufenthaltsdauer den dominanten Erzählungen innerhalb  des Gebietes entspre-
chend lange ausgesetzt. 
Andererseits wird das Narrativ der „Dauerkarnevalisierung“ neben den bereits genannten Personen 
insbesondere durch Personen gespeist, welche mitunter erst für kurze Zeit dort erwerbstätig sind, aber 
mit ihrem Ge werbe eine andere Zielgruppe als die des Eventtourismus ansprechen wollen.  Darüber

28 
 
hinaus ist auffällig, dass nicht im Gebiet wohnhafte Befragte und Befragte mit geringer Wohndauer 
vermuten, dass sich keine Kölner*innen dort aufhalten würden und es keine Veedels-Kultur gäbe. Viele 
der befragten Bewohner*innen suchen in ihrer Freizeit Orte außerhalb des Viertels auf. Ein Befragter 
beschreibt das wie folgt:  
„[…], aber es ist jetzt kein Ort, der so eine Veedels -Kultur hat, wie die eigentlich auch 
ganz häufig in Kölner Vierteln gegeben ist. […] wenn ich mir jetzt zum Beispiel so einen 
Stadtteil wie Sülz, oder Nippes oder so vorstellen, da gibt es dann Stammkneipen, wo 
dann auch die Menschen aus dem Viertel hingehen, oder man trifft sich zum Fußball 
oder man ken nt halt jeden dort. Und ich glaube, in dem Viertel um den Dom herum 
muss man schon sehr lange leben, bevor man anfängt Leute zu kennen. […] Aber das 
ist, das macht es halt aus. Es ist ein unpersönlicheres Viertel. Im Vergleich zu Sülz oder 
so einer kleinen Stadt, wo man das Gefühl hat, man ist unter sich, das hat man dort 
halt nicht.“ (m, 50 Jahre, seit 21 Jahren im Gebiet erwerbstätig) 
Diesen Vermutungen stehen die Schilderungen langjähriger Bewohner *innen gegenüber, für die das 
Viertel trotz all der aktue llen Entwicklungen und der hohen Besucherfrequenz einen vertrauten und 
vernetzten Charakter habe. Die Begleiterscheinungen des eventbezogenen Tourismus sind jedoch kei-
nesfalls Dinge, an denen sich nur Bewohner*innen und Erwerbstätige stören. Auch ein Passa nt füllt 
das Narrativ „Dauerkarnevalisierung“, wenn er die Situation im Viertel so beschreibt:  
„Das sind diese inflationären Junggesellenabschiede, die nerven mich mega, ne. Die 
erlebe ich als bedrängend, einfach als nervig und kann dem auch echt nichts abgewin-
nen, wenn die Leute vom Land hierherkommen und sich benehmen, wie offene Hose... 
das mag ich nicht. […]  Das ist so, also wir fahren jetzt in die Stadt, als ob hier Norm -
Abweichungen, so wie sie sich das vorstellen, uns nichts ausmachen. Ich stehe da nicht 
drauf, wenn ich hier mittags mal eben hin muss und dann irgendwie Horden von besof-
fenen Männern zu begegnen, die komische Sachen anhaben und sich einfach völlig da-
neben benehmen, ne. Das empfinde ich einfach als übergriffig. Und da habe ich keine 
Lust drauf. Wohingegen andere Norm -Abweichungen möchte ich explizit ausklam-
mern, wenn irgendwelche Punks rumlungern oder Wohnungslose. Das finde ich über-
haupt nicht negativ. Das bringt ein bisschen echtes Leben in die künstliche Atmo-
sphäre.“ (m, 43 Jahre) 
4.7 Die Bedeutung kommunaler Akteure: Perspektiven auf Ordnungshandeln, Kommuni-
kation und Maßnahmen 
Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist die Frage, ob die ergriffenen Maßnahmen und Handlungen 
im Gebiet von den verschiedenen Befragtengruppen wahrgenommen werden und welche Bedeutung 
ihnen zugemessen wird. Das Handeln kann sich auf die Maßnahmen der Stadtverwaltung beziehen, 
die eine direkte Wirkung im Wohnumfeld entfalten (z.B. Verkehrsberuhigung, Straßensperrungen), 
aber auch das Handeln anderer staatlicher Akteure, Vertreter*innen oder Beauftragte wie z.B. der Po-
lizei, des Ordnungsamts oder der Straßenreinigung. Im Folgenden wird das kommunale Handeln unter 
zwei Gesichtspunkten betrachtet: (1) die Akteure und Akteursgruppen und (2) die Wahrnehmung der 
Maßnahmen.

29 
 
Unter den Akteuren kommunalen Handelns wurden die Polizei und die Stadtverwaltung am häufigsten 
thematisiert. Die am häufigsten genannten Themen sind Mobilität , Parken, Verkehr sowie Baumaß-
nahmen und Stadtbild. Hingegen spielt die Themen Müll und Stadtreinigung eher eine untergeordnete 
Rolle. Von den an der Befragung beteiligten Gruppen äußern sich überwiegend die Bewohner*innen 
und die Erwerbstätigen mit und ohne Laufkundschaft zum kommunalen Handeln. Die Obdachlosen 
formulieren nur zu einigen Aspekten konkrete Meinungen. Von den Tourist*innen, den Passant*innen 
und den Straßenkünstler*innen gibt es nur wenige konkrete Aussagen zum kommunalen Handeln. 
Ordnungshandeln: Polizei, Ordnungsamt und Abfallwirtschaftsbetriebe 
Obwohl Polizei und Ordnungsamt sich von ihrem institutionellen Kontext und der Art ihrer hoheitlichen 
Aufgaben unterscheiden, werden sie von vielen Befragten in einem Atemzug benannt. Dies hängt da-
mit zusammen, dass sie für einige ordnungspolitische Aufgaben wie Parkraumüberwachung, Lärmbe-
lästigung und Einhaltung der Coronaschutzverordnung gleichermaßen zuständig sind.  
Insgesamt haben die Befragten wenig direkten Kontakt zur Polizei. Am häufigsten wird die Polizei bei 
Lärmbelästigungen gerufen. Hierzu gibt es regelmäßig Polizeieinsätze im Gebiet. Allerdings wird auch 
erwähnt, dass es zu lange dauere, bis die Polizei vor Ort sei. Einige Befragte erwähnen, dass es – unab-
hängig von der Covid-19-Pandemie – ruhiger geworden sei.  
Die Bewohner*innen und die Erwerbstätigen zeigen eine hohe Übereinstimmung bei der Wahrneh-
mung von Polizei und Ordnungsamt. Seit der COVID -19-Pandemie und insbesondere während de r 
Maßnahmen zur Kontaktreduzierung habe sich die Präsenz von Polizei und Ordnungsamt deutlich er-
höht. Dies wird von den Befragten positiv wahrgenommen, da sie dadurch das Gefühl einer höheren 
Sicherheit haben. Jedoch weisen mehrere Befragte darauf hin, dass die Polizei und das Ordnungsamt 
in den Abendstunden und am Wochenende nicht präsent seien, während an Wochentagen eine nach 
Aussagen der Befragten „übertriebene Präsenz“ herrsche. Im Hinblick auf die Kontrolle der Maßnah-
men zur Eindämmung der Pandemie wird vermutet, dass das Ordnungsamt überl astet sei und sich 
deshalb auf die Hotspots fokussiere. Ein Befragter hat den Eindruck, dass es phasenweise mehr oder 
weniger Kontrollen gibt, aber ein Gesamtkonzept fehle. 
Die befragten Obdachlosen haben fast durchgehend eine positive Wahrnehmung der Ordnungsbehör-
den. Dies betrifft sowohl die Polizei, das Ordnungsamt als auch den Sicherheitsdienst  der Deutschen 
Bahn. Sie äußern, dass die Ordnungsbehörden präsenter sein sollten, um die Sicherheit zu gewährleis-
ten und heben hervor, dass es durch die häufigen Kontrollgänge sicherer im Gebiet geworden sei. 
„Also. Ey, die sind... die sind wirklich, da reden wir häufig drüber, die sind wirklich rich-
tig geschmeidig. Also da kannst du sagen zu fünfundneunzig Prozent Top-Kontakt.“ (w, 
45 Jahre) 
Mehrere Befragte weisen kritisch darauf hin, dass die Zunahme der Flächen für die Außengastronomie 
nicht genehmigt sei, aber vom Ordnungsamt geduldet oder nicht kontrolliert werde. Ähnliches wird 
über die Einhaltung der Gestaltungsauflagen wie z.B. der einheitlichen Sonnenschirme oder über die 
Kontrolle der Halteverbote geäußert. Mehrere Befragte haben sich schriftlich mit Eingaben an das Ord-
nungsamt gewandt, aber nie eine Antwort erhalten.

30 
 
Die Arbeit der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) wird fast durchgehend von allen Befragte n positiv 
wahrgenommen und hervorgehoben. Müll sei nur kurzzeitig ein Problem, da die AWB regelmäßig rei-
nige und „einen guten Job“ mache. In Einzelfällen wird über überquellende Mülleimer und herumlie-
genden Müll berichtet.  
„Und ich meine diese Straßen wer den oft sauber gemacht. Die AWB ist sehr fleißig. 
Kann man da wirklich sagen, da haben sie was in den Griff bekommen.“ (w, 70 Jahre, 
seit 30 Jahren im Viertel) 
„Ich habe noch keine Innenstadt gesehen, in der so viele Mülleimer stehen wie in der 
Kölner Innenstadt! Ne das is t echt, ich find das ernsthaft , das ist super positiv, weil 
dadurch ist weniger Müll auf den Straßen“ (m, 52 Jahre) 
Kommunikation mit der Stadtverwaltung 
Viele der im Dom- und Rathausumfeld wahrgenommenen Maßnahmen werden explizit der Stadtver-
waltung zugerechnet. Das betrifft insbesondere bauliche und verkehrliche Maßnahmen sowie ord-
nungsrechtliche Interventionen (vgl. zu den einzelnen Maßnahmen Kapitel 4.3.4). Dabei werden mit 
Ausnahme des Ordnungsamts selten konkrete Ämter oder Zustän digkeiten benannt, sondern „die 
Stadt“ allgemein adressiert.  
Die Kritik bezüglich der Kommunikation mit dem Ordnungsamt (vgl. 4.3.1), wird häufig auch in Bezug 
auf die Stadtverwaltung benannt. So gäbe es keine Ansprechpartner*innen bei der Stadt und die Ver-
waltung reagiere nicht auf Eingaben. Deshalb sei es wenig sinnvoll der Stadt zu schreiben. Auch in den 
Sozialen Medien seien die Ämter der Stadt Köln nicht präsent, sodass Interessierte auf andere Quellen 
ausweichen müssen. Die mangelnde Transparenz und fehlende Informationen veranlassen die Bewoh-
ner*innen dazu, Vermutungen über die Ursachen anzustellen. Es entsteht der Eindruck, dass das Vee-
del nicht als Wohnstandort wahrgenommen wird oder anderen Vierteln eine höhere Priorität einge-
räumt wird. Von mehreren Bewohner*innen wird eine stärkere Beteiligung im Vorfeld von geplanten 
Maßnahmen eingefordert. 
„Ja, ich habe die Stadt schon angeschrieben. Da kam aber überhaupt keine Rückant-
wort, also da wurde nicht mal auf meine E -Mail... Die wurde nicht mal beantwo rtet. 
(...) Also ich habe das Gefühl, das Veedel hier, das fällt so hinten runter. Da gibt's ir-
gendwie andere Viertel, die noch größere Probleme haben oder die irgendwie höher 
auf der Agenda angesetzt sind von der Stadt, wie z.B. das Brüsseler -Platz-Problem.“ 
(m, 32 Jahre, seit 6 Jahren im Viertel) 
Andererseits wird die Informationspolitik der Stadtverwaltung von mehreren Personen aus der Gruppe 
der Beschäftigten explizit positiv beurteilt. Die Stadt informiere bei Bauarbeiten und halte die betroffe-
nen Bürger*innen über den aktuellen Stand auf dem Laufenden. Beispielsweise habe die Stadt auf-
grund von vielen Rückmeldungen zum Thema Sicherheit reagiert und die Beleuchtung verbessert. 
„Also die Stadt hat schon auch reagiert auf die vielen Beschwerden oder Rückmeldun-
gen, die hier kamen von wegen der Sicherheit, gerade in den Bereichen. Also hier gibt's 
mehr Licht. Es gibt schon die Bewegung in der Sauberkeit immer wieder ma l“ (m, 49 
Jahre) 
Ein grundsätzliches Thema ist das Zusammenwirken der verschiedenen Verwaltungsbereiche der Stadt 
Köln. Hier wird am Beispiel der Außengastronomie und der Parkraumsituation von einzelnen Befragten

31 
 
eine Überforderung der Stadtverwaltung konstatiert, was sich insbesondere bei dem mangelnden Sys-
tem der Kontrolle der verschiedenen Verwaltungsbereiche zeige.  
Bauliche Maßnahmen und Stadtbild 
Die hohe Lärm- und Schmutzbelastung des Gebietes durch häufige, andauernde und räumlich ausge-
dehnte Baustellen wird von den Befragten häufig artikuliert. Es wird der Eindruck geäußert, dass seit 
15 bis 20 Jahren immer irgendwo eine Baustelle sei. Nur in Einzelfällen wird davon gesprochen, dass 
die Bauarbeiten schlecht koordiniert seien.  
Vorwiegend von den Erwerbstätigen mit Laufkundschaft wird wahrgenommen, dass viele Baustellen 
fertig gestellt sind und sich dadurch ein positive r Wandel im Viertel abzeichnet. Hervorgehoben wer-
den der Kurt-Hackenberg-Platz und der Umbau der Domplatte zur Altstadt mit den neuen Ausgängen 
und Abgängen. Hier fällt insbesondere die Verbesserung der Beleuchtungssituation auf. Von einem 
Befragten wird zudem die Planung des Laurenzquartiers sehr positiv bewertet. 
Die Veränderung der Gesamtsituation durch weniger Autoverkehr, weniger Parkplätze, mehr Fußgän-
gerzonen, mehr Fahrradwege und mehr Begrünung , beispielsweise durch Pflanzenkübel, werden als 
eine Zunahme an Lebensqualität beurteilt. Gleiches gilt für die Fortschritte bei der Stadtmöblierung; 
hier wurden als Beispiel die Bänke am Heumarkt genannt.  
Es gibt von den Befragten auch konkrete Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten. Die tiefen Fugen 
der Kopfsteinpflaster in der Altstadt stellen Gefahrstellen für Radfahrer und Fußgänger dar. In der Salz-
gasse wurden die Fugen verfüllt, aber mehrere Befragte wiesen darauf hin, dass am Buttermarkt und 
in der Mautgasse die Fugen ähnliche Gefahrstellen bilden und sich dort Müll sammelt. Von einigen 
Befragten werden mehr öffentliche Toiletten gefordert, wobei auf Nachfrage die Toilette am Breslauer 
Platz nicht bekannt ist. 
Einen breiten Raum nimmt die Diskussion um die großen Außengastronomieflächen ein, die besonders 
von den Bewohner*innen kritisch gesehen wird, insbesondere da die Flächen während der COVID-19-
Pandemie noch zugenommen haben. Es wird von mehreren Befragten beklagt, dass die Geschäfte sich 
nicht an die Werbesatzung und Gestaltungsauflagen halten und dies von der Stadt nicht ausreichend 
kontrolliert wird. 
Die städtischen Maßnahmen zur Einschränkung der Lautstärke und Monotonie der Straßenmusik, 
durch das Verbot von Verstärkern und weitere Auflagen werden vielfach positiv wahrgenommen. 
Gleichzeitig gibt es die Beobachtung, dass die Straßenmusiker*innen die Auflagen nicht unbedingt ein-
halten.  
Maßnahmen zur Verkehrs- und Parksituation 
Die Veränderungen der Verkehrs- und Parksituation wird von der Wohnbevölkerung uneinheitlich be-
wertet. Aus der Perspektive einiger Befragter ist die Verkehrsberuhigung gelungen und es wäre besser, 
gar keine PKW mehr im Gebiet zuzulassen. Dagegen steht die Bewertung eines anderen Teils der 
Wohnbevölkerung, auf den das Konzept wenig durchdacht wirkt und die eine autofreie Innenstadt als 
„unsozial“ bezeichnen. Vielfach wird die Verlegung der Reisebushaltestelle, die sich auf dem Heumarkt 
befand, positiv hervorgehoben. Von den meisten Befragten wird die Reduktion des Autoverkehrs und 
der Parkplätze begrüßt. Es gibt einige Hinweise auf Probleme bei der Umsetzung. So träfe der Wegfall 
der Parkplätze vorrangig die Anwohner*innen, weil die Tourist*innen ohnehin die Parkhäuser benut-
zen. Zudem sei die Zufahrt zu einigen Plätzen nur zu bestimmten Uhrzeiten möglich. Kurzfristiges und

32 
 
kurzeitiges Ein- und Ausladen sei nicht möglich, ohne vom Ordnungsamt dafür gerügt zu werden. Dies 
schränke den Zugang und die Erreichbarkeit der eigenen Wohnung ein. Gleichzeitig wird darauf hinge-
wiesen, dass Halteverbote nicht konsequent kontrolliert würden und die Straßen trotzdem vollgeparkt 
seien. 
„Das wirkte direkt anders, wirkte wie mediter ran. Das wirkte wie Lebensqualität. Das 
wäre natürlich was, die Parkplätze, (...) die Autos weg, Parkplätze weg, da Außengast-
ronomie hin, wo man abends sitzen konnte und dann Grünflächen... Große Kübelpflan-
zen, die sie im Winter reinholen konnte, was wir a uch jetzt gemacht haben. Es wirkte 
völlig anders als wie eben nur diese Steinwüste und dass da alles zugemüllt wird. Das 
war schon sinnvoller als Parkplätze.“ (w, 70 Jahre, seit 30 Jahren im Viertel) 
Eine verwandte Problematik wird von den Erwerbstätigen vorgebracht, denn durch den Wegfall der 
Parkplätze haben die Lieferanten keine Anlieferzonen mehr, so dass Lieferdienste nur illegal parken 
können. Zudem können Kunden nicht vor dem Geschäft vorfahren, sondern müssen im Parkhaus par-
ken. 
Der Neubau von Fahrradwegen und die Installation von Fahrradstellplätzen werden durchgehend po-
sitiv bewertet. In diesem Zusammenhang wird von einigen Befragten auf Konflikte zwischen Fahrrad-
fahrern und Fußgängern am Rheinufer hingewiesen, für die noch eine bauliche Lösung gefunden wer-
den müsse. Mehrere Befragte äußerten sich kritisch zu den E-Scootern in der Innenstadt, die Fußwege 
und Straßen blockieren.

33 
 
5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 
Ausgangspunkt der Untersuchung waren vier forschungsleitende Fragestellungen, di e das Verhältnis 
und die Wahrnehmung des Raums um den Kölner Dom und das Kölner Rathaus aus der Sicht der Nut-
zer*innen analysieren. Im Hinblick auf die eingangs formulierten Forschungsfragen lassen sich fol-
gende Ergebnisse festhalten.  
Zu den Qualitäten der Domumgebung und Altstadt zählen die Atmosphäre, die historische Bedeutung, 
die einzigartige Architektur und das Stadtbild, das Veranstaltungsangebot, die touristische Attraktivi-
tät, die Vielfalt der gewerblichen Nutzungen, die hohe Konzentration kultureller Angebote, die Rhein-
nähe, die Zentralität und hervorragende Verkehrsanbindung sowie die hohe soziale Durchmischung 
der Nutzer*innen und die Beziehungen der Bewohner*innen und Geschäftsinhaber*innen. Im Grup-
penvergleich werden die Qualitäten unterschie dlich stark thematisiert. Während die Wohnbevölke-
rung die Zentralität, die sozialen Beziehungen und die soziale Heterogenität der Nutzer*innen hervor-
hebt, ist für Erwerbstätige mit Laufkundschaft die Atmosphäre , das Veranstaltungsangebot  und der 
Tourismus wichtig. Die Tourist*innen wiederum heben die Architektur, das Stadtbild und das Gewerbe 
hervor.  
Über alle Gruppen hinweg findet die Vielfalt der gewerblichen Angebote einen positiven Anklang , er-
fährt jedoch unterschiedliche Funktions- und Bedeutungszuschreibungen. Bewohner*innen schätzen 
vor allem die unmittelbare Nähe zu Infrastrukturen des täglichen Bedarfs, die kleineren, inhaberge-
führten Geschäfte, deren für das Gemeinschaftsgefühl und Sicherheitsempfinden förderlichen Funkti-
onen. Vom Tourismus profitierende Erwerbstätige antizipieren die Bedürfnisse verschiedener Tou-
rist*innengruppen und heben diese als Qualität hervor. Dazu zählen neben Hotellerie und Imbissen 
auch verschiedene Gastronomien. Auch die Obdachlosen heben die Vielfalt der Angebote und di e 
große Unterstützungsbereitschaft einiger Imbissbuden- und Gastronomiebetreiber*innen hervor. 
Befragt zu den Problemen im Untersuchungsgebiet schildern die Befragten Sachverhalte, die sich grob 
in die Bereiche Gewerbe, Tourismus, Soziales und öffentlicher Raum untergliedern lassen. Im Einzelnen 
handelt es sich dabei um die abnehmende Qualität des Einzelhandels und der Gastronomie, den stei-
genden Leerstand in der Geschäftsstraße, die Übernutzung öffentlicher Räume durch Veranstaltungen 
und Außengastronomie, der damit entstehende Lärm und die Verschmutzung, Kriminalität und Unsi-
cherheitsempfinden, Obdachlosigkeit, übermäßiger Alkoholkonsum und öffentliches Urinieren, 
„Sauftourismus“ und Junggesell*innenabschiede, steigende Anonymität unter den Bewohner*innen, 
Baumaßnahmen, Unzufriedenheit mit der Verkehrsführung und einen schleichenden Imageverlust des 
Gebiets. 
Während Bewohner*innen mit der Anonymität in der Nachbarschaft, Lärm, Verschmutzung und der 
mangelnden Qualität der Gastronomie vor allem Sachverhalte problematisieren, die die  Qualität im 
Wohnumfeld vermindern, thematisieren Erwerbstätige mit Laufkundschaft allen voran die Aspekte, 
die sich negativ auf die Geschäftssituation auswirken. Dazu zählen beispielsweise Kriminalität, das 
schlechte Image oder de r Qualitätsverlust der Geschäftsstraßen. Tourist*innen und Passant*innen 
wiederum äußern sich negativ über das Stadtbild und die Bettelei im Gebiet. Aus der Perspektive dieser 
Gruppen ist demnach die kurzfristige Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume ein wichtiger Faktor. 
Die befragten Obdachlosen benennen ihre eigene Sicherheit auf der Straße als das größte Problem.

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Einerseits bestehen aufgrund der Vielzahl von Unterstützungsleistungen und Einrichtungen große An-
reize, sich im Gebiet aufzuhalten, andererseits führt die hohe Konzentration und der Mangel an Schutz- 
und Rückzugsräumen auch zu Konflikten mit Drogenabhängigen und Diebstählen unter Obdachlosen.  
Die Vielfalt der Problemwahrnehmungen spiegelt die verschiedenen Erwartungen und Bedürfnisse der 
Nutzer*innen wider und verdeutlicht zugleich, wie sich übergeordnete Entwicklungen in einem zent-
ralen Innenstadtviertel niederschlagen. Die am häufigsten genannte Entwicklung im Gebiet ist der über 
die letzten Jahre immer weiter zunehmende Tourismus. Das liege zum einen an der Nähe zum Dom als 
Weltkulturerbe, der guten Anbindung an den Hauptbahnhof, der Rheinschifffahrt und zum anderen an 
Großveranstaltungen wie dem Christopher Street Day oder Karneval, deren Anzahl ebenfalls als zu-
nehmend beschrieben wird. Mit der steigenden Frequentierung ging ein sprunghafter Anstieg der Ge-
werbemieten einher, der Einzelhändler*innen und Gastronomen dazu zwingt, ihre Geschäftsmodelle 
auf Gewinnmaximierung auszurichten, die nur über die Orientierung an touristischen Zielgruppen er-
reicht werden kann. Zwei weitere Faktoren bedingen die Veränderung der gewerblichen Infrastruktur 
im Gebiet: Die Veränderung der Eigentümer*innen nach Geschäftsaufgaben durch alteingesessene 
Gewerbetreibende und der Strukturwandel im Einzelhandel, der dazu führe, dass immer mehr Konsu-
ment*innen ins Internet abwanderten.  
Vor allem aus Sicht der Bewohner*innen geht damit ein Qualitätsverlust der gewerblichen Angebote 
und öffentlichen Räume einher. Die Ausrichtung der Gastronomien auf den Tourismus führt zum einen 
dazu, dass Bewohner*innen diese meiden und zieht zum anderen ein oftmals rücksichtsloses Klientel 
an, das Lärm und Verschmutzung verursacht. Einige Alteingesessene versuchen diesen Problemen mit 
direkter Ansprache der Besucher*innen und Gastronom*innen zu begegnen oder rufen bei zunehmen-
der Aggressivität die Polizei oder das Ordnungsamt. Auch die Qualität der Einkaufsstraße nimmt ab, 
zahlreiche Befragte bemängeln eine Verramschung der Geschäftsstraßen, die zunehmend von Leer-
stand geprägt ist.  
Weitaus schwerer wiegt dabei der Verlust alteingesessener Geschäfte, denen gruppenübergreifend 
ein wichtiger Beitrag zu einem ausgewogenen Miteinander, der Identifikation mit dem Viertel und ei-
nem „Veedelsgefühl“ zugeschrieben wird. Der Verlust dieser Geschäfte verringert die Möglichkeiten 
der Bewohner*innen und Angestellten, sich einander zu begegnen, Nachbarschaftsbeziehungen auf-
zubauen und sich mit dem Gebiet zu identifizieren. Aus Ermangelung an Angeboten halten sich viele 
Bewohner*innen in ihrer Freizeit eher in umliegenden Vierteln auf. Bewohner*innen aus dem übrigen 
Stadtgebiet besuchen das Viertel, wenn überhaupt, nur für Shopping-Ausflüge auf der Hohe Straße. 
Ein weiteres Resultat dieser Entwicklungen ist ein Imagewandel, der durch zwei konkurri erende Nar-
rative gekennzeichnet ist. Auf der einen Seite existiert nach wie vor die Vorstellung von einer Nachbar-
schaft, in der ein hoher Bekanntschaftsgrad unter Bewohner*innen und Gewerbetreibenden besteht 
und die mehr oder weniger dem entspricht, was in  Köln gerne als „Veedelskultur“ bezeichnet wird: 
kölscher Frohsinn, traditionelle Gasthäuser und Altstadtflair. Auf der anderen Seite steht das Bild des 
Amüsier-Viertels, das an den Wochenenden von alkoholisierte Junggesell*innenabschiede und Baller-
mann-Tourist*innen aufgesucht wird, die sich rücksichtslos verhalten,  lärmen und die öffentlichen 
Räume in Beschlag nehmen.  
Die unterschiedlichen Reaktionsmuster der Befragten lassen sich, so unsere aus dem Material abgelei-
tete und zusammenfassenden Hypothesen, durch ihre Wohndauer, Ortsbindung und Erwartungen an 
das Gebiet erklären. Bewohner*innen mit hoher Wohndauer weisen eine höhere Vernetzung mit

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Nachbar*innen und eine stärkere Identifikation mit dem Viertel auf. Das Narrativ der „alten Zeit“ dient 
als gemeinsamer Bezugspunkt, der sie dazu veranlasst, eigenständig gegen störende Verhaltensweisen 
im öffentlichen Raum vorzugehen, Ordnungsbehörden zu alarmieren oder Beschwerden bei der Stadt-
verwaltung vorzubringen. Vor diesem Hintergrund kann die Bürgergemeinschaft Altstadt als eine insti-
tutionalisierte Form des Kontrollhandelns durch lokale Zivilgesellschaft und Erwerbstätige verstanden 
werden. Jüngere Bewohner*innen mit geringer Wohndauer hingegen nehmen die Probleme zwar 
ebenfalls wahr, scheinen diese aber ehe r zu akzeptieren, weil sie das Gebiet nur in seinem jetzigen 
Zustand kennen und in ihrer eigenen Wohnbiografie als „Durchgangsstation“ betrachten. Sie planen 
nicht, längerfristig im Gebiet zu wohnen. Viele Bewohner*innen halten sich zudem in ihrer Freizeit in 
benachbarten Vierteln auf, was als eine ausweichende Reaktion auf die als gering empfundene Auf-
enthaltsqualität im direkten Wohnumfeld gedeutet werden kann. Im Vergleich zu den Bewohner*in-
nen greifen die Erwerbstätigen mit Laufkundschaft auf formalisierte Formen der sozialer Kontrolle zu-
rück, d.h. bei Störungen und Konflikten rufen sie die Polizei, das Ordnungsamt oder beschweren sich 
direkt bei der Stadtverwaltung. Diesen Handlungen liegen auch gewerbliche Interessen zugrunde, die 
ein attraktives Umfeld für die jeweilige Zielgruppe fördern sollen.  
Das kommunale Handeln wird von den Befragten fragmentiert wahrgenommen. Physisch präsente und 
direkt ansprechbare Akteure , wie Polizei, Ordnungsamt und die Abfallwirtschaftsbetriebe , erzeugen 
eine positive Resonanz. Andere Akteure der Stadtverwaltung, die für direkte Ansprachen seltener oder 
gar nicht zur Verfügung stehen, werden abstrakt er und distanzierter als „die Stadt“ bezeichnet. Das 
verweist darauf, dass die komplexe Struktur an Zuständigkeiten, Ämter n und Dezernaten innerhalb 
einer Stadtverwaltung von Außenstehenden oftmals nicht als solche wahrgenommen wird, für die Be-
fragten allerdings auch wenig Relevanz besitzt. Viele einzelne bauliche Maßnahmen, wie die Verbes-
serung der Unterführungsbeleuchtung  und die Parkraumgestaltung, werden affirmativ zur Kenntnis 
genommen. Das Fehlen eines Gesamtkonzepts und die mangelnde Beteiligung der verschiedenen Nut-
zer*innengruppen an dem Gestaltungsprozess erzeugen eine zunehmende Distanz zur Kommunalver-
waltung. 
Die Auswirkungen der Pandemie und der Maßnahmen zum Infektionsschutz hatten erhebliche Auswir-
kungen auf die Situation im Untersuchungsgebiet. Die Erhebung fand von Anfang Dezember 2020 bis 
Ende Januar 2021 statt und unterlag somit den Bedingungen der zweiten We lle der Pandemie sowie 
den im Dezember 2020 verabschiedeten Maßnahmen zum Infektionsschutz (u.a. Kontaktbeschränkun-
gen, Maskenpflicht, Geschäftsschließungen, Home -Office, Distanzunterricht in allen Bildungseinrich-
tungen). In der Domumgebung und der Altstadt führt das nach Angaben der Befragten zu einem er-
heblichen Rückgang der allgemeinen Frequentierung des Gebiets, einer Verminderung von Lärmbelas-
tung, Verschmutzung, Konflikten und Kriminalität im öffentlichen Raum. Für ältere Befragte mit hoher 
Wohndauer gehen die Veränderungen mit einer gesteigerten Wohnzufriedenheit einher, wohingegen 
jüngere Neuzugezogene die Situation eher gemischt beurteilen. Einige Befragte äußern ein höheres 
Unsicherheitsempfinden, weil das Gebiet verlassen wirke und die Geschäfte g eschlossen sind. Die 
Sichtbarkeit von Obdachlosen und Ordnungskräften hätte zugenommen.  
Die hier zusammengetragenen Ergebnisse geben einen Einblick in die Situation des Kölner Altstadt-
kerns vor und während der Pandemie und können dazu beitragen, die unterschiedlichen Perspektiven 
auf und verschiedenen Ansprüche an die Kölner Innenstadt nachzuvollziehen. Im Hinblick auf die in 
Fachkreisen geführten Diskussionen um die Zukunft der Innenstädte vermitteln die Befunde die Kom-
plexität der Wechselwirkungen, die bei der Entwicklung funktionierender Zentren von Bedeutung sind.

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So gilt es auch weiterhin, die Innenstädte für möglichst viele Nutzer*innen attraktiv zu gestalten, ohne 
dabei einzelne Gruppen auszuschließen oder zu verdrängen.  
Zweifelsohne liegen die Potenziale der Innenstädte in ihrer Zentralität, Nutzungsmischung und den 
Begegnungsmöglichkeiten. Aufgrund der hohen Angebotsvielfalt weisen sie auch die höchste Vielfalt 
an Bevölkerungsgruppen auf. Wie kaum ein anderes städtisches Teilgebiet ermöglichen sie dadurch 
die Begegnung von Personen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen, ethnischen und religiösen 
Hintergründen, von Besucher*innen und Bewohner*innen sowie von Alteingesessenen und Neuzuge-
zogenen. Hier wird die pluralisierte Gesellschaft erfahrbar. Die Pandemie wiederum zeigt, welche Aus-
wirkungen ein vorübergehendes oder dauerhafte s Wegbrechen einzelner Nutzungen auf die Begeg-
nungs- und Integrationspotenziale der Innenstadt hat. Zukünftige Planungen können ebendiese Erfah-
rungen nutzen, um Partizipation, Toleranz und wechselseitige Akzeptanz als Bausteine einer demokra-
tischen und sozial-integrativen Stadtentwicklung zu fördern.  
Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus den Wahrnehmunge n der Nutzer*innengruppen für das 
Kölner Dom- und Rathausumfeld ziehen? Die Stadt Köln hat im Jahr 2020 „Leitlinien für Öffentlichkeits-
beteiligung der Stadt Köln“ sowie mit der „Stadtstrategie 2030+“ eine umfassende Analyse und einen 
programmatischen Zielrahmen zur sozialräumlichen Stadtentwicklung verabschiedet. Daraus sind Ziel-
kataloge und konkrete Maßnahmen auf Quartiersebene zu entwickeln. Für das Untersuchungsgebiet 
lassen sich erste Ansatzpunkte für die weitere Diskussion mit Bürger*innen und in Gremien skizzieren: 
 Fokus auf kleinräumige, quartiersbezogene Entwicklungskonzepte  
 Stärkung einer niedrigschwelligen Bürger*innenbeteiligung durch aktivierende Instrumente 
 Erhalt und Stärkung der Wohnfunktion 
 Förderung der Identifikation mit dem Quartier und der Nachbarschaft 
 Operative Anpassungen des Parkraumkonzeptes  
 Überarbeitung und Vereinfachung der Satzungen  
 Förderung der Kommunikation mit der Stadtverwaltung , z.B. durch die Benennung von An-
sprechpartner*innen 
Mit der vorgelegten Untersuchung wurde eine erste Bestandsaufnahme erstellt, die es fortzusetzen 
gilt, um Kontinuitäten und Veränderungen systematisch zu erheben.

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6 Literatur 
Friedrichs, Jürgen. 2014. Kontexteffekte von Wohngebieten. KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und 
Sozialpsychologie 66: 287–316. 
Galster, George C. 2012. The mechanism(s) of neighborhood effects: theory, evidence, and policy im-
plications. In Neighbourhood effects research: new perspectives, Hrsg. Maarten van Ham, David Man-
ley, Nick Bailey, Ludi Simpson und Duncan Maclennan, 23–56. Dordrecht: Springer. 
Helfferich, Cornelia. 2011. Die Qualität qualitativer Daten: Manual für die Durchführung qualitativer 
Interviews. 4. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag. 
Herrmann, Heike. 2010. Raumbegriffe und Forschungen zum Raum - eine Einleitung. In RaumErleben. 
Zur Wahrnehmung des Raumes in Wissenschaft und Praxis, Hrsg. Heike Herrmann, 7–29. Opladen Ber-
lin Toronto: Verlag Barbara Budrich. 
Kearns, Ade, Oliver Kearns, und Louise Lawson. 2013. Notorious Places: Image, Reputation, Stigma. 
The Role of Newspapers in Area Reputations for Social Housing Estates. Housing Studies 28: 579–598. 
Kuckartz, Udo. 2018. Qualitative Inhaltsanalyse: Methoden, Praxis, Computerunterstützung . 4. Auf-
lage. Weinheim Basel: Beltz Juventa. 
Rädiker, Stefan, und Udo Kuckartz. 2019. Analyse qualitativer Daten mit MAXQDA: Text, Audio und 
Video. Wiesbaden: Springer VS. 
Üblacker, Jan. 2018. Gentrifizierungsforschung in Deutschland: eine systematische Forschungssynthese 
der empirischen Befunde zur Aufwertung von Wohngebieten. 1. Auflage. Opladen Berlin Toronto: Bud-
rich UniPress Ltd. 
Üblacker, Jan, und Tim Lukas. 2022. Kommune. In Sozialraum. Eine elementare Einführung. , Sozial-
raumforschung und Sozialraumarbeit, Hrsg. Fabian Kessl und Christian Reutlinger. Wiesbaden: VS Ver-
lag für Sozialwissenschaften.

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Über die Autor*innen 
Dr. Jan Üblacker ist Professor für Quartiersentwicklung, insbesondere Wohnen im Quartier an der EBZ 
Business School (FH) in Bochum. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe 
Sozialraum Stadt des ILS Institut für Landes - und Stadtentwicklungsforschung Dortmund und wissen-
schaftlicher Referent für Integrierende Stadtentwicklung am Forschungsinstitut für gesellsc haftliche 
Weiterentwicklung in Düsseldorf. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gentrifizie-
rung, Stadtentwicklung, Wohnen, Digitalisierung und Nachbarschaft, sozialräumliche Integration und 
soziale Ungleichheit. 
Holger Spieckermann ist Professor für Soziale Arbeit an die IU Internationale Hochschule in Düsseldorf. 
Nach dem Studium der Soziologie und Germanistik an der Universität Hannover hat er als wissen-
schaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen interdisziplinären Einrichtungen geforscht. Anschließend hat 
er an der Technischen Hochschule Köln den Forschungsschwerpunkt Sozial Raum Management koor-
diniert und die Themenbereiche Stadtteilarbeit und S ozialforschung in der Lehre vertreten. 2018 hat 
er seine Promotion zur „Netzwerkmetapher in der Sozialen Arbeit“ abgeschlossen.  
Max Freund war wissenschaftliche Hilfskraft an der Technischen Hochschule Köln im Projekt „Stadt-
raumforschung in der Domumgebung“. Er hat den Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft und 
Philosophie“ an der Universität zu Köln studiert und in seiner Bachelorarbeit eine Einzelfallstudie zum 
Thema "Wirkfaktoren in der Individualpädagogik" durchgeführt. Im Master studierte er "Päd agogik 
und Management in der Sozialen Arbeit" an der Technischen Hochschule Köln und befasste sich in 
seiner Masterarbeit mit sozialem Zusammenhalt in Innenstadtvierteln am Beispiel des Kölner Altstadt-
viertels. 
Sophie Nagorni  war wissenschaftliche Hilfskra ft an der Technischen Hochschule Köln im Projekt 
„Stadtraumforschung in der Domumgebung“. Sie hat den Bachelorstudiengang „Sozialwissenschaften 
„an der Universität zu Köln und befindet sich derzeit im Masterstudiengang Pädagogik und Manage-
ment in der Sozia len Arbeit an der Technischen Hochschule Köln. Ihre Masterarbeit befasst sich mit 
einer qualitativen Untersuchung der Beziehung zwischen der Problemwahrnehmung und der Problem-
bewertung von Bewohner*innen und Erwerbstätigen innerhalb des Dom- und Rathausumfeldes. 
Milena Stankov war wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Landes - und Stadtentwicklungsfor-
schung im Projekt „Stadtraumforschung in der Domumgebung“. Sie hat den Bachelorstudiengang „Kul-
tur- und Sozialanthropologie“ an der Universität Wien und im Masterstudiengang „Pädagogik und Ma-
nagement in der Soziale Arbeit “ an der Technischen Hochschule Köln studiert. Ihre Masterarbeit be-
fasst sich mit Touristifizierung im Dom- und Rathausumfeld Köln.

Mitteilung Ausschuss

1892 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VI/VI 
 
Vorlagen-Nummer 26.10.2022 
 2875/2022 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 01.12.2022 
Stadtentwicklungsausschuss 01.12.2022 
 
Stadtraumforschung im Domumfeld 
 
Die Stabsstelle „Stadtbau im Quartier/Domumfeld“ startete ihre Arbeit im Sommer 2018.  
Die vielfältigen Aufgabenstellungen hinsichtlich des Erscheinungsbildes des öffentlichen 
Raumes im Altstadtkern waren seit Beginn an damit verbunden, die Arbeit des Pilotprojekts 
„Stabsstelle Stadtbau im Quartier/Domumfeld“ zu evaluieren. 
Eine erste Untersuchung sollte als Ausgangsebene in Form einer Umfrage den Ist-Zustand 
bewerten. Wahrnehmungen zu bspw. Angsträumen, Aufenthaltsqualität und Erscheinungs-
bild des Altstadtkerns sollten im Quartier bei unterschiedlichen Nutzer*innengruppen abge-
fragt werden. 
Deshalb wurde 2019 ein Expertenteam beauftragt, eine objektive und professionelle Unter-
suchung zu gewährleisten und in einem Forschungsbericht zusammenzufassen. Das Projekt 
wurde als Auftakt einer Forschungskooperation zwischen der Stadt Köln, dem Institut für 
Landes- und Stadtentwicklungsforschung und der Technischen Hochschule Köln realisiert.  
Die Zielsetzung diese Befragung möglichst zeitnah zum Start der Stabsstellenarbeit anzuset-
zen, um als Ausgangsebene herangezogen zu werden, konnte coronabedingt nicht erreicht 
werden und wurde zeitlich verschoben. 
Die Wahrnehmung der Nutzer*innen auf den Altstadtkern ist unter dem Einfluss der weiter 
anhaltenden Pandemie mit in den Bericht eingeflossen. 
 
Ob und wie sich die Tätigkeit veränderter Arbeitsweisen der „Stabsstelle Stadtbau im Quar-
tier“ in der öffentlichen Wahrnehmung wiederspiegelt, soll in einer weiteren Erhebung in ei-
nem angemessenen Zeitraum von 2 – 3 Jahren wiederholt werden. 
 
Der Forschungsbericht ist der Mitteilung beigefügt. 
 
 
 
 
Gez. Greitemann

Beratungsverlauf (2)

01.12.2022 Stadtentwicklungsausschuss
TOP 18.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
01.12.2022 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 9.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2875/2022
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
26.10.2022
Erstellt
31.08.2022 14:29