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3531/2017

Annahme einer Schenkung an die Stadt Köln, Museum Ludwig

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 28.11.2017

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 19.12.2017, TOP 2.2

Beschlussvorlage Rat

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Beschlussvorlage Rat

4995 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/4511 
 
Vorlagen-Nummer 
 3531/2017 
Freigabedatum 
28.11.2017  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Annahme einer Schenkung an die Stadt Köln, Museum Ludwig 
hier: Schenkung der Künstlerin Trisha Donnelly im Gesamtwert von 77.500,00 Euro 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat nimmt die Schenkung der Werke der Künstlerin Trisha Donnelly im Gesamtwert von 
77.500,00 Euro an das Museum Ludwig mit Dank an.  
 
Ausschuss Kunst und Kultur 05.12.2017 
Rat 19.12.2017

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 
Begründung 
Trisha Donnelly  
* 1974 in San Francisco, Kalifornien 
 
Ohne Titel, 2013-17 
Video, Loop  
Projektionsmaß variabel  
Versicherungswert: 70,000 Euro  
 
Ohne Titel , 2017 
Aluminium, poliert  
27 x 4 x 4 cm 
Edition 1 / 9 (+ 2 AP) 
Versicherungswert:  7,500 Euro 
 
Für die Ausstellung zum Wolfgang-Hahn-Preis 2017 entschied sich Trisha Donnelly für den großen 
Saal im Untergeschoss des Museum Ludwig, um vier Werke zu einer Gesamtkomposition zu verei-
nen. Eine große Projektion (Ohne Titel, 2017) erwirbt die Gesellschaft für Moderne Kunst am Muse-
um Ludwig als Dauerleihgabe für die Sammlung des Museum Ludwig. Aus diesem Anlass hat sich 
die Künstlerin entschieden, die dazugehörige unbetitelte Projektion aus dem gleichen Jahr und die 
Edition Ohne Titel, 2017 dem Museum Ludwig zu schenken.  
Zentral an Donnellys Werken ist, dass sie sich der Interpretation, Zuschreibung und Auslegung ent-
ziehen. In der Regel gibt es kaum Pressemitteilungen, Texte oder Publikationen; die Betrachterin, der 
Betrachter sucht vergeblich nach Werktiteln. Bei Trisha Donnelly existieren die Werke in ihrer ganzen 
Eigen- und Beschaffenheit an einem spezifischen Ort und sind auch nur dort erfahrbar. Diese Haltung 
ist im heutigen Zeitalter besonders bemerkenswert und der Gegenentwurf zu der inzwischen üblichen 
globalen Hyperpräsenz aufgrund von Digitalisierung und Social Media. Die Betrachterinnen und Be-
trachter sind gefordert, sich auf ihre eigene Wahrnehmung zu verlassen: Ihre Imagination, Erinnerung 
und Interpretationsfähigkeit zu aktivieren, ihre Beobachtung und Sinne zu schärfen und einzutauchen 
in das, was Donnelly punktgenau für diesen Ort, diesen Raum geschaffen hat. Dies gilt auch für die 
Installation im AC-Saal, an der Donnelly über mehrere Wochen intensiv gearbeitet hat.  
Hatte man die massive Trennwand zwischen den beiden Raumteilen des AC-Saals passiert, sorgte 
die an der rechten Wand projizierte Arbeit (Ohne Titel, 2017)) für eine räumliche Irritation: Durch die 
spezielle Kippoptik-Einstellungen des Beamers scheint die Projektion schräg aus der Wand in den 
Raum hineinzuragen. Zudem sind die abstrakten grünen Formen fast unmerklich in andauernder Be-
wegung. Sie scheinen in mehreren Schichten übereinander zu liegen. Bei einer analogen Filmprojek-
tion würde man von Mehrfachbelichtungen sprechen. Diese besondere Anmutung des analogen 
Films, in dem Transparenz und Opazität sich paradoxerweise paaren, mag beabsichtigt sein, spricht 
doch Donnelly von den Projektionen bevorzugt als „Movies“. Tatsächlich entstehen aber die Videoar-
beiten in einem aufwendigen Prozess, bei dem das Ausgangsbild am Computer häufig digital bearbei-
tet, ausgedruckt, manuell verändert, einscannt, überbelichtet, wieder digital bearbeitet wird, bis 
Donnelly es durch diese vielen analogen und digitalen Mutationen zur letztendlichen entschiedenen 
Form bringt. Auf gleiche Weise ist die von der Künstlerin gestiftete Videoarbeit Ohne Titel, 2017 ent-
standen. Auch hier ist das Paradox von Transparenz und Opazität mit dem weiteren Widerspruch

3 
gepaart, dass die bestimmten abstrakten Formen sich in andauernder leichter Bewegung befinden. 
Dadurch entzieht sich das Bild dem/ der Betrachter/in, gerade so, als ob die undurchdringlichen Bild-
prozesse weiterhin fortwirkten.  Beide Videoarbeiten sind wechselseitig aufeinander bezogen. Zeich-
net sich die enigmatische grüne Arbeit durch ihre Monumentalität aus, so  beeindruckt das blaue  
Gegenstück durch ihre Intimität. Mit der Schenkung von Ohne Titel, 2017 ist es dem Museum Ludwig 
nun möglich, die Präsentation der beiden Arbeiten aus ihrer Erstpräsentation im AC-Saal zu rekon-
struieren. 
Darüber hinaus hat Trisha Donnelly aus Anlass des Wolfgang-Hahn-Preises in Kooperation mit der 
Gesellschaft für Moderne Kunst eine Edition gestaltet, aus der sie dem Museum Ludwig ein Exemplar 
schenkt. Die Edition beeindruckt durch ihr fein verarbeitetes Material aus poliertem Edelstahl, durch 
klare achsensymmetrische Linien und Formen, ein rechteckiges Mittelstück, das an ein Schmuck-
kästchen erinnert, und an den Seiten je zwei parallel verlaufende, an Kufen erinnernde Messerklin-
gen. 
Mit der Annahme des Werkes ist eine Spendenbescheinigung verbunden. Die angegebenen Werte 
der beiden Werke entsprechen den Preisen, die aktuell im Kunsthandel für Werke dieses Künstlers 
erzielt werden.

Beratungsverlauf (2)

05.12.2017 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 6.2 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
19.12.2017 Rat
TOP 2.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3531/2017
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
28.11.2017
Erstellt
16.11.2017 09:04