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1650/2025

Szenebericht Popkultur

Mitteilung Ausschuss 11.06.2025

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 24.06.2025, TOP 2.1

Anage 1 - 1650-2025 Szenebericht_Popkultur

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Anage 1 - 1650-2025 Szenebericht_Popkultur

12228 Zeichen

KLUBKOMM – Verband Kölner Clubs und Veranstalter*innen e.V. Vertreten durch: Henry Bongard, Mankel Brinkmann, Fiona Göbel, Sophia Legge, Elias Müller, Luisa Paolini, Jens Ponke, Paulina Rduch, Heiko Rühl Amtsgericht Köln VR 16569  
          Szenebericht 2025: Popkultur KLUBKOMM e.V – Verband Kölner Clubs und Veranstalter*innen            Köln, im Mai 2025 Finanzielle Lage der Szene  Die freie Musik- und Clubszene in Köln steht weiterhin unter erheblichem finanziellem Druck. T rotz wachsender politischer Bedeutung und kultureller Relevanz der Szene spiegelt sich dies im Haushaltsentwurf 2025/26 nur unzureichend wider. Die finanzielle Lage vieler Clubs ist angespannt; insbesondere kleinere und mittlere Spielstätten kämpfen mit steigenden Betriebskosten, unsicheren Perspektiven und einem Mangel an langfristiger Planungssicherheit (Vgl. LiveKomm, April 2025). Insbesondere kleinere Spielstätten geben an, dass die Kostendeckungsquote erheblich abfällt (Vgl. ebd.). Ergebnisse eines bundeweiten Monitorings von dem Bundesverband der Musikspielstätten LiveMusikKommission e.V. haben ergeben, dass die Besucher*innenzahl bei Livemusik-Veranstaltungen wieder etwas ansteigt und auch der Umsatzverlust im Vergleich zum Vorjahr um -2,8% geringer ausfällt (Vgl. LiveKomm, April 2025).  Leider bilden diese Zahlen jedoch nicht die weiterhin sinkende Kostendeckungsquote ab: „Hauptgrund hierfür sind wie schon im Vorjahr die enorm gestiegenen Kosten in allen Betriebsbereichen – dies melden 97% der befragten Clubs und Festivals; 81 % sehen sich grundsätzlich vor finanzielle Herausforderungen gestellt. Insbesondere deregulierte Gewerbemieten (48,5% der Spielstätten) und steigende Gagenforderungen (70% der Befragten) setzen den Musikspielstätten zu.“ (LiveKomm, April 2025) Der wirtschaftliche Druck lastet hierbei insbesondere auf den kleinen Spielstätten (mit einer Kapazität bis 500 Personen), welche aufgrund überproportionaler Umsatzeinbußen weniger in Nachwuchsarbeit investieren können. Diese Auswirkungen lassen weitreichendere Konsequenzen erahnen. Die kleinen Bühnen sind der Grundstein der Livemusik-Industrie, da hier die professionellen Musiker*innen von morgen gefördert werden (Vgl. ebd.).  Raum & Flächen für die Kreativwirtschaft in Köln Die Situation im Bereich Raum für kreativwirtschaftliche und kulturelle Nutzung bleibt angespannt. Weder sind neue Open-Air-Flächen erschlossen worden, noch ist der Mangel an erschwinglichen Räumen für Proben, Studios oder Veranstaltungen spürbar zurückgegangen. Die Stabsstelle Kulturraummanagement hat aus unserer Sicht sehr gute Vorarbeit geleistet und die Nachfrage aus der Szene nach entsprechenden Flächen ist gleichbleibend hoch. Wir hoffen, dass der politische Beschluss für mehr Open-Air-Flächen in Köln und der Bedarf der Szene auch in den entsprechenden Verwaltungsapparaten umgesetzt werden. Wir sehen hier einen dringenden Handlungsbedarf und hoffen sehr, dass im Jahr 2026 in Köln neue Flächen für Open-Air-Veranstaltungen verschiedener Größen und Ausrichtungen zur Verfügung stehen.  Die Erweiterung der Kulturraumschutzzone war ein wichtiger erster Schritt, um bestehende Flächen abzusichern und neue Flächen zu erschließen. Innerhalb des Netzwerks aus Interessensvertretungen in Deutschland bemerken wir ein hohes Interesse aus anderen Städten an diesem Kölner Schutzkonzept für Livespielstätten. Das Kölner Beispiel gilt somit für viele andere Städte als potenzielle Blaupause und große Chance.  Des Weiteren möchten wir uns dafür aussprechen, dass Nutzungskonflikte wie jene am Brüsseler Platz mit neuen, alternativen Ansätzen langfristig entschärft werden, um urbanes Leben im innerstädtischen Bereich sicherstellen zu können.  Die bestehenden Förderangebote für Umbaumaßnahmen und Schallschutz (Schallschutzfond, Baukostenzuschuss etc.) sind wichtige Angebote für die Szene und müssen dringend erhalten

KLUBKOMM – Verband Kölner Clubs und Veranstalter*innen e.V. Vertreten durch: Henry Bongard, Mankel Brinkmann, Fiona Göbel, Sophia Legge, Elias Müller, Luisa Paolini, Jens Ponke, Paulina Rduch, Heiko Rühl Amtsgericht Köln VR 16569  
bleiben. Sie stellen auf lokaler Ebene eine Hilfestellung in sowohl Lärmkonflikten mit Anwohnenden als auch für Neueröffnungs-Vorhaben dar.  Auf der Bundesebene sei anzumerken, dass der Antrag auf Anerkennung von Clubs als Kulturstätten (#cAc) inklusive der entsprechenden Anpassungen im Baugesetz im Jahr 2024 im Bundesrat eingebracht wurde. Dies war zwar ein wichtiger symbolischer und struktureller Schritt, eine Anpassung der Baunutzungsverordnung und der TA Lärm ist seither jedoch trotzdem noch nicht geschehen. Die Erneuerungen in der BauNVo und der TA Lärm würden die massiven Herausforderungen für Livespielstätten im innerstädtischen Raum, insbesondere im Hinblick auf Lärmkonflikte, enorm schmälern. Bestehende Lärmkonflikte führen häufig zu Einschränkungen des Betriebs und die Kategorisierung von Clubs als „Vergnügungsstätte“ verhindert Neuansiedlungen. Es bedarf hier dringend einer stadtverträglichen Lösung für den Schutz von Kulturorten im urbanen Raum.  Aktuelles aus dem KLUBKOMM e.V. Seit November 2024 ist ein neuer Vorstand im Amt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Luisa Paolini als Vertreterin des Stadtgarten und Henry Bongard als Vertreter des Club Subway; im Vereinsvorsitz agieren nun Paulina Rduch (1. Vorsitzende, Zum goldenen Schuss) und Sophia Legge (stellvertr. Vorsitzende, krakelee club).  In Zusammenarbeit mit dem PopBoard NRW erarbeitet der KLUBKOMM e.V. derzeit ein neu aufgesetztes Mentoring-Programm, welches junge Akteur*innen gezielt zur Neueröffnung oder Betriebsübernahme von Clubs und Konzertspielstätten befähigen soll.  Ein weiteres wichtiges Projekt ist das Förderprogramm „Klimastipendien“, das im Mai 2025 angelaufen ist: Zehn Clubs werden mit jeweils 12.000 Euro gefördert, um Nachhaltigkeitsmanager*innen zu engagieren und konkrete Maßnahmen zur ökologischen Nachhaltigkeit im Clubbetrieb zu entwickeln und umzusetzen. Wir sehen in den Klimastipendien und der damit einhergehenden Öffentlichkeitsarbeit einen Multiplikatoreffekt von Klimaschutz in die Gesellschaft. Ein zentrales Problem für die Arbeit des KLUBKOMM e.V. und andere Institutionen bleibt die späte Bewilligung von Fördermitteln in diesem Jahr – insbesondere im Bereich des Betriebskostenzuschusses (BKZ) und der Projektmittel. Die Verzögerungen erschweren eine professionelle Planung und setzen Institutionen unter Druck. Zudem wurde eine notwendige Anpassung der Fördersummen an die anhaltende Inflation bisher nicht vorgenommen, was real zu einer Kürzung der Förderleistung führt. Preise & Auszeichnungen für Kölner Kulturbetriebe Im Jahr 2024 wurden mehrere Kölner Clubs und Veranstalter*innen mit dem renommierten APPLAUS-Award ausgezeichnet. So erhielten sowohl Bruitkasten als auch popanz eine Auszeichnung für die Kategorie „Beste kleine Spielstätte und Konzertreihen“, der Club Bahnhof Ehrenfeld wurde mit der Auszeichnung „Beste Livemusikprogramme“ geehrt und das LOFT, neben anderen Preisträger*innen, als „Beste Livemusikspielstätte” gekührt. Diese Auszeichnungen unterstreichen zum wiederholten Male die hohe Qualität und Bedeutung der Szene in Köln. Aktuelle Entwicklungen in der Kölner Szene  Neue Cluberöffnungen in Köln setzen positive Impulse für die Kölner Szene. So wurde neben der Eröffnung des Clubs Ursprung Fi im Mai 2024 vor kurzem auch der Club Garagen in Ehrenfeld neu eröffnet und mit Stadt ohne Meer ein neues Festival in Köln erfolgreich etabliert. Erfreulich ist ebenfalls der Ankauf des Geländes Ehrenfeldgürtel 131 durch die Betreibenden des Clubs artheater. Die Planung eines neuen Clubs an diesem Standort ist durch die Erweiterung der Kulturraumschutzzone erst ermöglicht worden. Die erfolgreiche Realisierung des renommierten Festivals c/o pop, welche in diesem Jahr erstmals als gemeinwohlbilanziertes Festival an den Start ging, ist und bleibt für Köln eines der wichtigsten popkulturellen Institutionen. Mit ihrem Konzept von herausragender Nachwuchsförderung junger

KLUBKOMM – Verband Kölner Clubs und Veranstalter*innen e.V. Vertreten durch: Henry Bongard, Mankel Brinkmann, Fiona Göbel, Sophia Legge, Elias Müller, Luisa Paolini, Jens Ponke, Paulina Rduch, Heiko Rühl Amtsgericht Köln VR 16569  
Musiker*innen (im Convention- und Festivalprogramm) im Zusammenspiel von Performance- und Sensibilisierungsmaßnahmen im Bereich Diversität und Inklusion ist die c/o pop in den letzten zwanzig Jahren längst zu einem festen Bestandteil der internationalen Kulturlandschaft geworden. Jedes Jahr reisen viele internationale Musiker*innen und Akteur*innen zur c/o pop nach Köln. An dem Programm der Gemeinwohlbilanzierung haben noch neun weitere Gastronomie- und Clubbetriebe teilgenommen: Bei Oma Kleinmann, Brauerei zur Malzmühle, Club Bahnhof Ehrenfeld, DEINspeisesalon, DIE HALLE TOR 2, Kirberg Catering, maximilian lorenz Gastronomie, Rosa & Paula, Urania Theater (Vgl. Stadt Köln, Februar 2025). Die Abwanderung des popNRW-Preises hingegen ist ein spürbarer Verlust für die Sichtbarkeit des Pop-Standorts Köln. Hinzu kommt die Absage der Cologne Music Week 2025 mangels gesunkener Förderbudgets auf Landesebene. Verluste solcher Formate schwächen aus unserer Sicht den Standort Köln sowohl aus kulturwirtschaftlicher, aber auch aus touristischer Perspektive. Hoch erfreut sind wir dafür jedoch über die Preisverleihung des EMIL_ Preises, welche im Dezember 2024 in Köln ausgetragen wurde und unter anderem an einen Kölner Schallplattenladen – Underdog Recordstore – verliehen wurde. Auch der Holger Czukay Preis ist längst zu einer wichtigen Pop-Ehrungen in Deutschland geworden.   Weitere Perspektiven aus der Popkultur Der Verband freier Musikschaffender e.V., PRO MUSIK, betont in einer Stellungnahme die strukturellen Herausforderungen für freie Musikschaffende in Köln. Ab einem gewissen Professionalisierungsgrad verlassen viele Talente die Stadt, da andernorts – insbesondere in Berlin – tragfähigere Strukturen und Fördermöglichkeiten bestehen. PRO MUSIK empfielt die Errichtung zielgerichteter Förderprogramme für Popmusik, wie z.B. Stipendien nach dem Vorbild des NICA Artist Programms. Es braucht eine möglichst niedrigschwellige Projektförderung mit geringem Eigenanteil, um jungen und freien Musiker*innen den Zugang zu erleichtern. PRO MUSIK empfiehlt außerdem die Errichtung einer Infrastruktur für Professionalisierung: Der Zugang zu qualitativ hochwertig ausgestatteten Proberäumen und Studios sollte dringend verbessert werden. Derzeit dominieren am Markt private Anbieter mit hohen Preisen, was professionelles Arbeiten häufig erschwert.  Fazit Die Pop- und Clubkulturszene stellt einen dynamischen, kreativen und identitätsstiftenden T eil des kulturellen Lebens in Köln dar. Sie errichtet Safer Spaces, Orte des gesellschaftlichen Austausches und vermittelt über ihre Programme vielfach politische Bildung und Ansätze der Demokratieförderung. Die Szene steht derzeit jeoch unter enormem Kostendruck und viele Betriebe müssen um ihre Existenz kämpfen. Um die clubkulturelle Diversität zu sichern und einen Talentabfluss von Musiker*innen aufzuhalten, braucht es gezielte Maßnahmen auf struktureller, finanzieller und räumlicher Ebene. Die Zusammenarbeit zwischen dem KLUBKOMM e.V. mit Politik und Verwaltung der Stadt Köln verläuft durchweg konstruktiv und wertschätzend. Insbesondere das Referat für Popkultur unter der Leitung von Till Kniola und die Stabstelle Kulturraummanagement unter der Leitung von Benjamin Thele sind zuverlässige und lösungsorientierte Ansprechpartner*innen für uns als Szenevertretung aber auch die lokalen Akteur*innen. Wir blicken zuversichtlich auf aktuelle und anstehende Herausforderungen für die Branche und nehmen die Anpassungsfähigkeit der Clubkultur an die sich verändernde Nachfrage der Gesellschaft deutlich wahr.   Quellenverweise:  LiveKomm, Pressemitteilung 03.04.2025: https://www.livemusikkommission.de/wp-content/uploads/2025/04/PM_Mieten-Produktions-und-Betriebskosten-–-Kleine-Buehnen-stehen-mit-dem-Ruecken-zur-Wand.pdf  APPLAUS-Award: https://applaus-award.de/preistraegerinnen/  Stadt Köln, 06.02.2025: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/27323/index.html

Mitteilung Ausschuss

1162 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VII/41/41/24 
 
Vorlagen-Nummer 11.06.2025 
 1650/2025 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 24.06.2025 
 
Szenebericht Popkultur 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Ausschuss Kunst und Kultur die Verwaltung 
beauftragt, „den Sparten Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende 
Kunst (mit Fotografie) und Medien (Film, Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regel-
mäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit zu 
berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jeweiligen Berichten auch die 
interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. 
Die Berichte sollen dem Ausschuss Kunst und Kultur in Form eines schriftlichen Be-
richts (maximal drei Seiten) und einer Erläuterung in der Sitzung sowie gegebenen-
falls ergänzt durch eine circa 5-minütige PowerPoint-Präsentation oder Videobotschaft 
vorgestellt werden. 
Für die Sparte Popkultur werden Paulina Rduch und Sophia Legge aus dem Vorstand 
der Interessenvertretung Klubkomm e.V. berichten und Fragen beantworten.  
Gez. Charles 
 
Anlage: Szenebericht Popkultur

Beratungsverlauf (1)

24.06.2025 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Brüsseler Platz
  • Ehrenfeldgürtel 131
  • Am Markt

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Details

Aktenzeichen
1650/2025
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
11.06.2025
Erstellt
25.05.2025 18:33