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1421/2020

Projekt "CELSIUS" - zu AN/0090/2020, Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen

Beantwortung einer Anfrage (BV) 14.05.2020

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 5 (Nippes), Sitzung am 04.06.2020, TOP 7.1.2

Beantwortung einer Anfrage (BV)

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Beantwortung einer Anfrage (BV)

6090 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/26 
 
Vorlagen-Nummer 
 1421/2020 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 5 (Nippes) 04.06.2020 
 
Projekt "CELSIUS" - zu AN/0090/2020, Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen 
Anfrage: 
In der Kölnischen Rundschau vom 28.01.2016 wurde unter dem Titel  
„1000 Schritte gegen den Klimawandel. Die Initiative ´KlimaExpo.NRW´ zeichnete zwei Energiespar-
projekte in Nippes aus“ über das Projekt "Celsius" berichtet. Eine neuartige Anlage zur Nutzung der 
Restwärme von Abwässern, die seit 2013 drei Schulen in der Umgebung des Niehler Kirchwegs mit 
Wärme versorgt, auch die Edith-Stein-Realschule. 
Diese beiden Projekte konnten auch über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erringen, wurden 
sie doch von der KlimaExpo.NRW in ihr Programm "1000 Schritte in eine klimafreundliche Zukunft" 
aufgenommen. 
Damals wurde berichtet, dass die Einrichtung der Anlage problemlos verlaufen sei, Aussagen über 
konkrete Energieeinsparungen sich aber noch nicht machen ließen, da man mit der neuartigen  
Technik erst noch Erfahrungen sammeln müsse. 
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung: 
1. Wird die Anlage für die Edith-Stein-Realschule und die anderen Schulen noch betrieben? 
2. Welche Schulen sind außer der Edith-Stein-Realschule noch an das System angeschlossen? 
3. Welche Erfahrungen hat man bisher mit dieser Anlage gemacht? 
4. Ist inzwischen bekannt, welche Einsparungen durch diese Anlage gemacht werden konnten? 
5. Ist diese Anlage auch für weitere öffentliche oder private Objekte einbaufähig und ist die Ein-
richtung weiterer Anlagen geplant? Wenn ja, welche Voraussetzung müssen zur Einrichtung 
weiterer Anlagen gegeben sein? 
 
Antwort: 
 
Zu Fragen 1 und 2: 
 
Die Gebäudewirtschaft hatte für das Gemeinschafts-Projekt CELSIUS unter Federführung der  
RheinEnergie dazu drei Liegenschaftsstandorte mit mehreren Schulgebäuden ausgesucht: 
Standort Köln-Nippes: 
 Barbara-von-Sell-Berufskolleg, Niehler Kirchweg 118 
 Edith-Stein-Realschule, Niehler Kirchweg 120 
 Hauptschule, Bülowstraße 90 
Standort Köln-Wahn: 
 Otto-Lilienthal-Realschule, Albert-Schweitzer-Straße 8 
 Maximilian-Kolbe-Gymnasium, Nachtigallenstraße 19 
Standort Köln-Mülheim:  
 Hölderlin-Gymnasium, Graf-Adolf-Straße 59 
Betrieben werden die Anlagen noch an allen drei Standorten.

2 
 
Zu Frage 3: 
 
Der Betrieb der Anlage am Standort Köln-Nippes durch die RheinEnergie, welche die Anlagen  
geplant und gebaut sowie über einen Wärmeliefervertrag den Betrieb übernommen hat, war von  
Anfang an mit erheblichen Problemen belastet. Wegen standortspezifischer Besonderheiten in Köln-
Nippes war die technisch aufwändigste Umsetzung erforderlich. Aufgrund der erheblichen Entfernung 
zum öffentlichen Abwasserkanal musste hier ein eigenes Pumpwerk errichtet werden, über welches 
das Abwasser über eine Strecke von circa 500 m bis zum Wärmetauscher in der Heizzentrale des 
Realschulgebäudes zurückbefördert wird. Der Betrieb der dort installierten Wärmepumpen konnte seit 
Erstinbetriebnahme im Februar 2015 nicht erfolgreich umgesetzt werden. Immer wieder führten 
schwerlösliche Bestandteile im Abwasser (zähes, feuchtes Toilettenpapier) zu verstopften Abwasser-
pumpen. Über die Jahre gelang es dem Betreiber trotz einer Vielzahl von Optimierungsversuchen 
nicht, einen dauerhaft funktionierenden Betrieb sicherzustellen. Die Wärmeversorgung der Liegen-
schaften wird statt zu einem überwiegenden Anteil der Wärmepumpe seitdem nur über den ebenfalls 
installierten Erdgaskessel bereitgestellt. Alle Lösungsideen mündeten letztlich in der Perspektive, 
dass nur eine erhebliche Nachinvestition durch den Betreiber RheinEnergie hier hätte Abhilfe  
schaffen können. Da gleichzeitig die Stadt Köln für den Standort der zwei Schulen Niehler Kirchweg 
118 und 120 umfassende Neubau-, Erneuerungs- und Sanierungsplanungen begonnen hat, wurde 
zunächst jegliche Investition in die vorhandene Wärmeversorgungskonzeption von den genauen  
Zukunftsplanungen abhängig gemacht. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass auch von Seiten der 
RheinEnergie die bisherige Versorgungsstruktur im CELSIUS-Projekt keine Zukunft mehr hat. Über 
adäquate Lösungen finden zurzeit gemeinsame Beratungen statt. Zur Debatte steht aktuell alternativ 
ein Anschluss an die Fernwärme, die in diesem Bereich ausgebaut werden soll. 
 
Zu Frage 4: 
 
Vor Realisierung des Projektes CELSIUS wurde in einer Machbarkeitsstudie eine grundsätzliche  
Eignung der Standort-Liegenschaften mit einer voraussichtlichen Wirtschaftlichkeit nachgewiesen. 
Auf Basis dieser ersten Abschätzungen wurden danach detailliertere Wirtschaftlichkeitsberechnungen 
durchgeführt unter Ansatz von Planungsdetails und bewilligter, beträchtlicher Fördergelder durch die 
Europäische Union. Im Ergebnis führten die Berechnungen unter Einbeziehungen von Einsparungen 
nicht zuletzt durch die Nutzung regenerativer Energien der Wärmepumpenlösungen zu einer gerade 
darstellbaren Amortisation über einen Betrachtungszeitraum von 15 Jahren.  
Hierbei war das Basiskriterium das Verhältnis der erreichbaren Wärmeerzeugung durch die  
Wärmepumpe zu dem Erdgaskessel. Am Standort Köln-Nippes wurde dies in keiner Weise erreicht 
(siehe Antwort 3). 
An den beiden anderen Standorten sind seit Inbetriebnahme Betriebserfahrungen gemacht worden, 
die zwar nicht an die in der Machbarkeitsstudie prognostizierten Einsparungen herankommen, aber 
insgesamt durchaus positive Entwicklungen zeigen.  
 
Zu Frage 5: 
 
Insgesamt muss konstatiert werden, dass alle vorliegenden Erfahrungen deutlich gemacht haben, 
dass die Versorgungstechnologie der Abwasserwärmerückgewinnung zu Heizzwecken für größere 
öffentliche Gebäude nicht geeignet erscheint, sie in größerem Maßstab einzusetzen. Auch an den 
zwei Standorten Köln-Wahn und Köln-Mülheim sind die knappen Wirtschaftlichkeitsergebnisse nur mit 
Hilfe hoher Fördermittel gerade erreicht beziehungsweise eben knapp verfehlt worden.  
Weitere Anlagen dieser Art sind daher nicht geplant.

Beratungsverlauf (1)

04.06.2020 Bezirksvertretung 5 (Nippes)
TOP 7.1.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (7)

  • Bülowstraße 90
  • Albert-Schweitzer-Straße 8
  • Nachtigallenstraße 19
  • Graf-Adolf-Straße 59
  • Niehler Kirchweg 118
  • Straße 8
  • Straße 5

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Details

Aktenzeichen
1421/2020
Typ
Beantwortung einer Anfrage (BV)
Datum
14.05.2020
Erstellt
13.05.2020 11:11