0955/2025
Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der SPNV-Verbindungen zwischen Köln und Düsseldorf über Leverkusen Opladen und Solingen (S1/S17)
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle III/68/681/1 Vorlagen-Nummer 0955/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 12.05.2025 Verkehrsausschuss 13.05.2025 Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der SPNV-Verbindungen zwischen Köln und Düsseldorf über Leverkusen Opladen und Solingen (S1/S17) Die beiden Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) go.Rheinland (ehe- mals Nahverkehr Rheinland) und der Verkehrsverbund-Rhein-Ruhr AöR (VRR) verfolgen das Ziel, die Nahverkehrsverbindungen zwischen den Oberzentren Köln und Düsseldorf zu opti- mieren bzw. auszuweiten. Zur Untersuchung von Möglichkeiten zur Verbesserung des verbundgrenzüberschreitenden Verkehrs zwischen den Oberzentren und den dazwischenliegenden Kommunen Solingen, Remscheid und Leverkusen (Opladen) – speziell durch die Verknüpfung der S-Bahnlinie S 1 (bisher Dortmund Hbf – Essen Hbf – Düsseldorf Hbf – Solingen Hbf) im VRR mit der im go.Rheinland-Zielnetz 2040 hinterlegten neuen S-Bahnlinie S 17 (Bonn Hbf – Köln Messe/Deutz) – sollte eine Machbarkeitsstudie (MBS) beauftragt werden. Zunächst wurden jedoch in einer vorgeschalteten Betriebsstudie alle im Raum stehenden Überlegungen auf Realisierbarkeit und Sinnfälligkeit überprüft. Über die Ergebnisse dieser Studie hat die Verwaltung den Verkehrsausschuss per Mitteilung im Jahr 2021 informiert (Vor- lage-Nr. 0288/2021). Auf den Ergebnissen der Betriebsstudie aufbauend war die Vergabe einer MBS „zur Verbes- serung der SPNV-Verbindung zwischen Köln, Leverkusen-Opladen, Solingen, Remscheid und Düsseldorf“ durch die beiden SPNV-Aufgabenträger vorgesehen. Vor dem Hintergrund des auch für Kölner Bürger*innen positiven Nutzens einer besseren Anbindung an die rechtsrhei- nisch nördlich gelegenen Städte, hat der Verkehrsausschuss am 08.06.2021 eine kostenmä- ßige Beteiligung der Stadt Köln an der Finanzierung dieser Untersuchung beschlossen (Vor- lage-Nr. 1534/2021). Die Studie wurde Anfang 2022 an ein externes Gutachterbüro beauftragt, deren Ergebnisse nach Durchführung der Untersuchung nun vorliegen. Ergebnisse der Machbarkeitsstudie In der Machbarkeitsstudie zur Verbindung der S-Bahn-Linien S1 und S17 im Raum Köln, Le- verkusen und Solingen wurden sowohl die betrieblichen als auch die technischen Vorausset- zungen für die Umsetzung einer neuen S-Bahn-Verbindung untersucht. Zudem wurde anhand einer Nutzen-Kosten-Untersuchung die Förderfähigkeit und damit die volkswirtschaftliche Um- setzbarkeit der Maßnahme geprüft. 2 Für die Verbindung soll die S1 von Düsseldorf nach Leverkusen Opladen mit der geplanten S17 von Bonn über Köln nach Leverkusen verknüpft werden. Ziel ist es, die Anbindung zwi- schen den Städten entlang der Strecke zu verbessern und insbesondere das Angebot für den Pendlerverkehr zu optimieren. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden die folgenden zwei infrastrukturelle Hauptvarian- ten untersucht: - Infrastruktur-Variante „V1“: Zu den bestehenden Strecken, die von Solingen über Opladen und Köln-Dünnwald bis nach Köln-Mülheim führen, wird parallel eine neue, separate ein- gleisige S-Bahn-Strecke gebaut, die ausschließlich für die verknüpfte Linie S1/S17 vorge- sehen ist. - Infrastruktur-Variante „V2“: Zwischen Köln und Opladen nutzen die S-Bahn-Züge die be- stehende zweigleisige Güterzugstrecke über Köln-Dünnwald, während der Güterverkehr auf einer zusätzlichen neuen zweigleisigen Strecke parallel zur Hauptbahn Wuppertal – Köln über Leverkusen-Manfort geführt wird. Zwischen Opladen und Solingen wird die S- Bahn – wie bei V1 – auf einer neuen eingleisigen Strecke geführt. Abbildung 1: Übersicht Schienenstrecken Köln-Mülheim – Leverkusen Opladen 3 In Kombination mit diesen beiden Infrastruktur-Varianten wurden vier Linien- bzw. Betriebs- konzepte betrachtet, die sich im Hinblick auf die Linienendpunkte bzw. die Anzahl der S17- Fahrten pro Stunde, die über Solingen hinaus bis Düsseldorf durchgebunden werden, unter- scheiden: - Option a: Die Linien S1 (30-Minuten-Takt) und S17 (20-Minuten-Takt) enden in Solingen. - Option b: Die Linien S1 und S17 enden in Opladen (Verlängerung der S1 im 30-Minuten- Takt bis Opladen). - Option c: Eine von drei Fahrten der S17 wird über Solingen hinaus bis Düsseldorf durch- gebunden und ersetzt dort eine von zwei Fahrten der S1. - Option d: Zwei von drei Fahrten der S17 werden über Solingen hinaus bis Düsseldorf durchgebunden und ersetzen dort beide Fahrten der S1. Betriebliche Machbarkeit In beiden Infrastruktur-Varianten wird das Fahrplankonzept für die verknüpfte S-Bahn-Linie S1/S17 detailliert geprüft. Geplant ist ein 20-Minuten-Takt, der die Städte Köln, Leverkusen, Opladen und Solingen verbindet. Entlang der Strecke sind Haltestellen in Solingen-Landwehr, Leichlingen, Opladen, Leverkusen-Morsbroich, Köln-Dünnwald und Köln-Höhenhaus vorgese- hen. Die Untersuchungen berücksichtigen die Fahrplanstabilität und die potenziellen Auswirkungen von Verspätungen. Die durchgeführten Betriebssimulationen zeigten, dass beide Varianten eine gute Betriebs- qualität aufweisen, obwohl sich bei Variante 1 in bestimmten Abschnitten die Einhaltung der Fahrzeiten aufgrund der eingleisigen Strecke schwieriger darstellte. Technische Machbarkeit Bei der technischen Machbarkeit werden die bestehende Eisenbahninfrastruktur und die not- wendigen baulichen Anpassungen entlang der Strecke von Köln-Mülheim bis Solingen analy- siert. Diese technische Prüfung umfasst sowohl die Untersuchung der vorhandenen Gleis- und Bahnhofsstrukturen als auch die Planung neuer Streckenabschnitte und Haltepunkte. Eine besondere Herausforderung bei der betrieblichen Machbarkeit ist der Bahnhof Köln-Mül- heim, wo es aufgrund von niveaugleichen Kreuzungen zwischen den S-Bahn-Linien zu Fahr- plankonflikten kommen könnte. Um diese Konflikte zu beseitigen und einen reibungslosen Be- trieb zu gewährleisten, ist in beiden Infrastruktur-Varianten ein zusätzliches Brückenbauwerk notwendig. Zwischen Köln-Mülheim und Opladen sind in beiden Varianten umfangreiche Neubauten ge- plant, darunter neue Haltepunkte in Köln-Höhenhaus, Köln-Dünnwald und Leverkusen-Mors- broich, die die Erreichbarkeit von Wohngebieten verbessern und zusätzliche Fahrgäste anzie- hen. Auch der Bahnhof Opladen ist ein wichtiger Abschnitt der Untersuchung. In beiden Varianten wird geplant, die stillgelegten Bahnsteige zu reaktivieren und neue Bahnsteige für die S-Bahn- Verbindungen zu errichten. Im Abschnitt zwischen Opladen und Solingen sind ebenfalls neue Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen, darunter der Bau neuer Haltepunkte in Solingen-Landwehr und Leichlingen so- wie die Anpassung der Streckenführung. Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) Für den notwendigen Infrastrukturausbau liegen die Baukosten nach einer Kostenschätzung – in Abhängigkeit der Betriebskonzept-Option – bei Variante „V2“ mit 212,1 Mio. € bis 217,2 Mio. € deutlich höher als bei Variante „V1“ mit 162,3 Mio. € bis 167,5 Mio. € (nicht ent- halten in diesen Kosten sind die Planungskosten sowie Risikozuschläge für künftige Kosten- steigerungen und Planungsunsicherheiten.) Die verkehrlichen Wirkungen der Maßnahmen werden mittels eines Verkehrsmodells berech- net und in die Nutzeneffekte gemäß der Standardisierten Bewertung umgerechnet. 4 Aufgrund eines bei V1 entstehenden größeren Nutzen bei gleichzeitig geringeren Baukosten ergibt sich bei allen Betriebskonzept-Optionen der Infrastruktur-Variante V1 ein NKV größer 1,0 (a=1,18, b=1,22, c=1,44, d= 1,55), sodass diese als volkswirtschaftlich rentabel gesehen werden und eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) mög- lich ist. Aufgrund der deutlich höheren Kosten erreicht die Variante 2 nur mit einer Durchbindung der S17 im Halbstundentakt bis Düsseldorf (Option d) einen NKV knapp größer 1,0 (d=1,07). Die übrigen Untervarianten weisen einen NKV unter 1 auf und sind deshalb aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit bzw. Förderfähigkeit nicht weiter zu verfolgen. Darüber hinaus stellt sich die betriebliche Abwicklung im Düsseldorfer Hbf bei den Betriebs- Optionen mit endenden Zügen (c und d) hinsichtlich der Leistungsfähigkeit aufgrund der dich- ten Gleisbelegung als so kritisch heraus, dass eine Durchbindung der S17 bis Düsseldorf Hbf durch den Gutachter ausgeschlossen wird. Als weiterer Ausschlussgrund wird der Abschnitt Solingen bis Düsseldorf genannt, auf dem durch die unterschiedlichen Fahrzeug- und Bahn- steighöhen der beiden Aufgabenträger VRR und go.Rheinland für die S17 keine Barrierefrei- heit an den Haltepunkten hergestellt werden kann. Abbildung 2: S-Bahn Köln – Düsseldorf, Vorzugsvariante S1 und S17 (Quelle: go.Rheinland) Gutachterliche Empfehlung In Abwägung der Argumente wird Variante 1b) als Vorzugsvariante empfohlen. Sie ist tech- nisch und betrieblich machbar und bietet für die Region Vorteile. Zudem weist sie den höchs- ten NKV der betrieblich möglichen Varianten auf und kann die Förderung nach GVFG errei- chen. Die weitere Prüfung und Planung dieser Variante ist daher zu empfehlen.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0955/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 06.05.2025
- Erstellt
- 27.03.2025 13:33