1858/2019
Einmaliger Zuschuss „Weltmusikfestival Köln“ 2019
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41 Vorlagen-Nummer 1858/2019 Freigabedatum 19.06.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Einmaliger Zuschuss „Weltmusikfestival Köln„ 2019 Beschlussorgan Finanzausschuss Gremium Datum Beschluss: 1. Der Finanzausschuss beschließt die Verwendung der im „Teilplan 0416 – Kulturförderung in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen“ stehenden Mittel in Höhe von 100.000 Euro für die Globale Musik in 2019 zum Zweck der Förderung eines Pilotprojektes aus zwei Schau- fenstern im Herbst und dessen Evaluierung sowie eines Büros für Globale Musik. Die Maß- nahmen sollen mit folgenden Teilbeträgen gefördert werden: 85.000 Euro Pilotprojekt (zwei Schaufenster) Globale Musik im Herbst 2019 15.000 Euro Büro für Globale Musik 2. Die Kulturverwaltung wird ferner mit der Evaluierung des Pilotprojektes in Zusammenarbeit mit Vertretern der Globalen Musik in Köln sowie externen Beratern beauftragt. Das Ergebnis der Evaluierung wird dem Fach- und Finanzausschuss vorgelegt. Ausschuss Kunst und Kultur 25.06.2019 Finanzausschuss 08.07.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 100.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung: Mit dem Beschluss der Haushaltssatzung 2019 wurden in dem Teilplan 0416 – Kulturförderung, Teil- planzeile 15 – Transferaufwendungen Mittel in Höhe von einmalig 100.000 Euro aus der Kulturförder- abgabe zur Förderung eines Weltmusikfestivals vorgesehen. Die Freigabe der Mittel durch den Fach- und Finanzausschuss ist an die Vorlage eines Konzeptes gebunden. Am 05.11.2018 verständigten sich die Vorstandsmitglieder des Initiative Freie Musik e.V. und die Kul- turverwaltung auf ein vom Musikreferat moderiertes Verfahren in Form eines Runden Tisches zum Thema Globale Musik mit dem Ziel, ein Konzept unter Beteiligung der wichtigsten Akteure Globaler Musik zu entwickeln und strukturelle Maßnahmen zur Stärkung der Globalen Musik in Köln zu bera- ten. Seit dem 12.12.2018 haben insgesamt sechs Sitzungen des Runden Tisches mit Vertretern der Inte- ressenvertretung AG Globale Musik, Akteuren und Veranstaltern Globaler Musik, Vertretern der Hochschule für Musik und Tanz Köln, der Universität zu Köln, der Akademie der Künste der Welt so- wie des Westdeutschen Rundfunks stattgefunden. Aufgrund der sich ändernden Stadtgesellschaft mit ihrer internationalen Bevölkerung aus mehr als 130 Herkunftsländern sowie aufgrund des sozialen Wandels bedingt durch Migration, Mobilität und Globalisierung gibt es in Köln eine ebenso vielfältige wie heterogene Szene Globaler Musik mit süd- amerikanischen, afrikanischen, persischen, arabischen und osteuropäischen Wurzeln. Schätzungs- weise fünfzig Bands und einhundert Solisten können der Globalen Musikszene zugerechnet werden. Die Ankündigung eines Weltmusikfestivals ist auf ein vitales Interesse der hiesigen Globalen Mu- sikszene gestoßen und hat eine positive Resonanz in den verschiedenen Communities hervorgeru- fen. Nach intensiver Beratung und aufgrund der knappen zur Verfügung stehenden Zeit kam der Runde Tisch unter Moderation des Kulturamtes zum Schluss, dass ein fundiertes Konzept sowie die Vorbe- reitung eines repräsentativen Festivals sehr viel mehr Vorbereitungszeit beansprucht und daher ein Festival 2019 nicht umsetzbar sei. Vor diesem Hintergrund hat sich der Runde Tisch Globale Musik 3 darauf verständigt, die im Folgenden genannten Maßnahmen als Vorschau auf ein zukünftiges Festi- val 2019 durchzuführen bzw. zu entwickeln. 1. Pilotprojekt: zwei Schaufenster im Herbst 2019 85.000 Euro Am 3./4.10.2019 und 16./17.11.2019 sollen zwei Schaufenster veranstaltet werden, in denen sich die lokale Globale Musikszene gemeinsam mit externen Gastkünstlerinnen und Gastkünstlern einer brei- ten Kölner Öffentlichkeit in konzentrierter Form präsentiert. Insgesamt werden sechs Programme mit mehr als 20 Konzerten an unterschiedlichen Orten (Lutherkirche, Kulturbunker Mülheim, Atombunker Kalk/Poll, Clubbahnhof Ehrenfeld, Neptunplatz, etc.) unter Beteiligung der Redaktion COSMO des Westdeutschen Rundfunks stattfinden. Das musikalische Spektrum reicht von klassischer Musik der Kulturen der Welt über aktuelle elektronische Musik und diverse migrantische Musikkulturen bis hin zum Global Pop. Mit dem Programm sollen eine möglichst große Zielgruppe und unterschiedliche Communities erreicht werden. In Ermangelung einer übergreifenden Trägerstruktur werden die Ver- anstaltungen von den Akteuren selbstständig durchgeführt. Zentral koordiniert werden gemeinsame Werbung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die zentral für alle unter einem gemeinsamen Titel („Global Diffusion“) organisiert wird. Für jedes der Projekte ist ein Zuschussbetrag von bis zu 9.500 Euro vorgesehen, von den restlichen Mitteln wird die zentrale Koordination und Bewerbung finanziert. Als Termin für die Auftaktveranstaltungen wurde der 3. Oktober, der Tag der deutschen Einheit ge- wählt, um auf die Einheit in der Vielfalt der Musikkulturen Kölns und eine sich ändernde Stadtgesell- schaft hinzuweisen. Thomas Gläßer stellt mit „In Between Spaces“ am 03.10. zwei Projekte aus dem nordafrikanischen Kulturraum und dem Nahen Osten vor. Ebenfalls aus dem Nahen Osten stammen die kurdisch sowie türkisch-alevitisch geprägten Musikprogramme, die Lale Konuk/Südstadt-Leben e.V. vom 02. bis zum 4. Oktober präsentiert. Jan Krauthäuser/Südstadtleben e.V. schlägt mit dem Markus Reinhardt Ensemble und dem Zigeunerwagen-Fest auf dem Neptunplatz eine Brücke zu der Kultur der Sinti und Roma Osteuropas. Das zweite Schaufenster findet am Wochenende 16./17. November statt. Im Zentrum des Projekts „O Jerusalem“ von Thomas Höft/ Originalklang e.V. stehen die jüdische Musikkultur und die drei Buchre- ligionen in der Heiligen Stadt. Unter dem Titel „Voice of Change“ präsentiert Faranak Rafiei/DIWAN e.V. persisch-, palästinensisch- und kurdischstämmige Sängerinnen, die in ihrer Musik die Stellung der Frau in den Gesellschaften des Mittleren Ostens kritisch beleuchten. Gabriel Riquel- me/Clubbahnhof Ehrenfeld veranstaltet gemeinsam mit der COSMO-Redaktion des WDR den Kon- zertabend „Global Visions“, der sich der populären afrikanischen, südamerikanischen und karibischen Musik des sogenannten Black Atlantic widmet. Um die bereits begonnenen Überlegungen - die jedoch aufgrund des oben beschriebenen Zeitdrucks nicht abschließend diskutiert werden konnten - fortzuführen, wird die Kulturverwaltung die Runden Tische fortsetzen und das obige Pilotprojekt evaluieren. Hierzu werden mehrere Workshops mit aus- gewählten lokalen Akteuren und international renommierten Festivalmachern und Beratern durchge- führt. Ziel ist es, die inhaltlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein auf den lokalen Gege- benheiten aufbauendes, international ausstrahlendes Festival für Globale Musik zu prüfen. Das Er- gebnis der Evaluation wird der Politik gesondert vorgelegt. 2. Büro für Globale Musik 15.000 Euro Ein gravierender Unterschied zwischen der Globalen Musikszene und anderen Teilszenen der Musik in Köln wie etwa der klassischen Musik oder des Jazz ist das Fehlen einer gemeinsamen kulturellen Identität ihrer Akteure. Die Globale Musikszene zeichnet sich vielmehr durch eine große Heterogeni- tät und Diversität aus. Jede Community hat ihre eigenen geographischen, geschichtlichen, politischen und kulturellen Hintergründe und teilweise gibt es nur wenige Berührungspunkte untereinander. Hinzu kommen sprachliche Barrieren, Verständnisschwierigkeiten und mangelnde Akzeptanz. Aus dieser besonderen Situation leitet sich die berechtigte Forderung nach einem Büro für Globale Musik als zentraler Anlaufstelle für Musikerinnen und Musiker sowie als Schnittstelle zwischen Kultureinrichtun- gen, Hochschulen und Veranstaltern ab. Zu den vorrangigen Aufgaben des Büros gehören die Ver- netzung der Akteure auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene, damit verbunden die Kommu- 4 nikation nach innen wie nach außen, eine effektive Öffentlichkeitsarbeit durch die Einrichtung einer Internetseite, eines Veranstaltungskalenders sowie die Bewerbung von Konzerten mit Globaler Musik. Mit der Einrichtung eines Büros würde der Vereinzelung der Akteure entgegengewirkt und die Vernet- zung der Teilszene befördert. In einem ersten Schritt soll die AG Globale Musik des IFM einen Trä- gerverein gründen und perspektivisch eine ½ Personalstelle einrichten. Die in 2019 zur Verfügung gestellten Mittel sollen vorrangig für eine Bestandsaufnahme der vor Ort aktiven Akteure und ihre kulturellen Präferenzen, den Aufbau einer eigenen Internetseite mit Veran- staltungskalender sowie die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung verschiedener Workshops verwendet werden. Sofern die Verstetigung des Büros ab 2020 umgesetzt werden soll, wäre eine Förderung des Büros durch die Stadt Köln möglich. Die Deckung dafür würde aus dem Teilplan 0416 – Kulturförderung erfolgen. Begründung der Dringlichkeit Die Verschiebung der Beschlussvorlage in die Sitzung des Finanzausschusses am 23.09.2019 macht die Durchführung der schon terminierten Schaufenster unmöglich, da die Vorbereitungsarbeiten früh- zeitig beginnen müssen. Ein Mittelabfluss in 2019 ist damit nicht mehr möglich.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1858/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 19.06.2019
- Erstellt
- 26.05.2019 14:24