AN/0540/2020
Missstände in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Köln-Bayenthal sofort beenden
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
SPD Dringlichkeitsantrag nach § 12
4682 Zeichen
An
den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses
Dr. Ralf Unna
Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Köln
Rathaus, Spanischer Bau
50667 Köln
fon 0221. 221 259 50
fax 0221. 221 246 57
mail fraktion@koelnspd.de
web www.koelnspd.de
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 04.05.2020
AN/0540/2020
Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Gesundheitsausschuss 05.05.2020
Missstände in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Köln-Bayenthal sofort beenden
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender,
die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung des Ge-
sundheitsausschusses am 05.05.2020 zu setzen.
In einem offenen Brief vom 23. April 2020 an den nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit,
Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, und an den Minister für Kinder, Familie,
Flüchtlinge und Integration, Dr. Joachim Stamp, kritisiert der Kölner Verein „agisra“ die Zu-
stände in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Köln-Bayenthal als „unhaltbar“.1 Zur-
zeit wohnten etwa 800 Menschen in „unerträglicher Enge und Nähe zueinander“ in der Un-
terkunft. Durch die örtlichen sowie räumlichen Gegebenheiten seien Geflüchtete der Gefahr
ausgesetzt, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Familien (zum Teil aus fünf Personen
oder mehr bestehend) wohnten in Container-Segmenten von 12 bis 14 qm, Alleinstehende
teilten sich mit bis zu vier fremden Personen eines dieser Segmente. Zehn Familien (40 bis
50 Personen) teilten sich vier Toiletten und vier Duschen. Einige Menschen lebten schon seit
Monaten in der Containerunterkunft, die nur für einen kurzen Aufenthalt vorgesehen sei. Die
Belastungssituation sei enorm. „agisra e.V.“ befürchtet, dass, falls es zu einer Corona-
Infizierung komme und die Menschen in der Anlage unter Quarantäne müssten, mit Konflik-
ten und Aggressionen zu rechnen sei.
1 https://agisra.org/offener -brief-zur-aktuellen -situation -in-der-landeserstaufnahmeeinrichtung -in-koeln-
bayenthal/
- 2 -
Beschluss:
1. Der Gesundheitsausschuss appelliert an die Landesregierung NRW, die Missstände in
der Landeserstaufnahmeeinrichtung sofort zu beseitigen und die Bewohner*innen
schnellstmöglich den Kommunen zuzuweisen.
2. Der Gesundheitsausschuss fordert die Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf, diesen
Appell gegenüber der Landesregierung mit Nachdruck zu vertreten
Begründung:
Im Sozialausschuss vom 23.04.2020 hat die SPD-Fraktion nachgefragt, wie die Situation für
Geflüchtete in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Köln-Bayenthal ist. Der Leiter des Am-
tes für Wohnungswesen erklärte, dass die Stadt Köln für die Unterkunft nicht zuständig sei.
Zwar ist dies formal korrekt, aber der gesundheitliche Schutz von Menschen, die in unserer
Stadt leben, und der Mitarbeiter*innen der Einrichtung, die vermutlich auch hier leben, darf
uns nicht egal sein.
Ein Bericht in der Sendung „Monitor“ vom 30.04.2020 zeigt, wie gefährlich und wahrschein-
lich es ist, dass Menschen in Massenunterkünften an Corona erkranken. Dort Lebende hät-
ten kaum eine Chance, sich ausreichend zu schützen oder auf Distanz zu gehen. Mit dem
Corona-Virus Infizierte würden nicht ausreichend von gesunden Bewohner*innen getrennt
und hilflos allein gelassen.
Im KStA vom 24.04.2020 wird auf das Beispiel Singapur verwiesen. Singapur galt als Mus-
terland der Eindämmung des Corona-Virus. Da man sich aber nicht um Wohnheime geküm-
mert habe, in denen Migrationsarbeiter*innen unter erbärmlichen Bedingungen zusammen
lebten, sich deshalb vermehrt ansteckten und in der Stadt einkauften usw., seien die Infekti-
onszahlen schließlich steil angestiegen. Wenn Menschen so in Köln untergebracht werden,
wie es in der Unterkunft in Köln-Bayenthal mutmaßlich der Fall ist, stellt das neben der er-
heblichen Gefahr für die Bewohner*innen auch ein Risiko für uns in Köln dar.
Begründung der Dringlichkeit:
Die Corona-Pandemie hat leider sehr deutlich gemacht, wie vulnerabel Geflüchtete in Ge-
meinschaftsunterkünften sind. Die seit dem 01.05.2020 bekannte Infizierung mindestens
einer Person in einer Gemeinschaftsunterkunft in Köln mit dem Corona-Virus zeigt, dass Eile
geboten ist, die Menschen in der Landeserstaufnahme bei uns in Köln jetzt zu schützen. Die
geschilderten Missstände müssen dringend abgestellt werden. Die zu treffenden Entschei-
dungen dulden daher keinen Aufschub.
Mit freundlichen Grüßen
- 3 -
gez. Dr. Barbara Lübbecke
SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0540/2020
- Typ
- SPD Dringlichkeitsantrag nach § 12
- Datum
- 04.05.2020
- Erstellt
- 04.05.2020 16:14