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V/0202/2013

Prüfauftrag zur Aufgabe des eigenen Betriebes eines Museumsshops

Vorlagen 11.04.2013

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Nächste Beratung: Kulturausschuss, Sitzung am 25.04.2013, TOP 4

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

7551 Zeichen

V/0202/2013 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Stadtmuseum 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Prüfauftrag zur Aufgabe des eigenen Betriebes eines Museumsshops, sofern die Erträge durch 
die Vermietung des Museumsshops den aktuellen Erträgen mindestens entsprechen und die 
Mieterträge dem Stadtmuseum zugute kommen 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
25.04.2013 Kulturausschuss Bericht 
 
 
Bericht: 
Mit dem Beschluss des Haushaltes 2013 hat der Rat auch den Prüfauftrag bezügl. Aufgabe des 
eigenen Betriebes eines Museumsshop s an das Stadtmuseum Münster erteilt (vgl. Vorlage 
V/0702/2012/1.Erg.): Diese Maßnahme soll nur umgesetzt werden, wenn die Erträge durch  die 
Vermietung des Museumsshops den aktuellen Erträgen mindestens entsprechen und die Miete r-
träge dem Stadtmuseum zugute kommen. 
 
Die Gelder aus dem Museumsshop: Einzige Möglichkeit für die Finanzierung der Grundlagena r-
beit des Stadtmuseums 
 
Das Stadtmuseum Münster besitzt keinen Etat für die zentralen Aufgaben eines Museums: Es 
existiert weder ein Etat für Restaurierungsmaßnahmen, für die Ausrichtung von Sonderausste l-
lungen und Dauerpräsentationen noch für Renovierungen im öffentlichen Bereich des Museums . 
Alles muss über die Einnahmen im Museumsshop finanziert werden. 
 
1.  Die Pflege des städtischen Kunstbesitzes ist eine zentrale Aufgabe des Stadtmuseums 
und durch die Richtlinie des ICOM (International Council of Museums) als konstitutiv 
für ein Museum festgelegt worden 
(http://www.icom-deutschland.de/client/media/364/icom_ethische_richtlinien_d_2010.pdf). 
Alles, was einmal als Museumsgut übernommen wurde, ist vor dem Verfall zu schützen 
und für die „Ewigkeit“ zu bewahren. Aus diesem Grund ist der Zuwachs an Objekten 
seit 15 Jahren im Stadtmuseum konservativ betrieben worden. Das Kulturgut muss 
demnach so gelagert und/oder präsentiert werden, dass von vorn herein Schäden ver-
mieden werden. Wenn dieser Grundsatz beherzigt wird, entstehen auch kaum Folg e-
kosten – es ist demnach eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Für solche konservator i-
schen Maßnahmen für Lagerung und Präsentation muss Geld zur Verfügung stehen, 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0202/2013 
Auskunft erteilt: 
Frau Dr. Rommé 
Ruf: 
492 45 00 
E-Mail: 
RommeB@stadt-muenster.de 
Datum: 
27.03.2013 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0202/2013 
 
ebenso für Restaurierungen, da ansonsten der Erhalt von Kunst- und Kulturgut nicht zu 
gewährleisten ist. 
 
2. und 3.  Sonderausstellungen halten ein Museum attraktiv genauso wie die Überarbeitung der 
Schausammlung. Das Stadtmuseum Münster hat es verstanden,  seit seiner Einric h-
tung 1989 erst ein einziges Mal eine separat von der Stadt Münster finanzierte Übera r-
beitung der Schausammlung (1993) durchführen zu müssen. Seit 1998 wird die Übe r-
arbeitung der Schausammlung durch Sponsoren bezahlt: So ist aber keine grundsätzli-
che Anpassung der Schausammlung an die Rezeptionsformen der Menschen von heu-
te möglich, sondern nur eine im vorgegebenen architektonischen Rahmen Überarbe i-
tung von Einzelkabinetten realisierbar. Dieses Vorgehen wird auf mittlere Sicht nicht 
ausreichen, da die Grundkenntnisse in Geschichte in der Bevölkerung abnehmen und 
die Rezeptionsgewohnheiten der Besucherschaft sich durch die technische Entwic k-
lung grundlegend verändern. 
 
4.  Die Instandhaltung eines Gebäudes, das jedes Jahr von 100.000 Mensch en besucht 
wird, muss stetig erfolgen. Abnutzung und Beschädigungen verlangen bei mehr als 
2.500 qm jährlich Maßnahmen, die ebenfalls nur aus Einnahmen aus dem Mus e-
umsshop zu bezahlen sind. 
 
Diese vier Säulen der Museumsarbeit werden durch den Museumsshop des Stadtmuseums 
Münster finanziert (124.000, --Euro). Der Museumsshop des Stadtmuseums Münster ist ebenso 
wie der Einzelhandel spürbar von der Umwälzung durch das Internet betroffen. Der steigende 
Internetverkauf hat auch Auswirkungen auf die Umsätze des Museumsshops. Ein Internetshop ist 
aber für das Stadtmuseum von Seiten der Stadt Münster nicht vorgesehen. Seit fast einem Jah r-
zehnt sind wir froh, wenn wir unser Einnahmesoll erreichen, und können so natürlich nicht den 
Preissteigerungen und der wachsenden  Anzahl von Objekten Rechnung tragen. Es handelt sich 
demnach um eine stetige Verringerung der Mittel für die Kernaufgaben des Museums. 
 
Mitarbeiterinnen im Erdgeschoss des Museums 
Wir versuchen mit unseren interessanten Ausstellungen die Menschen auch zum  Besuch des 
Museums anzuregen und dann einen Mitnahmeeffekt im Museumsshop zu erzielen. Die Mitarbei-
terin, die den Museumsshop versorgt, stellt die einzige menschliche Ansprechperson im Erdg e-
schoss als auch im Untergeschoss dar. Vor der Konsolidierung 2001 gab es noch einen weiteren 
Mitarbeiter vom Wachdienst, der aber bereits eingespart wurde. Ohne eine Ansprechpartnerin im 
Erdgeschoss kann das Museum nicht betrieben werden, da weder Aufsicht geführt würde oder 
Auskünfte erteilt werden könnten. Aufgrund vo n Schulungen der Mitarbeiterinnen sind diese mit 
Fragestellungen der Stadtgeschichte vertraut und können so die Besucherinnen und Besucher 
kompetent beraten, dies betrifft sowohl Fragen zum Museum als auch Fragen zu Büchern und 
touristischen Auskünften. 
Der Museumsshop 
Das Foyer des Stadtmuseums ist eine helle, über zwei Etagen reichende Halle. Viel Verkehr s-
raum wird im Foyer benötigt für die Durchgänge: zentraler Eingang zur Salzstraße/Ecke Winke l-
straße mit Drehtür, Seiteneingang für Rollstuhlfahrer und Ki nderwagen zur Salzstraße sowie 
Durchgang zum Salzhof und der Treppenaufgang zur Schausammlung im ersten Obergeschoss 
sowie zum Kellergeschoss (mit öffentlicher WC -Anlage) und zum Aufzug. Abzüglich dieser Ve r-
kehrswege steht nur sehr eingeschränkter Platz zu r Verfügung für die Präsentation von Waren. 
Unter Berücksichtigung der Schaufensternischen auch zur Winkelstraße  könnten ca. 80 – 90 qm 
an einen Shopbetreiber verpachtet werden.  
Der Pächter müsste nicht nur in seinem Sortiment Rücksicht auf das Stadtmuse um Münster 
nehmen: Außerdem müssten Dienstleistungen wie der Verkauf der museumseigenen Publikati o-

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V/0202/2013 
 
nen und Produkte sowie die Einnahme der Entgelte für Führungen für das Museum durchgeführt 
werden. Normalerweise werden solche Kassengeschäfte im Bereich Führ ungsentgelte nicht von 
Museumsshop-Betreibern übernommen. Fast durchgängig werden von Museen Kassen für Ei n-
tritte und Führungsentgelte selbst betrieben. Außerdem muss sich der Pächter verpflichten, wä h-
rend der Öffnungszeiten des Museums immer Personal bere itzuhalten. Denn nur, wenn unten 
eine Mitarbeiterin zur Verfügung steht, kann das Museum geöffnet werden. Das Museum hat 
außerdem 6 Tage geöffnet – auch Feiertage sind meist Öffnungszeiten für das Museum. Daraus 
ergeben sich besondere Anforderungen für die  Personalausstattung des Pächters. Außerdem ist 
ein Betrieb des Museumsshops außerhalb der Öffnungszeiten nur eingeschränkt möglich. Da die 
Schausammlung nicht unabhängig vom Museumsshop betrieben werden kann, müsste bei ve r-
längerten Museumsshopöffnung oder an Montagen Wachdienst extra bezahlt werden. Darüber 
hinaus muss der Betreiber auf Öffnungszeiten verzichten, da Sonderveranstaltungen wie Eröf f-
nungen eine Schließung des Shops notwendig machen. 
Nach Gesprächen mit Hauseigentümern an der Salzstraße komme n wir zu der Einschätzung, 
dass bei einer Verpachtung des Museumsshop keine 124.000, -- Euro zu erzielen sind. Es ist 
davon auszugehen, dass die Höhe der Erträge eher ein Drittel dieser Summe betragen wird.  
 
 
 
 
I. V. 
gez. Dr. Andrea Hanke 
Stadträtin

Beratungsverlauf (1)

25.04.2013 Kulturausschuss
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Salzstraße
  • Winkelstraße

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0202/2013
Typ
Vorlagen
Datum
11.04.2013
Erstellt
06.10.2020 14:37