0175/2026
Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke aus der Sitzung des Ausschuss Klima, Umwelt und Grün vom 22.01.2026 (AN/0090/2026) betreffend "Wasser muss zum Baum"
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle VIII/67/671/2 Vorlagen-Nummer 23.02.2026 0175/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 05.03.2026 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke aus der Sitzung des Ausschuss Klima, Umwelt und Grün vom 22.01.2026 (AN/0090/2026) betreffend "Wasser muss zum Baum" Die Fraktion Die Linke bittet die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie viele Bäume wurden zeitgleich nach der herkömmlichen Methode gepflanzt? 2. Wird die Stadt Köln zukünftige Baumpflanzungen nach dem alten Konzept oder den getesteten Neukonzepten vornehmen? 3. Um wieviel höher sind die Kosten einer Baumpflanzung nach dem Konzept „Wasser muss zum Baum“ und wird sich diese Investition auf die Häufigkeit von Pflege und Nachpflanzungen also nachhaltig auch finanziell auswirken? 4. Wann ist mit der Evaluierung des Konzeptes im Fachausschuss zu rechnen? Antwort der Verwaltung: Ziel des Modellprojektes “Wasser muss zum Baum“ war eine Weiterentwicklung der Baum- standorte zur Anpassung an den Klimawandel. Das bisher verwendete Pflanzsubstrat sollte optimiert und anhand von 3 Varianten (Variante 1: Ersatzpflanzung mit neuem Substrat und Belüftung; Variante 2: Neupflanzung mit Einleitung von Niederschlagswasser vom Bürgers- teig; Variante 3: Neupflanzung mit linearer Wurzelraumerweiterung für die Wasserspeiche- rung) aufgezeigt werden, wie Niederschlagswasser gezielt über eine tiefgründige Wasserein- speisung in der Pflanzgrubensohle eingeleitet werden kann. Die Regeln der Technik des Stra- ßenbaus, die Vorgaben der Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser und die spezifischen Wachstumsbedingungen der Baumwurzeln galt es dabei in Einklang zu bringen. Mit Start des Projektes wurde sich für eine Förderung beworben und der Versuchsaufbau für das Forschungsprojekt definiert. Die Beschaffenheit der Bundesförderung sah ein zweistufi- ges Verfahren vor. Der finale Zuwendungsbescheid, der die bauliche Umsetzung erlaubt, lag erst nach der Festlegung und baufachlichen Prüfung aller geplanten Baumstandorte am 11.12.2023 vor. Im Anschluss wurden die Straßenbaumstandorte umgesetzt. Die größte Herausforderung im Prozess war die Entwicklung und Herstellung des neuen Baumsubstrates und die Identifikation von geeigneten Standorten, die einerseits eine Ver- gleichbarkeit (Monitoring) aufweisen sowie sich im Förderzeitraum realisieren lassen. 2 Zu 1.: Im Pflanzzeitraum 2024/2025 wurden 71 Straßenbaumneupflanzungen und 333 Stra- ßenbaumersatzpflanzungen in herkömmlicher Bauweise durchgeführt. Zu 2.: Das Substrat, das im Zuge von „Wasser muss zum Baum“ entwickelt wurde, hat sich bewährt, ist bereits als Standard im „Grünhandbuch 2023“ festgeschrieben und wird bei Stra- ßenbaumneupflanzungen angewendet. Auch sind die Tiefenbelüftungen bereits standardi- siert. Darüber hinaus wird die Anwendung der Variante 3 im Rahmen von Neubau- und Er- schließungsprojekten vorgesehen, da dort dezentrale Entwässerungskonzepte die Verwen- dung von Niederschlagswasser zur Bewässerung und Versickerung vorsehen, um besser auf Dürre- und Starkregenereignisse eingestellt zu sein. Im Zuge der Starkregenvorsorge prüfen die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) aktuell die Standorte aus den Straßenbaumkonzepten auf Synergieeffekte hinsichtlich der Abminde- rung von Starkregenhotspots. Zu 3.: Die Herstellung der Standorte aus dem Straßenbaumkonzept nach Variante 2 (Neupflanzung mit Einleitung von Niederschlagswasser vom Bürgersteig) würde aktuell etwa eine Verdopplung der investiven Kosten bedeuten. Der Mehrwert der Investition ist eine län- gere Standzeit (Wohlfahrtswirkung: Schatten, Kühlung, Staubbindung) und ein geringerer Wässerungsaufwand nach der Anwuchs-Phase. Die Kosten dürften sich aber im Laufe der Zeit mehr angleichen, da Pilotvorhaben in der Kalkulation eher höher angesetzt werden als standardisierte Bauweisen. Zu 4.: Der Mehrwert und Erfolg des Modellprojektes sind anhand der Wuchseigenschaften erst nach einigen Jahren feststellbar. Hierzu erfolgt ein Vergleich mit herkömmlichen Standor- ten. Darüber hinaus wurden zur Bewertung der Wassersättigung im Substrat in allen Varian- ten Sensoren verbaut, welche die Bodenfeuchte an den Standorten sichtbar machen. Die Ver- waltung wird regelmäßig über die Entwicklung der Maßnahme und auch über Weiterentwick- lungen berichten. Gez. Wolfgramm
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0175/2026
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 23.02.2026
- Erstellt
- 19.01.2026 14:10