3422/2021
Potenzialanalyse Rheinpendel
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Anlage_1_Potenzialabschätzung_Variante-GUT
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Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 1/8 Potenzialabschätzung Rheinpendel – Variante Ratsgruppe GUT Die verkehrlichen Wirkungen i m Rahmen der Potenzialabschätzung werden für die Vor- schlagsvariante der Ratsgruppe GUT nach den methodischen Vorgaben der Verfahrensanlei- tung zur Standardisierten Bewertung unter Nutzung eines für die Stadt Köln im Rahmen der Bewertung zur Ost-West-Strecke genutzten Verkehrsmodells ermittelt. Es wird der werktägli- che Alltagsverkehr für den Rheinpendel unter Berücksichtigung der Einbindung in das ÖPNV- System abgeschätzt. Grundsätzlich sind im Verkehrsmodell alle verkehrsrelevanten Flächen in Köln an den ÖPNV angebunden, sehr viele mit leistungsfähigen Schienenverkehrsmitteln. Entsprechend der klassischen Nutzen-Kosten-Untersuchungen wird einem Ohnefall ein Mitfall gegenübergestellt. Der Ohnefall liegt, wie bereits ausgeführt, aus den Untersuchungen zur Ost-West-Strecke der Stadtbahn Köln vor. Zur Modellierung des Mitfalls wird die Seilbahn ge- mäß der Linienführung der Variante Ratsgruppe GUT als weitere ÖPNV-Linie mit sehr hohem Takt kodiert, die Umstiegszeiten für die neuen Verknüpfungen eingespeist und die einzelnen Stationen in das Netzmodell eingebunden. Dann werden gemäß Verfahrensanleitung die mo- dalen Wirkungen berechnet. Abschließend erfolgt eine Umlegungsrechnung, die die künftige Linienbelastung der Seilbahn als Ergebnis ausgibt. Die Eckwerte der Modellrechnung werden in Tabelle 1 aufgeführt. Personenfahrten / Werktag ÖV-Neuverkehr 6.200 Fahrtenverlagerung MIV zu ÖV 5.000 Induzierter Verkehr 1.200 Fahrgäste Seilbahn 21.100 Ein-/ Aussteiger Seilbahn 42.200 davon Umsteiger ÖPNV-System 15.700 davon Umsteiger Stadtbahn 8.500 davon Umsteiger SPNV 6.100 Tabelle 1: Eckwerte Nachfrageentwicklung Die Einordnung des Rheinpendel wird ca. 6.200 Personenfahrten/Werktag zusätzlich initiieren. Davon können ca. 5.000 Personenfahrten aus dem System des MIV für den ÖPNV verlagert werden. Die zu erwartende Belegung des Rheinpendels ist in Tabelle 2 dargestellt. Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 2/8 Station Hin-Richtung Quers- schnitt- belegung Rück-Richtung Einsteiger Aus- steiger Einsteiger Aus- steiger Fühlinger See 30 0 0 30 60 Longerich Bahnhof 545 20 20 545 1.100 Longerich 195 120 120 195 1.250 Niehl Fordwerke 145 580 580 145 380 Stammheim Schlosspark 50 50 50 50 380 Niehler Hafen 0 5 5 0 370 Wiener Platz 295 75 75 295 810 Riehl 440 170 170 440 1.350 Rheinpark 30 65 65 30 1.280 Ebertplatz 95 330 330 95 810 Tanzbrunnen/Messe 120 30 30 120 990 Breslauer Platz 5.885 195 195 5.885 12.370 Deutzer Werft 1.080 4.570 4.570 1.080 5.390 Rheinauhafen 100 350 350 100 4.890 Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 3/8 Station Hin-Richtung Quers- schnitt- belegung Rück-Richtung Einsteiger Aus- steiger Einsteiger Aus- steiger Deutzer Hafen 920 2.155 2.155 920 2.420 Südbrücke 205 895 895 205 1.040 Poll 315 440 440 315 790 Heinrich-Lübcke-Ufer 25 300 300 25 240 Bonn Verteiler 20 45 45 20 190 Gewerbegebiet Rodenkirchen 55 20 20 55 260 Porz Rathaus 0 130 130 0 Tabelle 2: Ein- und Aussteiger, Querschnittsbelegung pro Werktag [Personenfahrten/Tag] Auf den direkten Verbindungen der Rheinquerung schafft die Seilbahn ein attraktives Angebot mit Reisezeitvorteilen und einer deutlich höheren „Taktfolge“ im Vergleich zum vorhandenen ÖPNV-Angebot. Auf den längeren Fahrtrelationen in bzw. aus der Innenstadt Richtung Norden und Süden bleibt die Stadtbahn und S-Bahn die bessere Alternative. Im Ergebnis der Berech- nung der werktäglichen Nachfrage zeigt sich, dass direkte Punkt-zu-Punkt Nachfragerelatio- nen besonders vom Rheinpendel profitieren (s. Tabelle 2 und Anlage 1). Als Fazit der Potenzialabschätzung bezogen auf die einzelnen Stationen lässt sich feststellen, dass die Rheinquerungen zwischen Breslauer Platz und Südbrücke von der Einordnung des Seilbahn-Konzeptes „Rheinpendel“ profitieren werden. Bei Relationen abweichend von der di- rekten Anbindung der Zustiegsstationen, verliert die Seilbahn an Attraktivität. Hier ist beson- ders das Potenzial im direkten Umfeld der Seilbahnstationen entscheidend, da für diese Rei- sezeitgewinne mit der Seilbahn erzielt werden können. Das zeigt sich u.a. an der hohen Zahl der Ein- und Aussteiger pro Werktag an der Station Deutzer Hafen (rd. 6.000) oder aber auch an der geringen Nachfrage einzelner Stationen wie bspw. Fühlinger See. Ein hoher Anteil des prognostizierten Fahrgastpotenziales wird durch die Umsteiger vom bzw. zum ÖPNV-Angebot (s. Tabelle 3) bestimmt. Attraktive Verknüpfungen können an den Statio- nen Longerich Bahnhof, Breslauer Platz und Südbrücke geschaffen werden. Von dieser profi- tiert u.a. die nicht rheinquerende Relation Longerich Bahnhof – Niehl Fordwerke. Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 4/8 Abbildung 1: Verkehrsnachfrage Rheinpendel – Querschnittsbelegung [Personenfahrten/Werktag] Kartengrundlage: OpenStreetMap-Mitwirkende Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 5/8 Station angrenzende Haltestelle höherer Kategorie angrenzende Bushaltestelle angren- zende grö- ßere Ver- kehrser- zeuger Ein- und Aussteiger pro Werk- tag Anteil Um- steiger ÖPNV Name Entfernung Bemerkung Name Entfernung Linien Fühlinger See (Heimers- dorf) > 400 m - Seeberg 330 m 122 keine 60 0% Longerich Bahnhof (Longerich Friedhof) > 400 m - Longerich S-Bahn 50 m 121,125, 127, 139 S-Bahn 1.130 50% Longerich (Longericher Straße) > 400 m - (Stommeler Straße) > 400 m - (Bundes- wehrkaserne) 630 0% Niehl/ Fordwerke Niehl 50 m Linie 12 Niehl 50 m 147 Industriege- biet südlich der Ford- Werke 1.450 15% Stammheim Schlosspark - - - Bonhoeffer- straße 350 m 155 keine 200 15% Niehler Hafen (Slabystraße) > 400 m - - - - Einzelne Gewerbebe- triebe 10 0% Wiener Platz (Wiener Platz) > 400 m - (Wiener Platz) > 400 m - keine 740 10% Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 6/8 Station angrenzende Haltestelle höherer Kategorie angrenzende Bushaltestelle angren- zende grö- ßere Ver- kehrser- zeuger Ein- und Aussteiger pro Werk- tag Anteil Um- steiger ÖPNV Name Entfernung Bemerkung Name Entfernung Linien Riehl Reichens- pergerplatz 390 m Linien 16 und 18 Worringer Straße 170 m 140 Zoo, Skulptu- renpark, Eis- und Schwimmsta- dion 1.220 25% Rheinpark - - - Thermalbad 380 m 150, 250, 260 190 20% Ebertplatz (Ebertplatz) > 400 m - St. Vincenz- Haus 120 m SB 40 Hochschule für Musik und Tanz, St Ma- rien Hospital 850 0% Tanzbrun- nen/Messe (Bf Deutz / Messe) > 400 m - Im Rheinpark 350 m 150, 260 Alte Messe (RTL), Tanz- brunnen 300 0% Breslauer Platz Breslauer Platz / Hbf 190 m Linien 16 und 18 Breslauer Platz, Hbf 100 m 124, 132, 133, 171, 250, 260, 978 Stadtmitte, Museum Ludwig, Röm.-Ger- manisches M., Dom, Busbahnhof 12.160 60% Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 7/8 Station angrenzende Haltestelle höherer Kategorie angrenzende Bushaltestelle angren- zende grö- ßere Ver- kehrser- zeuger Ein- und Aussteiger pro Werk- tag Anteil Um- steiger ÖPNV Name Entfernung Bemerkung Name Entfernung Linien Deutzer Werft Deutzer Freiheit 100 m / 300 m Linie 7 / Linien 1 und 9 (Bf. Deutz / Messe) > 400 m - Deutzer Innenstadt, Abtei Deutz, großes Büro- gebäude (ehem. Luft- hansa) 11.300 40% Rheinau- hafen Ubierring 350 m Linien 15 Rheinau- hafen 50 m 133 900 2% Deutzer Hafen Drehbrücke 240 m Linie 7 - - - zukünftig Entwick- lungsgebiet Deutzer Hafen (6900 Einwohner, 6000 Arbeits- plätze) 6.150 5% Südbrücke Schönhauser Straße 50 m Linien 16 - - - Bürostandort Oval Office, Wohnhoch- haus 2.200 60% Poll (Baum- schulenweg) > 400 m - In der Kreuzau 150 m 194 FLOW To- wer, (Bayen- thal) 1.510 10% Potentialanalyse Rheinpendel Stand: 30.07.2021 8/8 Station angrenzende Haltestelle höherer Kategorie angrenzende Bushaltestelle angren- zende grö- ßere Ver- kehrser- zeuger Ein- und Aussteiger pro Werk- tag Anteil Um- steiger ÖPNV Name Entfernung Bemerkung Name Entfernung Linien Heinrich- Lübke-Ufer Heinrich- Lübke-Ufer 80 m Linien 16 Heinrich- Lübke-Ufer 80 m 130, 134 650 80% Bonner Verteiler geplante Haltestelle Arnoldshöhe (Nord-Süd- Stadtbahn) 180 m Linie 5 Arnoldshöhe 370 m 132 130 45% Gewerbe- gebiet Roden- kirchen Michaels- hoven 320 m Linien 16 Am Neuen Forst 200 m 135 (P+R-Stand- ort nord- westlich des Bonner Ver- teilerkreises nicht im Ein- zugsbereich) 150 45% Porz Rathaus Porz Markt 400 m Linie 7 Porz Markt 400 m 151, 152, 154, 160, 161, 162, 165, 166, 185, 188 250 15% Tabelle 3: Verortung der Stationen Rheinpendel
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle III/69/691 Vorlagen-Nummer 04.10.2021 3422/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 05.10.2021 Potenzialanalyse Rheinpendel Anfrage von Die Fraktion vom 13.09.2021, AN/1958/2021 Die Anfrage lautet: Mit der Vorlagen-Nummer 3058/2021 hat die Verwaltung in der Sitzung des Verkehrsausschusses am 31.08.2021 den derzeitigen Bearbeitungsstand erläutert und eine Begründung für die Eingrenzung des Untersuchungsraumes für die Machbarkeitsstudie ausgeführt. Vor diesem Hintergrund bittet Die FRAKTION um die Beantwortung folgender Fragen: 1) In welchem Umfang ist die Potenzialanalyse erfolgt und welche Aufgabenstellung, Methoden, Be- rechnungsgrundlagen und Simulationsergebnisse (für beide Varianten) sowie Einschätzungen und Ausblicke der ausführenden externen Ingenieurbüros sind hier enthalten? 2) Welche Gründe sprechen gegen eine Veröffentlichung dieser gesamten Potenzialanalyse? 3) Welche Sachverständigen und Kompetenzträger*innen für Seilbahnsysteme wurden für die Erstel- lung der Potenzialanalyse hinzugezogen und beauftragt? 4) Der Trassenvorschlag der KVB zeigt multiple Herausforderungen auf, die teilweise der eigenen Argumentation in der Vorlage für den Verkehrsausschuss widersprechen. Z. B. komplexere Brücken- querungen und schlechtere Anbindungen der Stationen an das bestehende ÖPNV-Netz. Auch bein- haltet der Vorschlag die Überquerung von Wohnbebauung (einer der kritischsten Punkte bei ähnli- chen Vorhaben in vergleichbaren Städten). Wie bewerten die KVB diese Widersprüche in ihrem eige- nen und der Vorlage 0357/209 beigefügten Trassenvorschlag? 5) Der Beschluss für die Potenzialanalyse wurde einstimmig im Verkehrsausschuss beschlossen. Teilt die Verwaltung die Einschätzung der anfragestellenden Fraktion, dass grundsätzlich alle Mitglie- der des Verkehrsausschusses ein Anrecht darauf genießen, etwaige Studien und Ergebnisse in Folge solcher Beschlüsse transparent dargelegt zu bekommen, bevor eine Voreinschätzung und Bewertung koordinierender kommunaler Unternehmen oder der Verwaltung selbst in Form einer Mitteilung er- folgt? Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt: Zu 1) Die Potenzialuntersuchung hat ausschließlich die Variante basierend auf dem Vorschlag der Wähler- gruppe GUT zum Gegenstand. Eine Einschätzung/Beurteilung dieser Trassenführung war nicht Ge- genstand des Auftrags. 2 Die Abschätzung des Potenzials erfolgte nach den methodischen Vorgaben der Verfahrensanleitung der Standardisierten Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des ÖPNV. Die Prognose basiert auf dem Strecken-/Liniennetz wie es sich nach Inbetriebnahme der Gesamtmaßnahme Nord-Süd Stadt- bahn darstellen wird. Bezogen auf die Seilbahn wurde eine mittlere Geschwindigkeit von 4 m/s (ca. 15 km/h) zu Grunde gelegt, bei einer angenommenen Fahrtenfolge (Takt) der Seilbahn von 1 Minute. Für den Einzugsbereich/Zugang zu den Haltestellen wurde – wie bei anderen Gutachten die- ser Art – eine Geschwindigkeit von 4 km/h sowie ein Umwegfaktor von 1,2 hinterlegt. Wechselwirkungen die sich aus einem Wasserbuskonzept ergeben, konnten nicht berücksichtigt wer- den, da diese Ergebnisse noch nicht vorlagen. Zu 2) Das Gutachten ist als Anlage beigefügt. Zu 3) Das mit der Potenzialanalyse beauftragte Büro hat selbst Fachkenntnisse und Erfahrungen bei der Berechnung der Potenziale für Seilbahnen (Seilbahn Bonn). Die Vorschläge zur Anpassung der Vari- ante wurden aufgrund des teilweise geringen Potenzials aber auch auf Basis von Einschätzungen zu den größten Umsetzungsschwierigkeiten, wie sie beispielsweise beim Überfahren eines Kasernenge- ländes zu erwarten sind, vorgenommen. Nach Festlegung eines realistischen Betrachtungsraums (s. auch Antwort zu Frage 4) für einen ers- ten Abschnitt soll das Potenzial noch einmal neu, dann unter Einbeziehung der Wirkung des parallel in Prüfung befindlichen Wasserbuskonzeptes ermittelt werden. Zu 4) Aufbauend auf Überlegungen zu einer geänderten Linienführung wurde durch die Fa. Management Consultants GmbH (MRK), die weltweit über Erfahrungen bei Seilbahnprojekten verfügt, die techni- sche Umsetzbarkeit betrachtet. Ziel war es, die Ursprungsvariante zu verbessern um ein möglichst hohes Potenzial zu erschließen und gleichzeitig die Risiken (Machbarkeit, Genehmigungsfähigkeit) zu minimieren. Im Ergebnis wurde neben einer geänderten Linienführung auch eine räumliche Eingren- zung des Untersuchungsraums auf den Innenstadtbereich vorgeschlagen. Neben des geringen Po- tenzials waren auch die bereits zu erkennenden technischen Schwierigkeiten für eine Weiterführung über die Mülheimer Brücke oder die Südbrücke ausschlaggebend für diese Eingrenzung. Auch für die verbleibende Linienführung bestehen noch Planungsrisiken: • Überfliegen von Privatgrund, • Integration in das bestehende ÖPNV-System, • schleifende Schnitte Rheinquerung, • vorhandene Brückensituation und • vorhandenes Platzangebot, die im Rahmen der jetzt zu beauftragenden Machbarkeitsstudie zu diskutieren und zu optimieren sind. Zu 5) Die Verwaltung teilt die Einschätzung der anfragestellenden Fraktion. Anlage: Potenzialabschätzung Rheinpendel – Variante Ratsgruppe GUT Gez. i.V. Blome für Dez. III
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3422/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 04.10.2021
- Erstellt
- 27.09.2021 12:13