2008/0364
Erwerb OPEN/PROSOZ der Firma Herten
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2008/0364
11039 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
10.12.2008
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V Dezernat II
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Sozialverwaltung
Beschluss in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2008/0364
Magistratsbeschluss-Nr.
Betreff: Erwerb OPEN/PROSOZ der Firma Herten
Vorlage vom: 05.09.2008
Beschlussvorschlag:
1. Der Magistrat stimmt dem Erwerb des Systems OPEN/PROSOZ zu. Der Magistrat beauftragt die
zuständigen Fachabteilungen (Sozialverwaltung, Abteilung Informations- und Kommunikationstechnik)
den Ankauf zu den in der Begründung dargestellten Konditionen vorzunehmen.
2. Die notwendigen Haushaltsmittel für das HH-Jahr 2009 (einmalige Aufwendungen) i.H.v. 65.000 EUR
(Lizenzen) sowie 24.000 EUR (Schulungskosten) werden unter der Kostenstelle 002-005-0001
bereitgestellt.
3. Die notwendigen HH-Mittel für Pflege und Wartung i.H.v. jährlich 18.500 Euro werden unter der
Kostenstelle 005-002-0001, Sachkonto 616600 etatisiert. Diese Kosten können aus dem Budget der
Sozialverwaltung (Kostenstelle 005-018-1010, Sachkonto 7251000) erwirtschaftet werden.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Beschluss des Magistrats vom
2
...
Begründung zur Magistratsvorlage vom 05.09.08:
1. Ausgangslage
Zur Bearbeitung der Hilfen nach SGB XII und Asylbewerberleistungsgesetz nutzen die
Abteilungen „Altenhilfe und Grundsicherung“ und „Fachstelle für besondere soziale Hilfen“
der Sozialverwaltung seit Ende der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts das Verfahren
PROSOZ S (Sequenzielle Datenhaltung), das in seinem Ursprung lediglich ein Verfahren zur
reinen Auszahlung von Sozialhilfenleistungen ist und auf die moderne Abwicklung von Hilfen
im Sinne eines Fallmanagements nicht ausgerichtet ist.
Die Anforderungen an interne und externe Statistik werden gerade im Hinblick auf die
laufenden Benchmarkingprozesse nahezu nicht erfüllt. Nahezu alle Daten, die im Rahmen
des Benchmarkingprozesses abgefragt werden, sind zur Zeit nicht maschinell und nur durch
erheblichen, nicht zu vertretenden manuellen Aufwand generierbar. Dies bindet immer
wieder Personalressourcen, die für die fachlich/inhaltliche Arbeit verloren gehen. Die daraus
resultierende Außenwirkung, gerade im Vergleich zu anderen Städten, die ebenfalls am
Benchmarkingprozess teilnehmen, ist diesbezüglich für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
negativ.
Bei der sequenziellen Datenhaltung werden verschiedene Datensätzen in einzelnen Dateien
gespeichert, die nur eingeschränkt ausgewertet werden können. Hinzu kommt, dass die
Fälle im Folgejahr nach Beendigung des Leistungsbezuges aus Gründen der Performance
(Zugriffsgeschwindigkeit, Reaktionszeit und Speicherkapazität des Systems) gelöscht
werden müssen.
Das nicht mehr zeitgemäße Programm PROSOZ S steht beim Hersteller bei der Umsetzung
von gesetzlichen Änderungen immer an zweiter Stelle, so dass notwendige Änderungen
zunehmend zu technischen Problemen führen. Eine Einstellung des Systems PROSOZ S ist
in 3-5 Jahren zu erwarten.
Das Unternehmen PROSOZ Herten hat bereits heute ein neues Produkt entwickelt, das den
Anforderungen moderner Datenverarbeitung entspricht. Es handelt sich hierbei um
OPEN/PROSOZ, das auf Grundlage einer Oracle Datenbank entwickelt wurde und damit das
Pendant zur im Jugendamt eingeführten Software PROSOZ 14+ (Magistratsvorlage vom
22.04.2005) für das Sozialamt darstellt. Dieses Programm bietet individuelle Möglichkeiten
zur Auswertung von Daten. Durch die Datenbanktechnik ist eine Löschung von Datensätzen
aus Performancegründen nicht mehr erforderlich. Langzeitauswertungen/Untersuchungen
sind damit erstmals möglich. Gesetzliche Änderungen stehen schneller für
Anwendungsbetreuer/innen und Sachbearbeiter/innen in Form von Programmversionen zur
Verfügung.
2. Was ist OPEN/PROSOZ?
OPEN/PROSOZ bietet:
• Ganzheitliche Fallbearbeitung
• Flexible Parametrierung
• Benutzerfreundliche HTML-basierte Oberfläche
• Individuelle Auswertungsmöglichkeiten
• Integrierte Textverarbeitung
• Zahlreiche Schnittstellen
Das neue Programm bietet eine sichere und pünktliche Berechnung der Grundsicherung und der
Hilfen zum Lebensunterhalt sowie die pünktliche Bezahlung an die HilfeempfängerInnen. Sämtliche
Hilfen nach Kapitel 5 bis 9 - ambulant, teilstationär und vollstationär- werden ebenfalls zuverlässig und
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...
fristgerecht bearbeitet. Alle Schritte im Bereich des Fallmanagements werden in dem Fachverfahren
abgebildet und stehen zur individuellen Betreuung der Leistungsempfänger zur Verfügung.
• Kontaktmanagement
• Assessment
• Hilfeplanung
• Fortschreibung
• Evaluation
• Druckgesamtplan
• Personenbezogene Dokumente
OPEN/PROSOZ unterstützt außerdem komplett und komfortabel die Bearbeitung von
Leistungsansprüchen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
• Leistungen in besonderen Fällen
• Grundleistungen
• Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt
• Arbeitsgelegenheiten
• Asylbewerberleistungsstatistik
Die Auswertungen und Statistiken über das Zusatzprogramm OPEN/Controlling liefern
wichtige Informationen zur strategischen Steuerung einer Sozialbehörde. Diese können je
nach Anforderung individuell gestaltet werden. Durch die Ableitung statistischer Kennzeichen
aus der Adresse der Hilfeempfänger/innen sind die Kosten nicht nur pro Fall, sondern auch
sozialraumbezogen, möglich.
In Verbindung mit dem Benchmarking-Prozess des Arbeitskreises der mittelgroßen
Großstädte Deutschlands im Bereich der Hilfen zum Lebensunterhalt soll erreicht werden,
die intern erhobenen und aufbereiteten Daten in den Vergleich zu den beteiligten anderen
Großstädten zu setzen und in allen Teilbereichen die Hilfen zum Lebensunterhalt nach der
wirtschaftlichen Ausnutzung der vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen zu
analysieren.
OPEN/PROSOZ ermöglicht zu jeder Zeit die Veränderungen der Ablaufstrukturen und die
Anpassung an die jeweiligen Notwendigkeiten. Durch die Definition von Pflichtfeldern ist es
den Sachbearbeitungen auch nicht möglich, bestimmte, vorgeschriebene Handlungsschritte
zu umgehen bzw. bestimmte Daten nicht zu erfassen, was im Nachgang zu erheblichen
Mehrarbeiten führen kann und immer wieder führte.
Stets aktuelle Fachliteratur ist in der täglichen Verwaltungsarbeit nicht mehr wegzudenken.
Der Gesetzgeber hat allein in diesem Jahr viele wichtige Gesetzänderungen auf den Weg
gebracht, die die Arbeit der Sozialverwaltung nachhaltig beeinflussen. Daher unterstützt
PROSOZ Herten seine Anwender/innen mit einem Rechtsinformationssystem mit
verwaltungsrelevanten Themen, Gesetzen sowie Volltexturteilen. Per Mausklick finden die
Sachbearbeiter/innen hier, was sie sonst mühsam aus unterschiedlichen
Vorschriftensammlungen zusammensuchen müssen. Der schnelle Zugriff auf umfassende
Informationen spart Zeit und gibt sachlich und fachlich Sicherheit.
3. Kosten und Finanzierung
Einmalige Aufwendungen:
Lizenzen OPEN/PROSOZ
Anzahl Einzelpreis netto Gesamtpreis
netto
OPEN/PROSOZ 45 650,00 € 29.250,00 €
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...
OPEN/PROSOZ Fallmanagement 10 150,00 € 1.500,00 €
OPEN/Controlling - 1. Lizenz (Systembetreuung) 1 2.500,00 € 2.500,00 €
OPEN/Controlling - 2. Lizenz
(Planung+Controlling)
1 750,00 € 750,00 €
OPEN/Einnahmeverwaltung 1 8.000,00 € 8.000,00 €
Doppik-Schnittstelle INFOMA 1 7.000,00 € 7.000,00 €
OPEN/Lex 45 0,00 € 0,00 €
Gesamtkosten netto 49.000,00 €
MwSt. 9.310,00 €
Gesamtkosten brutto 58.310,00 €
inkl. Preiserhöhung bis Anschaffung 65.000,00 €
Dienstleistungen OPEN/PROSOZ
Anzahl Einzelpreis netto Gesamtpreis
netto
Projekt-Initialisierungs-Workshop 1 1400 1400
Installation Server 1 1400 1400
Einführungsunterstützung 1 1400 1400
Projektmanagement 1 1400 1400
Schulungstag Administratoren 4 1250 5000
Schulungstag Anwender 20 1250 25000
Gesamtkosten netto 35.600,00 €
abzüglich bereits bezahlte Dienstleistungen
netto
17.745,00 €
verbleibende Kosten netto 17.855,00 €
MwSt. 3.395,00 €
Gesamtkosten brutto 21.250,00 €
inkl. Preiserhöhung bis Anschaffung 24.000,00 €
Jährliche Aufwendungen:
Softwarewartung OPEN/PROSOZ
Anzahl Einzelpreis netto Gesamtpreis
netto monatlich jährlich
OPEN/PROSOZ inkl. Fallmanagement 45 51,00 € 27.540,00 €
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...
OPEN/Controlling 2 39,00 € 936,00 €
OPEN/Einnahmeverwaltung 1 134,00 € 1.608,00 €
Doppik-Schnittstelle INFOMA 1 117,00 € 1.404,00 €
OPEN/Lex 45 5.800,00 €
Gesamtkosten netto 37.288,00 €
MwSt. 7.085,00 €
Gesamtkosten brutto 44.373,00 €
Kosten Softwarewartung PROSOZ S zur Zeit -27.605,00 €
Mehrkosten jährlich 16.768,00 €
Inkl. Preiserhöhung bis Anschaffung 18.500,00 €
Die für die Umsetzung der Maßnahme notwendige Oracle Datenbank wurde bereits für die
Installation von PROSOZ 14+ angeschafft und steht uneingeschränkt zur Verfügung.
Zur Umsetzung der Maßnahme werden im Haushaltsjahr 2009 einmalige investive Kosten
i.H.v. 65.000 Euro fällig (Kostenstelle 005-002-0001, Sachkonto neu), wobei eine Deckung
der Maßnahme aus dem Budget der Sozialverwaltung/des Dezernates nicht angeboten
werden kann.
Weiterhin fallen in 2009 einmalige Kosten (Aufwand) für Schulung/Dienstleistungen i.H.v.
24.000 Euro an (Kostenstelle 005-002-001, Sachkonto neu Aus-/Fortbildung
OPEN/PROSOZ). Eine Deckung dieser Kosten ist ggf. möglich, wenn sich die
Sozialausgaben in den Bereichen SGB II und XII sowie SGB V III weiter verri ngern sollten.
Andernfalls ist hier ebenfalls keine Deckung anzubieten.
Nach Einführung des neuen Systems fallen in den Jahren 2009 ff. Mehrkosten für Wartung
und Pflege von rund 18.500 Euro an (bezogen auf das bisher verwendete
Programm)(Kostenstelle 005-002-0001, Sachkonto 616600). Diese Kosten können aus dem
Budget der Sozialverwaltung (Kostenstelle 005-018-1010, Sachkonto 7251000)
erwirtschaftet werden.
Die Anschaffung des Systems OPEN/PROSOZ stellt einen Quantensprung in Sachen
Planung, Steuerung und Auswertung für die nächsten 5-10 Jahre dar. Es gibt den
Verantwortlichen in Politik und Verwaltung Instrumente zur sinnvollen und effektiven
Gestaltung der Sozialpolitik in der Wissenschaftsstadt Darmstadt in die Hand. Es ist jedoch
heute schon abzusehen, dass nach Ablauf dieser Zeit neue, leistungsfähigere Systeme
vertrieben werden, die dann eine erneute Anschaffung notwendig machen.
Darmstadt, 05.09.2008
AZ: Dr.M/Dr
Dezernat II Dezernat V
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Wolfgang Glenz Jochen Patsch
Bürgermeister Dezernent
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2008/0364
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 05.08.2008
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00