1049/2025
Kleinräumige Analyse und Bewertung der Herausforderungen und Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
8087 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/V/3 Vorlagen-Nummer 1049/2025 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kleinräumige Analyse und Bewertung der Herausforderungen und Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück Beschlussorgan Bezirksvertretung 8 (Kalk) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung (1) nimmt die Ergebnisse der Sozialraumanalyse und die Dokumentation des Beteiligungspro- zesses zur Kenntnis und bestätigt die Herausforderungen und Strategischen Ziele der So- zialplanung für das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück, (2) fordert die Fachverwaltungen auf, gemäß des Ratsbeschlusses vom 21.03.2024 zur Vor- lage 4069/2022 „Strategische Sozialplanung - Herausforderungen und Ziele, Beschluss- punkt 5, durch eine sozialraumorientierte, fachübergreifende Planung auf die angestrebten Ziele im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück hinzuwirken, (3) fordert insbesondere die städtisch/staatlich finanzierten und/oder geförderten Akteure im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück einschließlich der Regeleinrichtungen auf, an der Er- reichung der Ziele mitzuwirken und Hinweise aus dem Beteiligungsprozess mit Akteur*in- nen und Bürger*innen vor Ort zu berücksichtigen. Bezirksvertretung 8 (Kalk) 15.05.2025 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit dem o.g. Beschluss zur Vorlage 4069/2022 hat der Rat die Verwaltung beauftragt, „im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel gemäß dem "Handbuch Bürger*innen- und So- zialraumorientierung in Köln" die strategischen Ziele auf der Basis von Sozialraumgebietsana- lysen und Sozialraumgebietsplanungen zügig kleinräumig umzusetzen, um die Lebensverhält- nisse und Teilhabechancen in diesen Gebieten zu verbessern“ (s. Beschlusspunkt 5). Demge- mäß hat die Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung zunächst eine kleinräumige, datengestützte Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück erar- beitet und mit den vom Rat beschlossenen strategischen Zielen in Bezug gesetzt (vgl. Sozial- raumgebietsanalyse im Anhang). Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen, Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 06. Februar 2025 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fach- verwaltung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumge- bietsanalyse und Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Bera- tung wurden ebenfalls dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In der folgenden Übersicht 1 sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgelistet, die im Sozialraumgebiet in den nächsten fünf Jahren bearbeitet bzw. angestrebt werden sol- len. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrich- tungen und Diensten vor Ort. Übersicht 1: Herausforderungen und strateg ische Ziele Herausforderung Strategische Ziele Herausforderung 1: Demographischen Wandel gestalten (1) Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisi- ken bekämpft (2) Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung ist verbessert (3) Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert Herausforderung 2: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kin- dern und Jugendlichen aus einkommensschwa- chen Familien fördern (1) Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist ver- bessert Herausforderung 3: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugend- liche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien (1) Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteilig- ten Familien ist gesichert (2) Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbeson- dere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert (3) Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit inter- nationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsab- schlüsse führen Herausfor derung 4: (1) Nachholen und Erwerb von höheren Schulabschlüs- sen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert 3 Herausforderung Strategische Ziele Berufliche Chancen insbesondere für junge Er- wachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern (2) Junge Erwachsene mit internationaler Familienge- schichte sind im Übergangssystem gefördert (3) Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit interna- tionaler Familiengeschichte ist verbessert (4) Unterbeschäftigung von jungen Erwachsenen mit in- ternationaler Familiengeschichte ist abgebaut Herausforderung 5: Familien - und Kinderarmut abbauen - Mehrfach be- lastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen ge- zielt verbessern (1) Teilhabechancen armutsgefährdeter Alleinerziehen- denhaushalte sind verbessert (2) Teilhabechancen armutsgefährdeter kinderreicher Fa- milien sind verbessert (3) Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit inter- nationaler Familiengeschichte sind verbessert (4) Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist ge- senkt (5) Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert Herausforderung 6: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen g ezielt ver- bessern (1) Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Fami- liengeschichte sind gemindert (2) Teilhabe der Menschen mit internationaler Familienge- schichte am Erwerbsleben ist verbessert Herausforderung 7: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährde- ter, Menschen verbessern (1) Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert (2) Altersarmut ist bekämpft (3) Soziale und kulturelle Teilhabe von Senior*innen ist er- möglicht (4) Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist ge- deckt Herausforderung 8: Kulturelle und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Inte- resse der Stadtgesellschaft fördern (1) Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kom- munalpolit ik ist gefördert (2) Wahlbeteiligung ist erhöht (3) Ehrenamtliches Engagement ist erhöht Herausforderung 9: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern - Wohnen/Wohnumfeld attraktiver ge- stalten (1) Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkom- mensschwache Haushalte ist gefördert (2) Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Wohnen fördern Die strategischen Ziele sollen zum einen durch die Fachplanungen bzw. Fachverwaltungen sowie zum anderen durch eine sozialraumorientierte Verwaltung angestrebt werden. Bei Her- ausforderungen bzw. Zielen, für die keine eindeutige bzw. alleinige Zuständigkeit der Fachver- waltung gegeben ist bzw. Verbesserungsmöglichkeiten durch eine bessere Vernetzung bzw. Abstimmung der Akteure vor Ort und der Verwaltung gesehen werden, soll die Sozialraumko- ordination gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel, als Bindeglied in die Ver- waltung, auf die Zielerreichung hinwirken. Dabei bleiben die originären und gesetzlichen Zu- ständigkeiten der Ämter und Dienststellen unberührt. Das konkrete weitere Vorgehen wird in Planungskonferenzen entwickelt. Hierbei greift die So- zialraumkoordination auf bestehende Gremien wie z. B. die Stadtteilkonferenzen mit Vertre- ter*innen der Akteur*innen vor Ort und der Fachverwaltung zurück oder klärt das weitere Vor- gehen mit der Fachverwaltung und den Akteur*innen vor Ort. Wie im Handbuch „Lebenswerte Veedel – Handbuch Bürger*innen- und Sozialraumorientie- rung in Köln“ vorgesehen, wird die Geschäftsstelle regelmäßig, nach 2,5 Jahren und nach 5 Jahren über die Zielerreichung berichten. Anlagen
2025-04-08_SRGAnalyse_OHNB_final
160049 Zeichen
Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 2 von 46 Einleitung Mit dem Beschluss der Herausforderungen und Ziele der strategischen Sozialplanung (Vorlage 4069/2022 ) hat der Rat die Verwaltung beauftragt, „im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel gemäß dem "Handbuch Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln" die strategischen Ziele auf der Basis von Sozialraumgebietsanalysen und Sozialraumgebietsplanungen zügig kleinräumig umzusetzen, um die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen in diesen Gebieten zu verbessern“ (s. Beschlusspunkt 5). Demgemäß hat die Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung zunächst eine kleinräumige, datengestützte Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück erarbeitet und den vom Rat beschlossenen strategischen Zielen gegenübergestellt (vgl. Sozialraumgebietsanalyse im Anhang). Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen sowie Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 06. Februar 2025 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwaltung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden ebenfalls dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In den Unter-Kapiteln mit der Überschrift „Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz inkl. Einschätzung zur Bearbeitungsebene“ handelt es sich um Zitate, die im Rahmen der Analyse nicht überprüft bzw. kommentiert wurden. Die Relevanz soll im Rahmen der Planungskonferenzen geprüft werden. In der folgenden Darstellung sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgeführt, es erfolgt jeweils eine kurze Einführung, die auf den Ausführungen zum 1. Kölner Lebenslagenbericht beruht. Zu den strategischen Zielen werden dann tabellarisch die Ist-Werte der Stadt den Ist-Werten des Sozialraumgebiets und soweit verfügbar seiner Teilgebiete dargestellt. Daraufhin erfolgt eine Einschätzung, wie und von wem die weitere Bearbeitung erfolgen soll. Schließlich werden die Hinweise aus den Beteiligungsformaten wiedergegeben. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind grundsätzlich die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrichtungen und Diensten vor Ort. Wo sinnvoll und möglich kann dabei auf die Unterstützung der Sozialraumkoordination zurückgegriffen werden, die hier – gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel und der Sozialplanung – eine initiierende und moderierende Funktion übernehmen können. Das Vorgehen soll in den Planungskonferenzen abgestimmt werden, die von der Sozialraumkoordination im Sozialraumgebiet nach der Beschlussfassung initiiert werden. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 3 von 46 Inhaltsverzeichnis Beschreibung des Sozialraumgebiets 6 Sozialstatistische Daten zum Sozialraumgebiet im Überblick 8 1 Herausforderung: Demographischen Wandel gestalten ............................................................. 10 1.1 Strategisches Ziel: Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft 12 1.2 Strategisches Ziel: Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung ist verbessert 12 1.3 Strategisches Ziel: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert 13 2 Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern .................................................................................... 13 2.1 Strategisches Ziel: Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert 14 2.1.1 Exkurs: Bearbeitung des Jahresschwerpunktthemas Kinder- und Jugendgesundheit - Bestand soziale Infrastruktur 15 2.1.2 Exkurs: sozialraumgebietsspezifische Projekte 16 2.1.3 Exkurs: stadtweit zu bearbeitende Projekte 17 2.1.4 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 1 8 3 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien ..................................................................... 18 3.1 Strategisches Ziel: Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert 18 3.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 19 3.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 1 9 3.2 Strategisches Ziel: Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert 20 3.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 20 3.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 0 3.3 Strategisches Ziel: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen 21 3.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 21 3.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 1 4 Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern ........................................................................... 21 4.1 Strategisches Ziel: Nachholen und Erwerb von höheren Schulabschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert 22 4.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 23 4.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 3 4.2 Strategisches Ziel: Junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte sind im Übergangssystem gefördert 23 4.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 23 4.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 3 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 4 von 46 4.3 Strategisches Ziel: Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert 23 4.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 24 4.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 4 4.4 Strategisches Ziel: Unterbeschäftigung von jungen Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut 24 4.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 24 4.4.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 4 5 Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern .............................................................................. 24 5.1 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter Alleinerziehendenhaushalte sind verbessert 26 5.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 26 5.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 6 5.2 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter kinderreicher Familien sind verbessert 26 5.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 27 5.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 7 5.3 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert 27 5.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 27 5.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 7 5.4 Strategisches Ziel: Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt 27 5.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 28 5.4.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 8 5.5 Strategisches Ziel: Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert 28 5.5.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 29 5.5.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 2 9 6 Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern ..... 29 6.1 Strategisches Ziel: Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert 29 6.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 30 6.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 0 6.2 Strategisches Ziel: Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert 30 6.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 31 6.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 1 7 Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern........................................................................................................................................ 32 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 5 von 46 7.1 Strategisches Ziel: Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert 32 7.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 33 7.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 3 7.2 Strategisches Ziel: Altersarmut ist bekämpft 33 7.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 34 7.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 4 7.3 Strategisches Ziel: Soziale und kulturelle Teilhabe von Senior*innen ist ermöglicht 34 7.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 35 7.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 5 7.4 Strategisches Ziel: Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt 35 7.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 35 7.4.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 5 8 Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern ..................................... 35 8.1 Strategisches Ziel: Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert 36 8.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 36 8.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 6 8.2 Strategisches Ziel: Wahlbeteiligung ist erhöht 37 8.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 37 8.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 7 8.3 Strategisches Ziel: Ehrenamtliches Engagement ist erhöht 38 8.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 38 8.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 3 8 9 Herausforderung: Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten ........................................................................................................................ 38 9.1 Strategisches Ziel: Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert 39 9.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele 40 9.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 4 0 9.2 Strategisches Ziel: Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Wohnen fördern 40 9.2.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung 4 1 9.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*innen 4 1 9.3 Attraktivität des Wohnumfelds steigern 41 9.3.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung 4 2 9.3.2 Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz 42 10 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen ............................................................................. 42 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 6 von 46 Beschreibung des Sozialraumgebiets Siedlungsentwicklung Rechtsrheinische Stadtteile des 3. Vorortgürtels, Ostheim: Siedlungsentwicklung zu Beginn der 1930er Jahre (Saarsiedlung) mit deutlichem Wachstum 1950-1980 (Bsp. Badener Siedlung), 1970er Jahre Errichtung der Hochhaussiedlung Gernsheimer Straße, aktuelle Errichtung des neuen Wohnquartiers Waldbadviertel, Neubrück: geschlossene Siedlung, entwickelt in den Jahren 1965-1970 mit Einfamilienhäusern und Geschosswohnungen, auch Hochhaustypologien, keine wesentliche bauliche Ergänzungen, das neue Wohnquartier „Merheimer Gärten“ grenzt ohne räumliche Verbindung an Neubrück an. Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück bei 20,4%; im Jahr 2013 lag sie bei 18%. In der Stadt Köln lag sie im Jahr 2023 bei 21,7% und im Jahr 2013 bei 24,7%. Nahversorgung Ostheim: Stadtteilzentrum Frankfurter Straße / Rös rather Straße in zentraler Lage (Sicherung der Nahversorgungsfunktion, Aufwertung der Ladenlokale und Erdgeschossnutzung, Erhöhte der Aufenthaltsqualität erforderlich), Neubrück: Nahversorgungszentrum Neubrück im Bereich des Platzes „An St. Adelheid“, Fußgängerzone, zunehmender Leerstand (Aufwertung der Fassaden, der Ladenlokale und der umgebenden Plätze, öffentlichen Bereiche erforderlich). Anbindung ÖPNV, MIV Ostheim: gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr durch Stadtbahnhaltestelle „Ostheim“ und „Autobahn“ (Linie 9) im Stadtteilzentrum, Buslinien entlang der Frankfurter Straße, Neubrück: Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ausschließlich über Busverbindungen, gute Anbindung an Autobahn, eigene Anschlussstelle. Grün / Freizeit Innerhalb der Stadtteile wenige öffentliche Grünbe reiche, viele private Grünflächen, angrenzend an Königsforst, Baggerseen und Merheimer Heide, auch Grün außerhalb der Siedlungskörper ist Teil des Sozialraumes. Gewerbe Gewerbegebiet Ostheim noch nicht komplett belegt. soziale Akteure Diverse soziale Akteure sind in Ostheim vorhanden (GAG, Veedel e.V., Happa Happa e.V.). Viel bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement gibt es in Ostheim und Neubrück. Dort sind jedoch kaum institutionelle Beratungseinrichtungen vorhanden. Kita / Schulen Vier Grundschulen davon zwei Familiengrundschulzen tren, Schulzentrum Ostheim mit Gymnasium und Realschule, Hauptschule in Neubrück (Kurt-Tucholsky-Schule), diverse Kindertagesstätten und Familienzentren. Sozialraumkoordination Veedel e.V., Sozialraum seit 2006 Städtische Maßnahmen Soziale Stadt Programmgebiet Kalk (1994 bis 2004): Siedlung Gernsheimer Straße 2012 Gestaltung Spielplatz, Vingster Ring (Siedlung Gernsheimer Straße), Gestaltung Marktplatz Neubrück im Rahmen von Starke Veedel - Starkes Köln (2021) Private Maßnahmen Komplette Sanierung und in Teilen Neuerrichtungen der GAG Siedlung Buchheimer Weg (2002 bis 2011), Waldbadviertel, westlich von Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 7 von 46 Ostheim, Quartier mit Reihenhäusern und Geschosswohnen als Eigentum- und Mietwohnungen in der Realisierung (GAG Immobilien AG und Interhouse als Projektentwickler). Die GAG plant den Bau eines zusätzlichen Quartiers in Neubrück am Europaring. Fazit Ostheim ist nach den umfänglich baulichen und sozi alen Maßnahmen in Teilen stabilisiert, nach wie vor sozial stark benachteiligte Bewohnergruppen, besonders Siedlung Gernsheimer Straße, diese strahlt negativ auf den Gesamtstadtteil aus, hier dringend bauliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich, weiterhin im gesamt. Stadtteil intensive Maßnahmen zur Armutsbekämpfung erforderlich. Neubrück ist bislang nicht als „Problemstadtteil“ erkannt, funktioniert als Ankommensstadtteil für die gesamte Stadt, hier sind jedoch wenig Beratungsangebote vorhanden, Abwärtsspirale wird in Teilen von der Bewohnerschaft erkannt, viel bürgerschaftliches Engagement vorhanden, Wohngebäude in vielfältiger Eigentümerschaft, hierbei unklare Bewohnersituationen. Zunehmende Leerstände der Ladenlokale im Nahversorgungszentrum, mangelhafte Gestaltung des Marktplatzes. Bemerkung Das Waldbad-Viertel ist nicht Teil des Sozialraumg ebiets, weshalb die Addition von Werten, die sich auf die Stadtteile beziehen, nicht die Summen für das Sozialraumgebiet ergibt. Abbildung 1: Die Stadtteile und das Sozialraumgebiet Stadtteil Ostheim (2022: 13.951 EW) Stadtteil N eubrück (2022: 9.161 EW) Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 8 von 46 Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück (2022: 21.049 EW) Sozialstatistische Daten zum Sozialraumgebiet im Überblick Das Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück umfasst bis auf das Waldbad-Viertel alle Quartiere der beiden Stadtteile Ostheim (fünf von insgesamt sechs Quartieren) und Neubrück (vier von vier Quartieren). Dementsprechend gehört auch nur die Bevölkerung des Waldbad-Viertels mit 2.063 Personen nicht zum Sozialraumgebiet. Da jedoch nicht alle sozialstatistischen Daten auf der Ebene der Quartiere vorliegen, wurden, zur besseren räumlichen Vergleichbarkeit bei der Darstellung der sozialstatistischen Daten, immer die Zahlen der beiden Stadtteile insgesamt zum Vergleich herangezogen. Bei der Auswahl der Quartiere, die zum Sozialraumgebiet zugeordnet wurden, waren 2019 (vgl. Vorlage 3120/2019 ) die stärker belasteten Quartiere zusammengefasst worden, weshalb grundsätzlich von größeren Herausforderungen in den Quartieren des Sozialraumgebiets ausgegangen werden kann. Bei der weiteren Planung kann auf die z.T. kleinräumig vorliegenden Daten der Quartiere zurückgegriffen werden (vgl. Anlage 2). Im Folgenden werden Indikatoren berichtet, die im Rahmen der Lebenslagenberichterstattung als bedeutsam erachtet wurden, um Hinweise auf wesentliche Entwicklungen der Lebenslagen der Bevölkerung zu erhalten. Sie können damit als Einstiegspunkte für weitere differenziertere Analysen darstellen, bei denen dann weitere Kennzahlen bzw. Indikatoren sowie qualitative Einschätzungen zur Bewertung zusammengeführt werden. Nicht alle relevanten Daten liegen auf der Ebene des Sozialraumgebiets vor, da die Daten z. T. nicht so feingliedrig erhoben werden oder zuzuordnen sind. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 9 von 46 Abbildung 2: Vergleich Sozialraumgebiet und Gesamtstadt 2023 Im Jahr 2023 zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen dem Sozialraumgebiet und der Gesamtstadt. Am deutlichsten sind diese bei den Anteilen der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund Einwohner*innen unter 18 Jahren mit Migrationshint ergrund Anteil der Grundschulempfehlungen für das Gymnasiu m (schulstandortbezogen) SGB II-Quote unter 25-jährige Deutsche SGB II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen Kinderarmutsquote (SGB-II-Bezug bei unter 14Jährig en). 22,7 6,6 70,0 86,4 0,1 9,4 26,8 80,6 78,7 2,7 2,5 32,1 88,2 74,0 28,0 29,3 44,3 38,3 18,04 22,8 17,3 20,4 16,1 5,8 42,4 60,4 2,1 7,7 22,5 83,5 79,2 3,2 1,8 39,9 93,1 82,6 12,4 11,8 41,0 20,3 9,2 49,1 43,3 21,7 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 100,0 Einwohner*innen unter 18 Jahre (in %) Anteil der Einwohner*innen über 80 Jahre Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund Anteil U-18-jähriger mit Migrationshintergrund Bevölkerungsprognose Entwicklung von 2022 bis 2035 in % Einwohnerdichte (Person pro Adresse) Alleinerziehendenhaushalte (in %) Lebenserwartung Frauen Lebenserwartung Männer Sterbefälle von Einwohnern im Alter von unter 70 Jahren je 1.000 Einwohner im gleichen Alter (Männer) Sterbefälle von Einwohnerinnen im Alter von unter 70 Jahren je 1.000 Einwohnerinnen im gleichen Alter… Anteil der Kinder u3 in Kita/Tagespflege Anteil betreuter Kinder (in KiTa/Tagespflege) zwischen 3 und 6 Jahren Anteil der OGTS-Schüler*innen in Grundschulen (räumliche Verortung nach Schulstandort) SGB-II-Quote SGB-II-Quote unter 25-jährige Deutsche (seit 2018) SGB-II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen (seit 2018) SGB II-Quote: Leistungsberechtigte 0-14 (seit 2018) Leistungen zur Grundsicherung im Alter Gymnasialübergänger*innen Gymnasialempfehlungen Fluktuationsquote (Zu- und Fortzüge/100 Einw.) Stadt Köln 2023 Ostheim / Neubrück 2023 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 10 von 46 Abbildung 3: Entwicklungen im Sozialraumgebiet 2013 bis 2023 Zwischen den Jahren 2013 und 2022 setzen sich Trends im Sozialraumgebiet fort. So nehmen die folgenden Anteile weiter zu: Einwohner*innen mit Migrationshintergrund Einwohner*innen unter 18 Jahren mit Migrationshint ergrund. Positiv zu bewerten ist die Zunahme des Anteils der Kinder unter 3 Jahren in Kita bzw. Tagespflege. Als herausfordernd wird dabei die weitere Zunahme der Anteile der SGB II-Quote der 0 bis 14-Jährigen (Kinderarmut). 1 Herausforderung: Demographischen Wandel gestalten Gemäß der Bevölkerungsprognose wird die Kölner Bevölkerung bis zum Jahr 2040 weiterwachsen. Die verschiedenen (Bevölkerungs- und Alters-) Gruppen wachsen jedoch nicht gleich stark. Die Kölner Stadtgesellschaft verändert sich, sie wird jünger, älter und zugleich bunter. Die demografischen 22,7 6,6 70,0 86,4 0,1 9,4 26,8 80,6 78,7 2,7 2,5 32,1 88,2 74,0 28,0 38,3 18,04 22,8 17,3 20,4 21,4 5,7 58,4 76,6 8,9 26,0 81,4 76,1 5,2 2,5 16,4 88,6 64,2 31,0 21,5 13,19 24,0 20,3 18,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 100,0 Einwohner*innen unter 18 Jahre (in %) Anteil der Einwohner*innen über 80 Jahre Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund Anteil U-18-jähriger mit Migrationshintergrund Bevölkerungsprognose Entwicklung von 2022 bis 2035 in % Einwohnerdichte (Person pro Adresse) Alleinerziehendenhaushalte (in %) Lebenserwartung Frauen Lebenserwartung Männer Sterbefälle von Einwohnern im Alter von unter 70 Jahren je 1.000 Einwohner im gleichen Alter (Männer) Sterbefälle von Einwohnerinnen im Alter von unter 70 Jahren je 1.000 Einwohnerinnen im gleichen Alter… Anteil der Kinder u3 in Kita/Tagespflege Anteil betreuter Kinder (in KiTa/Tagespflege) zwischen 3 und 6 Jahren Anteil der OGTS-Schüler*innen in Grundschulen (räumliche Verortung nach Schulstandort) SGB-II-Quote SGB II-Quote: Leistungsberechtigte 0-14 (seit 2018) Leistungen zur Grundsicherung im Alter Gymnasialübergänger*innen Gymnasialempfehlungen Fluktuationsquote (Zu- und Fortzüge/100 Einw.) Ostheim / Neubrück 2013 Ostheim / Neubrück 2023 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 11 von 46 Veränderungen haben Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme wie den Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Gesundheitssystem und die Versorgung und Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen Teilhabe gesichert und der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den demografischen Wandel der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten. Bevölkerung im Sozialraumgebiet Für das Sozialraumgebiet und seine Stadtteile insgesamt kann folgendes festgestellt werden. Im Sozialraumgebiet lebten im Jahr 2023 21548 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2013 um 1256 Personen gewachsen (6,2%). Die Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (4,9%). Im Stadtteil Ostheim lebten im Jahr 2023 14385 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2013 um 2696 Personen gewachsen (23,1%). Im Stadtteil Neubrück lebten im Jahr 2023 9196 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2013 um 516 Personen gewachsen (5,9%). Bisherige Bevölkerungsentwicklung jüngerer Menschen Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück seit dem Jahr 2013 von 4345 auf 4881 um 12,3% erhöht. Die Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (7,5%). Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im So zialraumgebiet mit 22,7% im Jahr 2023 größer als in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich seit dem Jahr 2013 um 1,24%-Punkte erhöht. Die Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (0,39%). Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Stadtteil Ostheim seit dem Jahr 2013 von 2604 auf 3382 um 29,9% erhöht. Der Anteil der Bevölkerung unter 18 J ahre ist im Stadtteil Ostheim mit 23,5% im Jahr 2023 größer als in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich seit dem Jahr 2013 um 1,23%-Punkte erhöht. Die Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (0,39%). Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Stadtteil Neubrück seit dem Jahr 2013 von 1761 auf 2103 um 19,4% erhöht. Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im Stadtteil Neubrück mit 22,9% im Jahr 2023 größer als in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich seit dem Jahr 2013 um 2,58%-Punkte erhöht. Die Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (0,39%). Bisherige Bevölkerungsentwicklung älterer Menschen Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Sozialraumgebiet seit dem Jahr 2013 von 1163 auf 1413 im Jahr 2023 um 21,5% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (37,2%) Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Sozialraumgebiet im Jahr 2023 mit 6,6% größer als im Jahr 2013 (5,7%). Die Veränderung ist geringer (bezogen auf die absoluten Prozentpunkte 0,8%) als im städtischen Durchschnitt (1,4%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Ostheim seit dem Jahr 2013 von 426 auf 588 im Jahr 2023 um 38% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Ostheim im Jahr 2023 mit 4,1% größer als im Jahr 2013 (3,6%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Neubrück seit dem Jahr 2013 von 738 auf 856 im Jahr 2023 um 16% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Neubrück im Jahr 2023 mit 9,3% größer als im Jahr 2013 (8,5%). Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung Da die Bevölkerungsprognose nur auf Stadtteilebene vorliegt, kann diese hier nicht für das Sozialraumgebiet berichtet werden, sondern nur auf Stadtteilebene da nicht alle Quartiere der Stadtteile im jeweiligen Sozialraumgebiet liegen. Im Stadtteil Ostheim wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 um -141 auf dann insgesamt 14.244 sinken. In der Gesamtstadt wird die Bevölkerung sich um 22.453 sinken. Die prozentuale Veränderung beträgt im Stadtteil Ostheim bis zum Jahr 2035 -1%. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 12 von 46 Im Stadtteil Neubrück wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 um 110 auf dann insgesamt 9.306 erhöhen. In der Gesamtstadt wird die Bevölkerung sich um 22453 erhöhen. Die prozentuale Veränderung beträgt im Stadtteil Neubrück bis zum Jahr 2035 1,2%. Der Jugendquotient wird im Stadtteil Ostheim von 37,9 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 35,3 sinken. Der Jugendquotient wird im Stadtteil Neubrück von 40,7 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 44,5 ansteigen. Der Altenquotient wird im Stadtteil Ostheim von 23,7 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 29,1 ansteigen. Der Altenquotient wird im Stadtteil Neubrück von 38,9 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 38 sinken. Die demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme wie den Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Gesundheitssystem und die Versorgung und Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen Teilhabe gesichert und der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den demografischen Wandel der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten. 1.1 Strategisches Ziel: Wohlstand und Einkommen sin d gesichert, Armutsrisiken bekämpft Köln ist ein starker Wirtschaftsstandort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kölns betrug im Jahr 2022 74.263 Euro, 2018 lag der Wert noch bei 59.738 Euro. Damit zählt Köln zu den wirtschaftlich stärkeren Kommunen in NRW. Gleichzeitig beträgt das verfügbare Einkommen im Jahr 2022 pro Kopf "nur" 25.657 EUR (knapp unterhalb des Bundesdurchschnitts und gleichzeitig über dem Landesdurchschnitt). Die Zahlen zeigen: Nicht alle Kölner*innen profitieren vom starken Wirtschaftsstandort. In den Zahlen spiegelt sich wider, dass die Wirtschaftsleistung am Standort Köln nicht nur von Kölner*innen, sondern auch von Menschen aus dem Umland Kölns erarbeitet wird. 2023 waren 24% 1 der Kölner Haushalte einem relativen Armutsrisiko ausgesetzt, das bedeutet, das Haushaltsäquivalenzeinkommen lag unterhalb der Armutsrisikogrenze. Haushalte mit Personen mit internationaler Familiengeschichte haben ein höheres Armutsrisiko als Haushalte mit Personen ohne internationale Familiengeschichte (37% der Haushalte mit internationaler Familiengeschichte zu 18% der Haushalte ohne internationale Familiengeschichte). Für die Zukunft der Stadtgesellschaft ist es wichtig, den starken Wirtschaftsstandort zu erhalten und auszubauen und gleichzeitig Armutsrisiken zu bekämpfen, so dass mehr Kölner*innen am Wirtschaftsgeschehen teilhaben und bessere Einkommen erzielen können. 2 Die Zielsetzung wird detailliert im Kapitel 4 und Kapitel 6 aufgegriffen. 1.2 Strategisches Ziel: Erwerbstätigkeit der erwerb sfähigen Bevölkerung ist verbessert Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf Jüngerer und Älterer weiter steigen. Der Fachkräftebedarf in diesen Bereichen wird ebenfalls weiter steigen. Es ist davon auszugehen, dass der bereits jetzt bestehende Fachkräftemangel sich noch verschärfen wird. Umso wichtiger ist es, die Potenziale für eine Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung zu fördern. Insgesamt waren im Jahr 2022 ca. 60 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter auch erwerbstätig (abhängig beschäftigt oder selbstständig). Von den Kölner*innen ohne internationale 1 Amt für Statistik der Stadt Köln, Strukturdatenerhebung 2024 2 Das strategische Ziel 1.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.1 Köln stärkt seinen breiten Wirtschaftsmix; KP Ziel 2.2 Köln baut seine Position als führende Wissenschaftsstadt aus; KP Ziel 2.3 Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem inhaltlichen Profil; KP Ziel 2.4 Köln entwickelt Räume und Strukturen für die Kultur und Kreativwirtschaft; KP Ziel 2.5 Köln optimiert die Flächennutzung der Industrie und Gewerbegebiete und verbessert ihre Erreichbarkeit; KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine Inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 13 von 46 Familiengeschichte sind 63,3 %, von denjenigen mit internationaler Familiengeschichte sind 50% erwerbstätig. 3 Die demografische Entwicklung führt dazu, dass der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit internationaler Familiengeschichte steigen wird. Wenn die berufliche Qualifikation dieser Gruppe nicht verbessert wird, besteht die Gefahr, dass die Erwerbstätigenquote sinkt. Eine sinkende Erwerbstätigenquote kann einen von Fachkräftemangel geprägten Arbeitsmarkt zusätzlich treffen. 1.3 Strategisches Ziel: Vereinbarkeit von Familie u nd Beruf ist gesichert Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf Jüngerer und Älterer weiter steigen. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. die Möglichkeit, erwerbstätig zu sein weiter zu verbessern, sind Anpassungen bei der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegeinfrastruktur erforderlich. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung und der Ausbau der schulischen Ganztagsbildung haben hohen bildungs- und gesellschaftspolitischen Stellenwert. Für Eltern spielt eine flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst werden dadurch verbesserte Bildungschancen erwartet, insbesondere, wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt, vgl. hierzu auch Herausforderung 3). Die stetige Erweiterung des schulischen Ganztagsangebotes in der Primarstufe wird bereits seit längerem als gesamtstädtisches Ziel verfolgt und das bisherige Ergebnis spiegelt sich in einer vergleichsweise hohen Versorgungsquote wider. Hinzugekommen ist nun der bundesgesetzlich beschlossene, stufenweise Eintritt eines Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung. Beginnend mit den Schüler*innen der Klasse 1 im Schuljahr 2026/2027 werden alle Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2029/2030 einen entsprechenden Anspruch haben. 4 Die Schaffung weiterer Plätze im Offenen Ganztag ist deshalb kontinuierlich voranzutreiben. Landesseitig ist die Verabschiedung eines Ausführungsgesetzes mit einer auskömmlichen Finanzierung, welches ein qualifiziertes Bildungsangebot sichert, erforderlich. Risiken in der Umsetzung bestehen durch den gravierenden Fachkräftemangel, steigende Schülerzahlen und den Herausforderungen im Schulbau. Die Zielsetzung soll mittels der im Kapitel 3.1 beschriebenen Zielsetzung angestrebt werden. Auch der Bedarf an Pflegeinfrastruktur 5 steigt immens. Die Pflegeinfrastruktur ist entsprechend bedarfsgerecht auszubauen und insbesondere flexiblen Konzepten ist Raum zu bieten. 6 Diese Zielsetzung wird im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung nach dem Alten- und Pflegegesetz NRW (APG NRW) angestrebt. 2 Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesund heit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern Die gesundheitliche Lage der Kinder und Jugendlichen ist nicht zufriedenstellend. Der Lebenslagenbericht sowie auch der Bericht 7 über die Kinder- und Jugendgesundheit in Köln zeigen: 37% der Erstklässler haben kein naturgesundes Gebiss. 11% der Kinder sind übergewichtig. Schätzungsweise 22.000 Kinder und Jugendliche der Altersgruppe von sieben bis 17 Jahren weisen 3 Der Lebenslagenbericht zeigt, dass Menschen mit Internationaler Familiengeschichte im Durchschnitt weniger gute Teilhabechancen im Bereich schulische und berufliche Bildung und Ausbildung haben als die Gruppe ohne Internationale Familiengeschichte. 4 https://www.ganztag-nrw.de/information/rechtsanspruch- ganztagsbetreuung/#:~:text=Ganztagsf%C3%B6rderungsgesetz%20%E2%80%93%20GaF%C3%B6G%20vom%2002.%20Okt ober%202021&text=Der%20Anspruch%20soll%20in%20den,Anspruch%20auf%20ganzt%C3%A4gige%20Betreuung%20hat. 5 Konkrete, differenzierte Daten wurden im „Bericht zur kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln“ vorgelegt. 6 Das strategische Ziel 1.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G5 Pflegerische Versorgung ist ausreichend und zugänglich; 7 Kinder und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 14 von 46 potenziell eine psychische Störung oder eine Verhaltensstörung auf. Geschätzt werden rd. 10.500 Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsumverhalten und 6.500 jugendliche „Rauschtrinker“. Die geschätzte Zahl der riskanten Cannabis-Konsument*innen steigt. Der Bildungstand, der Beruf und die Einkommenssituation der Eltern beeinflussen unmittelbar den Gesundheitszustand der Kinder, aber auch das Gesundheitsverhalten der Eltern wirkt sich aus. Kinder und Jugendliche aus Elternhäusern mit niedrigen sozioökonomischen Status weisen im Allgemeinen einen schlechteren Gesundheitszustand auf. Gesundheitliche Beeinträchtigungen von Kindern und Jugendlichen können Teilhabechancen in anderen Lebenslagenbereichen beeinträchtigen (z. B. Bildung, oder soziale, kulturelle Teilhabe) und auch negative Folgen für Teilhabechancen im späteren Lebensverlauf haben. Es deshalb besonders wichtig, für Kinder und Jugendliche gute gesundheitliche Voraussetzungen haben, die durch eine gute gesundheitliche Versorgung sicherzustellen ist. Wesentliches strategisches Ziel ist: 2.1 Strategisches Ziel: Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert In den (Sozialraum-)Gebieten, in denen ein hoher Anteil von einkommensarmen Familien lebt, wird das Angebot der Früherkennungsuntersuchung U8 weniger wahrgenommen. Von den im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung untersuchten Kindern legten 89,4 % ein Untersuchungsheft vor. 95% hiervon wiederum hatten an der Früherkennungsuntersuchung U8 teilgenommen. Nicht gesunde Zähne können Schmerzen verursachen und das Sprechen erschweren, was wiederum zu Schwierigkeiten in der Schule führt. Kinder mit einer schlechten Zahngesundheit können in ihren Teilhabechancen eingeschränkt sein. Gerade bei Kindern hat Übergewicht nicht nur Auswirkungen auf ihre jetzige und zukünftige körperliche Gesundheit, sondern verstärkt auch das Risiko psychischer Belastungen und sozialer Ausgrenzung durch Gleichaltrige. Übergewicht erhöht das Risiko für viele andere Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzleiden und Diabetes. Gleichzeitig korreliert Übergewicht hoch mit einem insgesamt schlechteren Gesundheitszustand. 8 Das strategische Ziel 2.1 soll über die folgenden Teilziele angestrebt werden: Tabelle 1: Teilziele des strategischen Zieles „Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert “ Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Früherkennung für Kinder aus bildungsfernen und sozioökonomisch schlechteren Verhältnissen ist verbessert Anteil der Kinder mit Untersuchungsheft, die im Sozialraumgebiet an der Früherkennungsuntersuchung U8 teilgenommen haben 89,4% 2023 9 größer 95% 2030 Zahngesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen Anteil der Kinder ohne naturgesundes Gebiss in Köln 43,8% 2023 kleiner 43,8% 2030 im Stadtteil Ostheim 61,5% 8 Das strategische Ziel 2.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport, KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen, Masterplan Dezernat V Ziel G1 Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar. 9 Leider konnten in der Zeit der Corona-Pandemie sowohl die Schuleingangsuntersuchungen als auch die Zahnreihenuntersuchungen nicht flächendeckend vorgenommen werden, weshalb für die Jahre 2021 und 2022 keine Ergebnisse berichtet werden können. Da die Werte zwischen den Jahren z.T. stark schwanken wurde in der Vergangenheit mit sogenannten 3-Jahres-Mittelwerten gerechnet. Hier werden zunächst jedoch nur die Werte von 2023 berichtet, d.h. in zukünftigen Veröffentlichungen können diese abweichen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 15 von 46 Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr schlechteren Verhältnissen ist verbessert im Stadtteil Neubrück 52,5% Der Anteil an Kindern mit Adipositas aus bildungsfernen und sozioökonomischen schlechteren Verhältnissen ist gesenkt Quote der Kinder mit Adipositas im Sozialraumgebiet 16,7 2023 10 kleiner 11% (städtischer Mittelwert) 2030 im Stadtteil Ostheim 17,9 im Stadtteil Neubrück 14,7 2.1.1 Exkurs: Bearbeitung des Jahresschwerpunktthem as Kinder- und Jugendgesundheit - Bestand soziale Infrastruktur Die professionellen Akteur*innen vor Ort wurden zu den Herausforderungen im Sozialraumgebiet befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden Expert*innen aus dem Sozialraumgebiet vorgestellt und diskutiert. Daraus wurde deutlich, dass die Kinder- und Jugendgesundheit im Sozialraumgebiet verbesserungsbedürftig ist. Die Verbesserungen sollen mit den folgenden Strategien und Projekten angestrebt werden: Auf zwei stadtweiten Konferenzen im Jahr 2021 wurden die folgenden Strategien zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit herausgearbeitet: 1. Information/Vernetzung verbessern 2. Zugänge und Übergänge verbessern 3. Beteiligungsmöglichkeiten verbessern Die professionellen Akteur*innen vor Ort wurden zu den Herausforderungen und o.g. Strategien befragt. Nach Auswertung der Online-Umfragen und insbesondere den ca. 1.000 Bemerkungen der Befragten zu besonderen Herausforderungen, Zielgruppen und Unterstützungswünschen in der Befragung sowie in den Sozialraumgebieten durchgeführten Sozialraumkonferenzen wurden die folgenden Projekte vorgeschlagen und initiiert: 1. Projekte auf Ebene der Sozialraumgebiete a. adäquate Netzwerkstruktur… b. Informations- und Aufklärungsarbeit multidiverse r Adressat*innengruppe im SRG verbessern c. Vernetzung durch Erfahrungsaustausch/Hospitation en d. Verbesserung der Zugangs- bzw. Übergangsgestaltu ng e. Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen abbau en 2. stadtweite Projekte: a. Informations- und Aufklärungsarbeit für gesundhe itliche Angebote stadtweit verbessern b. Klärung der Struktur und Strategie der Präventio nsaktivitäten der städtischen Dienststellen c. Angemessenheit von Angeboten d. strukturellen Rassismus erkennen und bearbeiten e. Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden -Sicht f. Beteiligungsmöglichkeiten ausloten. 10 Da die Werte zwischen den Jahren z.T. stark schwanken wurde in der Vergangenheit mit sogenannten 3-Jahres-Mittelwerten gerechnet. Hier werden zunächst jedoch nur die Werte von 2023 berichtet, d.h. in zukünftigen Veröffentlichungen können diese abweichen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 16 von 46 2.1.2 Exkurs: sozialraumgebietsspezifische Projekte Für das Sozialraumgebiet folgende Projekte mit den folgenden Zielsetzungen vereinbart: Projekte, Ziele und Arbeitspakete zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung / Projektstand 1. Informations- und Aufklärungsarbeit multidiverse r Adressat*innengruppe im SRG verbessern Ziel: gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist verbessert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Sammlung aller relevanter Materialien und Methoden 100% Arbeitspakete im Sozialraumgebiet: • AP1: Sammlung und Erfassung aller Informationsmaterialien (inkl. Flyer und Links zu Angeboten) z.B. aus Protokollen von relevanten Arbeitskreisen/Gremien • AP2: Klärung aller Lots*innenfunktionen im Bezirk Kalk • AP3: Beobachtung der Entwicklung der Gesundheitslots*innen (in Familiengrundschulzentren) • AP4: Vernetzung mit bestehenden Strukturen im Bezirk (z.B. SPZ, Plan 27, Runder Tisch psy. Gesundheit). Informationen wurden aufbereitet (z.B. Bestehende Angebote transparenter machen). Sichtbarmachung/Andockmöglichkeiten vor Ort prüfen. Weiterführung der Arbeitsgruppe aus dem Fachgespräch „Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit im Übergang Kita Grundschule im Bezirk Kalk • AP1: Einladung und Durchführung von 2 Arbeitsgruppentreffen • AP2: Erarbeitung einer Abschlusserklärung mit der Fachgruppe 100% 60% 2. adäquate Netzwerkstruktur (im Sozialraumgebiet) Ziel: Gremienstruktur ist geklärt und ggf. optimiert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Übersicht aller Netzwerke/Gremien/AK‘s ist erstellt bzw. aktualisiert 100% 3. Vernetzung durch Erfahrungsaustausch/Hospitation en Ziel : Wissen über andere Angebote/Dienste/Einrichtungen sind verbessert. Erste Erfahrungen und Hinweise zur Möglichkeit der Verstetigung sind erprobt Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Kenntnis und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Datenbank in.koeln verbreitern durch Information in Gremien 100% 4. Verbesserung der Zugangs- bzw. Übergangsgestaltu ng Ziel: (fallbezogener) Informationsfluss zwischen Einrichtungen und Diensten ist verbessert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Analyse der aktuellen Situation mit Blick auf best-practise und Schwierigkeiten 100% Arbeitspakete im Sozialraumgebiet: • Sicherstellen der Förderketten im Übergang Kita-Schule AP1: Qualitative Leitfragengestützte Gespräche mit relevanten Akteuren und Gruppeninterviews in relevanten Gremien (AK Kita/ Schule (SRK Ostheim/Neubrück), AK Frühe Förderung (SRK Kalk/Humboldt-Gremberg), Kalker Netzwerk für Familien (SRK Höhenberg/Vingst, Kalk, Humboldt/Gremberg) • AP2: Fachgespräch mit relevanten Verwaltungseinheiten und relevanten Akteuren aus dem Bezirk Kalk, um Handlungserfordernisse zu ermitteln und zu formulieren. • Rücklaufbögen Kinderärzte AP1: Erstellung eines Rücklaufbogens für die Schnittstelle Kinderärzt*innen und Kita/Schule im Sozialraumgebiet Ostheim AP2: Entwicklung eines prozessualen Verfahrens und Prüfung relevanter Datenschutzbestimmungen AP3: Die SRK’s führen eine Überprüfung des Verfahrens durch und prüfen die Umsetzung der Idee für den gesamten Bezirk Kalk in 2023 falls sich das Vorgehen bewährt hat. 100% 5. Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen abbau en Ziel: Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen sind minimiert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Zugangsbarrieren sind sozialräumlich identifiziert und dokumentiert AP1: Gemeinsame Auswertung (zwischen SRK und GSt. im Jahr 2024) der bisherigen Daten aus den anderen Strategien, um Zugangsbarrieren zu identifizieren 100% Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 17 von 46 2.1.3 Exkurs: stadtweit zu bearbeitende Projekte Neben den Projekten in den Sozialraumgebieten wurden die folgenden Projekte für eine stadtweite Bearbeitung entwickelt: Projekte, Ziele und Phasen der Bearbeitung zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung / Projektstand 1. Informations- und Aufklärungsarbeit für gesundheitliche Angebote verbessern Ziel: Die gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist verbessert. Informationen über Angebote und Leistungen von Einrichtungen sind allen zugänglich und werden für die Arbeit genutzt. Phasen: Phase 1: Bestandserfassung, worüber wird wie informiert? Worüber sollte informiert werden? Klärung der Inhalte und Zielgruppen, die erreicht werden sollten. Phase 2: Bewertung der vorliegenden Informationsmaterialien und ggf. Ergänzung/Erarbeitung weiterer zielgruppengerechter Informationsmaterialien. Klärung, wo und wie diese eingesetzt werden können und Überlegungen, wie die Nutzung bewertet werden kann. 10% 2. Klärung der Struktur und der Strategie der Präve ntionsaktivitäten der städtischen Dienststellen Ziel: Die Struktur und die Strategien der Präventionsaktivitäten der städtischen Dienststellen ist geklärt, Schnittstellen bzw. Verbindungslinien sind benannt. Phasen: Phase 1: Bestehende Strategien und Maßnahmen bezogen auf die Präventionsbereiche dokumentieren und bewerten. Phase 2: Handlungsbedarfe identifizieren 10% 3. Angemessenheit von Angeboten Ziel: Inhalte und Umfang von Primär- und Sekundärprävention sind geklärt. Zielgrößen und Ist-Werte liegen vor Phasen: Phase 1: Instrumente zur Prüfung der Bedarfsangemessenheit in Bezug auf den Bedarf im Bereich Primär- und Sekundärprävention benennen und pilothaft erproben. Phase 2: Der Bestand/Umfang der Angebote im Bereich der Primär- und Sekundärprävention systematisch erfassen, im Hinblick auf die Bedarfe bewerten. Zielgrößen und Ist-Werte erarbeiten. 10% 4. Beteiligungsmöglichkeiten ausloten Ziel: Beteiligungsmöglichkeiten sind für die unterschiedlichen Einrichtungen und Dienste ausgelotet und erprobt. Phase 1: Umgesetzte Beteiligungsprojekte und weitere Möglichkeiten zur Beteiligung bekannt machen und weitere erproben. Phase 2: Vorschläge erarbeiten, wie die o.g. Möglichkeiten möglichst gut im Rahmen der Prozesse der Einrichtungen und Dienste breiter angewendet werden können. 10% 5. Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden -Sicht Ziel: Möglichkeiten zur Erhebung der Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden- Sicht sind erprobt Phasen: Phase 1: Ideen für die zukünftige Bewertung der Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten entwickeln und in die ggf. vorliegenden Fachplanungen/Controlling geben. 10% 6. Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sen sibilität von Angeboten/ Einrichtungen/ Behörden erkennen und bearbeiten Ziel: Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sensibilität von Angeboten/Einrichtungen/Behörden ist bewertbar, ggf. bestehender struktureller Rassismus ist abgebaut. Phasen: Phase 1: Entwicklung eines Rasters zu Bewertung von Angeboten/Einrichtungen und pilothafte Erprobung . 10% 7. Vernetzung Ziel: Struktur für gesamtstädtische Netzwerke im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit ist entwickelt. Phasen: Phase 1: Bestandsaufnahme und der vorhandenen Netzwerke und Sortierung /Gliederung im Hinblick auf ihre Ziele Phase 2: Evaluierung der Netzwerke 10% Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 18 von 46 2.1.4 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Die Vertragsärztliche Versorgung wird als mangelha ft empfunden. (BK) • Der Zusammenhang gesunder Ernährung und existenzie ller Not sollte berücksichtigt werden. (SK) 3 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für K inder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Bildung hat in der Kindheit und Jugend einen hohen Stellenwert und ist sowohl für die Persönlichkeitsbildung als auch für die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben prägend. Im Bildungswesen werden Schlüsselqualifikationen erworben, die in verschiedenen Bereichen der gesellschaftlichen Teilhabe vorausgesetzt werden. Unzureichende Bildungsqualifikationen erschweren den Zugang zu gut vergüteten Formen der Erwerbsarbeit, aber auch zu gesellschaftlicher und politischer Partizipation. Verstärkend wirkt, dass die fachlichen und sozialen Ansprüche an Arbeitnehmer*innen gestiegen sind. Bildung gewinnt einerseits durch den Trend zu steigender Bildungsbeteiligung und höheren schulischen und beruflichen Abschlüssen und andererseits aufgrund der steigenden Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft an Bedeutung. Dies führt dazu, dass Personen, die diesen Bildungsansprüchen nicht genügen, einem stärkeren Risiko von Armut und sozialer Exklusion unterliegen. So liegt die Armutsrisikoquote der Haushalte mit 18- bis 34-Jährigen ohne beruflichen Abschluss bei 49%. Eine gelungene Integration und gesellschaftliche Teilhabe im Kinder- und Jugendalter ist prägend für den gesamten Lebensverlauf. Besonders an kritischen Übergängen beim Durchlaufen des Bildungssystems ist für diejenigen, die individuelle Problemlagen haben, eine passgenaue Unterstützung erforderlich. Je früher kulturelle Teilhabe bzw. kulturelle Bildung als Mittel zur Integration, zur Sprachförderung, zum sozialen Lernen u. a. ermöglicht wird, desto besser sind Voraussetzungen für eine gelingende Teilhabe im weiteren Lebensverlauf. Kulturelle Bildung in Kitas ist ein wichtiger Teil der frühzeitigen Förderung. Wesentliche Strategische Ziele sind: 3.1 Strategisches Ziel: Frühzeitige Förderung von K indern aus benachteiligten Familien ist gesichert Während praktisch allen Kindern zwischen drei und sechs Jahren im Jahr 2023 ein Kita- oder Tagespflegeplatz zur Verfügung steht (99,6% im Jahr 2023), lag die Betreuungsquote der unter Dreijährigen bei 50,3%. Damit ist die Betreuungsquote der drei- bis sechsjährigen in Köln auf dem gleichen Niveau wie im Land Nordrhein-Westfalen, die der unter Dreijährigen liegt deutlich darüber (NRW 31%). Während nahezu allen Kindern zwischen drei und sechs Jahren ein Kita- oder Tagespflegeplatz zur Verfügung steht (96%), lag die Betreuungsquote der unter Dreijährigen im Kindergartenjahr 2018/2019 bei 41%, ohne privat-gewerbliche Kitas bei 40% (bzw. 66% für 1- und 2-Jährige mit Rechtsanspruch seit dem 01.01.2013). Damit ist die Betreuungsquote in Köln in etwa auf dem gleichen Niveau wie im Land Nordrhein-Westfalen mit 40%. Die Betreuungsquote hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Es sind teils erhebliche Unterschiede 11 in der Versorgungssituation je nach Stadtteil zu konstatieren. Teilweise ist die Nachfrage gerade in Stadtteilen mit hohen Armuts- und Bildungsrisiken unterentwickelt und es wirken vielfältige Zugangsbarrieren, die mit Hilfe unterschiedlicher Strategien 11 Die Verwaltung ist sich dieser Unterschiede sehr bewusst und prüft zwei sich wechselseitig ergänzende Ansätze, die Versorgungsangebote in weiteren Ausbauschritten stärker einander anzunähern. Erstens wird geprüft, wie die Realisierung neuer Kindertageseinrichtungen und neuer (Groß-)Tagespflegeangebote weiter verstärkt in die Stadtteile gelenkt werden kann, die eine unterdurchschnittliche Betreuungsquote aufweisen. Zweitens ist zu fragen, wie gezielt neue Betreuungsangebote etabliert werden können, die einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 19 von 46 abgebaut werden sollen. 12 Eine bedarfs- und nachfrageangemessene Verteilung der Plätze und der Abbau struktureller Zugangsbarrieren werden angestrebt. Die Anzahl der Plätze im Offenen Ganztag in der Primarstufe ist in Stadtteilen, welche Wohnbereiche mit besonderem Jugendhilfebedarf umfassen, teilweise geringer als in anderen Stadtteilen. Gerade hier muss im Sinne der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit eine Priorisierung hinsichtlich der Schaffung zusätzlicher Plätze vorgenommen werden. Die Versorgungsquote in Sozialraumgebieten ist mit 80% zwar nur etwas geringer als der städtische Durchschnitt. Allerdings gibt es zwischen den Sozialraumgebieten große Unterschiede. 13 Das strategische Ziel 3.1 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Teilzieles (vgl. Tabelle 2) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 2: Teilziel des strategischen Zieles "Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert" Teilziel Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Betreuungsinfrastruktur in Stadtteilen in Sozialraumgebieten bedarfsgerecht ausbauen Betreuungsquote 14 der 3- 6 Jährigen im Stadtteil Ostheim 104,6 2023 100% 2029/2030 15 im Stadtteil Neubrück 80,1 Versorgungsquote offener Ganztag in Grundschulen im Sozialraumgebiet (Betrachtung nach Schulstandort) 74,0 2023 100% 2029/2030 16 im Stadtteil Ostheim 63,5 im Stadtteil Neubrück 86,5 3.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Im Hinblick auf die Betreuungsquote der 3 bis 6-Jährigen ist die angestrebte Zielquote von 100% im Jahr 2029/2030 bereits erreicht bzw. wahrscheinlich erreichbar. Was das Ziel der Betreuungsquoten im offenen Ganztag angeht, ist diese mit 63,5% in Ostheim im Jahr 2022/2023 noch relativ weit von den angestrebten 100% in 2029/2030 entfernt. An der Erreichung dieser Zielsetzung wird weiterhin stadtweit im Rahmen der Fachplanungen gearbeitet werden. 3.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Der OGS Platz-Ausbau ist räumlich bei drei Schulen nur begrenzt möglich (SK). • OGS Platz Mangel in Kombination mit Schul-Umbauten ist fatal für Familien (SK) • In Neubrück gibt es keine Gesamtschule in zumutbar er Nähe, was eine große zeitliche Belastung für die Familien bedeutet und Vereinbarkeit schwierig macht (BK) 12 Für Lösungen ist hier beispielsweise an spezifischen Großtagespflegestellen analog des LENA-Modells in Mönchengladbach oder des Modells Kinderstuben in Dortmund zu denken. Des Weiteren sieht die Verwaltung eine Evaluation des seitens des Bundesfamilienministeriums geförderten Programms „Kita-Einstieg“ vor, an dem sich auch die Stadt Köln mit mehreren Einrichtungen in freier Trägerschaft beteiligt. 13 Das strategische Ziel 3.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. 14 Anteil der Betreuungsplätze für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren an allen Kindern im gleichen Alter (Betreuungsquote Ü3) 15 Fachplanung wird von IV/2 2023 fortgeschrieben. 16 Fachplanung wird von IV/2 2023 fortgeschrieben. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 20 von 46 • Es wird eine hohe sozialräumliche Belastung in der Gernsheimerstr. in Ostheim berichtet, wo 96% % der Einwohner*innen eine internationale Familiengeschichte haben und 58% Personen zwischen 0 und 25 SGB II Leistungsberechtigte sind. Hier wird es eine zusätzliche Jugendeinrichtung (OT am Wunschtor) geben, deren Neubau für Ende 2025 geplant ist. • Der Kontakt zu den Eltern ist besonders wichtig un d schwierig (A) 3.2 Strategisches Ziel: Sprache und deutsche Sprach kenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert Gemäß der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung 17 für das Einschulungsjahr 2017 sprechen rund 60% der Kölner Kinder, die eine andere Erstsprache als Deutsch haben, fehlerfrei bzw. flüssig und nur mit leichten Fehlern Deutsch. Rund 25% der Kinder sprechen flüssig, aber mit erheblichen Fehlern Deutsch, 9% sprechen nur radebrechendes Deutsch und 6% sprechen zum Zeitpunkt der Einschulung kein Deutsch. Gemäß dieser Zahlen ist davon auszugehen, dass bis zu 40% der Kinder, die zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen, einen Sprachförderbedarf haben könnten. Gute Sprachkenntnisse 18 sind eine wesentliche Voraussetzung für Bildungsteilhabe. Jedes Kind sollte deshalb bei Einschulung über so gute Deutschkenntnisse verfügen, dass es dem Unterricht von Beginn an folgen kann. 19 Das strategische Ziel 3.2 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Teilzieles (vgl. Tabelle 3) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 3: Teilziel des strategischen Zieles "Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert" Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Jedes Kind verfügt bei Einschulung über gute Sprachkenntnisse Anteil der Kinder mit anderer Erstsprache als Deutsch mit Förderbedarf 40% 2019 Wert wird beobachtet 2030 3.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Da keine kleinräumigen Daten vorliegen soll das Thema weiterhin u. a. stadtweit im Rahmen der Fachplanungen bearbeitet werden. 3.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Grundbildung für Frauen (mit Kinderbetreuung) wird verstärkt nachgefragt (SK) • Spracherwerb und Bildungsabschlüsse hängen eng zus ammen (SK). 17 Der Test der Sprachkenntnisse im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung dient nicht primär dazu, Deutschkenntnisse zu prüfen. Die Ergebnisse werden hier dennoch verwendet, da keine anderen systematischen Erhebungen vorliegen bzw. ausgewertet werden. Angesichts der Wichtigkeit guter Sprachkenntnisse und der eher unbefriedigenden Datenlage über darüber, stellt sich die Frage, ob hier nicht geeignetere Tests erforderlich sind, mit der Hilfe Deutsch-Sprachdefizite umfassender analysiert werden sollten als dies bislang im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung möglich ist. Dabei sollten dann auch die Kinder erreicht werden, die mit 4 Jahren noch keine Kita besuchen. 18 Sprachliche Förderung wie auch die Förderung von Mehrsprachigkeit sind in NRW gesetzlich geregelt im Gesetz zur frühen Förderung und Bildung von Kindern (§ 19 KiBiz). Demnach ist die sprachliche Entwicklung eines Kindes zu beobachten und zu dokumentieren. Wenn ein Förderbedarf festgestellt wird, ist eine individuelle Förderung und Lernanregung zu gewährleisten (§ 19 (2) KiBiz). Gleichzeitig hat der Integrationsrat und in der Folge auch der Rat in 2022 das Positionspapier zur Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit verabschiedet und damit anerkannt, dass die Förderung dieser eine wichtige Ressource für die Gesellschaft und auch für das erfolgreiche Sprachenlernen der Kinder ist. 19 Wie der Sprachstand der Kinder in ihrer Erstsprache ist und damit auch, inwieweit sprachliche Entwicklungsverzögerungen vorhanden sind, wird im Rahmen dieser Untersuchung nicht untersucht. Das strategische Ziel 3.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 21 von 46 3.3 Strategisches Ziel: Kinder, Jugendliche und jun ge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen Kinder mit internationaler Familiengeschichte haben geringere Bildungschancen. Das wird an der Gymnasialempfehlungsquote bzw. der Gymnasialübergangsquote deutlich: Nach Abschluss der Grundschule wechselten im Schuljahr 2023/2024 49% der Kölner Schülerinnen und Schüler an ein Gymnasium. Im Schuljahr 2018/2019 hatten 43% der Schüler*innen eine Gymnasialempfehlung. Werden die Anteile der deutschen und ausländischen Schüler*innen verglichen (Daten zur internationalen Familiengeschichte 20 wurden in der Schulstatistik erhoben, aber nicht ausgewertet) zeigt sich, dass 54% der deutschen Schüler*innen nach der Grundschule ein Gymnasium besuchen, während es von den ausländischen Schüler*innen nur 25% sind (Schuljahr 2023/2024). Zu berücksichtigen ist, dass auch an Gesamtschulen das Abitur als höchster Abschluss erreicht werden kann; allerdings steht diese Absicht mit der Schulwahl Gesamtschule nicht unbedingt fest. Insofern sind die Gymnasialempfehlungsquote und die tatsächliche Schulwahl zu relativieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Quote zwischen den einzelnen Jahren stark schwankt. Das strategische Ziel 3.3 21 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 4) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 4: Teilziel des strategischen Zieles "Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen" Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Mehr Kinder aus bildungsfernen Familien sind gefördert Gymnasial- Empfehlungsquote in Stadtteilen im Sozialraumgebiet 17,3 2023 54,2% 22 2030 im Stadtteil Ostheim 10,3 im Stadtteil Neubrück 28,3 3.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Danach besteht im Sozialraumgebiet Handlungsbedarf, der weiterhin u. a. über die stadtweiten Fachplanungen bearbeitet werden soll. 3.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Es fehlen Angebote für Sprachkurse über das A1-Niv eau im Sozialraum. (A) • Die Neubrücker Bibliothek wird regelmäßig als Lern raum genutzt – vergleichbare Orte in Ostheim fehlen. (A) 4 Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern Ein gelungener Übergang in die Arbeitswelt ist von großer Bedeutung für die Lebenslage im Erwachsenenalter. Erwerbstätigkeit bedeutet aus ökonomischer Sicht den Erwerb eines Einkommens zum Lebensunterhalt und eines bestimmten Lebensstandards. Die Qualität der Erwerbsbeteiligung 20 Da das statistische Merkmal „Internationale Familiengeschichte“ nicht vorlag, wurde das Merkmal „Ausländer*in“ verwendet. Die Anteile der beiden Gruppen verhalten sich in etwa gleich. 21 Das strategische Ziel 3.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. 22 Gymnasial-Empfehlungsquote in den übrigen Stadtteilen Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 22 von 46 drückt sich u.a. in einer angemessenen Vergütung aus. Der mögliche Lebensstandard wird maßgeblich durch das Erwerbseinkommen definiert, und materielle Notlagen werden dadurch abgewendet. Zum Jahresende 2023 lebten in Köln 115.806 Personen zwischen 15 und unter 25 Jahren. • 7,8% der Altersgruppe sind unterbeschäftigt (arbei tslos gemeldet oder in einer Maßnahme der Arbeitsförderung) • 2.817 der jungen Erwachsenen (2%) beziehen ergänze nde SGB II-Leistungen (Ergänzer). Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge schwankt seit dem Jahr 2018 deutlich. Im Jahr 2018 lag sie bei 7.503 abgeschlossenen Verträgen, im Jahr 2020 bei 6.531 Verträgen und im Jahr 2023 wieder bei 7.071 neu abgeschlossenen Verträgen. Knapp 40% der neuen Verträge wurden mit weiblichen Auszubildenden abgeschlossen, 13% mit ausländischen Auszubildenden. Gleichzeitig gibt es einen Bewerbermarkt. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen liegt im Jahr 2023 mit 5.770 Stellen etwas unter dem Vorjahreswert (-4%). Die Zahl der gemeldeten Bewerber*innen hat hingegen leicht zugenommen und umfasst 5.700 Personen (+15% seit Vorjahr). Zum Ende 2023 waren noch rund 1.300 Personen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz (+29% seit Vorjahr), Von den Bewerbenden haben 29,5% eine ausländische Staatsangehörigkeit, darunter haben 11% einen Fluchthintergrund. Junge Erwachsene ohne Ausbildung bzw. mit geringer Qualifikation sowie junge Erwachsene ausländischer Herkunft sind häufiger prekär beschäftigt (14% vs. 28% bei Ausländer*innen). Sie weisen ein höheres Armutsrisiko auf (62%) als diejenigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (28%). Das bedeutet: Insbesondere junge Ausländer*innen benötigen mehr Unterstützung beim Übergang in eine Ausbildung und auf dem Weg zum Ausbildungserfolg. Je früher in der Bildungskette die Unterstützung ansetzt (Sprachkenntnisse, Schulbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen) desto besser sind die Chancen für einen guten späteren beruflichen Einstieg. 4.1 Strategisches Ziel: Nachholen und Erwerb von hö heren Schulabschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert Die Art des erreichten Schulabschlusses entscheidet in besonderer Weise darüber, welche hieran anschließenden schulischen und beruflichen Bildungsmöglichkeiten offenstehen und somit, welche weiteren Qualifikationen erworben werden können. Für einen Teil derer, die keinen qualifizierten Bildungsabschluss auf direktem Wege erlangen, bietet der zweite Bildungsweg eine weitere Chance auf einen höheren Schulabschluss. Von 2010/11 stieg der Anteil der Ausländer*innen mit einer (Fach)Hochschulreife von 20% auf 28%, sank dann 2023/2024 auf 22%. Bei den Deutschen waren die Anteile fast durchgehend mehr als doppelt so hoch (Deutsche: 2010/2011: 45%, 2018/2019: 51%, 2023/24: 51%). 23 Um Ausländer*innen wieder vermehrt zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen, muss stadtweit auf die bedarfsgerechte Schaffung von Bildungsangeboten eingewirkt werden. Hierfür müssen ausreichend Schulplätze an Ausbildungsvorbereitungsklassen, Sprachförderung und internationale Förderklassen zur Verfügung stehen. Die nicht bestehende Schulpflicht darf dabei kein Ausschlusskriterium für den weiteren Bildungserfolg sein. Zudem sollten Beratungsangebote geschaffen werden, die die Durchlässigkeit des Bildungssystems kommunizieren und somit den Zugang erleichtern. 24 23 Eine mögliche Erklärung dieser Verschiebung ist, dass unter den Ausländerinnen und Ausländern, die im Schuljahr 2018/19 einen Schulabschluss gemacht haben, ein hoher Anteil von Geflüchteten war, die auf dem zweiten Bildungsweg einen Schulabschluss erworben haben. 24 Das strategische Ziel 4.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 23 von 46 4.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Da keine kleinräumigen Daten vorliegen sollen die H erausforderungen und das Teilziel weiterhin u. a. über die stadtweiten Fachplanungen bearbeitet werden. 4.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Die Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen i st weiterhin schwierig (SK) • Fehlende Schulabschlüsse hängen oft mit multiplen Problemlagen zusammen (SK). 4.2 Strategisches Ziel: Junge Erwachsene mit intern ationaler Familiengeschichte sind im Übergangssystem gefördert Jungen Erwachsenen, die den Übergang von der Schule zu Ausbildung, Beruf oder Studium nicht aus eigener Kraft erreichen, wird im Rahmen des Übergangssystems eine Möglichkeit geboten, die Qualifikation zu steigern, ohne dass ein anerkannter Berufsabschluss erlangt werden könnte. So wird bei der Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung unterstützt und die Chance geboten, allgemeine Schulabschlüsse nachzuholen. Im Schuljahr 2023/24 befanden sich 3.119 Personen in Köln im Übergangssystem. Dies entspricht 8,1% aller im Berufsbildungsteilsystem registrierten Personen. Jede fünfte ausländische Person im System der beruflichen Bildung wurde im Übergangssystem gefördert, während es bei Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft nur fünf Prozent waren. Dies ist auch auf den Zuzug geflüchteter Personen in den vergangenen Jahren zurückzuführen, die z.T. eine geringere Qualifizierung sowie sprachliche Schwierigkeiten aufweisen und das Übergangssystem zur Berufsvorbereitung nutzen. Es ist erwiesen, dass das Übergangssystem wichtig ist für den Zugang in das Bildungs- und Arbeitssystem für diese Zielgruppe, d.h., das Übergangssystem sollte die jeweils bestehenden Bedarfe der Zugewanderten decken können. 25 4.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Da keine kleinräumigen Daten vorliegen sollen die Herausforderungen und soll das Teilziel weiterhin u. a. über die stadtweiten Fachplanungen bearbeitet werden. 4.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Große Nachfrage von jungen Müttern nach Unterstütz ung in den Community-Gruppen. (SK) 4.3 Strategisches Ziel: Berufliche Ausbildung junge r Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert Das Verhältnis der Zahl der Bewerber*innen zu den angebotenen Ausbildungsplätzen ist von großer Bedeutung. In Köln kommen im Jahr 2022/23 auf 100 Stellen 81 Bewerber*innen. Insgesamt gibt es in Köln über die Jahre gesehen Schwankungen der Relation von Ausbildungsplätzen und Bewerbenden, wobei die Veränderungen sowohl mit dem konjunkturellen Faktor einer erhöhten Zahl an Stellen als auch mit dem demografischen Faktor einer gesunkenen Zahl von Bewerber*innen zusammenhängen. 26 25 Das strategische Ziel 4.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 26 Das strategische Ziel 4.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 24 von 46 4.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Da keine kleinräumigen Daten vorliegen sollen die Herausforderung und das Teilziel weiterhin u. a. über die stadtweiten Fachplanungen bearbeitet werden. 4.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 4.4 Strategisches Ziel: Unterbeschäftigung von jung en Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut 43% der Unterbeschäftigten im jüngeren Erwachsenenalter haben eine ausländische Staats- bürgerschaft. Dem Trend der Arbeitslosenzahlen folgend, ist auch die Anzahl der Unterbeschäftigten im jungen Erwachsenenalter von 2010 bis 2018 gesunken (-20%). Einzig der Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit an allen Unterbeschäftigten ist seit 2010 gestiegen, wobei dieser zunächst konstant bei 32-33% lag und erst ab dem Jahr 2015 im Zuge der Einwanderung von Geflüchteten auf 43% angestiegen ist. Wenn die erste und zweite Schwelle des Berufseinstiegs nicht geglückt ist, sollten verstärkt (Qualifizierungs-)Maßnahmen des Jobcenters greifen. 27 Das strategische Ziel 4.4 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 5) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 5: Teilziele zum strategischen Ziel "Unterbeschäftigung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist ausgebaut“ Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Unterbeschäftigung in der Gruppe der jungen Erwachsenen ist gesenkt. Anteil der 18 – 34-Jährigen, die arbeitslos gemeldet sind bzw. sich in einer Maßnahme zur Arbeitsförderung befinden. 7% 2018 kleiner 7% 2030 Unterbeschäftigung der jungen ausländischen Erwachsenen ist gesenkt. Anzahl der ausländischen Unterbeschäftigten 18-34 Jährigen / Anzahl der Unterbeschäftigten im Alter von 18 bis 34 Jahre 43% 2018 kleiner 43% 2030 4.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Da keine kleinräumigen Daten vorliegen sollen die Herausforderungen und das Teilziel weiterhin u. a. über die stadtweiten Fachplanungen bearbeitet werden. 4.4.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 5 Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbaue n - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Das Armutsrisiko und die Haushaltsform von Familien haben einen erheblichen Einfluss auf die Teilhabechancen von Kindern. Familiäre Armut stellt ein zentrales Entwicklungsrisiko dar. sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B4 Berufliche Qualifizierung ist verbessert; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 27 Das strategische Ziel 4.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B4 Berufliche Qualifizierung ist verbessert; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 25 von 46 Untersuchungen belegen: Je früher die Armut beginnt und je länger sie anhält, desto eher sind negative Folgen in allen Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen zu beobachten. Wichtig ist die Erkenntnis, dass im Laufe der Kindheit die Lebenswelten der armen und nicht armen Kinder immer weiter auseinanderdrifteten. In Köln leben in ca. 103.000 (2023) Haushalten Familien mit insgesamt 176.034 Kindern (2023). Dies sind 18% der Kölner Haushalte (bundesweit sind es 29%). Kinder aus Alleinerziehendenhaushalten, kinderreichen Familien sowie Familien mit internationaler Familiengeschichte 28 haben ein höheres Armutsrisiko. Die höchste Armutsrisikoquote wird bei Alleinerziehendenhaushalten (43%) nachgewiesen, gefolgt von kinderreichen Haushalten (66% 29 ) sowie Haushalten mit Personen mit internationaler Familiengeschichte (37%). Das Armutsrisiko spiegelt sich auch im SGB II Leistungsbezug wider: 38.320 Kölner Kinder und Jugendliche (22%) leben in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (Dez. 2022), davon 45% in Alleinerziehendenhaushalten, 42% in SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit 3 und mehr Kindern. 41% der Kinder haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Doch nicht nur transferleistungsbeziehende Familien leiden unter finanziellen Grenzen, sondern auch diejenigen Familien, die über ein Einkommen knapp über der Grundsicherungsschwelle verfügen. Auffällig ist die ungleiche Verteilung von SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern in den einzelnen Stadtteilen. In dem Stadtteil mit dem niedrigsten Wert leben in Hahnwald nur 0,5% der Kinder in Armut. In dem Stadtteil mit dem höchsten Wert sind es in Finkenberg 59% (Dez. 2022).30 Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten haben ein höheres Teilhaberisiko mit Folgen für ihr späteres Leben. Die Bekämpfung von Familien- und Kinderarmut ist deshalb ein wichtiges strategisches Ziel. 31 • Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Ostheim/Neubrück 38,3 % im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug der Anteil 20,3%. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 16,9 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte). • Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Ostheim 34,9 % im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug der Anteil 20,3%. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 13,4 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte). • Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Neubrück 37,5 % im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug der Anteil 20,3%. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 16 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte). 28 Vgl. hierzu auch Kapitel 7 29 Hier werden Haushalte mit vier und mehr Kindern berücksichtigt. Zu beachten ist, dass die Fallzahl in der Strukturdatenerhebung, auf die dieses Merkmal zutrifft mit 61 Haushalten, recht gering ist. 30 Vgl. hierzu auch Kapitel 11 31 Der Rat der Stadt Köln hat am 12.12.2019 die Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken!“ beschlossen. Es handelt sich um ein strategisches Konzept zur (weiter verbesserten) Verwirklichung der Teilhabe- und Entwicklungschancen aller Kinder und Jugendlichen in Köln und enthält ein Leitbild, strategische Handlungsfelder und Ziele, ein Präventionsmonitoring sowie Struktur- und Praxismaßnahmen (Session 3437/2019). „Kölner Kinder stärken!“ ist wichtiger Bestandteil der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ und zahlt hier insbesondere auf Leitsatz 3 „Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe“ und Handlungsempfehlung 7 „Vorfahrt Bildung“ ein. Nach Einschätzung der Verwaltung müssen strategische Konzepte zwingend und regelmäßig in einem Steuerungs- bzw. Qualitätskreislauf auf den Prüfstand gestellt und bei Bedarf nachjustiert werden. Ein solcher Weiterentwicklungsprozess wird in 2023 für die Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken“ gestartet und dabei freundlicherweise durch den Landschaftsverband Rheinland intensiv begleitet und unterstützt werden. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 26 von 46 5.1 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefäh rdeter Alleinerziehendenhaushalte sind verbessert Für Paarhaushalte ist Familie ist eine wichtige Ressource, wenn es darum geht, sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen. Ein Paarhaushalt hat eher das Potenzial, schwierige Lebensphasen zu überwinden, die Familienarbeit wie Kinderbetreuung oder die Pflege von älteren oder beeinträchtigten Familienmitgliedern aufzuteilen und ggf. fehlendes Einkommen - durch Arbeitslosigkeit oder eine geringe Rente verursacht – auszugleichen als Alleinerziehende. Für Alleinerziehende insbesondere mit kleinen Kindern ist es ungleich schwieriger trotz vorhandener beruflicher Qualifikation einer (bedarfsdeckenden) Erwerbstätigkeit nachzugehen, Familien- und Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren. Dies spiegelt sich in dem erhöhten Armutsrisiko Alleinerziehender wider (43%). Alleinerziehendenhaushalte zu unterstützen und zu entlasten sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein. 32 • Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im J ahr 2023 im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück bei 26,8% (im Jahr 2013 bei 26%), in der Gesamtstadt betrug er 22,5% (im Jahr 2013 bei 24,1%). Der Anteil hat sich mit 0,8 Prozentpunkten im Stadtteil schlechter entwickelt, als in der Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte) • Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im J ahr 2023 im Stadtteil Ostheim bei 26,9% (im Jahr 2013 bei 26%). Der Anteil hat sich mit 1 Prozentpunkten im Stadtteil negativer entwickelt, als in der Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte). • Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im J ahr 2023 im Stadtteil Neubrück bei 23,4% (im Jahr 2013 bei 26%). Der Anteil hat sich mit -2,5 Prozentpunkten im Stadtteil negativer entwickelt, als in der Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte). 5.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 5.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Nähe der Angebote für Kinder zum Wohnort ist sehr wichtig aufgrund von Ängsten der Eltern und fehlendem ÖPNV in Neubrück– Angebote fehlen. (BK) • Viele U-3 Plätze im SRG bleiben unbesetzt. (A) 5.2 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefäh rdeter kinderreicher Familien sind verbessert Eine weitere Lebensform mit Kindern, die häufig von Armut betroffen ist, sind kinderreiche Familien. Über 15.000 Kinder, die in SGB II-Bedarfsgemeinschaften leben (41%), leben in kinderreichen Familien. Kinderreiche Familien zu unterstützen und zu entlasten sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein. 33 32 Das strategische Ziel 5.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 33 Das strategische Ziel 5.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 27 von 46 5.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 5.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Nähe der Angebote für Kinder zum Wohnort sehr wich tig aufgrund von Ängsten der Eltern und fehlendem ÖPNV in Neubrück– Angebote fehlen. (BK) 5.3 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefäh rdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert Familien ohne internationale Geschichte waren zu 15% armutsgefährdet, bei jenen mit internationaler Familiengeschichte ist der Anteil mit rund 41% fast dreimal so hoch. Armutsgefährdete Familien mit internationaler Familiengeschichte besser zu integrieren sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein. 34 5.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 5.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • In Neubrück gibt es zwei Unterkünfte für Familien mit Fluchterfahrung am Europaring und am Neubrücker Ring, daher spielt das Ziel, die Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte zu verbessern, eine zentrale Rolle. (SK) • Fehlendes Angebot allgemeiner Sozialberatung im So zialraumgebiet. Es gibt lediglich eine Erwerbslosen- und Migrationsberatungsstelle in Ostheim - Haushalte mit geringem Erwerbseinkommen finden wohnortnah keine Unterstützung für die Beantragung von Aufstockenden Sozialleistungen wie Wohngeld, Elterngeld etc. (SK) • Sprachkurse im Sozialraumgebiet über A-1 Niveau fe hlen. (A) 5.4 Strategisches Ziel: Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt Untersuchungen belegen, dass Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht arbeiten, ein höheres Risiko haben, selbst im späteren Lebensverlauf arbeitslos zu sein oder berufsvorbereitende Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 34 Das strategische Ziel 5.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 28 von 46 Im Jahr 2022 gab es 59.906 SGB II-Bedarfsgemeinschaften, darunter 20.256 SGB II- Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. 2018 waren es noch 59.343 SGB II-Bedarfsgemeinschaften. In 76% aller Bedarfsgemeinschaften lebte 2018 mindestens ein Erwachsener, der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen ist (vgl. LLB, S. 140). In den SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern wohnte in 80% mindestens ein erwachsener Langzeitleistungsbeziehender. 30.418 der Kinder (ca. 80% der Kinder in SGB II-Bedarfsgemeinschaften) leben seit einem Jahr oder länger von Transferleistungen. 35 5.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderung und Teilziele sollen weiterhin in Abstimmung mit den zuständigen Akteuren und Netzwerkparnter*innen im Sozialraum in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter bearbeitet werden. 5.4.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Es werden sich mehr Angebote für Kinder gewünscht. (BK) 5.5 Strategisches Ziel: Kulturelle Einbindung von K indern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert Sport und kulturelle Teilhabe gehören untrennbar zusammen. Denn der Sport gestaltet sich allein durch Kommunikation, Entwicklung und Festlegung von allgemein gültigen Spielregeln, durch das Miteinander in zweckfreier und fairer Konkurrenz der Menschen untereinander, durch die Vermittlung zwischen Menschen untereinander, zwischen Mensch und Natur sowie durch das Engagement und die Beteiligung aller bürgerschaftlicher Gruppen. Mehr als 640 gemeinwohlorientierte Sportvereine kümmern sich in Köln um sportlich-integrative Angebote und sorgen dafür, dass Menschen mit Sport in Berührung kommen, lernen, trainieren, Gemeinschaft erleben und Solidarität erfahren können. Dieser Erlebnis- und Erfahrungsbereich ist gerade für Menschen aus sozial benachteiligten Stadtteilen besonders wichtig. Deshalb ist die Erhaltung der sozialen Infrastruktur im Vereinsleben sowie das sportliche Angebot insbesondere für die Sozialraumgebiete zu erhalten und zu fördern. 36 Die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen, ist ebenfalls ein Indikator für ihre kulturelle und politische Einbindung. In der Freizeit können sie ihre kognitiven Fähigkeiten stärken, ihre sozialen Kompetenzen und Beziehungen ausbauen und ihre Selbstständigkeit steigern. Manche Autoren gehen sogar davon aus, dass eine ausgewogene Freizeit zu mehr Lernbereitschaft in der Schule führt (Hurrelmann 2010). 37 Aber auch hier gilt: Kinder und Jugendliche aus sozial schlechter gestellten Familien nehmen an anderen Aktivitäten teil als Kinder und Jugendliche aus sozial besser gestellten Elternhäusern. Dies ist in erster Linie auf die unterschiedlichen Erziehungspräferenzen der Eltern zurückzuführen. Ob sich jemand fürs Musizieren, für Bücher, Religion oder für die Natur begeistern kann, hängt oft damit zusammen, ob ihm dies in der Kindheit nahegelegt wurde (BMAS 2016: S. 102). 38 Welchen Freizeitaktivitäten Jugendliche nachgehen, hängt zum Teil auch mit ihren finanziellen Möglichkeiten zusammen (Schmidt und Wilhelm 2010). 35 Das strategische Ziel 5.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 36 vgl. Gutachten zur Sportentwicklungsplanung der Stadt Köln. S.16. Die Stadt Köln tut dies unter anderem durch Förderprogramme wie Kids und Senioren in die Clubs, Förderung von Angeboten für Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder Internationaler Familiengeschichte sowie Sport in Metropolen oder Pro Veedel. Das strategische Ziel 5.5 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.1 Köln fördert die Vielfalt in den Stadtteilen; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport; MP Ziel W5 Segregation ist gemildert. 37 Hurrelmann, K.; Andresen, S.; Schneekloth, U. 2010: Ungleiche Kindheiten in Deutschland - Politische Herausforderungen. In Hurrelmann, K.; Andresen, S.; TNS Infratest Sozialforschung: 2. World Vision Kinderstudie 2010. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch. 38 Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2016: Lebenslagen in Deutschland. Der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Online-Dokument: https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/vierter- armuts-und-reichtumsbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=3. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 29 von 46 5.5.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und die Teilziele sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 5.5.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Familien in Neubrück suchen Unterstützung für die Anmeldung und die Suche eines passenden Sportvereins. (BK) 6 Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern In Köln lebten am 31.12.2023 rd. 464.000 Personen mit internationaler Familiengeschichte. Dies sind 42,4% der Gesamtbevölkerung; unter den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren beträgt der Anteil 60,4%. 39 Daraus ergibt sich auch, dass die Bevölkerung mit internationaler Familiengeschichte im Durchschnitt jünger ist als die Bevölkerung ohne internationale Geschichte. Für viele Zugewanderte, die im Rahmen früherer Arbeitsmigration nach Köln gezogen sind, war die Integration teilweise durch anfängliche, oft aber auch fortdauernde Sprachschwierigkeiten erschwert. 40 Diese Schwierigkeiten setzen sich oft in der nachfolgenden Generationen fort, so dass auch die Kinder in ihrer schulischen und beruflichen Laufbahn weniger erfolgreich sind (vgl. Herausforderungen 3 und 4). Die Auswertung des statistischen Merkmals internationale Familiengeschichte zeigt, dass die Teilhabechancen dieser Menschen in allen Lebensphasen schlechter sind als bei Menschen ohne internationale Geschichte. Sie haben ein deutlich höheres Armutsrisiko, aufgrund eines niedrigeren Bildungs-, Ausbildungs- und Einkommensniveaus leben sie häufiger in belasteten Lebenslagen. Einer Verfestigung von Mehrfachbelastungen, wie sie bei Personen mit „internationaler Geschichte“ schon ab dem Kindesalter entsteht, ist frühzeitig entgegenzuwirken. Die Integration von Menschen mit internationaler Familiengeschichte in die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme ist zu verbessern. 6.1 Strategisches Ziel: Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert Das Armutsrisiko von Haushalten mit internationaler Geschichte ist ungefähr doppelt so groß (37%) wie das von Haushalten von Menschen ohne internationale Familiengeschichte (18%). Für das höhere Armutsrisiko von Menschen mit internationaler Familiengeschichte gibt es mehrere Ursachen. Ein wesentlicher Grund ist die geringere schulische und berufliche Qualifikation (s. hierzu auch die Herausforderungen 3 und 4), aber auch Sprachbarrieren, ein eingeschränkter Zugang zum 39 Als statistisches Merkmal wird der sog. „Migrationshintergrund“ verwendet. Die Gruppe besteht je zur Hälfte aus Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit und aus Deutschen mit Internationaler Geschichte. Zu den Deutschen mit Internationaler Geschichte zählen 135.562 Eingebürgerte, 51.984 Aussiedlerinnen und Aussiedler sowie 26.909 Personen, die in Deutschland geboren sind. 40 Die Auswertung des Merkmals „Internationaler Geschichte“ wird hier als nicht ausreichend angesehen. Wünschenswert wäre, innerhalb der Zuwanderungsgruppen bezüglich der unterschiedlichen Motive und persönlichen Voraussetzungen (Bildung etc.) sowie des Zeitpunkts der Zuwanderung zu differenzieren, auch um Stigmatisierungen auszuschließen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 30 von 46 Arbeitsmarkt. 41 Das strategische Ziel 6.1 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 6) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 6: Teilziele zum strategischen Ziel „Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert“ Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Der Anteil von Menschen ohne internationale Geschichte mit Armutsrisiko ist gesenkt. Armutsrisikoquote von Menschen ohne internationale Geschichte 18% 2023 kleiner 17% 2030 Der Anteil von Menschen mit internationaler Familiengeschichte und Armutsrisiko ist gesenkt. Armutsrisikoquote von Menschen mit internationaler Geschichte 37% 2023 kleiner 30% 2030 6.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und die Teilziele sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 6.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Ein Großteil der Menschen mit internationaler Fami liengeschichte lebt geballt in bestimmten Quartieren des Sozialraumgebietes. So wohnen beispielsweise schon 2.370 von 15.080 Menschen mit internationaler Familiengeschichte (15,7%) allein in der Gernsheimer Straße. Die entsprechenden Quartiere zeichnen sich durch einen hohen Anteil an älteren Mehrgeschosswohnungen mit vergleichsweise niedrigen Kaltmieten aus. (SK) 6.2 Strategisches Ziel: Teilhabe der Menschen mit i nternationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind weniger gut im Arbeitsmarkt integriert. Sie arbeiten häufiger in prekären Arbeitsverhältnissen. Angesichtes des demografischen Wandels und der Folgen auf den Arbeitsmarkt ist es wichtig, Menschen mit internationaler Familiengeschichte bessere Teilhabechancen am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. 42 Das strategische Ziel 6.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 7) angestrebt und bewertet werden 41 Das strategische Ziel 6.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel E1 Unterstützungsbedürftige sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem 42 Das strategische Ziel 6.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 31 von 46 Tabelle 7: Teilziele zum strategischen Ziel "Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert" Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit deutscher Staatsangehörigkeit ist gesteigert. Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit deutscher Staatsangehörigkeit 59% 2018 größer 59% 2030 Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesteigert. Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit ausländischer Staatsangehörigkeit 44% 2018 größer 44% 2030 Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit ist gesenkt Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit 12% 2018 kleiner 12% 2030 Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesenkt Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit ausländischer Staats- angehörigkeit 28% 2018 kleiner 28% 2030 Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit deutscher Staats- angehörigkeit ist gesenkt Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit deutscher Staats-angehörigkeit 14% 2018 kleiner 14% 2030 Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesenkt Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit 22% 2018 kleiner 22% 2030 Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren insgesamt ist gesenkt Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren insgesamt 8,8% Dez. 2024 kleiner 7% 2030 Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesenkt Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit 18,0% Dez. 2024 kleiner 19% 2030 6.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderung und Teilziele sollen weiterhin in Abstimmung mit den zuständigen Akteuren und Netzwerkparnter*innen im Sozialraum in Zusammenarbeit u. a. mit dem Jobcenter und Agentur für Arbeit bearbeitet werden. 6.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 32 von 46 • Die Kompetenzen der Menschen sollten wertgeschätzt werden und sie in bestehende Strukturen eingebunden werden. (SK) • Beschäftigungsmöglichkeiten bei freien Träger soll ten ausgebaut werden, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. (SK) • Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Betreuu ngsstrukturen sollte stärker in den Blick genommen werden. (SK) 7 Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern Die Lebensstile der mittleren Lebensphase werden im Seniorenalter meist beibehalten, und der dort erreichte sozioökonomische Status bleibt bestehen. Ein besonderes Gewicht erhalten in dieser Phase die Lebensbereiche, die sich im Falle einer Einschränkung nachhaltig auf die Lebensqualität auswirken würden. Zentral sind dabei der Fortbestand der Gesundheit, die mit zunehmendem Alter instabiler wird; die Veränderung der Familienstrukturen, die sich zu den Formen „Paar ohne Kind“ und „Alleinlebend“ entwickeln; und die Kontinuität der materiellen Sicherung, von der Wohnqualität und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Partizipation abhängen. Wie bereits in Kapitel 1 dargelegt weist die Bevölkerungsprognose einen Zuwachs der älteren Bevölkerung Kölns bis zum Jahr 2040 von 27% aus: Von 190.490 Senior*innen im Jahr 2018 auf 241.500 Senior*innen im Jahr 2040. Die Zahl der über 80-Jährigen ist bereits in den letzten zehn Jahren um ca. 25% um rd. 11.500 Personen gestiegen (von rd. 45.200 Personen auf rd. 56.700 Personen). Bis zum Jahr 2040 wird ihre Zahl nochmals um rd. 18.600 Personen auf dann rd. 75.300 Personen ansteigen (+33%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Sozialraumgebiet seit dem Jahr 2013 von 1.163 auf 1.413 im Jahr 2023 um 21,5% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (37,2%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Ostheim seit dem Jahr 2013 von 426 auf 588 im Jahr 2023 um 38% erhöht. Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Neubrück seit dem Jahr 2013 von 738 auf 856 im Jahr 2023 um 16% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Sozialraumgebiet im Jahr 2023 mit 6,6% größer als im Jahr 2013 (5,7%). Die Veränderung ist geringer (bezogen auf die absoluten Prozentpunkte 0,8%) als im städtischen Durchschnitt (1,4%). Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Ostheim im Jahr 2023 mit 4,1% größer als im Jahr 2013 (3,6%). Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Neubrück im Jahr 2023 mit 9,3% größer als im Jahr 2013 (8,5%). Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl der älteren Menschen mit eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten steigen. Steigen wird auch die Zahl älterer Menschen mit internationaler Geschichte. Eine spezielle Herausforderung ist die soziale und materielle Einbindung älterer Migrant*innen sowie deren gesundheitliche und pflegerische Versorgung. 7.1 Strategisches Ziel: Gesundheitszustand der Seni or*innen ist verbessert Viele Krankheiten sind nicht angeboren und werden erst im Lebensverlauf erworben oder treten erst im höheren Alter auf. Diesen Krankheiten kann häufig durch präventives Verhalten entgegengewirkt werden. Eines der zentralen Ziele der Gesundheitsförderung im hohen Alter ist es, die Gesundheit der Menschen durch personale, materielle und soziale Ressourcen zu erhalten. Gesundheitsressourcen und Widerstandskräfte können aufgebaut und gestärkt werden durch geistige, emotionale und körperliche Aktivität, durch das Erleben von Autonomie, Sinnhaftigkeit und Leistungsfähigkeit sowie durch soziale Einbindung. Im Vordergrund steht daher die Unterstützung und Befähigung der Menschen, ihre eigene Gesundheit mit Hilfe von gesundheitsfördernden Verhaltensweisen zu Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 33 von 46 bewahren oder zu verbessern. 43 Das strategische Ziel 7.1 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 8) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 8: Teilziele zum strategischen Ziel "Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert" Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen ist verbessert Anteil älterer Menschen mit subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheits- zustand insgesamt 12% 2016 kleiner 12% 2030 Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert Anteil älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte und subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheits- zustand 18% 2016 kleiner 12% 2030 Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen mit Armutsrisiko ist verbessert Anteil armutsgefährdeter älterer Menschen mit subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheitszustand 27% 2016 kleiner 27% 2030 Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen mit Schwerbehinderung ist verbessert Anteil älterer Menschen mit subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheits- zustand mit Schwerbehinderung 31% 2016 kleiner 31% 2030 7.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 7.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Angebote für Gesundheitsbildung im Alter (mehrspra chig, altersübergreifend) fehlt. (SK) 7.2 Strategisches Ziel: Altersarmut ist bekämpft Gut jeder vierte Haushalt mit Erwachsenen im Senior*innenalter (26%) hat ein Armutsrisiko. Das entspricht etwa der durchschnittlichen Armutsrisikoquote über alle Altersgruppen. Ein erhöhtes Armutsrisiko haben insbesondere ältere Menschen mit einer Schwerbehinderung sowie ältere Menschen mit internationaler Familiengeschichte (48% der Haushalte). Die Anzahl und der Anteil der Menschen, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind steigt: Im Dezember 2018 bezogen 14.739 Personen (7,7% der Bevölkerung ab 65 Jahren, im Jahr 2010 waren es noch 5,9% (relativ liegt der Anstieg bei 37%). Diese Anteile sind in den Stadtteilen sehr unterschiedlich: In Chorweiler sind 40%, in Finkenberg 30% und in Seeberg 20% auf Grundsicherungsbezug angewiesen. Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück erhielten im Jahr 2023 18 % Grundsicherungsleistungen (vs. 13,2 im Jahr 2013), in der Gesamtstadt betrug der Anteil 9,2% (vs. 7% im Jahr 2013). Die Veränderung ist in Ostheim/Neubrück mit 4,85 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt (2,2 Prozentpunkte). 43 Das strategische Ziel 7.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G1 Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 34 von 46 Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Stadtteil Ostheim erhielten im Jahr 2023 20,5 % Grundsicherungsleistungen. Die Veränderung ist in Ostheim mit 3,2 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt. Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Sozialraumgebiet Neubrück erhielten im Jahr 2023 15,5 % Grundsicherungsleistungen. Die Veränderung ist in Neubrück mit 5,8 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt. Die Entwicklung der zunehmenden Altersarmut hat Auswirkungen auf Teilhabechancen in den anderen Lebenslagenbereichen. 44 Das strategische Ziel 7.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 9) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 9: Teilziele zum strategischen Ziel „Altersarmut ist bekämpft“" Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Das Armutsrisiko älterer Menschen ist gemindert. Armutsrisikoquote älterer Menschen 26% 2023 kleiner 23% 2030 Das Armutsrisiko älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte ist gemindert Armutsrisikoquote älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte 48% 2023 kleiner 38% 2030 Anspruchsberechtigte ältere Menschen beziehen SGB Leistungen Grundsicherungsquote (SGB XII) ältere Menschen im Sozialraumgebiet 18,0% 2023 Wert wird beobachtet 2030 im Stadtteil Ostheim 20, 5% im Stadtteil Neubrück 15,5% 7.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 7.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Es wird der Wunsch nach mehr dritten Orten mit gas tronomischem Angebot geäußert. Bestehende Angebote wie Mittagstisch für Senioren etc. sind voll ausgelastet. (BK) • Es fehlen seniorengerecht preiswerte Wohnungen im SRG. (A) 7.3 Strategisches Ziel: Soziale und kulturelle Teil habe von Senior*innen ist ermöglicht In Köln gibt es im Jahr 2023 142.120 Senior*innenhaushalte, von denen 49% Einpersonenhaushalte sind; 70.179 Zwischen dem 80. und 85. Lebensjahr bilden Frauen fast drei Viertel aller Einpersonenhaushalte, ab dem 85. Lebensjahr sind es 79%. Die soziale und kulturelle Einbindung sind ein wichtiger Bestand der Lebensgestaltung, sie stabilisieren die soziale Einbindung und können aktiv die körperliche und geistige Gesundheit fördern. Eine gelingende soziale und kulturelle Einbindung ist deshalb insbesondere für alleinlebende Ältere 44 Das strategische Ziel 7.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel E1 Unterstützungsbedürftige sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 35 von 46 wichtig. Vor dem Hintergrund zunehmender Altersarmut ist es wichtig, soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. 45 In der Leben-in-Köln-Umfrage im Jahr 2016 gaben für die Stadt insgesamt 56,2% der Befragten an, mit den Sport- und Freizeitangeboten im Viertel sehr bzw. eher zufrieden zu sein. Im Sozialraumgebiet lag dieser Wert bei 53,7%. Im Stadtteil Ostheim lag dieser Wert bei 52,8%. Im Stadtteil Neubrück lag dieser Wert bei 59,2%. 7.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die stadtweiten Planungen bearbeitet werden. 7.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Hohe Nachfrage nach Unterstützung für Demenzkranke und Angehörige. (A) 7.4 Strategisches Ziel: Bedarf an kultur- und gende rsensibler Pflege ist gedeckt Eine spezielle Herausforderung ist die soziale und materielle Einbindung älterer Migrant*innen sowie deren gesundheitliche und pflegerische Versorgung. Am Jahresende 2023 lebten in Köln 58.421 Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte, dies entspricht 30% der älteren Bevölkerung. Darunter waren rund 28.300 Senior*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, diese Zahl betrug im Jahr 1990 noch 7.000 Personen und hat sich seitdem vervierfacht. Der Anteil wird voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter steigen. Zu beachten ist, dass die Pflegebedürftigkeit bei Menschen mit internationaler Familiengeschichte aufgrund besonders belastender Lebensgeschichten etwa 10 Jahre früher einsetzt als bei der Gruppe ohne internationale Familiengeschichte. Daraus folgt, dass ein erhöhter Bedarf an Angeboten für Senior*innen besteht, die mit interkultureller Kompetenz ausgestattet sind. Besonders betroffen sind dabei Stadtteile einem hohen Anteil an älteren Personen mit internationaler Familiengeschichte. 46 7.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 7.4.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 8 Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern Eine demokratische Gesellschaft hat das Ziel, alle Bürgerinnen und Bürger in die Gestaltung der gesellschaftlichen Lebensverhältnisse einzubeziehen. Wie gut dies gelingt wird an den Merkmalen „Interesse an Politik“, „Wahlbeteiligung“ sowie „ehrenamtliches Engagement“ bewertet. 45 Das strategische Ziel 7.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 1.3 Köln sichert und entwickelt seine Veedel zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens; KP Ziel 1.4 Köln sorgt für attraktive Parks, Plätze, Straßen und sichere öffentliche Räume; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel SPG 2 Menschen können Kultur und Freizeitangebote im Lebensumfeld inklusiv nutzen. 46 Das strategische Ziel 7.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G5 Die Angebote der ambulanten und stationären Versorgung sind quantitativ ausgebaut und qualitativ weiterentwickelt Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 36 von 46 Die Intensität des politischen Interesses der Bevölkerung steht mit dem Bildungsgrad und weiteren soziodemografischen Faktoren in Zusammenhang. Während die Berufstätigkeit einer Person nur bedingt mit ihrem politischen Interesse zusammenhängt und per se eine geringe Erklärungskraft besitzt, scheint das politische Interesse mit Arbeitslosigkeit und deren zunehmender Dauer abzunehmen. Die Beteiligung an einer Wahl bedeutet die Möglichkeit, die politischen Lebensverhältnisse mitzugestalten. Untersuchungen zufolge steht der Grad der politischen Partizipation von Personen häufig im Zusammenhang mit ihrer sozioökonomischen Lage. So verzichten Menschen mit einem niedrigeren Bildungs- und Einkommensniveau häufiger darauf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, als Menschen mit einem höheren Bildungs- und Einkommensniveau. Zumeist ist die Wahlbeteiligung besonders in den Stadtteilen niedrig, in denen ein hoher Bevölkerungsanteil von Transferleistungen lebt. Teilhabe am Erwerbsleben und politische Teilhabe hängen zusammen. Das Interesse an der Bundespolitik ist stärker als das Interesse an der Kommunalpolitik. Durch bürgerschaftliches bzw. ehrenamtliches Engagement erfolgen Mitgestaltung und Partizipation auch außerhalb der Politik in weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Personen, die sich bürgerschaftlich engagieren, fühlen sich stärker gebraucht und eher integriert. Dies gilt gerade auch für ältere Menschen. Engagement kann sinnstiftend sein und zum Wohlbefinden der Ehrenamtlichen beitragen. Darüber hinaus ermöglicht das Ehrenamt die Aufrechterhaltung sowie Pflege sozialer Kontakte und gewährleistet nachweislich ein besseres subjektives Empfinden der eigenen Gesundheit sowie Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Mangelnde soziale Teilhabe kann sich auch darin zeigen, dass bestimmte Personengruppen in diese Formen der gesellschaftlichen Mitgestaltung weniger eingebunden sind als andere. 8.1 Strategisches Ziel: Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert Aktuelle Zahlen zum Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik liegen leider für Köln nicht vor. 47 8.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Multiplikator*innenarbeit geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 8.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Informationen aus Ratsinformationssystem sind schw er zugänglich. (SK) • Kaum Kontakte zu Politiker*innen (BK) • Die beiden Stadtteile verfügen jeweils über eine z weimal (Neubrück) und dreimal (Ostheim) im Jahr erscheinende, gedruckte Stadtteilzeitung die in alle Haushalte kostenlos geliefert wird. Die Zeitungen werden von einem ehrenamtlichen Redaktionsteam erstellt. Seit 2023 berichtet die Zeitung in dem Teil „Stadtteilzeitung International“ -Themen mehrsprachig von und für Menschen mit internationaler Geschichte. (SK) 47 Die letzte Erhebung zum Thema fand im Jahr 2016 statt. In der Strukturdatenerhebung im Jahr 2023 wurden keine Fragen zu diesem Thema gestellt. Das strategische Ziel 8.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung; Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 37 von 46 8.2 Strategisches Ziel: Wahlbeteiligung ist erhöht Die Wahlbeteiligung ist in der Stadt sehr unterschiedlich ausgeprägt und ist seit der letzten Bundestagswahl 2025 erfreulicher Weise 5,3 Prozentpunkte höher als 2021. In den Stadtteilen in den Sozialraumgebieten lag sie jedoch mit 75,3% 10 Prozentpunkte unter den Stadtteilen außerhalb von Sozialraumgebieten 85,8%. Der Anteil der Ratsmitglieder mit internationaler Familiengeschichte in der Wahlperiode 2009-2014 betrug knapp 7%. Zahlen zum Geschlechterverhältnis stehen für das Jahr 2018 zur Verfügung. In der aktuellen Wahlperiode sind nur 34 der insgesamt 91 Ratssitze mit Frauen besetzt (37%). Hinsichtlich der politischen Repräsentation von Frauen sowie von Menschen mit internationaler Familiengeschichte in politischen Gremien besteht ein weiterer Angleichungsbedarf. 48 Das strategische Ziel 8.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele angestrebt und bewertet werden: Tabelle 10: Teilziele zum strategischen Ziel "Wahlbeteiligung ist erhöht“ Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Die Wahlbeteiligung an der Bundestagswahl in benachteiligten Stadtteilen mit stark unterdurchschnittlicher Wahlbeteiligung ist erhöht. Wahlbeteiligung in der Gesamtstadt 83,1 2025 gleich oder größer 75,8% 2032 in Stadtteilen außerhalb von Sozialraumgebieten 85,8 2025 in Stadtteilen in Sozialraumgebieten 75,3 2025 im Stadtteil Ostheim 70,2 2025 im Stadtteil Neubrück 69,7 2025 Beteiligung der Wähler*innen an der Integrationsratswahl ist erhöht Beteiligung der Wähler*innen an den Integrationsratswahlen (im Bezirk) 10,8 2020 > 15% (städt. Mittelwert) 2030 8.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Das strategische Ziel soll weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z. B. wenn es um Demokratieförderung geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen (Das Thema soll stadtweit aber auch durch die Förderung ehrenamtlichen Engagements im Sozialraumgebiet (vgl. 8.3) bearbeitet werden). 8.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Menschen sind unglücklich mit der aktuellen Politi k und ihrer eigenen Situation. (A) • Ergebnisse der Beteiligung müssen sichtbarer gemac ht werden. (A) • Persönlicher Kontakt zu Politiker*innen sollte ges tärkt werden. (A) • Ort für Austausch über Parteiprogramme und Wahl fe hlt. (SK) 48 Das strategische Ziel 8.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 38 von 46 8.3 Strategisches Ziel: Ehrenamtliches Engagement i st erhöht 24% der Kölner*innen waren 2016 ehrenamtlich engagiert.49 Aktuelle Zahlen zum Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik liegen leider nicht für Köln vor. 50 Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen kommt dem ehrenamtlichen Engagement eine stetig wachsende Bedeutung zu. Die gemeinnützigen Organisationen benötigen in vielen Bereichen ehrenamtliche Unterstützung. Es ist daher wünschenswert und sinnvoll, das Engagement der Kölner*innen weiter zu fördern, brachliegende „Ressourcen“ mit geeigneten Mitteln und Anreizen zu aktivieren, neue Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu schaffen und auf die veränderten Bedarfe zu reagieren. Diese Dynamik bietet die Chance Menschen zu erreichen, die sich bisher kaum oder gar nicht ehrenamtlich engagiert haben. 51 Das strategische Ziel 8.3 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Indikators angestrebt und bewertet werden: Tabelle 11: Indikator für das strategische Ziel "Ehrenamtliches Engagement ist erhöht“ strategisches Ziel Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Ehrenamtliches Engagement ist erhöht Anteil der Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren 24% 2016 größer 24% 2030 8.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtischen Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z. B. wenn es um die Multiplikator*innenarbeit geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 8.3.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • In Neubrück sind Dritte Orte in denen das Engageme nt stattfindet vor dem finanziellen aus. (A) • Überalterung der Ehrenamtlichen ist ein Problem. ( A) • Bei konkreten Anlässen ist das Engagement hoch. (A ) 9 Herausforderung: Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Belastungen der Wohnsituation bemessen sich an Indikatoren wie beengtem Wohnraum, einer hohen Mietbelastung, der Entwicklung der Wohnungslosigkeit und einer bedarfsgerechten (z.B. barrierefreien) Bauweise. Derartige Belastungen auszugleichen, gehört zu den Herausforderungen der städtischen Wohnungspolitik. Einkommensschwache Haushalte leben oftmals in günstigeren Wohnungen mit kleinerer Wohnfläche, haben aber trotzdem eine relativ große ökonomische Belastung. Es sind es die Alleinerziehenden, die mit 41,6 % den höchsten Mietbelastungswert aufweisen. Ihnen steht ein geringeres Einkommen zur Verfügung als etwa Haushalten von zwei Erwachsenen mit Kind(ern). Auch Menschen im Seniorenalter haben aufgrund geringerer finanzieller Bezüge im Vergleich zu Erwerbstätigen eine hohe Mietkostenbelastung (37,2%). 49 Daten stammen aus der Leben in Köln-Umfrage 2016. 50 Die letzte Erhebung zum Thema fand im Jahr 2016 statt. In der Strukturdatenerhebung im Jahr 2023 wurden keine Fragen zu diesem Thema gestellt. 51 Das strategische Ziel 8.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 39 von 46 Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Sozialraumgebiet Ostheim/Neubrück bei 20,4%; im Jahr 2013 lag sie bei 18%. In der Stadt Köln lag sie im Jahr 2023 bei 21,7% und im Jahr 2013 bei 24,7%. Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Ostheim bei 22,6%; im Jahr 2013 lag sie bei 19,5%. Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Neubrück bei 15,4%; im Jahr 2013 lag sie bei 16,1%. Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 in Ostheim/Neubrück bei 0 % und damit niedriger als in der Gesamtstadt 6,6%. Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Ostheim bei 24,8 % und damit höher als der Durchschnitt der Stadt Köln (6,6). Der Bestand hat im Vergleichzeitraum weiter abgenommen (im Stadtteil = -4,9 Prozentpunkte, im Stadtgebiet um - 0,8 Prozentpunkte). Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Neubrück bei 8,5 % und damit höher als der Durchschnitt der Stadt Köln (6,6). Der Bestand hat im Vergleichzeitraum weiter abgenommen (im Stadtteil = -5,9 Prozentpunkte, im Stadtgebiet um -0,8 Prozentpunkte). Die Zahlen zeigen, dass die Mobilität zwischen den betrachteten Jahren abgenommen hat; insgesamt war die Fluktuationsquote in den Sozialraumgebieten niedriger als in der Stadt insgesamt, was dem angespannten Wohnungsmarkt geschuldet sein kann. 9.1 Strategisches Ziel: Bedarfsgerechtes, bezahlbar es Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert Im Stadtentwicklungsausschuss hat die Verwaltung am 20.06.2024 u.a. das folgende mitgeteilt (vgl. 1568/2024 ): „Im Februar 2014 wurde das Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen als Gesamtrahmen für die Ausrichtung der kommunalen Wohnungspolitik beschlossen. Aufgrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums liegt seitdem die Zielvorgabe der Kölner Wohnungspolitik darin, bedarfsgerecht Standorte für den Wohnungsbau zu mobilisieren, um so die zu erwartende Nachfrage befriedigen zu können. Den Kölner Statistischen Nachrichten 3/2023 (Mitteilung Nr. 1800/2023) ist zu entnehmen, dass die Zielzahl bei den Baufertigstellungen in den letzten Jahren nicht erreicht wurde. Beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik wird eine Übersicht der planbedürftigen Wohnbaupotenzialflächen (mit Mischnutzungen) im Wohnungsbauprogramm geführt. Derzeit beinhaltet das Wohnungsbauprogramm 139 Flächen (~ 600 ha). Von den 139 Flächen besitzen 26 Flächen einen Satzungsbeschluss für rund 4.500 Wohneinheiten und sind somit kurzfristig umsetzbar. Hiervon befinden sich bereits 14 Flächen für rund 2.800 Wohneinheiten in der Realisierung. Mit der Neuaufstellung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Köln werden sich neue Siedlungspotenziale für Wohnen und Mischnutzungen auf dem Kölner Stadtgebiet ergeben (siehe hierzu auch Stellungnahme des Rates der Stadt Köln vom 22.06.2022 zum Regionalplanentwurf, Vorlage-Nr. 1159/2022). Über die Neufestlegung von Allgemeinen Siedlungsbereichen (ASB) im Regionalplan stehen mittel- bis langfristig neue Flächen zur Weiterentwicklung der Stadt zur Verfügung. Der für Anfang 2025 erwartete Feststellungsbeschluss zum Regionalplan wird aktuell zum Anlass genommen das Wohnungsbauprogramm zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Eine Information zum Wohnungsbauprogramm ist für 2025 geplant. Der Wohnungsbau in Köln wird anteilig auch durch die kleinteilige Innenentwicklung getragen. Hierzu zählen vor allem Entwicklungen auf Grundlage von § 34 BauGB, z. B. Baulückenschließung, Umnutzung von Büro-/Gewerbeimmobilien in Wohnnutzung, Aufstockung. Dieses Innenentwicklungspotenzial hat in den letzten Jahren teilweise über 1.000 Wohneinheiten pro Jahr zu den Wohnbautätigkeiten beigesteuert. Die jährlichen Baufertigstellungszahlen sind seit Einführung des StEK Wohnen im Jahr 2014 im Durchschnitt konstant. Im Zeitraum 2014 - 2023 wurden durchschnittlich 2.870 Wohnungen neu errichtet. Der Vergleich zum Zeitraum 2004 – 2013, in dem im Durchschnitt ebenfalls 2.870 Wohnungen neu geschaffen wurden zeigt, dass diese Zahl – trotz jährlicher Schwankungen - über einen längeren Zeitraum betrachtet konstant ist. Seit Einführung des StEK Wohnen ist allerdings eine Steigerung der Baugenehmigungstätigkeit festzustellen. Wurden zwischen 2004 und 2013 noch für durchschnittlich 3.080 Wohnungen Baugenehmigungen pro Jahr erteilt, waren es zwischen 2014 und 2023 3.340 Baugenehmigungen. Dies resultierte in einem stetigen Anstieg des Bauüberhangs. Dieser beträgt zum 31.12.2023 9.415 Wohnungen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 40 von 46 Das Thema (kleinteilige) Innenentwicklung bzw. Nachverdichtung wird über eine Kombination mehrerer aktivierender Instrumente umgesetzt. Hierzu zählen das Baulückenprogramm oder die mit Partner*innen der Wohnungswirtschaft durchgeführte Weiterentwicklung von Siedlungsbeständen der 1950/60er Jahre (vgl. Sachstandsbericht StEK Wohnen, Vorl.-Nr. 3307/2018). Beispielhaft sei hier auf die Modernisierung von rund 800 Wohnungen und den Neubau von ca. 200 Wohnungen in der Kannebäckersiedlung durch die GAG Immobilien AG hingewiesen. Inwieweit die neuen Instrumente der Baulandmobilisierung, die mit einer Novelle des Baugesetzbuches (BauGB) sowie der (Baunutzungsverordnung) BauNVO Mitte 2021 in Kraft getreten sind, erfolgversprechend sind, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht bewertet werden, da es noch keine umgesetzten Anwendungsbeispiele gibt. Eine wichtige Grundlage für die Anwendung der Instrumente des Baulandmobilisierungsgesetzes stellt die im Januar 2023 in Kraft getretene Verordnung zur Bestimmung von Gebieten im Land Nordrhein-Westfalen mit einem angespannten Wohnungsmarkt nach §201a des Baugesetzbuches dar. Erst diese Grundlage lässt zum Beispiel die Befreiung von Festsetzung eines Bebauungsplanes (§31 Abs. 3 BauGB) zu. Demnach können in einem angespannten Wohnungsmarkt, wie Köln, eine Befreiung von Festsetzungen eines Bebauungsplanes zugunsten des Wohnungsbaus im Einzelfall erteilt werden, auch wenn die Grundzüge der Planung berührt sind. Es gibt keine Anwendungspflicht dieses Instrumentes, die Wohnungsbauleitstelle hat hier einen verwaltungsinternen Abstimmungsprozess initiiert, um die Möglichkeiten zur Stärkung des Wohnungsbaus in diesem Rahmen weiter auszuschöpfen. Zu den neuen Instrumenten zur Mobilisierung und Aktivierung von Baurechten zählen neben der Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplans (Befreiungen nach §31 Abs. 2 und 3 BauGB) auch z. B. die erweiterte Zulässigkeit von Vorhaben im Innenbereich (Erweiterter Zulässigkeitsrahmen nach §34 Abs. 3a BauGB), die Nutzung des kommunalen Vorkaufsrechts oder auch die konzeptionelle Erstellung von städtebaulichen Entwicklungskonzepten zur Stärkung der Innenentwicklung nach §176 a BauGB. Für 2025 bereitet das Amt für Stadtentwicklung und Statistik die Bearbeitung eines Innenentwicklungskonzeptes nach §176 a vor, in diesem Rahmen wird auch die konkrete Anwendung der o. g. Instrumente überprüft.“ 9.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele Die Herausforderungen und das strategische Ziel sol len weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 9.1.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Keine Beratung bei drohender Wohnungslosigkeit ode r Wohnraumveränderung im SRG. (SK) • Kein Wohnraum für große Familien im Sozialen Wohnu ngsbau, außer an der Frankfurter Straße. (A) • Wohnungssuche erfolgt nur noch digital. (A) • Konkrete Ansprechpartner*innen/ Fördertöpfe und Pr ogramme müssen bekannt gemacht werden. (A) 9.2 Strategisches Ziel: Barrierefreiheit - Senioren gerechtes Wohnen fördern Im Ausschuss für Soziales und Senior*innen hat die Verwaltung in Bezug auf die „Datengrundlagen für altersgerechtes /barrierearmes Wohnen in Köln“ am 23.01.2025 u. a. das folgende mitgeteilt (vgl. 4003/2024 ): „Die umfassendste Quelle zum kommunalen Gebäude- und Wohnungsbestand ist die im Rahmen der Zensus-Erhebungen (zuletzt 2022) durchgeführte Gebäude- und Wohnungszählung. Hieraus können Informationen zum Kölner Wohnungsbestand differenziert nach Gebäudetyp, Wohnungsgröße, Wohnform (Miete/Eigentum) und Beheizung nach Baualtersklassen (ab1945 auch jährlich) aggregiert ausgewertet werden. Darüber hinaus gehende Informationen zur Ausstattung der Wohnungen und Gebäude wurden im Zensus nicht erhoben und liegen auch in anderen Datenquellen – wie zum Beispiel in der Bautätigkeitsstatistik nach dem Hochbaustatistikgesetz – nicht vor. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 41 von 46 Angaben zur Barrierefreiheit und zur Ausstattung mit Aufzügen sind weder Erhebungsmerkmale in der Gebäude- und Wohnungszählung noch in der Bautätigkeitsstatistik nach dem Hochbaustatistikgesetz. Insofern liegen hierzu keine Daten für den gesamten Wohnungsbestand vor. Im Bereich des öffentlich geförderten Wohnungsbestandes geben bereits seit 1998 die Förderrichtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen vor, dass Mietwohnungen barrierefrei gebaut werden. Demnach müssen der Hauseingangsbereich sowie die Erdgeschosswohnungen stufenlos von der Straße erreichbar sein. Dies gilt auch für Aufzugsanlagen. Zudem ist vorgeschrieben, dass in allen Wohnungen weder Stufen noch Schwellen bestehen. Die Bäder müssen mit bodengleichen Duschen ausgestattet sein. Alle Türbreiten sowie Bewegungsflächen müssen den Bestimmungen für barrierefreies Bauen entsprechen. Mit Stand Januar 2024 waren im Bestand der 42.417 geförderten Wohnungen 13.148 als barrierefrei registriert. In 2023 wurden 622 geförderte Neubau-Wohnungen fertiggestellt, welche gemäß den Wohnraumförderbestimmungen barrierefrei errichtet worden sind. Hiervon sind alle Wohnungen ohne Barrieren im Erdgeschoss oder über einen Aufzug erschlossen.“ Dementsprechend kann lediglich über einen kleinen Teil des Wohnungsbestands eine Aussage zur Barrierefreiheit getroffen werden. Bezogen auf den o. g. Bestand an geförderten Wohnungen liegt der Anteil an barrierefreien Wohnungen bei ca. 31%. Bezogen auf alle ca. 572.100 Wohnungen in der Stadt Köln (Stand 2023) kann damit aber lediglich zu ca. 7,4% der Wohnungen eine Aussage zur Barrierefreiheit getroffen werden. Barrieren in der Wohnung und Wohnumgebung können die selbstständige Lebensführung in einer Privatwohnung erschweren. Aussagen über das Angebot an barrierefreien Privatwohnungen sind allerdings kaum möglich. Zuletzt wurde in der „Leben in Köln“-Umfrage 2016 näherungsweise mit der Frage nach „altengerechtem Wohnraum“ erhoben, inwieweit die Wohnungen und Häuser älterer Menschen in der Stadt Köln barrierefrei oder barrierearm sind: Von den Befragten im Alter ab 65 Jahren gaben 48 % die Einschätzung, dass sie in einer altengerechten Wohnung oder einem altengerechten Haus wohnen. 9.2.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbei tung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sol len weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 9.2.2 Hinweise der Akteure vor Ort und der Bürger*i nnen Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Der Hochhausbestand in der Gensheimer Straße sowie der überwiegende Teil des Mietwohnungsbestandes in Neubrück, ausgeschlossen Weißmantelweg hat keinen barrierefreien Zugang. (SK) • Städtische Vorgaben für Neubau/Umbau denken Alters angemessenheit nicht mit. (SK) • Es braucht finanzielle Anreize für Barrierefreihei t – z.B. Förderungen für Außenaufzüge. (A) • Wohnungswechsel müssten attraktiv sein (ohne Mietp reissteigerungen). (A) 9.3 Attraktivität des Wohnumfelds steigern Sowohl die Wohnqualität als auch die eigene Wohnsituation beeinflussen die Lebensqualität und somit gesellschaftliche Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt. Bund und Land leisten Unterstützung in Form von Zuschüssen/Darlehen, um angemessenen Wohnraum finanzieren zu können. Die Stadt wirkt als Akteur auf den sozialen Wohnungsbau und auf die Stadtplanung ein. Sozialpolitisch sind die Wohnversorgung und das Wohnumfeld innerhalb einer Stadt insofern relevant, als Bevölkerungsgruppen mit geringen materiellen Ressourcen aus gut gelegenen Stadtteilen mit guter Infrastruktur in Randlagen mit schlechter Infrastruktur und belasteten öffentlichen Räumen verdrängt werden könnten. Kinder und junge Erwachsene, die in Stadtteilen leben, die keine hinreichenden Möglichkeiten der Freizeitgestaltung anbieten und in denen es an Treffpunkten und Angeboten zur kulturellen und persönlichen Entwicklung mangelt, sind in ihren Teilhabechancen eingeschränkt. Andere Einschränkungen betreffen die Gesundheitsversorgung von älteren und Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 42 von 46 pflegebedürftigen Menschen, die abhängig von den medizinischen und pflegerischen Angeboten im Wohnumfeld sind. Wenn in einem Wohngebiet ökonomische, soziale und Umweltbelastungen zusammentreffen, kann sich soziale Ungleichheit in räumlicher Segregation 52 widerspiegeln (Friedrichs 2011: S. 50). Das Aufwachsen in einer solchen Wohnlage kann wiederum für Kinder und Jugendliche prägend sein für ihre weitere Entwicklung. Neben der Lärm-, Luft- und Hitzebelastung ist für die Einschätzung der Umweltgerechtigkeit in urbanen Gebieten von zentraler Bedeutung, inwiefern die Menschen mit den Umweltressourcen in ihrer Stadt zufrieden sind. Hierzu zählen Mobilitätsangebote, aber auch Angebote an Parks und Grünflächen. Bei den Mobilitätsangeboten zeigt sich ein gemischtes Bild. Etwa 71% der Befragten der „Leben in Köln“-Umfrage 2016 bewerten das ÖPNV-Angebot der Stadt als gut bzw. sehr gut. Nur sieben Prozent sind unzufrieden mit dem ÖPNV-Angebot. Bei der Fahrradfreundlichkeit ergibt sich ein durchwachseneres Bild. Hier geben lediglich 66% der Befragten an, mit der Fahrradfreundlichkeit der Stadt zufrieden zu sein. Im Umkehrschluss heißt das: Rund ein Drittel der Befragten schätzen Köln als nicht fahrradfreundliche Stadt ein. Relativ schlecht wird die Umweltqualität der Stadt bewertet. Diese wird nur von 23% der Befragten mit gut bzw. sehr gut bewertet und von 25% als schlecht bzw. sehr schlecht. Mit dem Angebot an Park- und Grünanlagen sind 81% und damit ein Großteil der Befragten zufrieden und 20% unzufrieden. Insgesamt zeigt sich ein durchmischtes Bild bei der Bewertung der Umwelt- und Mobilitätsaspekte in der Stadt Köln. 9.3.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbei tung Das Teilziel soll (weiterhin) u. a. über die städtischen Prozesse bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z. B. wenn es um die Einbindung der Bevölkerung bei der Gestaltung bzw. Veränderung des Wohnumfelds geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 9.3.2 Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger *innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Parkdruck im Sozialraumgebiet hoch. (BK) • Es werden mehr Parkkontrollen durch das Ordnungsam t gefordert. (BK) • Die Gernsheimer Straße ist ein Angstraum. (BK) • An der Haltestelle Ostheim befindet sich eine Meth adonausgabe. In diesem Zusammenhang wünschen sich viele Menschen mehr Unterstützung für die Konsument*innen, andere geben an, dass sie sich mehr ordnungspolitische Maßnahmen wünschen. (BK) • Ein Trinkwasserbrunnen und eine öffentliche Toilet te wird für die Haltestelle am Rundhaus gefordert. (BK) • Die ÖPNV-Anbindung an die Linie 1 und 9 über den B us von Neubrück aus ist unzuverlässig und zu den Schulzeiten stark überfüllt. (BK) 10 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen, Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 19.11.2024 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwaltung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und 52 Vgl. Kap 4.2 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08.04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1.0 43 von 46 Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden ebenfalls dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In der folgenden Übersicht 1 sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgelistet, die im Sozialraumgebiet in den nächsten fünf Jahren bearbeitet bzw. angestrebt werden sollen. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrichtungen und Diensten vor Ort. Ggf. mögliche Unterstützungen durch die Sozialraumkoordination und die Akteure vor Ort sind in der folgenden Übersicht dargestellt: Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet : Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08 .04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1. 0 44 von 46 Übersicht 1: Herausforderungen und strategische Ziele Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung u. a. durch städtische Planungen/Verwaltung Unterstützung durch die Sozialraumkoordination und Akteure vor Ort Herausforderung 1: Demographischen Wandel gestalten (1) Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft (2) Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung ist verbessert (3) Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert Herausforderung 2: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern (1) Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert X X Herausforderung 3: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien (1) Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert X (2) Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert X (3) Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen X Herausforderung 4: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern (1) Nachholen und Erwerb von höheren Schulabschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert X (2) Junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte sind im Übergangssystem gefördert X (3) Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert X (4) Unterbeschäftigung von jungen Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut X Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet : Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08 .04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1. 0 45 von 46 Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung u. a. durch städtische Planungen/Verwaltung Unterstützung durch die Sozialraumkoordination und Akteure vor Ort Herausforderung 5: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Teilhabechancen armutsgefährdeter Alleinerziehendenhaushalte sind verbessert X X (2) Teilhabechancen armutsgefährdeter kinderreicher Familien sind verbessert X X (3) Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert X X (4) Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt X (5) Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert X X Herausforderung 6: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert X (2) Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert X Herausforderung 7: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern (1) Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert X (2) Altersarmut ist bekämpft X (3) Soziale und kulturelle Teilhabe von Senior*innen ist ermöglicht X (4) Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt X Herausforderung 8: Kulturelle und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement (1) Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert X X (2) Wahlbeteiligung ist erhöht X X Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Herausforderungen und Ziele Sozialraumgebiet : Ostheim/Neubrück Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 08 .04 .202 5 2025 -04 -08_SRGAnalyse_OHNB_final.docx 1. 0 46 von 46 Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung u. a. durch städtische Planungen/Verwaltung Unterstützung durch die Sozialraumkoordination und Akteure vor Ort und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern (3) Ehrenamtliches Engagement ist erhöht X X Herausforderung 9: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern - Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten (1) Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert X (2) Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Wohnen fördern X (3) Attraktivität des Wohnumfelds steigern X X Die strategischen Ziele sollen zum einen durch die Fachplanungen bzw. Fachverwaltungen sowie zum anderen durch eine sozialraumorientierte Verwaltung angestrebt werden. Bei Herausforderungen bzw. Zielen, für die keine eindeutige bzw. alleinige Zuständigkeit der Fachverwaltung gegeben ist bzw. Verbesserungsmöglichkeiten durch eine bessere Vernetzung bzw. Abstimmung der Akteure vor Ort und der Verwaltung gesehen werden, soll die Sozialraumkoordination gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel, als Bindeglied in die Verwaltung, auf die Zielerreichung hinwirken. Dabei bleiben die originären und gesetzlichen Zuständigkeiten der Ämter und Dienststellen unberührt. Das konkrete weitere Vorgehen wird in Planungskonferenzen entwickelt. Hierbei greifen die Sozialraumkoordination auf bestehende Gremien wie z. B. die Stadtteilkonferenzen mit Vertreter*innen der Akteur*innen vor Ort und der Fachverwaltung zurück oder klären das weitere Vorgehen mit der Fachverwaltung und den Akteur*innen vor Ort.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (10)
- Frankfurter Straße
- Gernsheimer Straße 2012
- Vingster Ring
- Buchheimer Weg
- Europaring
- Neubrücker Ring
- Rather Straße
- An St. Adelheid
- Merheimer Heide
- Straße 20
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 1049/2025
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 29.04.2025
- Erstellt
- 08.04.2025 13:30