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1950/2017

Museumsdienst Köln. Jahresbericht 2016

Mitteilung Ausschuss 21.06.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 27.06.2017, TOP 8.7

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

12395 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/4522 
 
Vorlagen-Nummer  21.06.2017 
 1950/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 27.06.2017 
 
Museumsdienst Köln. Jahresbericht 2016 
4522 legt dem Ausschuss Kunst und Kultur seinen Jahresbericht 2016 vor. Nachfolgend, für 
den ersten Überblick, in Kurzform, das ausführliche und informative Druckexemplar wird zur 
Sitzung vorgelegt. 
 
 
 
Einführung 
 
Der Museumsdienst Köln gehört seit 1965 zu den wichtigsten Institutionen der Kulturellen 
Bildung in Köln. Gegründet als erste museumspädagogische Facheinrichtung der Bundesre-
publik, zählt er heute zu den drei größten in Deutschland. Er arbeitet für die neun städtischen 
Museen Kölns und verantwortet Bereiche von Kommunikation und Marketing für den Muse-
umsstandort. Innerhalb des Dezernats für Kunst und Kultur erfüllt er weitere Aufgaben der 
Kulturellen Bildung und der Kommunikation. Dazu gehören Fragen der Besucherorientierung. 
 
Basis der Kölner Vermittlungsarbeit sind die Bestände der städtischen Museen, deren histo-
rische, kunst- und kulturhistorische Sammlungen von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart 
reichen und eine lokale, regionale, internationale und außereuropäische Ausrichtung besit-
zen. Das Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln von Kunst, Kultur und 
Geschichte sind komplementäre und sich wechselseitig stimulierende Arbeitsfelder. Daher ist 
die Museumspädagogik eng in die Programmatik und Konzeption der Präsentationen einge-
bunden. 
 
Die in Dauer- und Sonderausstellungen erschlossenen Sammlungen und die ergänzenden 
Leihgaben werden im Rahmen unterschiedlicher verbaler und medialer Vermittlungs- und 
Veranstaltungsformate beleuchtet und befragt. In den Angeboten des Museumsdienstes 
spiegeln sich Vielfalt und Interessen einer durch Zuwanderung geprägten Stadtgesellschaft 
und die Zusammensetzung der auswärtigen Besucherschaft Kölns. Daraus resultiert ein brei-
tes Portfolio an Angeboten, das ein lebenslanges Lernen und Erleben der Kölner Muse-
umswelt ermöglicht. 
 
Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Museumsdienstes konzipieren, realisieren und evalu-
ieren Programme und Projekte für alle musealen Zielgruppen, von Familien mit Kleinkindern 
über Kindergarten- und Schulgruppen, erwachsene Individualbesucher oder Gruppenreisen-
de bis zu Hochaltrigen und demenziell veränderten Mitmenschen. Die Arbeit mit Schulklas-
sen nimmt den dabei größten Raum ein. Die Bildungsarbeit ist stark ausdifferenziert und um-
fasst alle Bereiche der verbalen und medialen Museumspädagogik mit ihrem gesamten Me-

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thodenrepertoire. Digitale Vermittlungsstrategien werden verstärkt in den Fokus zu nehmen 
sein. 
 
Um eine breite Streuung des Angebots zu erreichen, bespielt der Museumsdienst in seiner 
eigenen Öffentlichkeitsarbeit die Kanäle Pressekommunikation, Internet und Social Media, 
Printpublikationen und Newsletter. Die Kommunikation erfolgt 
 
 
zielgruppenspezifisch. Für den Museumsstandort konzipiert und realisiert der Museums-
dienst übergreifende Werbe- und Kommunikationskampagnen, Messeauftritte, Pressereisen 
und Events. Auszubauen sind die digitale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die touristi-
sche Werbung. 
 
Schwerpunkte 2016 
 
Bildung und Vermittlung 
 
Der Erfolg des Museumsdienstes steigt seit Jahren an. 2016 waren 145.946 Besucher in den 
Veranstaltungen zu Gast. Dies sind 4,8 % weniger als 2015. Gemessen an der Gesamtbesu-
cherzahl der Museen nutzten jedoch so viele Besucher wie noch nie ein Angebot des Muse-
umsdienstes: 16,1%. 2002 waren es lediglich 7,3 % (2015: 15,7%). Die prozentual größten 
Wachstumsbereiche finden sich in MOK und beim Ubiermonument. Die übrigen Museen be-
wegen sich auf Vorjahresniveau. Erfolg ist aber nicht nur in Besucherzahlen zu messen. An-
dere Indikatoren wie die Teilnahme an Tagungen, Erwähnungen in der Presse, Vernet-
zungsgrad oder die Zahl von Vorträgen und Publikationen und die Höhe der Drittmittel sind 
ebenfalls Parameter der Erfolgsmessung. Auch sie weisen nach oben. Gerade im Fundrai-
sing kann der Museumsdienst auf sein erfolgreichstes Jahr zurückblicken. 
 
Die politischen Ereignisse des letzten Jahres gingen auch am Museumsdienst nicht spurlos 
vorüber. Die hohen Zahlen von Geflüchteten waren Anlass, um über die Rolle von Museen 
und Museumspädagogik im Angesicht von Flucht und transkulturellem Dialog nachzudenken. 
Daher organisierte die Einrichtung zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung, 
dem Bundesverband Museumspädagogik e.V. und den Neuen Deutschen Organisationen in 
Köln eine zweitägige Veranstaltung, bei der 300 Teilnehmer über Strategien und Methoden in 
der Arbeit für und mit Geflüchteten diskutierten. Zudem wurden während des gesamten Jah-
res auf drei Ebenen Veranstaltungsformate aufgelegt, um das Thema in den Museen zu be-
arbeiten: Fortbildungen für Multiplikatoren, Veranstaltungen für geflüchtete Kinder, Jugendli-
che und Erwachsene und partizipative Projekte zur sprachlichen und kulturellen Integration. 
 
Geflüchtete sind eine wichtige, jedoch nicht die relevanteste Besuchergruppe in den Museen. 
Die Ressourcen des Museumsdienstes flossen gleichermaßen in die anderen Schwerpunkt-
bereiche und Zielstellungen, die nach dem Jubiläum 2015 – der Museumsdienst feierte sei-
nen 50. Geburtstag – definiert worden waren: veränderte Drittmittelakquise, neue Fortbil-
dungsprogramme, andere Schwerpunktsetzungen in den Programmschienen, Umgang mit 
dem demographischen Wandel. Arbeitsgrundlage war das 2015 verabschiedete Bildungs-
konzept. Darin sind die Fokusthemen Lebenslanges Lernen, Partizipation und Diversität fest-
gelegt. Basierend auf dem eigenen Leitbild und vor dem Hintergrund einer hohen Motivation 
leistet die Kölner Museumspädagogik ihren Beitrag dazu, Antworten auf die Herausforderun-
gen des demographischen Wandels finden. 
 
Museumsübergreifend wurden die Projekte „museumsbus.koeln“ und „KulturGut finden“ mit 
kostenfreien Besuchen von Kitas und OGS-Gruppen in den Museen der Stadt Köln erfolg-
reich fortgeführt. Sie sind über Drittmittel gefördert. Das über den Förderfonds „Kultur macht

3 
 
stark“ realisierter Projekt „Köln mit allen Sinnen“ widmete sich ebenfalls der OGS. Sprachför-
derung und Mehrsprachigkeit waren ebenso wie die (schulische) Inklusion und Leichte Spra-
che Gegenstand von häuserverbindenden Angeboten und Fortbildungen. Für Kinder wurden 
die Angebote in den Bereichen Kita und OGS noch einmal deutlich intensiviert. Auf der ge-
genüberliegenden Seite des Altersspektrums kam es zu einem Ausbau der Angebote für Se-
nioren.  
 
Hausbezogen lagen die Schwerpunkte auf einem Ausbau der Kreativangebote für junge Be-
sucher (offene Atelierangebote im ML; Schülerausstellungen zu WRM-Beständen; Design im 
MAKK) und für Erwachsene (Kurse in MAKK und MOK) sowie auf Begleitmedien für Lehr-
kräfte (Museumstasche; Ubiermonument). Schwerpunkt der Arbeit in MAKK und NS DOK 
waren Schulpartnerschaften und -angebote. Für das RJM konnten ein offenes Atelier für jun-
ge Besucher und Hands On-Medien realisiert werden (Ausstellung „Pilgern“). Unter den Aus-
stellungen wurde jene in ML, RGM und WRM am intensivsten bespielt. Zu den Dauerausstel-
lungen von KSM und MS wurden niederschwellige Angebote für Menschen mit Beeinträchti-
gungen geschaffen. Bei der artothek lag der Schwerpunkt in der Gewinnung von Kitas und 
Förderschulen.  
 
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
 
Die Schlagzeilen, die die Wahrnehmung Kölns nach der Jahreswende 2015/16 bundesweit 
und international prägten, führten zu einem deutlichen Rückgang der Gäste in der Domstadt 
und damit auch in den Museen. Gleichwohl gab es in den städtischen Museen ein vielfältiges 
Angebot, das vom Museumsdienst im Rahmen seiner Aufgabe, den Museumsstandort als 
Ganzes zu betreuen, nach außen getragen und an die wichtigsten Redaktionen im regiona-
len und bundesweiten Umfeld vermittelt wurde. Zusätzlich wurden mit einer Pressereise in 
drei städtische Kölner Museen (Museum Ludwig, Wallraf-Richartz-Museum und Rauten-
strauch-Joest-Museum) große Sonderausstellungsthemen im BeNeLux-Raum platziert und 
durch proaktive Pressearbeit flankiert.  
 
Zentral gab der Museumsdienst Broschüren und Newsletter zu Ausstellungen und Veranstal-
tungen heraus, die sich an verschiedene Zielgruppen richteten (Reiseveranstalter, Journalis-
ten, Erwachsene, Familien, Lehrkräfte), betreute und erweiterte das Museumsportal muse-
enkoeln.de, vertrat den Standort auf mehreren Kunst-, Tourismus- und Bildungsmessen, ging 
Kooperationen mit Kulturpartnern vor Ort ein, intensivierte die Social Media Aktivitäten auf 
Facebook und Twitter und organisierte übergreifende Events. Mit der Einbindung des Muse-
umsdienstes in den Beirat von KölnTourismus wurde der Weg für eine intensivere Zusam-
menarbeit bereitet. 
 
Inhaltlich bestimmte das von KölnTourismus für 2016 und 2017 ausgegebene touristische 
Schwerpunktthema #urbanCGN – cologne urban lifestyle die Presse- und Öffentlichkeitsar-
beit. Im Rahmen einer Kampagne sollten neben den altbekannten und traditionellen Köln-
Themen stärker moderne Themen aufgegriffen und Sehenswertes abseits der touristischen 
Pfade in den Fokus gerückt werden. Im Laufe des Jahres wurden die Aktivitäten im Bereich 
Social Media insgesamt intensiviert. Neue Kooperationen mit Kölner Kulturpartnern sorgten 
für eine bessere Vernetzung vor Ort sowie für eine Intensivierung der Wahrnehmung in den 
sozialen Netzwerken und in der Tages- und Wochenpresse. Die Präsenz auf Messen und die 
Kooperation mit der KölnMesse wurden fortgeführt. 
 
Weitere kulturelle Bildung 
 
Der Museumsdienst war in die Fortschreibung des städtischen Gesamtkonzepts Kulturelle 
Bildung in Köln eingebunden. Die Federführung hierzu liegt beim Amt für Schulentwicklung.

4 
 
Von stadtweiter Relevanz sind hier vor allem die Projekte 
 
Kulturrucksack NRW und Musenkuss Köln. Die damit verbundene Internetplattform musen-
kuss-koeln.de hat sich zum Ziel gesetzt, das Kölner Internetportal für Angebote der kulturel-
len Bildung zu werden. Der Museumsdienst war von Anfang an Teil der Planungsgruppe und 
stets in die Genese eingebunden. Seit dem Bestehen (2015) offeriert die Plattform, bei konti-
nuierlichem Zuwachs der Anbieter und Angebotspalette, kulturelle Bildungsangebote für Kin-
der- und Jugendliche (Zielgruppe der 5- bis 12-Jährigen) in unterschiedlichen Kunstsparten 
und spartenübergreifenden Formaten. Darüber hinaus können auf Musenkuss Fortbildungs-
programme und Vermittlungsangebote für Multiplikatoren im Handlungsfeld der kulturellen 
Bildung abgefragt und gefunden werden. Hier können zukünftig neben den Angeboten für die 
Kinder und Jugendliche zunehmend auch die Zielgruppen der Erwachsenen und Senioren 
Angebote der Kulturellen Bildung finden. Auch der Museumsdienst nutzt die Plattform um 
zusätzlich auf seine Vermittlungsprogramme aufmerksam zu machen.  
 
In die Landesfördermaßnahme Kulturrucksack NRW, das Projekte im Sozialraum für die 
Zielgruppe der 10–14 Jährigen außerhalb von Schule ermöglicht und fördert, ist der Muse-
umsdienst dauerhafter Kooperationspartner und Teil der Fachjury. Darüber hinaus erfolgt die 
inhaltliche Beratung der RheinEnergie Stiftung Kultur im Kontext der Projektförderung Kultu-
relle Bildung. Zusammen mit der Kölner Freiwilligenagentur und der dort verankerten Initiati-
ve LeseWelten wurde ein übergreifendes Projekt für geflüchtete Kinder und ihre Familien auf 
den Weg gebracht. Im Rahmen der Vorbereitungen zum Kulturentwicklungsplan wird es zu 
einer Vernetzung der Partner der Kulturellen Bildung in Köln kommen. 
 
 
Die Kennzahlen 2016 im Überblick 
 
 24 feste Mitarbeiter zum 31.12.2016 (+1)  
 143 freie Mitarbeiter (+ 2)  
 8 Lehrkräfte in der Museumsschule; ± 0  
 2016: 7.782 Veranstaltungen (2015: 8.289; 2014: 7.836); - 6,1% 
 145.946 betreute Gäste (2015: 153.332; 2014: 146.326);  - 4,8% 
 906.119 Museumsbesuche (2015: 974.967; 2014:  977.054); - 7,1% 
 Anteil 2016: 16,1 % (2015: 15,7 %; 2014: 15%); +0,4%:  
 11 projektorientierte Schulpartnerschaften (2015: 10; 2014: 10); ± 1  
 € 210.000 Drittmittel durch Anzeigenakquise, Fundraising und Sponsoring  
(2015: € 70.000; 2014: € 110.000) ; + 200%  
 Sachmittel im Wert von € 230.000 (Stellung von 2 Fahrzeugen für das Projekt museums-
bus.koeln); ± 0 
 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

27.06.2017 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 8.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1950/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
21.06.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27