V/0354/2019
Zukunftswerkstatt Amelsbüren - Bericht zu möglichen Umsetzungsbausteinen
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Berichtsvorlage
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V/0354/2019 V/0354/2019 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Zukunftswerkstatt Amelsbüren – Bericht zu möglichen Umsetzungsbausteinen Beratungsfolge 03.09.2019 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht 05.09.2019 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h- nen Bericht Bericht: Anlass / Hintergrund Auf Grundlage der Vorlage V/0929/2016 hat der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Ver- kehr und Wohnen am 24.11.2016 beschlossen, für den Stadtteil Amelsbüren im Jahr 2017 eine Z u- kunftswerkstatt durchzuführen. Über die Ergebnisse dieses Prozesses, der unter fachlicher Begle i- tung durch das Planungsbüro P esch und Partner stattgefunden hat, wurden der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup und dem Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen mit der Vorlage V/0396/2018 berichtet. Diese umfasste den Ergebnisbericht, in dem im Wesentlichen die Inhalte der zwei öffentlichen Bürgerveranstaltungen thematisch zusammengefasst und aufbereitet wurden. Die Berichtsvorlage enthielt den Hinweis auf das weitere Vorgehen, das eine Rückkopplung der Inhalte mit den Fachämtern vorsah, um die vorgeschlagenen Ma ßnahmen auf ihre Realisierba r- keit einzuschätzen und Möglichkeiten erster Umsetzungsbausteine abzustimmen. Diese Abstimmung hat zwischenzeitlich stattgefunden, so dass über die wesentlichen Ergebnisse und daraus resultierende mögliche erste Umsetzungsbaust eine mit der vorliegenden Vorlage berichtet werden kann. Für einen umfassenden Überblick auf die Vorschläge, die von der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt gemacht worden sind, wird auf die Vorlage V/0396/2018 verwiesen. Die im Rahmen der Zukunftswerkstatt erarbeiteten Leitlinien für die zukünftige Entwicklung Amelsb ü- rens formulieren die Zielvorstellung einer lebendigen Ortsmitte, vielfältiger Wohnangebote für alle Alters- und Nutzergruppen sowie der Sicherung und Stärkung der Qualitäten de r umgebenen Natur und Landschaft. Die identifizierten Handlungsschwerpunkte und zusammengetragenen Maßnahme n- vorschläge konzentrieren sich dabei auf zwei wesentliche räumliche Bereiche; zum einen auf die Ortsmitte und zum anderen auf den Bahnhaltepunkt. Stadtplanungsamt 21.08.2019 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Göpfert Telefon: 492-6198 Goepfert@stadt- muenster.de - 2 - V/0354/2019 Schwerpunkt Ortsmitte Zielvorstellung und Maßnahmenvorschläge: Die Ortsmitte in Amelsbüren soll lebendiger werden. Ziel ist eine gemischte Nutzung aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Wohnen. Alle Altersgruppen sollen in der Ortsmitte Gelegenhe it für Begegnungen und Austausch sowie Einkaufsmöglichkeiten, soziale und kulturelle Angebote a n- treffen. Dies setzt auch einen öffentlichen Raum voraus, der freundlich gestaltet ist und zum Aufen t- halt einlädt. Dies betrifft vor allem den Bereich des Umfeld es der St. -Sebastian-Kirche und der D a- vertstraße im Abschnitt zwischen den Straßen Zum Häpper und Ottmarsbocholter Straße. Vorg e- schlagene Maßnahmen zur Förderung dieser Ziele betreffen zum einen verkehrliche Aspekte, d.h. durch eine alternative Verkehrsfüh rung (vor allem für die Buslinien und den Durchgangsverkehr) s o- wie weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen soll sich die Aufenthaltsqualität rund um die Daver t- straße erhöhen. Für die Neugestaltung des Bereichs um die St. Sebastian -Kirche sollte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Konzept erstellt werden, das die Anforderungen an die zukünfti- ge Nutzung des öffentlichen Raums aufnimmt. Stellungnahme der Verwaltung a) Zur verkehrlichen Belastung Die von den teilnehmenden Amelsbürener Bürgerinnen und Bürger beschriebene hohe Belastung der Davertstraße mit Durchgangsverkehr kann unter Zuhilfenahme objektiver Daten nicht bestätigt we r- den. Die Verkehrssituation in Amelsbüren wird seit über 30 Jahren regelmäßig erfasst. Es liegen b e- lastbare Verkehrszählungen aus den Jahren 1989, 1998, 2011 und 2016 vor. In dem Jahr 1989 wu r- de in dem betreffenden Straßenabschnitt ca. 5.200 Kfz/24 h erfasst. Obwohl die Einwohnerzahl in Amelsbüren in den vergangenen 15 Jahren um ca. 20 % gestiegen ist, lag im Jahr 2016 die Ve r- kehrsbelastung nur bei 4.800 Kfz/24 h. Die Davertstraße gehört zum Hauptverkehrsstraßennetz und ist als K10/K39 klassifiziert. Sie verbindet das nahe gelegene Umland mit der Stadt Münster, entspr e- chend hoch sind die Anteile des Durchgangsverkehrs. Über di e genaue Höhe des Durchgangsve r- kehrs am Gesamtverkehrsaufkommen gibt es keine Informationen. Aufgrund der insgesamt sehr niedrigen Verkehrsbelastungen für eine klassifizierte Hauptverkehrsstraße und der fehlenden Ro u- tenalternative, ist es unerheblich, wie hoch der Anteil des Durchgangsverkehres im Zuge der Daver t- straße ist. b) Zur alternativen Buswegeführung Bezüglich einer alternativen Wegeführung des Busverkehrs durch die Ortsmitte hat die Abstimmung mit der städtischen Verkehrsplanung ergeben, dass aufgrund der vorgegeben Ziele aus dem 3. Nah- verkehrsplan (Erschließungsqualität) und der räumlichen Gegebenheiten (sehr enger Straßenque r- schnitt in der Deermannstraße) keine alternative Wegeführung oder Ringlinienführung der Buslinien 1 und N82 möglich ist. Eine dauerhafte Führung der Linie 1 im Einrichtungsverkehr über die Pater - Kolbe-Straße entspricht nicht den im 3. Nahverkehrsplan formulierten Standards. Für die Fahrgäste ergäben sich bei Ein- oder Ausstieg deutlich längere Fußwege bis zur nächsten Haltestelle. Sie müss- ten dann die Haltestelle Am Dornbusch oder Davertstraße benutzen, wodurch sich die Erschli e- ßungsqualität des Stadtbusverkehrs für den Stadtteil Amelsbüren – insbesondere für die intensiv b e- bauten Wohngebiete Auf der Brei und Lange Kuhle – deutlich verschlechtern würde. Insbesondere für ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen würden die längeren Fußwege (tlw. mehr als 500 m) eine deutliche Einschränkung für die Nutzung des Stadtbussystems darstellen. Bei einer Einric h- tungsführung müssten d ie hochfrequentierten Haltestellen Amelsbüren Süd und Davertstraße sowie der Verknüpfungspunkt Amelsbüren Bahnhof mittels einer Stichfahrt bedient werden. Die Fahrgäste müssten demnach diese Stichfahrten in Kauf nehmen, die zu einer längeren Reisezeit führen würden. Insgesamt würde sich mit einer Einrichtungsführung der Buslinien die Erschließungsqualität des Stadtbusverkehrs in Amelsbüren entgegen den Qualitätsvorgaben des 3. Nahverkehrsplans der Stadt Münster deutlich verschlechtern. Auch darüber hinaus werden weder für die Fahrgäste noch für den Betrieb der Stadtbuslinien 1 und N82 Vorteile gesehen, weshalb die mit dem 3. Nahverkehrsplan b e- schlossene Linienführung beibehalten werden sollte. - 3 - V/0354/2019 c) Zur Nutzungsmischung und Einzelhandelsentwicklung Eine ver stärkte Nutzungsmischung in der Ortsmitte wird auch von der Verwaltung unterstützt. Vor allem die dauerhafte Sicherung und Weiterentwicklung eines attraktiven Nahversorgungsangebots (insbes. derzeitiger Standort K&K) im Zentralen Versorgungsbereich ist ein wichtiges Ziel, um die Zukunftsfähigkeit des Zentrums zu sichern. Laut Einzelhandels - und Zentrenkonzept 2018 der Stadt Münster ist im Stadtteil „insbesondere eine Verbesserung der quantitativen und qualitativen Nahve r- sorgung anzustreben“. Um dies zu erre ichen ist die Ansiedlung weiterer frequenzbringenden Einze l- handels- und Dienstleistungsangebote in der Ortsmitte erforderlich. Eine Umsetzung dieser Zielste l- lung im Kreuzungsbereich Davertstraße / Ottmarsbocholter Straße sowie auf dem derzeitigen Ma i- baumplatz im Bereich des nördlichen Ortseingangs ist auch aus Sicht der Verwaltung sehr wü n- schenswert. Neben der Schaffung weiterer Angebote ist es jedoch auch geboten, Strategien dafür zu entwickeln, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Amelsbüren die Ortsmitte in Zukunft vermehrt als Ort zum Ei n- kaufen nutzen und damit vorhandenen sowie potenziellen Gewerbetreibenden eine gute wirtschaftl i- che Perspektive bieten. Die Umsetzung dieser Zielvorstellungen – vor allem was die Sicherung und Erweiterung von Einze l- handels- und Dienstleistungsangeboten betrifft – erfordert insbesondere auch die Initiative und Mi t- wirkungsbereitschaft privater Grundstückseigentümer und Unternehmer für entsprechende Investiti o- nen. Dies betrifft ebenfalls das von den Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Angebot an bedarfsgerech- ten Wohnungen für ältere Menschen. Die Stadt Münster verfügt im Ortskernbereich über keine geei g- neten Grundstücke, um eine Ausweitung von seniorengerechtem Wohnraum selbst umzusetzen. Sie ist vielmehr auf das Engagement privater und caritativer Akteure angewiesen, die in Amelsbüren den Bedarf erkennen und entsprechende Angebote schaffen wollen. Dass dies realisierbar ist, zeigen die Pläne der Alexianer Münster GmbH. An der Kreuz-Christi-Kirche ist die Einrichtung einer Tagespflege mit 13 Plätzen geplant. Zusätzlich ist mit dem Projekt die Schaffung eines Begegnungsraumes für ein inklusives Projekt zur Begleitung von Menschen mit und ohne Behinderung im Alter sowie ein Dor f- treff vorgesehen. Weitere Angebote des Servicewohne ns für ältere Menschen sollten auch in neuen Baugebieten mit Mehrfamilienhausanteil im Stadtteil mitgedacht werden. Hierbei ist bei der Woh n- raumvergabe dann sicherzustellen, dass die Zielgruppe (ältere Menschen aus Amelsbüren) die neuen Angebote tatsächlich auch in Anspruch nehmen können. Mögliche weitere Schritte: Um die Gewerbetreibenden und Grundstückseigentümer für dieses Thema zu sensibilisieren und Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen, kann ein erster gemeinsamer Termin der Verwaltung mit dem Gewerbe- und Handwerkerverein Amelsbüren, Münster Marketing sowie der Wirtschaftsförderung als Auftakt für eine weitere Reihe an Gesprächen mit den lokalen Akteuren durchgeführt werden. Dieser Termin sollte zudem dazu dienen, die vorhandenen Gewerbetreiben den nach ihren speziellen B e- dürfnissen für eine zukunftsfähige Geschäftsführung am Standort Amelsbüren zu befragen. Zusätzlich sollte erörtert werden, durch welche Maßnahmen eine stärke Bindung des vorhandenen Kaufkraftp o- tenzials im Ortskern erreicht werde n kann und wie die Amelsbürener Bürgerinnen und Bürger für die Nutzung der Angebote des lokalen Handels gewonnen werden können. d) Zur Gestaltung des öffentlichen Raums Eine Aufwertung des öffentlichen Raums in der Ortsmitte wird auch von der Verwaltung g rundsätzlich als sinnvoll erachtet. Durch neue gestalterische Impulse könnten hier zusätzliche Anreize für privates Engagement und Investitionen geschaffen und die Ortsmitte als belebter Dorfkern wieder etabliert werden. Mögliche weitere Schritte: Aus di eser Logik heraus wäre ein erster Maßnahmenbaustein zur Umsetzung der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt Amelsbüren die Erstellung eines Entwurfs für die Umgestaltung des öffentlichen Raums in der Ortsmitte (insbesondere zwischen der Straße Zum Häpper und de r Kreuzung Daver t- - 4 - V/0354/2019 straße / Ottmarsbocholter Straße). Der Entwurfsprozess sollte unter Beteiligung der lokalen Bürge r- schaft erfolgen. Zu berücksichtigen ist hierbei die o.a. Rahmenbedingung, dass sowohl der Busve r- kehr als auch der in eher geringerem Maße vorhandene Durchgangsverkehr im Zweirichtungsverkehr bestehen bleiben. Im Entwurfsprozess sollte auch die Frage, welche verkehrsberuhigenden baulichen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen im konkreten Fall (vor allem aus rechtlichen Gesichtspunkten) anwendbar sind, abschließend geklärt werden. An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass durch eine Umgestaltung des öffentlichen und insbesondere des Straßenraums, wie sie in Amelsbüren seitens der Bürgerschaft im Rahmen der Zukunftswerkstatt gewünscht wor den ist, hohe Kosten entstehen können, die es zu finanzieren gilt. Eine Beteiligung der anliegenden Grundstückseigentümer nach den Vorschriften des Kommunalen Abgabengesetzes NRW würde hier voraussichtlich zum Tragen kommen. Schwerpunkt Bahnhaltepunkt Zielvorstellung und Maßnahmenvorschläge: Die Bürgerinnen und Bürger sehen in der aktuellen Ausstattung und Gestaltung des Bahnhaltepun k- tes und seines Umfeldes erhebliche Mängel. Dieser Bereich stellt derzeit keinen würdigen Empfang s- bereich dar. Bemängelt wurden vor allem die fehlende Barrierefreiheit sowie ein allgemeines geringes Sicherheitsgefühl – z.B. durch unzureichende Beleuchtung im Zugangsbereich - und eine zu geringe Anzahl an Fahrradboxen. Des Weiteren sollten die Verkehrs- und Grünflächen für ein ansprechendes Erscheinungsbild dauerhaft gepflegt werden. Darüber hinaus wurden Defekte der Bahnsteiguhr sowie der –lautsprecher als Mängel geäußert. Stellungnahme der Verwaltung a) Zum Bahnhaltepunkt Für Maßnahmen in diesem Bereich sind die Planungen zur Ertüchtigung der Bahnstrecke im A b- schnitt Münster-Lünen (derzeit in der Liste der Projekte mit vordringlichem Bedarf des Bundesve r- kehrswegeplans 2030) zu berücksichtigen und zeitlich sowie inhaltlich aufeinander abzustimmen. Entsprechende Prüfungen finden derzeit statt. Maßnahmenvorschläge, die den Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn betreffen (Anzeige und Lautsprecheranlage), wurden an diese zur weiteren Kl ä- rung weitergeleitet. Bezüglich der Barrierefreiheit des Bahnhaltepunktes hat die Verwaltung eine Un- tersuchung an ein externes Planungsbüro vergeben. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in der Vorlage V/0157/2019 dargelegt. Demnach kann ein barrierefreier Ausbau des Bahnhaltepunktes erst im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Bahnstr ecke durch die DB AG weiterverfolgt werden. Der ASSVW hat in seiner Sitzung am 27.06.2019 die Verwaltung mit der Prüfung weiterer Varianten b e- auftragt. Das Ergebnis hierzu steht noch aus. b) Zum Umfeld des Bahnhaltepunktes Darüber hinaus haben die Bürger innen und Bürger in der Zukunftswerkstatt die Aufwertung des Bahnhofsumfeldes angeregt. In diesem Bereich wurden bereits durch verschiedene Maßnahmen von städtischer Seite Verbesserungen vorgenommen (z.B. zusätzliche Fahrradboxen, häufigere Pfleg e- maßnahmen der Grünflächen). Die öffentlichen Grünräume, die in städtischem Besitz sind (z.B. im Umfeld der Fahrradbox) , sind tlw. als Ausgleichsfläche ausgewiesen und naturnah gestaltet. Über den Wunsch einer verbesserten Grünflächenpflege am Bahndamm und Vorplatz wurde die Deutsche Bahn als Flächeneigentümer in bereits in Kenntnis gesetzt. Für eine Belebung und Aufwertung des Umfeldes sollte versucht werden, durch gestalterische Mittel den Bahnhaltepunkt mit der Ortsmitte attraktiver zu verbinden. Unterstützt werden könnte dies durch eine weitere bauliche Entwicklung ent- lang der Deermannstraße. Mögliche weitere Schritte: Vorstellbar ist, dass im Entwurfsverfahren für eine Umgestaltung der Ortsmitte neben dem Kernb e- reich (Davertstraße und Umgebung) ein erweiterter Betrachtungsbereich definiert wird, für den gestal- terische Lösungsansätze gefunden werden sollen. Des Weiteren kann geprüft werden, inwieweit sich - 5 - V/0354/2019 eine weitere bauliche Entwicklung auf den bisher un -/ bzw. unternutzten Grundstücken entlang der Deermannstraße anstreben lässt. Weitere wesentliche Maßnahmenvorschläge: Mehrzweckhalle als Treffpunkt für Vereine und Ort des gesellschaftlichen Lebens: Derzeit mangelt es in Amelsbüren an ausreichenden Treffpunkten für die Vereine und weiterer lokaler Nutzergruppen. Auf der zweiten öffentlichen Veranstaltung zur Zukunftswerkstatt wurde die Erric h- tung einer Mehrzweckhalle jedoch nicht als prioritäres Ziel artikuliert. Im Rahmen der notwendigen Erweiterung der Davertschule zur 4-Zügigkeit wurde die Verwaltung beauftragt, beim Bau einer neuen Zweifachturnhalle außerhalb des Schulgrundstückes in einer Planungsalternative „ - ergänzend zu einer ausschließlichen Nutzung für sportliche Belange – nach multifunktionalen Anforderungen zu planen“ (V/ 0705/2018/2). Hierfür soll u.a. auch das Anforderungsprofil der lokalen Vereine abgefragt werden. Unmoderierte Räume / Treffpunkte für Jugendliche: In der Zukunftswerkstatt wurden Bedarfe nach weiteren unmoderierten Treffpunkten für Jugendliche geäußert. Nach Aussage de r Leitung des Jugendclubs „Black Bull“ böte ein Teil der Parkfläche am Maibaumplatz Potenzial dafür, was konkret geprüft werden sollte. Für weitere Überlegungen s ollte zunächst jedoch der Be darf weiter qualifiziert werden; dies betrifft vor allem die inhal tliche Ausrich- tung (z.B. Bewegungs- oder Aufenthaltsraum). Hierfür könnte unter den Jugendlichen eine Befragung hinsichtlich gewünschter Nutzungs- und Gestaltungserfordernisse mit Unterstützung lokaler Akteure, z.B. Sportverein oder Kirchengemeinde, erfolgen. Reit-, Rad- und Wanderwege Um den bereits vorhandenen Freizeitwert in Amelsbüren weiter auszubauen, wurde von den Bürg e- rinnen und Bürgern eine Vernetzung und Ausweitung der Wege zum Reiten, Wa n- dern/Spazierengehen und Radfahren vorgeschlagen. Hierbei kann Amelsbüren jedoch auch schon auf bereits vorhandene Radwanderrouten zurückgreifen, die im Grünrahmenplan für den Stadtteil dargestellt sind. Des Weiteren sind zwei Velorouten geplant, die am Dortmund -Ems-Kanal entlang sowie durch den Ortskern von Amel sbüren führen sollen. Bezüglich der Weiterentwicklung des Rei t- wegenetzes ist eine Anbindung der neuen Reithalle an die Reitroute Holdtrodenbusch und darüber an die Reitroute Raringsundern (am ehemaligen Standort der Reithalle) geplant. Auch für Wanderer und Spaziergänger gibt es bereits einen Rundwanderweg um Amelsbüren. Inwertsetzung der Kanalufers Die Lage Amelsbürens am Dortmund -Ems-Kanal soll nach den Wünschen der Bürgerinnen und Bü r- ger weiter hervorgehoben und für die Naherholung u nd Freizeitnutzung qualifiziert werden. Hierfür sollen im Sinne einer Promenade Orte zum Verweilen geschaffen werden. Eine Idee ist die Einric h- tung von Terrassen am Kanalufer, deren Umsetzung jedoch aller Voraussicht nach nicht genehmi- gungsfähig ist. Alter nativ können Bänke, Schutzhütten oder andere Pausen - und Rastmöglichkeiten entlang des Kanalufers aufgestellt werden. Breitbandversorgung Im Rahmen der Bürgerveranstaltung zur Zukunftswerkstatt wurde von den Bürgerinnen und Bürgern der Bedarf einer Breit bandversorgung für Privathaushalte sowie Gewerbetreibende geäußert. Zwi- schenzeitlich hat sich die Initiative "Breitband für Amelsbüren" gegründet, die eine Versorgung für den Bereich des Ortskerns inklusive der Neubaugebiete forciert. Begleitung des Umsetzungsprozesses Die Umsetzung der o.a. Maßnahmen sollte kontinuierlich von städtischer Seite begleitet werden. Sinnvoll ist der Einsatz eines „Kümmerers“, der die Aktivitäten innerhalb der Verwaltung koordiniert, - 6 - V/0354/2019 (öffentliche) Termine organisiert und al s Ansprechpartner vor Ort für die Bürgerinnen und Bürger A- melsbürens zur Verfügung steht. Mit dem Stellenplan 2019 wurden für diesen Aufgabenbereich („Stadtteilkümmerer“) zwei Stellen für das Stadtplanungsamt geschaffen, deren Besetzung Mitte Oktober bzw . Anfang November dieses Jahres erfolgen wird . Auch bei Münster Marketing sollen zwei neue Stellen für das Quartiersm a- nagement in den Stadtteilen besetzt werden. Ebenso sollte die weitere Umsetzung als gemeinschaftlicher Prozess unter Beteiligung und Mitw ir- kung der Amelsbürener Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Gewerbe- und Handwerkervereins Amelsbüren e.V. und anderer engagierter lokaler Gruppierungen erfolgen. i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat
Anlage A
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Anlage A zur V/0354/2019 Kurzüberblick Die Verwaltung hat gemeinsam mit dem Gewerbe- und Handwerkerverein Amelsbüren e.V. eine Zukunftswerkstatt durchgeführt. Die darin erarbeiteten Maßnahmenvorschläge wurden mit den zuständigen Fachämtern erörtert und mögliche erste Umsetzungsbausteine formuliert. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dieser Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Er- lebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft“ verfolgt. Insbesondere liegt der Fokus auf dem Ziel der Weiterentwicklung des Stadtteils Amelsbü- ren mit hoher Wohn- und Lebensqualität. Eine untergeordnete Rolle spielt zudem das Ziel hoher Umwelt- und Naturqualität, da der Stadtteil mit seiner Lage zwischen Davert und Dortmund-Ems- Kanal ein hohes Potenzial aufweist. Die Berichtsvorlage kann, zusammen mit der Prozessdokumentation zum Beteiligungsprozess „Zukunftswerkstatt Amelsbüren“ von den Ratsgremien genutzt werden, um auf Grundlage der for- mulierten Maßnahmenvorschläge einzelne Projekte anzustoßen und evtl. erforderliche finanzielle Mittel bereitzustellen. Das hohe bürgerschaftliche Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort kann diese Aktivitäten sinnvoll begleiten und ergänzen. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein Zum gegenwärtigen Zeitpunkt enstehen keine Kosten. Ggf. erforderliche Kosten für die Umsetzung einzelner Maßnahmen / Projekte werden zu den jeweils entsprechenden Zeitpunkten in gesonderten Vorlagen zur Entscheidung vorgelegt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Auf Grundlage der Vorlage V/0929/2016 hatte der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Wohnen am 24.11.2016 beschlossen, für den Stadtteil Amelsbüren im Jahr 2017 eine Zukunftswerkstatt in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro durchführen zu lassen. Die Maßnahme dient ggf. als Grundlage zur Aufstellung von Bauleitplänen, um der „Erhaltung, Er- neuerung, Fortentwicklung, Anpassung und de[m] Umbau vorhandener Ortsteile“ Rechnung tragen zu können (§ 1 Abs. 3 i.V.m. § 1 Abs. 6 Nr. 4 BauGB). Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt und die in der Vorlage dargelegten möglichen Umset- zungsschritte nehmen in verschiedenen Bereichen auch Themen des Handlungskonzeptes De- mographischer Wandel auf: Die Leitlinien der zukünftigen Entwicklung in Amelsbüren, die von den teilnehmenden Bürgerin- nen und Bürgern artikuliert wurden, umfassen die Sicherung einer attraktiven, lebendigen Ortsmit- te für alle Altersgruppen. Entsprechende Maßnahmenvorschläge betreffen z.B. die Erweiterung des seniorengerechten Wohnangebots und die Sicherung der Nahversorgung in der Ortsmitte. Die Umgestaltungs-/Aufwertungsmaßnahmen rund um die St. Sebastian Kirche sollen zudem den Austausch und das Miteinander aller Alters- und Nutzergruppen fördern.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (8)
- Davertstraße
- Deermannstraße
- Ottmarsbocholter Straße
- Zum Häpper
- Am Dornbusch
- Pater-Kolbe-Straße
- Lange Kuhle
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0354/2019
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 13.08.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37