V/1071/2008
Kulturhauptstadtjahr 2010 - Impulse für die Kultur in Münster
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Anlage-V-1071-2008-08-12-18 Konzeptvorschlag 2010
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1 MÜNSTER 2010 Leitgedanke VERFÜHREN VERORTEN VERBINDEN Wege durch die europäische Stadt Das Vorhaben im Jahr 2010 • unterstützt den selbstbewussten Auftritt der Stadt Münster als ehemaliger Bewerberstadt um den Titel Kulturhauptstadt Europas, • realisiert ein hochrangiges Veranstaltungsprogramm zur Ent- wicklung des Themenfeldes im Kontext von Identität – Urbanität – Integration, • unterstützt die Entwicklung oder Festigung der Iden tität des städtischen Lebens in einer klassischen Universität sstadt als attraktive Variante zur Städteagglomeration Ruhrgebiet, • verbindet die Entwicklung eines kulturellen Netzwe rks auch zwischen den Genres und Institutionen in Verbindung mit Chancen für eine junge Künstlergeneration, • versteht sich als strukturelle Förderung zentraler kultureller Schwerpunkte der Stadt Münster, • setzt die Leitorientierung Kultur aus dem ISM Proz ess um: Wir werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Pr ojekte mit internationaler Ausstrahlung entwickeln und stützt das Profil "Wissenschaft und Lebensart". 2 HINTERGRUND Das Jahr 2010 wird u. a. geprägt sein von einem Wettbewerb um öffentliche Aufmerksamkeit. Die Medien werden über die Programm e von Ruhr2010 intensiv berichten. Damit steht das Themenfeld Kultu r insgesamt im Fokus der Öffentlichkeit. Diese hohe Aufmerksamkeit gilt es auch für die Stadt Münster zu nutzen, für Besucherinnen und Besucher a ber insbesondere auch für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Kultu reinrichtungen und Kulturschaffenden. PROJEKTRAHMEN & LEITGEDANKE Das Veranstaltungsprogramm verbindet unter dem Leit gedanken „Verführen – Verorten – Verbinden“ hochwertige Kulturveranstaltungen und kulturelle Experimente mit kulturfachlichen Diskurs en und der Inszenierung und Entwicklung neuer vernetzter Arbeitszusammenhänge. Verführen Ureigenste Kraft der Kultur ist es, Menschen nicht nur geistig, sondern auch emotional und sinnlich zu erreichen und – vermeintl ich „en passant“ – zur Auseinandersetzung mit unserer Welt und aktuellen Themen zu verführen. Vorgesehen ist ein Veranstaltungsprogramm, das hoch rangige Produk- tionen von internationalem Format ermöglicht und mit kulturellen Beteili- gungen, die in die Breite gehen, verbindet. Im Sinne der Erkennbarkeit ist dabei die Zentrierung der künstlerischen und kulturellen Stellungnahmen auf ein Dachthema sinnvo ll und notwendig. Die verschiedenen Kunst- und Kulturformen werden ebenso dazu verführt und eingeladen, an dieser zentrierten Auseinandersetzun g mit ihren jeweiligen Mitteln teilzunehmen, wie alte und neue Förderer, Sp onsoren und Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft als traditionell bedeutsame Säulen der Bürgerstadt Münster. Verorten Wer neben dem Ruhrgebiet öffentlich vorkommen will, braucht ein eigenständiges und starkes Profil, welches nicht al s Konkurrenz, sondern vielmehr als sinnvolle „Ergänzung“ und Begleitung d er dortigen Aktivitäten verstanden wird. Gute künstlerische und kommunikative Chancen besteh en in einer Konzentration auf das thematische Umfeld von „Urban ität, Identität und Integration“ und damit auf Fragestellungen, zu denen auch im Ruhrgebiet im Rahmen der dortigen Kulturhauptstadtaktivitäten Antworten gesucht werden. Der Kontrast der verschiedenen Modelle von Urbanitä t und Stadt – polyzentrische, heterogen geprägte Städtela ndschaft auf der einen und „klassisch europäische“ Stadt mit historisch gewachsenem urbanem Zentrum auf der anderen Seite – bietet den spannenden und spannungs- vollen Hintergrund zu einer Verortung der kulturellen Potenziale der Stadt Münster, sowohl im Sinne einer konzertanten und bes seren Wahrnehmung des bereits vorhandenen herausragenden Bestandes al s auch im Sinne einer Veranschaulichung möglicher Perspektiven. Das münstersche „Binnenverhältnis“ ist Gegenstand d ieser Positionsbe- stimmungen wie auch seine Reflexion und Positionier ung im europäischen Kontext. Vorgesehen ist der Verbund bzw. internatio nale Austausch mit Städten ähnlichen Zuschnitts, die im Idealfall über eine vergleichbare Sozial- und Infrastruktur in den Bereichen Kultur und Bildung verfügen. 3 Verbinden Das Programm wird nicht nur getragen von einem brei ten Verbund und Netzwerk kultureller Institutionen und Kulturschaff ender, sondern verfolgt auch inhaltlich den Anspruch, unterschiedliche Räum e und Orte, ver- schiedene Zielgruppen und Sparten, bereits etabliert e und neue Veran- staltungen sowie kommunale und europäische Themen zu integrieren und miteinander zu verbinden. Fragen zum Verhältnis von Uni-Kultur zur Stadtkultur , von freier Szene zu institutionalisierter Kultur, von öffentlichen zu p rivaten Räumen, von Seh- und Nutzungsgewohnheiten von Stadt, von Funktionen u nd Funktions- zuweisungen von (Innen-)Stadt zu Stadtteilen, von I dentifikationsmarkern und Baukultur, von lokalen Besonderheiten zu global en Orientierungen und internationalen Kooperationen stehen im Fokus. Ansprechpartner sind die großen Kulturinstitute jewe ils auch in ihren internationalen Bezügen, die profilierten freien Ku lturträger sowie die künstlerischen Leitungen der internationalen Festivals mit ihren Initiativen, die über die notwendigen Kompetenzen verfügen. Bewusst werden gerade auch die Kompetenzen der Wis sens- und Wissen- schaftsstadt Münster genutzt und die Verbindung gesucht zu den Hoch- schulen, zur Wirtschaft und zur Stadtentwicklung. ORGANISATION & UMSETZUNG & KOMMUNIKATION Projektleitung und Koordination liegen beim Kulturd ezernat der Stadt Münster. Die Programmplanung erfolgt unter Mitwirku ng eines Arbeitskreises mit Vertretern der Kultureinrichtung en, der freien Szene und Münster Marketing. Die einzelnen Programmbausteine werden in jeweils verbindlich vereinbarten Veranstalterschaften umges etzt. Die zentrale Vermarktung erfolgt in Kooperation mit Münster Marketing. DRAMATURGIE & ZEITRAUM Um in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu gelangen, ist neben der Qualität auch eine bestimmte Dichte des Programmang ebotes für das Gelingen des Projektes erforderlich. Dies wird erre icht durch die Konzen- tration auf einen verdichteten Zeitraum und die parallele mehrwöchige Insze- nierung eines zentralen Raums in der Innenstadt. We itere Veranstaltungen, die sich über das ganze Jahr verteilen und „themati sch passen“ werden einbezogen und unter einem gemeinsamen Dach kommuniziert. FINANZIERUNG Ein Teil der vorgelegten Veranstaltungsvorschläge sind mit laufenden Mitteln umsetzbar. Der Großteil jedoch hängt ab von einer zusätzlichen Finanzierung. Für einen Grundstock von 300.000 € konnten bereits zwei „presenting partners gewonnen werden“. Die weitere Beteiligung Privater ist äußerst wünschenswert und wird angestrebt. Darüber hinaus w erden weitere Mittel über die Staatskanzlei, die Kunststiftung NRW und das KulturSekretariat NRW angefragt. 4 PROGRAMM- BAUSTEINE Das konkrete und vollständige Veranstaltungsprogram m lässt sich mit Einsicht erst verbindlich festschreiben, wenn eine ausreichende Finanzierung erreicht werden kann. Folgende Veranstaltungsbausteine sind vorgeschlagen, angedacht und zum Teil in Planung: Eröffnungs- veranstaltung & Inszenierung Zentraler Platz Mit einer zentralen Eröffnungsveranstaltung vorauss ichtlich im Mai 2010 und der Inszenierung eines Areals in der Innenstad t als „Keimzelle“ erhält das Veranstaltungsprogramm seinen Auftakt und sein „Gesicht“. Unterschiedlichste Institutionen und Disziplinen werden zu Teilnehmern und Impulsgebern von Sparten übergreifenden kulturellen Veranstaltungen, Experimenten, wissenschaftlichen Streitgesprächen, Diskussionen und Podien. Sie stellen inhaltliche Bezüge her zu den v erschiedenen Programmbausteinen und ihren Implikationen für die Themenkomplexe Stadt und Stadtentwicklung, Kulturförderung und -en twicklung, Architektur und Baukultur, Fremd- und Selbstbilder von Stadt, bü rgerschaftlichem Engagement, Kreativität, Wissenschaft und Lebensart ... Internationales Tanzfestival veranstaltet von den Städtischen Bühnen & dem Theater Pumpenhaus Mit dieser „Doppelspitze“ möchte die Stadt Münster ihre überregional bis international wahrgenommene Kompetenz im Bereich Ta nz weiter ausbauen und kommunizieren. In Kooperation miteinan der und unter Beibehaltung ihrer jeweiligen trennscharfen Profile laden beide Häuser ein zu internationalen Gastspielen mit Weltstars. Gemäß ihrer Folkwang- Tradition liegt der Schwerpunkt der Städtischen Bühn en auf der Rekonstruktion von Meisterwerken Deutschen Ausdruck stanzes mittels Gastchoreografen und Gastspielen. Als eines der ersten „Freien“ Produktionshäuser für Tanz und Theater in Deutschland und das erste seiner Art in NRW, hat da s Theater Pumpenhaus auf seinem Weg einige Künstlerpersönlichkeiten begleitet von ihren „no name“-Anfängen bis zu ihrem internationalen Durchbruch. Im Jahr 2010 werden diese heutigen Weltstars mit ihren expe rimentellen und in die Zukunft weisenden Arbeitsansätzen zu den Programmmac hern des 25- jährigen Geburtstagsfestivals des Pumpenhauses. Ausstellungs- projekt des LWL- Landesmuseums & der Ausstellungshalle Zeitgenössische Kunst Münster In Fortschreibung der Tradition aber in deutlicher Weiterentwicklung des Ansatzes der Skulptur Projekte wird erneut in die h eterogene Identität der Stadt Münster eingestaucht. Es sollen neue Arbeiten von internationalen, aber auch in Münster lebenden Teilnehmern realisiert wer den, die bereits das Spannungsverhältnis von Kunst und Stadt mitdenken: - Künstlerische Arbeiten, in denen spezifische, vor gefundene Situationen analysiert und erprobt werden - die einen transformierten Zugang zu vertraut geglaubten Gegebenheiten eröffnen, Denkanstöße g eben und die Auseinandersetzung beleben. - Gestalterische Arbeiten von Planern (Architekten) , die neue, auch utopische Ansätze in Konfrontation mit besondere n Details der Stadt Münster erdenken und diese zur Diskussion stellen. 5 Erstes Internationales Kindertheater- Festival Die münstersche Kindertheaterszene hat gerade in de n vergangenen Jahren einen beispielhaften professionellen Charakter erlangt, der weit über die Stadtgrenze hinaus erkannt und anerkannt wird. Seit 2003 hat sich insbesondere das Begegnungszentrum Meerwiese als au sgewiesener Identifikationsort für das Kindertheater profiliert . Hier werden nicht nur die besten Produktionen des freien Kindertheaters Münst ers sondern auch ein qualifiziertes Gastspielprogramm aus dem Bundesgebi et und dem europäischen Ausland verankert. In Kooperation mit den Städtischen Bühnen, dem Kulturamt und dem NRW Kultur-Sekretaria t soll erstmalig ein internationales Kindertheaterfestival mit eigenem Profil ausgerichtet werden mit der Intention, der hiesigen Kindertheaterszene einen weiteren Schub zu verleihen und ggf. eine biennale Fortsetzung zu finden. Weitere Projektideen & „Cross over“ - Fotoausstellung im Stadtmuseum in Kooperation mit der Kulturhauptstadt 2009 Vilnius , in der international renommierte Fotografen aus Vilnius bzw . der nach Osten erweiterten EU Werke präsentieren, in denen sie thema- tisch zum Thema „Wandel von Urbanität“ Stellung nehmen. - „Kommentierung“ von Stadt, Baukultur, Architektur mit filmischen Mitteln - KlangZeitFestival der Gesellschaft für Neue Musik unter dem Obertitel „Urbanität“ mit Kompositionsaufträgen (auch an Jugendliche), die sich auf vorgefundene Lebenswelten und unterschiedliche Wa hrnehmungsweisen von Stadt in architektonischer, sozialer und kultureller Hinsicht beziehen. - Theatrale Aufbereitung von Geh- und Nutzungsgewohn heiten der Wege und Räume von Jugendlichen in ihren Stadtteilen u nter der Regie vom Jugendtheater Cactus. - Musikalische „Kommentierung“ der Skulpturen etc. Zusammenarbeit mit RUHR.2010 „National Heroes“ Eine Zusammenarbeit von RUHR.2010 mit den Bewerberstädten Aus der nationalen Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 ist die Initiative der Europäischen Kulturstädte en tstanden. Sie ist aus der Bewerbungsphase um den Titel der Europäischen Kultur hauptstadt hervor- gegangen. Diese Städte verstehen sich als Europäisc he Kulturstädte, für die die Themen "Kultur und Europa" ein zentrales Id entifikationsmerkmal sind. Mit dem Projekt des „Europäischer Stadtbrief es 2010“ soll diese Gemeinsamkeit weitergeführt und betont werden. Das Projekt wird in Eigen- regie der Kulturstädte realisiert und in das Progr amm von RUHR.2010 aufgenommen und erhält das offizielle RUHR.2010-Logo. Die Synopse der Stadtbriefe wird im Rahmen der Eröf fnungsveran- staltungen der RUHR.2010 vorgestellt und im ZDF übertragen. Quer- und Einbezüge Besondere Charakteristika der Stadt Münster sind ih re herausragende Bedeutung als Friedens- sowie als Universitätsstadt. Die Feierlichkeiten zum „Westfälischen Frieden“ inklusive der Friedenspr eisverleihung sollen ebenso prominent in das Programm 2010 einbezogen we rden, wie thematisch passende bzw. angepasste Veranstaltungen der Universitäten (z. B. UniKulturTage) und weitere Projektideen, um i nsbesondere auch den kulturellen Beitrag der Studierenden in der Stadtge sellschaft noch sicht- barer zu machen.
Berichtsvorlage
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V/1071/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft Kulturhauptstadtjahr 2010 - Impulse für die Kultur in Münster Beratungsfolge 22.01.2009 Kulturausschuss Bericht Bericht: Mit dem vorliegenden Bericht und dem beigefügten Konzeptentwurf wird dem Kulturausschuss eine kulturelle Initiative im Umfeld des Kulturhauptstadtjahres 2010 vorgestellt. Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die entstehenden Kosten weitere (Dritt-)Mittel einge- worben werden. Vorgeschichte Der Grundsatzbeschluss zur Abgabe einer Bewerbung der Stadt Münster als Europäische Kul- turhauptstadt 2010 wurde 2004 mit der Vorlage 21/2004 gefällt. Die Verwaltung ist zudem beauftragt worden, dem Rat auf Grundlage der vorgelegten Eckpunkte (Anlage 1 der Ratsvorlage 21/2004) ein ausgearbeitetes Bewerbungskonzept zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen, das später im Rahmen einer Sondersitzung beschlossen wurde. Die hier vorgelegten Eckpunkte für kulturelle Aktivitäten in Münster in und um das Jahr 2010 ste- hen in enger Verbindung zu den damals ausgeführten Überlegungen. Von daher erscheint es sinnvoll diese hier kurz in Erinnerung zu rufen. In den Eckpunkten aus 2004 hieß es u. a.: “Münster - Kulturhauptstadt für Europa 2010” - „Münster bewirbt sich [daher] um den Titel der "Kulturhauptstadt Europas 2010". Dabei verstehen wir diese Bewerbung als doppelte Aufga- be: Wir wollen unsere kulturellen Qualitäten und Leistungen reflektieren und entwickeln, um sie einem größeren Europa zu präsentieren. Und wir wollen erproben, was wir für die Kultur eines größeren und vielfältigeren Europas leisten können. Es kann nicht unser Ziel sein, bloß ein Mu- seum unserer Traditionen zu eröffnen, ebenso wenig wollen wir als Kulturhauptstadt eine uns nicht angemessene Hauptstadtkultur importieren. Als Kultur-”Hauptstadt” wollen wir vielmehr bei- des präsentieren: die lebendige kulturelle Identität der traditionsreichen westfälischen Metropole - und den Ort eines Vor-Denkens wichtiger Fragen einer zukünftigen europäischen Identität. Kurz: was sind wir innerhalb der Kultur Europas - und was leisten wir “für” Europa. Aus diesen Vorga- ben entsteht der Rahmen für unsere Bewerbung:“ (Vorlage 21/2004) Der Rahmen für die damalige Bewerbung war mi t der Selbsteinschätzung als „Stadt – des Dialogs“ gegeben. Das gilt auch heute noch. Vorlagen-Nr.: V/1071/2008 Auskunft erteilt: Frau Schnell Ruf: 492 41 00 E-Mail: Schnell@stadt-muenster.de Datum: 15.12.2008 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/1071/2008 Münster - Stadt des Dialogs Damals hieß es: „Wichtigstes Ergebnis aller Gespräche und Selbstreflexionen war die Erkennt- nis, dass wir und andere den DIALOG als eine prägende Eigenschaft der Stadt sehen. Eduardo Chillidas Skulptur “Toleranz durch Dialog” markiert im Innenhof des Rathauses ein geografisch- historisches ebenso wie ein gedankliches Zentrum unserer Stadt. Der Tradition und dem Auftrag des Westfälischen Friedens verpflichtet, gründet viel von Münsters Zukunftspotenzial als einer Stadt des Wissens und der Bildung auf Dialog. Dialog fasst in sich das Gelingen von Auseinan- dersetzung, Übersetzung, Vermittlung und Transfer. Wir begreifen dabei den Dialog auch als das Riskante, das Gespannte, das Gewagte, als Kon- frontation mit dem Unbekannten und als unbequeme Selbstbefragung. Wir verstehen selbst das Stadtbild Münsters als einen Dialog der Epochen, Konfessionen, Überzeugungen und Lebenssti- le. Das Vis-à-vis von Alt und Neu, Sakral und Profan, von Dom und Theater, Prinzipalmarkt und Bibliothek, Schloss und Uniklinik “provoziert die Frage nach den Ursprüngen einer solchen Situa- tion” und fordert auf zu einer Fortschreibung des Stadt-Dialogs auf vielen kulturellen Ebenen.“ (Vorlage 21/2004) Nach dieser Maßgabe wurden Themenfelder und Leitprojekte der Bewerbung entwickelt. Die Themenfelder grenzten diejenigen Bereiche ein, aus denen die Projekte der Bewerbung entwi- ckelt werden sollten. Sie verdeutlichten Münsters Stärken und bezogen Brüche in der Stadtkultur mit ein, um sie im Bewerbungsprozess zu nutzen. Die damals aktuellen Themenfelder waren: • Die Kunst. - Die Skulptur.Projekte sind weltweit ein Referenzmodell für die Präsentation und Diskussion im öffentlichen Raum. • Die Geschichte. - Der Westfälische Friede hat Europa verändert und eine Vision vom Primat diplomatischer Lösungen entworfen. • Die Stadt als Bühne und die Bühnen der Stadt. - Menschliches Maß statt Mittelmaß: in Architektur, urbanem Leben und künstlerischer Darstellung. • Die Bildung. - Acht Hochschulen, das älteste Gymnasium Deutschlands und mehr: Münster lebt lebenslanges Lernen. • Der Wandel. - Nur Städte, die den Wandel meistern, bleiben sich treu. Sich immer wieder neu zu erfinden, generiert Geschichte. • Die Lebensart. - Westfälische Bodenständigkeit ist kein selbstgenügsames Alleinstel- lungsmerkmal, sondern ein Exportartikel. Das Programm 2010 sollte bestehen: a) „aus einem Veranstaltungsprogramm mit internationalem Anspruch“ b) „aus sichtbaren und inszenierten sowie dokumentierten Veränderungen in der Stadt mit ex- emplarischem Charakter (Plätze, Stadt-Räum e, Kulturbauten wie Musikhalle, Kunstmuseum, Kindermuseum) und „ c) „aus einer besonderen Form der Präsentation und Dokumentation der Ergebnisse aus dem Diskurs zur künftigen Kultur- und Stadtentwicklung“ d) „und aus zahlreichen Aktivitäten und Projekten aus der Bürgerschaft, die in unterschiedlicher Form gefördert und begleitet werden.“ (Vorlage 21/2004) Aktualisierung der Programmlinie für das Jahr 2010 ff. Die folgenden Vorschläge beziehen sich soweit möglich auf diese Programmatik und auf diese Themenfelder. Diese Überlegungen sind aus heutiger Sicht aktualisiert und zeitgemäß interpretiert worden. Da- bei sollte Berücksichtigung finden, dass Münster nun nicht als Kulturhauptstadt starten kann wohl aber als Kulturstadt und zudem in der Nähe der „Hauptbühne Ruhr 2010“. Die folgenden Ausführungen fußen zum Teil auf den Überlegungen eines Arbeitskreises Kultur unter Leitung von Frau Dr. Hanke. Dazu gehörten sowohl Vertreter der großen Kulturinstitute wie u. a.: Städtische Bühnen, Lan- desmuseum, Kunstakademie und Filmtheaterbetriebe wie auch Vertreter der freien Kultur. 3 V/1071/2008 Die Gespräche waren geprägt von einem intensiven Austausch zur Situation der Kultur in Müns- ter und von einem kooperativen Verhältnis der freien Kultur und der Vertreter der Institutionen im Kulturbereich. Dabei ist bewusst eine Verbindung zwischen städtischen und nicht städtischen Einrichtungen (sofern sie für das Kulturleben in Münster eine besondere Bedeutung haben (Kunstakademie, Landesmuseum u. a.) sowie der freien Kulturarbeit gesucht worden. I. V. gez. Dr. Hanke Anlage Konzeptentwurf Kulturhauptstadtjah r 2010
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Prinzipalmarkt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/1071/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.12.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37