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V/1071/2008

Kulturhauptstadtjahr 2010 - Impulse für die Kultur in Münster

Vorlagen 18.12.2008

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Anlage-V-1071-2008-08-12-18 Konzeptvorschlag 2010

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Anlage-V-1071-2008-08-12-18 Konzeptvorschlag 2010

13475 Zeichen

1 
 
 
 
 
 
 
MÜNSTER 2010 
 
Leitgedanke 
VERFÜHREN 
VERORTEN 
VERBINDEN 
 
Wege durch die europäische Stadt 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Vorhaben im Jahr 2010 
• unterstützt den selbstbewussten Auftritt der Stadt  Münster als 
ehemaliger Bewerberstadt um den Titel Kulturhauptstadt Europas, 
• realisiert ein hochrangiges Veranstaltungsprogramm  zur Ent-
wicklung des Themenfeldes im Kontext von Identität –  Urbanität – 
Integration,  
• unterstützt die Entwicklung oder Festigung der Iden tität des 
städtischen Lebens in einer klassischen Universität sstadt als 
attraktive Variante zur Städteagglomeration Ruhrgebiet,  
• verbindet die Entwicklung eines kulturellen Netzwe rks auch 
zwischen den Genres und Institutionen in Verbindung  mit Chancen 
für eine junge Künstlergeneration, 
• versteht sich als strukturelle Förderung zentraler  kultureller 
Schwerpunkte der Stadt Münster, 
• setzt die Leitorientierung Kultur aus dem ISM Proz ess um: Wir 
werden als ein kulturelles Zentrum unseres Landes Pr ojekte mit 
internationaler Ausstrahlung entwickeln und stützt das Profil 
"Wissenschaft und Lebensart".

2 
HINTERGRUND 
 
Das Jahr 2010 wird u. a. geprägt sein von einem Wettbewerb um öffentliche 
Aufmerksamkeit. Die Medien werden über die Programm e von Ruhr2010 
intensiv berichten. Damit steht das Themenfeld Kultu r insgesamt im Fokus 
der Öffentlichkeit. Diese hohe Aufmerksamkeit gilt es auch für die Stadt 
Münster zu nutzen, für Besucherinnen und Besucher a ber insbesondere 
auch für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Kultu reinrichtungen und 
Kulturschaffenden. 
 
PROJEKTRAHMEN 
& LEITGEDANKE 
 
Das Veranstaltungsprogramm verbindet unter dem Leit gedanken 
„Verführen – Verorten – Verbinden“ hochwertige Kulturveranstaltungen und 
kulturelle Experimente mit kulturfachlichen Diskurs en und der Inszenierung 
und Entwicklung neuer vernetzter Arbeitszusammenhänge.  
 
Verführen  Ureigenste Kraft der Kultur ist es, Menschen nicht nur geistig, sondern auch 
emotional und sinnlich zu erreichen und – vermeintl ich „en passant“ – zur 
Auseinandersetzung mit unserer Welt und aktuellen Themen zu verführen. 
Vorgesehen ist ein Veranstaltungsprogramm, das hoch rangige Produk-
tionen von internationalem Format ermöglicht und mit  kulturellen Beteili-
gungen, die in die Breite gehen, verbindet.  
Im Sinne der Erkennbarkeit ist dabei die Zentrierung  der künstlerischen und 
kulturellen Stellungnahmen auf ein Dachthema sinnvo ll und notwendig. Die 
verschiedenen Kunst- und Kulturformen werden ebenso  dazu verführt und 
eingeladen, an dieser zentrierten Auseinandersetzun g mit ihren jeweiligen 
Mitteln teilzunehmen, wie alte und neue Förderer, Sp onsoren und Partner 
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft als traditionell 
bedeutsame Säulen der Bürgerstadt Münster. 
 
Verorten  Wer neben dem Ruhrgebiet öffentlich vorkommen will,  braucht ein 
eigenständiges und starkes Profil, welches nicht al s Konkurrenz, sondern 
vielmehr als sinnvolle „Ergänzung“ und Begleitung d er dortigen Aktivitäten 
verstanden wird. 
Gute künstlerische und kommunikative Chancen besteh en in einer 
Konzentration auf das thematische Umfeld von „Urban ität, Identität und 
Integration“ und damit auf Fragestellungen, zu denen  auch im Ruhrgebiet 
im Rahmen der dortigen Kulturhauptstadtaktivitäten Antworten gesucht 
werden.  
Der Kontrast der verschiedenen Modelle von Urbanitä t und Stadt – 
polyzentrische, heterogen geprägte Städtela
ndschaft auf der einen und  
„klassisch europäische“  Stadt mit historisch gewachsenem urbanem 
Zentrum auf der anderen Seite  – bietet den spannenden und spannungs-
vollen Hintergrund  zu einer Verortung  der kulturellen Potenziale der Stadt 
Münster, sowohl im Sinne einer konzertanten und bes seren Wahrnehmung 
des bereits vorhandenen herausragenden Bestandes al s auch im Sinne 
einer Veranschaulichung möglicher Perspektiven.  
Das münstersche „Binnenverhältnis“ ist Gegenstand d ieser Positionsbe-
stimmungen wie auch seine Reflexion und Positionier ung im europäischen 
Kontext. Vorgesehen ist der Verbund bzw. internatio nale Austausch mit 
Städten ähnlichen Zuschnitts, die im Idealfall über eine vergleichbare 
Sozial- und Infrastruktur in den Bereichen Kultur und Bildung verfügen.

3 
 
Verbinden  
 
Das Programm wird nicht nur getragen von einem brei ten Verbund und 
Netzwerk kultureller Institutionen und Kulturschaff ender, sondern verfolgt 
auch inhaltlich den Anspruch, unterschiedliche Räum e und Orte, ver-
schiedene Zielgruppen und Sparten, bereits etabliert e und neue Veran-
staltungen sowie kommunale und europäische Themen zu  integrieren und 
miteinander zu verbinden.  
Fragen zum Verhältnis von Uni-Kultur zur Stadtkultur , von freier Szene zu 
institutionalisierter Kultur, von öffentlichen zu p rivaten Räumen, von Seh- 
und Nutzungsgewohnheiten von Stadt, von Funktionen u nd Funktions-
zuweisungen von (Innen-)Stadt zu Stadtteilen, von I dentifikationsmarkern 
und Baukultur, von lokalen Besonderheiten zu global en Orientierungen und 
internationalen Kooperationen stehen im Fokus.  
Ansprechpartner sind die großen Kulturinstitute jewe ils auch in ihren 
internationalen Bezügen, die profilierten freien Ku lturträger sowie die 
künstlerischen Leitungen der internationalen Festivals mit ihren Initiativen, die 
über die notwendigen Kompetenzen verfügen. 
Bewusst werden gerade auch die Kompetenzen der  Wis sens- und Wissen-
schaftsstadt Münster genutzt und die Verbindung gesucht zu den Hoch-
schulen,  zur Wirtschaft und zur Stadtentwicklung.  
 
ORGANISATION & 
UMSETZUNG & 
KOMMUNIKATION 
Projektleitung und Koordination liegen beim Kulturd ezernat der Stadt 
Münster. Die Programmplanung erfolgt unter Mitwirku ng eines 
Arbeitskreises mit Vertretern der Kultureinrichtung en, der freien Szene und   
Münster Marketing. Die einzelnen Programmbausteine werden in jeweils 
verbindlich vereinbarten Veranstalterschaften umges etzt. Die zentrale 
Vermarktung erfolgt in Kooperation mit Münster Marketing.  
 
DRAMATURGIE & 
ZEITRAUM 
Um in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu gelangen, ist neben der 
Qualität auch eine bestimmte Dichte des Programmang ebotes für das 
Gelingen des Projektes erforderlich. Dies wird erre icht durch die Konzen-
tration auf einen verdichteten Zeitraum und die  parallele mehrwöchige Insze-
nierung eines zentralen Raums in der Innenstadt. We itere Veranstaltungen, 
die sich über das ganze Jahr verteilen und „themati sch passen“ werden 
einbezogen und unter einem gemeinsamen Dach kommuniziert.  
 
FINANZIERUNG 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein Teil der vorgelegten Veranstaltungsvorschläge sind mit laufenden Mitteln 
umsetzbar. Der Großteil jedoch hängt ab von einer zusätzlichen Finanzierung.  
Für einen Grundstock von 300.000 € konnten bereits zwei „presenting 
partners gewonnen werden“. Die weitere Beteiligung Privater ist äußerst 
wünschenswert und wird angestrebt. Darüber hinaus w erden weitere Mittel 
über die Staatskanzlei, die Kunststiftung NRW und das KulturSekretariat NRW 
angefragt.

4 
 
PROGRAMM-
BAUSTEINE 
Das konkrete und vollständige Veranstaltungsprogram m lässt sich mit 
Einsicht erst verbindlich festschreiben, wenn eine ausreichende 
Finanzierung erreicht werden kann. Folgende Veranstaltungsbausteine sind 
vorgeschlagen, angedacht und zum Teil in Planung: 
 
Eröffnungs-
veranstaltung  
& Inszenierung  
Zentraler Platz  
 
Mit einer zentralen Eröffnungsveranstaltung vorauss ichtlich im Mai 2010 
und der  Inszenierung eines Areals in der Innenstad t als „Keimzelle“ erhält 
das Veranstaltungsprogramm seinen Auftakt und sein „Gesicht“. 
Unterschiedlichste Institutionen und Disziplinen werden zu Teilnehmern und 
Impulsgebern von Sparten übergreifenden kulturellen  Veranstaltungen, 
Experimenten, wissenschaftlichen Streitgesprächen, Diskussionen und 
Podien. Sie stellen inhaltliche Bezüge her zu den v erschiedenen 
Programmbausteinen und ihren Implikationen für die  Themenkomplexe 
Stadt und Stadtentwicklung, Kulturförderung und -en twicklung, Architektur 
und Baukultur, Fremd- und Selbstbilder von Stadt, bü rgerschaftlichem 
Engagement, Kreativität, Wissenschaft und Lebensart ... 
 
Internationales  
Tanzfestival  
veranstaltet von 
den Städtischen 
Bühnen  
& dem Theater 
Pumpenhaus  
 
 
Mit dieser „Doppelspitze“ möchte die Stadt Münster ihre überregional bis 
international wahrgenommene Kompetenz im Bereich Ta nz weiter 
ausbauen und kommunizieren. In Kooperation miteinan der und unter 
Beibehaltung ihrer jeweiligen trennscharfen Profile  laden beide Häuser ein 
zu internationalen Gastspielen mit Weltstars. Gemäß  ihrer Folkwang-
Tradition liegt der Schwerpunkt der Städtischen Bühn en auf der 
Rekonstruktion von Meisterwerken Deutschen Ausdruck stanzes mittels 
Gastchoreografen und Gastspielen. 
Als eines der ersten „Freien“ Produktionshäuser für  Tanz und Theater in 
Deutschland und das erste seiner Art in NRW, hat da s Theater 
Pumpenhaus auf seinem Weg einige Künstlerpersönlichkeiten begleitet von 
ihren „no name“-Anfängen bis zu ihrem internationalen Durchbruch. Im Jahr 
2010 werden diese heutigen Weltstars mit ihren expe rimentellen und in die 
Zukunft weisenden Arbeitsansätzen zu den Programmmac hern des 25-
jährigen Geburtstagsfestivals des Pumpenhauses. 
 
Ausstellungs-
projekt des LWL-
Landesmuseums  
& der 
Ausstellungshalle 
Zeitgenössische 
Kunst Münster  
In Fortschreibung der Tradition aber in deutlicher Weiterentwicklung des 
Ansatzes der Skulptur Projekte wird erneut in die h eterogene Identität der 
Stadt Münster eingestaucht. Es sollen neue Arbeiten von internationalen, aber 
auch in Münster lebenden Teilnehmern realisiert wer den, die bereits das 
Spannungsverhältnis von Kunst und Stadt mitdenken: 
- Künstlerische Arbeiten, in denen spezifische, vor gefundene Situationen 
 
   analysiert und erprobt werden - die einen transformierten Zugang zu vertraut  
   geglaubten Gegebenheiten eröffnen, Denkanstöße g eben und die  
   Auseinandersetzung beleben. 
- Gestalterische Arbeiten von Planern (Architekten) , die neue, auch 
 
   utopische Ansätze in Konfrontation mit besondere n Details der Stadt  
   Münster erdenken und diese zur Diskussion stellen.

5 
Erstes 
Internationales 
Kindertheater-
Festival  
Die münstersche Kindertheaterszene hat gerade in de n vergangenen 
Jahren einen beispielhaften professionellen Charakter erlangt, der weit über 
die Stadtgrenze hinaus erkannt und anerkannt wird. Seit 2003 hat sich 
insbesondere das Begegnungszentrum Meerwiese als au sgewiesener 
Identifikationsort für das Kindertheater profiliert . Hier werden nicht nur die 
besten Produktionen des freien Kindertheaters Münst ers sondern auch ein 
qualifiziertes Gastspielprogramm aus dem Bundesgebi et und dem 
europäischen Ausland verankert. In Kooperation mit den Städtischen 
Bühnen, dem Kulturamt und dem NRW Kultur-Sekretaria t soll erstmalig ein 
internationales Kindertheaterfestival mit eigenem Profil ausgerichtet werden 
mit der Intention, der hiesigen Kindertheaterszene einen weiteren Schub zu 
verleihen und ggf. eine biennale Fortsetzung zu finden. 
 
Weitere 
Projektideen & 
„Cross over“  
 
- Fotoausstellung im Stadtmuseum in Kooperation mit der Kulturhauptstadt  
  2009 Vilnius , in der  international renommierte Fotografen aus Vilnius bzw .  
  der nach Osten erweiterten EU Werke präsentieren,  in denen sie thema-  
  tisch zum Thema „Wandel von Urbanität“ Stellung nehmen.  
- „Kommentierung“ von Stadt, Baukultur, Architektur mit filmischen Mitteln 
- KlangZeitFestival der Gesellschaft für Neue Musik unter dem Obertitel  
  „Urbanität“ mit Kompositionsaufträgen (auch an Jugendliche), die sich auf  
  vorgefundene Lebenswelten und unterschiedliche Wa hrnehmungsweisen  
  von Stadt in architektonischer, sozialer und kultureller Hinsicht beziehen. 
- Theatrale Aufbereitung von Geh- und Nutzungsgewohn heiten der Wege  
  und Räume von Jugendlichen in ihren Stadtteilen u nter der Regie vom  
  Jugendtheater Cactus. 
- Musikalische „Kommentierung“ der Skulpturen etc.  
 
Zusammenarbeit 
mit RUHR.2010  
„National Heroes“  
Eine Zusammenarbeit von RUHR.2010 mit den Bewerberstädten 
Aus der nationalen Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 
ist die Initiative der Europäischen Kulturstädte en tstanden. Sie ist aus der 
Bewerbungsphase um den Titel der Europäischen Kultur hauptstadt hervor-
gegangen. Diese Städte verstehen sich als Europäisc he Kulturstädte, für 
die die Themen "Kultur und Europa" ein zentrales Id entifikationsmerkmal 
sind. Mit dem Projekt  des „Europäischer Stadtbrief es 2010“ soll diese 
Gemeinsamkeit weitergeführt und betont werden. Das Projekt wird in Eigen-
regie  der Kulturstädte realisiert und in das Progr amm von RUHR.2010 
aufgenommen und erhält das offizielle RUHR.2010-Logo. 
Die Synopse der Stadtbriefe wird im Rahmen der Eröf fnungsveran-
staltungen der RUHR.2010 vorgestellt und im ZDF übertragen.  
 
Quer- und 
Einbezüge  
 
Besondere Charakteristika der Stadt Münster sind ih re herausragende 
Bedeutung als Friedens- sowie als Universitätsstadt.  Die Feierlichkeiten 
zum „Westfälischen Frieden“ inklusive der Friedenspr eisverleihung sollen 
ebenso prominent in das Programm 2010 einbezogen we rden, wie 
thematisch passende bzw. angepasste Veranstaltungen  der Universitäten 
(z. B. UniKulturTage) und weitere Projektideen, um i nsbesondere auch den 
kulturellen Beitrag der Studierenden in der Stadtge sellschaft noch sicht-
barer zu machen.

Berichtsvorlage

6853 Zeichen

V/1071/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Kulturamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Kulturhauptstadtjahr 2010 - Impulse für die Kultur in Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
22.01.2009 Kulturausschuss Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Mit dem vorliegenden Bericht und dem beigefügten Konzeptentwurf wird dem Kulturausschuss 
eine kulturelle Initiative im Umfeld des Kulturhauptstadtjahres 2010 vorgestellt. 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die entstehenden Kosten weitere (Dritt-)Mittel einge-
worben werden. 
 
Vorgeschichte 
Der Grundsatzbeschluss zur Abgabe einer Bewerbung der Stadt Münster als Europäische Kul-
turhauptstadt 2010 wurde 2004 mit der Vorlage 21/2004 gefällt.  
Die Verwaltung ist zudem beauftragt worden, dem Rat auf Grundlage der vorgelegten Eckpunkte 
(Anlage 1 der Ratsvorlage 21/2004) ein ausgearbeitetes Bewerbungskonzept zur Beratung und 
Beschlussfassung vorzulegen, das später im Rahmen einer Sondersitzung beschlossen wurde. 
Die hier vorgelegten Eckpunkte für kulturelle Aktivitäten in Münster in und um das Jahr 2010 ste-
hen in enger Verbindung zu den damals ausgeführten Überlegungen. Von daher erscheint es 
sinnvoll diese hier kurz in Erinnerung zu rufen. 
 
In den Eckpunkten aus 2004 hieß es u. a.: 
“Münster - Kulturhauptstadt für Europa 2010” - „Münster bewirbt sich [daher] um den Titel 
der "Kulturhauptstadt Europas 2010". Dabei verstehen wir diese Bewerbung als doppelte Aufga-
be: Wir wollen unsere kulturellen Qualitäten und Leistungen reflektieren und entwickeln, um sie 
einem größeren Europa zu präsentieren. Und wir wollen erproben, was wir für die Kultur eines 
größeren und vielfältigeren Europas leisten können. Es kann nicht unser Ziel sein, bloß ein Mu-
seum unserer Traditionen zu eröffnen, ebenso wenig wollen wir als Kulturhauptstadt eine uns 
nicht angemessene Hauptstadtkultur importieren. Als Kultur-”Hauptstadt” wollen wir vielmehr bei-
des präsentieren: die lebendige kulturelle Identität der traditionsreichen westfälischen Metropole - 
und den Ort eines Vor-Denkens wichtiger Fragen einer zukünftigen europäischen Identität. Kurz: 
was sind wir innerhalb der Kultur Europas - und was leisten wir “für” Europa. Aus diesen Vorga-
ben entsteht der Rahmen für unsere Bewerbung:“ (Vorlage 21/2004) 
Der Rahmen für die damalige Bewerbung war mi t der Selbsteinschätzung als „Stadt – 
des Dialogs“ gegeben. Das gilt auch heute noch. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/1071/2008 
Auskunft erteilt: 
Frau Schnell 
Ruf: 
492 41 00 
E-Mail: 
Schnell@stadt-muenster.de 
Datum: 
15.12.2008 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/1071/2008 
 
Münster - Stadt des Dialogs 
Damals hieß es: „Wichtigstes Ergebnis aller Gespräche und Selbstreflexionen war die Erkennt-
nis, dass wir und andere den DIALOG als eine prägende Eigenschaft der Stadt sehen. Eduardo 
Chillidas Skulptur “Toleranz durch Dialog” markiert im Innenhof des Rathauses ein geografisch-
historisches ebenso wie ein gedankliches Zentrum unserer Stadt. Der Tradition und dem Auftrag 
des Westfälischen Friedens verpflichtet, gründet viel von Münsters Zukunftspotenzial als einer 
Stadt des Wissens und der Bildung auf Dialog. Dialog fasst in sich das Gelingen von Auseinan-
dersetzung, Übersetzung, Vermittlung und Transfer.  
Wir begreifen dabei den Dialog auch als das Riskante, das Gespannte, das Gewagte, als Kon-
frontation mit dem Unbekannten und als unbequeme Selbstbefragung. Wir verstehen selbst das 
Stadtbild Münsters als einen Dialog der Epochen, Konfessionen, Überzeugungen und Lebenssti-
le. Das Vis-à-vis von Alt und Neu, Sakral und Profan, von Dom und Theater, Prinzipalmarkt und 
Bibliothek, Schloss und Uniklinik “provoziert die Frage nach den Ursprüngen einer solchen Situa-
tion” und fordert auf zu einer Fortschreibung des Stadt-Dialogs auf vielen kulturellen Ebenen.“ 
(Vorlage 21/2004) 
 
Nach dieser Maßgabe wurden Themenfelder und Leitprojekte der Bewerbung entwickelt. Die 
Themenfelder grenzten diejenigen Bereiche ein, aus denen die Projekte der Bewerbung entwi-
ckelt werden sollten. Sie verdeutlichten Münsters Stärken und bezogen Brüche in der Stadtkultur 
mit ein, um sie im Bewerbungsprozess zu nutzen.  
 
Die damals aktuellen Themenfelder waren: 
• Die Kunst. - Die Skulptur.Projekte sind weltweit ein Referenzmodell für die Präsentation 
und Diskussion im öffentlichen Raum. 
• Die Geschichte. - Der Westfälische Friede hat Europa verändert und eine Vision vom 
Primat diplomatischer Lösungen entworfen. 
• Die Stadt als Bühne und die Bühnen der Stadt. - Menschliches Maß statt Mittelmaß: in 
Architektur, urbanem Leben und künstlerischer Darstellung.  
• Die Bildung. - Acht Hochschulen, das älteste Gymnasium Deutschlands und mehr: 
Münster lebt lebenslanges Lernen. 
• Der Wandel. - Nur Städte, die den Wandel meistern, bleiben sich treu. Sich immer wieder 
neu zu erfinden, generiert Geschichte. 
• Die Lebensart. - Westfälische Bodenständigkeit ist kein selbstgenügsames Alleinstel-
lungsmerkmal, sondern ein Exportartikel.  
 
Das Programm 2010 sollte bestehen: 
a) „aus einem Veranstaltungsprogramm mit internationalem Anspruch“ 
b) „aus sichtbaren und inszenierten sowie dokumentierten Veränderungen in der Stadt mit ex-
emplarischem Charakter (Plätze, Stadt-Räum e, Kulturbauten wie Musikhalle, Kunstmuseum, 
Kindermuseum) und „ 
c) „aus einer besonderen Form der Präsentation und Dokumentation der Ergebnisse aus dem 
Diskurs zur künftigen Kultur- und Stadtentwicklung“ 
d) „und aus zahlreichen Aktivitäten und Projekten aus der Bürgerschaft, die in unterschiedlicher 
Form gefördert und begleitet werden.“ (Vorlage 21/2004) 
 
Aktualisierung der Programmlinie für das Jahr 2010 ff. 
Die folgenden Vorschläge beziehen sich soweit möglich auf diese Programmatik und auf diese 
Themenfelder.  
Diese Überlegungen sind aus heutiger Sicht aktualisiert und zeitgemäß interpretiert worden. Da-
bei sollte Berücksichtigung finden, dass Münster nun nicht als Kulturhauptstadt starten kann wohl 
aber als Kulturstadt und zudem in der Nähe der „Hauptbühne Ruhr 2010“. 
 
Die folgenden Ausführungen fußen zum Teil auf den Überlegungen eines Arbeitskreises Kultur 
unter Leitung von Frau Dr. Hanke. 
Dazu gehörten sowohl Vertreter der großen Kulturinstitute wie u. a.: Städtische Bühnen, Lan-
desmuseum, Kunstakademie und Filmtheaterbetriebe wie auch Vertreter der freien Kultur.

3 
V/1071/2008 
 
Die Gespräche waren geprägt von einem intensiven Austausch zur Situation der Kultur in Müns-
ter und von einem kooperativen Verhältnis der freien Kultur und der Vertreter der Institutionen im 
Kulturbereich. Dabei ist bewusst eine Verbindung zwischen städtischen und nicht städtischen 
Einrichtungen (sofern sie für das Kulturleben in Münster eine besondere Bedeutung haben 
(Kunstakademie, Landesmuseum u. a.) sowie der freien Kulturarbeit gesucht worden. 
 
 
I. V. 
 
gez. 
Dr. Hanke 
 
Anlage 
Konzeptentwurf Kulturhauptstadtjah
r 2010

Beratungsverlauf (1)

22.01.2009 Kulturausschuss
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Prinzipalmarkt

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/1071/2008
Typ
Vorlagen
Datum
18.12.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37