0652/2026
Beantwortung einer mündlichen Anfrage von Maria Helmis-Arend (SPD) aus der Sitzung des Ausschusses für Kunst und Kultur vom 29.01.2026
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
6177 Zeichen
Dezernat, Dienststelle OB/16/161/3 Vorlagen-Nummer 10.04.2026 0652/2026 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 07.05.2026 Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik 28.05.2026 Beantwortung einer mündlichen Anfrage von Maria Helmis-Arend (SPD) aus der Sitzung des Ausschusses für Kunst und Kultur vom 29.01.2026 Maria Helmis-Arend (SPD) fragt, inwiefern die queere Sichtbarkeit nicht nur sozialpolitisch betrachtet, sondern auch kulturpolitisch verankert werden kann. Antwort der Verwaltung: Im Rahmen des LSBTI-Förderprogramms sind in den letzten Jahren unter anderem gezielt Kulturprojekte gefördert worden. Beispielhaft sind hier zu nennen das Projekt „Pride in Motion“ aus der Förderphase 2024, das als Tanz-Theater und Empowerment-Präventionsworkshop an Kölner Schulen angeboten und erfolgreich abgeschlossen wurde oder das aktuell noch lau- fende Projekt „Vielfältigkeit in der Schulbücherei“ aus der Förderphase 2025, das die Beschaf- fung queerer Jugendliteratur und queer thematischer Lesungen für Schüler*innen und Eltern beinhaltet. Außerdem sind im LSBTI-Aktionsplan im Handlungsfeld 5 „Kultur“ verschiedene Maßnah- men, die queere Sichtbarkeit kulturpolitisch verankern. So sind beispielsweise die Maßnah- men 5.17 „Förderung des LSBTI-Austauschs mit Kölner Partnerstädten“, die Maßnahme 5.10 „Förderung von LSBTI-Erinnerungskultur“ oder die Maßnahme 5.3 „LSBTI-Themen bei den Bühnen der Stadt Köln“ zu nennen. Derzeit wird ein Controlling des LSBTI-Aktionsplans er- stellt, das den Ratsgremien zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus entsendet die StadtAG Queerpolitik seit Jahren sachkundige Einwohner*innen in den Ausschuss für Kunst und Kultur. Die Grundlage ist § 23b Abs. 3 der Hauptsatzung der Stadt Köln. Alle Aktivitäten im Bereich Kulturentwicklungsplanung, die sich auf Kulturteilhabe und Viel- falt beziehen, haben queere Repräsentation explizit einbezogen. Das "Leitbild für kulturelle Teilhabe in Vielfalt", das 2023 für die städtischen Kulturinstitutionen erarbeitet wurde, be- zieht sich - angelehnt an das städtische Diversity Konzept - auf die Stärkung von Repräsenta- tion aller Vielfaltsdimensionen (Alter, Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexuelle Orientie- rung, Religion und Weltanschauung, kulturelle und ethnische Herkunft, Behinderung sowie so- ziale Herkunft) unter Berücksichtigung ihrer Überschneidungen und Wechselwirkungen (Inter- sektionalität). Diese Kerndimensionen können erweitert und mit fortschreitendem gesellschaft- lichem Wandel ergänzt oder neu bewertet werden. Das Leitbild umfasst unter anderem die Aspekte vielfaltsorientierte und diversitätssensible Or- ganisationskultur sowie Vielfalt und Vielfaltskompetenzen im Personal, die zum Ziel haben, 2 vielfältiges Wissen und Erfahrungen, Verschiedenheit von Kunst- und Kulturverständnis, kultu- relle Ausdrucksformen im Personal aller Organisationsbereiche der städtischen Kulturinstituti- onen zu verankern und die Vielfaltskompetenz der Mitarbeitenden zu fördern. Ein weiterer Aspekt des Leitbildes, "Vielfalt im Programm" zielt unter anderem darauf ab, vielfältige und unterrepräsentierte Perspektiven im Programm zu verankern. In Bezug auf queere Sichtbarkeit zeigt sich das bereits ganz konkret an vielen Stellen: Die Ausstellung "Fünf Freunde" im Museum Ludwig reflektierte darüber, was es bedeutete, in den 1950er Jah- ren ein schwuler Künstler zu sein, und thematisierte freundschaftliche und romantische Bezie- hungen der Künstler. Der Museumsdienst hat verschiedene Angebote, die queere Perspekti- ven aufzeigen, darunter zum Beispiel Führungen im Kölnischen Stadtmuseum, Wallraf- Richartz-Museum, Rautenstrauch-Joest Museum und Museum für Angewandte Kunst zum Programm des ColognePrides oder des Deutschen Diversity Tags 2025. Auch in den darstel- lenden Künsten findet queere Repräsentation statt, wie in der Operette "Eine Frau von For- mat" (Spielzeit 24/25) oder mit der Reihe "The Queer Gaze" im Schauspiel. Bei den Bühnen Köln wurde ein "Verhaltenskodex für gute Zusammenarbeit" erarbeitet, in dem Gleichbehandlung und Fairness als Grundwert manifestiert werden: "Unabhängig von se- xueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, Alter, Aussehen, Gesundheit, einer Behin- derung, Elternschaft oder Pflegeverantwortung, Religion oder Weltanschauung, Herkunft oder ethnischem Hintergrund, haben bei uns alle die gleichen Möglichkeiten, sich in den Betrieb einzubringen. Wir fördern die Gleichstellung aller Geschlechter und setzen uns für Frauenför- derung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Wir ermöglichen und för- dern Inklusion. Wir verstehen Vielfalt als Bereicherung für unsere Teams. Fairness bedeutet für uns, Krisen und Konflikten mit Wohlwollen, Toleranz und Verhältnismäßigkeit zu begeg- nen." Dieser Verhaltenskodex ist eine Dienstanweisung für alle Mitarbeiter*innen und Gastkünst- ler*innen der Bühnen und umfasst auch regelmäßige Fortbildungen zur Vielfaltskompetenz und Antidiskriminierung. Auch in den vom Kulturamt geförderten Institutionen und Projekten spielt die Stärkung queerer Sichtbarkeit, Gleichstellung und kultureller Teilhabe eine zunehmend wichtige Rolle. Insbesondere in der Freien Szene werden regelmäßig Aufführungen, Ausstellungen, Lesun- gen und weitere Formate realisiert, die queere Themen explizit aufgreifen oder sich künstle- risch mit Diskriminierungserfahrungen, Teilhabebarrieren und gesellschaftlicher Vielfalt ausei- nandersetzen. Diese Auseinandersetzung erfolgt spartenübergreifend innerhalb verschiede- ner Förderprogramme der kommunalen Kulturförderung. Queere Perspektiven sind zudem im Förderkonzept „Kulturelle Teilhabe“ ausdrücklich be- rücksichtigt und bilden einen Arbeitsschwerpunkt im Referat für kulturelle Teilhabe. In den ver- gangenen Jahren konnten hier mehrere erfolgreiche Projekte unterstützt werden, darunter das Festival Bonanzafest für trans* und nicht-binäre Kunst und Performance, das Theaterprojekt „Queere Revolution“ sowie eine Ausstellung im Kontext des Dyke March Cologne*. Gez. Burmester
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0652/2026
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 10.04.2026
- Erstellt
- 04.03.2026 12:01