2714/2018
Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2018 / 2. Teil
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Anlage zur Beschlussvorlage Vergabe der Mittel für Antirassismustraining 2018
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Anlage zur Beschlussvorlage ‚Vergabe der Mittel für Antirassismustraining 2018 (Vorl. 2714/2018) Kurze Erläuterung der Projekte: zu Projekt 1: Das Projekt Nr. 1 (Fördersumme 1.945,45 €) soll in 2018 eine Stärkung der Arbeitsstruk- tur des ‚Kölner Forums gegen Rassismus und Diskriminierung‘ in 2018 ermöglichen. Im ‚Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung‘ haben sich über 20 unterschiedli- che Kölner Organisationen und städtische Dienststellen zusammengeschlossen, um über Rassismus und Diskriminierung aufzuklären und Benachteiligungen von Kölner*innen insbe- sondere aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexuellen Identität abzubauen und zu verhindern. Es versteht sich als Fachgremium, in dem sich Multiplikator*innen der Antidis- kriminierungsarbeit in Köln sechsmal im Jahr zu gesellschaftlichen Entwicklungen und mögli- chen Strategien, Rassismus und Diskriminierung wirkungsvoll zu bekämpfen, sowie sich über fachliche Standards verständigen. Zur Entlastung bei der Organisation und Durchführung der Sitzungen, sowie einer Verbesse- rung der Arbeitsabläufe und Kommunikation soll für das vierte Quartal 2018 eine 450€ Kraft eingesetzt werden. Die einzurichtende Stelle soll die Sprecher*innen und Mitglieder des Fo- rums in ihrer Arbeit unterstützen, so dass die Arbeit intensiviert, Arbeitsabläufe optimiert und die lnhalte innerhalb und außerhalb des Kölner Forums besser kommuniziert und verbreitet werden können. Zum Ende des Jahres ist eine Auswertung im Forum vorgesehen um Möglichkeiten und das weitere Vorgehen zur dauerhaften Stärkung der Arbeit des Forums zu diskutieren. Antragsteller ist der Kölner Flüchtlingsrat e.V. – über die konkrete organisatorische Anbin- dung der 450 € - Kraft für das letzte Quartal 2018 ist noch nicht entschieden. Zu Projekt 2: Das Projekt Nr. 2 (Fördersumme 12.490 €) mit dem Titel „Solidarisches Köln – Stadt für alle“ soll in 2018 ein Planspiel ‚Solidarisches Köln‘ konzipieren, testen und anschließend Interessierten wie z.B. alteingesessenen und neu in Köln lebende Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte, Ehrenamtliche in der Geflüchtetenarbeit, Jugendmigrationsdiensten, Mig- rantenorganisationen, Vereinen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM), Multipli- kator*innen in der Jugend- und Bildungsarbeit, Lehrkräften an Grund- und weiterführenden Schulen, zur Verfügung gestellt werden. Ziel des Planspieles ist die Förderung des ‚Miteinander ins Gespräch Kommens‘ zur Förde- rung eines lebensweltorientierten Solidaritätsverständnisses als Beitrag für ein friedliches Miteinander. Der ‚solidarische Gedanke‘ soll im Rahmen des Planspiels nicht nur theoretisch sondern durch praktisches Erleben und Gestalten entstehen und erfahrbar werden. Im Plan- spiel soll es um Fragestellungen gehen wie eine Stadtgesellschaft mit den zunehmenden heterogenen Bedarfen und Bedürfnissen ihrer Bewohner*innen umgehen, wie ein friedliches Zusammenleben aussehen kann und welche Schritte dazu notwendig sind. Im Kern soll eine Auseinandersetzung darüber stattfinden was unsere Stadtgesellschaft zusammenhalten kann. Grundgedanke der Projektinitiator*innen ist, dass in der Förderung von Solidarität die Chance gesehen wird, dem Rassismus in der Gesellschaft entgegenzutreten und gleichzeitig die Möglichkeit zu schaffen, einen Beitrag für eine lebenswerte Stadt für alle zu leisten. Das fertige Planspiel soll in 2018 im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt und den ent- sprechenden Netzwerken beworben werden. Das Projekt ist aus einer Initiative der AG Bleiben entstanden, die Anfang Juli 2018 eine Vielzahl von Kölner Akteur*innen in der Geflüchtetenarbeit zu einem offenen Austausch über die aktuelle politische Situation eingeladen hat. Daraus ist ein breites Bündnis entstanden, in dem die Möglichkeit eines solidarischen Kölns diskutiert wird. Der ersten Einladung zum Bündnis folgten u.a. Agisra e.V., Kölner Flüchtlingsrat, Forum für Willkommenskultur, Caritas Köln, Diakonie Köln, Asyl in der Kirche, Aktion Neue Nachbarn, Katholisches Stadtdekanat Köln, Kölner Netzwerk kein mensch ist illegal, Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V., ROM e.V., Runder Tisch für Integration, WIKU Köln-Mülheim sowie weitere Willkommensini- tiativen und engagierte Einzelpersonen. Der Antragsteller Integrationshaus e.V. aus Köln-Kalk fungiert dabei als Trägerverein. Zu Projekt 3: Das Projekt 3 (Fördersumme 10.000 €) mit dem Titel ‚Bildungsprojekt Brückenbauer‘ hat das Ziel einer Optimierung von Bildungseinheiten an Schulen, in welchen Schüler*innen ras- sistische und rechte Positionen im gesellschaftlichen Diskurs aufgezeigt und gemeinsam mit ihnen nach Möglichkeiten gesucht wird, diese zu hinterfragen und ihnen entgegenzutreten. Aktuelle Fragen und teilweise Unsicherheiten junger Menschen aufgrund der Ankunft einer großen Zahl von Flüchtlingen in Deutschland und deren Prägung durch medial aufgegriffe- nen Schlagwörter, sollen aufgegriffen und eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen von Flucht geboten und eine reflektierte Haltung gegenüber Flüchtlin- gen ermöglicht werden. Die hierfür zu entwickelnden Bildungseinheiten setzen sich aus informativen und methodi- schen Teilen zusammen und orientieren sich am Leistungs- und Verständnisniveau der Schüler*innen der verschiedenen Schulformen. Das Wissen wird durch sensibilisierende Methoden, Rollenspiele, Gruppenarbeiten und Filme vermittelt. Darüber hinaus sollen ge- meinsam Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten bei der Konfrontation mit Rassismus und Diskriminierung erarbeitet werden, um Möglichkeiten für Zivilcourage sichtbar zu machen. In der für das Projekt anberaumten Laufzeit sollen die erarbeiteten Bildungspakete zum Teil in konkreten Workshops oder Projekttagen erprobt und auf dieser Grundlage weiterentwi- ckelt werden. Angestrebt wird die Erstellung von mindestens fünf Bildungspaketen für fünf verschiedene Altersgruppen (Primarstufe, Sek. I und Sek II). Um die praktische Erfahrung und die didaktische Expertise von Lehrkräften einzubringen, ist eine inhaltliche Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum vorgesehen. Die Bildungs- einheiten sollen mittelfristig dazu führen, dass die Schüler*innen und auch Lehrkräfte infor- mierter sind, ihr soziales Umfeld, das politische Geschehen und die mediale Berichterstat- tung reflektierter und kritischer beurteilen. Dadurch kann auch die Teilhabe geflüchteter Kin- der und Jugendlicher in den Klassen verbessert und Ausgrenzungs- und Gewalttendenzen entgegengewirkt werden. Der Antragsteller Kölner Flüchtlingsrat e.V. möchte die seit 2017 bislang mit Spenden durch- geführte interkulturelle und politische Bildungsarbeit aufgrund der hohen Nachfrage perspek- tivisch zu einem eigenen Arbeitsbereich ausbauen. Zu Projekt 4: Das Projekt 4 (Fördersumme 10.000 €) mit dem Titel „Erweiterung der Workshops im Ge- schichtslabor: Arbeit mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ und hat das Ziel, die Auseinandersetzung mit Antisemi- tismus und Rassismus zu fördern. Das Geschichtslabor ist ein Angebot des NS-Dokumentationszentrums, das sowohl eine Führung durch die Gedenkstätte Gestapogefängnis und durch einzelne Bereiche der Dauer- ausstellung als auch einen Workshop umfasst. In der praktischen Arbeit des Antragstellers kristallisierten sich die Frage nach Flucht und Asyl und die rassistische Hetze gegen Ge- flüchtete sowie die verschiedenen Facetten des Antisemitismus als zu bearbeitende Prob- lemfelder heraus. Um diesen Bedarfen gerecht zu werden, soll das Geschichtslabor im NS- Dokumentationszentrum im Workshop Rechtsextremismus um eben jene beiden Aspekte erweitert werden. Im Rahmen des Projektes sollen sich Schülerinnen und Schüler mit der Perspektive von Betroffenen auseinandersetzen und Handlungsoptionen gegen Antisemitis- mus und flüchtlingsfeindliche Hetze im schulischen Alltag kennenlernen und eine Erweite- rung von methodischen und inhaltlichen Kompetenzen der Teamenden im Themenfeld Ras- sismus und Antisemitismus erreicht werden. Zur Erweiterung des Workshops im Geschichtslabor werden ein Skript für zwei Biographien zum Thema Hetze gegen Geflüchtete sowie zum Thema Antisemitismus erstellt, geeignete Objekte (jeweils sechs Objekte für eine Biographie) bereitgestellt, zwei Geschichten in einem Studio eingesprochen und die Audiofiles auf die Hörstationen aufgespielt und eine Veranstal- tung zur Diskussion des Konzeptes mit den Teamenden, die den Workshop „Geschichtslabor Rechtsextremismus“ durchführen sowie eine Qualifizierungsveranstaltung für diese stattfin- den. Der Antragsteller NS-Dokumentationszentrum wird die einzelnen Projektschritte einschließ- lich der vorausgehenden Recherche im Zeitraum ab Bewilligung des Zuschusses bis Ende 2018 abschließen. Es wird davon ausgegangen, dass 40 bis 50 Gruppen zu je 30 Teilneh- menden von dem Angebot profitieren können Der erweiterte Workshop wird zum ständigen Angebot des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Zu Projekt 5: Das Projekt 5 (Fördersumme 2.400 €) mit dem Titel ‚Antirassismus-Trainings für Seni- or*innen in den SeniorenNetzwerken Porz und Mülheim‘ beschreibt das Unbehagen in der alltäglichen SeniorenNetzwerkarbeit gegenüber „dem” Islam und „den“ Muslim*innen. Es wird beschrieben, dass bei den Besucher*innen besonders große Skepsis und Besorgnis im Umgang muslimische Frauen und Männer besteht. Oft wird angenommen ‚muslimische Männer‘ würden klare geschlechtsspezifische Rollenbilder vertreten, die sich aus ihrer Zuge- hörigkeit zum Islam herleiten lassen. Themen bzw. Bilder sind der Patriarch am Wohnzim- mertisch, der junge übergriffige Mann in der Disco und die muslimische Frau trägt Kopftuch und lässt sich unterdrücken und kann immer noch kein Deutsch sprechen. Aber auch umge- kehrt herrschen Vorurteile der türkischsprachigen Community gegenüber den ‚deutschen Senior*innen‘: „Die wollen uns gar nicht hier haben.“ Die geplanten Workshops sollen durch Übungen Räume schaffen, sich mit der eigenen Posi- tion, den Bildern und eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen. Er gibt zudem Anregungen für den Umgang mit Irritationen in kommunikativen Situationen. Die Teilnehmenden werden eingeladen, sich anhand verschiedener Übungen und Inputs mit der eigenen Positionierung in einer von Rassismus geprägten Gesellschaft auseinanderzusetzen und Fragen zu stellen wie: Welche Vorstellungen und Bilder von ‚den Anderen‘ habe ich? Was haben diese mit Rassismus zu tun? Wie bin ich selbst gesellschaftlich geprägt? Welche Rolle spielt Sprache in diesem Zusammenhang? Von welcher Position aus spreche ich wie über wen? Mittels Rollenspielen, die bspw. in Kooperation mit den Kölner Verkehrsbetrieben AG im Rahmen eines Bahntrainings stattfinden, können auch Eindrücke und Kenntnisse über das, was in „kritischen“ Situationen, z.B. in der S-Bahn, zwischen aggressiven Akteuren, Opfern und möglichen Helfern passiert, erlebbar und Lösungsansätze geübt werden. Ergänzend ist ein gemeinsamer Besuch des Stückes ‚Die Lücke‘ und/oder ein geführter und erklärender Gang über die Keupstraße. Den Abschluss bildet eine gemeinsame moderierte Reflexion. Über eine Auswertung sollen Überlegungen zum weiteren Ausbau eines solchen Formates erfol- gen. Die Antragstellerin ist das SeniorenNetzwerk der Arbeiterwohlfahrt in Köln-Mülheim in Ko- operation mit dem SeniorenNetzwerk Köln-Porz. Zu Projekt 6: Das Projekt Nr. 6 (Fördersumme 900 €) hat den Titel ‚We Can Do It! – Ein Empowerment- Workshop für Frauen mit Rassismuserfahrungen‘ richtet sich gezielt an Frauen, die Ras- sismuserfahrungen in Deutschland machen (Schwarze Frauen, Frauen of Color, Frauen*, die als Migrantinnen gelesen werden) und sich präventiv gegen Diskriminierung und Gewalt stärken wollen. Der Antrag beschreibt, dass Schwarze Frauen*, Frauen* of Color und Frauen*, die als Mig- rantinnen gelesen werden nach wie vor von alltäglichen (rassistischen) Belästigungssituatio- nen betroffen sind. Für viele dieser Frauen* ist diese Erfahrung Diskriminierung ausgesetzt zu sein „normal“. Deswegen ist es umso notwendiger geschützte Räume anzubieten, in de- nen diese Erfahrungen durch den Austausch mit Gleichgesinnten aufgearbeitet werden kön- nen, ohne dass sie und die von ihnen gemachten Erfahrungen direkt kritisierend hinterfragt werden. In diesem Rahmen können die Teilnehmerinnen* reflektieren, wie sie in unange- nehmen und gefährlichen Situationen reagieren und welche Möglichkeiten es gibt, sich effek- tiv zu schützen und zu wehren. Das Training basiert auf einer Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und erlernten Opferhaltungen. Pro Workshop sind maximal 12 Teilneh- merinnen* vorgesehen. Der Antragsteller AntiDiskriminierungsBüro/ ÖgG e.V. hat bereits mehrere Empowerment- Workshops angeboten. Die starke Nachfrage zeigt den großen Bedarf weiterer Empower- ment-Konzepte. Der WenDo-Workshop wird in dieser Form zum ersten Mal durchgeführt. Um festzustellen, inwiefern der Workshop formal, konzeptionell und inhaltlich den Bedarfen und Bedürfnissen von Frauen* mit Rassismuserfahrungen entspricht, soll am Ende des Workshops eine entsprechende Auswertung gemacht und die Ergebnisse in einem Sachbe- richt zusammengefasst werden. Zu Projekt 7: Das Projekt Nr. 7 (Fördersumme 2.100 €) hat den Titel ‚Kick it against hate‘ und verfolgt die Absicht junge Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Religion oder/und sexuellen Orien- tierung in einem Fußballturnier zusammenzubringen und gemeinsam ein Zeichen gegen jede Form menschenverachtenden Ideologien zu setzen. Es richtet sich an Amateurfußballmannschaften (u.a. Jugendzentren, Migrantenorganisatio- nen, Mannschaft der Polizeibeamten Köln, Mannschaft der FHöV Köln), die die im Alltag we- nig Kontakt oder Begegnung haben. Der Rahmen des Fußballturniers bietet eine Begeg- nungs- bzw. Austauschplattform, die das gegenseitige Kennenlernen ermöglicht und zum Abbau von Vorurteilen und Distanzen beiträgt. Kernelement des Turniers ist neben dem Aus- tausch und dem Fair-Play Gedanken im Sport, ein Vortrag gegen Hass, Radikalisierung und Ausgrenzung. Dieser Vortrag wird von einem Referenten gestaltet, der ein einschneidendes Erlebnis im Themenkomplex, Gewalt, Rassismus, Populismus, Ausgrenzung o.ä. gemacht hat. Der Vor- trag wird in Form des Storytellings das gesamte Turnier begleiten. Der Referent berichtet über sein eigenes Engagement und der Wichtigkeit eines zivilgesellschaftlichen Engage- ments gegen Menschenfeindlichkeit. Nach dem Finale erfolgen Siegerehrung und eine ge- meinsame Erklärung aller Teilnehmer gegen Hass und Gewalt. Die präventive Wirkung des Projekts basiert auf den Aspekten der persönlichen Begegnung und des Vortrags. Durch den Sport ist es den Teilnehmenden möglich Gleichaltrige trotz vermeintlicher Unterschiede und als faire und ebenbürtige Personen kennenzulernen. Durch den Vortrag werden die Teilnehmenden kognitiv und emotional mit einem gesellschaftsrele- vanten Thema konfrontiert, das zur Reflexion anregt. Langfristige Ziele des Projektes sind die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, Sensibilisie- rung für Extremismus, Rassismus, Diskriminierung etc.; Förderung von sozialen und interkul- turellen Kompetenzen und Förderung der Demokratie und Menschenrechte.
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5001/1 Vorlagen-Nummer 2714/2018 Freigabedatum 29.08.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2018 / 2. Teil Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln beschließt, an folgende Projekte der Antirassismusarbeit Fördermittel zu ver- geben: 1. Stärkung der Arbeitsstruktur des ‚Kölner Forums gegen Rassismus und Diskriminierung‘ durch Finanzierung einer 450 € Kraft zur organisatorischen Unterstützung für 3 Monate einen Betrag in Höhe von 1.945,45 € Antragsteller: Kölner Flüchtlingsrat e.V. 2. Konzeptionierung, Entwicklung und Herstellung eines Planspiels ‚Solidarisches Köln – Stadt für alle‘ zur Förderung eines lebensweltorientierten Solidaritätsverständnisses als Beitrag für ein friedliches Miteinander einen Betrag in Höhe von 12.490 € Antragsteller: Integrationshaus e.V. 3. ‚Bildungsprojekt Brückenbauer‘ zur Optimierung von Bildungseinheiten für verschiedene Schul- formen und Altersgruppen von Schülerinnen und Schülern, in denen aktuelle Fragen und Unsi- cherheiten junger Menschen im Zusammenhang mit dem Zuzug von Geflüchteten bearbeitet wer- den sollen, um eine reflektierte Haltung gegenüber Geflüchteten zu fördern. einen Betrag in Höhe von 10.000 € Antragsteller: Kölner Flüchtlingsrat e.V 4. „Erweiterung der Workshops im Geschichtslabor: Arbeit mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ mit dem Ziel, die Auseinanderset- zung mit Antisemitismus und Rassismus zu fördern. einen Betrag in Höhe von 10.000 € Antragsteller: NS-Dok 5. ‚Antirassismus-Trainings für Senior*innen in den SeniorenNetzwerke Porz und Mülheim‘ mit dem Ziel, im Rahmen eines Workshops das Unbehagen von Besuchern der SeniorenNetzwerke ge- genüber „dem” Islam und „den“ Muslim*innen abzubauen. Über eine anschließende Auswertung sollen Überlegungen zum weiteren Ausbau eines solchen Formates erfolgen. Integrationsrat 04.09.2018 Ausschuss Soziales und Senioren 06.09.2018 Finanzausschuss 24.09.2018 Rat 27.09.2018 2 einen Betrag in Höhe von 2.400 € Antragsteller: SeniorenNetzwerk der Arbeiterwohlfahrt 6. ‚We Can Do It! – Ein Empowerment-Workshop für Frauen mit Rassismuserfahrungen für Schwar- ze Frauen, Frauen of Color und Frauen, die als Migrantinnen gelesen werden. Der Workshop soll dazu beitragen, dass sich diese Frauen präventiv gegen rassistische Diskriminierung und Gewalt stärken und Möglichkeiten erarbeiten, in geeigneter Form darauf zu reagieren. einen Betrag von 900 € Antragsteller: AntiDiskriminierungsBüro/ ÖgG e.V. 7. Kick it against hate ein Fußballturnier zum Abbau von Vorurteilen und Distanzen unter Beteiligung von Amateurfußballmannschaften, die im Alltag wenig bis keinen Kontakt zu einander haben. Kernelement des Turniers ist ein Vortrag eines von terroristischer, menschenverachtender Ideolo- gie Betroffenen. • einen Betrag von 2.100 € Antragsteller: 180GradWende/ Jubigo e.V. Die Gesamtsumme der aufgelisteten Projektanträge beträgt 39.835,45 € Finanzmittel stehen im Teilergebnisplan 0504, Freiwillige Sozialleistungen und Diversity, „Antirassis- mustraining“ unter Zeile 15, Transferaufwendungen zur Verfügung. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 39.835,45 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung Seit 2007 fördert die Stadt Köln Maßnahmen aus den Mitteln für Antirassismustraining. Sowohl die zunehmende Sensibilität unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure gegenüber den unterschiedli- chen Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung als auch die positive Bewertung der bereits erreichten Ergebnisse führen dazu, dass Maßnahmenträger weitere Präventionsmaßnahmen in Form von Fortsetzungs- und Aufbauprojekten planen und in ihrem Vorgehen inhaltliche und me- thodische Vielfalt sowie innovative Elemente anwenden. Die öffentliche und teilweise sehr polarisie- rend geführte Debatte um Migration zeigt, dass der Bedarf nach solchen Maßnahmen weiterhin sehr hoch ist. Im Haushaltsplan 2018 sind 10.000 € für Antirassismus-Projekte veranschlagt. Mit Entscheidung vom 20.03.2018 hat der Rat die Aufstockung der Antirassismusgelder im Rahmen des Integrationsbudgets um 40.000 €/Jahr weiterhin vorgesehen (Vorlage 0344/2018), so dass insgesamt 50.000 €/Jahr zur Verfügung stehen. Für das Haushaltsjahr 2018 hatte der Rat bereits über die Verwendung von 4.100 € entschieden. Die jetzt zur Beschlussfassung vorgelegten Projekte haben ein Gesamtvolumen von 39.835,45 €. Die Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2018, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity bei Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veranschlagt. Die Träger der zur Förderung vorgeschlagenen Projekte verfügen über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der vernetzten interkulturellen Arbeit. Die Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit sind ihre zentralen Aufgaben beziehungsweise sie gehört zu ihrem breiten Aufgabenspektrum. Eine breite Vernetzung mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren in Köln und über die Grenzen der Stadt hinaus charakterisiert die Aktivitäten der Träge. Dies ist auch für die vorgeschlagenen Projekte von großer Bedeutung. Die Maßnahmen zielen auf die Sensibilisierung und Befähigung von unterschiedlichen gesellschaftli- chen Gruppen, gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung tätig zu werden, sowie auf die Stär- kung (Empowerment) diskriminierter Gruppen, ab. Von den vorgeschlagenen Projekten wird eine prä- 4 ventive Wirkung gegen Rassismus und Diskriminierung in Köln erwartet. Die Maßnahmen werden als Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Kölner Konzeptes zur Stärkung der integrativen Stadtgesell- schaft gewertet. Aus vorgenannten Gründen schlägt die Verwaltung die Förderung der Projekte gemäß des Be- schlussvorschlags vor. Die Förderung erfolgt mit der Auflage, dass in einem kurzen Erfahrungsbericht erzielte und (längerfristig) erwartete Wirkungen dargestellt werden. Die vorgesehene Beratungsfolge ergibt sich aus dem § 22 Integrationsrat (§§ 27 i.V.m. 126 GO) Absatz 7 der Hauptsatzung der Stadt Köln in der vom Rat der Stadt Köln am 15.03.2016 beschlos- senen Fassung: „(7) Der Integrationsrat wirkt an den Beratungen über die Haushaltssatzung mit. Er berät über alle Haushaltsansätze, die seine Aufgaben betreffen und kann dazu Vorschläge und Anregun- gen machen. Darüber hinaus weist der Rat dem Integrationsrat Mittel zu, die dieser nach der Maßgabe ei- ner vom Rat zu beschließenden Richtlinie zur Förderung der Integrationsarbeit in Köln selb- ständig vergeben kann. Dabei handelt es sich insbesondere um • Zuschüsse für die Arbeit von Vereinen, Zentren und Initiativen, die in der Migrations-, In- tegrations- und Antidiskriminierungsarbeit tätig sind, • Verwendung von EU-, Bundes- oder Landesmitteln zur Förderung der Integration und des friedlichen, gleichberechtigten Zusammenlebens. Die Beschlüsse des Integrationsrates über die Verwendung von Haushaltsmitteln gibt die Verwaltung den entsprechenden Fachausschüssen und dem Finanzausschuss unverzüglich zur Kenntnis. Der Rat entscheidet abschließend.“ Anlage: Anlage zur Beschlussvorlage ‚Vergabe der Mittel für Antirassismustraining 2018 - kurze Erläute- rung der Projekte: Begründung für die Dringlichkeit: Die Mittel zur Förderung von Antirassismusarbeit sind an das Haushaltsjahr gebunden. Die Ratssitzung am 27.09.2018 soll erreicht werden, damit den Träger die Monate Oktober bis De- zember 2018 zur Umsetzung der Projekte verbleiben.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2714/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 29.08.2018
- Erstellt
- 15.08.2018 16:07