V/0240/2009
Geschäftsbericht des Gesundheitsamtes 2008
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Anlage_Geschaeftsbericht_2008
138329 Zeichen
n
Geschäftsbericht 2008
Seite 2
Geschäftsbericht 2008
Seite 3
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Geschäftsbericht informieren wir Sie üb er
wesentliche Arbeitsergebnisse, Leistungsdaten, Ziel e und
Kennzahlen des Jahres 2008, die die
Aufgabenentwicklungen und Arbeitsschwerpunkte
verdeutlichen. Erstmals haben wir in diesem Bericht die
Ziele und Kennzahlen aus dem Haushaltsplan
aufgenommen. Sie stehen als Indikatoren beispielhaf t für
verschiedene Arbeitsfelder des Gesundheitsamtes.
Besondere Einflussfaktoren auf unsere Arbeit waren in diesem Jahr:
• Im Rahmen der Kommunalisierung der Versorgungsverw altung wurde
deren medizinischer Dienst vom Gesundheitsamt übern ommen und im
amtsärztlichen Dienst integriert.
• Im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst gab es umfa ngreiche personelle
Änderungen. In diesem Zusammenhang haben wir empfin dlich gespürt,
dass es im öffentlichen Dienst bereits jetzt schon schwierig ist, unter den
Einkommensbedingungen des TVÖD noch junge, gut ausg ebildete Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.
• Der Prüfbericht der Gemeindeprüfungsanstalt wurde erstellt und disku-
tiert: Das Gesundheitsamt Münster lag im Städtevergleich - wie erwartet
– im guten Mittelbereich. Es ist nicht das „billigste“, aber mit seiner Qua-
lität und seinem Angebot durchaus preiswert.
Von unseren inhaltlichen Schwerpunkten möchte ich a n dieser Stelle beispiel-
haft aufführen:
• Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern werden häufi ger beobachtet und
fordern zunehmend fachärztliche Beratung, Diagnosti k und Unterstüt-
zung sowie Vermittlung. Hierzu wurde Ihnen bereits der ausführliche Be-
richt „Psychiatrische, psychotherapeutische und psy chosoziale Versor-
gung von Kindern und Jugendlichen in Münster“ (Gesu ndheitsbericht
Band 14) vorgelegt. Dieses Thema wird weiterhin ein Arbeitsschwer-
punkt sein und eine enge Kooperation mit dem Amt fü r Schule und Wei-
terbildung, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fam ilien, Lehrern und
Fachärzten u. a. erfordern.
• Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen führen häufig zu
vorzeitiger Arbeits- bzw. Dienstunfähigkeit, zu erh eblicher Einschrän-
kung der Lebensqualität und Folgeerkrankungen. Aus diesem Grund
haben wir das „Bündnis gegen Depressionen“ zum Thema der Gesund-
heitskonferenz gemacht mit dem Ziel, Handlungsempfe hlungen zu erar-
beiten.
• Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels er halten gerade
Prävention und Gesundheitsförderung eine wachsende Bedeutung –
dieser Herausforderung wollen wir uns mit Ihrer Unterstützung stellen.
Dr. Christiane Kappenstein
Leiterin des Gesundheitsamtes
Geschäftsbericht 2008
Seite 4
Inhalt
I. Vorbemerkungen
1. Hinweise zum Geschäftsbericht 6
2. Produkte des Gesundheitsamtes 7
II. Rückblick auf die Produkte
1. Übergreifende Gesundheitsförderung
1.1 Kommunale Gesundheitsberichtserstattung 11
1.2 Kommunale Gesundheitskonferenz 12
1.3 Psychiatriekoordination 14
1.4 Gesundheitshaus 15
1.4.1 Betriebsträgerschaft und Geschäftsführung 1 5
1.4.2 Gesundheitsbezogene Projekte und Aktionen 16
1.5 Sonstige übergreifende Projekte 16
1.5.1 Modellprojekt: Gesund aufwachsen in … Berg Fi del 16
1.5.2 Weitere Aktivitäten und Projekte 17
2. Kinder- und Jugendgesundheit
2.1 Kinder- und Jugendgesundheitsdienst 19
2.1.1 Sozialpädiatrische Untersuchungen und Beratu ngen in
und für Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder 19
2.1.2 Betriebsmedizinische Beratungen und Kontakte 21
2.1.3 Epidemiologische Auswertungen 22
2.1.4 Sonstige Beurteilungen, Untersuchungen, Bera tungen
des KJGD 23
2.1.5 Sprachheilambulanz 25
2.2 Kinder- und Jugendzahngesundheitsdienst 25
2.3 Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im Kinde s- und
Jugendalter – Beratung und Frühförderung – (BfE) 27
2.4 Kinder- und Jugendpsychiatrische Hilfen 28
3. Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachtendienst
3.1 Amtliche Bescheinigungen, Zeugnisse, Gutachten 30
3.2 Betriebsärztlicher Dienst 32
Geschäftsbericht 2008
Seite 5
4. Gesundheitsschutz
4.1 Infektionsschutz 34
4.1.1 Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankh eiten 34
4.1.2 Tuberkulose-Fürsorge 36
4.1.3 Beratungs- und Untersuchungsangebote zu Aids und
anderen sexuell übertragbaren Krankheiten 38
4.2 Hygieneüberwachungen 40
4.3 Umweltmedizin 43
4.3.1 Stellungnahmen im Rahmen von Genehmigungs- un d
Planungsverfahren 43
4.3.2 Umweltmedizinische Beratungen und Stellungnah men 43
4.4 Arzneimittel und Gefahrstoffe 44
4.5 Gesundheitsfachberufe 45
5. Gesundheitshilfen
5.1 Sozialpsychiatrische Hilfen 48
5.1.1 Sozialpsychiatrischer Dienst 48
5.1.2 Therapie und Hilfe sofort 48
5.1.3 Krisennotdienst an Wochenenden 49
5.2 Die Familienhebamme am Gesundheitsamt 50
5.3 Weitere sozialkompensatorische Hilfen 52
6. Förderung Freier Träger im Gesundheitswesen
(produktübergreifende Darstellung) 53
III. Das Gesundheitsamt im Überblick
1. Personal und Organisation 54
2. Budgetübersicht 56
3. Öffentlichkeitsarbeit in 2008 59
4. Standorte des Gesundheitsamtes 60
Impressum 61
Geschäftsbericht 2008
Seite 6
I. Vorbemerkungen
1. Hinweise zum Geschäftsbericht
Mit dem Geschäftsbericht 2008 erscheint der vierte Bericht dieser Reihe im
gleichen Layout. Er liefert wie die Vorgängerberich te einen Überblick über den
gesamten Aufgabenbestand des Gesundheitsamtes, der um aktuelle Entwick-
lungen aus dem Berichtsjahr ergänzt ist.
Der I. Teil enthält eine Darstellung der Produkte d es Gesundheitsamtes anhand
der Produktbeschreibungen sowie der produktspezifis chen Ziele und Zielkenn-
zahlen aus dem Haushaltsplan 2008. Außerdem sind di e „Ergebniswerte“ (Ist-
Werte) der jeweiligen Zielkennzahlen für 2008 aufgeführt.
Im Hauptteil (II. Teil) vermittelt der Bericht grun dlegende Informationen zu den
einzelnen Aufgabenfeldern des Gesundheitsamtes. Di e Gliederung orientiert
sich zum zweiten Mal an der im Zuge der Umstellung des städtischen Haus-
halts auf das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF) für das Gesund-
heitsamt gebildeten Produktstruktur.
Die einzelnen Tätigkeitsfelder werden zur besseren Information der Leserinnen
und Leser wie in den Vorberichten jeweils kurz besc hrieben. Die allgemeinen
Beschreibungen werden ergänzt um Aktivitäten und Be sonderheiten aus dem
Jahr 2008 (in der Regel gekennzeichnet mit einem
) sowie um ausgewählte
Daten zum Leistungsumfang für die Jahre 2006 bis 2008 (in Tabellenform).
Der III. Teil gibt einen Überblick über die Persona l- und Organisationsstrukturen
und vermittelt Informationen zum Budget und zur Öff entlichkeitsarbeit des Am-
tes in 2008.
Der Geschäftsbericht ist kein Gesundheitsbericht im Sinne der Kommunalen
Gesundheitsberichterstattung (vgl. Teil II, Ziff. 1 .1). Er ersetzt auch nicht the-
menspezifische Einzelberichte, Vorlagen oder Sonder publikationen, die das
Gesundheitsamt selbstverständlich weiterhin erstellen wird.
Anmerkung:
Für die Zukunft ist vorgesehen, das „Kennzahlenset“ des Gesundheitsamtes zu
überarbeiten. Es geht u.a. darum, die Ziele und Zie lkennzahlen des NKF-
Haushalts mit der Datenstruktur im Geschäftsbericht abzustimmen und dabei
die Informationsbedürfnisse der Entscheidungsträger zu berücksichtigen. Dem
Geschäftsbericht soll stärker die Funktion eines „C ontrollinginstruments“ zu-
kommen.
Geschäftsbericht 2008
Seite 7
2. Produkte des Gesundheitsamtes
Folgende Produktsstruktur wurde mit der Umstellung des Haushalts des Ge-
sundheitsamtes zum Jahr 2008 auf das Neue Kommunale Finanzmanagement
(NKF) festgelegt:
Produktbereich: Gesundheitsdienste
Produktgruppe: Gesundheitsdienste
Produkte: Übergreifende Gesundheitsförderung
Kinder- und Jugendgesundheit
Ärztlicher Untersuchungs- u. Gutachtendienst
Gesundheitsschutz
Gesundheitshilfen
Krankenhausumlage
Produkt „Übergreifende Gesundheitsförderung“
Die gesundheitlichen Verhältnisse einschließlich de r psychiatrischen und der
Suchtkrankenversorgung in der Stadt Münster werden beobachtet, erfasst und
bewertet. Die gesundheitliche Versorgung wird in Zu sammenarbeit mit der
kommunalen Gesundheitskonferenz und dem Arbeitskrei s Psychiatrie ortsnah
koordiniert und weiterentwickelt.
Maßnahmen und Projekte zur Prävention und Gesundhei tsförderung werden im
Gesundheitshaus und in den Stadtteilen initiiert und durchgeführt.
Ziel zum Produkt „Übergreifende Gesundheitsförderung“ im Haushaltsplan 200 8:
Unterstützung und Förderung von gesundheitsfördernde n Lebensbedingungen und
Lebensweisen durch Erfassung und Analyse des Ist-Zus tandes sowie Entwicklung von
Maßnahmen. Hierzu dient beispielhaft folgendes Indikatorziel:
Ziel: Durch systematisches Controlling der Umsetzun gsmaßnahmen soll
erreicht werden, dass die von der Gesundheitskonfer enz beschlosse-
nen Handlungsempfehlungen zu mindestens 60 % innerh alb eines Jah-
res umgesetzt werden.
Zielkennzahl Anzahl umgesetzter Handlungsempfehlunge n innerhalb eines Jahres
nach Beschlussfassung (in %)
Ergebnis 2008: 67 %
Produkt „Kinder- und Jugendgesundheit“
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst schützt Kin der und Jugendliche vor
Gesundheitsgefahren und fördert ihre Gesundheit. Er nimmt betriebsmedizini-
sche Aufgaben in Kindertageseinrichtungen und Schul en wahr, führt ärztliche
Geschäftsbericht 2008
Seite 8
Untersuchungen und Beratungen zur Früherkennung von Krankheiten, Behin-
derungen und Entwicklungsstörungen durch und vermit telt die notwendigen
Behandlungs- und Betreuungsangebote.
Der Kinder- und Jugendzahngesundheitsdienst führt z ahnärztliche Untersu-
chungen und Beratungen zur Verhütung von Krankheite n und Fehlentwicklun-
gen sowie Maßnahmen der Gruppenprophylaxe durch.
Die Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im Kinde s- und Jugendalter berät
und betreut Familien mit entwicklungsauffälligen od er behinderten Kindern und
Jugendlichen und führt heilpädagogische Frühfördermaßnahmen durch.
Ziele zum Produkt „Kinder- und Jugendgesundheit“ im Haushaltsplan 2008 :
Frühzeitige Identifizierung von Krankheiten, Behinde rungen, Entwicklungs- und Verhal-
tensauffälligkeiten und deren positive Beeinflussun g durch Beratung und Vermittlung
adäquater Förder- und Behandlungsmaßnahmen sowie Sch utz vor vermeidbaren
Krankheiten (z.B. durch Impfung) und optimale Einbi ndung aller Kinder in das Regel-
versorgungssystem des Gesundheitswesens. Hierzu die nen beispielhaft folgende Indi-
katorziele:
1. Ziel: Bei Schulanfängern soll ein Masern-Durchimp fungsgrad von mind. 95
% durch Impfstatusanalyse und Impfberatung bei jede r Untersuchung
sowie durch Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden.
Zielkennzahl: Masern-Durchimpfungsgrad (in %)
Ergebnis 2008: 95%
2. Ziel: Bei den kinderärztlichen Früherkennungsunte rsuchungen soll eine Teil-
nahmequote von mind. 95% durch Analyse der Vorsorge daten und Be-
ratung bei jeder Untersuchung sowie durch Öffentlichkeitsarbeit erreicht
werden.
Zielkennzahl: Teilnahmequote an kinderärztlichen Frühe rkennungsuntersuchungen
(mind. 8 von 9 Vorsorgeuntersuchu ngen, in %)
Ergebnis 2008: 90%
3. Ziel: Die Zahngesundheitsquote von höchstens 20 % behandlungsbedürfti-
ger Gebisse soll bei der Gesamtzahl der untersuchte n Kinder in Kinder-
gärten, Grund- und Förderschulen durch Erhebung des Ist-Zustandes,
Durchführung von Prophylaxe-Maßnahmen und Informati on der Eltern
sowie Multiplikatoren erhalten werden.
Zielkennzahl: Quote von behandlungsbedürftigen Gebis sen bei der Gesamtzahl der
untersuchten Kinder (in %)
Ergebnis 2008: 21%
Produkt „Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachtendienst“
Das Gesundheitsamt erstellt im Auftrag ärztliche Ze ugnisse und Gutachten auf
der Grundlage entsprechender Rechtsvorschriften als Entscheidungshilfe für
externe Behörden und die Stadtverwaltung.
Es werden (unter Verantwortung des Personal- und Or ganisationsdezernates)
betriebsärztliche Aufgaben für die Beschäftigten de r Stadtverwaltung wahrge-
nommen.
Geschäftsbericht 2008
Seite 9
Ziel zum Produkt „Ärztlicher Untersuchungs- und Guta chtendienst“ im Haushaltsplan
2008 :
Erstellen einer zeitnahen und aussagekräftigen Ents cheidungshilfe für den Auftragge-
ber; hierzu dient beispielhaft folgendes Indikatorziel:
Ziel: Mindestens 90 % der Gutachtenaufträge sollen jeweils innerhalb von 6
Wochen ohne Zusatzbegutachtung) abgewickelt werden.
Zielkennzahl: Anteil der innerhalb von 6 Wochen dur chgeführten Gutachten-
aufträge (in %)
Ergebnis 2008: 85 %
Produkt „Gesundheitsschutz“
Übertragbare Krankheiten werden durch Aufklärung, B eratung, Untersuchung
und Aufdeckung von Infektionsketten verhütet bzw. bekämpft.
Die Einhaltung der Hygienestandards z.B. bei Trinkw asserversorgungsanlagen,
Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Gemeinschaf tseinrichtungen wird
überwacht.
Das Gesundheitsamt klärt die Bevölkerung und Behörd en über gesundheitsge-
fährdende und gesundheitsschädigende Einflüsse aus der Umwelt auf und trägt
zu ihrer Verringerung bei.
Der Arzneimittelverkehr auf örtlicher Ebene wird üb erwacht und die Bevölke-
rung über einen verantwortlichen Umgang mit Arzneimitteln aufgeklärt.
Das Gesundheitsamt führt die Aufsicht über die Gesundheitsfachberufe.
Ziele zum Produkt „Gesundheitsschutz“ im Haushaltsplan 2008 :
Verringerung der Gesundheitsrisiken für die Bevölke rung durch Prävention, Aufklärung
und qualitätssichernde Überwachungsmaßnahmen. Hierzu dienen beispielhaft folgende
Indikatorziele:
1. Ziel: Die durchschnittliche Ausbruchdauer von No rovirusinfektionen in Kran-
kenhäusern soll durch Beratungen, Hygieneüberwachun gen etc. ver-
kürzt werden.
Zielkennzahl: Durchschnittliche Ausbruchdauer von No rovirusinfektionen (in Tagen)
Ergebnis 2008: 8 (Planwert für 2008 war: 16)
2. Ziel: Die Beanstandungsquote bei Wasserversorgu ngsanlagen -
,Kleinanlagen - (Trinkwasserbrunnen) soll durch Bera tungen und Orts-
besichtigungen auf unter 10% reduziert werden.
Zielkennzahl: Gravierende Mängel bei Kleinanlagen (i n %)
Ergebnis 2008: 10 %
3. Ziel: Jährlich sollen mindestens 20 klinische Prü fungen überwacht werden.
Zielkennzahl: Anzahl überwachter klinischer Prüfunge n
Ergebnis 2008: 14 (Hinweis: Die Aufgabe wurde im November 2008 durch landesrecht-
liche Regelung zur Stadt Düsseldorf verlagert.)
Geschäftsbericht 2008
Seite 10
Produkt „Gesundheitshilfen“
Das Gesundheitsamt leistet sozialkompensatorische M aßnahmen für unzurei-
chend versorgte Bevölkerungsgruppen und vermittelt bedarfsgerechte medizini-
sche und soziale Hilfen.
Für Menschen mit psychischen Störungen und Behinder ungen, Abhängigkeits-
kranke und ihre Angehörigen bietet der Sozialpsychi atrische Dienst vor- und
nachsorgende Hilfen sowie Unterstützung in Krisensituationen.
Ziele zum Produkt „Gesundheitshilfen“ im Haushaltsplan 2008 :
Psychisch kranke und suchtkranke Menschen sollen du rch rechtzeitige und angemes-
sene Unterstützung befähigt werden, ein eigenverant wortliches und selbstbestimmtes
Leben in der Gemeinschaft zu führen.
Menschen in besonderen Problemlagen (u.a. Menschen mit Migrationsvorgeschichte,
Obdachlose, sozial benachteiligte Familien, schwangere Frauen) sollen adäquate medi-
zinische und soziale Hilfen angeboten werden.
Hierzu dienen beispielhaft folgende Indikatorziele:
1. Ziel: Bei Krisenmeldungen soll in allen Fällen ei ne unmittelbare Intervention
noch am selben Tag erfolgen.
Zielkennzahl: Kriseninterventionen am Tag der Meldun g (in %)
Ergebnis 2008: 100 %
2. Ziel: Die persönlichen - auch aufsuchenden - Ber atungsgespräche des sozi-
alpsychiatrischen Dienstes sollen mindestens im bis herigen Umfang im
Rahmen der vor- und nachsorgenden Hilfen aufrechterhalten werden.
Zielkennzahl: Persönliche Beratungsgespräche pro Kli ent (Durchschnittswert)
Ergebnis 2008: 1,0 (Planwert für 2008 war: 1,0)
Zielkennzahl: Hausbesuche pro Klient (Durchschnittsw ert)
Ergebnis 2008: 0,5 (Planwert für 2008 war: 0,6)
3. Ziel: Die Inanspruchnahme des Hilfeangebotes der Familienhebamme soll
durch offene Hebammensprechstunden in Kitas in Stad tteilen mit be-
sonderen Bedarfen gesteigert werden.
Zielkennzahl: Hebammensprechstunden in den Kitas/Jah r
Ergebnis 2008: 361 (Planwert für 2008 war: 250)
Produkt „Krankenhausumlage“
Die Städte und Gemeinden beteiligen sich über eine Krankenhausumlage an
der Finanzierung von Krankenhausinvestitionen. Die Bemessung der Umlagen-
höhe orientiert sich an der Einwohnerzahl. Rechtsgr undlage ist das Kranken-
hausgesetz NRW.
Dieses Produkt beinhaltet keine kommunalen Gestaltu ngsspielräume und wird
in diesem Bericht nicht näher erläutert.
Geschäftsbericht 2008
Seite 11
II. Rückblick auf die Produkte
1. Übergreifende Gesundheitsförderung
Prävention und Gesundheitsförderung erhalten auf un terschiedlichen gesund-
heitspolitischen Ebenen eine stetig wachsende Bedeu tung. Dies gilt insbeson-
dere für die kommunale Ebene, da sich dort die Lebe nsräume der Menschen
befinden, in denen sie aufwachsen, lernen, arbeiten oder auch den Lebens-
abend verbringen.
Seit fünf Jahren leistet das Gesundheitsamt die Ges chäftsführung des deut-
schen Gesunde Städte-Netzwerkes -GSN-, ein Zusammenschluss von der-
zeit 67 Städten, Kreisen und Regionen bundesweit. D as GSN hat sich im ver-
gangenen Jahr schwerpunktmäßig mit dem Thema Gesund heit im Alter und mit
der Gesundheit sozial benachteiligter Menschen, ins besondere junger Men-
schen, auseinander gesetzt. Zum Thema Gesundheit im Alter wurde in Koope-
ration mit der Bundeszentrale für Gesundheit eine A rbeitshilfe zur Sturzpräven-
tion erstellt, die allen Mitgliedsstädten zur Verfü gung gestellt werden soll. Zur
sozialen und damit auch gesundheitlichen Benachteil igung wird derzeit die Um-
setzung der „Kölner Erklärung“ forciert. Darin hat das Netzwerk bereits 1999
beschrieben, das sich die Unterschiede zwischen Arm en und Reichen, Privile-
gierten und Benachteiligten verschärfen und die Stä dte in „gute“ und „belastete“
Teile zu zerfallen drohen. Die Gesunden Städte woll en hier unterstützend ent-
gegenwirken. Die Herausgabe der Gesunden Städte-Nac hrichten, die Pflege
des Newsletters und der Homepage www.gesunde-staedt e-netzwerk.de
gehö-
ren mit zu den laufenden Schwerpunktaufgaben des Sekretariates.
1.1 Kommunale Gesundheitsberichtserstattung (GBE)
Die kommunale Gesundheitsberichterstattung nach § 2 1 ÖGDG hat als Analy-
se- und Prognoseinstrument die Aufgabe, Daten zum G esundheitszustand der
Bevölkerung, zu Gesundheitsrisiken sowie über die V ersorgung mit Gesund-
heitsleistungen systematisch zur Verfügung zu stell en und Handlungsbedarfe
aufzuzeigen. Damit liefert die Gesundheitsberichter stattung für die Politik, die
Fachöffentlichkeit und für die Bevölkerung wichtige Grundlagen, vor allem auch
für kommunale Planungs- und Steuerungsprozesse.
Ein besonderer Schwerpunkt in der Arbeit ist die Fo rtschreibung des
Gesundheitsrahmenberichtes, der im Herbst 2009 fert ig gestellt sein
wird. Der Rahmenbericht dient sozusagen als „Gemein dediagnose“ und
greift unterschiedliche gesundheitliche Themenspekt ren auf. Dem Ge-
sundheitsamt ist es gelungen, das Institut für Epid emiologie und Sozial-
medizin der Universität als wissenschaftliche Begle itinstitution mit einzu-
binden.
Daneben wurden 2008 folgende Fachberichte im Rahmen der Gesund-
heitsberichterstattung vorgelegt:
Geschäftsbericht 2008
Seite 12
- Kinder- und Jugendpsychiatrie: Stationäre und tei lstationäre Versor-
gung in Münster und anderen Städten und Kreisen in NRW (Vorlage
0154/2008)
- „Psychiatrische, psychotherapeutische und psycho soziale Versor-
gung von Kindern und Jugendlichen in Münster“ (Vorl age
0955/2008)
1.2 Kommunale Gesundheitskonferenz
Dem Gesundheitsamt obliegt die Geschäftsführung der Gesundheitskonfe-
renz ebenso wie die Betreuung der Facharbeitskreise , die von der Gesund-
heitskonferenz zur fachlichen Aufbereitung der Jahr esthemen und Handlungs-
empfehlungen regelmäßig eingerichtet werden (§§ 23, 24 ÖGDG)..
Der Gesundheitskonferenz Münster gehörten Ende 2008 insgesamt 41 Mitglie-
der (Vertreter/-innen von Ärzteverbänden, Krankenka ssen, Krankenhäusern,
Selbsthilfeorganisationen, Wohlfahrtsverbänden, Wei terbildungseinrichtungen,
städtischen Ämtern und Ratsfraktionen) an.
Vorrangiges Ziel der Gesundheitskonferenz ist der E rfahrungs- und Informati-
onsaustausch sowie eine bessere Kooperation der im Gesundheitswesen täti-
gen Organisationen und Gruppen. Damit soll die Gesu ndheitsförderung ge-
stärkt, die Gesundheitsleistungen sollen besser auf einander abgestimmt und
etwaige Defizite aufgespürt werden.
Die Gesundheitskonferenz tagt 2 x jährlich, die von ihr eingerichteten themen-
spezifischen Arbeitskreise nach Bedarf.
Zu folgenden Themen hat die Gesundheitskonferenz im Jahr 2008 Hand-
lungsempfehlungen verabschiedet bzw. vorbereitet:
Schädel-Hirn-Trauma in der Fahrradstadt Münster
Trotz überdurchschnittlich guter Versorgung und ei ner guten Kranken-
hauslandschaft in Münster gibt es Schnittstellenpro bleme von der Akut-
behandlung bis zur Langzeitversorgung von Menschen, die ein Schädel-
Hirn-Trauma erlitten haben. Obwohl umfassende Resso urcen im Be-
reich medizinischer und therapeutischer Versorgung vorhanden sind, ist
es für die Betroffenen oft nur schwer möglich, in d as für sie passgenaue
Versorgungssystem zu gelangen. Der Arbeitskreis häl t ein Case Mana-
gement von Beginn der Verletzung an und während des gesamten Be-
handlungs-/Rehabilitationsverlaufs für erforderlich . Er wird Gespräche
mit den Kostenträgern aufnehmen. Behandlungskonfere nzen, wie sie in
einigen Kliniken bereits durchgeführt werden, sollt en in allen Kranken-
häusern regelmäßig etabliert werden, damit die weit ere Behandlung,
Rehabilitation und die Wiedereingliederung von Mens chen mit einem
schweren Schädel-Hirn-Trauma mit allen beteiligten Professionen be-
sprochen werden. Spezielle Fortbildungen für alle b eteiligten Berufs-
gruppen werden als notwendig erachtet. Stärkung der Prävention, Öf-
fentlichkeitsarbeit und Vernetzung sind ein weitere s Ziel. Die Hand-
lungsempfehlungen wurden einvernehmlich verabschiedet.
Geschäftsbericht 2008
Seite 13
Gesund älter werden in Münster – Bewegt und mittendrin
Der hierfür eingerichtete Arbeitskreis hatte von d er Gesundheitskonfe-
renz den Auftrag bekommen, das große Thema des „ges unden Älter-
werdens“ einzugrenzen. So hat er sich zunächst mit der Bewegungs-
förderung für weitgehend gesunde Menschen im Alter von 60+ beschäf-
tigt. Bewegung hat positive Einflüsse auf das Herz- Kreislauf-System,
den Stoffwechsel, die Muskulatur, das Nervensystem, das Gehirn sowie
auf Knochen und Gelenke, kann also als grundlegende Prävention aller
möglichen Beschwerden und Krankheiten angesehen wer den. Als Ziele
wurden formuliert:
1. Alle Bürgerinnen und Bürger Münsters fördern ihr e Gesundheit von
der Jugend bis ins Alter.
2. In allen Stadtteilen gibt es frei zugängliche, m öglichst kostenlose, le-
bensumfeldnahe
Angebote zur Bewegungsförderung.
3. Vernetzung
4. Evaluation
Der Arbeitskreis wird längerfristig arbeiten und we itere Themen aufgrei-
fen. Die Handlungsempfehlungen wurden einvernehmlich verabschiedet.
Gesund aufwachsen in Münster
Der bereits länger existierende Arbeitskreis „Gesun d aufwachsen“ hat
2008 die Vorbereitungen für das 2. Gesundheitsziel für Münster „Ge-
sund aufwachsen in Münster “ mit der Absicht aufgenommen, der Ge-
sundheitskonferenz bis zum Herbst 2009 entsprechend e Handlungs-
empfehlungen vorzulegen.
Bündnis gegen Depression in Münster
Die Gesundheitskonferenz hat in ihrer Sitzung am 09 .04.2008 den Ar-
beitskreis „Bündnis gegen Depression“ eingesetzt. Zahlreiche Mitglieder
der Gesundheitskonferenz haben an den 4 Arbeitstref fen teilgenommen
und sich mit den folgenden Themen beschäftigt:
• Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Verbesser ung der
Situation von Menschen mit einer depressiven Erkran kung in
Münster
• Vorbereitung des Anschlusses an das bundesweite „Bü ndnis
gegen Depression“
Der gemeinnützige Verein "Deutsches Bündnis gegen D epression
e.V." verfolgt das Ziel, die gesundheitliche Situat ion depressiver Men-
schen zu verbessern und das Wissen über die Krankhe it in der Be-
völkerung zu erweitern. Nachdem das Bündnis in Nürn berg sehr er-
folgreich gestartet ist, haben sich über 50 Städte und Regionen dem
Bündnis angeschlossen und engagieren sich auf lokal er Ebene. Die
Gesundheitskonferenz wird sich in 2009 mit einem mö glichen Beitritt
von Münster zum „Bündnis gegen Depression“ befassen.
• Weiterentwicklung des Konzeptes für den Krisennotdi enst an
Wochenenden
Die Aktivitäten der kommunalen Psychiatriekoordination zur Sicherung
Geschäftsbericht 2008
Seite 14
und Weiterentwicklung des Krisennotdienstes in Müns ter wurden in-
tensiv unterstützt und fanden sowohl in der Fachöff entlichkeit als auch
bei den Mitarbeitern erfreulichen Rückhalt und Best ätigung. Die Stadt-
verwaltung und die psychiatrischen Kliniken arbeiten an einem Koope-
rationsmodell, das den Fortbestand des Krisennotdie nstes sichern
soll.
• Information und Fortbildungen für unterschiedliche Zielgruppen
1.3 Psychiatriekoordination
Das Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst und das Gesetz über Hil-
fen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten verpflichten die
Kommunen zur Koordination der psychiatrischen und S uchtkrankenversorgung.
Ziel ist es, die psychosoziale und psychiatrische V ersorgung vorausschauend,
bedarfsgerecht und ressourcenschonend zu planen und zu steuern. Die Psy-
chiatriekoordination wird maßgeblich vom Arbeitskre is Psychiatrie mit seinen
verschiedenen Arbeitsgruppen unterstützt.
In 2008 wurden insbesondere folgende Themen bearbeitet:
Weiterentwicklung der Eingliederungshilfen zum Wohn en für schwerst
sucht- und psychisch kranke Menschen in Obdachlosig keit sowie die
Entwicklung tagesstrukturierender Maßnahmen für psy chisch und sucht-
kranke Menschen
Beteiligung am Forschungsprojekt „IH NRW - selbstän diges Wohnen
behinderter Menschen – individuelle Hilfe aus einer Hand“ des ZPE der
Universität Siegen (Abschlussbericht der wissenscha ftlichen Begleitfor-
schung im August 2008)
„Bündnis gegen Depressionen“: Vorbereitung von Hand lungsempfeh-
lungen für die Gesundheitskonferenz
Zwangseinweisungen: Neuauflage der städtischen Br oschüre „Hand-
lungsleitlinien für Unterbringungen“ und Vorbereitu ng einer Fortbildung
zusammen mit der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer
Westfalen-Lippe
Zwangseinweisungen: Vorbereitung des Berichts zum Unterbringungs-
geschehen in Münster (wird Anfang 2009 vorgelegt)
Planung der zukünftigen Sicherstellung des Krisenn otdienstes am Wo-
chenende
Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatriekoordin ation wurden 2008 folgen-
de Themen aufgegriffen:
Vorlage des Gesundheitsberichts Band 14 „Psychiatri sche, psychothe-
rapeutische und psychosoziale Versorgung von Kinder n und Jugendli-
chen in Münster“
Geschäftsbericht 2008
Seite 15
Pflicht- und Notfallversorgung in der Kinder- und J ugendpsychiatrie:
2008 wurden vom MAGS – mit Unterstützung der politi schen Gremien
der Stadt Münster - am UKM 12 Tagesklinikplätze für Schulkinder bis
zum 18. Lebensjahr bewilligt. Es bleibt abzuwarten, ob durch dieses An-
gebot die bislang langen Wartezeiten für eine stati onäre Behandlung re-
duziert werden können.
Hohe Inanspruchnahme des Jugendhauses zur Eingliede rung seelisch
behinderter Jugendlicher (Erhöhung der Platzzahl)
Einführung von Präventionsgruppen für „Kinder psychisch kranker El -
tern“ in Kooperation mit dem Förderkreis Sozialpsychiatrie und der Bera-
tungsstelle Südviertel
Einrichtung einer multiprofessionellen Beratung für Kinder und Jugendli-
che, deren weiterer Schulbesuch durch schwere Verha ltensstörungen in
Frage gestellt ist
Planung der Entwicklung eines Schutzkonzepts für Ki nder drogenab-
hängiger Eltern in Kooperation mit dem Amt für Kind er, Jugendliche und
Familien und der Ärztekammer Westfalen-Lippe
1.4 Gesundheitshaus
Das Gesundheitsamt hat nach dem Gesetz über den öff entlichen Gesundheits-
dienst die Planung und Umsetzung von Gesundheitsför derung und Prävention
zu koordinieren, ggf. auf zusätzliche Aktivitäten d er hier tätigen Institutionen,
Organisationen und Gruppen hinzuwirken und die Selb sthilfe zu unterstützen.
Seit Eröffnung des Gesundheitshauses im August 1999 wird in Münster ein
wichtiger Beitrag zur Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrags erbracht.
Inzwischen hat sich das Gesundheitshaus in Münster als allgemein bekanntes
und anerkanntes Informations-, Beratungs- und Servi ce-Center zu den Themen
„Gesundheit, Soziales, Selbsthilfe und Ehrenamt“ etabliert.
Durch Aus- und Umzüge hat es 2008 Veränderungen in der Mieterschaft
gegeben. Die Kontaktstelle für Selbsthilfe ist ausg ezogen, ein Projekt
der Krebsberatungsstelle, die Stiftung * Bürger für Münster, der Verein
Anti Rost und die Landesstelle der Angehörigen psyc hisch Kranker
konnten so in das Gesundheitshaus einziehen. Durch die ausschließli-
che Vermietung eines multifunktionalen Raumes im Ab endbereich konn-
te dem Wunsch vieler Selbsthilfegruppen entsprochen werden, sich im
Gesundheitshaus zu treffen. Damit hat die Selbsthil fe ein stabiles und
verlässliches Standbein im Gesundheitshaus.
1.4.1 Betriebsträgerschaft und Geschäftsführung
Die kommunalen Stiftungen Magdalenenhospital und Si verdes teilen sich die
Eigentümerschaft des Gesundheitshauses im Verhältnis 60 zu 40.
Geschäftsbericht 2008
Seite 16
Das Gesundheitsamt ist für die Geschäftsführung sow ie für die konzeptionellen
und fachlichen Schwerpunkte verantwortlich.
Die Rechnungslegung des Zweckbetriebes „Gesundheits haus“ erfolgt im Rah-
men des kaufmännischen Rechnungswesens mit jährlich en Wirtschaftsplänen
und geprüften Jahresabschlüssen. Das Gesundheitsamt beteiligt sich mit Zu-
schüssen von zuletzt rd. 35.000 € pro Jahr an den „ Programm- und Betriebs-
kosten“ des Hauses. Außerdem finanziert der städtis che Haushalt die Perso-
nalkosten für eine Teilzeitkraft.
Der Wirtschaftsplan für 2008 wies einen durch die b eiden beteiligten Stiftungen
zu tragenden Zuschuss für das Gesundheitshaus in Hö he von insgesamt
131.310 € auf.
1.4.2 Gesundheitsbezogene Projekte und Aktionen
Die Geschäftsführung des Gesundheitshauses initiier t bzw organisiert – häufig
in Kooperation mit Dritten – verschiedene gesundhei tsbezogene Projekte, Pati-
ententage und Sonderveranstaltungen. Sie haben alle samt das Ziel, die Eigen-
verantwortung der Bürgerinnen und Bürger für ihre G esundheit zu stärken, ihr
Gesundheitsverhalten positiv zu beeinflussen und ih nen die dafür notwendigen
Informationen zu geben. Dabei werden Zielgruppen an gesprochen (Männer,
Menschen mit Behinderungen, Kranke), die z.B. einen erschwerten Zugang
zum Gesundheitssystem haben.
Zu den Leistungen des Gesundheitshauses zählen die Bereitstellung, Herrich-
tung und Ausstattung von Räumlichkeiten, die Organi sation der Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit sowie ggf. weitere finanziell e und / oder personelle Unter-
stützungsleistungen.
Zum 10-jährigen Bestehen des Gesundheitshauses wird im September 2009
eine Sonderveröffentlichung mit weiter gehenden Inf ormationen und Daten er-
stellt.
1.5 Sonstige übergreifende Projekte
1.5.1 Modellprojekt: Gesund aufwachsen in … Berg Fi del
Die Notwendigkeit verstärkter Aktivitäten in den Be reichen Bewegung und ge-
sunde Ernährung, insbesondere für Kinder benachteil igter Familien, hat das
Gesundheitsamt Münster dazu bewegt, gemeinsam mit P artnern und Akteuren
vor Ort, für die Lebensbereiche Familie, Kindertag esstätten, Schule und Frei-
zeit ein stadtteilorientiertes Projekt zu entwickel n. Gesundheitsförderung und
pädagogisches Konzept gehen dabei Hand in Hand. In Familie und Freizeit
werden ein gesunder Lebensstil gefördert und das Ve rantwortungsbewusstsein
der Eltern geschärft. Bewegungsangebote werden unte rstützt und geeignete
Zugangswege für schwer erreichbare Familien geschaffen.
Seit Dezember 2006 ist das Gesundheitsamt gemeinsam mit Partnern und Ak-
teuren vor Ort für die Lebensbereiche Familie, Kind ertagesstätten, Schule und
Freizeit mit dem Stadteilprojekt „Gesund aufwachsen in … Berg Fidel“ gestartet,
Geschäftsbericht 2008
Seite 17
welches im Rahmen des Wettbewerbes „Besser essen. Mehr bewegen.“ Kin-
derleicht-Regionen des Bundesministeriums für Ernäh rung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMELV) bis November 2009 finanziell gefördert wird.
Es kann festgehalten werden, dass das Projekt selbs t, besser gesagt die bis zu
20 Maßnahmen des Projektes, bei den Bewohnerinnen u nd Bewohnern im
Stadtteil Berg Fidel sehr gut angenommen werden. Da s setzt natürlich voraus,
dass es gelungen ist, die einzelnen Angebote entspr echend bekannt zu ma-
chen und eine Reihe von Einrichtungen und Akteuren vor Ort für dieses Projekt
zu gewinnen. Insbesondere als erfolgreich hervorzuh eben sind die Maßnahmen
Familienhebamme, die vielen unterschiedlichen Beweg ungsangebote, „Mit
Migranten für Migranten“ (MiMi) und die Ernährungsberatung.
Die Betreuung der Mütter und Neugeborenen durch das Angebot der Familien-
hebamme sorgt dafür, dass sich das Gesundheitsnivea u in der gesamten Fami-
lie verbessert. Mit der Maßnahme „Familienhebamme“ , aber auch die Durch-
führung der vielen anderen Module und Maßnahmen sin d seit 2007 wesentliche
Hilfen implementiert worden, die es gilt auszubauen , inhaltlich zu optimieren
und nachhaltig (über das Ende des Projekts im Novem ber 2009 hinaus) zu si-
chern.
Im Mai 2008 wurde ein Zwischenbericht zum Projektve rlauf vorgelegt
(vgl. Vorlage V/0155/2008).
Seit Ende 2008 werden einzelne Maßnahmen und Modul e des Projektes
in den Stadtteil Hiltrup implementiert. Die Entsche idung für den Stadtteil
Hiltrup resultiert zum einem aus den vorhandenen so zialmedizinischen
Daten des Gesundheitsamtes, aus denen deutlich wird , dass Bereiche
im Stadtteil Hiltrup im Sinne des Projektes einen e rhöhten Bedarf auf-
weisen und zum anderen daraus, dass eine stärkere A nbindung Berg
Fidels an Hiltrup gewünscht wird
Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet zu finden:
www.muenster.de/stadt/gesundheitsamt/berg-fidel.html
1.5.2 Weitere Aktivitäten und Projekte
Neben dem Engagement im oben genannten Projekt sind für 2008 noch folgen-
de Aktivitäten des Gesundheitsamtes im Bereich der Gesundheitsförderung zu
nennen:
• Mitwirkung beim Projekt „Soziale Stadt Kinderhaus“ mit Bausteinen der
Gesundheitsförderung
• Mitwirkung bei „Mit Migranten für Migranten“ (MIMI ), dem interkulturellen
Gesundheitsprojekt, das im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Ge-
sundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW, des BK K Bundesver-
bandes und Landesverbandes NRW vom Ethno-Medizinisc hen Zentrum
e.V. in NRW durchgeführt wird
Geschäftsbericht 2008
Seite 18
• Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugendliche un d Familien beim
Projekt „Frühe Hilfen für Familien“
• Beteiligung an der Umsetzung des Präventionskonzep tes Coerde unter
Federführung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien
• Gesundheitsinformationen im Rahmen von Sprach- und Integrationskur-
sen in Kooperation mit der Volkshochschule, dem Hau s der Familie und
dem Bildungsinstitut Münster e.V. (BIMS)
Geschäftsbericht 2008
Seite 19
2. Kinder- und Jugendgesundheit
Das Gesundheitsamt hat die Aufgabe, Kinder und Juge ndliche vor Gesund-
heitsgefahren zu schützen und ihre Gesundheit zu fö rdern. Für die vielfältigen
Aufgaben hält das Gesundheitsamt den Kinder- und Ju gendgesundheitsdienst,
die Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im Kinde s- und Jugendalter – Bera-
tung und Frühförderung -, die Sprachheilambulanz so wie den Kinder- und Ju-
gendzahngesundheitsdienst vor.
2.1 Kinder- und Jugendgesundheitsdienst
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) ist ein aufsuchender und
ambulanter, sozialpädiatrischer Facharztdienst (Fac härztinnen und Fachärzte
für Kinder- und Jugendmedizin mit unterschiedlichen zusätzlichen Qualifikatio-
nen oder Weiterbildungen und aus- und weitergebilde tem Assistenzpersonal).
Er richtet sich mit seinen Angeboten an Kinder, Jug endliche und Heranwach-
sende, deren Eltern, die sie betreuenden Pädagoginn en und Pädagogen und
die Träger der Einrichtungen.
Ein wesentlicher und zunehmender Schwerpunkt der Au srichtung der Abteilung
liegt in der Vernetzung mit anderen Abteilungen sow ie Ämtern der Stadtverwal-
tung.
Im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst hat es in 20 08 gravierende personelle
Veränderungen gegeben. Von fünf Ärzten / Ärztinnen sind drei ausgeschieden,
darunter der langjährige Abteilungsleiter. Der dam it unweigerlich verbundene
Verlust von Erfahrungswissen ist für die Beteiligte n mit erheblichen Anstren-
gungen und Mehraufwand verbunden.
2.1.1 Sozialpädiatrische Untersuchungen und Beratun gen in und für
Gemeinschafseinrichtungen für Kinder
Das Stadtgebiet ist in vier „Schularztbezirke“ aufgeteilt, für jede Schule hat das
Gesundheitsamt entsprechend dem gesetzlichem Auftra g eine Schulärztin /
einen Schularzt bestellt. Jedem Schularzt / jeder Schulärztin ist je eine Arzthel-
ferin zugeordnet. Die schulärztlichen Teams sind au ch Ansprechpartner/-innen
bei Entwicklungsbeurteilungen im Vorschul- und Schu lalter (Schullaufbahnbera-
tung).
Die für die jeweilige Grundschule zuständige Schulä rztin bzw. der zuständige
Schularzt steht auch für alle im Einzugsbereich der Grundschule befindlichen
Kindertageseinrichtungen und für die weiterführende n Schulen als Ansprech-
partnerin / Ansprechpartner zur Verfügung.
Zum Aufgabenspektrum der Schulärztinnen und Schulär zte gehören u.a. die
Schuleingangsuntersuchungen , die in Münster ganzjährig in Gemeinschafts-
einrichtungen für Kinder durchgeführt werden. Es ha ndelt sich dabei um stan-
dardisierte Screeninguntersuchungen, in denen schul relevante Kriterien unter
Einbeziehung des sozialen Umfeldes der Kinder erfas st werden. Ziel ist es,
Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten frühzei tig zu identifizieren und die-
se durch Beratung und Vermittlung adäquater Förder- und Behandlungsmaß-
Geschäftsbericht 2008
Seite 20
nahmen möglichst positiv zu beeinflussen. In Kindertageseinrichtungen wer-
den den Schulärztinnen und -ärzten auch Kinder jüng erer Altersgruppen mit
Gesundheits- und Entwicklungsproblemen vorgestellt. In den neunten Klassen
von Sonder-, Haupt und Realschulen werden Schulentlassuntersuchungen
mit berufsspezifischer Gesundheitsberatung durchgeführt.
Im Jahr 2008 wurden 59% der Schulanfänger und Schul anfängerinnen
(=1.382 Kinder) bereits vor oder kurz nach der Schu lanmeldung in der
besuchten Kindertagesstätte schulärztlich untersucht.
Sozialpädiatrische Untersuchungen und Beratungen in und für Gemeinschaftsein-
richtungen für Kinder
Als Kennzahlen zu diesem Bereich zählen Schuleingangsu ntersuchungen, Schulentlass-
untersuchungen, Schulsprechstunden und sonstige Unte rsuchungen und Beratungen von
Kindern und Jugendlichen in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder
2006 2007 2008
Sozialpädiatrische Untersuchungen, Beratungen in
und für Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder
davon
- Schuleingangsuntersuchungen
- Schulentlassuntersuchungen
- Schulsprechstunden
4.460
2.531
477
1.292
4.021
2.462
398
1.105
3.277
2.358
233
682
Bedingt durch das Ausscheiden von MitarbeiterInnen sowie die personelle
Neubesetzung in der Abteilung KJGD konnten Schulspr echstunden und Schul-
entlassuntersuchungen 2008 nicht im gleichen Maß wi e in den Vorjahren ange-
boten werden.
Folgende Ergebnisse aus den Schuleingangsuntersuchu ngen geben Hinweise
auf Gesundheit, Lebenssituation und Entwicklungsstand der Schulanfänger.
(Angegeben wird jeweils die absolute Zahl der Kinde r sowie in Klammern der
prozentuale Anteil an der gesamten Einschulkohorte):
Schulärztliche Empfehlung 2006
2007 2008
Sonderpädagogische Überprüfung des Kindes
[davon Anteil Jungen]
117
(4,7%)
[68,4%]
125
(5,1%)
[61,6%]
110
(4,7%)
[63,6%]
Zurückstellung des Kindes aus Gesundheitsgründen 5
(0,2%)
16
(0,6%)
8
(0,3%)
Epidemiologische Ergebnisse 2006
2007 2008
Kinder mit Migrationsvorgeschichte
(wenigstens ein Elternteil des Kindes stammt nicht aus Deutsch-
land.)
783
(31,1%)
749
(30,6%)
780
(33,4%)
Kinder mit Übergewicht / Fettleibigkeit 146 / 88
(6,0% / 3,6%)
133 / 85
(5,5% / 3,5%)
177 / 81
(6% / 3,5%)
Geschäftsbericht 2008
Seite 21
Kinder mit lückenhaften Vorsorgeuntersuchungen
(zwei oder mehr fehlende Früherkennungsuntersuchung en im
„gelben Heft“.)
[Vorlagequote des Vorsorgeheftes]
210
(9,1%)
[91,4%]
218
(9,4%)
[94,3%]
203
(9,1%)
[94,4%]
Kinder mit vollständigem
Impfschutz
(vollständig geimpft für Tetanus, Diphtherie, Pertu ssis, HiB,
Polio, Hep. B, Masern, Mumps, Röteln)
[Vorlagequote des Impfheftes]
1.676
(73,1%)
[90,6%]
1.762
(77,7%)
[92,6%]
1.930
(83,4%)
[98,1%]
Kinder mit Seepferdchen im Vorschulalter 813
(32,8%)
905
(37,4%)
814
(35,2%)
Kinder mit geringen Sozialressourcen
(Der Auswertung dieses Indikators liegt der ‚Münste raner Sozi-
alressourcenscore’ zugrunde. Dieser verwendet Angab en zu
Migration und Deutschkenntnisse, zu elterlicher För derung, zur
Familienstruktur und zum Wohnbezirk des Kindes.)
391
(16,4%)
354
(15,4%)
366
(16,5%)
2.1.2 Betriebsmedizinische Beratungen und Kontakte
Eine besondere Bedeutung kommt den betriebsmedizinischen Aufgaben des
KJGD gemäß § 12 ÖGDG zu. Der Kinder- und Jugendgesu ndheitsdienst be-
treut Kinder am „Arbeitsplatz Kindertagesstätte“ bzw. am "Arbeitsplatz Schule"
und wirkt mit an einer gesunden Gestaltung dieses Lebensraums der Kinder.
Für Meldungen und Anfragen nach dem Infektionsschut zgesetz besteht beim
KJGD eine Telefonhotline , die von den Gemeinschaftseinrichtungen sehr gut
angenommen wird. So wird die Hotline nicht nur für die meldepflichtigen Krank-
heiten, sondern regelmäßig auch für Anfragen zum Im pf- und Infektionsschutz
und zur Hygiene sowie für medizinische Beratungen g enutzt. Durch eine statis-
tische Erfassung der Meldungen und Themen ist die H otline ein wichtiges
kommunales Surveillance–Instrument (Beobachtungs-/Überwachungs-
Instrument) im Infektionsschutz.
Betriebsmedizinische Beratungen und Kontakte
Als Kennzahlen für betriebsmedizinische Betreuung nach § 12 ÖGDG zählen schulärztli-
che Termine vor Ort, sowie schulärztliche Beratungen der Einrichtungen einschließlich
Beratungen zu Infektionsschutz und Hygiene
2006 2007 2008
Betriebsmedizinische Beratungen und Kontakte
(in/ für Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder)
1.680
2.216
1.603
Die auffallend hohe Zahl in 2007 war auf die notwen digen Maßnahmen im Zu-
sammenhang mit dem Masernausbruch an zwei Schulen zurückzuführen.
Geschäftsbericht 2008
Seite 22
2.1.3 Epidemiologische Auswertungen
Der KJGD dokumentiert fortlaufend die relevanten ge sundheitlichen Daten aus
den sozialpädiatrischen Untersuchungen (Vorsorgesta tus, Sinnesstörungen,
Behinderungen, Durchimpfungsgrad etc.) nach aktuali sierten, standardisierten
Qualitätsmerkmalen analog dem „Bielefelder Modell“ des Landesinstituts für
Gesundheit und Arbeit (LIGA). Der Datensatz enthält neben den jährlich an das
LIGA übermittelten Informationen umfassende Daten z ur Gesundheit der
Schulanfänger in Münster. Der Stadt Münster steht d amit ein jährlich fortge-
schriebener und aktueller Datensatz zur Verfügung, der für planerische Aktivitä-
ten weit über das Gesundheitsamt von Bedeutung ist. Die Daten werden fortlau-
fend und bedarfsangepasst einer umfassenden Analyse unterzogen.
Der 2004 aus der Abteilung entwickelte "Münsteraner Sozialressourcenscore"
zur Beschreibung sozialer Ressourcen von Schulanfän gern ist aus der Ge-
sundheitsberichterstattung des Kinder- und Jugendge sundheitsdienstes nicht
mehr wegzudenken. Er ist ein wesentlicher Baustein, Problemlagen von Schul-
anfängern und ihren Familien in Münster kleinräumig abzubilden. Die Ergebnis-
se dieser Analysen sind mittlerweile Bestandteil vo n planendem Verwaltungs-
handeln weit über das Gesundheitsamt hinaus.
Ausgehend von den Erfahrungen und Erkenntnissen mit dem "Münste-
raner Sozialressourcenscore" hat der Kinder- und Ju gendgesundheits-
dienst 2007 gemeinsam mit dem Fachbereich Sozialwes en der staatli-
chen Fachhochschule Münster begleitend zur Schulein gangsuntersu-
chung eine Befragung von Eltern zu Erziehungsbeding ungen und Erzie-
hungsfragen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2008 ei-
ner Fachöffentlichkeit vorgestellt. Eine wesentlich e Erkenntnis ist, dass
sich das angewendete Studiendesign gut dazu eignet, mit einem gerin-
gen Mehraufwand für das Gesundheitsamt und auf frei williger Basis für
die Eltern Erkenntnisse zu gesundheits- und entwick lungsrelevanten
Fragestellungen bei Kindern in Münster zu erzielen. Diese Kooperation
mit der Hochschule ist ein gutes Modell für eine Ve rknüpfung von öffent-
lichen Aufgaben des Amtes mit Forschung und Lehre d er Hochschule,
welches für die Stadt Münster zu keinen zusätzlichen Kosten führt.
Die Ergebnisse der Untersuchung konnten die Releva nz des Münstera-
ner Sozialressourcenscores eindrucksvoll belegen un d wertvolle Er-
kenntnisse zu den Bedingungen des Aufwachsens von K indern in Müns-
ter liefern.
.
Wesentliche Informationen zum Infektions- und Impf schutz bei Kindern
ergeben sich aus der Durchsicht der Impfbücher der Schulanfänger.
Durch die Kooperation mit der niedergelassenen Ärzt eschaft konnten
2008 Impfdaten von 98,1% (Vorjahr 92,6%) ausgewerte t werden. Damit
sind erstmals Aussagen zum Impfschutz ohne Unsicher heitsberechnun-
gen möglich. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich erneu t ein Anstieg der
Impfquoten bei allen Impfungen.
Das qualitativ wichtigste Ergebnis ist dabei, dass in Münster erstmals
nur noch weniger als 5% der Schulanfänger keinen Im pfschutz gegen
Masern aufweisen. Die Stadt Münster ist damit dem w eltweiten Ziel, die
Masern gänzlich zurückzudrängen, einen guten Schritt vorangekommen.
Geschäftsbericht 2008
Seite 23
Für die Datenerfassung und Auswertung pflegt der KJ GD seit Jahren ein eige-
nes, umfangreiches Softwarepaket. Seit Ende 2008 wi rd dieses Paket einer
umfassenden Überarbeitung unterzogen. Die Entwicklu ng und Betreuung der
Software durch die Ärzte des KJGD ermöglicht eine s tets optimale Anpassung
zwischen sozialpädiatrischer und epidemiologischer Fachkompetenz und den
erforderlichen Programmalgorithmen. Die Effektivitä t und Effizienz der Daten-
aufbereitung hat damit ein hohes Niveau erreicht. K osten durch Softwarefremd-
firmen werden eingespart.
2.1.4 Sonstige Beurteilungen, Untersuchungen, Berat ungen des KJGD
2.1.4.1 Untersuchungen und Beratungen zum spezielle n Hilfe- und För-
derbedarf
Zu den gesetzlichen Aufgaben des KJGD gehören auch Beratungen und Unter-
suchungen zur Feststellung von speziellem Hilfe-/Förder- und Behandlungs-
bedarf . Für den Schuleingang in eine Förderschule, die Teil nahme am Ge-
meinsamen Unterricht oder für die Förderung in inte grativen Lerngruppen im
Primar- oder Sekundarbereich ist ein schulärztliche s Gutachten erforderlich.
Auch bei Unterbringung von Vorschulkindern im Schwe rpunkt-, Sonder- und
Sonderschulkindergarten, in einer Additiven oder Integrativen Einrichtung nimmt
der KJGD sozialpädiatrisch Stellung. Für die Aufnah me sinnesbehinderter Kin-
der in die sonderpädagogische Frühförderung durch d ie Förderschulen mit den
Förderschwerpunkten Sehen sowie Hören und Kommunika tion ist ein schulärzt-
liches Gutachten aufgrund des Schulgesetzes erforde rlich. Das gilt ebenso für
die Aufnahme sinnesbehinderter Kinder in jede Form von Kindergarten.
Mitwirkungen an Hilfeplänen und Helferkonferenzen u .a. gehören ebenfalls zum
hier dargestellten Aufgabenspektrum.
Untersuchungen und Beratungen zum speziellen Hilfe- und Förderbedarf
Als Kennzahlen für diesen Bereich zählen schulärztlich e Gutachten bei sonderpädagogi-
schem Förderbedarf, sowie sozialpädiatrische Gutach ten bei Behinderten und von Be-
hinderung bedrohten Kindern. In diese Kategorie gehen Gutachten aus den Schularzt-
bezirken ein sowie sozialpädiatrische Gutachten, di e für die Beratungsstelle für Entwick-
lungsfragen im Kindesalter erstellt werden.
2006 2007 2008
Untersuchungen und Beratungen zum speziellen
Hilfe-/Förderbedarf
davon
Gutachten bei sonderpädagogischem Förder-
bedarf
(davon Anteil Jungen)
1.778
248
(64,9%)
2.188
285
(63,2%)
1.880
252
(68,4%)
2.1.4.2 Sozialkompensatorische Maßnahmen
Wenn Familien in medizinischen oder sozialen Notlag en aus unterschiedlichs-
ten Gründen nicht selbst in der Lage sind, die best ehenden Angebote der Re-
gelversorgung in Anspruch zu nehmen, wird der KJGD auch aufsuchend tätig.
Zu den sozialkompensatorischen Maßnahmen zählen bes ondere Beratungen
von Eltern, Impfungen sowie sozialpädiatrische Unte rsuchungen bei Sprachför-
Geschäftsbericht 2008
Seite 24
derbedarf und die Förderung durch das Psychomotorik -Projekt „Pfiff“ in ausge-
suchten Kindertagesstätten.
Das vom KJGD entwickelte psychomotorische Präventio nsprojekt Pfiff
(Psychomotoriknetzwerk für integrierte Frühpräventi on und Förderung),
welches gemeinsam vom Gesundheitsamt, dem Amt für Kinder, Jugend-
liche und Familien sowie dem ‚Verein für Mototherapie und Psychomoto-
rische Entwicklungsförderung e.V.’ durchgeführt wird, wurde weiter aus-
gebaut und stellt für die beteiligen Kindertagesein richtungen eine wert-
volle Bereicherung dar.
Auch wenn Pfiff bei der Verleihung des deutschen P räventionspreises
2008 nicht berücksichtigt wurde, hat das Projekt du rch das Bewer-
bungsverfahren in einer bundesweiten Fachöffentlich keit Aufmerksam-
keit erfahren.
Zu den besonderen Aufgaben im Bereich sozialkompens atorischer
Maßnahmen zählt die Durchführung der Landesimpfkamp agne Masern
2008, die insbesondere im Kinder- und Jugendgesundh eitsdienst erheb-
liche zeitliche und personelle Ressourcen gebunden hat (s. auch Kapitel
4.1.1).
Sozialkompensatorische Maßnahmen
Als Kennzahlen für diesen Bereich zählen aufsuchende Untersuchungen, Beratungen
und Impfungen, die sich speziell an Familien mit Kin dern in besonderen sozialen Pro-
blemlagen richten bzw. an Kinder, die noch nicht aus reichend an das Regelversor-
gungssystem angebunden sind; zusätzlich sozialpädia trische Untersuchungen bei
Sprachförderbedarf sowie durch das Pfiff-Projekt geförderte Kinder.
2006 2007 2008
Sozialkompensatorische Maßnahmen
482
577
946
2.1.4.3 Sonstige sozialpädiatrische Gutachten und Beratungen
Schließlich erstellt der KJGD im Auftrag anderer Di enststellen, Ämter und Be-
hörden Gutachten zu sozialpädiatrischen Fragestellungen und zur Rehabili-
tation als Entscheidungshilfe, z.B. für Sozial- und Jugend hilfeträger im Rah-
men der Eingliederungshilfen für Behinderte, für Ge richte u.a. zum Sorgerecht
und zur Betreuung behinderter Menschen, für das Woh nungsamt in Fragen
einer angemessenen Wohnraumversorgung usw. Diese St ellungnahmen um-
fassen sowohl umfangreiche verschriftlichte Gutacht en sowie ausführliche sozi-
alpädiatrische Beratungen anfragender Stellen ohne ausführliche Schriftform (=
„Beratungen“).
Sonstige sozialpädiatrische Gutachten und Beratungen
Als Kennzahlen für diese Kategorie zählen sozialpädiat rische Gutachten und Beratun-
gen, die für andere Ämter, aber auch für Behörden au ßerhalb der Stadtverwaltung, er-
stellt werden.
2006 2007 2008
Sonstige sozialpädiatrische Gutachten und Bera-
tungen
- davon Beratungen
606
286
744
449
782
422
Geschäftsbericht 2008
Seite 25
2.1.5 Sprachheilambulanz
Der Schwerpunkt der Arbeit der Sprachheilambulanz i st die Förderung und Dia-
gnostik bei sprachauffälligen bzw. sprachbehinderten Vorschulkindern . Die
ambulante Behandlung erfolgt nach einer eingehenden sprachlichen und sozi-
alpädiatrischen diagnostischen Abklärung und wird i n den Kindertageseinrich-
tungen, zum Teil auch in den Räumen des Gesundheitsamtes (Stolbergstraße
2a), durchgeführt. Ziel ist es, die diagnostizierte n Sprachstörungen möglichst
noch vor der Einschulung zu beheben, um negativen A uswirkungen im Bereich
des schulischen Lernens und der Persönlichkeitsentw icklung und damit auch
sozialen Folgekosten vorzubeugen.
Durch die umfangreiche Sprachdiagnostik und Datenau swertung der
Schuleingangsuntersuchung konnte die Sprachheilambu lanz bereits in
den vergangenen Jahren an die sich ändernden Bedarf e angepasst wer-
den. Nach der Etablierung der 4-jährigen Sprachtest ung durch die Schu-
len (Delfin-4) sowie eines mittlerweile flächendeck endem Angebotes ver-
schiedener kompensatorischer Sprachförderangebote i n Kindertagesstät-
ten und Schulen wurde eine weitere Anpassung der Sp rachheilambulanz
begonnen. Schwerpunkte dieser Umstrukturierung sind , die durch die
Landesinitiativen noch nicht optimal gelösten Schni ttstellen zwischen
Sprachförderung und -therapie für Münster besser be obachten und ver-
sorgen zu können, sowie in Bereichen mit besonders hohem Bedarf an
kompensatorischer Sprachförderung auch zukünftig ei n Maximum an
Sprachförderung anbieten zu können (z.B. neuer Standort in Coerde)
Sprachheilambulanz
2006 2007 2008
neu vorgestellte Kinder
140 125 127
Kinder in Förderung
119 111 117
2.2 Kinder- und Jugendzahngesundheitsdienst (Dr. N och)
Der Kinder- und Jugendzahngesundheitsdienst berät K inder, Jugendliche und
ihre Sorgeberechtigten, Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und
Lehrer in Fragen der Gesunderhaltung des Zahn-, Mun d- und Kieferbereiches.
Dazu führt er regelmäßige zahnärztliche Untersuchun gen in allen Kinderta-
geseinrichtungen und Grundschulen sowie in Sondersc hulen durch, um Krank-
heiten und Fehlentwicklungen zu verhüten bzw. zu mildern.
Die Ergebnisse der Untersuchungen werden dokumentie rt und regelmäßig aus-
gewertet. Die Untersuchungsergebnisse in Münster ze igen eine bessere Zahn-
gesundheit als der Landesdurchschnitt auf. Die ange führten Daten sind aber
Durchschnittswerte: Bezogen auf soziale Brennpunkte ergeben sich erhebliche
Differenzen, so dass auch in Münster gezielte Proph ylaxemaßnahmen unbe-
dingt erforderlich sind.
Geschäftsbericht 2008
Seite 26
Zahnärztliche Untersuchungen in Kindertageseinrichtungen und Schulen
2006 2007 2008
Anzahl
% Anzahl % Anzahl %
Naturgesunde Gebisse
(keine Karies, Zahnfüllungen)
8.570
50,1
7.796
48,6
7.094
44,0
Behandlungsbedürftige Karies
3.342
19,6
3.364
21,0
3.330
20,6
kein Behandlungsbedarf
5.179
30,3
4.882
30,4
5.702
35,4
Summe
17.091
100
16.042
100
16.126
100
In Einzelfällen, wenn Kinder oder Jugendliche aufgrund persönlicher oder sozia-
ler Umstände keinen Zugang zur Regelversorgung find en, führt der Kinder- und
Jugendzahngesundheitsdienst auch zahnärztliche Beha ndlungen bzw. Behand-
lungsvorbereitungen durch.
Zahnärztliche Behandlungen
2006 2007 2008
Zahnärztliche Behandlungen / Behandlungs-
vorbereitungen
24
15
33
Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kindertageseinrichtungen und
Schulen zur Verhütung von Zahnerkrankungen für Kind er bis zum 12. Lebens-
jahr ist eine gemeinsame gesetzliche Aufgabe von Kr ankenkassen, Zahnärzten
und dem öffentlichen Gesundheitsdienst.
In Münster haben sich die örtlichen Krankenkassen, 60 niedergelassene Zahn-
ärzte und das Gesundheitsamt zum „Arbeitskreis Zahngesundheit“ zusam-
mengeschlossen, die Geschäftsführung nimmt der Kind er- und Jugendzahn-
ärztliche Dienst des Gesundheitsamtes wahr. Der Arb eitskreis finanziert u. a.
Personalkosten für eine Prophylaxe-Fachkraft sowie eine Honorarkraft für Er-
nährungsberatung. Betreut werden Kindergartengruppe n und Grundschulklas-
sen.
Veranstaltungen zur Gruppenprophylaxe
2006 2007 2008
Kindertageseinrichtungen
38
39
36
Schulklassen
78
85
108
Besuche im Gesundheitsamt
29
30
24
Elternnachmittage mit Kindern
4
11
9
Teambesprechungen
Erzieher/-innen bzw. Lehrer/-innen
0
6
10
Vorschulgruppen in den Kindergärten
11
8
11
Geschäftsbericht 2008
Seite 27
Veranstaltungen zur Ernährungsberatung
2006 2007 2008
Kindertageseinrichtungen
10
14
16
Schulklassen
25
34
35
Besuche im Gesundheitsamt
12
13
11
Der Tag der Zahngesundheit 2008 wurde als mehrtägig e Veranstaltung
in der Ludgerusschule Münster-Hiltrup unter Beteili gung der benachbar-
ten Kindergärten mit 560 Kindern vom 22.9 - 26.9. 2 008 begangen (Ka-
riestunnel, Zahnputzbrunnen, gesundes Frühstück).
2.3 Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im Kinde s- und
Jugendalter – Beratung und Frühförderung – (BfE)
Familien mit entwicklungsauffälligen oder behindert en Kindern und Jugendli-
chen können sich mit ihren vielfältigen Fragestellu ngen und Problemen an die
Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im Kindes- und Jugendalter (BfE)
wenden. Ihre Aufgabe liegt in der möglichst frühen und rechtzeitigen Beratung
von Eltern über stützende, fördernde und entlastend e familienbezogene Hilfen,
damit eine optimale Integration des entwicklungsauf fälligen oder behinderten
Kindes / Jugendlichen in das jeweilige soziale Umfeld erreicht wird.
In die Beratungsstelle für Entwicklungsfragen ist die einzige Frühförderstelle in
der Stadt Münster integriert mit den Aufgabenbereic hen Früherkennung (Dia-
gnostik) und Frühberatung/-förderung für Kinder ab der Geburt bis zum Schul-
eintritt.
Mit der Beratungsstelle für Entwicklungsfragen im Kindes- u nd Jugendal-
ter besteht bereits seit 1970 ein qualitativ gutes Ber atungs-, Früherkennungs-
und Frühförderangebot.
Beratung und Frühförderung
2006 2007 2008
Vorstellungen / Beratungen
davon:
• Neuvorstellungen
• Wiedervorstellungen
Kinder in Frühförderun g
716
320
396
129
716
309
407
126
766
317
449
124
Die Früherkennung und Frühförderung behinderter und von Behinderung
bedrohter Vorschulkinder ist im SGB IX geregelt und mit der Frühförderungs-
Geschäftsbericht 2008
Seite 28
verordnung konkretisiert worden. Der Gesetzgeber ha t die erforderlichen Leis-
tungen zur medizinischen Rehabilitation und die hei lpädagogischen Leistungen
zu einer Komplexleistung zusammengefasst, die künftig durch anerkannte
interdisziplinäre Frühförderstellen oder sozialpädi atrische Zentren erbracht wer-
den kann.
Nach intensiven Beratungen und Verhandlungen wird d ie Anerkennung der BfE
als interdisziplinäre Frühförderstelle nicht mehr a ngestrebt. Ein von der Stadt
favorisiertes Modell wurde von den Krankenkassen nicht mitgetragen.
Das bisherige offene, niederschwellige und mobil aufsuchende Angebot
unserer Beratungs- und Frühförderstelle soll besteh en bleiben, konzeptionell
weiterentwickelt werden und insbesondere eine Ergänzung für die Kinder anbie-
ten, die im Regelsystem nur unzureichend berücksichtigt werden.
Eine stärkere Vernetzung mit den sozialpädiatrische n Aufgaben vor Ort und
anderen Maßnahmen in der Stadt im Bereich früher Hilfen wird entwickelt.
2.4 Kinder- und Jugendpsychiatrische Hilfen
Die Kinder- und Jugendpsychiaterin des Gesundheitsa mtes wirkt im Sozialpsy-
chiatrischen Dienst mit bei der Diagnostik, Beratung, Unterstützung und
Vermittlung von psychisch auffälligen Kindern, Jugendlichen und jun gen Voll-
jährigen sowie deren Familien. Seit August 2008 wir d durch die Erweiterung
des kinder- und jugendpsychiatrischen Bereiches um eine halbe Sozialpädago-
genstelle eine qualitative und quantitative Verbess erung in der Versorgung er-
reicht.
Bei psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer emotio-
nalen oder sozialen Bedingungen aktuell oder dauerh aft nicht in der Lage sind,
die erforderlichen Hilfen selbst einzuleiten, werden Hausbesuche durchgeführt.
Bei Kindern psychisch kranker Eltern wird mit allen beteiligten Helfern das Fa-
miliensystem frühzeitig in den Blick genommen, dami t notwendige Hilfen recht-
zeitig und umfassend installiert werden.
Monatliche Sprechstunden in allen Bezirken des Kommunalen Sozialdienstes
ermöglichen Fallberatungen und direkte Patienten- u nd Angehörigenkontakte.
Dabei kommt die enge Vernetzung mit der Bezirkssozi alarbeit im Amt für Kin-
der, Jugendliche und Familien vor allem Familien mi t komplexem Hilfebedarf
zugute. Die Inanspruchnahme der Sprechstunden ist k onstant hoch. Im Jahr
2008 wurden bei 52 Sprechstunden 144 Fallberatungen durchgeführt.
Die Kinder- und Jugendpsychiaterin wirkt außerdem i n der Clearingstelle der
„Kinderschutzambulanz “ des Deutschen Roten Kreuzes mit und arbeitet zu-
sätzlich (gegen Kostenerstattung an das Gesundheit samt) neun Stunden pro
Monat als beratende Ärztin in dieser ambulanten Ber atungs- und Therapieein-
richtung.
Schließlich gehören Gutachten für Gerichte, Jugend- und Sozialämter etc. so-
wie Krisenintervention und die Mitwirkung bei Unterbringungsverfahren von
Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen zu ihrem Aufgabenfeld.
Geschäftsbericht 2008
Seite 29
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist in verschiede nen Arbeitskreisen vertre-
ten. Die Fachärztin beteiligt sich auch regelmäßig an Informations- und Fortbil-
dungsveranstaltungen für Beschäftigte anderer Ämter und Institutionen mit dem
Ziel, den Kolleginnen und Kollegen durch konkrete H andlungsempfehlungen
mehr Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit psychis ch auffälligen Minder-
jährigen zu vermitteln.
Aktuelle Daten zur Versorgung in der Stadt Münster können dem Gesund-
heitsbericht Band 14 „Psychiatrische, psychotherape utische und psycho-
soziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Münster“ entnom-
men werden. Der Bericht wurde Ende 2008 vorgelegt und Anfang 2009 von
den politischen Gremien beraten und beschlossen (vgl. Vorlage V/09552008).
Geschäftsbericht 2008
Seite 30
3. Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachtendienst
3.1 Amtliche Bescheinigungen, Zeugnisse, Gutachten
Das Gesundheitsamt stellt amtliche Bescheinigungen und Zeugnisse aus und
erstattet Gutachten zu verschiedenen Fragestellunge n aufgrund bundes- oder
landesrechtlicher Vorschriften.
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Vielschichtigkeit der
Begutachtungen:
Art Auftraggeber
1. Gutachten nach Beamtenrecht etc. (einschl. Richt er, Versorgungsempfänger,
Bezirksschornsteinfegermeister, Soldaten etc.)
- Berufung in das Beamtenverhältnis oder die Ernen-
nung zum Beamten auf Lebenszeit
- Dienstfähigkeit
- Dienstunfälle, Unfallausgleich
- Reha-Maßnahmen im Rahmen der Beihilfegewäh-
rung
- Notwendigkeit und Angemessenheit von Maßnah-
men im Rahmen der Beihilfegewärung (einschl.
zahnärztliche Leistungen)
Personal- und Organisations-
amt,
Bundes-, Landes- und Kom-
munalbehörden,
kirchl. Behörden
2. Gutachten nach Tarifrecht
- Einstellungsuntersuchungen
- Dienst-/ Arbeitsfähigkeitsuntersuchungen
- Reha-Maßnahmen
Personal- und Organisations-
amt,
Sparkasse Münsterland-Ost
(nur Einstellungsuntersuch.),
Bundes-, Landes- und Kom-
munalbehörden,
kirchl. Behörden
3. Gerichtsärztliche Gutachten
- Beurteilung der Prozess-, Verhandlungs- und Haft-
fähigkeit in allen Fällen der ordentlichen Gerichts -
barkeit und der arbeits- und Erwerbsfähigkeit einer
Partei in Unterhaltssachen
Gerichte und Staatsanwalt-
schaften
4. Gutachten im Rahmen der Gewährung von Sozialleist ungen
- Gutachten nach SGB II und SGB XII (z.B. Erwerbs-
fähigkeit, kostenaufwändige Ernährung, sonstige
besondere Bedarfe, Eingliederungshilfen)
- Gutachten nach Asylbewerberleistungsgesetz (z.B.
Notwendigkeit amb./stat. ärztl. Behandlung, Heil-
und Hilfsmittel, kostenaufwändige Ernährung, Woh-
nungswechsel, zahnärztliche Behandlungen)
Sozialamt, Arbeitsgemein-
schaft Münster
sowie
andere Sozialleistungsträger
5. Gutachten im Rahmen des Ordnungsrechts
- Gutachten zu Gesundheitsstörungen als Ausreise-
oder Abschiebungshindernis
- Ärztliches Zeugnis zur Erteilung oder
Verlängerung einer Fahrerlaubnis
- Beurteilung der gesundheitlichen Eignung / persönli -
chen Zuverlässigkeit für Waffenscheine, Jagdschei-
ne etc.
Ausländeramt
bzw. jeweilige Antragsteller
auf Veranlassung der Ord-
nungsbehörde
Geschäftsbericht 2008
Seite 31
6. Sonstige Bescheinigungen, Gutachten
- Bescheinigungen für Steuerpflichtige
(außergewöhnliche Belastungen, Kuraufwendungen
etc.)
- Prüfungsatteste
(z.B. Prüfungsverhinderung wegen Krankheit)
- Zeugnis bei Auswanderung, Auslandsaufenthalt,
Auslandsschuldienst
- Attest zum Gesundheitszustand im Rahmen der
Kindergeldgewährung
- sonstige vertrauensärztliche Gutachten, Zeugnisse
Steuerpflichtige, Prüfungsan-
wärter/-innen, Auswanderer,
Botschaften, Bundesverwal-
tungsamt, Bezieher von Kin-
dergeldleistungen etc. (auf
Veranlassung der jeweiligen
Behörde)
7. Arbeitsmedizinische Untersuchungen für die Stadtv erwaltung einschl. freiwilli-
ge Feuerwehr
- Vielzahl von in Unfallverhütungsvorschriften und
Rechtsverordnungen angeordneten Untersuchungen
wegen besonderer Gefährdungen am Arbeitsplatz
Personal- und Organisations-
amt,
Feuerwehr (freiw. Feuerwehr)
Die Entwicklung der Fallzahlen war wie folgt:
Ärztliche und zahnärztliche Bescheinigungen, Zeugnisse, Gutachten *
Auftraggeber
2006 2007 2008
Stadtverwaltung
(ohne Schwerbehindertengutachten)
davon
ärztliche Gutachten
zahnärztliche Gutachten
1.431
1.331
100
1.313
1.251
62
1.168
1.108
60
Behörden von Bund, Ländern, Gemeinden 1.354 1.318 1 .296
Sonstige öff. Institutionen 208 176 256
Summe 2.993 2.807 2.720
* Anmerkung: Weitere ärztliche Gutachten werden im Bereich der Bet riebsmedizin (vgl. Ziff.
3.2), des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (vgl . Ziff. 2.1.4) und des Sozialpsychiatri-
schen Dienstes (vgl. Ziff. 5.1) erstellt .
Im Zusammenhang mit der Kommunalisierung der Versor gungsverwal-
tung erfolgen seit Anfang 2008, nach Beauftragung d urch die Fachstelle
„Schwerbehindertenrecht“ des Sozialamtes, gutachtli che Stellungnah-
men und Untersuchungen zur Feststellung des Grades der Behinderung
incl. der Beteiligung bei entsprechenden Widersprüc hen und Klagever-
fahren vor dem Sozialgericht. Zur Gewährleistung di eser Aufgabe wurde
im Gesundheitsamt eine 0,66 Arztstelle neu eingerichtet. Die eingestellte
Ärztin erstellt selbst Gutachten und ist für die Qu alitätssicherung der
durch Außengutachter durchgeführten Begutachtungen zuständig.
Im ersten Jahr der Kommunalisierung der Aufgabe wu rden durch Ärzte
des Gesundheitsamtes Münster 3.987 und durch beauft ragte Außengut-
achter 4.818 Begutachtungen von Erst- und Änderungs anträgen (incl.
Nachprüfungen) durchgeführt. Die Zahl der Begutach tungen in Wider-
spruchs- und Klageverfahren lag bei insgesamt 1.351 (davon 902 durch
eigene Ärzte und 449 durch Außengutachter).
Geschäftsbericht 2008
Seite 32
3.2 Betriebsärztlicher Dienst
Hiermit übernimmt das Gesundheitsamt eine in der Ar beitsschutzgesetzgebung
verankerte Pflichtaufgabe des Arbeitgebers „Stadt M ünster“. Ein Arzt und eine
Ärztin sind als Betriebsärzte bestellt und nehmen f olgende betriebsmedizini-
schen Aufgaben neben anderen Aufgaben wahr:
- Arbeitsmedizinische Untersuchungen im Auftrag des Personal- und Or-
ganisationsamtes nach berufsgenossenschaftlichen Gr undsätzen und
staatlichen Vorschriften
- Impfprävention
- Gefährdungsbeurteilungen für städtische Arbeitspl ätze nach dem Ar-
beitsschutzgesetz
- Betrachtung und Auswertung des Arbeits- bzw. Dien stunfallgeschehens
- Beratung und Handlungsempfehlungen für Arbeitgebe r bzw. verantwort-
liche Vorgesetzte
- Arbeitsmedizinische Vorsorge und Prävention
- Angebot einer betriebsmedizinischen Sprechstunde
Arbeitsmedizinische Vorsorge
2006 2007 2008
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen 564 602 696
Impfungen städt. Mitarbeiter/-innen 1.146 911 814
Betriebsmedizinische Sprechstunde
Am 24.12.2008 ist die Verordnung zur arbeitsmedizin ischen Vorsorge in
Kraft getreten. Diese Verordnung stellt einen Beitr ag zur Rechtsverein-
fachung und Stärkung der arbeitsmedizinischen Vorso rge dar und unter-
streicht die Bedeutung der Prävention für den Erhal t und Förderung der
Gesundheit. Vorschläge für gezielte Präventionsarbe it werden von den
Betriebsärzten für das Personal- und Organisationsa mt entwickelt. Sie
sind ausgerichtet nach den Vorgaben der Gemeinsamen Arbeitsschutz-
strategie.
Im Rahmen der gezielten Präventionsarbeit sie hier beispielhaft eine
Informationsveranstaltung im Januar 2008 zum Thema „Lärm und Ge-
hörschutz“ für die städtischen Orchestermusiker benannt. Hierbei wurde
den Orchestermusikern gleichzeitig ein individuell angepasster Gehör-
schutz (Otoplastik) zur Verfügung gestellt.
2006 2007 2008
Beratungen, Aufklärungen 192 226 359
Zusätzliche Ortstermine 26 35 51
Geschäftsbericht 2008
Seite 33
Die Gesamtverantwortung für die Einhaltung der arbe itsschutzrechtlichen Vor-
gaben liegt beim Personal- und Organisationsdezerna t. Es gibt einen (innerbe-
trieblichen) Arbeitsschutzausschuss , der die Arbeitsschutz- und betrieblichen
Gesundheitsfördermaßnahmen innerhalb der Stadtverwaltung koordiniert .
Geschäftsbericht 2008
Seite 34
4. Gesundheitsschutz
4.1 Infektionsschutz
Der Schutz der Bevölkerung vor Infektionskrankheiten zählt zu den ältesten und
zentralen Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes.
Auf der Grundlage des seit 2001 geltenden Infektion sschutzgesetzes und des
Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst er bringt das Gesundheits-
amt Leistungen zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten
mit der Zielsetzung, Infektionskrankheiten beim Men schen vorzubeugen, Infek-
tionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.
Das Gesundheitsamt verfolgt tagesaktuell die Entwic klung ansteckender
Krankheiten. Dies betrifft alle meldepflichtigen Kr ankheiten und Erreger, welche
nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig sind oder eine besondere Ge-
sundheitsgefährdung (zum Beispiel in Krankenhäusern oder anderen Gemein-
schaftseinrichtungen) darstellen.
4.1.1 Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankh eiten
Auch in der Wintersaison 2008/2009 ist es wieder z u gravierenden Häu-
fungen von Norovirusinfektionen gekommen. Durch die kontinuierliche
Aufklärungsarbeit des Gesundheitsamtes gerade in Ge meinschaftsein-
richtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern, Kinderg ärten und Schu-
len konnte die Dauer von Ausbrüchen in den genannte n Gemein-
schaftseinrichtungen reduziert werden.
Da eine Vorbeugung gegen die Erkrankung nicht mögl ich ist, kommt den
persönlichen Hygienemaßnahmen eine besondere Bedeut ung zu. Die
Standardhygienemaßnahmen in den Einrichtungen wurde n nochmals
überwacht und bei Bedarf intensiviert. Gezielte Sch ulungen des Pflege-
personals, der Erzieherinnen und Lehrkräfte wurden angeboten und in
Anspruch genommen.
Als besondere Aufgabe für den Infektionsschutz mit bevölkerungsmedi-
zinischer Relevanz hat das Gesundheitsamt 2008 die Landesimpfkam-
pagne Masern umgesetzt. Ziel war es, die Empfehlungen und Vorgaben
des Landesgesundheitsministeriums optimal für die M ünsteraner Bevöl-
kerung umzusetzen und damit größtmögliche Informati onen zum Ma-
sernschutz der Schülerinnen und Schüler zu erhalten . Zugleich wurden
insbesondere durch eine umfassende begleitende Öffe ntlichkeitsarbeit
die Eltern ermuntert, fehlende Impfungen insbesonde re gegen Masern
kurzfristig nachholen zu lassen. Die durch die Kamp agne entstehende
deutliche Impfnachfrage in der Bevölkerung würde üb erwiegend durch
die niedergelassenen Ärzte, zum geringen Teil auch durch Ärzte des
Gesundheitsamtes bedient.
Insgesamt wurden im Rahmen der Kampagne rund 15.00 0 Impfauswei-
se durchgesehen und bei Impflücken Impfempfehlungen gegeben.
Wesentliche Erkenntnis der Kampagne ist, dass in ü ber 95% der durch-
gesehenen Impfausweise ein Masernimpfschutz nachgew iesen war.
Damit ist belegt, dass die meisten Eltern Impfungen , die bei der Schul-
eingangsuntersuchung noch gefehlt hatten, nachgehol t haben. Bei der
Auswertung der Impfzeitpunkte konnte auch ein posit iver Einfluss des
Geschäftsbericht 2008
Seite 35
Masernausbruchs 2006 an zwei Münsterschen Gymnasien auf das ge-
samtstädtische Impfgeschehen registriert werden. Di fferenzierte Aus-
wertungen und Hochrechnungen lassen vermuten, dass der Impfschutz
bei denjenigen Kindern, deren Impfhefte nicht vorge legt wurden, nicht
wesentlich geringer ist als bei den Kindern mit vor gelegtem Impfbuch.
Der Masernimpfschutz der Schülerinnen und Schüler i n Münster ist da-
mit als gut zu bezeichnen. In einzelnen Schulen bzw . Schulklassen fin-
den sich aber nach wie vor Gruppen von Schülerinnen und Schülern oh-
ne ausreichenden Masernimpfschutz, so dass in Münst er weiterhin An-
strengungen erforderlich sein werden, um zukünftige Masernerkrankun-
gen sicher und nachhaltig ausschließen zu können.
Als Nebenerkenntnis der Landesimpfkampagne konnte r egistriert wer-
den, dass der Impfschutz auch bei den übrigen Impfu ngen grundsätzlich
als gut zu bewerten ist. Deutlich zu registrieren w ar insbesondere eine
sehr positive Resonanz auf die erst relativ „junge“ Impfung gegen Ge-
bärmutterhalskrebs bei Schülerinnen ab 12 Jahren. E s kann geschätzt
werden, dass diese Impfung bereits von rund 50% der Schülerinnen der
entsprechenden Altersgruppen in Anspruch genommen wurde.
Daten im Rahmen der Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten *
2006 2007 2008
Infektionsermittlungen insgesamt
davon
3.264 4.634 4.749
- Meldungen nach § 6 IfSG
(Meldepflichtige Krankheiten)
905 1.680 1.955
- Meldungen nach § 7 IfSG
(Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern)
693 766 736
- Meldungen nach § 34 Abs. 6 IfSG
(meldepflichtige ansteckende Krankheiten in Ge-
meinschaftseinrichtungen für Kinder)
1.104 1.381 1.359
- Ermittlung von auswärtigen Infektionsfällen
562 807 699
Veranlassung von Desinfektionsmaßnahmen
915
1.937
1.600
* nicht enthalten sind die Daten für Tbc – vgl. hierzu Tabelle unter Ziff. 4.1.2
Die Anzahl der Krankheits- und Erregermeldungen nac h §§ 6 und 7 IfSG weist
eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren a uf. Hier schlägt sich die
epidemische Verbreitung des Norovirus mit seinen we llenförmigen Erkran-
kungsgipfeln nieder. Es muss sogar unterstellt werd en, dass die Dunkelziffer
der Erkrankten noch zu einem höheren Wert führen wü rde. Nicht jede Durch-
fallerkrankung wird mikrobiologisch diagnostiziert. Häufig werden klinische Di-
agnosen gestellt und einer Therapie zugeführt, ohne dass es zu einem Keim-
nachweis kommt.
Auch die Meldezahl nach § 34, 6 IfSG weist über die Jahre eine deutliche Stei-
gerung auf. Dies ist im Wesentlichen auf eine umfas sendere Nutzung der spe-
ziell für diesen Meldeweg eingerichteten telefonisc hen Meldehotline zurückzu-
führen. Meldepflichtige Einrichtungen nutzen dieses Instrument auch verstärkt
für Beratungen außerhalb von Meldepflichten.
Geschäftsbericht 2008
Seite 36
Im Bedarfsfall ist das Gesundheitsamt gesetzlich m it Eingriffsbefugnissen zur
Gefahrenabwehr ausgestattet und zu ihrer Anwendung verpflichtet, wenn die
Maßnahmen notwendig, geeignet und verhältnismäßig s ind. Das mögliche
Maßnahmespektrum erstreckt sich von der Einleitung von Umgebungsuntersu-
chungen über Desinfektionsmaßnahmen bis hin zu Täti gkeitsverboten oder der
Schließung von Einrichtungen. Ziel ist es aber, dur ch Aufklärung, Beratung und
Unterstützung ordnungsrechtliche Maßnahmen auf das notwendige Minimum
zu beschränken.
Beschäftigte im Lebensmittelgewerbe dürfen nur dann eine Tätigkeit im Le-
bensmittelbereich ausüben, wenn sie vor erstmaliger Aufnahme ihrer Tätigkeit
durch eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes nachg ewiesen haben, dass
bei ihnen keine Tatsachen für ein Tätigkeitsverbot bekannt sind und sie über
Pflichten beim beruflichen Umgang mit Lebensmitteln "belehrt" worden sind.
Diese Belehrungen bietet das Gesundheitsamt 2 x wöchentlich, bei Gru ppen
auch nach Absprache an. Sie sind in der Regel gebührenpflichtig.
Belehrungen nach § 43 IfSG
2006 2007 2008
Anzahl belehrte Personen
3.123
3.131
3.212
Im Rahmen von täglichen Telefonsprechstunden bietet das Gesundheitsamt
eine umfassende Reiseimpfberatung für Reisende an. Ziel dieser Beratung ist
es, die Gefahr zu mindern, dass die Reisenden sich mit ansteckenden Krank-
heiten infizieren, die nicht nur sie selbst, sondern auch andere gefährden.
Alle Todesbescheinigungen werden vom Gesundheitsamt auf Plausibilität,
Form und Inhalt (Vorliegen übertragbarer Krankheite n, Anhaltspunkte für die
Annahme eines Todes aus nichtnatürlicher Ursache) ü berprüft. In unklaren Fäl-
len wird ein Todesermittlungsverfahren durch die Kriminalpolizei eingeleitet.
4.1.2 Tuberkulose-Fürsorge
Für eine effektive Tbc-Bekämpfung sind eine rasche, aktive Entdeckung von
Neuerkrankungen und eine schnell einsetzende konsequente Therapie der
Erkrankten erforderlich. Das Gesundheitsamt ermitte lt die Kontaktpersonen
von Neuinfizierten und Neuerkrankten, um die Anstec kungsquelle festzustellen
und die Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. A lle Personen, die mit ei-
nem an offener Tbc Erkrankten Kontakt hatten, werde n je nach Intensität des
Kontaktes im Abstand von mehreren Monaten mehrmals vorsorglich untersucht
(Tuberkulin-Hauttest, ggf. immunologischer Bluttest und / oder Röntgenauf-
nahme). Jede Tbc-Neuerkrankung zieht somit eine unt erschiedlich große Zahl
von Vorladungen zu Umgebungsuntersuchungen nach sich, je nach privater
und beruflicher Aktivität der / des Erkrankten (z. B. in Schule, Universität, Be-
Geschäftsbericht 2008
Seite 37
trieb, Heim, etc.). Tbc-Erkrankte werden so lange überwacht, bis eine Reaktivie-
rung der Krankheit als nicht mehr wahrscheinlich gilt.
Externe Kontaktpersonen werden an die zuständigen G esundheitsämter mitge-
teilt. Bei Meldungen von externen Tbc-Patienten aus Krankenhäusern in Müns-
ter wird die Notwendigkeit von Umgebungsuntersuchun gen bei Mitpatienten
und Personal geprüft, da die Diagnose oft erst im N achhinein gestellt werden
kann.
Für jeden Erkrankungsfall werden umfangreiche mediz inische Befunde anony-
misiert für die bundesweite Auswertung elektronisch übermittelt.
Das Gesundheitsamt berät darüber hinaus Erkrankte, Angehörige und Gefähr-
dete und vermittelt bei Bedarf weitere Hilfen. Beso nders wichtig ist dabei die
Überwachung der Therapie mit mehreren antibiotische n Chemotherapeutika
über mindestens ein halbes Jahr bei den Erkrankten. Die Mitarbeit über einen
so langen Zeitraum ist oft problematisch, insbesond ere, wenn keine subjektiven
Beschwerden mehr bestehen. Durch den zunehmenden An teil von im Ausland
geborenen Patienten entstehen zusätzliche Aufwände.
Die Zahl der Tbc-Neuerkrankungen lag 2008 im Rahmen der Vorjahre.
Dabei wurden 3 ansteckungsfähige Lungentuberkulosee rkrankungen im
Rahmen der Umgebungsuntersuchungen des Gesundheitsa mtes fest-
gestellt.
Aufgrund des neu eingeführten, immunologischen Blu ttestverfahrens ist
die Zahl der im Gesundheitsamt bei Kontaktpersonen festgestellten Tbc-
Infektionen deutlich angestiegen. Diesen wird eine vorbeugende Be-
handlung mit einem Antibiotikum über 9 Monate empfohlen, da mit es
nicht zu einer Tbc-Erkrankung kommt.
Tbc-Fürsorge
2006 2007 2008
Tbc- Neuerkrankungen 14 25 20
Tbc-Infektionen* 4 17 38
Sonstige medikamentöse Prophylaxeempfehlungen 0 11 9
Neue Tbc-Verdachtsfälle 10 5 3
Bestand der inaktiven, kontrollbedürftigen Tbc-
Fälle am 31.12. ....
531
520
513
Vorladungen 1.375 1.249 1523
Sprechstundenbesucher 415 426 719
Befundeingänge 1.306 1.232 1381
Röntgenaufträge an radiologische Institute 490 423 420
Tuberkulintestungen 182 155 210
Interferongamma-Blutteste (ab Oktober 2007) - 6 116
* im Rahmen von Umgebungsuntersuchungen im Gesundheitsamt festgestellt
Geschäftsbericht 2008
Seite 38
Das Gesundheitsamt Münster praktiziert weiterhin ei ne „aktive TBC-Fürsorge“
und verfolgt damit unverändert das Ziel, bei Kontak tpersonen durch Tuberkulin-
testung und die neue Blutuntersuchung möglichst sch on Tbc-Infektionen zu
diagnostizieren, um dann eine vorbeugende Behandlung zu veranlassen,
bevor es zu einer Tbc-Erkrankung kommt. Hierdurch ist eine gute Präventi-
onsarbeit gewährleistet. Die Rate der Tbc-Neuerkran kungen bezogen auf die
Einwohnerzahl lag in Münster bisher in der Regel un terhalb des Mittelwertes
von Nordrhein-Westfalen.
4.1.3 Beratungs- und Untersuchungsangebote zu Aids und anderen
sexuell übertragbaren Krankheiten
Aids und andere sexuell übertragbare Erkrankungen ( STDs) stellen weltweit
immer noch ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem dar.
Die gesetzlichen Grundlagen für die Aids-Beratung a ls besonderes Beratungs-
angebot , anonyme HIV-Untersuchungen und die Koordination von Präventi-
on, Beratung und Versorgung zu Aids und anderen sex uell übertragbaren Er-
krankungen als Pflichtaufgaben der unteren Gesundhe itsbehörde finden sich im
Gesetz für den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGDG §§ 9,15(2), 23) und im
Infektionsschutzgesetz (IfSG §§ 19,20(1) sowie §§3,16,17(4)
Die epidemiologische Entwicklung in Münster, die Arbeitsfelder der
Aids/STD-Beratung und die künftigen Herausforderung en wurden an-
lässlich der Einrichtung der AIDS-Beratungsstelle i m März 1988 in der
Berichtsvorlage V0683/2008 „1988 – 2008: 20 Jahre Aids-Prävention am
Gesundheitsamt Münster“ dargestellt.
Im Rahmen der Einzelfallberatung , die sich an die Allgemeinbevölkerung, aber
auch an spezielle Zielgruppen richtet, berät und be treut das Gesundheitsamt
die Ratsuchenden, gibt Hilfestellung bei persönlich en Problemen und klärt über
gesundheitliche Risiken auf. Erkrankte, Infizierte oder vermeintlich/tatsächlich
gefährdete Personen werden im Hinblick auf Infektio nswege, Symptome, sozia-
le Folgen und bestehende Hilfsangebote beraten. Ziel ist die Stärkung der per-
sönlichen Kompetenz im Umgang mit der Thematik. Be i Bedarf werden Hilfe
zur Verbesserung und Stabilisierung der jeweiligen Lebenssituation angeboten
Bei HIV-positiven Untersuchungsbefunden werden die Patienten/-innen zur
weiteren Diagnostik und Therapie an die in Münster ansässigen Schwerpunkt-
praxen für HIV und Aids oder an die UNI-Klinik verm ittelt und erhalten auf
Wunsch weitere soziale Beratung. Die soziale Betreu ung wird von der Diplom-
Sozialpädagogin der Beratungsstelle angeboten, die enge Kooperation mit der
Aids-Hilfe Münster e.V. ermöglicht eine Erweiterung des Angebots.
Zur Behandlung von anderen STDs besteht eine gute Kooperation mit Fach-
arztpraxen und der Dermatologischen Klinik des UKM Wenn aufgrund man-
gelnder Compliance eine zeitnahe Behandlung nicht sichergestellt werden
kann, können unkomplizierte Erkrankungen im Gesundh eitsamt behandelt wer-
den
Geschäftsbericht 2008
Seite 39
Notwendige medizinische Hilfen insbesondere für S exarbeiterInnen oh-
ne Krankenversicherung werden durch die Kooperation mit dem Projekt
MMM (Malteser Migranten Medizin) sichergestellt
Aids-/STD-Beratung in Zahlen
2006 2007 2008
Aids-/STD-Beratungsgespräche
davon
persönliche Beratungsgespräche
telefonische Beratungsgespräche
2.187
1.228
959
1.969
1.242
634
1.930
1.222
708
HIV- Antikörpertests
davon
positiv
Frauen
Männer
590
3
275
315
595
2
285
310
561
3
261
300
TPPA-Tests
davon
positiv
Frauen
Männer
59
2
18
41
81
3
27
54
87
4
25
62
weitere Untersuchungen
(Go, Clamydien, Pilze, körperl. Unters…..)
71 49 55
Therapien 14 11 3
Weiterleitung an Facharztpraxen
(Wert ab 2007)
7 9
Die Inanspruchnahme der Aids/STD-Beratungsstelle bewegt sich auf kontinuier-
lich hohem Niveau. Der Zugangsweg erfolgt hauptsäch lich über Informationen
aus dem Internet oder auf Empfehlung von Bekannten. Es zeichnet sich ein
Trend ab, dass bei Diagnosen immer öfter die Weiter vermittlung zu Facharzt-
praxen erforderlich ist.
Von Juni bis Dezember 2008 wurde eine Kundenbefra gung zur Zufrie-
denheit mit dem AidsSTD-Angebot des Gesundheitsamte s durchgeführt.
Die Auswertung wird Mitte des Jahres vorliegen.
Ein weiterer Schwerpunkt in der Aids-/STD-Beratung ist die Primärprävention.
Präventionsaktivitäten in 2008 :
Zielgruppenspezifische Präventionsveranstaltungen,
Multiplikatorenfortbildungen etc.
- 44 Veranstaltungen, davon 19 in Schulen
Impfangebot gegen Hepatitis für Personen mit erhöh tem Infektionsrisiko
ohne Anbindung an das Gesundheitsregelversorgungssystem
Aktivitäten zum Weltaidstag in Kooperation mit der Aids-Hilfe Münster
Geschäftsbericht 2008
Seite 40
Aids-Prävention zu Karneval in Kooperation mit der Aids-Hilfe Münster
und der Taxizentrale
Aids-Prävention für Menschen mit Migrationsvorgesc hichte
o in Stadtteilgruppen
o in Sprachkursen
o bei Frauenfrühstücksrunden
Erfolgreiche Aids-Prävention muss einen Bezug zur L ebenswirklichkeit der Ad-
ressaten haben. In Schulen, aber auch bei Menschen mit Migrationsvorge-
schichte hat es sich bewährt, vorhandene Strukturen wie Gesundheitstage,
Stadtteilgruppen, Sprachkurse etc. zu nutzen und I nformation zu Aids/STD in
den Kontext allgemeiner Gesundheitserziehung zu setzen.
Das „Saunaprojekt“:
Das Saunaprojekt ist als Reaktion auf die epidemiol ogische Entwicklung ein
zielgruppenspezifisches Präventionsprojekt für Männ er mit Mann-Mann-
Kontakten. In Kooperation mit der Aids-Hilfe Münste r und einem Saunabetrieb
bietet das Gesundheitsamt seit September 2008 einma l im Monat ein 2-
stündiges Beratungs- und Untersuchungsangebot vor Ort an. Die Akzeptanz ist
bisher ausgesprochen gut. Pro Termin wurden im Durc hschnitt 3,5 Beratun-
gen/Untersuchungen nachgefragt. Die Ergebnismitteil ung erfolgt ausnahmslos
im Gesundheitsamt.
Kooperation und Koordination:
Aids-Prävention ist im wesentlichen Aufgabe der Kom munen und Kreise. Das
Land NRW hat 2007 über den Weg der Kommunalisierung von Landesmitteln
beschlossen, die Landesförderung für die Aids-Hilfe n und für die Youthworker
den Kommunen als pauschale Zuwendung zur Verfügung zu stellen. Die Höhe
der Pauschale ist noch nicht abschließend geklärt. Für die Jahre 2007 und 2008
ist keine Kürzung der Mittel gegenüber den Vorjahren erfolgt.
Im Rahmen des Kommunalisierungsprozesses war das Gesundheitsamt
Münster in der vom Ministerium für Arbeit, Gesundhe it und Soziales ein-
berufenen Arbeitsgruppe zur Erarbeitung fachlicher Standards für die
Aids-Prävention NRW vertreten.
Ein wichtiger Kooperationspartner im Präventionsber eich ist die Aids-Hilfe
Münster e.V. Auch die psychosoziale Betreuung HIV- Infizierter und Aids-
Kranker wird schwerpunktmäßig von der Aids-Hilfe e.V. geleistet. Die Stadt
Münster fördert die Aids-Hilfe Münster e.V. mit ein em jährlichen Pauschalzu-
schuss von 147.820 €, nachdem dieser im Zuge der Ha ushaltsberatungen 2008
um 20.000 € erhöht wurde.
4.2 Hygieneüberwachungen
Die Gesundheitsämter haben aufgrund bundes- und lan desrechtlicher Vor-
schriften bei verschiedenen Einrichtungen die Einha ltung der rechtlich vorge-
schriebenen Anforderungen an die Hygiene zu überwac hen mit dem Ziel, die
Allgemeinheit wirksam vor Gesundheitsrisiken, insbe sondere vor Infektionen zu
Geschäftsbericht 2008
Seite 41
schützen. Die Arbeit des Gesundheitsamtes findet in regelmäßigen Begehun-
gen der Einrichtungen statt. Im Zuge dieser Ortster mine werden die Räumlich-
keiten besichtigt, Hygienepläne überprüft und eine gezielte Beratung und Auf-
klärung der Träger der Einrichtungen hinsichtlich der notw endigen Hygiene-
standards und geeigneter präventiver Maßnahmen durchgeführt.
Der Überwachung durch das Gesundheitsamt obliegen zahlreiche Einrichtun-
gen , z.B.
- Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinri chtungen, Einrichtun-
gen für ambulantes Operieren, Dialyseeinrichtungen und Tageskliniken,
Arztpraxen
- sonstige Praxen und Gewerbebetriebe (Fußpflege, A kupunktur, Pier-
cing-Studios, Tätowierer etc.)
- Alten- und Pflegeheime
- Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendl iche
- Obdachlosenunterkünfte, Justizvollzugsanstalten
- Einrichtungen des Leichen- und Bestattungswesens
- Anlagen zur Versorgung mit Trinkwasser und Brauch wasser
- Anlagen zur Entsorgung von Abwasser und Abfällen
- Badeeinrichtungen
Besichtigungen im Rahmen der Hygieneüberwachung
(einschl. Vor- und Wiederholungsbesichtigungen)
2006 2007 2008
Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen,
sonstige Behandlungs- und Betreuungseinrichtun-
gen, Gemeinschaftsunterkünfte
85
116
96
Sonstige Einrichtungen
(Schulen, Kindergärten, Tageskliniken, Behinderten-
heime, etc. )
99
139
122
Anlagen zur Versorgung mit Trink- und Brauchwas-
ser
- zentrale Wasserversorgungsanlagen
- Kleinanlagen
- Hausinstallationen
- Regenwasserversorgung
9
688
124
14
9
874
150
-
9
370
191
-
Schwimmbäder und Saunabetriebe 13 28 36
Räume /Einrichtungen für Tätigkeiten mit Krank-
heitserregern (Labore)
6
11
7
Einen Schwerpunkt der Hygieneüberwachung bilden auf grund des erhöhten
Infektionsrisikos regelmäßig die Einrichtungen des Gesundheitswesens,
Alten- und Pflegeheime und Gemeinschaftsunterkünfte. Gerade für Men-
schen, deren Widerstandskraft alters- oder krankhei tsbedingt vermindert ist,
sind infektionspräventive Maßnahmen und die Einhalt ung der notwendigen Hy-
gienevorschriften besonders wichtig.
Vor diesem Hintergrund hat das Gesundheitsamt ein N etzwerk zur Ver-
hinderung der Weiterverbreitung von MRSA (Methicill in resistenter
Staphylokokkus aureus) mit der EUREGIO Twen-
te/Achterhoek/Münsterland gegründet. Die Krankenhäu ser in Münster
Geschäftsbericht 2008
Seite 42
sowie auch die Altenheime haben sich mit großem Erf olg engagiert und
die vereinbarten Qualitätsziele erreicht. Die Quali tätskriterien werden
vom Gesundheitsamt jährlich überprüft. Bei unveränd ert guter Umset-
zung der Qualitätsanforderungen werden die Qualitätssiegel verlängert.
Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt im Rahmen der Hygieneüberwachung ist die
Überwachung der Trinkwasserversorgungsanlagen in Münster. Alle Wasser-
versorger sind zur regelmäßigen Untersuchung und Do kumentation der Was-
serqualität (Einhaltung der Grenzwerte) verpflichte t. Abweichungen sind dem
Gesundheitsamt anzuzeigen.
Das in den Vorjahren erarbeitete Beratungs- und Übe rwachungspro-
gramm auf der Grundlage geeigneter stichprobenartig er Kontrollen für
die Überwachung von Anlagen der Hausinstallation , aus denen Was-
ser an die Öffentlichkeit abgegeben wird, wurde int ensiv umgesetzt.
Dies lässt sich auch an einem Anstieg der Fallzahle n auf 191 (2008) im
Vergleich zu 150 (2007) ablesen . Bei der Überwachung der Hausinstal-
lationen war in den bisherigen Untersuchungen nicht selten ein vermehr-
tes Legionellenwachstum und/oder Pseudomonadenwachs tum festzu-
stellen. Diese Keime stammen weit überwiegend von B iofilmen auf
Werkstoffen, die mikrobielles Wachstum unterstützen . Gesamtziel der
Überprüfung und Überwachung durch das Gesundheitsam t bleibt, durch
gesicherte Kontrolle der Trinkwasser-Hausinstallati on präventiven Ge-
sundheitsschutz zu betreiben.
Bei Störfällen oder notwendigen Sanierungsmaßnahmen der Trinkwasserver-
sorgungsanlagen stehen die Mitarbeiter/ Innen des G esundheitsamtes den An-
lagenbetreibern beratend zur Seite. Dies gilt sowoh l für die Betreiber von Klein-
anlagen und Anlagen der Hausinstallation als auch f ür die Stadtwerke Münster
GmbH, die ihre Probenahmen- und Maßnahmepläne mit d em Gesundheitsamt
abgestimmt haben.
Die jahreszeitlichen Differenzen bei den Besichtig ungen der Kranken-
häuser, Altenheime, Schulen, Kindertagesstätten etc. lassen sich mit der
unterschiedlichen Zahl der anlassbezogenen zusätzli chen Besichtigun-
gen (z. B. Überprüfungen von Beschwerden, Auffällig keiten) durch das
Gesundheitsamt erklären. Dies gilt ebenfalls für Be gehungen von
Schwimmbädern und Saunabetrieben.
Der Rückgang der Fallzahlen bei der Besichtigung d er Kleinanlagen zur
Versorgung mit Trinkwasser ist in Personalreduzieru ngen und Arbeits-
schwerpunktverschiebungen begründet. Deshalb konnte n im Jahr 2008
nur 370 Trinkwasser-Kleinanlagen besichtigt werden. In den nächsten
Jahren sind hier durch weitere Verlagerung von Kern punkten deutlich
höhere Zahlen zu erwarten.
Der Ausfall der Fördermaßnahmen von Regenwassernut zungsanlagen
(RWNA) durch das Land NRW ab Ende 2006 hat zur Folg e, dass kaum
noch RWNA gebaut werden. Dem Gesundheitsamt wurden keine neuen
Regenwassernutzungsanlagen angezeigt.
Geschäftsbericht 2008
Seite 43
4.3 Umweltmedizin
4.3.1 Stellungnahmen im Rahmen von Genehmigungs- un d
Planungsverfahren
Das Gesundheitsamt prüft und beurteilt in Zusammena rbeit mit dem Bauord-
nungsamt Neu-, Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen von Krankenhäu-
sern, Heimen, Schulen, Kindergärten, Lüftungsanlage n usw. unter unwelthygie-
nischen, gesundheitlichen Aspekten. Damit soll der Hygiene und der Gesund-
heitsvorsorge bereits bei der Planung derartiger Ei nrichtungen Rechnung ge-
tragen werden.
Das Gesundheitsamt erstellt Stellungnahmen aus gesu ndheitlicher (gesund-
heitsvorsorglicher) Sicht, die die Stadt Münster im Rahmen von Genehmi-
gungs- und Sanierungsverfahren abzugeben hat, wenn durch das Vorhaben
gesundheitliche Belange der Bevölkerung berührt wer den. In diesen Fällen be-
gutachtet das Gesundheitsamt die gesundheitliche Ve rträglichkeit des Vorha-
bens, z.B. im Rahmen von Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissi-
onsschutzgesetz, nach dem Gesetz über Umweltverträg lichkeitsprüfung oder
auch in Genehmigungsverfahren für Labore nach dem Gesetz zur Regelung
der Gentechnik.
Gutachten im Rahmen von Genehmigungsverfahren
2006 2007 2008
Genehmigungen nach Bauordnungsrecht 122 134 120
Genehmigungen nach BImSchG 23 22 16
Genehmigungen nach GenTG 6 1 3
Genehmigungen nach sonstigen Rechtsvorschrif-
ten
32
39
36
Eine Prüfung auf Gesundheitsverträglichkeit (GVP) e ines Vorhabens kann als
Verfahrenselement innerhalb der Umweltverträglichke itsprüfung (UVP) alle As-
pekte des Gesundheitsschutzes bündeln. Im Zusammens piel mit anderen städ-
tischen Ämtern werden seit 2007 Stellungnahmen vom Gesundheitsamt erar-
beitet, um die große Bedeutung der menschlichen Ges undheit bei Planungs-
vorhaben zu berücksichtigen und den Stellenwert des “Schutzgutes Mensch“ zu
erhöhen.
4.3.2 Umweltmedizinische Beratungen und Stellungnah men
Das Gesundheitsamt beurteilt z.B. mögliche Gesundhe itsgefahren durch akute
Schadstoffbelastungen der Innen- und Außenluft, dur ch Schimmelpilze in In-
nenräumen oder durch Lärm, Strahlenbelastungen durc h Mobilfunk, Gesund-
heitsbelastungen durch wilde Müllkippen. Beraten we rden städtische Ämter und
andere öffentliche Institutionen, aber auch Bauherren, Ingenieure und Architek-
ten sowie andere ratsuchende Einzelpersonen.
Geschäftsbericht 2008
Seite 44
Umweltmedizinische / umwelthygienische Beratungen u. Stellungnahmen
2006 2007 2008
Umweltmedizinische Beratungen (meist telefo-
nisch)
2.144 2.290 2.205
Stellungnahmen zur Technik in Krankenhäusern 79 71 57
Stellungnahmen zur Schulhygiene 95 102 56
Stellungnahmen zur Wohnungshygiene und
Hygiene in öffentlichen Gebäuden
34 66 64
Stellungnahmen zu aktuellen Umweltbelastun-
gen
13 14 6
Stellungnahmen zur Problematik von Altlasten 5 14 6
Stellungnahmen in Zusammenarbeit mit dem
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
23
26
38
Die Stellungnahmen/ Beratungen erfolgen persönlich oder schriftlich, oft nach
vorhergehender Ortsbesichtigung. Das telefonische B eratungsangebot ( Um-
weltmedizinisches Telefon ) wird seitens der Ratsuchenden umfangreich in
Anspruch genommen.
Die Verschiebungen bei den Fallzahlen der Stellung nahmen zur Technik
in Krankenhäusern oder auch zur Schulhygiene hängen z. B. mit durch-
aus divergierenden Neu- und Umbaumaßnahmen in den E inrichtungen
(Förderungen, Sanierungsplanungen) zusammen.
Ein wichtiger Aufgabeninhalt ist die Aufklärung der Bevölkerung durch regel-
mäßige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit . Themen in 2008 waren u. a.
Schulhygiene (Innenraumluft)
Schimmelpilz-Ratgeber
Informationsbroschüre Trinkwasser-Hausinstallation
Schwimmbadhygiene
4.4 Arzneimittel und Gefahrstoffe
Der Amtsapotheker des Gesundheitsamtes ist zuständi g für ein breit gefächer-
tes Überwachungsspektrum zum Verkehr mit Arzneimitt eln, Betäubungsmitteln
und Gefahrstoffen. Die Überwachung der einschlägige n Regelungen, deren
Umfang sich in den vergangenen Jahren durch EU-Einf lüsse und die Internatio-
nalisierung des Arznei- und Heilmittelverkehrs stet ig ausgeweitet hat, dienen
vorrangig dem Verbraucherschutz. Aufgrund der hohen Bestandszahlen und
der begrenzten Personalressourcen muss auch in dies em Aufgabenbereich die
Kontrollintensität verstärkt risikoangepasst sein.
Geschäftsbericht 2008
Seite 45
Überwachung des Arzneimittel-, Betäubungsmittel- und Gefahrstoffverkehrs
2006 2007 2008
Gutachten zu Apothekenbauplänen 14 12 9
Apothekenbetriebserlaubnisse 5 4 5
Besichtigungen v. Apotheken / Krankenhausapotheken 50 23 31
Erlaubniserteilungen Versandhandel 0 3 5
Genehmigungen v. Arzneimittelversorgungsverträgen 10 4 7
Besichtigungen Arzneimittelaufbewahrung in Alten-
heimen
4 2 -
Arzneimittelaufsicht bei Inverkehrbringen von Arznei-
mitteln
18 72 9
Besichtigungen Einzelhandelsbetriebe 19 3 44
Stellungnahmen z. Einfuhrfähigkeit von pharmazeuti-
schen Produkten
35 10 5
Anzeigebestätigungen klinischer Prüfungen 121 137 127
Überwachung klinischer Prüfungen 22 20 14
Überprüfungen der Betäubungsmittelbestände bei
Ärzten und auf Krankenhausstationen
1 5 5
Überprüfungen Gifthandel (Betriebsbesichtigungen) 3 - -
Ordnungsrechtliche Maßnahmen 28 72 2
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziale s des Landes NRW
hat 2007 beschlossen, die Aufgaben der Klinischen Prüfungen auf
kommunaler Ebene zu zentralisieren. Neuer Standort ist die Stadt Düs-
seldorf. Sie hat diese Aufgabe am 27.11.2008 überno mmen.
Für Arzneimittel, die zu den Betäubungsmitteln gehören, gelten zum Schutz
der Patienten besondere Sicherheitsvorschriften z.B . zur Lagerung und Doku-
mentation bei Ärzten und Apotheken. Hierzu zählen a uch die Substitutionsmittel
für Drogenabhängige (z.B. Methadon). Auch hier nimm t der Amtsapotheker die
entsprechenden Überwachungsfunktionen wahr.
Schließlich werden Erlaubnisse zum Einzelhandel mit Gefahrstoffen erteilt
und die jeweiligen Betriebe stichprobenartig überwacht.
Die Amtshandlungen des Amtsapothekers sind in der Regel gebührenpflichtig.
Neben den klassischen Überwachungsaufgaben nehmen A mtsapotheker seit
Inkrafttreten des Gesetzes über den öffentlichen Ge sundheitsdienst auch sozi-
alpharmazeutische Aufgaben wahr. Hierzu zählen unter anderem Aufklärung,
Information und Beratung der Bevölkerung über einen verantwortlichen Um-
gang mit Arzneimitteln.
4.5 Gesundheitsfachberufe
Zu den klassischen gesetzlichen Aufgaben der Gesund heitsämter gehört die
Aufsicht über die Berufsgruppen des Gesundheitswese ns. Die Verantwortlich-
keit für die Durchführung der staatlichen Prüfungen in den nichtärztlichen Heil-
berufen oder auch sog. Gesundheitsfachberufen und d ie Erteilung von Erlaub-
nissen zur Führung der Berufsbezeichnung ist durch Zuständigkeitsregelung
Geschäftsbericht 2008
Seite 46
der Landesregierung den Gesundheitsämtern übertrage n worden. Im Vorder-
grund der Arbeit steht nicht die hoheitliche Überwachungs- und Kontrollfunktion,
sondern der Gedanke der Qualitätssicherung in der Berufsausübung.
In der Medizinaldatei werden die Angehörigen der verschiedenen Berufsgru p-
pen erfasst; in Münster tätige Ärzte, Zahnärzte und Apotheker werden dem Ge-
sundheitsamt durch die Kammern gemeldet und die hie r tätigen Angehörigen
der Gesundheitsfachberufe müssen sich nach dem Gese tz über den öffentliche
Gesundheitsdienst eigenständig beim Gesundheitsamt an- und abmelden.
Die Erteilung der Erlaubnisse zur Führung der Berufsbezeichnungen in den
Gesundheitsfachberufen bewegt sich in Münster auf e inem landesweit ver-
gleichsweise hohen Niveau, was mit der Vielzahl der in der Stadt angesiedelten
26 Ausbildungseinrichtungen für die verschiedenen B erufsgruppen zusammen-
hängt.
Erteilte Erlaubnisse zum Führen der Berufsbezeichnung
2006 2007
2008
Diätassistent/-in 30 36 16
Gesundheits- und Kinder-, Krankenschwester/-pfleger 223 239 217
Krankenpflegehelfer/-in 14 13 17
Physiotherapeut/-in 182 179 153
Medizinisch-technischer Labor-, Radiologieassistent/-in 58 46 59
Logopäde/-in 16 14 14
Pharmazeutisch-technischer Assistent/-in 51 36 40
Ergotherapeut/-in 129 120 86
Rettungsassistent/-in 116 129 104
Orthoptist/-in 1 0 8
Hebamme/Entbindungspfleger 11 14 1
Fachkrankenschwester/-pfleger / Fachaltenpfleger/-i n
Psychiatrie
0 5 0
Fachkrankenschwester/-pfleger Operationsdienst 0 0 1
Fachkranken-, Fachkinderkrankenschwester/-pfleger
Intensivpflege und Anästhesie
20 34 24
Podologe/in 5 0 0
Hygienekontrolleur/-in 0 0 0
Summe 856 865 740
Neben der Berufserlaubniserteilung für die Personen , die die Ausbil-
dungseinrichtungen regulär durchlaufen haben, werde n auch Erlaubnis-
se erteilt für Angehörige aus EU- oder Drittstaaten , die dort einen Ge-
sundheitsfachberuf erlernt haben und hier ausüben w ollen. Seit 2008
wird die Überprüfung der Gleichwertigkeit solcher A usbildungen in Nord-
rhein-Westfalen zentral vom Landesprüfungsamt für M edizin, Psycho-
therapie und Pharmazie in Düsseldorf übernommen. Di e Gesundheits-
ämter prüfen abschließend die Fachsprachkenntnisse sowie die ge-
sundheitliche Eignung und persönliche Zuverlässigke it für die Be-
rufsausübung.
Das Gesundheitsamt erteilt darüber hinaus auf der G rundlage des Infektions-
schutzgesetzes personenbezogene Erlaubnisse für Tätigkeiten mit Krank-
heitserregern .
Geschäftsbericht 2008
Seite 47
Erlaubnisse nach § 44 IfSG
2006 2007 2008
Erlaubnisse für Tätigkeiten mit Krankheitserregern
7
7
3
Bei den staatlichen Prüfungen in den Gesundheitsfachberufen , die jährlich
im Frühjahr und überwiegend im Herbst stattfinden, genehmigt das Gesund-
heitsamt die Prüfungstermine, bestellt die Prüfungs ausschussmitglieder, wählt
z. T. die schriftlichen Prüfungsaufgaben aus, kümme rt sich um die rechtsgültige
Durchführung der Prüfung und stellt den Prüfungsaus schussvorsitzenden, der
auch an Prüfungen teilnimmt. Dies ist in der Regel eine Ärztin / ein Arzt des
Gesundheitsamtes oder der Amtsapotheker für die PTA -Ausbildungen. Soweit
es nach den Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen m öglich ist, werden hier-
für auch ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen eines freien
Dienstvertrages eingesetzt.
Abschlussprüfungen für Gesundheitsfachberufe in der Zuständigkeit
des Gesundheitsamtes
2006 2007 2008
Anzahl Schulen 29 25* 26
Anzahl Lehrgänge mit Abschlussprüfung
(ohne Kurzlehrgänge für Rettungssanitäter und –helfer)
37 38 38
Anzahl Prüflinge
davon
1.385 1.474 1.313
Diätassistent/-in 25 43 16
Kinder-, Krankenschwester/-pfleger 227 276 280
Krankenpflegehelfer/-in 15 14 17
Physiotherapeut/-in 210 201 146
Medizinisch-technischer Labor-, Radiologieassistent/-in 64 54 65
Logopäde/-in 15 14 14
Ergotherapeut/-in 137 124 92
Orthoptist/-in** 0 0 8
Rettungsassistent/-in 174 123 103
Rettungssanitäter/-in 344 351 370
Rettungshelfer/-in 90 181 139
Pharmazeutisch-technische/r Assistent/-in 51 39 39
Hebamme/Entbindungspfleger** 13 15 0
Fachkrankenschwester/-pfleger, Fachaltenpfleger/in
Psychiatrie**
0 5 0
Fachkrankenschwester/-pfleger Operationsdienst** 0 0 1
Fachkrankenschwester/-pfleger Intensivpflege und A-
nästhesie
20 34 23
* Es wurden 4 Münsteraner und eine externe Schule zu einer gem. Schule mit Sitz in
Münster (Zentralschule für Gesundheitsfachberufe St. Hildegard) zusammengefasst.
** Lehrgänge finden nicht jährlich, sondern in größeren Zeitabständen statt
Geschäftsbericht 2008
Seite 48
5. Gesundheitshilfen
5.1 Sozialpsychiatrische Hilfen
Auf der Grundlage des Gesetzes über den öffentliche n Gesundheitsdienst und
des Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei ps ychischen Krankheiten
hält die Stadt Münster den sozialpsychiatrischen Di enst vor. Für psychisch auf-
fällige Kinder und Jugendliche sowie für Konsumente n illegaler Drogen mit psy-
chischen Auffälligkeiten bietet er besondere zielgr uppenspezifische Hilfen an.
Für Krisen an Wochenenden steht der mit städtischen Mitteln finanzierte koope-
rative Krisennotdienst zur Verfügung.
Die Aufgaben der Psychiatriekoordination sind unter Ziffer 1.3 (zum Produkt
„Übergreifende Gesundheitsförderung“) und die „Kinder- und Jugendpsychiatri-
schen Hilfen“ unter Ziffer 2.4 (zum Produkt „Kinder - und Jugendgesundheit“)
dargestellt.
5.1.1 Sozialpsychiatrischer Dienst
Die nachfolgende Tabelle zeigt die weiterhin hohe I nanspruchnahme des Sozi-
alpsychiatrischen Dienstes:
Daten Sozialpsychiatrischer Dienst*
2006 2007 2008
Klienten insgesamt
davon
Frauen
Männer
1.754
844
856
54
1.753
840
889
24
1.778
871
905
2
Erstkontakte
davon
Frauen
Männer
728
361
345
22
836
347
361
128
905
423
403
79
Hausbesuche
1.022 1.149 949
Beratungsgespräche mit Klienten im Amt
793 862 849
Betreuungsanregungen / Gutachten /
Stellungnahmen
100 88 285
Kriseninterventionen
89 90 73
Mitwirkung bei Anträgen auf Eingliederungshilfe
Wohnen (Hilfeplanverfahren / Clearingstelle)
152 403
293
* einschl. Daten der Kinder- und Jugendpsychiatrie
5.1.2 Therapie und Hilfe sofort
Das Gesundheitsamt hält weiterhin ein Abstinenz-ori entiertes Hilfsangebot für
Konsumenten illegaler Drogen vor, jetzt eingebunden in den Sozialpsychiatri-
Geschäftsbericht 2008
Seite 49
schen Dienst. Im Rahmen von „Therapie und Hilfe sofort“ werden behand-
lungswillige Klienten in den qualifizierten Entzug, ggf. mit nachfolgender Ent-
wöhnungsbehandlung vermittelt oder ihnen werden son stige Unterstützungen
und Hilfen angeboten. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Drogenab-
hängige, deren Motivation noch sehr labil ist, die durch lange Warte- und Ver-
mittlungszeiten abgeschreckt würden und die bisher keinen Kontakt zu den
klassischen Drogenhilfeeinrichtungen gefunden haben.
Therapie und Hilfe sofort
2006 2007 2008
Soforthilfe-Sprechstunden
84 49 52
Hilfesuchende (Interessierte Personen)
davon
- Frauen
- Männer
31
19
12
24
19
5
21
17
4
Ergebnis der Beratungen
- Vermittlung in qualifizierten Entzug mit anschlie-
ßender Entwöhnung
- Vermittlung in den qualifizierten Entzug
- Vermittlung in die ambulante Therapie
- Vermittlung in die Substitution
- Kontaktherstellung zu anderen Einrichtungen
- Beratungsgespräch
10
4
0
0
4
13
3
6
1
0
5
9
4
2
0
0
0
15
5.1.3 Krisennotdienst an Wochenenden
Für akute Krisensituationen an Wochenenden steht de r psychiatrische und psy-
chosoziale Krisennotdienst zur Verfügung. Das Krisennotdienstteam besteht
aus ca. 50 bis 60 Fachleuten, die nebenamtlich im K risennotdienst mitarbeiten.
Die Belange des Krisennotdienstes werden in der Arbeitsgruppe Krisennot-
dienst des AK Psychiatrie geregelt, die Dienstplangestaltung u nd Finanzierung
obliegen dem Gesundheitsamt.
Menschen in schweren seelischen Notlagen können den Notdienst jeweils von
Freitag 20.00 Uhr bis Montag 8.00 Uhr telefonisch ü ber die Telefonseelsorge
oder über die LWL-Klinik Münster erreichen. Je eine Ärztin oder ein Arzt sowie
weitere erfahrene Fachkräfte aus dem psychosozialen oder klinischen Bereich
leisten bei Bedarf überbrückende Hilfe im Notfall, bis wieder die reguläre Bera-
tung und Behandlung von Fachdiensten und Praxen in Anspruch genommen
werden kann.
Geschäftsbericht 2008
Seite 50
Krisennotdiensteinsätze an Wochenenden
2006 2007 2008
Anzahl Einsätze
davon
Frauen
Männer
462
178
269
187
6
535
233
359
175
1
535
189
374
156
5
Seit 2004 zeigt sich eine deutliche Zunahme der Ina nspruchnahme des Krisen-
notdienstes, die inzwischen zu einer Verdopplung de r durchschnittlichen Inan-
spruchnahme geführt hat. Die Bewältigung der Folgen dieser Entwicklung so-
wohl für die notdiensttuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für den
städtischen Haushalt sind weiterhin Gegenstand inte nsiver Bemühungen der
Verwaltung und des Arbeitskreises Psychiatrie.
Der städtische Zuschuss lag in den letzten Jahren z wischen 41.000 € und
48.000 €.
5.2 Die Familienhebamme am Gesundheitsamt
Im Gesetz für den öffentlichen Gesundheitsdienst we rden die unteren Gesund-
heitsbehörden verpflichtet, aufsuchende Gesundheits hilfen für Menschen anzu-
bieten, die wegen ihres körperlichen, geistigen ode r seelischen Zustandes oder
aufgrund sozialer Umstände besonderer gesundheitlicher Fürsorge bedürfen.
Auf dieser Grundlage wurden die aufsuchenden Gesund heitshilfen durch das
Gesundheitsamt der Stadt Münster kontinuierlich aus gebaut. Basierend auf den
gemachten Erfahrungen wurde ein Schwerpunkt dabei a uf die Unterstützung
von Schwangeren, jungen Müttern, Säuglingen und Fam ilien gelegt. Dahinter
steht die feste Überzeugung, dass die Grundlagen fü r ein gesundes Leben be-
reits in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr gelegt werden müssen.
Unter dem Dach „Gesund Aufwachsen in Münster“ werde n so verschiedene
Projekte gebündelt, die allen Kindern in Münster e ine solche Entwicklung er-
möglichen sollen.
Nachdem zunächst im Projekt „Familienhebamme“ schwe rpunktmäßig Frauen
mit Migrationsvorgeschichte in den Übergangsheimen der Stadt Münster be-
treut wurden, erfolgte schnell die Ausweitung auf d ie Stadtteile. Hier sind es
sowohl Familien mit Migrationsvorgeschichte als auc h deutsche Familien mit
besonderem Förderbedarf, die die besondere Unterstü tzung benötigen. Die
Kontaktherstellung erfolgt über die Sozialarbeiter des Kommunalen Sozialdiens-
tes, aber auch über die MitarbeiterInnen von freien Trägern und niedergelasse-
ne Ärzte/Innen. Inzwischen ist das Projekt so bekan nt, dass viele Institutionen,
wie beispielsweise die Schwangerschaftsberatungsste llen und die Krankenhäu-
ser in die Vermittlung eingebunden sind.
So gelingt es immer besser, Schwangere möglichst fr üh zu erreichen und je
nach Bedarf über einen Zeitraum bis zum ersten Gebu rtstag des Kindes zu be-
gleiten. Hier müssen die Hebammensprechstunden in d en Kindertagestätten
Geschäftsbericht 2008
Seite 51
genannt werden, die inzwischen in Kinderhaus, Coerd e, Berg Fidel und Hiltrup-
West angeboten werden. Durch diese Maßnahme ist es noch einmal gelungen,
auch die Frauen zu erreichen, die sonst im öffentli chen Raum kaum auftau-
chen. Hierfür stehen die Familienhebammen und freib erufliche Hebammen als
Honorarkräfte zur Verfügung. Die Finanzierung diese r Sprechstunden ist noch
über Sponsorenmittel (Wyeth Pharma in Coerde), Bund esmittel (Gesund auf-
wachsen in Berg Fidel und Hiltrup-West) und Landesm ittel (Soziale Stadt Kin-
derhaus) gesichert. Mitte 2009 muss aber überlegt w erden, wie diese Sprech-
stunden, die auch von den Mitarbeiterinnen der Kita s als wichtiger Baustein in
ihrer Arbeit geschätzt werden, auch weiter gesichert werden können.
Seit 2007 wird die kontinuierliche Betreuung der Sc hwangeren und jungen Müt-
ter durch zwei Familienhebammen geleistet. Im Jahr 2008 wurden so 95 Frauen
betreut. Viele Fälle wurden durch das Amt für Kinde r, Jugendliche und Familien
vermittelt. Diese Kooperation ist für beide Seiten sehr positiv und ermöglicht
neue Möglichkeiten in der Unterstützung der Familien.
Einige Fälle im vergangenen Jahr waren und sind noc h sehr betreuungs- und
zeitintensiv. Hier standen Probleme wie Drogenmissb rauch, Gewalt in der Fa-
milie, Missbrauch u.a. im Vordergrund. Regelmäßige Fallbesprechungen im
Gesundheitsamt und die Teilnahme an zahlreichen Hil feplangesprächen mit
dem Kommunalem Sozialdienst waren für eine gute Betreuung notwendig.
Ein zentrales Thema nach der Geburt ist immer die Familienplanung. Hier konn-
ten viele Frauen an die Schwangerschaftsberatungsst ellen vermittelt werden,
die dann die Anträge auf Unterstützung an die Stift ungsverwaltung stellten. So
konnte eine langfristige Familienplanung ermöglicht werden.
Alle Frauen werden so lange begleitet, bis sicherge stellt ist, dass sie selbstän-
dig die Versorgung ihres Kindes bewältigen können. Ziel ist es auch immer,
soziale Kontakte zu Beratungsstellen, Sprachkursen, Krabbelgruppen u.a. zu
vermitteln. Die Hebammen bleiben für die Frauen fes te Ansprech- und Vertrau-
enspersonen. Sie werden häufig auch nach Ablauf der Betreuung bei Proble-
men angerufen und werden auch bei erneuten Schwange rschaften wieder kon-
taktiert.
Insgesamt hat sich das Projekt in den letzten Jahre n kontinuierlich weiterentwi-
ckelt. Die gestellten Erwartungen wurden sicher erfüllt. Frauen und Kindern wird
ein gesunder, sicherer Start in ein gemeinsames Leb en ermöglicht. Die Nach-
frage nach Betreuung ist gestiegen.
Das Projekt in ausgewählten Zahlen:
2006 2007 2008
Erstkontakte 58 80
Zahl der betreuten Frauen 90 95
Hausbesuche (Finanzierung über Gesundheitsamt) 319 633*
durchschnittliche Zahl der Hausbesuche pro betreut er
Frau (nach der 8. Lebenswoche des Kindes)
8 14
* hohe Steigerung durch „Soziale Stadt“ in Kinderhaus, Sprechstd. In Coerde (Finanzierung
Wyeth) und Gesund aufwachsen Berg Fidel
Geschäftsbericht 2008
Seite 52
Sehr erfreulich ist, dass die Franz Broecker-Stift ung sich Ende 2008
bereit erklärt hat, bei der Weiterführung und Auswe itung auch weiterhin
als fester Kooperationspartner zur Verfügung zu ste hen. So konnte eine
Verlängerung bis 2012 sichergestellt werden mit gle ichzeitiger Erhöhung
der finanziellen Mittel. Dadurch können in Zukunft bis zu 140 Frau-
en/Jahr begleitet werden (vgl. Vorlage V/0682/2008 „Die Familienhe-
bamme am Gesundheitsamt der Stadt Münster - Weiterf ührung des Mo-
dellprojekts“).
5.3 Weitere sozialkompensatorische Hilfen
Auch im Jahr 2008 wurde die Förderung von gruppenbe zogenen und lebens-
raumbezogenen Ansätzen im Rahmen der Gesundheitshil fen schwerpunktmä-
ßig verfolgt.
Gemeinsame Projekte mit städtischen und anderen Koo perationspartnern wur-
den in den Stadtteilen initiiert und umgesetzt. Menschen, die keinen Zugang zur
gesundheitliche Regelversorgung fanden, wurden aufg esucht und mit dem Ziel
unterstützt, sie an das Regelversorgungssystem anzu binden und gesundheits-
förderndes Verhalten nachhaltig in den Alltag einzu binden. Eine enge Koopera-
tion mit den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter n vor Ort und den niederge-
lassenen Ärztinnen und Ärzten bildet die Basis für diese Arbeit. Insgesamt wur-
den in 295 Fällen aufsuchende Hilfen angeboten.
195 Hausbesuche/Beratungen bei Familien bzw. Person en mit gesund-
heitlichen Problemstellungen
Ein regelmäßiges Sprechstundenangebot für Mädchen u nd junge Frau-
en in der Streetwork ( Jugendeinrichtung des Amtes für Kinder, Jugend-
liche und Familien)
Sprechstunde im Stadtteil Coerde (14-tägig) zu Frag en der Gesundheit,
Ernährung und Hygiene
Projekt „Gesunde Ernährung und Zahnprophylaxe“ für Kinder und Ju-
gendliche in den städtischen Übergangseinrichtungen
Beratung der MitarbeiterInnen der Stadtteilwerkstat t Nord bei gesund-
heitlichen Problemen von dort betreuten Jugendlichen
Geschäftsbericht 2008
Seite 53
6. Förderung Freier Träger im Gesundheitswesen
(produktübergreifende Darstellung)
Die enge Zusammenarbeit und Kooperation des Gesundh eitsamtes mit ande-
ren im Rahmen der Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitshilfe
tätigen Vereinen und Initiativen soll – wie bereit s an verschiedenen Stellen die-
ses Berichtes erwähnt und beschrieben – zu einer Ve rbesserung der gesund-
heitlichen Situation in Münster beitragen. In diese m Kontext steht auch die fi-
nanzielle Unterstützung von Freien Trägern , die mit ihren Präventions- und
Hilfsangeboten Menschen in gesundheitlichen Notlage n, Menschen mit chroni-
schen Krankheiten und Behinderungen sowie in Schwan gerschaftskonfliktfällen
unterstützen:
Zuschüsse an Freie Träger in den Haushaltsjahren 2006 – 2008
Träger
Förderungsart Zuschuss
2006 in €
Zuschuss
2007 in €
Zuschuss
2008 in €
Diakonisches Werk Münster e.V. Personal- und
Sachkostenzu-
schuss für Psycho-
soz. Zentrum
198.680 198.680 198.680
Förderkreis Sozialpsychiatrie e.V.
Sachkostenzu-
schuss
3.580 3.580 3.580
Krisenhilfe e.V.
Pauschalzuschuss 92.030 92.030 92.030
Rümpelfix GmbH Personal-, Miet-
und Sachkostenzu-
schuss
58.060 58.060 58.060
Beratungsstellen für Suchtgefährdete
- Diakonisches Werk Münster
- Caritasverband für die Diözöse Münster
e.V.
-
Pauschalzuschuss 215.240 215.240 215.240
AidsHilfe Münster e.V.
Pauschalzuschuss 127.820 127.820 147.820
Tumor-Netzwerk im Münsterland e.V.
Pauschalzuschuss 30.680 30.680 30.680
Deutsche Multiple Sklerose-Gesellschaft
Ortsvereinigung für Münster und Umgebung
e.V.
Personalkostenzu-
schuss
19.980 19.980 19.980
Verein für Mototherapie und psycho-
motorische Entwicklungsförderung e.V.
Leistungsvereinba-
rung (seit 2006)
46.020
46.020
46.020
Fördersumme
792.090
792.090
812.090
Aufgrund der 2006 vom Rat beschlossenen Haushaltsko nsolidierung (Ratsvorlage Nr.
V/0025/2006) erfolgt keine Steigerung der Zuschussbeträge bis einschließlich 2009.
Der Zuschuss an die Aids-Hilfe wurde jedoch zum Ha ushalt 2008 um 20.000 €
erhöht
Geschäftsbericht 2008
Seite 54
.III. Das Gesundheitsamt im Überblick
1. Personal und Organisation
Der Stellenplan der Stadt Münster wies für das Gesu ndheitsamt im Haushalts-
jahr 2008 insgesamt 64,27 Stellen aus. Dies ist ggü. dem Jahr 2007 eine Stei-
gerung um 0,78 Stelle . Hintergrund sind Vermehrungen im Umfang von 0,66
Stelle für die neue Aufgabe der ärztlichen Begutachtung nach dem Schwerbe-
hindertenrecht im Zuge der Kommunalisierung der Ver sorgungsverwaltung und
eine Verstärkung im Umfang einer 0,5 Sozialarbeiter In-Stelle für den Sozialpsy-
chiatrischen Dienst. Eingespart wurde eine 0,38 Logopäde/-in-Stelle.
Damit hat sich die Zahl der Planstellen im Gesundhe itsamt seit dem Jahr 2000
von damals 71,83 Stellen insgesamt um 7,56 Stellen reduziert.
Im Gesundheitsamt waren zum Stichtag 31.12.08 insge samt 81 Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter tätig, wobei der Frauenanteil 77 v.H . und der Anteil der
Teilzeitbeschäftigten 45 v.H. betrug.
Das Personal des Gesundheitsamtes ist geprägt durch Multiprofessionalität .
rund 15 verschiedene Berufsbilder sind derzeit im Gesundhe itsamt vorzufinden
und bilden ein hohes fachliches Potential:
1 Apotheker 4 Diplom-Heilpädagogin
2 Facharzt/Fachärztin für 5 Diplom-Oecotrophologe /-in
Allgemeinmedizin
Innere Medizin
6 Diplom-Psychologin
Psychotherapeutin
Frauenheilkunde u. Geburtshilfe
Kinder- und Jugendmedizin
7 Diplom-Sozialarbeiter/in
Diplom-Sozialpädagoge/in
Kinder- und Jugendpsychiatrie 8 Erzieherin
Neurologie, Psychiatrie 9 Hygienekontrolleur/-in
Öffentliches Gesundheitswesen 10 Gesundheitsingenieur/in
Zusatzbezeichnungen 11 Gesundheitswissenschaftler
Betriebsmedizin 12 Med.-technische Assistentin
Rehabilitationswesen 13 Verwaltungsberufe
Sozialmedizin 14 Zahnarzt
Umweltmedizin 15 Zahnarzthelferin
Psychotherapie
3 Arzthelferin
Die Organisationsstruktur mit Stand v. 31.12.2008 ist auf der folgenden Seite
abgebildet.
Umweltbezogener
Gesundheitsschutz
Dorothee Schumacher-
Boysen
Kirsten Schenck-de Boer
Dr. Rainer Neumann
Fachstelle Hygiene und
Gesundheitsaufsicht
Ruth Rentelmann*
Udo Hansel
Jutta Fiege
Edmund Wilp
Antje Klemann
Ingo Bärens
Arzneimittelüber-
wachung, Sozial-
pharmazie
Jochen Hendrichs
Fachstelle Vorsorgen-
de, begleitende und
nachsorgende Hilfen
für psychisch Kranke
und Suchtkranke
Mechthild Imhorst
Andreas Korn
Anke Querfurth
Frank Weber
Lydia Hackmann
Roswitha Sterz
Oliver Faust
Kinder- und Jugend-
psychiatrie
Dr. Annette Siemer-
Eikelmann
(anteilig zudem:
Lydie Hackmann, Roswi-
tha Sterz)
Verwaltungsangele-
genheiten,
DV-Kordination,
Haushalts-, Kassen-
und Rechnungswesen
Christian Conze
Ines Pietsch
Bernd Dreyer
Sabine Heße
Agnes Zumvenne -Koch
Abteilung 53.2
Kinder- und Jugend-
gesundheitspflege
Dr. Rebekka Busch
Tel. 492 5410
Abteilung 53.3
Infektionsschutz und
Umwelthygiene
Dr. Michael Lürwer*
Tel. 492 5330
Abteilung 53.4
Sozialpsychiatrischer
Dienst
Dr. Eckhard Gollmer
Tel. 492 5350
Sekretariat/Arzthelferin
Sybille Dreher-Meusch
Sabine Wies
Kinder- und Jugend-
gesundheitsdienst
Dr. Axel Iseke
Dr. G. Schulze Dieckhoff
Dr. Marianne Guggenmos
Dr. Barbara Becker
Dr. Sabine Zühlsdorf
Ute Hochschulz
Hedwig Kock
Cornelia Kortenjann
Sekretariat/Arzthelferin
Heike Schaper
Sekretariat
Yvonne Benda
Abteilung 53.5
Gesundheitsplanung und –
förderung, Verwaltung
Dr. Claus Weth
Tel. 492 5302
Ortsnahe Koordinie-
rung, Sekretariat Ge-
sunde Städte-Netzwerk
Christine Menke
Brigitte Kempe
Gesundheitshaus
Jörg Espei
Angela Osthues
Fachstelle Sozialmedi-
zinische Beratung und
Hilfen
Dr. Dagmar Schwarte
Monika Brosda
Abdolkarim Mashkoori
Hiltrud Noll
Anke Haroska
Amtsleiterin
Dr. Christiane Kappenstein
Tel. 492 5300
Vertreter: Dr. Joachim Alexewicz
Sekretariat
Gabriele Growe
Abteilung 53.1
Ärztl. Beratungs- und Unter-
suchungsdienst, Tbc-
Fürsorge
Dr. Joachim Alexewicz
(Betriebsmediziner)
Tel. 492 5310
Sekretariat/Arzthelferin
Gabriele Rosing
Ärztlicher Untersu-
chungsdienst
Dr. Elisabeth Drerup
(Betriebsmedizinerin)
Schwerbehindertengut-
achten
Bettina Rinne
Hildegard Hankmann
Tbc-Beratung und
-untersuchung
Dr. Christoph Cassier*
Angelika Stegemann
Elfriede Schweifer
Funktionsdiagnostik,
Labor etc.
Elisabeth Böckermann
Ingeborg Rüsing
Amtsarztbüro
Marie-Theres Stotter
Mechthild Eversmann
Petra Kemper Kinder- und Jugend-
zahnpflege
Dr. Peter Noch
Veronika Eli
Vera van Essen
Birgit Mense Stand: 31.12.08 * auch im Ärztlichen Untersuchungsdienst tätig
Beratungsstelle für
Entwicklungsfragen
Maria-M. Ziemen-Pittino
Cita Reuter
Gabriele Aretz
Claudia Brückerhoff
Stefanie Kaltmeyer
Inge Osterhaus
Renate Winter
Sabine Böhm-Heidemann
Reinhild Ender
Marion Kamp
Rosmarie Nieters
Brigitte Franke-Lohmöller
NN
2. Budgetübersicht
Zum Haushaltsjahr 2008 wurde der Haushalt des Gesun dheitsamtes erstmals
nach den Regeln des Neuen Kommunalen Finanzmanageme nts aufgestellt und
bewirtschaftet. Die nachfolgende Darstellung berücksichtigt die neue Systematik.
Produktgruppe „Gesundheitsdienste“ (entspricht dem Gesundheitsamt)
nach Erträgen und Aufwendungen insgesamt:
Haushaltsjahr 2008
Teilergebnis Gesundheitsdienste (Ordentliches Ergebnis)
*
Ordentliche Erträge Gesundheitsdienste
Ordentliche Aufwendungen Gesundheitsdienste
-7.691.525,08 €
1.096.659,21 €
-8.788.184,29 €
* beinhaltet keine internen Leistungsbeziehungen
Erträge und Aufwendungen nach Teilergebnisplan-Positionen:
ERTRÄGE nach Teilergebnisplan -Positionen in €
Position
Bezeichnung
Rechnungs-
ergebnis
in €
Anteil an
Erträgen
in %
02 Zuwendungen und allg. Umlagen 607.243 55,4
04 Öffentlich rechtliche Leistungsentgelte 256.640 23,4
05 Privatrechtliche Leistungsentgelte 3.323 0,3
06 Kostenerstattungen und -umlagen 228.015 20,8
07 Sonstige ordentliche Erträge (Bußgelder) 1.438 0,1
Summe Erträge:
1.096.659
100
Prozentualer Aufwandsdeckungsgrad der Erträge:
12,5 %
AUFWENDUNGEN nach Teilergebnisplan -Positionen in €
Position
Bezeichnung
Rechnungs-
ergebnis
in €
Anteil an
Aufwendungen
in %
11 Personalaufwendungen 3.631.739 41,3
12 Versorgungsaufwendungen (lt. Ansatz)* 262.640 3,0
13 Aufwendungen Sach- u. Dienstleistungen 279.561 3,2
14 Bilanzielle Abschreibungen (lt. Ansatz)* 63.800 0,7
15 Transferaufwendungen 4.069.669 46,3
16 Sonstige ordentliche Aufwendungen 480.775 5,5
Summe Aufwendungen:
8.788.184
100
* zum Auswertungszeitpunkt lag das Rechnungsergebnis noch nicht vor
Seite 56
Geschäftsbericht 2008
Geschäftsbericht 2008
Seite 57
Erträge und Aufwendungen nach Produkten:
ERT RÄGE und AUFWENDUNGEN nach Produkten
Ertrag
in €
in %
Aufwand
in €
in %
Übergreifende Gesundheitsförderung 173.730 16,7 538.822 6,9
Kinder- und Jugendgesundheit 97.069 9,3 1.112.680 14,2
Ärztl. Untersuchungs- u. Gutachtendienst 371.728 35,8 802.528 10,3
Gesundheitsschutz 344.253 33,1 1.085.547 13,9
Gesundheitshilfen 52.440 5,1 1.194.344 15,3
Krankenhausumlage 0 0 3.078.951 39,4
Gesamt
1.039.220
100
7.812.872
100
Erträge 2008 nach Produkten
Übergreifende
Gesundheitsförderung
Kinder- und
Jugendgesundheit
Ärztl. Untersuchungs- u.
Gutachtendienst
Gesundheitsschutz
Gesundheitshilfen
Erträge durch Gebühreneinnahmen werden nur bei den Produkten „Ärztli-
cher Untersuchungs- und Gutachtendienst“ sowie „Gesundheitsschutz“ er-
zielt. Weitere nennenswerte Ertragspositionen (jew. mind. über 100.000 €)
liegen bei folgende Produkten vor:
- Bundesmittel für das Projekt „Besser essen - gesun d aufwachsen“
(Produkt „Übergreifende Gesundheitsförderung“)
- Landeszuwendung für die Gutachtenerstellung in Schwerbehinderten-
angelegenheiten (Produkt „Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachten-
dienst“)
- Landesmittel für die Aids-Bekämpfung (Produkt „G esundheitsschutz“)
Geschäftsbericht 2008
Seite 58
Aufwendungen 2008 nach Produkten
Übergreifende
Gesundheitsförderung
Kinder- und
Jugendgesundheit
Ärztl. Untersuchungs- u.
Gutachtendienst
Gesundheitsschutz
Gesundheitshilfen
Krankenhausumlage
Nur zwei der sechs Produkte des Gesundheitsamtes be inhalten keine Trans-
ferleistungen an freie Träger („Kinder- und Jugendg esundheit“ und „Ärztli-
cher Untersuchungs- und Gutachtendienst“).
Die Krankenhausumlage, bei der es sich lediglich um eine kommunale Fi-
nanzierungsleistung handelt, ist als einzelnes Produkt ausgewiesen.
Es ist darauf hinzuweisen, dass sich noch eine Diff erenz in der Darstellung
zwischen dem Gesamtergebnis der Produktgruppe „Gesu ndheitsdienste“
(s.
die Tabellen „Aufwendungen nach Teilergebnisplanpos itionen“ sowie „Erträ-
ge nach Teilergebnisplanpositionen“) und den zugehö rigen Produktsummen
(s. Tabelle „Erträge und Aufwendungen nach Produkte n“) ergibt. Die Ursa-
che dafür ist, dass in 2008 systemtechnisch noch ni cht alle Erträge und Auf-
wendungen konkret einem Produkt zugeordnet werden konnten.
Geschäftsbericht 2008
Seite 59
3. Öffentlichkeitsarbeit in 2008
Die Beratung und Aufklärung der Bevölkerung in gesundheitlichen Fragestel-
lungen gehört mit zu den wichtigsten Aufgaben des G esundheitsamtes. Dies ge-
schieht täglich im Rahmen von persönlichen Kontakte n zu Bürgerinnen und Bür-
gern und Institutionen und im Rahmen von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Das Gesundheitsamt hat eine Internet-Seite aufgebau t, die über die Angebote
des Amtes und über aktuelle Veranstaltungen oder wi chtige Entwicklungen in der
Gesundheitspolitik informiert: www.muenster.de/stadt/gesundheitsamt
.
In 2008 hat das Gesundheitsamt folgende Broschüren und Faltblätter publiziert
oder neu aufgelegt:
Handlungsleitlinien für Unterbringungen
Informationen für Ärzte
Psychiatrische, psychotherapeutische und psychosoz iale Versorgung von
Kindern und Jugendlichen in Münster, Gesundheitsberichte Band 14
Programmhefte des Gesundheitshauses für jedes Halb jahr
Schimmelpilze in Wohnungen (überarbeitete Neuaufla ge)
Auch eine Frage der Leitung: Gesundes Trinkwasser (überarbeitete Neu-
auflage)
Außerdem gab es Informationsveranstaltungen, Vorträge und Presseinf or-
mationen (vgl. hierzu die Beschreibungen der Einzelaktivitä ten in den verschie-
denen Aufgabenfeldern im Teil II dieses Berichtes).
Geschäftsbericht 2008
Seite 60
4. Standorte des Gesundheitsamtes
Das Gesundheitsamt hat drei Standorte in Münster. D er größte Teil des Amtes
befindet sich im Stammhaus am Stühmerweg 8.
Seit Dezember 1999 ist die Abteilung Kinder- und Jugendgesundheitspflege im
Gebäude der Franz Bröcker - Stiftung an der Stolb ergstraße 2a untergebracht.
Hier finden sowohl der Kinder- und Jugendgesundheit sdienst, der Kinder- und
Jugendzahngesundheitsdienst als auch die Beratungss telle für Entwicklungsfra-
gen im Kindes- und Jugendalter gute räumliche Arbeitsbedingungen vor.
Dritter Standort ist seit August 1999 das Gesundhei tshaus an der Gasselstiege
10. Hier haben die Geschäftsführung des Gesundheits hauses und zwei weitere
Mitarbeiterinnen der Abteilung „Gesundheitsplanung und -förderung, Verwaltung“
ihren Arbeitsplatz.
Alle drei Gebäude verfügen über behindertengerechte Zugänge, Aufzüge und
Toilettenanlagen.
Gesundheitsamt
Gebäude Stühmerweg 8
Abteilung Kinder- und Jugend-
gesundheitspflege
Gebäude Stolbergstraße 2a
Gesundheitshaus
Gasselstiege 13
Geschäftsbericht 2008
Seite 61
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster
Gesundheitsamt
Bearbeitung: Christian Conze
Münster, März 2009
Berichtsvorlage
1425 Zeichen
V/0240/2009 DER OBERBÜRGERMEISTER Gesundheitsamt Betrifft Geschäftsbericht des Gesundheitsamtes 2008 Beratungsfolge 28.04.2009 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen Bericht 29.04.2009 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 10.06.2009 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht Bericht: Das Gesundheitsamt legt hiermit seinen vierten Geschäftsbericht vor. Er vermittelt einen Über- blick über die Aufgaben und Aktivitäten des Gesundheitsamtes im vergangenen Jahr. Der Geschäftsbericht enthält ¾ im I. Teil eine kurze Beschreibung der Produkte des Gesundheitsamtes incl. der im Haushalt abgebildeten Ziele und Zielkennzahlen, ¾ im II. Teil einen Rückblick auf die einzelnen Produkte / Arbeitsfelder im Jahr 2008, ¾ im III. Teil einen Überblick über die Organisationsstrukturen sowie das Budget. Der Geschäftsbericht ist kein Gesundheitsbericht im Sinne der Kommunalen Gesundheitsbe- richterstattung. Er ersetzt auch nicht die anlassbezogen erstellten themenspezifischen Einzelbe- richte, Vorlagen oder Sonderpublikationen des Gesundheitsamtes. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat Anlage: Geschäftsbericht 2008 Vorlagen-Nr.: V/0240/2009 Auskunft erteilt: Herr Conze Ruf: 492-5375 E-Mail: Conze@stadt-muenster.de Datum: 03.04.2009 Öffentliche Berichtsvorlage
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (4)
- Stühmerweg 8
- Stolbergstraße 2a
- Gasselstiege 10
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0240/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.03.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37