AN/0312/2018
Open Source versus Microsoft – Sachstand 2017
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Bunt Anfrage nach § 4
3702 Zeichen
An den Vorsitzenden des Unterausschusses
„Digitale Kommunikation und Organisation“
Herrn Dr. Elster
An die Oberbürgermeisterin
Frau Henriette Reker
Thomas Hegenbarth
Lisa Gerlach
Rathaus - Spanischer Bau
50667 Köln
Tel.: +49 (221) 221 - 25541
Mail: Thomas.Hegenbarth@stadt-koeln.de
Mail: Lisa.Gerlach@stadt-koeln.de
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 28.02.2018
AN/0312/2018
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Unterausschuss Digitale Kommunikation und Organisation 05.03.2018
Open Source versus Microsoft – Sachstand 2017
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
die Antragsteller bitten Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung des nächsten Unterausschu s-
ses Digitale Kommunikation und Organisation zu setzen:
Unabhängigkeit von einem Hersteller oder einer Hardware -Plattform, maximale und kostengünstige
Flexibilität, Sicherheit, besserer Datens chutz und lokale Wirtschaftsförderung sind nur einige Vorte i-
le von Open -Source-Produkten in der kommunalen Verwaltung. Die Stadt Köln nutzt jedoch, wie
eine Anfrage der Piraten 2014 ergab, in großem Umfang proprietäre Softwareprodukte der Firma
Microsoft.
Damit setzt sie sich neben einem erhöhten Sicherheitsrisiko und steigenden Kosten auch der Willkür
eines Unternehmens aus. Beispielhaft genannt sei an dieser Stelle die fragwürdige Lizenz - oder
kostenpflichtige Update-Politik des Unternehmens.
Mit einem offenen Brief forderten 31 Organisationen, dass mit Steuergeldern finanzierte Software für
die öffentliche Verwaltung grundsätzlich unter einer Free -Software- und Open -Source-Lizenz ve r-
fügbar sein müsse.1
Die Kölner Stadtverwaltung hat Anfang des Jahres eine neue Dienstvereinbarung zur "Digitalisi e-
rung städtischer Angebote und Prozesse" auf den Weg gebracht. Die Vereinbarung regelt künftig
die Rahmenbedingungen, wenn neue Verfahren, Anwendungslösungen und Technologien eing e-
führt oder aber bereits eingesetzte Technologien wesentlich geändert werden sollen.
1 https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kampagne-Public-Code-Software-fuer-die-Verwaltung-soll-frei-
sein-3830705.html
- 2 -
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung:
1. Welche Open-Source-Anwendungen wurden in der Stadtverwaltung und Einrichtungen mit stä d-
tischer Beteiligung seit 2014 angeschafft/eingeführt? , wie hoch ist der prozentuale Anteil von
Open-Source-Betriebssystemen und Open-Source-Anwendungen je Abteilung, und welche Rolle
werden Open -Source-Anwendungen bei der zukünftigen Digitalisierung städtischer Angebote
und Prozesse spielen?
2. Ist von der Verw altung oder Unternehmen mit städtischer Beteiligung selbst programmierte
Software, z. B. „Sag's uns“ und die KVB-App, immer quelloffen? Wenn nein: warum nicht?
3. Wie bewertet die Stadt den Vorwurf, die staatliche Zusammenarbeit mit Microsoft verursache
stetig steigende Kosten, blockiere den technischen Fortschritt in Behörden, untergrabe system a-
tisch das europäische Beschaffungs - und Wettbewerbsrecht und setze IT -Systeme (eventuell
samt deren Daten über Bürger) einem hohen technischen und politischen Sicherheitsrisiko aus?2
4. Wie können faire Rahmenverträge und Wettbewerbsverfahren überhaupt gewährleistet werden,
wenn de facto nur mit Microsoft-Produkten und deren Lizenzen gearbeitet wird?
gez. Thomas Hegenbarth gez. Lisa Hanna Gerlach
2 http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/cyber-attacken-auf-staatliche-it-europas-fatale-abhaengigkeit-von-
microsoft/19628246.html
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0312/2018
- Typ
- Parteilos Anfrage nach § 4
- Datum
- 28.02.2018
- Erstellt
- 28.02.2018 10:46