2434/2025
Sachbericht 2024 des Kölner Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung zum Förderprogramm BOREA
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Mitteilung Ausschuss
3880 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/50/505 Vorlagen-Nummer 21.11.2025 2434/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 27.11.2025 Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung 27.11.2025 Ausschuss für Gleichstellung von Frauen und Männern 15.12.2025 Sachbericht 2024 des Kölner Netzwerks Arbeits- und Erwerbslosenberatung zum Förderprogramm BOREA Die Verwaltung legt in der Anlage den Jahresbericht 2024 des Kölner Beratungsnetzwerks Ar- beits- und Erwerblosenberatung vor. Der Bericht bezieht sich im Zeitraum 01.01. bis 31.12.2024 auf das Förderprogramm „BOREA - Beratung und Orientierung für erwerbs- und arbeitslose Menschen" (3793/2022). Die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung der kommunalen Förderung des Netzwerks in Ergänzung einer im Umfang schwankenden Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) hat die Verwaltung bereits in der Ver- gangenheit in der Mitteilung zum Jahresbericht 2022/2023 ausführlich beschrieben (2181/2023). Zum Förderprogramm BOREA hat die Verwaltung erstmalig mit der Mitteilung 1048/2024 berichtet. Das Förderprogramm BOREA war im Jahr 2024 mit einem Gesamtbudget von 402.634 € aus- gestattet und umfasst die Teilelemente „Erweiterte Erwerbslosenberatung“ und „ArBOr - Ar- beitsbezogene Beratung und Orientierung“. Zusammen mit der kommunalen Kofinanzierung in Höhe von 41.177 € der in erster Linie aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten „Beratungsstelle Arbeit“ ist ein ausdifferen- ziertes Beratungsnetzwerk entstanden, welches durch seine effiziente Struktur eine Anlauf- stelle für eine große Anzahl von Menschen in Köln bietet. Die beteiligten Träger verfügen über teilweise jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit ar- beitslosen Menschen und weisen einen hohen Bekanntheitsgrad unter den Ratsuchenden auf. Sie sind oftmals erste Anlaufstelle im „Veedel“ für die Bedarfe, Nöte und Fragen der Be- troffenen. Zudem arbeiten die Träger im Förderprogramm BOREA sehr niedrigschwellig, was den Zu- gang zu Beratung und bedarfs- und lebensweltorientierten Angeboten erleichtert. Ziel sind dabei Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Autonomie und Selbstbestim- mung erhöhen und es Menschen ermöglichen, ihre Interessen (wieder) eigenmächtig, selbst- verantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten (Empowerment). Diese Hilfe zur Selbsthilfe bietet Chancen und Lösungsmöglichkeiten, die Lebenssituation und -perspektive langfristig zu verändern und zu realisieren, damit gesellschaftliche und soziale Teilhabe gelingen kann. 2 Die Nachfrage an Beratung ist im Berichtszeitraum erneut gestiegen. Zur Beratung zählen Kurz- und Verweisberatungen, Folgeberatungen, themenspezifische Beratungen wie z.B. be- rufliche Orientierung, prekäre Beschäftigung und Sozialberatung. Die Berichte der jeweiligen Träger hinsichtlich der inhaltlichen Beratungsarbeit enthalten Hin- weise auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit relevanten Behörden und Leistungsträ- gern, naturgemäß aufgrund des Beratungsauftrags hier vor allem das Jobcenter Köln. Wie bereits in der Mitteilung zum letzten Bericht (1048/2024) ausgeführt, hat sich der im För- derprogramm BOREA vorgesehene Austausch (sog. „runder Tisch“) unter Moderation der Ar- beitsmarktförderung als ein wirksames Instrument im Sinne eines Qualitätsdialoges bewährt. Ziel ist es weiterhin, eine Kommunikationsstruktur zu entwickeln, um die beschriebenen Hin- weise unmittelbar an betroffene Behörden und Leistungsträger weiterzugeben und eine schnelle Lösung im Sinne der Bürger*innen zu finden. Aus Sicht der Verwaltung hat sich das sehr ausgewogene Beratungsnetzwerk in der beste- henden Struktur bewährt. Gez. Dr. Rau Anlage: Jahresbericht 01.01. – 31.12.2024
Sachbericht 01.01.2024 - 31.12.2024 Beratungsnetz Köln
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JAHRESBERICHT 01.01.2024 – 31.12.2024
ZUR VORLAGE STADT KÖLN, AMT FÜR SOZIALES, ARBEIT UND
SENIOREN
in Kooperation mit
Inhaltsverzeichnis
Einleitung .................................................................................................................... 3
Beratungs- und Besucher:innenzahlen ....................................................................... 4
BOREA Förderprogramm und Beratungsstelle Arbeit
Berichtszeitraum 01.01.2024 - 31.12.2024 ................................................................. 4
Sachberichte der Beratungsstellen Arbeit .................................................................. 6
Beratungsstelle Arbeit, ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln e. V. 6
Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V. ..............................................................10
Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst .....................................................................12
Sachberichte der kommunal geförderten Erwerbslosenberatungsstellen ..................14
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e. V. ......................14
Statistische Auswertung .................................................................................... 15
Weitere Angebote, Vernetzung, Weiterbildung & Öffentlichkeitsarbeit .............. 16
Echo – Engagiert in Chorweiler Deutsch-Türkischer Verein Köln (DTVK e.V) ......17
Psychosoziale Belastungen und Herausforderungen in der Beratungsarbeit .... 19
Zahlen und Statistik ........................................................................................... 20
Beratungsthemen .............................................................................................. 20
Sachberichte zur arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung in den ArBOr-
Beratungsstellen ....................................................................................................... 21
Kellerladen e. V. ................................................................................................ 26
Lindweiler Treff e. V........................................................................................... 28
Mitglied im ......................................................................................................... 30
Impressum ................................................................................................................ 36
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Einleitung
Der vorliegende Bericht sowie die Statistik zu Beratungen und Besucher:innen ist eine Ge-
samtdokumentation des Kölner Beratungsnetzwerk von insgesamt zehn Trägern, die als Be-
ratungsstelle Arbeit mit ESF Landesmitteln NRW (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und
Soziales NRW ) oder kommunal gefördert durch Mittel der Stadt Köln - Förderprogramm
BOREA/ArBor (Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung ) - als Erwerbslosenberatungs-
stelle und/oder ehemals als Arbeitslosenzentrum beauftragt sind ihre Arbeit für erwerbslose,
einkommensschwache und von prekärer Beschäftigung betroffener Menschen im gesamten
Stadtgebiet Köln durchzuführen.
Hierzu finden sich im Verlauf einzelne Berichte der Träger, sowie ein Gesamtüberblick der
Angebote, die in 2024 vorgehalten wurden.
Das Berichtswesen Förderprogramm BOREA/ArBOr und für die Beratungsstellen Arbeit be-
zieht sich auf den Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2024.
Förderstruktur 2024
Über das Land NRW für die ESF Förderphase 2022/2027 sind zunächst bis Ende 2025 als
Beratungsstelle Arbeit in Projektgemeinschaft beauftragt:
ABC Höhenhaus, Caritas Verband für die Stadt Köln
Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. (KALZ e.V.)
Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst
Die Träger erhalten zur Landesförderung ergänzend eine kommunale Förderung seitens der
Stadt Köln.
Über den politischen Veränderungsnachweis zum Haushaltsplan der Stadt Köln wurden als
Erwerbslosenberatungsstelle in 2024 folgende Einrichtungen gefördert:
Begegnungs-und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.
ECHo Engagiert in Chorweiler, Deutsch-Türkischer Verein Köln (DTVKe.V.)
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. Köln
Das kommunale Förderprogramm „ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“
verfolgt das Ziel der Zukunftssicherung eines niedrigschwelligen Beratungsangebotes in Köln
und somit der inhaltlichen Fortsetzung des Angebots der bisherigen Arbeitslosenzentren.
Über „ArBOr“ wurden folgende Beratungsstellen gefördert:
Begegnungs-und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.
Bürgerzentrum Finkenberg / Pari Sozial gGmbH Köln
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.
Kellerladen e.V.
Lindweiler Treff, Diakonie
Veedel e.V.
Die Koordination des Beratungsnetzwerkes erfolgt über kommunale Mittel - eine institutionel-
le Förderung des KALZ e.V. und Vingster Treffs, Bürgerzentrum Vingst , in ihren Funktionen
als rechts- und linksrheinische Beratungsstellen.
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Die Träger haben ein Alleinstellungsmerkmal in der Arbeit mit den Zielgruppen, insbesonde-
re mit langzeitarbeitslosen Menschen. Sie verfügen über teilweise jahrzehntelange Erfahrung
in der Arbeit und weisen einen hohen Bekanntheitsgrad unter den rat suchenden Menschen
auf. Sie sind oftmals erste Anlaufstelle im „Veedel“ für ihre Bedarfe, Nöte und Fragen sowie
für Nutzung von unterschiedlichen Angeboten im Bereich Bildung, Freizeit und Aktivitäten.
Qualitätsmanagement - Akkreditierungs-und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung
Auf Grund des § 184 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch – Arbeitsförderung –, der durch
Artikel 2 Nummer 18 des Gesetzes vom 20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2854) geändert
worden ist, verordnete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die gesetzliche Vor-
gabe der AZAV (Akkreditierungs -und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) für Träger ,
die Dienstleistungen am Arbeitsmarkt für die Agentur für Arbeit und /oder das Jobcenter
durchführen.
Beratungs- und Besucher:innenzahlen
BOREA/ArBOr Förderprogramm und Beratungsstelle Arbeit
Berichtszeitraum 01.01.2024-31.12.2024
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Beratungen
insgesamt
5835
5977
5764
5203
5484 6005 6481 10.038 9.640
Besucher:
innen insge-
samt
12.585 15.228 16.433 16.411 7.544 7.216
13.253 7.522 15.053
Zur Beratung zählen Kurz - und Verweisberatungen, Folgeberatungen, themenspezifische
Beratungen wie z.B. berufliche Orientierung, prekäre Beschäftigung und Sozialberatung.
Die Träger im Förderprogramm BOREA/ArBor arbeiten ganzheitlich und bieten den Men-
schen insbesondere Langzeitarbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Betroffenen durch nied-
rigschwelligen Zugang, Beratung und bedarfs- und lebensweltorientierte Angeboten Unter-
stützung und Hilfen an. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe (Empowerment), diese bietet ihnen
Chancen und Lösungsmöglichkeiten, ihre Lebenssituation -perspektive langfristig zu verän-
dern und zu realisieren, damit gesellschaftliche und soziale Teilhabe gelingen kann.
Die Beratungsstellen Arbeit sind mit den Trägern des Förderprogramms BOREA/ArBOr sehr
gut vernetzt und bieten mit ihrem Schwerpunkt, neben der Sozialberatung, Beratungen zu
prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung an.
Die Kombination zwischen Beratungs- und bedarfsorientierten Angeboten, wie Informations-
und Wissensvermittlung, Kurse, Workshops oder Freizeitangeboten, hat sich bewährt.
Im Jahr 2024 fanden im Beratungsnetz regelmäßige Treffen zum fachlichen Austausch, zu
Schwerpunktthemen in der Beratung und zu gesetzlichen Änderungen statt. Darüber hinaus
sind die Träger in den Veedeln und in den Stadtbezirken, sowie Stadtweit gut vernetzt und
wirken an Arbeitskreisen, Gremien in Kooperation mit Behörden und andere Einrichtungen
und Beratungsstellen aktiv mit. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen (z.B. SGBII und zu
angrenzenden Rechtskreisen) professionalisieren die Beratungen.
Die Träger im Beratungsnetz sind den Menschen bekannt, sie sind Orte der kulturellen Be-
gegnung, fördern Austausch und Vernetzung, wirken nachhaltig gegen Armut und Einsam-
keit, fördern den sozialen Frieden, stärken die demokratischen Werte und das Zusammenle-
ben unserer Gesellschaft. Eine große Wirkung und unverzichtbar für Köln.
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Die Themen im Beratungsnetz
- hoher Bedarf und Nachfrage an Beratung, Termine sind über längeren Zeitraum ausge-
bucht, für Ratsuchende bestehen Wartezeiten
- die Folgen durch Abbau/Wegfall von Projekten und Maßnahmen wirken direkt ins Bera-
tungsnetz, die Nachfrage an Beratung steigt.
- Einzelberatung nimmt mehr Zeit in Anspruch, Ursachen liegen in der Komplexität der
einzelnen Fälle
- Zugewanderte, Flucht und Menschen mit internationaler Biografie: Handlungsbedarf
ist das Zusammenwirken mit den Behörden (Ausländeramt, Jobcenter), wenn es um Aufent-
halt, Leistungen und ggfls. Erhalt der Erwerbstätigkeit geht. Hier sind die Berater:innen zu
ausländerrechtlichen Themen mit anderen Beratungsstellen eng vernetzt (z.B. MBE) und
bilden Schnittstellenfunktion zwischen Beratung, Betroffenen und Behörden. Oftmals kom-
plexe Fälle mit längerer Begleitung in der Beratung.
- fehlende ausreichende Angebote zur Anerkennung von schulischen und beruflichen
Abschlüssen, der Bedarf ist durch Zugewanderte und Menschen mit internationaler Biogra-
phie gestiegen, d.h. lange Wartezeiten für einen Termin und Ergebnis der Prüfung der Unter-
lagen. Bewilligungsrate stark gesunken.
- Hoher Druck und fehlende Ressourcen zur beruflichen Eingliederung und gesell-
schaftlichen Integration für Zugewanderte
- Arbeitnehmer:innen in prekärer oder arbeitsausbeuterischer Beschäftigung suchten
verstärkt Unterstützung in den Beratungsstellen Arbeit zur Wahrnehmung ihrer Rechte,
insbesondere bei Kündigungen und ausbleibenden Lohnzahlungen.
- fehlende Kinderbetreuung, Reduzierung von Betreuungsstunden in KiTas, Schlie-
ßungstage aufgrund fehlenden Fachpersonals, wirken sich auf Eltern, ins-besondere auf
Alleinerziehende aus. In der Beratung thematisieren die Mütter/Eltern die Auswirkungen auf
ihre berufliche Orientierung und Beschäftigungsaufnahme, das Ziel unabhängig von staatli-
chen Transferleistungen zu werden, ist nicht realisierbar
- Digitalisierung, die Anforderungen digital die eigenen Anliegen zu klären sind gestiegen
(z.B. Einreichen von Unterlagen, Termine buchen etc.) In der Beratung bedarf es an mehr
Zeit- und Personalressourcen sowie zusätzlichen Angeboten digitale Kompetenzen zu ver-
mitteln. Die Anzahl der Menschen mit unzureichenden Sprach-kenntnissen, fehlender
Grundbildung Texte und Inhalte zu verstehen, ist groß und an-steigend. Sie bilden einen
größeren Anteil in der Beratung ab, die Hilfen und Unter-stützung benötigen.
- Steigerung der Energiekosten, Lebenshaltungskosten und Inflation hat einen Anstieg
der Beratungsanfragen zur Folge, ein ausreichender Beratungsbedarf konnte nicht gedeckt
werden.
- Menschen sind durch die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen verunsi-
chert, psychische Belastungen steigen, Menschen geraten in existenzielle Nöte, sorgen sich
um ihre Existenz (Einkommen, Leistungen), um ihre Gesundheit und Ernährung und um ihre
Zukunft
- Politische Polarisierung und Extremisierung – rassistische und sexistische Äußerungen
im öffentlichen Raum. Spürbare Aggression und Lagerbildung. Bedrohung der Demokratie.
- Armut: zunehmende sichtbare Armut und Anstieg der Armutsgefährdung, insbesondere bei
Familien mit Kindern, Alleinerziehenden, Älteren, Menschen mit internationaler Familienge-
schichte, Menschen, die bisher mit einem geringen Einkommen oder einer kleinen Rente
über die Runden kamen, geraten in Armutsgefährdung. Existenzielle Nöte, Menschen haben
weniger Geld zum Leben.
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- Wohnraum und Miete: steigender Bedarf an finanzierbaren Wohnraum, steigende Mieten
und Mietnebenkosten, Räumungsklagen, drohende Obdachlosigkeit führten zu erhöhten
Nachfragen in der Beratung. Menschen leben zum Teil in unzumutbaren Wohnverhältnissen
- Zugänge zu Behörden und Ämter für die Betroffenen: die Berater:innen der Träger im
Beratungsnetz fungieren als Schnittstelle zwischen den Ratsuchenden und den Behörden,
um die Anliegen zu klären
- Übergänge Bürgergeld/Wohngeld/Kindergeldzuschlag: verstärkte Nachfrage zu Infor-
mationen und Unterstützung bei der Antragstellung, zum Bürgergeld und Chancen Teilhabe-
gesetz. Leistungsvorrang, aufwendige Antragsverfahren, Hin- und her-Wechsel zwischen
Leistungssystemen, Lücken in der Existenzsicherung, Leistungsschulden.
- Verschuldung /Überschuldung
Sachberichte der Beratungsstellen Arbeit
Beratungsstelle Arbeit, ABC Höhenhaus, Caritas-Verband für die Stadt Köln
e. V.
Der Caritasverband für die Stadt Köln e.V. führte erfolgreich gemeinsam mit dem Vingster
Treff/Bürgerzentrum Vingst und dem Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ e.V.) die Arbeit im
Förderprogramm ‚Beratungsstelle Arbeit‘ des Landes NRW fort.
Die Beratungsstelle Arbeit am Standort in Köln-Höhenhaus war im Jahr 2024 mit drei Mitar-
beiterinnen (Stellenumfang jeweils 19,5 Stunden) besetzt und an fünf Tagen die Woche mit
insgesamt 32 Stunden geöffnet. Räumlichkeiten stehen in ausreichendem Umfang zur Ver-
fügung. Der Zugang zu den Räumlichkeiten ist barrierefrei und die Beratungsstelle gut er-
reichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Aktivitäten zur Erweiterung des Beratungsschwerpunktes ‚gegen Arbeitsausbeutung und
prekäre Beschäftigung‘ wurden während des gesamten Jahres durchgeführt mit dem Ziel,
das Thema und die Angebote in der Beratungsstelle noch stärker sichtbar zu machen sowie
das Netzwerk zu vergrößern (s. Schwerpunkte der Arbeit).
Die Arbeit der Beratungsstelle war geprägt durch eine Reihe von Themen und Herausforde-
rungen in der operativen Arbeit.
Gesellschaftliche und soziale Veränderungsprozesse wirkten sich weiterhin in hohem
Maße auf die Bürger:innen aus. Eingewanderte Personengruppen berichteten von einer sich
verändernden Sicht auf Menschen mit Migrationshintergrund, die bei ihnen Ängste auslöst.
Durch anhaltende Inflation steigt das Armutsrisiko für immer mehr Personen. Die Zahl der
Alleinstehenden und Familien, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten
können und auf die Inanspruchnahme von Sozialleistungen angewiesen sind, erhöht sich.
Existenzängste bei Arbeitnehmer:innen mit geringeren Einkünften und bei Transferleistungs-
beziehenden aufgrund gestiegener Lebenshaltungs- , Miet- und Energiekosten sowie eine
Zunahme an psychischen Belastungen bei vulnerablen Zielgruppen erforderten zeitintensi-
ve Gespräche. Der Beratungs- und Unterstützungsbedarf erwies sich aufgrund der viel-
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fältigen Themenfelder (sozial, wirtschaftlich, beruflich, familiär) als umfangreich. Durch In-
tervention der Beratungsstelle konnten viele Problemstellungen gelöst werden.
Die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen, auch bei Behörden - wie u.a.
dem Jobcenter (Jobcenter digital) – überfordert viele Ratsuchende. Fehlende Zugangswe-
ge sowie fehlende telefonische Erreichbarkeit und persönliche Kontaktmöglichkeiten in die
Ämter (u.a. Ausländerbehörde), fehlende personelle Ressourcen stellen eine große Hürde
bei der Klärung von Anliegen dar. Lange Wartezeiten auf einen Termin sowie auf Ausstel-
lung einer dringend benötigten Aufenthaltsverlängerung bei Ratsuchenden (Geflüchtete Per-
sonen, EU-Bürger, Drittstaatenangehörige usw.), die in der Beratungsarbeit deutlich überre-
präsentiert sind, haben nicht selten gravierende Auswirkungen auf den Sozialleistungsbezug
(Einstellung der Leistung), auf Arbeitsverhältnisse (aufgrund fehlender Arbeitserlaubnis keine
Weiterbeschäftigung, in Einzelfällen Kündigungen) und auf weitere Ansprüche, wie die Bean-
tragung von zusätzlichen Leistungen (u.a. keine Ausstellung eines Wohnberechtigungs-
scheins).
Ukrainer:innen wurden zu Beginn des Jahres verstärkt in das Programm Job-Turbo vermit-
telt. Dies erhöhte den Druck zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäfti-
gung, die nicht ihren Qualifikationen entsprach und war verbunden mit einem Rückgang an
Sprachkurs-Angeboten ab B2 Niveau, die grundsätzlich die Chancen auf Integration in den
Arbeitsmarkt erhöhen und dem Anforderungsprofil hinsichtlich Sprachniveau von Arbeitge-
bern entgegenkommen.
Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse erwies sich, aufgrund mangelnder Kapazitä-
ten bei den für die Anerkennung zuständigen Beratungsstellen, als ein langer (Wartezeit)
und zeitintensiver Prozess, der die beruflichen Integrationsbemühungen verzögerte.
Die Nachfrage nach Unterstützung bei beruflicher Entwicklung und Integration in Arbeit und
Qualifizierung ist unvermindert hoch. Die Einschränkung der Vergabe von Bildungsgutschei-
nen ab Jahresmitte wirkte sich jedoch auf die Möglichkeiten zur Aufnahme einer Qualifizie-
rung aus.
Durch die schwindende Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat gab es verstärkt im zweiten
Halbjahr eine Zunahme beim Familiennachzug der Ukrainer:innen.
Besucherstruktur (Basisdaten aus der Statistik des Dokumentationswesens ABBA).
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 852 Beratungen durchgeführt (persönlich, telefonisch, per
Mail, über Online-Beratungsportal). In der Mehrzahl der Fälle (73%) handelt es sich bei den
Beratungen um einen persönlichen (face-to-face) Erstkontakt der Kund:innen zur Einrich-
tung, in 27% der Fälle um einen Folgekontakt aufgrund der multikomplexen Problemlagen.
Etwa ein Drittel der Ratsuchenden nutzte das Angebot der Kurzberatung (bis 15 Minuten), in
vielen Fällen telefonisch (12%) oder per E-Mail bzw. über das Online -Portal (13%).
Mehr als die Hälfte (55 %) der Ratsuchenden lebt im Stadtbezirk Köln Mülheim, 18% im be-
nachbarten Bezirk Kalk. Die weiteren Kund:innen verteilen sich gleichmäßig auf die übrigen
Kölner Stadtbezirke bzw. Stadtteile.
Wie im Vorjahr, bilden mit 65% Frauen den Großteil der Ratsuchenden. Dabei ist mit 20%
die Gruppe der Alleinerziehenden (zumeist Frauen) um 9% etwas weniger vertreten als im
Vorjahr, was auch mit spezifischen internen und externen Angeboten für die Zielgruppe im
Zusammenhang steht.
Paarhaushalte mit Kindern (35%) und Alleinstehende (29%) suchten ebenfalls die Bera-
tungsstelle verstärkt auf.
Die Beratung wird überwiegend von den Altersgruppen zwischen 25 und 54 Jahren in An-
spruch genommen (81%). 24% der Besucher:innen haben die deutsche Staatsbürgerschaft
(mit und ohne Migrationshintergrund). 40% sind Drittstaatangehörige, insbesondere aus den
Herkunftsländern Irak, Iran, Nigeria und Afghanistan. EU-Angehörige bilden einen geringen
Teil innerhalb der Besucherstruktur, während europäische Staatsangehörige außerhalb der
EU 27% ausmachen, darunter über Zwei-Drittel aus der Ukraine.
19% der Besucher:innen haben keine Schule besucht und/oder keinen Schulabschluss. Ei-
nen allgemeinen Schulabschluss weisen 73% der Kund:innen auf, dabei handelt es sich um
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in Deutschland erworbene bzw. anerkannte Schulabschlüsse sowie um ausländische Ab-
schlüsse, die in Deutschland bisher nicht anerkannt worden sind. Über eine abgeschlossene
Berufs- bzw. Hochschulausbildung verfügen 42% der Besucher:innen. Ein Teil der Besu-
cher:innen gilt als formal gering qualifiziert ohne Berufsabschluss.
64 % der Ratsuchenden sind arbeitslos gemeldet und überwiegend langzeiterwerbslos.
37 % der Ratsuchenden sind erwerbstätig, darunter etwa dreiviertel in sozialversicherungs-
pflichtigen, überwiegend befristeten Vollzeit- oder Teilzeit-Beschäftigungen im Niedriglohn-
sektor. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen bezieht daher aufstockend Leistungen nach
dem SGB II.
Schwerpunkte der Arbeit
Zum Ausbau eines Netzwerks gegen Arbeitsausbeutung und prekäre Beschäftigung starte-
te der Trägerverbund zu Beginn des Jahres verschiedene Aktivitäten. Es erfolgte ein erster
Austausch mit Behörden und Institutionen, insbesondere dem Jobcenter Köln, dem gemein-
samen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sowie den Opferschutzkoordi-
natoren des Hauptzollamtes. Im Rahmen einer vom BSA-Trägerverbund organisierten Fach-
veranstaltung zum ‚Welttag der menschenwürdigen Arbeit‘ in Kooperation mit der Service-
stelle gegen Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel, diskutierten Vertreter
des Jobcenters, der Stadt, der Regionalagentur, Politik, Gewerkschaft sowie vielen Fachbe-
ratungsdiensten über wichtige Aspekte (Erkennen und Handeln bei Arbeitsausbeutung,
Zwangsarbeit), erste Erfahrungen und die Notwendigkeit eines Netzwerks in Köln.
In Kooperation mit dem IQ-Projekt „Faire Integration“ fand Mitte des Jahres am Standort Hö-
henhaus eine Infoveranstaltung für zugewanderte Menschen zum Thema ‚Arbeitsrechte in
Deutschland‘ in arabischer Sprache statt. Im Spätherbst informierte die Servicestelle ‚Faire
Zeitarbeit und Werkverträge‘ im Rahmen einer Veranstaltung vor Ort interessierte Ratsu-
chende über Besonderheiten, Rechte, Arbeitsvertrag und Kriterien fairer Zeitarbeit.
Die öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die Gewinnung von Netzwerkpartnern sowie die
Sensibilisierung für das Thema in den Beratungen, durch Aufklärungsarbeit in Unterkünf-
ten für Geflüchtete, in Sprachkursen und Fachdiensten für Migration und Integration führte zu
einer stärkeren Wahrnehmung sowie Sichtbarkeit des Themas und zu einer Zunahme der
Nachfragen. Die Verstetigung dieses Beratungsschwerpunktes ist gelungen.
Im Vergleich zum Vorjahr (6% der Beratungen) stieg der Anteil (bezogen auf die Gesamt-
zahl der Beratungen) zum Themenkomplex ‚Arbeitsausbeutung/prekäre Beschäftigung‘
sowie arbeitsrechtlicher Fragen auf 27%, eine Steigerung um mehr als 20%. Bei den
Langzeitberatungen zeigte sich die Relevanz des Themas noch deutlicher (Anteil 37%).
Die Nichteinhaltung vertraglicher oder tariflicher Vereinbarungen, fehlende Arbeitsunterlagen
(u.a. Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnungen), fehlerhafte Abrechnungen, Nichtgewährung von
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, unrechtmäßige Kündigungen gehörten zu den Hauptthe-
men der Beratung und machten eine Intervention und aktive Unterstützung der Beratungs-
fachkräfte bei der Geltendmachung von Rechtsansprüchen (bei Bedarf in enger Kooperation
mit dem Rechtsanwalt von Aktion Würde und Gerechtigkeit) notwendig.
Bei den Beratungsthemen im sozialrechtlichen Kontext handelt es sich vielfach um kom-
plexe Sachverhalte. Die Beratung zu Fragen des SGB II umfasst in der Mehrzahl der Fälle
die Themen Bescheidprüfung, Anrechnung von Einkommen, Rückforderung / Aufrechnung,
Existenzsicherung, akute Mittellosigkeit, Energie- und Mietschulden, Kosten der Unterkunft,
Unterstützung bei der Antragstellung von Fördermöglichkeiten im Bereich Qualifizierung. Bei
zugewanderten und geflüchteten Menschen ging die Beratung einher mit ausländerrechtli-
chen Fragestellungen, Fristablauf der Aufenthaltserlaubnis und den Auswirkungen auf So-
zialleistungsbezug und Arbeitsverhältnisse. Im SGB III bezogen sich die Fragestellungen auf
die Beantragung von Leistungen (einschl. Inanspruchnahme von SGBIII-Leistungen bei lan-
ger Erkrankung), Folgen einer Sperrzeit, den Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von För-
derinstrumenten sowie Bildungsgutscheine für Weiterbildung und Qualifizierung.
Kleine Workshop-Einheiten zur Stärkung der Kompetenzen von Ratsuchenden mit gerin-
ger Affinität zum Thema ‚Digitalisierung‘ fanden großen Anklang. Informationsveranstal-
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tungen zu weiteren Themen wie ‚Jobcenter digital‘, Rechte und Pflichten als Arbeitneh-
mer:innen sowie Veranstaltungen zum deutschen Gesundheitssystem im Rahmen der Ge-
sundheitstage auf Russisch und Deutsch wurden durchgeführt. Für die Zielgruppe der Uk-
rainer:innen wurde das Angebot ‚Frühstückszeit‘ zum Austausch und Spracherwerb wei-
tergeführt. Im Rahmen der Gesundheitsförderung fand im ersten Halbjahr ein Angebot für
‚mehr Fitness und Gesundheit im Alltag‘ statt. Das Projekt ‚Go Fit‘ (Gesundheitsberatung und
Förderung im Kontext Arbeitsmarktintegration) endete im Frühjahr 2024. Eine Anbindung der
in der BSA unverändert hohen Anzahl an Ratsuchenden mit gesundheitlichen und psycho-
sozialen Beeinträchtigungen an andere Beratungsdienste konnte nur in Einzelfällen umge-
setzt werden. Auf verschiedenen Jobmessen konnten sich Interessent:innen über Ausbil-
dungs- und Arbeitsstellen sowie Qualifizierungsmöglichkeiten von Unternehmen und Bil-
dungsträgern informieren.
Über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Projekt Let’s Go bietet sich die Möglichkeit,
Frauen mit Migrationserfahrung gezielt bei ihrer Ausbildungs- und Arbeitssuche zu unterstüt-
zen.
Beratungs- und Bildungsangebote für geflüchtete Menschen bietet das ABC aktuell über das
Projekt GesA (Gemeinsam stark in den Arbeitsmarkt) an. In regelmäßigen Abständen star-
ten neue Sprachkurse in Kooperation mit einem Sprachkursträger.
Bei Bedarf werden Sprachmittler und Dolmetscher eingesetzt. Eine Weiterleitung bzw.
Verweisberatung (Lotsenfunktion) erfolgt bei Bedarf an spezialisierte Fachdienste u.a. für
Migrationsfragen (MBE/JMD), Weiterbildungsträger, Schuldnerberatung.
Vernetzung und Kooperation
Die Einrichtung verfügt über eine gewachsene Infrastruktur. Die Berater:innen der drei
Verbundpartner in Köln treffen sich regelmäßig einmal im Quartal zu einem BSA - Erfah-
rungsaustausch, um aktuelle, sozialpolitische, sozial- und arbeitsrechtliche Themen aus der
Beratungspraxis aufzugreifen, Handlungsbedarfe zu eruieren, gemeinsame Strategien sowie
Aktionen und Veranstaltungen zu planen.
Die Beratungsstelle ist aktiv im Kölner Beratungsnetz, beteiligt sich an lokaler Gremienar-
beit, nimmt an den regelmäßigen Austauschtreffen u.a. mit der Regionalagentur und Job-
center Köln teil. Kooperationen bestehen zu weiteren arbeitsmarktrelevanten Akteuren. Zur
Stärkung und Sensibilisierung der Arbeitnehmer*innen findet in Kooperation mit den IQ-
Projekten (Netzwerk NRW) ‚Faire Integration‘ sowie ‚Arbeit und Leben‘ (DGB/VHS NRW),
‚Faire Mobilität‘, GEMI e.V. (Forum gemeinsam für Integration) eine Zusammenarbeit statt.
Qualitätssicherung / Fortbildung der Berater:innen
Der Verband verfügt über ein Qualitätsmanagement-System, das an den Anforderungen der
DIN ISO 9001 ausgestaltet ist. Qualitätskriterien werden regelmäßig überprüft, um den An-
forderungen gerecht zu werden. Eine gesamtverbandliche Zertifizierung liegt vor. Kundenzu-
friedenheitsabfrage (jährliche Befragung) und Beschwerdemanagement gehören zum Stan-
dard.
Der fachlich hohe Standard der Berater:innen wird durch die regelmäßige Teilnahme an
Fortbildungen, Workshops und Austauschtreffen gewährleistet.
Im Jahr 2024 erfolgte die Teilnahme an Fortbildungen der GIB zu aktuellen (u.a. Rechtspre-
chung SGB II) und spezifischen Themen (u.a. Arbeitsrecht, Insolvenz des Arbeitgebers-
Rechte Arbeitnehmer, Aufenthaltsrecht-Zugang zum Arbeitsmarkt, Arbeitsausbeutung).
Durch die regelmäßige Teilnahme an den Kollegialen Fallberatungen zu arbeitsrechtlichen
und sozialrechtlichen Fragen sowie den Kollegialen Praxisaustauschtreffen der GIB für Bera-
ter*innen des landesweiten Netzwerkes gegen Arbeitsausbeutung konnte das Fachwissen
kontinuierlich auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Flyer, Homepage und über Facebook auf der Caritas-
Seite ‚Beruf und Arbeit‘. Auf Facebook werden Beiträge zu Angeboten der Einrichtung, wich-
tige Informationen zu Kontaktaufnahme / Öffnungszeiten / persönlichen Beratungsmöglich-
keiten, wichtige Infos zu sozialpolitischen Themen gepostet.
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Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V.
Die Beratungsstelle Arbeit
Gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Köln e.V. (ABC Höhenhaus) und dem
Vingster Treff/Bürgerzentrum Vingst führte das Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ e.V.) die
Arbeit im ESF Förderprogramm „Beratungsstelle Arbeit“ des Landes NRW durch.
Das Projekt umfasst die Beratung von Erwerbslosigkeit und Armut bedrohten und betroffe-
nen Menschen sowie die Beratung zum Arbeitsrecht bei prekärer und ausbeuterischer Be-
schäftigung.
Beratungen im KALZ 2024
Vom 01.01.2024 wurden bis zum 31.12.2024 1217 Beratungen im KALZ durchgeführt. Damit
bewegt sich die Beratungsarbeit mit 43 Beratungen etwas unter dem Vorjahresniveau (Vor-
jahr 1260). Dies ist darauf zurückzuführen, dass mehr Arbeit in Netzwerkarbeit, Austausch-
treffen, Veranstaltungen und Organisation dieser angefallen ist.
Präsenzberatungen fanden zu 62% der Beratungen persönlich, 33% telefonisch und 6% per
E-Mail statt. 60% der Ratsuchenden waren Frauen, 40% Männer.
Insgesamt wurde das Angebot von Menschen aus mehr als 28 Herkunftsländern genutzt. An
der Spitze liegen hier Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft (49%), gefolgt von türki-
schen Staatsbürger:innen (5%) und Menschen mit Staatsbürgerschaft aus dem Iran (4%). Im
Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil Ratsuchender mit deutscher Staatsangehörigkeit auffäl-
lig von 75% auf 49% gesunken.
Mehr als 67% der Ratsuchenden sind zwischen 36 und 55 Jahre alt. Lediglich 3% der Rat-
suchenden waren 25 Jahre oder jünger. Der Anteil der über 55-jährigen hat sich von 25% auf
30% erhöht.
Unter sechs Monaten arbeitslos waren 17% der Ratsuchenden, unter einem Jahr arbeitslos
waren 10% und 7% waren ein bis zwei Jahre ohne Erwerbsarbeit. 25% waren länger als
zwei Jahre arbeitslos und haben einen besonders erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt.
Einen Anstieg auf 37% (im Vorjahr 26%) gab es bei den Ratsuchenden ohne Berufsab-
schluss zu verzeichnen. 55% der Nutzer:innen des KALZ sind hochqualifiziert und verfügen
über eine Berufsausbildung (37%) oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium (18%). Der
Lebensunterhalt wird schwerpunktmäßig durch SGB II–Leistungen bei 41% Ratsuchenden
sichergestellt, gefolgt von Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit (28%) und SGB III-
Leistungen (10%), sowie Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit (7%), Rente (7%), Kran-
kengeld (3%), Leistungen nach dem SGB XII (3%) und privatem Unterhalt (1%).
Im Vergleich zum Vorjahr wird deutlich, dass die Sicherung des Lebensunterhalts noch stär-
ker durch existenzsichernde Leistungen nach dem SGB II in Anspruch genommen werden
müssen.
Themen aus der Praxis
Während der Fachkräftemangel als eines der drängendsten Probleme auf dem Arbeitsmarkt
gilt, stellen wir in der Beratung fest, dass den Ratsuchenden jedoch oftmals gezielte und in-
dividuelle Unterstützung fehlt. Oft steht noch die schnelle Vermittlung in Arbeitsverhältnis-
se im Vordergrund, die nicht immer den Fähigkeiten und Interessen der Arbeitsuchenden
entspricht. Eine intensivere und individuellere Beratung, die neben der beruflichen Qualifika-
tion auch die psychische und soziale Situation der Betroffenen berücksichtigt, wäre hier von
großer Bedeutung.
Menschen, die sich weiterbilden, haben nicht nur bessere Chancen auf eine langfristige und
stabile Beschäftigung, sondern sind auch weniger anfällig für Ausbeutung auf dem Arbeits-
markt. Menschen ohne Bildungsabschluss haben in der Regel einen schlechteren Zugang
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zum Arbeitsmarkt und damit ein höheres Risiko von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen
zu sein, einhergehend mit oft nicht bedarfsdeckenden Gehältern. Auch die Beratungserfah-
rung des KALZ zeigt, dass hauptsächlich gering Qualifizierte von prekären oder ausbeuteri-
schen Beschäftigungen betroffen sind.
Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Jobcenter und Leistungsberechtigte sind ein
weiteres wichtiges Thema. Die Einführung digitaler Prozesse und Instrumente in den Job-
centern soll mehr Effizienz und Erreichbarkeit bringen, bringt aber auch große Herausforde-
rungen mit sich. Besonders betroffen sind Menschen in existenziellen Notlagen.
Hier zeigt sich die mangelnde Zugänglichkeit der digitalen Angebote. Menschen, die auf Un-
terstützung des Jobcenters angewiesen sind, verfügen oft nicht über die nötigen technischen
Mittel oder die digitalen Kenntnisse, um diese Angebote zu nutzen. Dies verschärft ihre oh-
nehin schwierige Situation.
Viele Menschen fühlen sich von der Komplexität digitaler Anwendungen überfordert.
Die Folge ist eine zunehmende soziale Ausgrenzung, vor allem von Menschen am Rande
der Gesellschaft. Sie geraten in eine Spirale aus Unerreichbarkeit und bürokratischen Hür-
den. Es bedarf gezielter Maßnahmen für mehr Inklusion und Zugänglichkeit der Digitalisie-
rung in Jobcentern. Dazu gehören kostenloses, niedrigschwelliges digitales Lernen und
technische Ausstattung für Bedürftige. Außerdem muss eine individuelle Beratung und Un-
terstützung gewährleistet bleiben.
Die Beratungsstelle Arbeit für die Gebietskörperschaft Köln konnte in 2024 ihren zweiten
Arbeitsschwerpunkt der prekären und ausbeuterischen Beschäftigung weiter ausbauen
und ihr Profil schärfen. Neben den bereits bestehenden Kontakten zu Akteur:innen im Netz-
werk gegen Arbeitsausbeutung, konnten wir in diesem Jahr einen regelmäßigen Austausch
mit den Opferschutzkoordinator:innen des Hauptzollamtes Köln etablieren. Dabei stießen wir
auf ähnliche Herausforderungen, die den Schutz und die Existenzsicherung der Betroffenen
betreffen.
In einem ersten Austausch mit der Geschäftsführung des Jobcenters Köln konnte die Prob-
lematik der Existenzsicherung für die Betroffenen thematisiert werden. Ein weiteres Treffen
fand mit dem Arbeitgeberservice des Jobcenters und der Agentur für Arbeit statt.
Netzwerkarbeit erfordert Hartnäckigkeit und Ausdauer. Sie ist sehr zeitintensiv, dennoch
konnten wir in Köln viele Akteur:innen sensibilisieren und die Beratungsstelle Arbeit hat an
Bekanntheit gewonnen. Als gemeinsame Beratungsstelle Arbeit Köln sind wir von der Agen-
tur für Arbeit Köln zu einem Innovation Hub eingeladen worden. Wir konnten mit anderen
Arbeitgeberservices Kontakt knüpfen und unser Netzwerk ausbauen. Ebenfalls wurde ge-
meinsam erfolgreich eine Veranstaltung zum Thema Arbeitsausbeutung und prekäre Be-
schäftigung für Multiplikator:innen durchgeführt sowie Infoveranstaltungen zum Thema Ar-
beitsrecht für Ratsuchende. Prävention ist hier eines der zentralen Elemente, um die Ar-
beitsausbeutung von vornherein zu verhindern.
Nach wie vor ist die Existenzsicherung ein großes Thema in den Beratungen und vom
zweiten Schwerpunkt nicht zu trennen.
Es fiel auch im Jahr 2024 auf, dass Probleme zu den gestiegenen Energiekosten und vor
allem den erheblichen Nachzahlungen an Heiz- und Nebenkosten Ende des Jahres 2024 die
Beratungen einnahmen. Des Weiteren sind die Ratsuchenden erheblich durch Schulden, zu
hohen Mieten und den enormen bürokratischen Hürden belastet. Dies betraf sowohl Sozial-
leistungsbeziehende wie auch Menschen mit niedrigen Gehältern mit und ohne aufstockende
Leistungen. Die Auswirkungen dieser Belastungen spiegeln sich in der physischen und vor
allem psychischen Gesundheit der Ratsuchenden wider und machen die Bemühungen um
eine stabile Beschäftigung nachzugehen für einen bestimmten Zeitraum unmöglich. Im
KALZ ist im letzten Jahr, stärker als in den Jahren zuvor, aufgefallen, dass die Ratsu-
chenden durch die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zunehmend
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verunsichert sind. Hinzukommt, dass Projekte und Beratungen in anderen Bereichen, wie
Gesundheitsfürsorge, wegfielen und Ratsuchende den Weg ins KALZ suchten.
Das Kölner Beratungsnetz trägt einen entscheidenden Teil dazu bei, die Demokratie in
Köln zu erhalten und Menschen zu unterstützen, die immer stärker von den politi-
schen Unsicherheiten betroffen sind.
Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst
I. Beratungsstruktur
Im Jahr 2024 wurden in der Beratungsstelle insgesamt 898 Beratungen durchgeführt Die
Schwerpunkte lagen in sozialrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragestellungen Die Bera-
tungen fanden überwiegend in deutscher und englischer Sprache statt, wobei 83% persön-
lich, 10% per E-Mail und 7% telefonisch durchgeführt wurden. Der Anteil ratsuchender Frau-
en erhöhte sich auf 63%, der Anteil Alleinerziehender stieg auf 23%. 20% der Ratsuchenden
sind der Gruppe der Langzeitarbeitslosen zuzuordnen. Der Anteil der Ratsuchenden mit in-
ternationaler Familiengeschichte stieg auf fast 85%. Die Mehrheit der Ratsuchenden kam
aus Köln, vor allem aus dem Bezirk Köln-Kalk.
II. Beratungsschwerpunkte
2024 zog sich das Thema Prekarität wie ein roter Faden durch die Beratungsthemen Prekäre
Beschäftigung, prekäre finanzielle Situation, prekäre Existenzsicherung, prekärer Wohn-
raum, prekäre gesellschaftliche Situation und mehr. Ratsuchende waren spürbar durch die
unstete gesellschaftliche und politische Situation verunsichert. Die psychische Belastung
Ratsuchender schien im Jahresverlauf weiter anzusteigen. Sorgen um Sicherheit, Existenz
und Zukunft prägten die Anliegen.
2024 stieg die Anzahl der Beratungen zu Arbeitsausbeutung und prekärer Beschäftigung
deutlich an. So waren diese Themen in 58% der Fälle Teil der Beratung.
Häufige Anliegen waren (unrechtmäßige) Kündigungen, unvollständige und fehlerhafte
Lohnabrechnungen sowie fehlende Arbeitsbescheinigungen. Das führte häufig zu existenzi-
ellen Notlagen, da Leistungsanträge bei Agentur für Arbeit und Jobcenter so nicht abschlie-
ßend bearbeitet wurden.
Ein Hauptschwerpunkt der Beratung lag unverändert im Sozialrecht, wobei Fragen zum SGB
II weiterhin einen besonders hohen Anteil ausmachten. Viele Anliegen betrafen Mittellosig-
keit sowie Existenzsicherung und standen in direktem Zusammenhang mit stark belasteten
Lebenssituationen, Armut und eingeschränkten Zugängen zum Arbeitsmarkt. Unter anderem
stellten das Prüfen von Bescheiden, die Einkommensanrechnung und Rückforderungsver-
fahren wichtige Beratungsthemen im Zusammenhang mit dem SGB II dar. Häufige Bera-
tungsanliegen betrafen Probleme bei der Durchsetzung von Sozialleistungen wie Wohngeld
und Kinderzuschlag.
Die Erreichbarkeit von Behörden (Jobcenter, Sozialamt, Ausländerbehörde) war für Ratsu-
chende weiterhin ein großes Problem. Persönliche Vorsprachen auf eigenen Wunsch waren
in den allerwenigsten Fällen möglich. Auch telefonisch und per E-Mail wurde oft keine aus-
reichende Auskunft erteilt. Ebenso gab es immer wieder Probleme beim Einreichen von Do-
kumenten zur Bearbeitung bei Behörden. Oft verzögerten sich Antragsbearbeitungen, da
eingereichte Dokumente nicht anzukommen schienen.
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Die Umstellung der elektronischen Kommunikationswege der Jobcenter erschwerte Erreich-
barkeit und Zugang zu Information für viele Ratsuchende nach wie vor erheblich. Die Zugän-
ge zum Portal „Jobcenter Digital“ sind weiterhin mit hohen Hürden für die Ratsuchenden ver-
bunden. Sie setzen ein hohes Niveau digitaler Kompetenz voraus. Das Zugangsverfahren
wurde 2024 stark verändert und die Plattform wies wiederkehrend technische Fehler auf. So
waren Ratsuchende verunsichert und sie hatten de facto noch weniger Zugang zu Informati-
on.
Die Beratungsstelle übernahm hier eine wichtige Lotsenfunktion. So konnte durch bestehen-
de Kommunikationswege der Beratungsstelle in die Behörden vor allem bei akuten Problem-
lagen schnelle Lösungen gefunden werden. Im Rahmen von Gesprächen mit der Geschäfts-
führung des Jobcenters Köln setzte sich die Beratungsstelle Arbeit für niedrigschwellige Zu-
gangsmöglichkeiten ein. Außerdem konnte für andere wichtige Themen aus der Beratung
und den arbeitsrechtlichen Tätigkeitschwerpunkt sensibilisiert werden.
Die (Wieder)-Eingliederung in den Arbeitsmarkt blieb ein zentrales Thema in der Beratung.
Viele Ratsuchende erlebten einen stark eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Der An-
teil der Ratsuchenden mit einer anerkannten schulischen Qualifikation sank von 62% auf
50%, während der Anteil mit beruflichen Qualifikationen von 42% auf 36% fiel. Im Jahr 2024
befanden sich nur 5% im Anerkennungsverfahren für ausländische schulische Qualifikatio-
nen und 3% für berufliche Qualifikationen (je 7% im Vorjahr). Seit dem Frühjahr 2024 wurde
die kurzfristige Arbeitsaufnahme von zugewanderten Mitbürger:innen u.a. vor dem Anerken-
nen von Qualifikationen im Rahmen des „Jobturbo“ priorisiert. Das wurde regelmäßig Ge-
genstand der Zusammenarbeit mit der im Vingster Treff durchgeführten Maßnahme „Cam-
pus:Arbeit“. Nach Bedarf wurden hier Kolleg:innen und Teilnehmende der Maßnahme bera-
ten und unterstützt.
Fehlende beziehungsweise nicht anerkannte Berufsabschlüsse erschweren Zugänge zum
Arbeitsmarkt. Beschäftigungsverhältnisse die keine hohen Anforderungen an die formale
Qualifikation stellen, haben ein höheres Risiko prekär oder ausbeuterisch zu sein. Auch wer-
den sie niedriger vergütet, als qualifizierte Arbeit. 2024 haben 17% der Ratsuchenden ihr
Erwerbseinkommen mit Bürgergeld aufgestockt (10% im Vorjahr). Zur Unterstützung Ratsu-
chender bei der beruflichen Orientierung fand im Vingster Treff wöchentlich das individuelle
Bewerbungstraining statt. Bei intensiverem Orientierungsbedarf wurden sie bei dem trägerin-
ternen Angebot „Alternative Wege in den Job“ angebunden.
III. Weitere Angebote
Im Jahr 2024 blieb der Zugang zu Informationen und sozialer Teilhabe von großer Bedeu-
tung. Daher fand aus der Beratung heraus die Anbindung an Gruppenangebote, Kurse und
Veranstaltungen statt. Es fanden Informationsveranstaltungen zu Themen wie Zeitarbeit,
Bürgergeld und Haushaltsenergie statt. Das Programm „Erste Schritte Digital“ half, digitale
Hürden abzubauen, und Ratsuchende konnten bei Veranstaltungen Fragen direkt an Mitar-
beitende des Jobcenters Köln stellen. Fortbildungen zum SGB II für Fachkräfte blieben ein
fester Bestandteil der Angebote. Ein renommierter Sozialrechtsanwalt gab erneut einen sehr
guten Überblick zur aktuellen Rechtsprechung im SGB II.
IV. Vernetzung und Öffentlichkeit
Die Beratungsstelle Arbeit informiert über alle Angebote auf der Webseite des Vingster
Treffs, per E-Mail-Verteiler sowie analog mithilfe von Flyern und Aushängen. Im Rahmen der
Teilnahme an Arbeitskreisen und Gremien sensibilisierte die Beratungsstelle für das Thema
prekäre Beschäftigung und verteilte Informationsmaterialien.
Der Vingster Treff ist zertifizierter Träger nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsver-
ordnung Arbeitsförderung) und hat ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. In der Be-
ratungsstelle werden regelmäßig Kundenzufriedenheit Beschwerdemanagement und die
Zufriedenheit der Referent:innen erhoben und ausgewertet.
Die enge Zusammenarbeit mit dem EhAP-Plus Projekt „INKA - In Köln ankommen“, der Mig-
rationsberatungsstelle (MBE) und dem Kommunalen Integrationsmanagement (KIM) inner-
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halb des Vingster Treffs ermöglicht passgenaue Hilfestellung und Anbindung bei Schnittstel-
lenthemen.
Die Kooperationen vor Ort im Vingster Treff mit der Verbraucherberatung und der Schuld-
nerhilfe Köln bieten wichtige Information und Unterstützung für Ratsuchende.
Einbindung und Austausch in vielen überregionalen, regionalen und sozialraumorientierten
Arbeitskreisen und Netzwerken waren 2024 weiterhin wichtig, um eine gute Beratungsarbeit
zu gewährleisten. Durch das aktive Mitwirken im Jobcenterbeirat, konnten spezifische Prob-
leme aus der Beratung, die vermehrt bei Bürgergeld Beziehenden auftraten, gezielt ange-
sprochen werden.
2024 fand regelmäßiger Austausch innerhalb der Beratungsstelle Arbeit Köln mit den Kolle-
ginnen des KALZ (Kölner Arbeitslosenzentrum e.V.) und der Caritas, Beratungsstelle Arbeit
ABC Höhenhaus statt. Um Betroffene von prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung
bestmöglich unterstützen zu können, konnte die Beratungsstelle Arbeit Köln 2024, (kommu-
nale) Netzwerkpartner:innen zu den Themen zu gewinnen. So fanden Treffen mit verschie-
denen kommunalen und landesweiten Partnerorganisationen aus Verwaltung, Behörden und
Beratung statt. Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit veranstaltete die Bera-
tungsstelle Arbeit Köln eine Fachveranstaltung für Multiplikator:innen mit Titel „Arbeitsaus-
beutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel Identifikation von Betroffenen“.
Sachberichte der kommunal geförderten Erwerbslosenberatungs-
stellen
Begegnungs- und Fortbildungszentrum
muslimischer Frauen e. V.
Erwerbslosenberatungsstelle des Begegnungs- und Fortbildungszent-
rum muslimischer Frauen (BFmF) e.V.
Das BFmF e.V., eine 1996 in Köln gegründete Initiative, betreibt unter der Leitung muslimi-
scher Frauen drei anerkannte Bildungswerke: das Muslimische Familienbildungswerk, das
Muslimische Frauenbildungswerk und die Muslimische Akademie. Ziel des Vereins ist es,
Frauen, Männern und Familien durch ein umfangreiches Angebot in den Bereichen Bildung,
Beratung, Begegnung und Betreuung eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben zu ermöglichen.
Ratsuchende können aus einem breiten Spektrum an Beratungsangeboten des BFmF e.V.
wählen, darunter die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte, die Regionale
Flüchtlingsberatung, das KIM Case-Management, die Schuldner- und Verbraucherinsolvenz-
beratung, die offene Familienberatung, Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung (ArBOr)
sowie die Erwerbslosenberatungsstelle (EBS). Ein niederschwelliger Zugang zu all diesen
Angeboten ist durch Verweisberatung möglich. Seit Oktober 2024 bietet der Verein zudem
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eine Anerkennungsberatung für ausländische Schul - und Berufsabschlüsse im Rahmen des
Projekts „Start & Go“ an, gefördert durch die Stadt Köln.
Statistische Auswertung
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 1.498 Beratungen durchgeführt. Die Ratsuchenden wandten
sich mit vielfältigen Anliegen an die EBS. 22 % der Beratungen waren Erstkontakte, während
78 % Folgeberatungen darstellten. 296 Beratungen wurden als Kurzberatungen durchge-
führt.
Die Mehrzahl der Gespräche erfolgte persönlich in den Räumlichkeiten des BFmF e.V. (60
%), gefolgt von telefonischen Beratungen (34 %) und E -Mail-Korrespondenzen (5 %). Der
Anteil der weiblichen Ratsuchenden lag bei 59 %, während 41 % männlich waren.
Die größte Altersgruppe bildeten die 26 - bis 35-Jährigen (37 %), gefolgt von den 36 - bis 45-
Jährigen (30 %). 18 % der Ratsuchenden waren jünger als 25 Jahre. Ein hoher Anteil von 86
% hatte einen Migrationshintergrund, während 14 % die deutsche Staatsangehörigkeit besa-
ßen.
Die häufigsten Herkunftsländer waren Syrien (21 %), Türkei (15 %), Afghanistan (10 %),
Bulgarien (5 %), Ukraine (4 %), Aserbaidschan (4 %), Irak (4 %) und Iran (3 %), während 22
% auf weitere Nationalitäten entfielen.
57 % der Ratsuchenden lebten ohne Kinder im Haushalt, 29 % mit Kindern und 11 % waren
alleinerziehend. Bezüglich der wirtschaftlichen Situation befanden sich 48 % im Leistungsbe-
zug, 13 % erhielten aufstockende Leistungen, und 36 % waren erwerbstätig.
Die Hauptberatungsthemen umfassten berufliche Entwicklung (64 %), Zuwanderungsthemen
(15 %) sowie sozialrechtliche Fragen (14 %). Nach der Beratung wurden 12 % der Kli-
ent:innen an Leistungsträger und Behörden verwiesen, während 4 % an die Migrationsbera-
tung weitergeleitet wurden.
Beratungsinhalte
Die EBS unterstützte auch in diesem Jahr intensiv bei Bewerbungsprozessen für Arbeits -,
Ausbildungs- und Praktikumsstellen. Die Beratung umfasste die Jobsuche, die Erstellung
professioneller Bewerbungsunterlagen sowie eine gezielte Vorbereitung auf Vorstellungsge-
spräche. Die berufliche (Neu -)Orientierung ist häufig mit Unsicherheiten verbunden, sei es
für Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf oder für Berufsrückkehrer:innen
nach einer Familienphase oder Krankheit. Die EBS informierte Ratsuchende über berufliche
Zugänge, Aus - und Weiterbildungsmöglichkeiten, Studienangebote sowie das Nachholen
von Schul- und Berufsabschlüssen. Dabei standen die individuellen Interessen, Kompeten-
zen und Ziele der Ratsuchenden stets im Mittelpunkt.
Die Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung durch das Jobcenter und die Agentur für
Arbeit in Bezug auf Arbeitsaufnahme, Weiterbildung oder Ausbildung sind dabei von zentra-
ler Bedeutung für die Beratung. In vertieften Informations - und Beratungsgesprächen erar-
beiten Ratsuchende berufliche Perspektiven und konnten diese in Gesprächen bei den Leis-
tungsträgern sicher und überzeugend kommunizieren.
Die komplexen Regelungen des Sozialrechts stellen insbesondere Ratsuchende mit Sprach-
barrieren vor große Herausforderungen. Die EBS unterstützte beim Ausfüllen von Anträgen
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(u. a. BAB, Kindergeld, Eingliederungszuschuss, Weiterbewilligungsanträge für Bürgergeld)
und half bei Rückforderungen oder Mitwirkungspflichten gegenüber den Leistungsträgern.
Erwerbstätige Ratsuchende suchten Rat zu Themen wie Kündigung, fehlerhafte Lohnab-
rechnungen, Arbeitszeitregelungen und Arbeitgeberwechsel. Auch in Bezug auf Leistungs-
ansprüche bei Arbeitsunfällen, Krankheiten oder Behinderungen wurden Ratsuchende infor-
miert und individuell begleitet.
Die Nachfrage nach Anerkennungsberatung für ausländische Abschlüsse blieb hoch und
wurde durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz weiter verstärkt. Durch zahlreiche
Fortbildungen zu diesem Thema konnten die Beraterinnen der EBS den Ratsuchenden kom-
petent helfen.
Die EBS unterstützte Klient:innen dabei, sich während des Asylverfahrens frühzeitig beruflich
zu integrieren, insbesondere durch den Job -Turbo. Schon während der Integrationskurse
unterstützen die Beraterinnen der EBS bei der Bewerbung, beim Antrag um eine Arbeitser-
laubnis bei der Ausländerbehörde sowie bei der Anerkennung von ausländischen Schul- und
Berufsabschlüssen. Verweisberatungen erfolgten u. a. an die Migrationsberatung für aufent-
haltsrechtliche Fragen, an die interne Familienberatung für Themen wie Erziehung, Tren-
nung/Scheidung und psychische Belastungen oder an die Deutschkurse.
Weitere Angebote, Vernetzung, Weiterbildung & Öffentlichkeitsarbeit
Für Berater:innen: Im April organisierte die EBS eine Schulung zu „Jobcenter.digital“ in Ko-
operation mit dem Jobcenter Köln und im Dezember in Kooperation mit dem „Start & Go“
Projekt eine Inhouse-Schulung zu Anerkennungsverfahren bei der eine Referentin des BIBB
eingesetzt wurde.
Für Klient:innen: Eine Beraterin bot das Bewerbungsfotoshooting „Der erste Eindruck“ an. Im
Berufssprachkurs (B2) hielten die Beraterinnen einen Bewerbungsworkshop zu Anschreiben
und Vorstellungsgespräch. Bei einer Infoveranstaltung des JC/AA Köln zum beruflichen Ein-
stieg für Frauen informierte eine Beraterin am Infostand über Arbeits - und Ausbildungszu-
gänge, Weiterbildung und Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Digitale Schnittstellen zu
Behörden (BundID, Jobcenter.digital, Schüler -online) gewinnen an Bedeutung, wobei die
Beraterinnen den Zugang unterstützen.
Die Beraterinnen nahmen regelmäßig an internen, regionalen und überregionalen Netzwerk-
treffen und Arbeitskreisen teil, u. a. am hausinternen AK SGB, am AK Beratungsnetz Köln,
FAK Armut & Grundsicherung, Runder Tisch Stadt Köln und für Fachberater:innen sowie IQ -
Netzwerk. Sie erweiterten ihre Expertise durch Fortbildungen zu Anerkennungsberatung,
Fachkräfteeinwanderung sowie Flucht und Asyl.
Die Angebote der EBS wurden über interne und externe Veranstaltungen, Flyer sowie digita-
le Medien (Instagram, WhatsApp, Website des BFmF e.V.) bekannt gemacht.
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Echo – Engagiert in Chorweiler Deutsch-Türkischer Verein Köln
(DTVK e.V)
Der Deutsch-Türkische Verein Köln e.V. (DTVK-Demokratie-Teilhabe-Vielfalt-Köln) setzt sich
seit 1971 für die Chancengerechtigkeit, den Abbau von Vorurteilen und für ein friedliches
Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunftsgeschichten ein. Der DTVK e.V.
ist Träger des Offenen Ganztags, von Schulsozialarbeit, von Integrationskursen, eines Senio-
renNetzwerkes und vom Kommunalen Integrationsmanagement (KIM Baustein II). Vom Land
NRW werden wir als Integrationsagentur gefördert und sind als Weiterbildungseinrichtung
nach dem WbG NRW anerkannt. Zudem werden wir als Interkulturelles Zentrum der Stadt
Köln gefördert. Zu den Aufgabengebieten vom DTVK e.V. gehören neben der Ausführung der
unterschiedlichen Trägerschaften die Umsetzung der Interkulturellen Elternarbeit sowie El-
terntalk NRW. Wir sind als Interkulturelles Zentrum ein Ort der Bildung, Begegnung, Bera-
tung und Begleitung. Im Förderprogramm BOREA bieten wir seit 2023 Sozialberatung an
und unterstützen auf vielfältige Weise bei akuten Problemlösungen.
Im Jahr 2024 haben wir 396 Beratungen und 571 Kurzkontakte durchgeführt. Der Anteil an
Frauen hat sich im Vergleich zu 2023 leicht auf etwa 66 % erhöht und ist damit doppelt so
hoch wie der Anteil an Männern mit etwa 34 %. Die Gruppen der 36-45-Jährigen und der 26-
35-Jährigen sind mit ca. 40 % bzw. ca. 30 % auch weiterhin am stärksten vertreten, die
kleinste Gruppe bilden wie im Jahr 2023 die unter 25-Jährigen mit nur noch knapp 3 %. Wie
bereits im Jahr 2023 haben die meisten Ratsuchenden (ca. 87 %) eine internationale Famili-
engeschichte. Die meisten Ratsuchenden hatten neben der deutschen (ca. 13 % der Ratsu-
chenden) eine türkische (ca. 17 %), nigerianische (ca. 15 %) oder syrische (ca. 10 %)
Staatsbürgerschaft. Oft gehen mit einer internationalen Familiengeschichte und einer Sozia-
lisation in anderen Ländern sprachliche Barrieren oder mangelnde Kenntnisse in der Kom-
munikation mit Behörden und deren Strukturen (v. a. auch durch die fortschreitende Digitali-
sierung und den Abbau anderer Zugänge) einher.
Mit etwa 57 % hatte mehr als die Hälfte der Ratsuchenden ein Erwerbseinkommen, wobei
mehr als zwei Drittel von ihnen (ca. 68 %) zusätzlich aufstockende Leistungen vom Jobcen-
ter, Wohngeld und / oder Kinderzuschlag erhalten haben. Außerdem hatten die meisten
Menschen (85 %) eine Sorgeverantwortung für Kinder; die eine Hälfte von ihnen gemeinsam
mit dem anderen Elternteil und die andere Hälfte als Alleinerziehende.
Beratung
Damit wir einen möglichst zeitnahen Termin anbieten können, halten wir zusätzlich eine offe-
ne Sprechstunde für „kleinere“ Probleme vor. Den Beratungen mit vorheriger Terminverein-
barung bleibt insgesamt der größte Zeitrahmen vorbehalten, da in den meisten Fällen multip-
le und komplexe Problemstellungen zu bearbeiten sind. Im Laufe des Beratungsprozesses
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erkennen und bearbeiten wir meistens weitere Themen und können das Selbsthilfepotential
der Kund:innen stärken.
Unser Angebot beinhaltet Beratung zu sozial- und förderrechtlichen Fragen, Stabilisierung
der wirtschaftlichen Situation, Bereitstellung von Informationen und die Erarbeitung von mög-
lichen Lösungen und Perspektiven (z. B. Recherchen zu Teilzeitausbildungen und Vermitt-
lung in Praktika). Wir ermöglichen einen sehr niedrigschwelligen Ansatz, unsere Türe ist im-
mer geöffnet und für Fragen außerhalb unseres Arbeitsfeldes übernehmen wir eine Lotsen-
unktion und stellen erforderliche Kontakte her.
In jeder Beratung stärken wir die Kompetenzen zur Organisation des eigenen Lebens (z. B.
„Ordner anlegen-Durchblick behalten“ oder Unterstützung bei digitalen Zugängen zum Job-
center durch die Jobcenter Köln App). Die Menschen werden gestärkt und können zuver-
sichtlicher mit Unterstützung die nächsten Schritte selbst gehen, daher zielt das Beratungs-
angebot auf die Entwicklung von Bewältigungsstrategien ab. Zur Reduzierung der Hemm-
schwelle zu den entsprechenden Ämtern bieten wir (einmalige) Begleitungen an.
Viele Menschen benötigen Unterstützung bei der Wohnraumsuche. Chorweiler hat im Stadt-
vergleich günstige Mieten, dafür aber die höchste Mietbelastungsquote. Daher ist die Nach-
frage nach Unterstützung bei Wohngeldanträgen – und wenn Kinder im Haushalt leben auch
bei den Anträgen für Kinderzuschlag – seit der Wohngeldreform Anfang 2023 sehr hoch. Oft
fordert das Jobcenter die Ratsuchenden auf, die jeweiligen Anträge zu stellen. Bei Wechseln
zwischen den Leistungssystemen entstehen immer wieder Lücken in der Existenzsicherung.
Auch sind prekäre Wohnbedingungen weiterhin ein wiederkehrendes Thema. Familien leben
auf viel zu engem Wohnraum oder in Wohnungen mit Schimmelproblem, finden aufgrund der
angespannten Situation am Wohnungsmarkt jedoch über Jahre hinweg keine neue Woh-
nung.
Es gibt eine immer sichtbarer werdende Armutsgefährdung; die Lebenshaltungskosten sind
im Zuge der Inflation stark gestiegen, die Gehälter (vor allem im Niedriglohnsektor) können
diese Kostensteigerungen jedoch kaum auffangen. Auch im Sozialleistungsbezug bleibt im-
mer weniger Geld zum Leben übrig, da sich Güter wie Lebensmittel, Haushaltsenergie etc.
im Vergleich besonders stark verteuert haben. Vor allem Familien, Alleinerziehende und
Menschen mit einem geringen Bildungsgrad sind davon betroffen.
Akute Mittellosigkeit war auch im Jahr 2024 ein wiederkehrendes Thema in der Beratung.
Hier ist unser Ziel, mit gezielten Interventionen Mietschulden oder fristlosen Kündigungen
vorzubeugen und sicherzustellen, dass die Menschen genug Geld für Lebensmittel haben.
Betroffene sind wegen der fehlenden finanziellen Spielräume stark belastet und überfordert
im Umgang mit den Behörden. Politische Diskurse und die Stigmatisierung ganzer gesell-
schaftlicher Gruppen verunsichern die Menschen zusätzlich.
Der Zugang zu den Behörden ist durch die Einführung digitaler bei gleichzeitigem Abbau
analoger Zugänge für viele Ratsuchende erschwert. Als Beraterinnen treten wir hier als Ver-
mittlerinnen auf, nehmen aber gleichzeitig auch unsere Lobbyfunktion wahr und arbeiten an
Verbesserungen für die Ratsuchenden.
Da die Nachfrage nach Beratungen sehr hoch ist und wegen der Einsparungen und Kürzun-
gen zukünftig auch noch steigen wird, müssen Ratsuchende mit Wartezeiten rechnen. Für
dringende Anliegen kann das problematisch werden. Wegen der hohen Komplexität der
Themen findet außerdem regelmäßig eine Verweisberatung an andere spezialisierte Stellen
statt.
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Fortbildungen der Beraterinnen: „„Grundlagenseminar SGB XII“, Workshop „Rassismuskritik
in divers positionierten Teams“, „SGB II - Basiswissen für die Sozialberatung“
Vernetzung / Kooperation
Unsere Vernetzung mit anderen Beratungsstellen in Chorweiler ist sehr gut. Sie ist absolut
notwendig für ein gutes Funktionieren unserer Einrichtung. In Kooperation mit anderen Bera-
tungsstellen auf der Quartiersebene können einzelne Themen der Beratung intensiver, pass-
genauer und nachhaltiger bearbeitet werden. 2024 haben wir auf die Verbesserung und den
Ausbau dieser Vernetzung großen Wert gelegt und werden diese intensiven Arbeitsbezie-
hungen auch 2025 gut pflegen und weiter ausbauen. Hierdurch verbessern sich unsere
passgenauen Verweise und für unsere inhaltliche Arbeit ergibt sich eine Verbesserung der
Fachkenntnisse. Für die nachhaltige Bearbeitung der komplexen Problemlagen müssen an-
dere Einrichtung mit ihren Kompetenzen einbezogen werden.
Sachbericht der Erwerbslosenberatungsstelle von Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.
Darstellung der Tätigkeiten im Zeitraum 01.01.2024 – 31.12.2024
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit kann auf langjährige Erfahrung in der Beratung
und Unterstützung von erwerbslosen sowie von Erwerbslosigkeit bedrohten Frauen zurück-
greifen. Die Angebote stehen allen Frauen offen, unabhängig von sozialer oder kultureller
Herkunft, Bildungshintergrund, Alter, Familienstand, sexueller Orientierung, Religionszuge-
hörigkeit oder Lebenssituation. Zu den Zielgruppen zählen erwerbslose und von Erwerbslo-
sigkeit bedrohte Frauen, Alleinerziehende, Berufsrückkehrerinnen, Frauen mit Zuwande-
rungsgeschichte und geflüchtete Frauen. Ein zunehmend gefragter Schwerpunkt ist die Be-
ratung von Transgender- und queer-orientierten Menschen mit und ohne Migrationshinter-
grund sowie geflüchteten Frauen aus der Ukraine.
Als interkulturelle Anlaufstelle für erwerbslose Frauen in Köln-Nippes ist der Verein vielen
Ratsuchenden bekannt. Bei Bedarf können Beratungen in mehreren Sprachen angeboten
werden, darunter Türkisch, Farsi, Arabisch, Kurdisch, Ukrainisch, Russisch, Bulgarisch,
Tigrinya, Aramäisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Während der Beratungsangebote
besteht in Notfällen die Möglichkeit der Kinderbetreuung. Durch kommunale Finanzierung
wird eine hauptamtliche Sozialberaterin/Diplom-Sozialarbeiterin gefördert. Die Mitarbeiterin
war zu 90 % in der erweiterten Erwerbslosenberatung und zu 10 % in der kommunalen För-
derung des Beratungsangebotes "ArBOr" tätig.
Psychosoziale Belastungen und Herausforderungen in der Beratungsarbeit
In der Beratung zeigte sich, dass die psychosozialen Belastungen der Ratsuchenden erheb-
lich sind. Eine allgemeine Erschöpfung war spürbar, oft begleitet von einer Verschlechterung
der psychischen und mentalen Gesundheit. Besonders betroffen waren Alleinerziehende und
Mütter mit mehreren Kindern, die über permanente Überforderung berichteten – verursacht
durch unsichere Kinderbetreuung, wiederkehrende Kitaschließungen, Schulausfälle sowie
häufige Infektionen und Erkrankungen ihrer Kinder.
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Ein weiterer belastender Faktor waren die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die soziale
Ungleichheiten verstärkten. Armut und das Gefühl der Ausweglosigkeit nahmen zu. Globale
Krisen, Kriege und Katastrophen belasteten insbesondere Migrantinnen und Geflüchtete, da
viele aus stark betroffenen Herkunftsländern stammen. Bestehende Traumata wurden
dadurch verschärft.
Für Haushalte mit geringem Einkommen hat die soziale Teilhabe weiter abgenommen. Digi-
tale Kommunikation war oft eingeschränkt, da sprachliche und technische Ressourcen fehl-
ten. Der direkte Zugang zu Behörden und Institutionen war erschwert, wodurch der Unter-
stützungsbedarf stieg. Auch die medizinische Versorgung war für viele problematisch, be-
sonders für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und geringen Sprachkenntnissen, die auf
Sprachmittler*innen angewiesen waren.
Ein wachsender Anteil der Beratungen betraf zugewanderte oder geflüchtete Frauen mit be-
ruflichen Qualifikationen aus dem Herkunftsland, die hier jedoch nicht als gleichwertig aner-
kannt oder nachgefragt werden. Diese Frauen erlebten einen Verlust des Selbstwertgefühls
durch die empfundene Dequalifizierung und benötigten langfristige Unterstützung bei der
beruflichen Neuorientierung.
Zahlen und Statistik
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 549 vertiefte Einzelberatungen durchgeführt. Zusätzlich
fanden im Rahmen des Beratungsangebots „ArBOr“ 480 Kurz- bzw. Verweisberatungen
statt. Die größte Zielgruppe waren Frauen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, gefolgt von
Alleinerziehenden mit 187 Beratungen. Die tatsächliche Zahl der allein für die Erziehung
Verantwortlichen dürfte jedoch höher liegen, da hier nur offiziell als alleinerziehend geltende
Frauen erfasst wurden. Neben Familien suchten auch viele Alleinstehende Unterstützung
(193 Beratungen).
Die größte Altersgruppe waren Personen zwischen 36 und 45 Jahren (192 Beratungen), ge-
folgt von 121 Beratungen für 46- bis 55-Jährige, 123 Beratungen von Ratsuchenden zwi-
schen 26 und 35 Jahren und 85 von über 55-Jährigen. 29 Beratungen für Ratsuchende unter
25 Jahren.
Die Ratsuchenden sprachen insgesamt 34 verschiedene Sprachen. Neben Deutsch waren
die häufigsten Sprachen: Dari, Farsi, Arabisch, Ukrainisch, Türkisch, Bulgarisch, Englisch,
Französisch, Spanisch sowie verschiedene afrikanische Sprachen.
Beratungsthemen
Die Einzelberatungen waren vielfältig und oft komplex. Ein hoher Übersetzungsbedarf durch
Sprachmittler*innen führte zu längeren Beratungszeiten.
Sozialrechtliche Fragen standen im Vordergrund (340 Beratungen), darunter:
• Neu- und Weiterbewilligungsanträge für Bürgergeld, besonders nach Trennung oder
Scheidung
• Anträge für ALG, Rente, Grundsicherung im Alter, Elterngeld, Kindergeld, Kinderzu-
schlag, Wohngeld, UVG, Bildung und Teilhabe
• Prüfungen von Bescheiden, insbesondere zu KdU und Einkommensanrechnungen
• Widersprüche und Überprüfungsanträge zu Rückzahlungsforderungen
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• Wohnraumsicherung sowie steigende Miet- und Energiekosten
Die langen Bearbeitungszeiten bei Neuanträgen für Bürgergeld und insbesondere Wohngeld
führten teilweise zu Notlagen, da beispielsweise Mietschulden oder Schulden für die Kinder-
betreuungskosten bei der Stadt Köln entstanden sind. Die existenzielle Not spiegelte sich
auch in einem erhöhten psychosozialen Belastungsniveau wider.
Kriseninterventionen waren u.a. erforderlich bei:
• Akuter Gewalterfahrung (z. B. Vermittlung ins Frauenhaus)
• Unterstützung bei Trennung und Scheidung, insbesondere bei Aufenthalts- und Sor-
gerechtsfragen
• Existenzsicherung
Zusätzlich fanden 82 Beratungen zu gesundheitlichen Themen statt, insbesondere:
• Kuren für Mütter/Mutter-Kind
• Schwerbehinderung und berufliche Reha
• Krankengeld
• Trauma-Therapie
• Bewegungs- und Entspannungsangebote
Weitere 92 Beratungen befassten sich zusätzlich mit der Vereinbarkeit von Familie und
Beruf, u.a. mit Fragen zu Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Erziehungsbera-
tung sowie der Antragstellung auf „Bildung und Teilhabe“ und „Einschulungshilfen“.
93 Beratungen behandelten hauptsächliche Anliegen zum Thema Arbeitsmarkt, einschließ-
lich Berufswegeplanung, Bewerbung sowie Bildung und Qualifizierung. Ein hohes Interesse
bestand außerdem an Sprachkursen und sozialen Austauschmöglichkeiten.
Sachberichte zur arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung in
den ArBOr-Beratungsstellen
ArBOr - Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung im Begegnungs- und
Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) e. V. im Jahr 2024
Die arbeitsbezogene Beratung und Orientierung (ArBOr) ist eine niederschwellige und leicht
zugängliche Anlaufstelle für alle Menschen. Sie ist ein zentraler Bestandteil des umfassen-
den Bildungs- und Beratungsangebots des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimi-
scher Frauen (BFmF) e. V. Insbesondere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nutzen
die ArBOr als Treffpunkt und Begegnungsstätte sowie als Aufenthalts- und Arbeitsort zum
Austausch und zur Vernetzung. Dank der vielfältigen vor Ort gesprochenen Sprachen kann
das BFmF seine Angebote gezielt an die Bedürfnisse der Ratsuchenden anpassen, wodurch
die Kommunikation erheblich erleichtert wird.
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Die ArBOr ist montags bis freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. Darüber hinaus steht die
Leiterin der ArBOr im angrenzenden Beratungsbüro bis 17:00 Uhr für persönliche Anfragen
zur Verfügung. Im Jahr 2024 wurde eine Kundenfrequenzzählung mittels Strichliste durchge-
führt, die eine Gesamtzahl von 4.256 Besucher:innen ergab. Der Frauenanteil lag dabei bei
61 %.
Die barrierefreien Räumlichkeiten ermöglichen einen unkomplizierten Zugang für alle Besu-
cher:innen, auch für jene, die weitere interne Beratungs- und Bildungsangebote in Anspruch
nehmen. Durch ständig aktualisierte Aushänge können sich Besucher:innen eigenständig
über rechtliche Mitteilungen, Stellenanzeigen sowie Hinweise zu Jobmessen und arbeits-
marktrelevanten Themen informieren. Ein besonderes Angebot stellt der wöchentliche Aus-
hang „Tipp der Woche“ dar, der aktuelle Mitteilungen, beispielsweise Neuerungen beim Job-
center oder allgemeine Hinweise zum Verhalten in Notsituationen, bereitstellt.
Zur Schaffung einer angenehmen Atmosphäre ergänzt das BFmF sein Angebot durch das
Bistro „Pusteblume“ und die Kleiderkammer „Klamotte“. Das Bistro dient als zentraler Emp-
fangs- und Treffpunkt und ist mit einer PC-Arbeitsstation, einem Drucker, sämtlichem Büro-
material sowie kostenlosem Internetzugang ausgestattet. Hier können Ratsuchende selbst-
ständig Stellen recherchieren, Bewerbungsunterlagen aktualisieren, ausdrucken und E-Mails
abrufen. Bei größerem Bedarf steht zudem ein Computerraum mit bis zu 14 Arbeitsplätzen
im selben Gebäude zur Verfügung. Im Bistro werden täglich heiße und kalte Getränke, Ku-
chen und Gebäck zu erschwinglichen Preisen angeboten. Bei schönem Wetter lädt eine Ter-
rasse mit zusätzlichen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein.
In der Kleiderkammer werden gespendete Kleidung, Schuhe und Haushaltswaren an Bedürf-
tige ausgegeben. Dieses Angebot wird insbesondere von geflüchteten Menschen genutzt.
Ergänzend dazu stellt das BFmF Ratsuchenden täglich Lebensmittelspenden des Kölner
Großmarkts bereit, von denen insbesondere Menschen aus den sozialraumnahen Unterkünf-
ten Herkulesstraße und Methweg profitieren.
Die ArBOr ist eng mit verschiedenen trägerinternen Beratungsstellen wie der Erwerbslosen-
beratung, Familienberatung, Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) sowie
der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung vernetzt. Darüber hinaus besteht eine
intensive Kooperation mit den drei Bildungswerken, die unter anderem Integrationskurse und
externe Hauptschulabschlüsse anbieten. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der
Caritas, dem SKF, dem Gesundheitszentrum für Migrant:innen sowie der Kontaktstelle Kin-
dertagespflege gewährleistet eine schnelle, unkomplizierte und kompetente Unterstützung
der Ratsuchenden.
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 427 Kurz- und Verweisberatungen zu internen und externen
Fachberatungsstellen durchgeführt. Die Beratungen fanden zu folgenden Themen statt:
• Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen
• Vermittlung von Terminen zur Erwerbslosenberatung
• Unterstützung bei der Online-Stellenrecherche
• Nachweis von Bewerbungsbemühungen für das Jobcenter
• Unterstützung bei der Anmeldung für Ausbildungs- und Jobmessen
• Unterstützung bei dringenden und kurzzeitig erforderlichen Lebensläufen
• Vermittlung von Terminen zur Anerkennung von ausländischen Abschlüssen
• Scannen, Kopieren und Drucken von Originalunterlagen
• Beantwortung von externen Anfragen nach Arbeitsmöglichkeiten in der Institution
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• Formulare und Anträge ausfüllen (z.B. Köln-Pass, BuT-Anträge, Familienversiche-
rungsnachweise, Schulanmeldungen etc.)
• Übersetzungshilfe leisten und bei weiteren Sprachen organisieren
• Weiterleitung von Anfragen zur Rechtsberatung
• Vermittlung von Ratsuchenden an das Gesundheitszentrum für Migrant:innen
• Informationen zu Wohnungsgesellschaften und Wohnungssuche (Onlinesuche)
Über die oben genannten Kernaufgaben hinaus wurden zudem eine Reihe von weiteren
Veranstaltungen zu verschiedenen Themenbereichen organisiert, um die Besucher:innen in
ihrer sozialen, kulturellen und sprachlichen Integration zu fördern. Folgende Veranstaltungen
im Seminar- und Café-Format wurden durchgeführt:
16.01.2024 Stromspar-Check 11 TN
28.02.2024 „Nachhaltigkeit und Umgang mit Ressourcen“ 24 TN
08.03.2024 Frühlingscafé „Rundum Jobcenter und Arbeit“ 18 TN
08.03.2024 Seniorinnentreff am Weltfrauentag 22 TN
27.03.2024 Stromspar-Check 10 TN
16.04.2024 Stromspar-Check 14 TN
06.06.2024 Arbeitslosen-Café „Kommunikation“ 16 TN
29.08.2024 Stromspar-Check 12 TN
18.09.2024 Kontaktstelle Kindertagespflege Köln 27 TN
19.09.2024 Herbst-Café 18 TN
25.09.2024 Stromspar-Check 15 TN
12.12.2024 Arbeitslosen-Brunch „Achtsamkeit“ 17 TN
Darüber hinaus wurde zweimal wöchentlich ein Konversationskurs mit Ehrenamtlerinnen im
ArBOr durchgeführt, bei der die Teilnehmer:innen die erlernte deutsche Sprache üben konn-
ten.
Die Leiterin der ArBOr ist Mitglied des Facharbeitskreises Arbeit und Qualifizierung des Pari-
tätischen Gesamtverbands. Im Jahr 2024 fanden dazu drei Treffen mit wechselnden, aktuel-
len Themen statt. Zudem steht sie in stetigem kollegialen Austausch mit den internen Bera-
tungsstellen, die sich regelmäßig zu Treffen einfinden.
Die Zielgruppe der ArBOr besteht überwiegend aus Menschen in schwierigen und prekären
Lebensverhältnissen. Daher ist der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses, das sich durch
freiwilligen, unverbindlichen und kontinuierlichen Kontakt entwickelt, essenziell. Das Leitprin-
zip der ArBOr lautet „Hilfe zur Selbsthilfe“. Durch die Bereitstellung von Informationsangebo-
ten, die die Zielgruppe zum eigenständigen Handeln ermutigen, leistet die ArBOr einen wich-
tigen Beitrag zur sozialen Integration der Menschen.
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Kommunales Förderprogramm ArBOr- Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung
bei Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.
(Kurz)-Beratung, Orientierung und Gruppenangebote vom 1.1. – 31.12.2024
Neben dem Angebot der tiefergehenden Einzelberatung in der Erwerbslosenberatungsstelle,
konnten im Rahmen des Programms ArBOr Kurz-und Verweisberatungen sowie Grup-
penangebote durchgeführt werden. Auch diese Angebote richteten sich an alle Frauen, un-
abhängig von sozialer oder kultureller Herkunft, Bildungshintergrund, Alter, Familienstand,
sexueller Orientierung, Religionszugehörigkeit oder Lebenssituation. Wir bieten Austausch-
möglichkeiten und Kontakte, um sozialen Rückzug, Isolation, Vereinsamung und Individuali-
sierung zu überwinden. Bei Bedarf konnten die Beratungen in vielen Herkunftssprachen er-
werbsloser Menschen mit Zuwanderungsgeschichte durch Sprachmittlerinnen übersetzt
werden.
Die Erreichbarkeit des Beratungsangebotes war zu den geforderten Öffnungszeiten stets
gegeben: Montag-Donnerstag: 8-17 Uhr und Freitag 8-14 Uhr. Die Einrichtungsräume
sind freundlich, gendersensibel, kindersicher und barrierefrei gestaltet. Durch die kommunale
Finanzierung wird für den Verein eine hauptamtliche Stelle der Sozialberaterin/ Diplom-
Sozialarbeiterin gefördert. Die Mitarbeiterin war anteilig (90%) als Beraterin in der Erwerbslo-
senberatungsstelle und mit einem Stellenanteil von 10% in der kommunalen Förderung des
Beratungsangebotes „ArBOr“ tätig. Dort war sie zuständig für die Kurz-und Verweisungsbe-
ratungen, die Durchführung und Koordination der offenen Angebote sowie u.a. für Öffentlich-
keitsarbeit und Netzwerkarbeit. Zusätzlich waren Honorarkräfte, Übungsleiterinnen und Eh-
renamtliche im Einsatz.
Zahlen und Statistik
Kurz- bzw. Verweisberatungen: 480 Beratungen haben als Kurz- (bis ca. 15 Minuten) und
Verweisberatungen (z.B. zu Erwerbslosenberatungsstelle, Sprachförderung, Frauen-und
Familienberatung, MBE, Rechtsanwältinnen, Anerkennungsberatung, Schuldnerberatung,
Verbraucherschutz, Frauenhaus, Wohnungsbaugesellschaften, Behörden, Weiterbildungs-
träger, „Little Bird“…) v.a. persönlich in Präsenz aber auch bei Bedarf telefonisch oder per
Email stattgefunden.
Gruppenangebote: Insgesamt 1.178 Teilnehmerinnen (TN) haben folgende Angebote be-
sucht:
Infocafé (insgesamt 120 TN): Im seit vielen Jahren regelmäßig stattfindenden Info-Café
werden Fragen aus der Beratung aufgegriffen und in Form von Infoveranstaltungen mit Hilfe
eingeladener Referent*innen bearbeitet. Schwerpunkte der monatlich durchgeführten Info-
Veranstaltungen waren: 2x Fragen zum Bürgergeld, Stromsparcheck, Gesunde Ernährung,
Gesundheitsprävention durch Bewegung, Ehrenamt, Stressbewältigung, Frauen-
Selbstverteidigung, Müllvermeidung und Mülltrennung, Nachhaltigkeit: Faire Kleidung, Kon-
sum reduzieren und recyceln.
Bewerbungswerkstatt (186 TN): In der wöchentlich stattfindenden Bewerbungswerkstatt
fanden die Besucherinnen (in Einzelterminen) konkrete Unterstützung bei der Stellensuche,
der Erstellung der Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung zu Vorstellungsgesprächen.
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“Ich entdecke meine Stadt“ (225 TN): 15 Ausflüge und Exkursionen, kostenlose Muse-
umsbesuche, Zoobesuch, entspannte Plätze und Lernspaziergänge in Parks, Stadtteilfüh-
rungen, besondere Orte etc.- teils als Ferienprogramm für Mütter und Kinder.
Konversationstraining für Bewerbung in Beruf und Ausbildung (312 TN): ein gut fre-
quentiertes, wöchentliches Kleingruppenangebot für durchschnittlich 8 erwerbslose Migran-
tinnen, die ihre erworbenen Sprachkenntnisse weiter ausbauen möchten.
Empowermentgruppe für erwerbslose Frauen (80 TN): ein monatliches Angebot für Frau-
en, die ihre vorhandenen Fähigkeiten festigen und den Mut entwickeln möchten, Neues zu
lernen-zur Stärkung ihrer Lebensfreude und Selbstermächtigung.
Selbstbehauptungstraining für Frauen- WenDo (24 TN): zur Stärkung des Selbstvertrau-
ens und angstfreier Bewegung im öffentlichen Raum.
Neu Tanzworkshop (8 TN): im Dezember startete der Tanzworkshop zur Stärkung der per-
sönlichen Ausdrucksfähigkeit ohne Worte.
Gesundheitswandern für Frauen (32 TN): in Kooperation mit dem Projekt „Basis für Ge-
sundheit“ von Zug um Zug e.V. erwandern wir nahe gelegene Naturpfade, um neue Wege
kennen zu lernen, in Gemeinschaft Natur zu erleben und Freude an Gesundheit zu entwi-
ckeln.
Feste und Veranstaltungen (insgesamt 191 TN): Gemeinsame Feste, Infoveranstaltungen
und Aktivitäten wurden gerne angenommen: Veranstaltung und Fest zum Weltfrauentag (53
TN), Sommerfest für Frauen und Kinder (65 TN), Internationaler Tag gegen Gewalt an Frau-
en (18 TN), Interkulturelles Jahresabschlussfest (55TN).
- Nicht mitgezählt ist unsere gemeinsame aktive Teilnahme an den Großveranstaltungen:
Lichtfest in Nippes, Aktionstag „Köln bleibt sozial“, „Fest „Veedel 4All“ mit dem IKD Nippes
auf dem Wilhelmsplatz, Informationsveranstaltung „Frauen-Arbeit-Zukunft“ mit BCA Agentur
für Arbeit und Jobcenter Köln, Informationsstand bei Integrationshaus e.V. in Kalk, Markt der
Möglichkeiten zum Weltfrauentag im Rathaus.
Zusätzlich standen den Besucherinnen weitere offene Angebote des Vereins zur Verfü-
gung, die anderweitig finanziert wurden:
- Workshop Selbstpräsentation (12 Termine mit je 4 UStd./Woche,): „Wirkungsvoll Auftre-
ten. Wie werbe ich gekonnt für mich und meine Fähigkeiten“.
- Yoga und Entspannung: wöchentliches Angebot zur Kräftigung von Seele und Körper
- Lernwerkstatt für Alleinerziehende- „Digitales Empowerment“- Einführung in die Nut-
zung von iPads und Verleih von Endgeräten
-das ehrenamtlich geführte „Sprachcafe für Geflüchtete“ mit Austauschmöglichkeit, Ange-
boten wie Alphabetisierungskurs, Kreativangebote, Mitnehmbazar mit gut erhaltener Klei-
dung, Spielzeug und Kosmetikartikeln aus Spenden u.a
- Internationale Kulturküche: monatliches Angebot mit gemeinsamen Kochen, Austausch
und Stärkung der interkulturellen Kompetenzen.
- Nähwerkstatt: Nähcafé: wöchentliches offenes Angebot zum Reparieren, Upcyceln und
kreativer Neugestaltung von Kleidung. Und 2 Nähkurse mit 6 Terminen: Grundlagen von
Zuschnitt und Nähen an der Maschine Schritt für Schritt lernen
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Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit: Der Verein ist seit vielen Jahren in regionalen, über-
regionalen, sozialraum- und zielgruppenorientierten Arbeitskreisen und Netzwerken aktiv,
z.B.: „Kölner Beratungsnetz“, „Bilderstöckchenkonferenz“ und „Stadtbezirkskonferenz Nip-
pes“, „LILA in Köln“-Bündnis autonomer Frauenprojekte, „AKF-Arbeitskreis Kölner Frauenor-
ganisationen“, „Austausch mit BCA Jobcenter/ Agentur für Arbeit, „AK- vernetzte Beratung
der Lernenden Region“, div. Facharbeitskreise des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, „AK
Grundsicherung in Köln“, „AK Beratungsnetz Nippes“, Runder Tisch Nippes u.v.m. Durch die
Einladung von Referent*innen vor Ort im „Infocafe“, konnten unbürokratisch erste Kontakte
zu weiteren Fachdiensten geknüpft und die Ratsuchenden gut angebunden werden.
Kellerladen e. V.
ArBOr – arbeitsbezogene Beratung im Kellerladen e.V. 01.01.2024 – 31.12.2024
Im o.g. Zeitraum kam es zu 706 Kontakten, dahinter stehen 45 Personen mit 139 Folge-
kontakten und das heißt, dass es 24 Frauen und 21 Männer waren, die längerfristig
beraten wurden. Bei den Kurzkontakten werden Informationen weitergegeben, die den
Einzelnen helfen, Dinge evtl. schneller zu erledigen.
Der Kellerladen e.V. befindet sich in einem Siedlungsgebiet in unmittelbarer Nähe zu den
Menschen, so dass fast alle Gespräche direkt im persönlichen Kontakt stattfanden. Wie im
Jahr
zuvor blieb es nicht bei einem einmaligen Kontakt, sondern es gab Folgekontakte. Oft hilft
eine Information im Rahmen eines Kurzkontaktes über weitere Hilfen, zuständige Ämter oder
sonstiges, damit Ratsuchende alleine weiter ihre Interessen verfolgen können. Kurzkontakte
entstehen auch oftmals vor einem Beratungsgespräch oder hinterher.
Der Sozialraum Bilderstöckchen ist ein kinderreiches Viertel, daher leben bis zu 61 % der
Ratsuchenden mit einem bis zu sechs Kinder zusammen. Dies bedeutet oft, dass die
Familien aufstockende Leistungen aus dem Bürgergeld erhalten bzw. Wohngeld und
Kinderzuschlag; dazu kommen noch ergänzende Leistungen und Vergünstigungen, die
man durch Anträge bei „BuT“ oder den KölnPass erhalten kann.
Diese finanzielle „Decke“ ist trotzdem oftmals zu kurz. Gibt es irgendeinen Sonderbedarf,
z.B. ein wichtiges Haushaltsgerät (Waschmaschine, Herd, Kühlschrank) ist irreparabel
defekt, wird die Grenze der Existenzsicherheit erreicht und die Haushalte geraten schnell in
Gefahr, die Miete oder die Kosten für die Energie nicht mehr oder nicht mehr vollständig zu
zahlen. Hier beginnt dann oft die Schuldenfalle, aus der man nur mit viel Beratung,
Begleitung und Geduld hinauskommt.
Der Kellerladen e.V. bietet neben der allgemeinen Beratung sein Wissen und seine Kontakte
an, um zusätzliche finanzielle Mittel zur Deckung des Lebensunterhaltes vorzuhalten. Seit
2009 gibt es eine Lebensmittelausgabe, die gut besucht wird. Der Fahrradladen sowie der
Friseur bieten für
unsere Bewohner ihre Dienstleistungen preiswert an. Das Café im Vereinstreff bietet die
Möglichkeit, andere bei einer Tasse Kaffee zu treffen bzw. zwanglos mit dem Kellerladen in
Berührung zu kommen.
Eine andere zahlenmäßig starke Gruppe sind die 1-Personen-Haushalte (40 %). Hier handelt
es sich hauptsächlich um Menschen im Rentenalter mit aufstockender Grundsicherung oder
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schwerbehinderte, kranke und langzeitarbeitslose Personen, die neben ihrer Erwerbs-
minderungsrente ebenfalls eine Transferleistung erhalten.
Viele „Babyboomer“, die jetzt das Rentenalter erreichen, benötigen Hilfe bei der Beantragung
der Altersrente und Beratung bei der Frage, wie sie mit dem geringeren Einkommen ihren
Lebensunterhalt bestreiten können.
Nach wie vor benötigen Rentenanträge – egal, ob Alters- oder Erwerbsminderungsrente –
viele Wochen und Monate zur Bearbeitung. Liegt der Rentenbescheid nicht vor, gibt es
Probleme bei der Auszahlung von Geldern von anderen Sozialleistungsträgern. Die Anträge
für Wohngeld und Kinderzuschlag, die sich gegenseitig bedingen, benötigen bis zur
Bewilligung Monate und bringen Familien in große finanzielle Bedrängnis bzw. es bedeutet
eine Antragstellung beim Jobcenter für eine Zwischenfinanzierung – verbunden mit all dem
bürokratischen Aufwand.
Erschwerend kommt zu allem hinzu, dass der Zugang zum Jobcenter nur noch digital
erfolgen soll.
Die Praxis zeigt, dass die Menschen zwar ein Smartphone haben, aber Menschen mit
Migrationshintergrund oft nicht die Erklärungen der Schritte verstehen, die sie machen
sollen, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Es gibt mittlerweile zwar
Übersetzungsprogramme, aber selbst deutsche Antragsteller benötigen Hilfe beim Ausfüllen
der Anträge, weil sie unsicher sind, wie die Fragen zu verstehen sind.
Der Kellerladen e.V. hat gut aus- und fortgebildete Mitarbeiter und ist als Träger gemäß
AZAV zertifiziert. Zusätzlich zu der allgemeinen sozialen Beratung hat sich der U25-Bereich
über die Jahre gut entwickelt. Hier werden Jugendliche und junge Erwachsene auf ein
selbständiges Leben mit einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz beraten und begleitet. Diese
Jugendlichen und junge Erwachsenen kommen häufig aus den Familien, deren Eltern bereits
den Kellerladen kennen oder sie werden vom Jobcenter Köln Bereich U25 zugewiesen.
Trotzdem gibt es Bereiche, die spezielles Wissen erfordern bzw. vertiefte, längere
Beratungsprozesse mit sich bringen. Hier verweisen die Mitarbeiter entweder auf die
Erwerbs-
losenberatungsstellen oder andere Beratungsstellen, wie Verbraucherzentrale,
Schuldnerberatung,
Beratung in Sachen Sucht oder Erziehungs- und Familienberatungsstellen.
Regelmäßig nimmt der Kellerladen e.V. an der „Bilderstöckchenkonferenz“ und deren Unter-
AGs zu bestimmten Themen (z.B. Jugend und Wohnen) teil. Hier treffen sich alle sozialen
Akteure aus dem Sozialraum, um sich auszutauschen und zu kooperieren.
Ebenso gibt es Arbeitskreise zu den Themen „Arbeitslosigkeit“ und „Armut“, die stadtweit
organisiert sind und an denen der Kellerladen e.V. ebenfalls teilnimmt. Hier treffen sich auch
die Institutionen, die über das städtische Förderprogramm BOREA gefördert werden. Diese
Kooperation beinhaltet auch, dass man sich bei hohem Aufkommen von Beratungen
gegenseitig hilft, d.h. Ratsuchende können so schnelle Hilfe bekommen.
Im einem Sozialraum wie dem „Bilderstöckchen“ spielt das Zusammengehörigkeitsgefühl
eine große Rolle. Bei so vielen unterschiedlichen Nationen, die hier zusammenleben, ist es
unabdingbar, dass man in „guter Nachbarschaft“ lebt. Dazu tragen Feste bei, die jetzt wieder
stattfinden können. Der Kellerladen e.V. hat im Jahr 2024 sein 40jähriges Jubiläum gefeiert.
Es war ein gelungenes Fest mit und für die Nachbarschaft.
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Lindweiler Treff e. V.
Beratungsstelle im Rahmen des Förderprogramms
„ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung" im Lindweiler
Treffs des Diakonischen Werks Köln und Region- 2024
Der Lindweiler Treff und dessen Arbeitslosenzentrum liegen in geographisch günstig gelege-
ner Position im Stadtteil Lindweiler, da sie auf dem zentralen Platz verortet und gut erreich-
bar sind. Der Platz wird durch einladende und wiederkehrende Angebote des Lindweiler
Treff, die sich an alle Bürger:innen richten, belebt.
Regulär nehmen jede Woche bis zu 240 Besucherinnen und Besucher die Angebo-
te/Aktivitäten des Lindweiler Treffs wahr. Hinzu kommen jene, die Veranstaltungen oder das
Secondhandcafé besuchen bzw. an verschiedenen Einzelprojekten teilnehmen oder Grup-
pen, die die Räumlichkeiten selbständig und/oder selbstorganisiert nutzen. Insgesamt be-
suchten im Jahr 2024 wiederkehrend über 2800 Menschen den Lindweiler Treff. 380 Men-
schen nahmen eine Langzeitberatung in Anspruch. Davon waren 268 weibliche und 112
männliche Ratsuchende. 798 Menschen wurden bis zu 15 Minuten in sozialen Fragen bera-
ten. Fotokopien und kurze Infos unter 5 Minuten wurden nicht dokumentiert.
Regionale Problemlage und die Herausforderungen vor Ort
Zwischen Autobahnen, Bahnlinie und einer Schnellstraße eingegrenzt, wird Lindweiler als
deutlich isoliert und von positiven Strukturwandelprozessen vernachlässigt erlebt.
Die Herausforderungen sind aufgrund der besonderen Insellage nach wie vor enorm hoch.
Auch die Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes, das Ende 2024
abgeschlossen wurde, haben nicht zur Behebung der grundlegenden Probleme beigetragen.
Die seit mehreren Jahren anhaltenden und sich ablösenden globalen, nationalen und regio-
nalen Krisen schlagen sich in negativer Stimmungslage bei den Menschen in Lindweiler nie-
der. Die gestiegenen Energie-, Neben- und Mietkosten, Sorgen vor Altersarmut, hoher Ver-
schuldung und Perspektivlosigkeit sind wiederkehrende Themen bei Ratsuchenden im Lind-
weiler Treff. Der Zuspruch für die AfD, auch bei Ratsuchenden mit Migrationshintergrund, ist
deutlich gestiegen.
Der demographische Wandel, welcher zu einer Überalterung im Ort beiträgt und der Aus-
und Wegzug der Kindergeneration, macht vor allem den Eigenheimbesitzern große Sorgen.
Gleichzeitig gibt es einen Generationswechsel. Freiwerdende Wohnungen werden vor allem
durch Familien im SGB II-Bezug und Personen mit Migrationshintergrund neu bezogen. Der
Anteil dieser beiden Bewohnergruppen in Lindweiler wächst überdurchschnittlich bei gleich-
zeitigem Rückgang der Einwohnerzahl.
Ende des Jahres 2023 waren 22,5% Bewohner Lindweilers im SGB II Bezug, was weit über
dem Durchschnitt der Stadt Köln liegt (12,6 %)1. Die Quote der Bedarfsgemeinschaften nach
dem 2. Sozialgesetzbuch lag bei 17,5% (Stadt Köln 10,9%)2. Mehr als die Hälfte der Ein-
wohner:innen besitzen einen Migrationshintergrund und oder sind ausländischer Herkunft
(52,0%/Stadt Köln 42,4%)3.
1 Sozialpolitik-aktuell.de Quelle: Bundesagentur für Arbeit 2024, SGB II-Hilfequoten
2 Stadt Köln-Amt für Stadtentwicklung und Statistik: Kölner Stadtteilinformationen, Bevölke-
rungszahlen 2023
3 Stadt Koeln.de: Bevölkerung in Köln 2023
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Akteure im Lindweiler Treff
Hauptamtliche Mitarbeiter
Im Lindweiler Treff sind in der Regel eine qualifizierte Fachkraft tätig, eine Diplom-
Sozialwissenschaftlerin (mit 39 Stunden) und eine Semesterpraktikantin der sozialen Arbeit
(mit 30 Stunden). Darüber hinaus arbeiten drei Schüler-Coaches auf Minijob-Basis sowie
weitere projektbezogen tätige Honorarkräfte.
Ehrenamtliche Mitarbeiter
Ferner sind ca. 40 langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lindweiler
Treff tätig. Auch hier ist die Überalterung spürbar. Die Akquise neuer ehrenamtlicher Helfer
gestaltet sich gut. Die ehrenamtliche Tätigkeit bietet vor allem Langzeitarbeitslosen eine
sinnvolle Beschäftigung im Rahmen der Selbstwirksamkeit.
Angebote und Projekte des Arbeitslosenzentrums
Für die Angebote/Aktivitäten stehen ein multifunktionaler Gruppenraum für 25 Personen und
ein Beratungsraum für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. Hinzu kommen ein Büroraum
und die Räumlichkeiten des Secondhandcafé Schatztruhe.
• Café Schatztruhe
• Stadtteilfrühstück
• Lebensmittelschrank
• Schuldnerberatung
• Nähtreff
• Erzählcafé
• Computerclub
• Qualifizierungsangebote
• Suchtberatung
• Mittagstisch
• Empowerment Training für Mädchen
Kölner Beratungsnetz
Der Lindweiler Treff ist als Arbeitslosenzentrum Mitglied des Kölner Beratungsnetzes. Dies
ermöglicht eine enge Zusammenarbeit und Kooperation mit den anderen Erwerbslosenbera-
tungsstellen und Arbeitslosenzentren in Köln. In der täglichen Arbeit werden je nach Bedarf
und individueller Situation Ratsuchende an die anderen Träger vermittelt, um eine bestmög-
liche Unterstützungsleistung zu garantieren. Das Beratungsnetzwerk trifft sich vier- bis
sechsmal im Jahr, um sich untereinander fachlich auszutauschen, kollegial zu beraten, die
Interessen der Ratsuchenden in der Öffentlichkeit zu vertreten sowie gemeinsame Aktivitä-
ten zu planen und durchzuführen.
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Das Ziel des gemeinsamen Beratungsnetzwerkes ist, dieses für Kölns Bürgerinnen und Bür-
ger zu erhalten.
Mitglied im
Café im Veedel
Beratungsstelle im Rahmen des Förderprogramms
„ArBOr – Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung"
Jahresbericht: vom 01.01.2024 – 31.12.2024
„Café im Veedel“│ Buchheimer Weg 50 │ 51107 Köln │ 0221 – 222 878 - 21
Beratungsbüro │ Gernsheimer Straße 11 51107 Köln │ 0221 – 222 878 - 22
Die Beratungsstelle liegt mitten im Stadtteil Ostheim. Eingebettet zwischen den
benachteiligten Quartieren Buchheimer Weg und Gernsheimer Straße, die circa 50% der
Einwohner von Ostheim ausmachen. Das Quartier Gernsheimer Straße gilt als das am
meisten benachteiligte Gebiet in Köln (91% Migrationshintergrund; 89,2% OGTS beitragsfrei;
SGB II Quote bei Kindern von 3-6 gleich 71,8%; Arbeitslosenquote 26,2 %) Neben den
Ostheimer Einwohnern nutzen auch viele Arbeitslose aus angrenzenden Stadtteilen die
Beratungsstelle Anlaufstelle.
Ziel der Arbeit
ist die Aktivierung und Verbesserung der Lebenssituation von Arbeitslosen und von Arbeits-
losigkeit bedrohten Personen. Durch das Ineinandergreifen der verschiedenen Handlungs-
felder des Cafés, sollen Impulse für Veränderungen in den Lebensumständen der Zielgrup-
pen gesetzt werden, damit diese ihre Lebenssituationen verbessern können.
Durch niedrigschwellige Angebote und Begegnungsmöglichkeiten wird der Kontakt zur Ziel-
gruppe aufgebaut und Teilhabechancen ermöglicht. Durch Beratungs- und Betätigungsmög-
lichkeiten, sowie durch die Unterstützung und Aktivierung bei der Selbsthilfe werden Impulse
zur Verbesserung der Lebenssituation ermöglicht.
Zielgruppen sind vor allem die Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen in
Ostheim und den angrenzenden Stadtteilen.Für die Besucher:innen der Beratungsstelle
werden vielfältige Begegnungs-, Betätigungs-, Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten
geschaffen. Neben den von Engagement getragenen Angeboten erfordern die knappen
Ressourcen jedoch eine zunehmende Hinwendung zu drittmittelfinanzierten Projekten, da es
über die Förderung kaum noch möglich ist, eigenständige und langfristige Angebote
außerhalb der Beratung bereitzustellen.
Regelmäßige offene Angebote im „Café im Veedel“:
-Mittagessen im Café: Jeden Mittwoch von 12:30 bis 15:00 Uhr. Im Café im Veedel
Mittagessen, um sich zu begegnen und auszutauschen. In Kooperation mit dem
Seniorennetzwerk Ostheim. 48 Termine mit jeweils 30 – 40 Gästen.
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-Reibekuchendonnerstag: Jeden Donnerstag von 09:00 bis 14:00 Uhr. Reibekuchen essen,
um sich zu begegnen und auszutauschen. 48 Termine mit jeweils 5–20 Gästen.
-Formularhilfe: dienstags von 16:00 bis 18:00 Uhr. 45 Termine mit je 1–6 Hilfesuchenden
und 2–5 ehrenamtlichen Unterstützer:innen.
-Schachtreff: Seit November 2023 alle zwei Wochen montags von 17:00 bis 19:00 Uhr. 50
Termine mit jeweils 3–5 Teilnehmer:innen.
-Kochgruppen: Nach Vereinbarung von 08:00 bis 12:00 Uhr. 10 Termine mit jeweils 5–7
Teilnehmer:innen.
Projektbasierte Angebote im „Café im Veedel“:
-Senioren-Kochgruppen: Letzter Donnerstag im Monat, 17:00 bis 20:00/21:00 Uhr. 10–15
Teilnehmer:innen. (In Kooperation mit dem Paula-Dürre-Haus, Ostheim.)
-Fahrrad-Repair: on Tour: Eigenes Rad fit machen oder Schrotträder umbauen. 10 Termine
mit jeweils 5–25 Besucher:innen. (Gefördert durch Bezirksorientierte Mittel Kalk.)
Internationaler Nähtreff: Gemeinsam nähen und Deutsch verbessern. Jeden Montag von
10:00 bis 12:30 Uhr. 8 Teilnehmerinnen. (Gefördert durch Bezirksorientierte Mittel Kalk, in
Kooperation mit Komkar e.V.)
-Mein eigenes Kochbuch (Grundbildung): Schreiben und Lesen verbessern anhand von
Rezepten. Von April bis Juni, 09:00 bis 12:15 Uhr. 3–5 Teilnehmer:innen pro Sitzung. (In
Kooperation mit Lernende Region Köln.)
-Selbstlerntreff: Unterstütztes arbeitsbezogenes Selbstlernangebot mit Schwerpunkt PC.
Dienstags von 09:30 bis 13:10 Uhr. Von September bis November. 0–1 Teilnehmer:in. (In
Kooperation mit Lernende Region Köln.)
Die Beratungsstelle ist außerdem im Stadtteil verankert und organisiert
Teilhabemöglichkeiten für die Menschen. Saisonale Feste und Angebote: Frühlingsfest am
Buchheimer Weg, Weihnachten: Adventskranzbinden im Café, Weihnachtsliedersingen im
Café, Plätzchenbacken im Café, der Nikolaus kommt ins Café, Ostheimer Weihnachtsmarkt,
Ostheimer Stadtteilfest, Ostheimer Karnevalszug,Vermietung des Café im Veedel für private
Feiern.
Sozialberatung
Die Sozial- und Verweisberatung war in diesem Zeitraum von mehreren Wechseln bestimmt.
N. Buchzuladze, die Anfang des Jahres ausschied, wurde von Lukas Damme ersetzt. Ab Mai
2024 wurde die Sozialberatung von R. Hämmerling übernommen, während Herr Damme
sich um die Angebote im Café kümmerte. Im Dezember 2024 stieg Herr Hämmerling aus der
Beratung aus und Herr Damme übernahm wieder die Beratung.
Die häufigen personellen Wechsel führten auch immer wieder zu wechselnden
Beratungszeiten. Insgesamt wurden 85 Personen beraten. Die Umstellung auf ein
Sprechstundenmodell kann dabei grundsätzlich als ein Erfolg verzeichnet werden und
schaffte trotz der Personalwechsel eine gewisse Beständigkeit.
25 % der Ratsuchenden haben die deutsche Staatsangehörigkeit, der Anteil der
Menschen mit einer internationalen Geschichte liegt bei 78% (Vorjahr 90 %).
Von den Ratsuchenden bestreiten 45 % (Vorjahr 62%) ihren Lebensunterhalt primär durch
SGB II Leistungen. Die Anzahl an Personen bzw. Haushalten mit mehreren
Einkunftsarten, auch weiteren Transferleistungen, liegt bei 26% (Vorjahr 29%). Die Anzahl
von Personen die trotz Erwerbseinkommen Unterstützung suchten stieg auf 19% an.
Bis auf vier Personen sind alle zu Beratenden über 25 Jahre alt. Wobei 34% (Vorjahr 44%) in
der Erwerbsarbeitsphase zwischen 25 und 44 und 51%( Vorjahr 50%) in der
Erwerbsarbeitsphase zwischen 45 und 64 sind.
Von 16 Personen ist bekannt, dass sie Alleinerziehend sind. Der Anteil von Haushalten mit
vier oder mehr Familienangehörigen ist etwas zurückgegangen auf 40% (Vorjahr 44%).
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Die Verteilung der relevanten Themenbereiche konzentrierte sich in der Beratung stark auf
die Themen Wohnen und Wohnraumerhaltung, Schulden und gesundheitliche Versorgung -
45 % davon bezogen sich auf das SGB II - gleichgeblieben, mit einem Anteil von 10 % gab
es Beratungen auch im Bereich Ausländerrecht (Aufenthaltstitel/Einbürgerung). Viele dieser
Fälle haben mit einer fehlenden Erreichbarkeit des Ausländeramtes und dem Ablaufen von
Aufenthaltstiteln zu tun.
Die Widerspruchsbearbeitungen konzentrierten sich auf fehlerhaftes oder massiv
verspätet angerechnetes Einkommen durch das Jobcenter. Leider wieder angestiegen sind
die Fälle der Beratung in akuten Notsituationen (u. a. drohender Wohnungsverlust,
Mittellosigkeit) und hoher psychosozialer Belastung mit 29% (13% in 2023, aber 37% in
2022). Inzwischen sind fast die Hälfte der Ratsuchenden funktionalen Analphabeten, die
Lese- und Schreibhilfe benötigen und/oder nur wenig Deutsch sprechen.
Das Café im Veedel bietet insbesondere auch für diese Menschen seit November 2023 eine
von ehrenamtlichen unterstützte Formularhilfe ergänzend zur Sozialberatung an. Die
Grundbildungsangebote die als Reaktion auf die steigende Zahl etabliert wurde wurden
allerdings kaum von den Ratsuchenden wahrgenommen.
Sachbericht für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2024
ArBOr – „Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung“ im Bürgerzentrum
Finkenberg
Träger: Parisozial gGmbH Köln
Die "Arbeitsbezogene Beratung und Orientierung" gibt es im Bürgerzentrum Finkenberg sei
Mai 2022. Seit April 2023 wird sie von der Berichterstatterin durchgeführt. Pro Woche
zweimal für jeweils acht Stunden vor Ort, zudem einmal für vier Stunden telefonisch oder
online. Vom 01.01.2024 bis 31.12.2024 fanden statt:
• 344 ausführliche Beratungen, überwiegend Im Bürgerzentrum Finkenberg
• 143 Kurzberatungen, meist telefonisch oder online
Die Beratung ist mehr als ausgelastet; eine Bewerbung wie zu Beginn des Angebots ist nicht
mehr nötig. Ratsuchende erfahren davon durch weitere sozialen Akteur:innen des Stadtteils,
durch Behörden und durch Mund-zu-Mund-Propaganda.
Für steigende Nachfrage sorgen im Berichtszeitraum wirtschaftliche, politische und
gesellschaftliche Probleme. Ratsuchende mussten zum Teil Wartezeiten von bis zu drei
Wochen in Kauf nehmen. Verweise an andere, ebenfalls überlastete Einrichtungen waren
kaum noch möglich.
Individuelle Beratung und Unterstützung im Zusammenhang mit Erwerbslosigkeit
Zentrale Inhalte der Beratung sind:
• Information rund um das Arbeitslosen- und Bürgergeld (SGB II und SGB III)
• Hilfe bei Antragsstellung und Prüfung von Bescheiden
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• Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen, v.a. zu Wohngeld und Familienkasse
• Weitervermittlung an Fachstellen, insbesondere zum Thema Migration
• Suche nachhaltiger Lösungen zur Existenzsicherung
• Hilfe bei langanhaltender Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit
• Erstellung von Bewerbungsunterlagen und Hilfe zur Stellensuche
Kooperationen und Netzwerkarbeit
Die Berichterstatterin pflegt den Austausch mit verschiedenen Fachdiensten und weiteren
Kölner Beratungsstellen zum Thema Arbeit. Durch Teilnahme an Arbeitskreisen und
Gremien sichert sie Informationsfluss und Beratungsqualität.
Die Behördenkommunikation läuft für die Beraterin besonders mit dem Jobcenter gut, die
Ausländerbehörde ist schwierig bis gar nicht zu erreichen. Gleichzeitig erschweren lange
Wartezeiten und eine für die Betroffenen schlechte Erreichbarkeit und Verständlichkeit der
Behörden die Beratungsarbeit erheblich. Die Beraterin fungiert häufig als Schnittstelle
zwischen Ratsuchenden und Ämtern, um Anliegen zu klären und Anträge zu beschleunigen.
Die Ratsuchenden
Ein großer Teil der Beratung betrifft Personen mit internationaler Biografie. Hier besteht
besonderer Handlungsbedarf in der Zusammenarbeit mit Behörden wie dem Ausländeramt
und dem Jobcenter, insbesondere bei Fragen zu Aufenthaltstiteln, Sozialleistungen und
Erwerbstätigkeit. Viele Fälle sind komplex und erfordern längere Begleitung. Die Mehrzahl
der Beratungen zieht sich über mehrere Termine hin. Viele Personen kehren immer wieder
mit neuen Problemen zurück. Steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten sowie Inflation
führen zu mehr Beratungsanfragen. Besonders Familien mit Kindern, pflegebedürftigen
Angehörigen oder Personen mit internationaler Biografie sind zunehmend von Armut
betroffen.
Gesellschaftliche und politische Veränderungen, Polarisierung und rassistische sowie
sexistische Äußerungen verstärken Unsicherheiten. Debatten um Asylverfahren schüren
Ängste, sodass Betroffene überstürzt handeln und riskante Entscheidungen treffen.
Besondere Herausforderungen
Die Digitalisierung überfordert viele Ratsuchende, insbesondere mit geringen Sprach- und
Medienkompetenzen. Angebote wie „Jobcenter Digital“ bleiben für sie unzugänglich, da die
Beratungsstelle keine Einführung zusätzlich zur Beratung anbieten kann. Behörden sollten
hier stärker unterstützen, denn bei richtiger Anwendung erleichtern digitale Anwendung die
Beratungsarbeit, aber auch den Zugang zum Jobcenter für die Betroffenen, enorm.
Der Übergang vom Bürgergeld zu anderen Leistungen (Wohngeld, Kinderzuschlag) dauert
oft lange. Besonders wenn die Leistungen des Jobcenters bereits eingestellt wurden, führt es
oft dazu, dass die Ratsuchende oft lange ohne ihnen zustehende finanzielle Unterstützung
am Rande des Existenzminimums leben müssen. Dadurch stehen die berufliche
Eingliederung und gesellschaftliche Integration unter hohem Druck, da Ressourcen in
diesem Bereich fehlen. Prekäre Beschäftigung und unklare Zuständigkeiten verschärfen die
Situation.
Der Chancenaufenthaltstitel (18 Monate) scheitert oft an Bearbeitungszeiten und
Anforderungen zur Eigenständigkeit. Der Rückschritt zur Duldung führt zum Mehraufwand in
der Beratung durch Zuständigkeitswechsel der Ämter. Die geringe Bezahlung in vielen
Berufen sorgt gerade bei Familien mit vielen Kindern, dafür dass diese trotz Erwerbstätigkeit
beider Eltern nicht aus der Existenzsicherung des Jobcenter rauskommen und nach Ablauf
wieder in die Duldung fallen.
Die Anerkennung außereuropäischer Schulabschlüsse bleibt schwierig, da viele Geflüchtete
nicht über alle nötigen Dokumente verfügen. Wartezeiten sind lang, wodurch große Lücken
in den Lebensläufen der Personen entstehen. Anerkennungen selten und oft mit großen
Hürden, selbst bei gut qualifizierten Personen, verbunden.
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Der angespannte Wohnungsmarkt führt zu steigenden Mieten, Kündigungen und
unzumutbaren Wohnverhältnissen. Unrechtmäßige Mieterhöhungen werden vom Jobcenter
zurecht oft nicht übernommen, jedoch sind auch Mietvereine überlastet. In solchen Fällen
bleiben die Personen oft auf Kosten sitzen. Viele Ratsuchende leben in feuchten, schlecht
beheizten Wohnungen. Nötige Reparaturen werden nicht durchgeführt.
Lange Bearbeitungszeiten, niedrige Löhne und mangelnde finanzielle Bildung führen oft zu
Überschuldung. Die Beratung konzentrierte sich daher auf nachhaltige Existenzsicherung.
Fazit und Ausblick
Das Konzept der "Arbeitsbezogenen Beratung und Orientierung" hat sich bewährt und ist im
Bürgerzentrum Finkenberg etabliert. Die hohe Nachfrage zeigt den dringenden Bedarf an
individueller Beratung und Unterstützung.
Für die Zukunft wäre eine nachhaltige Ausweitung der Kapazitäten notwendig, um der
steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Besonders im Bereich der Digitalisierung, der
Beratung von Zugewanderten sowie der finanziellen und sozialen Absicherung bestehen
große Herausforderungen, die nur durch weitere Ressourcen und gezielte
Unterstützungsangebote bewältigt werden können.
Angebote des Beratungsnetz Köln
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Organigramm Vingster Treff 2006
Non Profit Bereich Bürgerzentrum
Vingst
Anerkennungsberatung zu schu-
lischen und berufl. Abschlüssen
KIM (Casemangement für junge
Zugewanderte)
Offene Familienberatung
Beratung für Geflüchtete
Infoveranstaltungen/ Digi-
tale Angebote
Informationen zum Bürgergeld
Energie Sparen/Stromsparcheck
Rechte auf dem deutschen
Arbeitsmarkt
Arbeitsausbeutung, Zwangs-
arbeit und Menschenhandel
Faire Zeitarbeit u. Werkverträge
Stärkung digitaler Kompetenzen
Jobcenter digital
Das deutsche Gesundheitssys-
tem
Fortbildungen für Multi-
plikator:innen
Aktuelles zum SGB II
Workshops für Lehrkräfte in In-
tegrations & Berufssprachkursen
Vorstellung der BSA zum
Schwerpunkt Arbeitsausbeutung
u. prekäre Beschäftigung
Caritasvertreter:innen in Europa
Kurse
Bewerbungstraining & -module
ABC der Online-Bewerbung
Alphabetisierungskurse
Integrationssprachkurse
Sozialpädagogische Beglei-
tung bei Deutschkursen
Berufsbezogener Konversati-
onskurs
Kurse zur Stärkung der Kom-
munikation und Orientierung im
Veedel
Nachholen externer Schulab-
schlüsse nach Kl.9 +10
MiA Kurse für Männer und
Frauen
Kurse Beruf & Karriere
Kurse zu Themen der Gesund-
heit, Bildung, Fremdsprachen
Resilienztraining
Digitales Empowerment
Kunterbuntes Malcafe
Förderangebote für
Kinder und Jugendliche
Einzelcoaching für Jugendliche
ins Berufsleben
Nachhilfeangebote
Übermittagsbetreuung
PC Gruppen
Hausaufgabenbetreuung
Eltern-Kind-Gruppen
Kreativangebote
Offene Angebote/Treffen
Interkulturelles Frühstück
Offener Treff für Zugewanderte
Frauencafé /Erwerbslosencafé
PC-Nutzung zur Stellensuche
Formularhilfe
Sprachcafé für Geflüchtete
Grünes Vingst
Gesundheitscoaching
Fitness u. Gesundheit im Alltag
Spielnachmittag für Mütter/Väter
mit Kindern im Alter von 5-7J.
Walking Gruppe /Meditation
Väter-Club/ Väter-Treff
Freitagsfrühstück für Menschen
mit und ohne Arbeit
Frühstücksangebot f. Ukrai-
ner:innen zum Austausch und
Spracherwerb
Nähtreff/Nähwerkstatt
Interkulturelle Kochgruppen
Café Schatztruhe im Stadtteil
Secondhand-Café
Vereinstreff im Waggon
Nachtcafé
(Interkulturelle) Seniorentreffs –
Gedächtnistraining/ Spiele-
nachmittag
Infocafé mit Referentinnen u.a.
zu Frauengesundheit & Verhü-
tung, Selbstverteidigung, Notruf
Ausflüge und Exkursionen in
Köln und Umgebung
Sprechstunde mit dem Senio-
Dienstleistungen
Begleitprojekt ins Jobcenter
Catering
Fahrradreparatur – Repair on
Tour
Kinderfriseur
Raumvermietung
Seniorenkalender
Holzwerkstatt Reparatur von
Möbeln, Kunstgewerbe
Schreinerei - Anfertigung von
Kleinmöbeln, Reparaturen etc.)
Wöchentliche Lebensmittelaus-
gabe
Bistro
Sprachmittler:innen
Klamottenausgabe
(Second Hand)
Krabbelgruppe
Kinderbetreuung /auch U3
AGH und Beschäftigung nach
(§16i und §16e SGB II)
Veranstaltungen
Weltkindertag, Familienfest
Hennaabend, Nachbar-
schaftsfest
Internationaler Weltfrauentag
Internationaler Tag gegen
Gewalt an Frauen
Tag des Grundgesetzes
Beratungsangebote
Beratung zum SGBII, III, XII KDU-
Kosten der Unterkunft
Sozialberatung in arabischer,
persischer (farsi) , türkischer, eng-
lischer, eritreischer (tigrinya), spa-
nischer, bulgarischer, russischer
und französischer Sprache
Beratung zu Arbeitsrecht und
prekärer Beschäftigung / Unter-
stützung bei Arbeitsausbeutung
Wege in Arbeit- Berufswege-
planung, Einzelcoaching auch
für Arbeitssuchende mit gesund-
heitlichen Einschränkungen
Psychosoziale Beratung bei Stress
und Angst
Nahtlosigkeit – Übergang Krank-
heit - ALGI
Rechtsberatung, Schwerpunkt
Zuwanderungsgesetz
Migrationsberatung
Orientierungs- + Antragsberatung
Teilhabe- und Bildungspaket
Schuldnerberatung
Verbraucherberatung im Quartier
Energieberatung
Beratung bei fehlender Kinderbe-
treuung und Vereinbarkeit Familie
und Beruf
Vereinfachte Antragstellung, Kurz-
arbeit, Soloselbstständige
Beratung zur Existenzgründung
36
Impressum
Sachberichte Die Sachberichte liegen in der in der Verantwortung der jeweiligen Trä-
ger: (in alphabetischer Reihenfolge)
ArbeitslosenBürgerCentrum (ABC) Höhenhaus/Caritasverband für die
Stadt Köln e. V., Begegnungs - und Fortbildungszentrum muslimischer
Frauen e. V., Bürgerzentrum Finkenberg – Parisozial gGmbH Köln ,
eCHO – Engagiert in Chorweiler/Deutsch-Türkischer Verein Köln (DTVK
e.V.), Frauen gegen Erwerbslosigkeit e. V. , Kellerladen e.V., Kölner Ar-
beitslosenzentrum (KALZ) e.V., Lindweiler Treff - Diakonie Köln, Veedel
e. V., Vingster Treff - Bürgerzentrum Vingst
Layout
Beate Mages, Vingster Treff, Bürgerzentrum Vingst
Koordination und
Kontakt für das
Kölner
Beratungsnetz
Beate Mages, Bürgerzentrum Vingst, Vingster Treff, Heßhofstr. 43,
51107 Köln, Tel.: 0221/ 870 50 90
Noor Abrahimkhail, Kölner Arbeitslosenzentrum (KALZ) e. V., Hans -
Böckler-Platz 1 1, 50672 Köln, Tel.: 0221 /546 10 72
Stand: 18.03.2025
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2434/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.11.2025
- Erstellt
- 01.08.2025 12:05