Mandari Insight

V/0803/2017

Straßenbenennungen Goldenbergstraße, Henriette-Hertz-Weg, Henny-Waldeck-Weg und Hedwig-Feibes-Weg

Vorlagen 18.09.2017

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-West, Sitzung am 12.10.2017, TOP 6.1

Anlage-5-Anregung-2016-00032

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Ansehen

Anlage-3-Hedwig-Feibes-Weg

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Ansehen

Anlage-7-Stellungnahme-d-Ev-Kirche

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Ansehen

Anlage-6-Ergänzung

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Ansehen

Anlage-4-Henny-Waldeck-Weg

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Ansehen

Anlage-8-Übersichtsplan

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Ansehen

Anlage-1-Goldenbergstraße

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlage-2-Henriette-Hertz-Weg

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Ansehen

Anlage-5-Anregung-2016-00032

23 Zeichen

Anregung Nr. 2016-00032

Anlage-3-Hedwig-Feibes-Weg

5258 Zeichen

Anlage 3 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
Hedwig-Feibes-Weg 
Hedwig Feibes (1895-1943), letzte Angehörige der seit 1849 in Münster, Salzstraße 3/4  etablier-
ten jüdischen Firma J.M. Feibes. Deportiert nach Theresienstadt, ermordet im KZ Auschwitz. 
 
Hedwig Feibes , geb. Cohn, wurde am 
28.7.1895 in Attendorn geboren  und 
wuchs als ältestes  Kind einer Kau f-
mannsfamilie in Attendorn auf. Seit i h-
rer Heirat 1923 mit dem Kaufmann Fritz 
(Heinrich) Feibes wohnte sie in Münster. 
Fritz Feibes war Inhaber  des 1849 g e-
gründeten Kaufhauses (Textil-, Kurzwa-
rengroßhandlung, Spielwaren) „J.M. Fei-
bes“, Salzstraße 3/4. Der Boykott jüd i-
scher Geschäfte wirkte in Münster erst  
nach wiederholten Anprangerungen in 
der NS-Presse. So hieß es im Dezember 
1937 im Stimmungsbericht der NSDAP -
Ortsgruppe, „ sehr viele Parteigenossen“  
kauften noch immer bei Feibes ein. 
1938 ließ sich der Niedergang des G e-
schäfts jedoch nicht mehr aufhalten, ein 
Teil der Räume musste untervermietet 
werden. Im Herbst 1938 bekräftigte Fritz 
Feibes bei der Devisenstelle, da s G e-
schäft weiterführen zu  wollen und nach 
Bedarf „ kleiner zu stellen “. Obwohl zu 
dem Zeitpunkt keine Emigration geplant 
war, wurde das Firmenvermögen am 
17.9.1938 per „ Sicherungsanordnung“ 
gepfändet, um die finanziellen Anspr ü-
che des Staates (Reichsflucht steuer, 
„Judenvermögensabgabe“) zu sichern. 
Das bedeutete den Ruin.  
Im Novemberpogrom 1938 wurden ant i-
jüdische Inschriften an den Scheiben 
des Kaufhauses angebracht, die Scha u-
fensterdekoration geplündert und die 
Ladeneinrichtung zerstört bzw. Teile in 
Brand gesetzt. Die Feuerwehr hinderte 
man am Löschen.  
Fritz Feibes konnte vor den tätlichen 
Angriffen zunächst flüchten, erhielt 
dann jedoch eine Schussverletzung und 
wurde in den Kanonengraben getrieben, 
später ins Polizeigefängnis gesperrt. U n-
ter Druck mus ste er der Aufgabe des 
Geschäftes zustimmen. Ein Abwickler 
wurde mit der Liquidation beauftragt. 
Die Verordnung vom 12.11.1938 „ zur 
Ausschaltung der Juden aus dem deu t-
schen Wirtschaftsleben“ untersagte zum 
1.1.1939 den weiteren Betrieb des G e-
schäftes. Die seit 1849 im Zentrum der 
Stadt etablierte Firma „ J.M. Feibes“ war 
das letzte Geschäft, das im Zuge der 
„Entjudung der deutschen Wirtschaft “ in 
Münster „arisiert“ wurde. 
 
 
1927: Hedwig Feibes 
 Fritz Feibes erhielt  seit dem 7.12.1938 
monatlich 350 RM von seinem Konto 
zugeteilt. Er flüchtete  am 23.8.1939 
nach England, wo sich seit einigen W o-
chen die Tochter aufhielt. Am 24.1.1941 
wurde das Unternehmen Feibes für 
325.000 RM (Einheitswert 380.000  RM) 
verkauft.  
Nach der Emigration ihrer Tochter und 
ihres Mann es wohnte Hedwig Feibes 
weiterhin - nun zusammen mit ihrer

Anlage 3 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
Mutter, Sartine Cohn , ihrer Schwester, 
Erna Falk, und ihrer Ende 1938 gebor e-
nen Nichte Reha Mathel sowie weiteren 
Juden - im Haus Salzstraße 3, das Mitte 
1939 zum „Judenhaus“ erklärt wurde.  
Da am 14.4.1939 eine „Sicherungsan-
ordnung" gegen Hedwig F eibes erlassen 
worden war, konnte sie nur mit Z u-
stimmung der Devisenstelle über ihr 
Geld verfügen. Seit  1940 verdiente sie 
etwas zusätzlich, indem sie den Hau s-
flur ihres Wohnhauses, des  Gebäudes 
der sich i n Abwicklung befindenden 
Firma Feibes, reinigte. Sie leistete seit  
November 1941 Zwangsarbeit in der 
„Kasein- und Trockenkartoffelfabrik 
Strohmeyer, Rodatz & Co.“ in Ostbevern-
Brock. Ihr wöchentlicher Nettolohn von 
10 bis 12 RM wurde trotz der kümmerli-
chen Summe auf ein Sperrkonto eing e-
zahlt. Den nichtjüdischen  Frauen aus 
der näheren Umgebung, mit denen sie 
dort gemeinsam tätig war,  war sie b e-
kannt: „Jeder … wußte, daß sie aus dem 
größten und bekanntesten Textilkau f-
haus in Münster an der Salzstraße kam.“  
Den Ostbevernerinnen blieb auch die  
bevorstehende „Verschickung“ der Juden 
in den Osten nicht verborgen.  Zunächst 
war Hedwig Feibes für die erste Deporta-
tion nach Riga am 13.12.1941 vorgese-
hen, wurde aber zur Pflege ihres 
Schwiegervaters, Julius Feibes  zurück-
gestellt. Nach dessen Tod  am 8.1.1942 
und den ersten beiden Deportationen  
Münsteraner Ju den im Deze m-
ber 1941/Januar 1942 wurde sie ab 
Januar 1942 im letzten  münsterischen 
„Judenhaus“, Am Kanonengraben 4 
(Marks-Haindorf-Stiftung), unterg e-
bracht.  
Am 2.4.1942 wurde Hedwig Feibes nach 
Burgsteinfurt verlegt. Dort betreute sie 
kranke und hilfsbedürftige Juden aus 
dem Münsterland. Sie wurde am 
31.7.1942 mit ihrer  Schwester Erna 
Falk und ihrer Nichte Reha Mathel Falk 
(nach der eine Straße in  Münster benannt ist ) 
über Münster ins Ghetto Theresienstadt 
deportiert. Zu diesem  Zweck hatte sie 
am 25.7.1942 einen „ Heimeinkaufsver-
trag“ über 5.400 RM abgeschlossen,  der 
ihr vorgaukelte, sich in ein Altersheim 
eingekauft zu haben. Nach  sechs Mona-
ten unter unwürdigen Umstän den im 
Ghetto Theresienstadt wurde sie  am 
23.1.1943 ins Vernichtungslager 
Auschwitz verbracht und dort ermordet.  
Vier Wochen nach ihrer Deportation ver-
fiel ihr Rest -Vermögen dem Deutschen 
Reich. Das Amtsgericht Burgsteinfurt 
erklärte sie 1951 für tot. 
 
 
Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann -Overmeyer, unveröffentlichte Biographie.

Anlage-7-Stellungnahme-d-Ev-Kirche

1489 Zeichen

Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Münster

Ev. Johannes-Kirchengemeinde, Mecklenbecker Str. 435, 48163 Münster

Gemeindebüro
Stadt Münster & 0251/71623
Vermessungs- und Katasteramt ms-kg-johannes-1@kk-ekvw.de
z.Hd. Herrn Zimmermann

Stadthaus 3 Pfr. Jan-Christoph Borries

Z 0251 / 714518

48127 Münster Münster, den 07.04.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zuge der Neubebauung des ehemaligen Grundstückes der Firma Beresa in Mecklenbeck werden für
neu zu errichtende Straßen neue Straßennamen gesucht.

Meines Wissens hat der Vorsitzende des Mecklenbecker Geschichts-und Heimatkreises,

‚Ihnen hierzu bereits einige Vorschläge zugesandt.
Die Evangelische Johannes-Kirchengemeinde in Mecklenbeck feiert in diesem Jahr das 50.
Kirchweihjubiläum der Martin-Luther-Kirche in Mecklenbeck. Nicht zuletzt aus diesem Grund
unterstützen wir den Vorschlag, eine der Straßen nach unserem ehemaligen Kirchmeister Reinhard Klose
zu benennen. Reinhard Klose hat maßgeblich zum Bau der Martin-Luther-Kirche beigetragen und als
Kirchmeister der Martin-Luther-Kirche, Leiter des Posaunenchores und federführender Handwerker beim
Ausbau des Bürgerzentrums Hof Hesselmann, weit über die Grenzen der Kirchengemeinde in ganz
Mecklenbeck gewirkt.

Es wäre eine große Freude für uns und die Gemeinden in Mecklenbeck, wenn in diesem Jubiläumsjahr
die Person von Reinhard Klose bei der Benennung einer Straße Berücksichtigung fände.

Mit freundlichem Gruß,
im Namen des Kirchenvorstandes

"Vorsitzender

Anlage-6-Ergänzung

2466 Zeichen

Münster, 10.05.2017

Engagiertes Vorbild als Straßenname „abgeblitzt”

- in der Bezirksvertretung West, weil er ein Mann ist?

Da freuen wir uns über Vorbilder von Menschen, die neuen Ehrenamtlichen Mut machen können.
Und ich schlage mit dem „Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreis“ Reinhard Klose (1932-2005)
vor. Aber eine Koalition von 3 Parteien hat beschlossen, nur noch Frauennamen zu nehmen. Dass
man bei Sachthemen unterschiedlicher Meinung ist, das ist klar. Aber Straßenbezeichnungen mit
Personen müssten doch von allen gewählt werden können — sie sollen doch auch Vorbild und
Ansporn für alle Menschen sein, die dort wohnen.

Noch kennen viele Reinhard Klose persönlich aktiv auf vielen unterschiedlichen Gebieten.

Er kam als Heimatvertriebener aus Schlesien und lebte hier seit 1960 mit seiner eigenen Familie. Es
wäre der erste Straßenname mit einem Heimatvertriebenen und würde deren enorme Leistung in
Mecklenbeck würdigen.

In der evangelischen Gemeinde war er 43 Jahre sehr aktiv: als Presbyteriumsmitglied (und
Ehrenmitglied), als Mitglieder der Kreissynode und als Kirchmeister von Martin-Luther.

Den Posaunenchor hat er 41 Jahre geleitet, dazu 28 Jahre als Kreisposaunenwart. Am Bau der
Martin-Luther-Kirche war er bis 1967 deutlich beteiligt und die feiert im Oktober ihr 50-jähriges
Bestehen: ein sinnvolles Datum für eine sehr engagierte Person aus der Gemeinde! .

Auch die Nachbarschaft Schürkamp/Rote Erde hat er deutlich mit geprägt. An vielen Stellen in
Münster spielte er mit seinem Posaunenchor auf - zu kirchlichen und weltlichen Anlässen.

Seit 1988 war er für ganz Mecklenbeck im „Bürgerverein für Mecklenbeck“ engagiert. Er setzte sich
für das neue Zentrum zwischen St. Anna und Martin-Luther ein. Und durch seine lange berufliche
Erfahrung waren wir in der Lage, im Bürgerzentrum Hof Hesselmann auch das obere Stockwerk so
auszubauen, dass hier Räume für Kurse, usw. zur Verfügung standen.

Lasst uns freuen über solche vorbildliche Menschen. Es ist eine einmalige Chance, dass exakt im
Jubiläumsjahr der Martin-Luther-Kirche ein Straßenname in der Nähe vergeben werden kann. Das
kann und darf nicht an Parteikoalitionen scheitern. Ein solches Vorbild verdient breite Unterstützung!

Ich hatte unseren Antrag bereits im Jahr 2016 gestellt und möchte ihn hiermit wegen der besonderen
Umstände der Person und der Gemeinde nochmals vorbringen und bitte um Berücksichtigung.

(lecch wel er-cir Adtantr4f 5%)

ee 777

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Anlage-4-Henny-Waldeck-Weg

8848 Zeichen

Anlage 4 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
Henny-Waldeck-Weg 
Henny Waldeck (1884-1944), jüdische Geschäftsfrau in Münster, Mutter von fünf Kindern, betreute 
Alte und Kranke der jüdischen Gemeinde. Ermordet im KZ Auschwitz. 
 
 
Henny Waldeck geb. Herzfeld, am 
14.1.1884 als drittes von sieben Kindern 
in Bochum geboren, kam nach ihrer 
Heirat 1912 mit dem Witwer Carl Wa l-
deck ( *1870 Zierenberg/Kassel - †1944 
Ghetto Theresienstadt) nach Münster. 
Dieser hatte 1899  eine Haushaltsw a-
renhandlung in der Bogenstr aße 18 er-
öffnet.  
Zusammen mit ihren  eigenen vier Ki n-
dern zog Henny W aldeck den Sohn aus 
der ersten Ehe ihres Mannes auf. In den 
1920er Jahren nahm sie ihren Vater zu 
sich, der 1935 in Münster starb.  
Um ihre Kinder vor  einer Außenseite r-
stellung zu bewahren (Unterricht am 
Sonntag für jüdische  Kinder) setzte sie 
sich für Reform und Anpassun g an die 
Mehrheitsgesellschaft ein.  Wegen des 
Geschäftsbetriebs fuhr sie mit den Ki n-
dern allein in Urlaub (z.B. nach  Nor-
derney), ihr Mann anschließend zur 
Kur. Wie christliche Eltern aus dem Mit-
telstand strebte das Ehepaar Waldeck  
eine Grundausbildung für ihre Kinder in 
musischer (Klavierunterricht) und sport-
licher (Tennis, Radfahren, Leichtathl e-
tik) Hinsicht an. 
 
 
1938:  Henny und Carl Waldeck 
 
Henny Waldeck war im Haushaltsw a-
rengeschäft ihres Ehemannes tätig, das 
sich seit  1918 am Roggenmarkt 10 b e-
fand, und ab 1932 am Alten Fischmarkt 
11/12. Dort trafen den 63-jährigen Carl 
Waldeck Ende März 1933 die ersten  
Diskriminierungsmaßnahmen der NS -
Regierung. Infolge der Weltwirtschaft s-
krise meldete er das Geschäft zum 
31.3.1933 ab und besuchte seitdem als 
Vertreter seine  ehemalige Kundschaft. 
Henry Waldeck eröffnete an der Rothe n-
burg bis zum Verbot  durch die „Nürn-
berger Gesetze“ einen Mittagstisch.  
In der Wohnung Langenstr aße 42, wo 
die Fami lie 1937 bis 1939 wohnte, 
nahm Henny Waldeck vier bis fünf jüd i-
sche Menschen in Kost und Logis. Der 
hohe Altersdurchschnitt der jüd ischen

Anlage 4 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
Gemeindemitglieder bedingte einen ve r-
mehrten Aufwand an Sozialfürsorge. Da  
kaum jemand die Unterbringungskosten 
in ein em jüd ischen Altenheim aufbri n-
gen konnte,  war ihre Privatpension s o-
wohl für die Betagten, die in vertrauter 
Umgebung blieben,  als auch für sie 
selbst (Zuverdienst) eine gute Lösung. 
Zwischen 1934 und 1937 finanzierte 
das Ehepaar Waldeck die Emigration 
von dreien ihrer fünf Kinder, die in 
Deutschland keine Berufs - und Z u-
kunftsperspektive hatten.  Erst nach 
dem Pogrom 1938 sahen beide ihre e i-
gene Existenz gefährdet. Im August  
1939 baten sie die Devisenstelle um 
Ausfuhrgenehmigung des Umzugsgutes, 
das bereits bei einem Münsteraner Sp e-
diteur eingelagert war. Die geforderte  
„Ausfuhrförderungsabgabe“ für die zur 
Emigration neu angeschafften Gege n-
stände, wie Klappbetten und Petroleum-
kocher, konnten sie nicht mehr zahlen. 
Zu diesem Zeitpunkt  hofften sie zum 
jüngsten Sohn nach Argentinien gela n-
gen zu können, und hatten die Zusiche-
rung des „ Hilfsvereins der Deutschen 
Juden“, einen Teil der  Überfahrtkosten 
zu übernehmen.  Der Umzug zur Sal z-
straße 31 als Nachmieter des in die Ni e-
derlande emigrierten Arztes  Dr. Levy 
erfolgte am 17.3.1940, obwohl die relativ 
teure Neubauwohnung Waldecks  ihre 
finanziellen Verhältnisse überstieg. 
Mit der Ausweitung des Krieges wurde 
der Kontakt zu ihren Kindern – sie emi-
grierten zwischen 1926 und 1939 nach 
Palästina, Argentinien bzw. in die USA  – 
immer schwieriger. Um für eine Flucht 
zu ihnen gerüstet zu sein, frischte He n-
ny Waldeck ihre Englischkenntnisse auf 
und nahm mit ihrem Mann Spanischun-
terricht. Im November 1941 wurde He n-
ny Waldeck mit ca. 12 -15 jüdischen 
Frauen unterschiedlichen Alters in der 
„Kasein- und Trockenkartoffelfabrik 
Strohmeyer, Rodatz & Co.“ in Ostbevern-
Brock zwangsverpflichtet. Sie berichtete 
ihrem Sohn  darüber: „… es war nicht 
immer sehr leicht für mich, da ich jeden 
Morgen um 5½ Uhr  aufstehen muß, um 
6½ Uhr geht der Zug, nachmittags um 3 
Uhr bin ich dann wieder zu Hause.“ 
Henny und Carl Waldeck hatten Anfang 
November 1941 die Wohnung Salzstraße 
räumen müssen und wurden im „ Ju-
denhaus“ Meppener Straße 27 unterg e-
bracht. Nun stand ihnen lediglich ein 
einziges Zimmer zur Verfüg ung: 
„...haben wir nun keine Einnahmen mehr 
und müssen sehen fertig zu werden, wir 
leben sehr einfach und  bescheiden.“, be-
richteten sie den Kindern. Das bedeut e-
te, dass sie keine  Pensionsgäste mehr 
aufnehmen konnten und so mit eine f i-
nanzielle Basis fehlte.  Wenige Wochen 
später erfolgte die Deportation der mei s-
ten Insassen dieses „Judenhauses“ nach 
Riga. Hinsichtlich der „ Verschickung“ 
der 57 Jahre alten Henny  Waldeck mit 
ihrem 14 Jahre älteren Ehemann Carl 
hatte es im Vorfeld der  Deportation Dis-
kussionen ge geben, die zur Rückste l-
lung des Ehepaares führten.   Henny 
Waldeck schilderte ihren Gemütsz u-
stand Anfang Dezember 1941 ihrem 
Sohn Hans: "... gesund sind wir aber so 
nervös und aufgeregt, wie Du Dir gar 
nicht denken kannst, wir haben schrec k-
lich sorgenvolle Wochen hinter uns & wer 
weiß, was uns noch für Sorgen bevorst e-
hen, nächste Woche verreisen viele uns e-
rer guten Freunde  und Bekannte[n]. Ob 
wir sie je wiedersehen, glaube ich nicht. 
... Wir haben die Reise  vorläufig aufg e-
schoben, mit Rücksicht auf Vaters Al ter, 
er kann die Kälte nicht gut vertragen."  
Von einer aktiven Einflussnahme auf die 
Entscheidung über Transport  oder Ver-
bleib, wie sie dieser Brief nahelegen 
könnte, kann jedoch keine Rede sein.  
Die Betroffenen hatten den Anordnu n-
gen Folge zu leisten. Au sschlaggebend 
für die Gestapo war die festgesetzte Pe r-
sonenzahl pro Sonderzug. Die Zurüc k-
gestellten waren sich daher bewusst, 
dass ihr Verbleib nur von vorüberg e-
hender Dauer war. „... Im Frühjahr wird

Anlage 4 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
es wohl so weit sein,“  vermerkte daher 
Henny Waldeck.  Im Dezember 1941, 
eine Woche vor der ersten Deportation 
aus Münster, hatte  Henny Waldeck den 
Kindern wegen deren ihrer Meinung 
nach mangelnden Initiative zu ihrer Ret-
tung massive Vorwürfe gemacht: „... es 
ist von allen Enttäuschungen, die  ich im 
Leben hatte, die größte ...“  
Wenige Tage nach der zweiten Riga -
Deportation am 27. Januar 1942 wu r-
den die noch verbliebenen Juden – aus-
genommen die in „ privilegierter Misc h-
ehe“ lebenden Personen – aus den „ Ju-
denhäusern“ in d ie Marks-Haindorf-
Stiftung (ehemalige  jüdische Schule) 
verlegt. Dort verblieb das Ehepaar Wa l-
deck die folgenden fünf Monate bis zu 
seiner Deportation. Ihrem Sohn Hans in 
Argentinien beschrieb Henny Waldeck 
die Zustände: „Wir haben Susis  [Tochter 
des vormals dort wohnenden und inzwischen  
nach A rgentinien emigrierten Rabbiners 
Steinthal] ehemaliges Schlafzimmer, es ist  
Wohn-, Schlafzimmer, Küche alles z u-
sammen, das wirst Du Dir wohl kaum  
vorstellen können ...“  Die Fluktuation 
durch Zu- und Wegzug verursachte bei 
den Bewohnern ein Gefühl bedrohlic her 
Instabilität und Isolation. Henny Wa l-
deck schreibt  in ihrem letzten Brief an 
ihren Sohn Hans: "Die Gemeinde ist nur 
klein, wie Du Dir  wohl denken kannst, 
wenn wir alle hier [in der Marks -Haindorf-
Stiftung] wohnen, unsere meisten B e-
kannten sind fort.“  Angesichts der nun 
unleugbaren Gewissheit,  dass auch ihr 
Ehemann und sie nicht mehr lange in 
Münster bleiben würden, fügt sie  voller 
Resignation hinzu: „Ach mein lieber 
Hans, wenn wir uns doch recht bald  
wiedersehen könnten, aber leider glaube  
ich nicht, dass es sobald sein wird und 
ob es überhaupt noch einmal sein wird?“ 
Vom letzten „ Judenhaus“, Am Kanonen-
graben 4, stellten Carl und Henny Wa l-
deck einen Antrag auf Verkauf von K ü-
chenutensilien, die sich beim Spediteur 
befanden. Die Genehmigung erreichte 
sie jedoch nicht mehr. Erst nach der 
Deportation traf sie  ein, so dass der 
Verkaufserlös nicht mehr ihnen zufiel, 
sondern dem Staat.  In Erwartung ihrer 
Heimkehr nach dem Krieg hatte Henny 
Waldeck dem Juwelier  Nonhoff aus 
Münster „bis zum Kriegsende“ eine Bril-
lantbrosche übergeben, die  dieser in 
Verwahrung nahm. 1952 sandte er sie 
an die Tochter Gerda in den USA.  Trotz 
aller Versuche von Seiten der Kinder 
misslang die Emigration des Ehepaares  
Waldeck. Am 31.7.1942 wurde es mit 
den letzten Münsteraner Juden in d as 
Ghetto Theresienstadt deportiert, wohin 
eine Bekannte ihnen zunächst ab und 
zu Päckchen  schicken konnte. Zwei 
Jahre später, zwei Monate nach dem 
Tod ihres Mannes (März  1944) wurde 
Henny Waldeck am 16.5.1944 ins Ve r-
nichtungslager Auschwitz  verfrachtet 
und dort ermordet.  
 
Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann -Overmeyer, unveröffentlichte Biographie.

Anlage-8-Übersichtsplan

86 Zeichen

Goldenbergstraße
Henriette-Hertz-W
eg
Henny-W
aldeck-W
eg
Feibes-W
eg
Hedwig-
Anlage 8

Anlage-1-Goldenbergstraße

7559 Zeichen

Anlage 1 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
Goldenbergstraße 
Else, Mirjam und Siegfried Goldenberg. Die jüdische Familie wurde ins KZ verschleppt. Tochter 
Mirjam wurde im KZ Auschwitz ermordet. Die Eltern kehrten nach der NS-Zeit nach Münster zu-
rück und haben sich über 30 Jahre lang um den Aufbau der jüdischen Gemeinde in Münster sehr 
verdient gemacht.  
Else Goldenberg, *30.08.1903 Nottuln , 
†15.10.1979 Münster, geb. Wertheim. 
Else Goldenberg war Verkäuferin, Ko r-
settnäherin, Geschäftsführerin. Sie a b-
solvierte eine dreijährige Lehre in einem 
Textil- und Kürschnereibetrieb in 
Meschede. Anschließend erfolgte eine 
Weiterbildung in der Korsett - und Ban-
dagenanfertigung. Sie lebte seit dem 
01.01.1928 in Münster und war Ge-
schäftsleiterin im Korsettgeschäft „ Hele-
ne Davids & Co. “ (Inh. u.a. Rosa Ma r-
cus), Prinzipal markt 37; sie war am 
Umsatz beteiligt. Die in Aussicht gestell-
te Einsetzung als Teilhaberin kam au f-
grund der Demolierung  in der Pogro m-
nacht 1938  und des Zwangsverkaufs 
des Betriebes  nicht mehr zustande. 
Mit Tochter und Ehemann wurde sie am 
13.12.1941 von Münster nach Riga d e-
portiert und kam später ins KZ Kaise r-
wald-Meteor. Als sie eines Tages von der 
Arbeit zurückkehrte, war ihre Tochter 
mit allen anderen Kindern abtranspo r-
tiert worden. Daraufhin wollte sie nicht 
mehr weiterleben, verweigerte die Na h-
rung u nd wurde strafversetzt. Am 
09.08.1944 wurde sie ins KZ Stutthof 
bei Danzig verbracht, wo sie vermutlich 
im Außenlager Lauenburg/  Hinterpom-
mern untergebracht war und Zwangsa r-
beit leisten musste . Sie verblieb bis zu 
ihrer Befreiung durch sowjetische Tru p-
pen im KZ Stutthof , während ihr Mann 
ins KZ Buchenwald überstellt wurde. 
Nachdem sie sich nach Ende des Hitler -
Regimes in Bochum wiederge funden hat-
ten, kehrte sie mit ihrem Mann nach 
Münster zurück. Auch dann gab sie die 
Hoffnung nicht auf, ihre Tochter wiederzu-
finden und suchte in vielen KZ nach ihren 
Spuren. Sie half ihrem Ehemann beim 
Wiederaufbau einer neuen jüdischen G e-
meinde in Münster und erhielt 1975 für 
ihre Verdienste die Paulus -Plakette der 
Stadt Münster. Ihr Grab befindet sich auf 
dem jüdischen Friedhof in Münster. 
 
 
1938:  Else Goldenberg mit Tochter Mirjam 
 
Mirjam Goldenberg, *11.04.1937, † 1944 
KZ Auschwitz. 
Zusammen mit den Eltern wurde sie als 
Vierjährige am 13.12.1941 ins Ghetto Riga 
deportiert. Bei Auflösung des Ghettos  im 
November 1943  wurden die Häftlinge in 
verschiedene KZ -Lager verbracht. L aut  
Kindersuchakte wurde sie am 21.04.1944 
aus einem Außenlager Rigas vermutlich 
nach Auschwitz deportiert und dort e r-
mordet. 1956 wurde sie vom Amtsgericht

Anlage 1 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
Münster für tot erklärt. Ihr Andenken wird 
auf dem Grabstein ihrer Eltern auf dem 
jüdischen Friedhof in Münster gewahrt. 
 
Siegfried Goldenberg, *12.08.1900 in 
Oberhausen, † 21.03.1980 in Münster 
Siegfried Goldenberg war Metzger und 
„Tiefbauarbeiter“. 1924 legte er vor der 
Handwerkskammer Dortmund die Mei s-
terprüfung ab. Von 1925 bis zum 
29.03.1933 betrieb er in Bochum ein 
Fleisch- und Wurstwarengeschäft . Nac h-
dem das NS -Regime ihm verboten hatte, 
seine Waren auf dem Wochenmarkt in Bo-
chum zu verkaufen, zog er 1933 nach 
Münster in die Schulstraße 19, wo auch 
seine spätere Frau wohnte. 
In Münster fand er für kurze Zeit eine A n-
stellung bei einem Metzger, bis ihm auch 
diese Tätigkeit untersagt wurde. Die Wo h-
nung wurde in der Pogromnacht 19 38 
verwüstet. Da seine Mutter am 10.11.1938 
verstorben war, wurde ihm trotz „Inhaftie-
rungsaktion“ erlaubt, zur Regelung der 
Hinterlassenschaft nach Bochum zu fa h-
ren. Nach diesen Ereignissen versuchte 
seine Schwester Mali, die seit 1928 in den 
Niederlanden lebte, vergeblich, für ihn mit 
seiner Familie und für seinen Bruder eine 
Einreisegenehmigung in die Niederlande 
zu erhalten. Eine Emigration nach Palä s-
tina erschien dem Ehepaar Goldenberg 
mit einem Kleinkind zu gefährlich zu sein. 
Am 04.10.1939 mussten sie  mit Tochter  
Mirjam in das „ Judenhaus“ Hermannstra-
ße 44 umsiedeln. Siegfried G oldenberg 
leistete ab 1939 Zwangsarbeit beim K a-
nalbau in Hiltrup. Für die Deportation am 
13.12.1941 nach Riga wurde die Familie 
von zwei Gestapobeamten  aus ihrer Wo h-
nung geholt und zur Sammelstelle in die 
Gaststätte „ Gertrudenhof“ gebracht . Ihre 
Wohnräume, in denen sie ihre Habe z u-
rücklassen mussten, wurden verschlos-
sen.  
Beim Vorrücken der sowjetischen Front 
1944 wurde Siegfried G oldenberg mit sei-
ner Frau v om Ghetto Riga über da s KZ 
Kaiserwald-Meteor per Schiff ins KZ 
Stutthof bei Danzig verbracht. Von dort 
wurde er am 16.08.1944 zusammen mit 
500 Schicksalsgenossen, unter ihnen die 
Münsteraner Wilhelm Grüneberg, Rudolf 
Gumprich und Willi Mildenberg, ins KZ 
Buchenwald überstellt. Dort befand er 
sich im Außenlager Re hmsdorf. Die Häf t-
linge mussten in den Brabag -Werken 
(Braunkohle und synthetisches Benzin) 
Zwangsarbeit leisten. Beim Herannahen 
der amerikanischen Truppen verschickte 
man ihn per Fußmarsch bzw. in Viehwa g-
gons ins Ghetto Theresienstadt, wo er am 
08.05.1945 von sowjetischen Truppen b e-
freit wurde.  
 
Siegfried Goldenberg etwa 1975 
 
Nach dem Krieg kehrte er nach Münster 
zurück und engagierte sich beim Wiede r-

Anlage 1 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
aufbau einer neuen jüdischen Gemeinde 
in Münster. Bis zur Wiedererrichtung der 
Marks-Haindorf-Stiftung stellte er in se i-
ner Wohnung einen Raum für den Gotte s-
dienst zur Verfügung.  
Seit 1946 war er 30 Jahre lang Gemeinde -
Vorsitzender. Zu der Zeit wohnte er mit 
seiner Ehefrau Prinz -Eugen-Straße 39 
und Am Kanonengraben 4. Er betrieb eine 
Fischhandlung. 
Else und Si egfried Goldenberg wurde n 
1975 für ihre Verdienste um den Wiede r-
aufbau der münsterischen jüdischen G e-
meinde die Paulus -Plakette der Stadt 
Münster verliehen.  
Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen 
Friedhof in Münster. 
 
Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 bis 
1945, Teil 1 Biographisches Lexikon, Münster 2001 
 
 
 
Paulusplakette der Stadt Münster für  die Eheleute Goldenberg. 
Anlässlich der Vollendung des 75. Lebensjahres von Siegfried Goldenberg am 12. August 1975 
wurde den Eheleuten Goldenberg in Anerkennung ihrer Verdienste auf Anregung des Ältestenra-
tes die Paulus-Plakette verliehen. Die Begründung in der Vorlage vom 02.07.1975 für den Ratsbe-
schluss am 14.07.1975 lautet: 
 
"Es ist das Verdienst des H errn Goldenberg und seiner Ehefrau Else 
Goldenberg, die sich ebenfalls nachhaltig um die Arbeit der jüdischen 
Kultusgemeinde bemüht hat, dass nach dem Kriege jüdische Mitbürger 
wieder ihren Wohnsitz in Münster genommen haben und eine jüdische 
Gemeinde wieder aufgebaut haben.  
Die Familie Goldenberg hat in der schwierigen Nachkriegszeit vielen jüdi-
schen Mitbürgern mit Rat und Tat in aufopferungsvoller Weise geholfen. 
Auch nichtjüdische Bürger dieser Stadt haben ihre Hilfe erfahren. 
Der Wiederaufbau der von Herrn Goldenberg geleiteten Gemeinde vollzog 
sich unter sehr schwierigen Umständen. Dem äußersten Einsatz der  
Familie Goldenberg ist es zu verdanken, dass 1961 die Synagoge an  
ihrem alten Platz wieder eröffnet werden konnte. Herr Goldenberg hat 
darüber hinaus aktiv in der Gesellschaft für christliche und jüdische Z u-
sammenarbeit e.V. mitgewirkt und stets die Bedeutung dieser Gesel l-
schaft für die gesamte Bürgerschaft betont." 
 
Der Rat fasste den Beschluss einstimmig.

Beschlussvorlage

4067 Zeichen

V/0803/2017 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Straßenbenennungen Goldenbergstraße, Henriette-Hertz-Weg, Henny-Waldeck-Weg und 
Hedwig-Feibes-Weg 
 
Beratungsfolge 
 
 
12.10.2017 Bezirksvertretung Münster-West Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1.  Im Bebauungsplan Nr. 536 Mecklenbeck – Weseler Straße / Meckmannweg / Schwarzer 
Kamp erhalten die Straßen die Namen Goldenbergstraße, Henriette -Hertz-Weg, Henny -
Waldeck-Weg und Hedwig -Feibes-Weg entsprechend der Darstellung im Übersichtsplan  
(Anlage 8). 
2.  Den Vorschlägen der Anregung 2016 -00032 mit den Straßenbenennungen nach Anton und 
Bernie Guddorf und nach Reinhard Klose (Anlage 5) wird nicht gefolgt. Die Anregung 2016 -
00032 ist damit erledigt.  
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten.  
 
Begründung: 
Zu 1.  
Im Bebauungsplan Nr. 536 Mecklenbeck – Weseler Straße / Meckmannweg / Schwarzer Kamp 
werden die Baumaßnahmen für die Erschließungsstraßen demnächst beginnen. Deshalb st e-
hen Straßenbenennungen an. 
Es waren bereits zwei Namen für Straßen in diesem Bau gebiet vorgeschlagen (siehe Anr e-
gung 2016-00032) als die Bezirksvertretung Münster -West am 04.05.2017 auf der Basis des 
Antrags A/W/0023/2017 den Beschluss gefasst hat, dass Straßen, die im Stadtbezirk West 
nach Personen benannt werden, so lange Namen von Frauen erhalten, bis beide Geschlechter 
gleichermaßen bei Straßennamen repräsentiert sind. Deshalb hat die Verwaltung hier auf ält e-
re Vorschläge zurückgegriffen: 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0803/2017 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
26.09.2017 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0803/2017 
 Henriette Hertz - Vorschlag des Leiters des Geschichtsorts Villa ten Hompel, Dr. Christoph 
Spieker, und  
 Familie Goldenberg - Vorschlag von Prof. Dr. Alfons Kenkmann  –  beide im April 2012 im Zu-
sammenhang mit der Diskussion um NS-belastete Straßen in Münster.  
Ergänzend dazu haben auf Anfrage der Verwaltung Rita Schlautmann -Overmeyer und Gis ela 
Möllenhoff zwei Frauen aus jüdischen Familien vorgeschlagen und deren Biographien vorg e-
legt: Henny Waldeck und Hedwig Feibes. Beide waren la nge in Münster ansässig, haben sich 
sehr für ihre Familien und andere Juden eingesetzt und sind beide in Auschwitz umgekommen.  
Erläuterungen zu den Personen in den Anlagen 1 bis 4 
 
Zu 2. 
In der Anregung Nr. 2016 -00032 vom 06.03.2016 wurden vom Mecklenbecker Geschichts- und 
Heimatkreis die Namen von fünf Personen für die Benennung von Straßen und Wegen in Meck-
lenbeck vorgelegt. Es sind 
1. Elisabeth Hürten (1892-1975), Lehrerin an der Volksschule Mecklenbeck von 1917-1955 
2. Hermann Eimann (1894-1986), Lehrer an der Volksschule in Mecklenbeck 1925-1946 
3. Anton und Bernie Guddorf, Firmengründer einer Kfz-Werkstatt an der Weseler Straße 
4. Reinhard Klose (1932-2005), engagierter Bürger im Bürgerzentrum Mecklenbeck 
5. Werner Siebenbrock, geb.1937, Bischof von Governador Valadares 2001 -2014, emer itiert 
seit 2014 
Den Vorschlägen 1. und 2. ist die Bezirksvertretung bereits gefolgt und hat den E lisabeth-
Hürten-Weg und den Hermann -Eimann-Weg beschlossen. Nach dem o .g. Beschluss der B e-
zirksvertretung Münster-West vom 04.05.2017 werden die Vorschläge Nr. 3. bis 5. nicht in di e-
sem Baugebiet realisiert, sondern in die Vorschlagsliste für Straßennamen aufgenommen.  
Durch die Erschließung des Baugebietes werden einige neue Adressen an der Straße Schwar-
zer Kamp entstehen; Umbenennung von vorhandenen Adressen wird es aber nicht geben. 
 
In Vertretung 
 
 
Denstorff 
Stadtbaurat 
 
 
 
Anlagen 
Anlage 1  Goldenbergstraße 
Anlage 2  Henriette-Hertz-Weg 
Anlage 3  Hedwig-Feibes-Weg 
Anlage 4  Henny-Waldeck-Weg 
Anlage 5  Anregung 2016-00032 vom 06.03.2016 
Anlage 6  Ergänzung zur Anregung 2016-00032 vom 10.05.2017  
Anlage 7  Stellungnahme der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde zur Anregung 
Anlage 8  Übersichtsplan  V/0803/2017

Anlage-2-Henriette-Hertz-Weg

2884 Zeichen

Anlage 2 
 
Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017  
 
 
Henriette-Hertz-Weg 
Henriette Hertz, *14.08.1913 †11.01.2001, jüdische Münsteranerin, vom NS-Regime verfolgt und 
beraubt. Sie überlebte die NS-Zeit untergetaucht im Rheinland, kehrte nach Münster zurück.  
Von ihrem früheren Besitz wurde nur ein Bruchteil erstattet. 
 
Henny Hertz b esuchte von 1920 bis zur 
Mittleren Reife 1930 die Annette-Schule, 
wo sie am kath. Religionsunterricht tei l-
nahm. Sie sollte aufgrund ihrer jüd i-
schen Herkunft in den 1920er Jahren 
nur ausnahmsweise in einen Tennisclub 
aufgenommen werden, was ihren Vater 
dazu veranlasste, sie in einem anderem 
Club anzumelden, in dem sie auch nach 
dem Ausschluss von Juden aus Spor t-
verbänden noch verblieb. Danach wurde 
sie Mitglied in einem jüdischen Te n-
nisclub.  
 
Um 1935: Henriette Hertz 
Als Jüdin fand sie 1933 keine Lehrstelle 
und musste ihren Plan, Modezeichnerin 
zu we rden, aufgeben. Sie besuchte d a-
raufhin die Frauenoberschule St. Hild e-
gard und machte eine Ausbildung im 
Büro, um ihrem Vater in der Kanzlei 
helfen zu können.  
1934/35 hielt sie sich sechs Monate in 
Spanien bei einem Onkel auf, der Ko r-
respondent der Frankfu rter Zeitung in 
Madrid war. Zurück in Münster  erteilte 
sie J uden zur Auswand erungsvorberei-
tung Spanischunterricht. Sie wollte mit 
Hilfe von Verwandten, die ihr ein Visum 
verschafft hatten, in die USA auswa n-
dern. Dieses Vorhaben kam abe r nicht 
zustande. Sie  musste sowohl R adio als 
auch Fotoapparat laut NS-Gesetzgebung 
bei der Gestapo abliefern.  
Der ersten Deportation aus Münster am 
13.12.1941 entging sie, weil sie ihren 
schwerkranken Vater – die Mutter war 
inzwischen verstorben – pflegen musste. 
Nach seinem Tod wurde sie von einem 
SS-Mann vor ihrer bevorstehenden D e-
portation nach Riga gewarnt. Außerdem 
intervenierte eine Frontoffizier auf He i-
maturlaub, der ehemalige Nachbar Gün-
ther Schmidt -Hern, für sie bei der G e-
stapo. Henny Hertz fasste den En t-
schluss, Deut schland illegal zu verla s-
sen bzw. unterzutauchen. Nachdem ers-
teres nicht gelang, l egte sie sich einen 
anderen Namen zu und konnte mit U n-
terstützung von Bekannten Unterkunft 
und schließlich auch Arbeit im Rhei n-
land finden. Verwandte, die mit nichtj ü-
dischen Partnern verheiratet waren, hal-
fen ihr mit Lebensmittelkarten, so dass 
sie bis Kriegsende in der Illegalität über-
leben konnte.  
Am 21.2.1942 wurde ihr restliches Ve r-
mögen, u.a. das Haus Prinz -Eugen-
Straße 39, vom Deutschen Reich b e-
schlagnahmt. Nach langen Bemühun-
gen erhielt sie drei Jahre nach der B e-
freiung eine Einwanderungsgenehm i-
gung in die USA, entschloss sich jedoch 
nach einjährigem Aufenthalt, n ach 
Deutschland zurückzukehren. 
Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 bis 
1945, Teil 1 Biographisches Lexikon, Münster 2001

Beratungsverlauf (1)

12.10.2017 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 6.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (18)

  • Mecklenbecker Straße 435
  • Salzstraße 3
  • Weseler Straße 4
  • Goldenbergstraße
  • Schulstraße 19
  • Meppener Straße 27
  • Henriette-Hertz-Weg
  • Henny-Waldeck-Weg
  • Hedwig-Feibes-Weg
  • Meckmannweg
  • Schwarzer Kamp
  • Am Kanonengraben 4
  • Prinz-Eugen-Straße 39
  • Hermann-Eimann-Weg
  • Roggenmarkt 10b
  • Schürkamp
  • Rote Erde
  • Brock

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Details

Aktenzeichen
V/0803/2017
Typ
Vorlagen
Datum
18.09.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37