V/0803/2017
Straßenbenennungen Goldenbergstraße, Henriette-Hertz-Weg, Henny-Waldeck-Weg und Hedwig-Feibes-Weg
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Anlage-5-Anregung-2016-00032
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Anregung Nr. 2016-00032
Anlage-3-Hedwig-Feibes-Weg
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Anlage 3 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Hedwig-Feibes-Weg Hedwig Feibes (1895-1943), letzte Angehörige der seit 1849 in Münster, Salzstraße 3/4 etablier- ten jüdischen Firma J.M. Feibes. Deportiert nach Theresienstadt, ermordet im KZ Auschwitz. Hedwig Feibes , geb. Cohn, wurde am 28.7.1895 in Attendorn geboren und wuchs als ältestes Kind einer Kau f- mannsfamilie in Attendorn auf. Seit i h- rer Heirat 1923 mit dem Kaufmann Fritz (Heinrich) Feibes wohnte sie in Münster. Fritz Feibes war Inhaber des 1849 g e- gründeten Kaufhauses (Textil-, Kurzwa- rengroßhandlung, Spielwaren) „J.M. Fei- bes“, Salzstraße 3/4. Der Boykott jüd i- scher Geschäfte wirkte in Münster erst nach wiederholten Anprangerungen in der NS-Presse. So hieß es im Dezember 1937 im Stimmungsbericht der NSDAP - Ortsgruppe, „ sehr viele Parteigenossen“ kauften noch immer bei Feibes ein. 1938 ließ sich der Niedergang des G e- schäfts jedoch nicht mehr aufhalten, ein Teil der Räume musste untervermietet werden. Im Herbst 1938 bekräftigte Fritz Feibes bei der Devisenstelle, da s G e- schäft weiterführen zu wollen und nach Bedarf „ kleiner zu stellen “. Obwohl zu dem Zeitpunkt keine Emigration geplant war, wurde das Firmenvermögen am 17.9.1938 per „ Sicherungsanordnung“ gepfändet, um die finanziellen Anspr ü- che des Staates (Reichsflucht steuer, „Judenvermögensabgabe“) zu sichern. Das bedeutete den Ruin. Im Novemberpogrom 1938 wurden ant i- jüdische Inschriften an den Scheiben des Kaufhauses angebracht, die Scha u- fensterdekoration geplündert und die Ladeneinrichtung zerstört bzw. Teile in Brand gesetzt. Die Feuerwehr hinderte man am Löschen. Fritz Feibes konnte vor den tätlichen Angriffen zunächst flüchten, erhielt dann jedoch eine Schussverletzung und wurde in den Kanonengraben getrieben, später ins Polizeigefängnis gesperrt. U n- ter Druck mus ste er der Aufgabe des Geschäftes zustimmen. Ein Abwickler wurde mit der Liquidation beauftragt. Die Verordnung vom 12.11.1938 „ zur Ausschaltung der Juden aus dem deu t- schen Wirtschaftsleben“ untersagte zum 1.1.1939 den weiteren Betrieb des G e- schäftes. Die seit 1849 im Zentrum der Stadt etablierte Firma „ J.M. Feibes“ war das letzte Geschäft, das im Zuge der „Entjudung der deutschen Wirtschaft “ in Münster „arisiert“ wurde. 1927: Hedwig Feibes Fritz Feibes erhielt seit dem 7.12.1938 monatlich 350 RM von seinem Konto zugeteilt. Er flüchtete am 23.8.1939 nach England, wo sich seit einigen W o- chen die Tochter aufhielt. Am 24.1.1941 wurde das Unternehmen Feibes für 325.000 RM (Einheitswert 380.000 RM) verkauft. Nach der Emigration ihrer Tochter und ihres Mann es wohnte Hedwig Feibes weiterhin - nun zusammen mit ihrer Anlage 3 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Mutter, Sartine Cohn , ihrer Schwester, Erna Falk, und ihrer Ende 1938 gebor e- nen Nichte Reha Mathel sowie weiteren Juden - im Haus Salzstraße 3, das Mitte 1939 zum „Judenhaus“ erklärt wurde. Da am 14.4.1939 eine „Sicherungsan- ordnung" gegen Hedwig F eibes erlassen worden war, konnte sie nur mit Z u- stimmung der Devisenstelle über ihr Geld verfügen. Seit 1940 verdiente sie etwas zusätzlich, indem sie den Hau s- flur ihres Wohnhauses, des Gebäudes der sich i n Abwicklung befindenden Firma Feibes, reinigte. Sie leistete seit November 1941 Zwangsarbeit in der „Kasein- und Trockenkartoffelfabrik Strohmeyer, Rodatz & Co.“ in Ostbevern- Brock. Ihr wöchentlicher Nettolohn von 10 bis 12 RM wurde trotz der kümmerli- chen Summe auf ein Sperrkonto eing e- zahlt. Den nichtjüdischen Frauen aus der näheren Umgebung, mit denen sie dort gemeinsam tätig war, war sie b e- kannt: „Jeder … wußte, daß sie aus dem größten und bekanntesten Textilkau f- haus in Münster an der Salzstraße kam.“ Den Ostbevernerinnen blieb auch die bevorstehende „Verschickung“ der Juden in den Osten nicht verborgen. Zunächst war Hedwig Feibes für die erste Deporta- tion nach Riga am 13.12.1941 vorgese- hen, wurde aber zur Pflege ihres Schwiegervaters, Julius Feibes zurück- gestellt. Nach dessen Tod am 8.1.1942 und den ersten beiden Deportationen Münsteraner Ju den im Deze m- ber 1941/Januar 1942 wurde sie ab Januar 1942 im letzten münsterischen „Judenhaus“, Am Kanonengraben 4 (Marks-Haindorf-Stiftung), unterg e- bracht. Am 2.4.1942 wurde Hedwig Feibes nach Burgsteinfurt verlegt. Dort betreute sie kranke und hilfsbedürftige Juden aus dem Münsterland. Sie wurde am 31.7.1942 mit ihrer Schwester Erna Falk und ihrer Nichte Reha Mathel Falk (nach der eine Straße in Münster benannt ist ) über Münster ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Zu diesem Zweck hatte sie am 25.7.1942 einen „ Heimeinkaufsver- trag“ über 5.400 RM abgeschlossen, der ihr vorgaukelte, sich in ein Altersheim eingekauft zu haben. Nach sechs Mona- ten unter unwürdigen Umstän den im Ghetto Theresienstadt wurde sie am 23.1.1943 ins Vernichtungslager Auschwitz verbracht und dort ermordet. Vier Wochen nach ihrer Deportation ver- fiel ihr Rest -Vermögen dem Deutschen Reich. Das Amtsgericht Burgsteinfurt erklärte sie 1951 für tot. Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann -Overmeyer, unveröffentlichte Biographie.
Anlage-7-Stellungnahme-d-Ev-Kirche
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Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Münster Ev. Johannes-Kirchengemeinde, Mecklenbecker Str. 435, 48163 Münster Gemeindebüro Stadt Münster & 0251/71623 Vermessungs- und Katasteramt ms-kg-johannes-1@kk-ekvw.de z.Hd. Herrn Zimmermann Stadthaus 3 Pfr. Jan-Christoph Borries Z 0251 / 714518 48127 Münster Münster, den 07.04.2017 Sehr geehrte Damen und Herren, im Zuge der Neubebauung des ehemaligen Grundstückes der Firma Beresa in Mecklenbeck werden für neu zu errichtende Straßen neue Straßennamen gesucht. Meines Wissens hat der Vorsitzende des Mecklenbecker Geschichts-und Heimatkreises, ‚Ihnen hierzu bereits einige Vorschläge zugesandt. Die Evangelische Johannes-Kirchengemeinde in Mecklenbeck feiert in diesem Jahr das 50. Kirchweihjubiläum der Martin-Luther-Kirche in Mecklenbeck. Nicht zuletzt aus diesem Grund unterstützen wir den Vorschlag, eine der Straßen nach unserem ehemaligen Kirchmeister Reinhard Klose zu benennen. Reinhard Klose hat maßgeblich zum Bau der Martin-Luther-Kirche beigetragen und als Kirchmeister der Martin-Luther-Kirche, Leiter des Posaunenchores und federführender Handwerker beim Ausbau des Bürgerzentrums Hof Hesselmann, weit über die Grenzen der Kirchengemeinde in ganz Mecklenbeck gewirkt. Es wäre eine große Freude für uns und die Gemeinden in Mecklenbeck, wenn in diesem Jubiläumsjahr die Person von Reinhard Klose bei der Benennung einer Straße Berücksichtigung fände. Mit freundlichem Gruß, im Namen des Kirchenvorstandes "Vorsitzender
Anlage-6-Ergänzung
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Münster, 10.05.2017 Engagiertes Vorbild als Straßenname „abgeblitzt” - in der Bezirksvertretung West, weil er ein Mann ist? Da freuen wir uns über Vorbilder von Menschen, die neuen Ehrenamtlichen Mut machen können. Und ich schlage mit dem „Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreis“ Reinhard Klose (1932-2005) vor. Aber eine Koalition von 3 Parteien hat beschlossen, nur noch Frauennamen zu nehmen. Dass man bei Sachthemen unterschiedlicher Meinung ist, das ist klar. Aber Straßenbezeichnungen mit Personen müssten doch von allen gewählt werden können — sie sollen doch auch Vorbild und Ansporn für alle Menschen sein, die dort wohnen. Noch kennen viele Reinhard Klose persönlich aktiv auf vielen unterschiedlichen Gebieten. Er kam als Heimatvertriebener aus Schlesien und lebte hier seit 1960 mit seiner eigenen Familie. Es wäre der erste Straßenname mit einem Heimatvertriebenen und würde deren enorme Leistung in Mecklenbeck würdigen. In der evangelischen Gemeinde war er 43 Jahre sehr aktiv: als Presbyteriumsmitglied (und Ehrenmitglied), als Mitglieder der Kreissynode und als Kirchmeister von Martin-Luther. Den Posaunenchor hat er 41 Jahre geleitet, dazu 28 Jahre als Kreisposaunenwart. Am Bau der Martin-Luther-Kirche war er bis 1967 deutlich beteiligt und die feiert im Oktober ihr 50-jähriges Bestehen: ein sinnvolles Datum für eine sehr engagierte Person aus der Gemeinde! . Auch die Nachbarschaft Schürkamp/Rote Erde hat er deutlich mit geprägt. An vielen Stellen in Münster spielte er mit seinem Posaunenchor auf - zu kirchlichen und weltlichen Anlässen. Seit 1988 war er für ganz Mecklenbeck im „Bürgerverein für Mecklenbeck“ engagiert. Er setzte sich für das neue Zentrum zwischen St. Anna und Martin-Luther ein. Und durch seine lange berufliche Erfahrung waren wir in der Lage, im Bürgerzentrum Hof Hesselmann auch das obere Stockwerk so auszubauen, dass hier Räume für Kurse, usw. zur Verfügung standen. Lasst uns freuen über solche vorbildliche Menschen. Es ist eine einmalige Chance, dass exakt im Jubiläumsjahr der Martin-Luther-Kirche ein Straßenname in der Nähe vergeben werden kann. Das kann und darf nicht an Parteikoalitionen scheitern. Ein solches Vorbild verdient breite Unterstützung! Ich hatte unseren Antrag bereits im Jahr 2016 gestellt und möchte ihn hiermit wegen der besonderen Umstände der Person und der Gemeinde nochmals vorbringen und bitte um Berücksichtigung. (lecch wel er-cir Adtantr4f 5%) ee 777 | MapsernameX
Anlage-4-Henny-Waldeck-Weg
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Anlage 4 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Henny-Waldeck-Weg Henny Waldeck (1884-1944), jüdische Geschäftsfrau in Münster, Mutter von fünf Kindern, betreute Alte und Kranke der jüdischen Gemeinde. Ermordet im KZ Auschwitz. Henny Waldeck geb. Herzfeld, am 14.1.1884 als drittes von sieben Kindern in Bochum geboren, kam nach ihrer Heirat 1912 mit dem Witwer Carl Wa l- deck ( *1870 Zierenberg/Kassel - †1944 Ghetto Theresienstadt) nach Münster. Dieser hatte 1899 eine Haushaltsw a- renhandlung in der Bogenstr aße 18 er- öffnet. Zusammen mit ihren eigenen vier Ki n- dern zog Henny W aldeck den Sohn aus der ersten Ehe ihres Mannes auf. In den 1920er Jahren nahm sie ihren Vater zu sich, der 1935 in Münster starb. Um ihre Kinder vor einer Außenseite r- stellung zu bewahren (Unterricht am Sonntag für jüdische Kinder) setzte sie sich für Reform und Anpassun g an die Mehrheitsgesellschaft ein. Wegen des Geschäftsbetriebs fuhr sie mit den Ki n- dern allein in Urlaub (z.B. nach Nor- derney), ihr Mann anschließend zur Kur. Wie christliche Eltern aus dem Mit- telstand strebte das Ehepaar Waldeck eine Grundausbildung für ihre Kinder in musischer (Klavierunterricht) und sport- licher (Tennis, Radfahren, Leichtathl e- tik) Hinsicht an. 1938: Henny und Carl Waldeck Henny Waldeck war im Haushaltsw a- rengeschäft ihres Ehemannes tätig, das sich seit 1918 am Roggenmarkt 10 b e- fand, und ab 1932 am Alten Fischmarkt 11/12. Dort trafen den 63-jährigen Carl Waldeck Ende März 1933 die ersten Diskriminierungsmaßnahmen der NS - Regierung. Infolge der Weltwirtschaft s- krise meldete er das Geschäft zum 31.3.1933 ab und besuchte seitdem als Vertreter seine ehemalige Kundschaft. Henry Waldeck eröffnete an der Rothe n- burg bis zum Verbot durch die „Nürn- berger Gesetze“ einen Mittagstisch. In der Wohnung Langenstr aße 42, wo die Fami lie 1937 bis 1939 wohnte, nahm Henny Waldeck vier bis fünf jüd i- sche Menschen in Kost und Logis. Der hohe Altersdurchschnitt der jüd ischen Anlage 4 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Gemeindemitglieder bedingte einen ve r- mehrten Aufwand an Sozialfürsorge. Da kaum jemand die Unterbringungskosten in ein em jüd ischen Altenheim aufbri n- gen konnte, war ihre Privatpension s o- wohl für die Betagten, die in vertrauter Umgebung blieben, als auch für sie selbst (Zuverdienst) eine gute Lösung. Zwischen 1934 und 1937 finanzierte das Ehepaar Waldeck die Emigration von dreien ihrer fünf Kinder, die in Deutschland keine Berufs - und Z u- kunftsperspektive hatten. Erst nach dem Pogrom 1938 sahen beide ihre e i- gene Existenz gefährdet. Im August 1939 baten sie die Devisenstelle um Ausfuhrgenehmigung des Umzugsgutes, das bereits bei einem Münsteraner Sp e- diteur eingelagert war. Die geforderte „Ausfuhrförderungsabgabe“ für die zur Emigration neu angeschafften Gege n- stände, wie Klappbetten und Petroleum- kocher, konnten sie nicht mehr zahlen. Zu diesem Zeitpunkt hofften sie zum jüngsten Sohn nach Argentinien gela n- gen zu können, und hatten die Zusiche- rung des „ Hilfsvereins der Deutschen Juden“, einen Teil der Überfahrtkosten zu übernehmen. Der Umzug zur Sal z- straße 31 als Nachmieter des in die Ni e- derlande emigrierten Arztes Dr. Levy erfolgte am 17.3.1940, obwohl die relativ teure Neubauwohnung Waldecks ihre finanziellen Verhältnisse überstieg. Mit der Ausweitung des Krieges wurde der Kontakt zu ihren Kindern – sie emi- grierten zwischen 1926 und 1939 nach Palästina, Argentinien bzw. in die USA – immer schwieriger. Um für eine Flucht zu ihnen gerüstet zu sein, frischte He n- ny Waldeck ihre Englischkenntnisse auf und nahm mit ihrem Mann Spanischun- terricht. Im November 1941 wurde He n- ny Waldeck mit ca. 12 -15 jüdischen Frauen unterschiedlichen Alters in der „Kasein- und Trockenkartoffelfabrik Strohmeyer, Rodatz & Co.“ in Ostbevern- Brock zwangsverpflichtet. Sie berichtete ihrem Sohn darüber: „… es war nicht immer sehr leicht für mich, da ich jeden Morgen um 5½ Uhr aufstehen muß, um 6½ Uhr geht der Zug, nachmittags um 3 Uhr bin ich dann wieder zu Hause.“ Henny und Carl Waldeck hatten Anfang November 1941 die Wohnung Salzstraße räumen müssen und wurden im „ Ju- denhaus“ Meppener Straße 27 unterg e- bracht. Nun stand ihnen lediglich ein einziges Zimmer zur Verfüg ung: „...haben wir nun keine Einnahmen mehr und müssen sehen fertig zu werden, wir leben sehr einfach und bescheiden.“, be- richteten sie den Kindern. Das bedeut e- te, dass sie keine Pensionsgäste mehr aufnehmen konnten und so mit eine f i- nanzielle Basis fehlte. Wenige Wochen später erfolgte die Deportation der mei s- ten Insassen dieses „Judenhauses“ nach Riga. Hinsichtlich der „ Verschickung“ der 57 Jahre alten Henny Waldeck mit ihrem 14 Jahre älteren Ehemann Carl hatte es im Vorfeld der Deportation Dis- kussionen ge geben, die zur Rückste l- lung des Ehepaares führten. Henny Waldeck schilderte ihren Gemütsz u- stand Anfang Dezember 1941 ihrem Sohn Hans: "... gesund sind wir aber so nervös und aufgeregt, wie Du Dir gar nicht denken kannst, wir haben schrec k- lich sorgenvolle Wochen hinter uns & wer weiß, was uns noch für Sorgen bevorst e- hen, nächste Woche verreisen viele uns e- rer guten Freunde und Bekannte[n]. Ob wir sie je wiedersehen, glaube ich nicht. ... Wir haben die Reise vorläufig aufg e- schoben, mit Rücksicht auf Vaters Al ter, er kann die Kälte nicht gut vertragen." Von einer aktiven Einflussnahme auf die Entscheidung über Transport oder Ver- bleib, wie sie dieser Brief nahelegen könnte, kann jedoch keine Rede sein. Die Betroffenen hatten den Anordnu n- gen Folge zu leisten. Au sschlaggebend für die Gestapo war die festgesetzte Pe r- sonenzahl pro Sonderzug. Die Zurüc k- gestellten waren sich daher bewusst, dass ihr Verbleib nur von vorüberg e- hender Dauer war. „... Im Frühjahr wird Anlage 4 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 es wohl so weit sein,“ vermerkte daher Henny Waldeck. Im Dezember 1941, eine Woche vor der ersten Deportation aus Münster, hatte Henny Waldeck den Kindern wegen deren ihrer Meinung nach mangelnden Initiative zu ihrer Ret- tung massive Vorwürfe gemacht: „... es ist von allen Enttäuschungen, die ich im Leben hatte, die größte ...“ Wenige Tage nach der zweiten Riga - Deportation am 27. Januar 1942 wu r- den die noch verbliebenen Juden – aus- genommen die in „ privilegierter Misc h- ehe“ lebenden Personen – aus den „ Ju- denhäusern“ in d ie Marks-Haindorf- Stiftung (ehemalige jüdische Schule) verlegt. Dort verblieb das Ehepaar Wa l- deck die folgenden fünf Monate bis zu seiner Deportation. Ihrem Sohn Hans in Argentinien beschrieb Henny Waldeck die Zustände: „Wir haben Susis [Tochter des vormals dort wohnenden und inzwischen nach A rgentinien emigrierten Rabbiners Steinthal] ehemaliges Schlafzimmer, es ist Wohn-, Schlafzimmer, Küche alles z u- sammen, das wirst Du Dir wohl kaum vorstellen können ...“ Die Fluktuation durch Zu- und Wegzug verursachte bei den Bewohnern ein Gefühl bedrohlic her Instabilität und Isolation. Henny Wa l- deck schreibt in ihrem letzten Brief an ihren Sohn Hans: "Die Gemeinde ist nur klein, wie Du Dir wohl denken kannst, wenn wir alle hier [in der Marks -Haindorf- Stiftung] wohnen, unsere meisten B e- kannten sind fort.“ Angesichts der nun unleugbaren Gewissheit, dass auch ihr Ehemann und sie nicht mehr lange in Münster bleiben würden, fügt sie voller Resignation hinzu: „Ach mein lieber Hans, wenn wir uns doch recht bald wiedersehen könnten, aber leider glaube ich nicht, dass es sobald sein wird und ob es überhaupt noch einmal sein wird?“ Vom letzten „ Judenhaus“, Am Kanonen- graben 4, stellten Carl und Henny Wa l- deck einen Antrag auf Verkauf von K ü- chenutensilien, die sich beim Spediteur befanden. Die Genehmigung erreichte sie jedoch nicht mehr. Erst nach der Deportation traf sie ein, so dass der Verkaufserlös nicht mehr ihnen zufiel, sondern dem Staat. In Erwartung ihrer Heimkehr nach dem Krieg hatte Henny Waldeck dem Juwelier Nonhoff aus Münster „bis zum Kriegsende“ eine Bril- lantbrosche übergeben, die dieser in Verwahrung nahm. 1952 sandte er sie an die Tochter Gerda in den USA. Trotz aller Versuche von Seiten der Kinder misslang die Emigration des Ehepaares Waldeck. Am 31.7.1942 wurde es mit den letzten Münsteraner Juden in d as Ghetto Theresienstadt deportiert, wohin eine Bekannte ihnen zunächst ab und zu Päckchen schicken konnte. Zwei Jahre später, zwei Monate nach dem Tod ihres Mannes (März 1944) wurde Henny Waldeck am 16.5.1944 ins Ve r- nichtungslager Auschwitz verfrachtet und dort ermordet. Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann -Overmeyer, unveröffentlichte Biographie.
Anlage-8-Übersichtsplan
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Goldenbergstraße Henriette-Hertz-W eg Henny-W aldeck-W eg Feibes-W eg Hedwig- Anlage 8
Anlage-1-Goldenbergstraße
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Anlage 1 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Goldenbergstraße Else, Mirjam und Siegfried Goldenberg. Die jüdische Familie wurde ins KZ verschleppt. Tochter Mirjam wurde im KZ Auschwitz ermordet. Die Eltern kehrten nach der NS-Zeit nach Münster zu- rück und haben sich über 30 Jahre lang um den Aufbau der jüdischen Gemeinde in Münster sehr verdient gemacht. Else Goldenberg, *30.08.1903 Nottuln , †15.10.1979 Münster, geb. Wertheim. Else Goldenberg war Verkäuferin, Ko r- settnäherin, Geschäftsführerin. Sie a b- solvierte eine dreijährige Lehre in einem Textil- und Kürschnereibetrieb in Meschede. Anschließend erfolgte eine Weiterbildung in der Korsett - und Ban- dagenanfertigung. Sie lebte seit dem 01.01.1928 in Münster und war Ge- schäftsleiterin im Korsettgeschäft „ Hele- ne Davids & Co. “ (Inh. u.a. Rosa Ma r- cus), Prinzipal markt 37; sie war am Umsatz beteiligt. Die in Aussicht gestell- te Einsetzung als Teilhaberin kam au f- grund der Demolierung in der Pogro m- nacht 1938 und des Zwangsverkaufs des Betriebes nicht mehr zustande. Mit Tochter und Ehemann wurde sie am 13.12.1941 von Münster nach Riga d e- portiert und kam später ins KZ Kaise r- wald-Meteor. Als sie eines Tages von der Arbeit zurückkehrte, war ihre Tochter mit allen anderen Kindern abtranspo r- tiert worden. Daraufhin wollte sie nicht mehr weiterleben, verweigerte die Na h- rung u nd wurde strafversetzt. Am 09.08.1944 wurde sie ins KZ Stutthof bei Danzig verbracht, wo sie vermutlich im Außenlager Lauenburg/ Hinterpom- mern untergebracht war und Zwangsa r- beit leisten musste . Sie verblieb bis zu ihrer Befreiung durch sowjetische Tru p- pen im KZ Stutthof , während ihr Mann ins KZ Buchenwald überstellt wurde. Nachdem sie sich nach Ende des Hitler - Regimes in Bochum wiederge funden hat- ten, kehrte sie mit ihrem Mann nach Münster zurück. Auch dann gab sie die Hoffnung nicht auf, ihre Tochter wiederzu- finden und suchte in vielen KZ nach ihren Spuren. Sie half ihrem Ehemann beim Wiederaufbau einer neuen jüdischen G e- meinde in Münster und erhielt 1975 für ihre Verdienste die Paulus -Plakette der Stadt Münster. Ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Münster. 1938: Else Goldenberg mit Tochter Mirjam Mirjam Goldenberg, *11.04.1937, † 1944 KZ Auschwitz. Zusammen mit den Eltern wurde sie als Vierjährige am 13.12.1941 ins Ghetto Riga deportiert. Bei Auflösung des Ghettos im November 1943 wurden die Häftlinge in verschiedene KZ -Lager verbracht. L aut Kindersuchakte wurde sie am 21.04.1944 aus einem Außenlager Rigas vermutlich nach Auschwitz deportiert und dort e r- mordet. 1956 wurde sie vom Amtsgericht Anlage 1 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Münster für tot erklärt. Ihr Andenken wird auf dem Grabstein ihrer Eltern auf dem jüdischen Friedhof in Münster gewahrt. Siegfried Goldenberg, *12.08.1900 in Oberhausen, † 21.03.1980 in Münster Siegfried Goldenberg war Metzger und „Tiefbauarbeiter“. 1924 legte er vor der Handwerkskammer Dortmund die Mei s- terprüfung ab. Von 1925 bis zum 29.03.1933 betrieb er in Bochum ein Fleisch- und Wurstwarengeschäft . Nac h- dem das NS -Regime ihm verboten hatte, seine Waren auf dem Wochenmarkt in Bo- chum zu verkaufen, zog er 1933 nach Münster in die Schulstraße 19, wo auch seine spätere Frau wohnte. In Münster fand er für kurze Zeit eine A n- stellung bei einem Metzger, bis ihm auch diese Tätigkeit untersagt wurde. Die Wo h- nung wurde in der Pogromnacht 19 38 verwüstet. Da seine Mutter am 10.11.1938 verstorben war, wurde ihm trotz „Inhaftie- rungsaktion“ erlaubt, zur Regelung der Hinterlassenschaft nach Bochum zu fa h- ren. Nach diesen Ereignissen versuchte seine Schwester Mali, die seit 1928 in den Niederlanden lebte, vergeblich, für ihn mit seiner Familie und für seinen Bruder eine Einreisegenehmigung in die Niederlande zu erhalten. Eine Emigration nach Palä s- tina erschien dem Ehepaar Goldenberg mit einem Kleinkind zu gefährlich zu sein. Am 04.10.1939 mussten sie mit Tochter Mirjam in das „ Judenhaus“ Hermannstra- ße 44 umsiedeln. Siegfried G oldenberg leistete ab 1939 Zwangsarbeit beim K a- nalbau in Hiltrup. Für die Deportation am 13.12.1941 nach Riga wurde die Familie von zwei Gestapobeamten aus ihrer Wo h- nung geholt und zur Sammelstelle in die Gaststätte „ Gertrudenhof“ gebracht . Ihre Wohnräume, in denen sie ihre Habe z u- rücklassen mussten, wurden verschlos- sen. Beim Vorrücken der sowjetischen Front 1944 wurde Siegfried G oldenberg mit sei- ner Frau v om Ghetto Riga über da s KZ Kaiserwald-Meteor per Schiff ins KZ Stutthof bei Danzig verbracht. Von dort wurde er am 16.08.1944 zusammen mit 500 Schicksalsgenossen, unter ihnen die Münsteraner Wilhelm Grüneberg, Rudolf Gumprich und Willi Mildenberg, ins KZ Buchenwald überstellt. Dort befand er sich im Außenlager Re hmsdorf. Die Häf t- linge mussten in den Brabag -Werken (Braunkohle und synthetisches Benzin) Zwangsarbeit leisten. Beim Herannahen der amerikanischen Truppen verschickte man ihn per Fußmarsch bzw. in Viehwa g- gons ins Ghetto Theresienstadt, wo er am 08.05.1945 von sowjetischen Truppen b e- freit wurde. Siegfried Goldenberg etwa 1975 Nach dem Krieg kehrte er nach Münster zurück und engagierte sich beim Wiede r- Anlage 1 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 aufbau einer neuen jüdischen Gemeinde in Münster. Bis zur Wiedererrichtung der Marks-Haindorf-Stiftung stellte er in se i- ner Wohnung einen Raum für den Gotte s- dienst zur Verfügung. Seit 1946 war er 30 Jahre lang Gemeinde - Vorsitzender. Zu der Zeit wohnte er mit seiner Ehefrau Prinz -Eugen-Straße 39 und Am Kanonengraben 4. Er betrieb eine Fischhandlung. Else und Si egfried Goldenberg wurde n 1975 für ihre Verdienste um den Wiede r- aufbau der münsterischen jüdischen G e- meinde die Paulus -Plakette der Stadt Münster verliehen. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Münster. Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 bis 1945, Teil 1 Biographisches Lexikon, Münster 2001 Paulusplakette der Stadt Münster für die Eheleute Goldenberg. Anlässlich der Vollendung des 75. Lebensjahres von Siegfried Goldenberg am 12. August 1975 wurde den Eheleuten Goldenberg in Anerkennung ihrer Verdienste auf Anregung des Ältestenra- tes die Paulus-Plakette verliehen. Die Begründung in der Vorlage vom 02.07.1975 für den Ratsbe- schluss am 14.07.1975 lautet: "Es ist das Verdienst des H errn Goldenberg und seiner Ehefrau Else Goldenberg, die sich ebenfalls nachhaltig um die Arbeit der jüdischen Kultusgemeinde bemüht hat, dass nach dem Kriege jüdische Mitbürger wieder ihren Wohnsitz in Münster genommen haben und eine jüdische Gemeinde wieder aufgebaut haben. Die Familie Goldenberg hat in der schwierigen Nachkriegszeit vielen jüdi- schen Mitbürgern mit Rat und Tat in aufopferungsvoller Weise geholfen. Auch nichtjüdische Bürger dieser Stadt haben ihre Hilfe erfahren. Der Wiederaufbau der von Herrn Goldenberg geleiteten Gemeinde vollzog sich unter sehr schwierigen Umständen. Dem äußersten Einsatz der Familie Goldenberg ist es zu verdanken, dass 1961 die Synagoge an ihrem alten Platz wieder eröffnet werden konnte. Herr Goldenberg hat darüber hinaus aktiv in der Gesellschaft für christliche und jüdische Z u- sammenarbeit e.V. mitgewirkt und stets die Bedeutung dieser Gesel l- schaft für die gesamte Bürgerschaft betont." Der Rat fasste den Beschluss einstimmig.
Beschlussvorlage
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V/0803/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Vermessungs- und Katasteramt Betrifft Straßenbenennungen Goldenbergstraße, Henriette-Hertz-Weg, Henny-Waldeck-Weg und Hedwig-Feibes-Weg Beratungsfolge 12.10.2017 Bezirksvertretung Münster-West Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Im Bebauungsplan Nr. 536 Mecklenbeck – Weseler Straße / Meckmannweg / Schwarzer Kamp erhalten die Straßen die Namen Goldenbergstraße, Henriette -Hertz-Weg, Henny - Waldeck-Weg und Hedwig -Feibes-Weg entsprechend der Darstellung im Übersichtsplan (Anlage 8). 2. Den Vorschlägen der Anregung 2016 -00032 mit den Straßenbenennungen nach Anton und Bernie Guddorf und nach Reinhard Klose (Anlage 5) wird nicht gefolgt. Die Anregung 2016 - 00032 ist damit erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: Zu 1. Im Bebauungsplan Nr. 536 Mecklenbeck – Weseler Straße / Meckmannweg / Schwarzer Kamp werden die Baumaßnahmen für die Erschließungsstraßen demnächst beginnen. Deshalb st e- hen Straßenbenennungen an. Es waren bereits zwei Namen für Straßen in diesem Bau gebiet vorgeschlagen (siehe Anr e- gung 2016-00032) als die Bezirksvertretung Münster -West am 04.05.2017 auf der Basis des Antrags A/W/0023/2017 den Beschluss gefasst hat, dass Straßen, die im Stadtbezirk West nach Personen benannt werden, so lange Namen von Frauen erhalten, bis beide Geschlechter gleichermaßen bei Straßennamen repräsentiert sind. Deshalb hat die Verwaltung hier auf ält e- re Vorschläge zurückgegriffen: Vorlagen-Nr.: V/0803/2017 Auskunft erteilt: Herr Zimmermann Ruf: 492 62 42 E-Mail: ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de Datum: 26.09.2017 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0803/2017 Henriette Hertz - Vorschlag des Leiters des Geschichtsorts Villa ten Hompel, Dr. Christoph Spieker, und Familie Goldenberg - Vorschlag von Prof. Dr. Alfons Kenkmann – beide im April 2012 im Zu- sammenhang mit der Diskussion um NS-belastete Straßen in Münster. Ergänzend dazu haben auf Anfrage der Verwaltung Rita Schlautmann -Overmeyer und Gis ela Möllenhoff zwei Frauen aus jüdischen Familien vorgeschlagen und deren Biographien vorg e- legt: Henny Waldeck und Hedwig Feibes. Beide waren la nge in Münster ansässig, haben sich sehr für ihre Familien und andere Juden eingesetzt und sind beide in Auschwitz umgekommen. Erläuterungen zu den Personen in den Anlagen 1 bis 4 Zu 2. In der Anregung Nr. 2016 -00032 vom 06.03.2016 wurden vom Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreis die Namen von fünf Personen für die Benennung von Straßen und Wegen in Meck- lenbeck vorgelegt. Es sind 1. Elisabeth Hürten (1892-1975), Lehrerin an der Volksschule Mecklenbeck von 1917-1955 2. Hermann Eimann (1894-1986), Lehrer an der Volksschule in Mecklenbeck 1925-1946 3. Anton und Bernie Guddorf, Firmengründer einer Kfz-Werkstatt an der Weseler Straße 4. Reinhard Klose (1932-2005), engagierter Bürger im Bürgerzentrum Mecklenbeck 5. Werner Siebenbrock, geb.1937, Bischof von Governador Valadares 2001 -2014, emer itiert seit 2014 Den Vorschlägen 1. und 2. ist die Bezirksvertretung bereits gefolgt und hat den E lisabeth- Hürten-Weg und den Hermann -Eimann-Weg beschlossen. Nach dem o .g. Beschluss der B e- zirksvertretung Münster-West vom 04.05.2017 werden die Vorschläge Nr. 3. bis 5. nicht in di e- sem Baugebiet realisiert, sondern in die Vorschlagsliste für Straßennamen aufgenommen. Durch die Erschließung des Baugebietes werden einige neue Adressen an der Straße Schwar- zer Kamp entstehen; Umbenennung von vorhandenen Adressen wird es aber nicht geben. In Vertretung Denstorff Stadtbaurat Anlagen Anlage 1 Goldenbergstraße Anlage 2 Henriette-Hertz-Weg Anlage 3 Hedwig-Feibes-Weg Anlage 4 Henny-Waldeck-Weg Anlage 5 Anregung 2016-00032 vom 06.03.2016 Anlage 6 Ergänzung zur Anregung 2016-00032 vom 10.05.2017 Anlage 7 Stellungnahme der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde zur Anregung Anlage 8 Übersichtsplan V/0803/2017
Anlage-2-Henriette-Hertz-Weg
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Anlage 2 Anlage zur Beschlussvorlage V/0803/2017 Henriette-Hertz-Weg Henriette Hertz, *14.08.1913 †11.01.2001, jüdische Münsteranerin, vom NS-Regime verfolgt und beraubt. Sie überlebte die NS-Zeit untergetaucht im Rheinland, kehrte nach Münster zurück. Von ihrem früheren Besitz wurde nur ein Bruchteil erstattet. Henny Hertz b esuchte von 1920 bis zur Mittleren Reife 1930 die Annette-Schule, wo sie am kath. Religionsunterricht tei l- nahm. Sie sollte aufgrund ihrer jüd i- schen Herkunft in den 1920er Jahren nur ausnahmsweise in einen Tennisclub aufgenommen werden, was ihren Vater dazu veranlasste, sie in einem anderem Club anzumelden, in dem sie auch nach dem Ausschluss von Juden aus Spor t- verbänden noch verblieb. Danach wurde sie Mitglied in einem jüdischen Te n- nisclub. Um 1935: Henriette Hertz Als Jüdin fand sie 1933 keine Lehrstelle und musste ihren Plan, Modezeichnerin zu we rden, aufgeben. Sie besuchte d a- raufhin die Frauenoberschule St. Hild e- gard und machte eine Ausbildung im Büro, um ihrem Vater in der Kanzlei helfen zu können. 1934/35 hielt sie sich sechs Monate in Spanien bei einem Onkel auf, der Ko r- respondent der Frankfu rter Zeitung in Madrid war. Zurück in Münster erteilte sie J uden zur Auswand erungsvorberei- tung Spanischunterricht. Sie wollte mit Hilfe von Verwandten, die ihr ein Visum verschafft hatten, in die USA auswa n- dern. Dieses Vorhaben kam abe r nicht zustande. Sie musste sowohl R adio als auch Fotoapparat laut NS-Gesetzgebung bei der Gestapo abliefern. Der ersten Deportation aus Münster am 13.12.1941 entging sie, weil sie ihren schwerkranken Vater – die Mutter war inzwischen verstorben – pflegen musste. Nach seinem Tod wurde sie von einem SS-Mann vor ihrer bevorstehenden D e- portation nach Riga gewarnt. Außerdem intervenierte eine Frontoffizier auf He i- maturlaub, der ehemalige Nachbar Gün- ther Schmidt -Hern, für sie bei der G e- stapo. Henny Hertz fasste den En t- schluss, Deut schland illegal zu verla s- sen bzw. unterzutauchen. Nachdem ers- teres nicht gelang, l egte sie sich einen anderen Namen zu und konnte mit U n- terstützung von Bekannten Unterkunft und schließlich auch Arbeit im Rhei n- land finden. Verwandte, die mit nichtj ü- dischen Partnern verheiratet waren, hal- fen ihr mit Lebensmittelkarten, so dass sie bis Kriegsende in der Illegalität über- leben konnte. Am 21.2.1942 wurde ihr restliches Ve r- mögen, u.a. das Haus Prinz -Eugen- Straße 39, vom Deutschen Reich b e- schlagnahmt. Nach langen Bemühun- gen erhielt sie drei Jahre nach der B e- freiung eine Einwanderungsgenehm i- gung in die USA, entschloss sich jedoch nach einjährigem Aufenthalt, n ach Deutschland zurückzukehren. Quelle: Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 bis 1945, Teil 1 Biographisches Lexikon, Münster 2001
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (18)
- Mecklenbecker Straße 435
- Salzstraße 3
- Weseler Straße 4
- Goldenbergstraße
- Schulstraße 19
- Meppener Straße 27
- Henriette-Hertz-Weg
- Henny-Waldeck-Weg
- Hedwig-Feibes-Weg
- Meckmannweg
- Schwarzer Kamp
- Am Kanonengraben 4
- Prinz-Eugen-Straße 39
- Hermann-Eimann-Weg
- Roggenmarkt 10b
- Schürkamp
- Rote Erde
- Brock
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Details
- Aktenzeichen
- V/0803/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.09.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37