V/0657/2022
Eichhörnchenbrücken - Antrag der Internationalen Fraktion Die PARTEI/ÖDP Nr. A-R/0022/2022
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Anlage A (Amt 20)
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Anlage A zur V/0657/2022 Kurzüberblick Die Antragsteller schlagen Schutzmaßnahmen für das besonders geschützte heimische Eich- hörnchen vor. Eine Nachfrage beim NABU Stadtverband Münster und beim Tierschutzverein Nestwerk Münsterland e.V. ergab, dass dort keine besonderen Gefahrenstellen bekannt sind. Auch der unteren Naturschutzbehörde sind solche Stellen nicht bekannt. Daher wird derzeit eine Notwendigkeit für die Anlage von Eichhörnchenbrücken nicht gesehen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Nicht gegeben Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Es gibt keine Relevanz zu den o. g. Querschnittsthemen.
Antrag der Internationalen Fraktion_Die PARTEI_ÖDP_Eichhörnchen_A-R_0022_2022
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0022/2022
Antrag an den Rat
Münster, den 26.04.2022
Verkehrssicherheit für Eichhörnchen erhöhen
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Verwaltung wird beauftragt, die Einrichtung von
Eichhörnchenbrücken im Gebiet der Stadt Münster an besonders exponierten Stellen zu prüfen.
Begründung:
Das in Deutschland beheimatete eurasische Eichhörnchen ( Sciurus vulgaris l.) ist ein possierlicher
Nager und nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtschV), Anlage 11, eine besonders geschützte
Tierart (ugs. Rote Liste). Daher sollte es im Interesse einer biologischen Artenvielfalt sein, die Zahl der
durch den motorisierten Individualverkehr getöteten Tiere, wie z.B. Eichhörnchen zu verringern.
Ein Beispiel für bereits in Münster umgesetzte Maßnahmen gegen im Straßenverkehr getötete Tiere,
sind Amphibienschutzzäune die alljährlich, zumeist von Freiwilligen (wie z.B. von ehrenamtlichen
Mitgliedern*innen des NABU) 2, zur Zeit der Krötenwanderung aufgestellt werden, um einer
Dezimierung der Bestände durch den motorisierten Individualverkehr entgegenzuwirken 3. Genaue
Zahlen von im Straßenverkehr getöteten Eichhörnchen liegen nicht vor, da diese Unfälle nicht der
Meldepflicht unterliegen.
Eine der ersten Brücken dieser Art ist die „Nutty Narrows Bridge“ in Long View, Washington, USA4. Erst
langsam hat sich in den folgenden Jahrzenten dieses Modell weltweit verbreitet, wenn auch in
abgewandelter Form. Von einfachen Taubrücken, wie z.B. in Trier 56, die sich bei de n possierlichen
1 https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html
2 http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/presse/amphibienschutz.html
3 http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/presse/amphibienschutz.html
4 https://de.wikipedia.org/wiki/Nutty_Narrows_Bridge
5 https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/trier-eichhoernchen-bruecke-wird-rege-genutzt-
100.html
6 https://www.ardmediathek.de/video/landesschau-rheinland-pfalz/trierer-eichhoernchenbruecke-rettet-
kleine-nager/swr-rp/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1NTkyMDA
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Nagern großer Beliebtheit erfreuen, bis hin zu sich langsam durchsetzenden Stahlkonstruktionen, wie
in Den Haag7.
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Es muss nicht gleich ein Leuchtturmprojekt für rund 144.000 Euro sein, wie in den Haag. Die bewährten
Eichhörnchenbrücken aus Tau, die mittels Stahlseilen gespannt werden, können bereits eine
Strahlkraft über die Region hinaus erzeugen, wie zahlreichen Presseberichten aus anderen Städten und
Regionen zu entnehmen ist. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Kosten für Material, Konstruktion,
Installation und Personal bei den Taubrücken deutlich geringer sein als bei einer Brücke, wie in Den
Haag. Denn auch diese einfachen Eichhörnchenbrücken haben eine Strahlkraft weit über die Region
hinaus.
7 https://www.ad.nl/binnenland/prijzige-eekhoornbrug-inmiddels-door-3-knaagdieren-
gebruikt~a9fec948/?referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
8 © Von Avi - Squirrel Bridge - Closeup, CC BY-SA 2.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7836304
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Bei dem zunehmenden motorisierten Individualverkehr in der Stadt Münster und die fortschreitende
Flächenversiegelung durch Verkehrsinfrastruktur und Gebäudebebauung , kann mit den
Eichhörnchenbrücken ein wertvoller Beitrag zum Artenschutz in einer sich entwickelnden Stadt
geleistet werden.
Besonders im Frühjahr, während der Paarungszeit, kommt es zu einer besonders hohen Zahl an
Verkehrstoten. Aber auch nach Verlassen der Jungtiere des Kobels kommt es zu einer erhöhten Zahl
verkehrstoter Eichhörnchen. Hier muss bereits im Kindesalter bei der Verkehrserziehung angesetzt
werden und die Eichhörnchenjungen an die Nutzung von Eichhörnchenbrücken herangeführt werden.
Das Eichhörnchen Wegen anderer Eichhörnchen folgen ist wissenschaftlich belegt und somit auch die
Akzeptanz und Annahme der Eichhörnchenbrücken gesichert, wodurch sich die Zahl der Verkehrstoten
deutlich reduzieren lässt.
Hinzu kommt, dass nicht bei allen Unfäll en grundsätzlich die Kaskoversicherung einspringt, auch bei
sogenannten Ausweichmanövern kommt es entscheidend auf den Grund dieser Maßnahme an, aber
auch die Größe des jeweiligen Tieres ist bei einer etwaigen Schadensregulierung ausschlaggebend10.
Eichhörnchenbrücken können hier auch ein Beitrag sein, Gefahren für Mensch und Tier im
Straßenverkehr zu minimieren. Mit solchen Eichhörnchenbrücken lassen sich verkehrsreiche Straßen
zwischen Grünanlagen , wie die Weseler im Bereich Kanonengraben/Promenade und
Bismarckallee/Aasee, kostengünstig verkehrssicherer für Eichhörnchen machen, um nur ein Beispiel
zu geben.
9 © S.J. de Waard / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 3.0
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons
10 https://www.jagdverband.de/wildunfaelle-und-schadensregulierung
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gez.
RH Lars Nowak RH Michael Krapp RH Georgios Tsakalidis
11 © Von Ray eye - Photograph by Ray eye, CC BY-SA 2.0 de,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2192065
Artikel WN _10_12_2022_Eichhörnchen machen sich breit
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MÜNSTER SEITE17 | FREITAG 10. DEZEMBER 2021 Gutes Nahrungsangebot lässt Zahl der flinken Baumkletterer wachsen Eichhörnchen machen sich breit In Münster hat die Zahl der Eichhörnchen nach Beobachtung von Stadtförster Hans-Ulrich Menke in den (dpa) Von Dirk Anger MÜNSTER Sie sind possierliche, niedliche Tiere, wenn sie in Windeseile Baum- stämme hinaufklettern oder im herbstlich gefärbten Laub nach Nahrung für den Wintervorrat stöbern. Doch in den vergangenen Wochen endete für auffällig viele und häufig jüngere Eichhörnchen ihr Leben auf der Straße - überfahren von Autos. Das ist die traurige Seite der Medaille, die andere: Es gibt so viele dieser tollkühnen Kletterer in Münster wie seit Jahren nicht mehr. Diese Beobachtung bestätigt der städtische Förster Hans-Ulrich Menke aus seiner eigenen Praxis. Er hat nach eigenem Bekunden an vielen Stellen im Stadtgebiet wie- der Eichhörnchen beobachtet, „wo ich lange keine mehr gesehen habe‘. Breite Futterpalette Und dafür gibt es nach Menkes Aussage eine naheliegende Erklärung: Denn das breite Nahrungsangebot der vergangenen Jahre hat den kleinen Tieren mit dem bu- schigen Schwanz „gute Möglichkeiten, sich zu vermehren‘, geboten. Eicheln, Bucheckern, Sämereien - eine breite Futterpalette tut sich deshalb auch in diesem Herbst auf. Denn durch die Trockenheit der vergangenen Jahre hätten viele Bäume und Sträucher quasi reflexartig versucht, sich zu vermehren, wie Stadtförster Menke berichtet. „Sie haben mehr Früchte ausgebildet, um die Art zu retten‘, ver- deutlicht er die Reaktion der Natur. Manches Nahrungsdepot wird vergessen Profiteure dieser Entwicklung sind unter anderem die Eichhörnchen - und die Natur selbst. „Die Tiere tragen nämlich zur Naturverjüngung bei“, freut sich Menke. Denn weil sie bisweilen vergessen haben, wo sie ihren Vorrat etwa mit Eicheln oder Nüssen vergraben haben, sprießen eines schönen Tages junge Bäume und Sträucher uner- wartet aus dem Boden. Auch die eine oder andere Schadraupe fällt den flinken Klet- terern zum Opfer, wie Menke berichtet. Dass die Eichhörnchen, die mit ihrer tierischen Leichtigkeit zumeist ihre menschli- chen Beobachter verzücken, Vogelnester plündern, verschweigt der Förster indes nicht. „Sie fressen die Eier von Singvögeln. Und auch Jungvögel seien vor ihnen nicht sicher. „Eichhörnchen kommen fast an alle Nester“, spielt er auf deren Kletterfähig- keiten an. Auch Grauhörnchen machen sich breit Zurück zum Eichhörnchen-Boom: Solange das Nahrungsangebot reichlich bleibt, er- wartet Menke keinen Rückgang. Das könne sich indes ändern, sollte es mal wieder einen längeren, richtig kalten Winter geben. Der Naturschutzbund hat unterdessen schon Konkurrenz für die rotbraunen Eich- hörnchen ausgemacht: Grauhörnchen aus Nordamerika, 1876 in England eingeführt, breiten sich nicht nur auf den Britischen Inseln, sondern jüngst auch in Italien und der Schweiz aus, schreibt der Nabu.
Beschlussvorlage
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V/0657/2022 V/0657/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Eichhörnchenbrücken - Antrag der Internationalen Fraktion Die PARTEI/ÖDP Nr. A-R/0022/2022 Beratungsfolge 07.02.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Es werden keine Eichhörnchenbrücken zur Erhöhung der Verkehrssicherheit angelegt. 2. Der Antrag der Internationalen Fraktion Die PARTEI/ÖDP an den Rat A-R/0022/2022 ist damit erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Durch die Sachentscheidung zu I. entstehen keine Kosten. Begründung: Die Antragsteller schlagen m it Hinweis auf die seit Jahren erfolgreich eingesetzten Amphibien- schutzzäune Schutzmaßnahmen für das nach der Bundesartenschutzverordnung besonders ge- schützte heimische Eurasische Eichhörnchen vor. I m Interesse einer biologischen Artenvielfalt soll die Zahl der durch den motorisierten Individualverkehr getöteten Tiere verringert werden. Genaue Zahlen von im Straßenverkehr getöteten Eichhörnchen lägen nicht vor, da diese Unfälle nicht der Meldepflicht unterliegen. Eine Nachfrage beim NABU Stadtverband Münster und beim Tierschutzverein Nestwerk Münsterland e.V. ergab, dass dort keine besonderen Gefahrenstellen bekannt sind. Auch der unteren Natur- schutzbehörde sind solche Stellen nicht bekannt. Die Eichhörnchen haben sich nach Beobachtung des ehemaligen Stadtförsters Menke in den letzten Jahren aufgrund des guten Nahrungsangebotes vermehrt (vgl. Anlage). Unterstützende Maßnahmen sind daher nicht notwendig. Amt für Grünflächen, Umw elt und Nachhaltigkeit 19.01.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Dreier Telefon: 492-6727 DreierD@stadt-muenster.de - 2 - V/0657/2022 Bedingt durch die Topografie bieten sich im Münster auch keine besonders geeigneten Stellen für die Anlage von Eichhörnchenbrücken an. Anders sieht das in Städten mit großen Höhenunterschieden aus. Dort gibt es tei ls Straßen in Einschnittslage, die relativ einfach überspannt werden können und wo eine Nutzung durch Eichhörnchen eher zu erwarten ist. Sofern beidseits geeignete Bäume stehen und die Straße nicht allzu breit ist, ist der Aufwand für die Errichtung einer Eichhörnchenbrücke aus einem ca. 8 cm starken Tau überschaubar. Die Material- kosten betragen ca. 300,- bis - 500,- Euro. Müssen jedoch auf einer Seite oder beidseits Pfosten auf- gestellt und verankert werden, an denen das Tau gespannt und zum Boden geführt wird, steigt der Kostenaufwand erheblich. Das Tau muss regelmäßig überprüft und ggfs. erneuert werden. Aufgrund der dargelegten Gründe wird derzeit eine Notwendigkeit für die Anlage von Eichhörnchen- brücken nicht gesehen. In Vertretung gez. Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Antrag der Internationalen Fraktion Die PARTEI/ÖDP Nr. A-R/0022/2022 Artikel WN 10.12.2022 Eichhörnchen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Weseler Straße 19
- Bismarckallee
- Promenade
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Details
- Aktenzeichen
- V/0657/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 24.10.2022
- Erstellt
- 19.10.2022 15:56