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A-S/0016/2011

Entwicklung eines zukunftsorientierten Konzepts zur Nutzung der mit dem Abzug der britischen Streitkräfte frei werdenden Wohneinheiten und Liegenschaften

Antrag an die BV Südost 22.06.2011

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Südost, Sitzung am 20.07.2011, TOP 2.1

Originalantrag

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Originalantrag

8752 Zeichen

1
 
SPD-Fraktion 
in der Bezirksvertretung Münster-Südost 
 
Fraktionsvorsitz:  Rolf Schönlau /rhombus4 Tel. 0251/1355868 /rhombus4 rolf.schoenlau@web.de  
 
 
 
Stadt Münster 
Bezirksverwaltung Südost 
Am Steintor 50 
48167 Münster 
 
 
 
 
Münster, 17.06.2011 
 
 
Entwicklung eines zukunftsorientierten Konzeps zur Nutzung der mit dem Abzug  
der britischen Streitkräfte frei werdenden Wohneinheiten und Liegenschaften   
 
 
Beschlussantrag: 
 
 
 
Vor dem Hintergrund des bis spätestens 2019 zu erwartenden Abzuges der britischen Streit-
kräfte möge die Bezirksvertretung beschließen: 
 
Bei der weiteren Entwicklung eines Konzepts zur zuk ünftigen Nutzung der bisher militärisch 
genutzten Liegenschaften und britischen Familienwoh nungen sollen folgende Punkte be-
sondere Berücksichtigung finden: 
 
 
1. Die bislang von den britischen Soldatenfamilien bewohnten Häuser sollen im Sinne 
einer modernen sozialen Wohnungspolitik zukünftig F amilien mit mittlerem  und 
geringem Einkommen die Bildung von Wohnungseigentum  und familiengerechtes 
preisgünstiges Wohnen ermöglichen. Ein relevanter A nteil der Wohnungen sollte 
auch zukünftig als bezahlbarer Mietwohnraum zur Verfügung stehen.  
 
 
2. Mit einer Wohnungsmarktanalyse ist die Wohnungsn achfrage genauer zu ermitteln 
und ein Konzept für eine demografisch und sozial au sgewogene Zusammensetzung 
der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu entwickeln.  
 
 
3. Die Veräußerung an einen Investor mit nachfolgen der, unkontrollierbarer spekulativer 
Weiterveräußerung in Wohneigentum, wie es im Bereic h Osthuesheide in der 
Vergangenheit geschah und zu erheblichen sozialen u nd bausubstanziellen Folgen 
führte, ist auszuschließen.

2
4. Die Weiterentwicklung der heute von britischen S oldatenfamilien bewohnten 
Siedlungsbereiche hat dem städtebaulichen Ziel zu f olgen, attraktive Quartiere „mit 
Gesicht“ und einem sozial abwechslungsreichen Erscheinungsbild zu schaffen. Diese 
sollen unterschiedlichen heutigen Wohnansprüchen so wie modernen energetischen 
Anforderungen gerecht werden und sich als lebendige  Bestandteile in die 
vorhandenen Strukturen der umgebenden Ortsbereiche einfügen.  
 
 
5. Die Verwaltung wird in dem Zusammenhang beauftra gt, die Möglichkeit einer 
Auffanggesellschaft für die Übernahme der bisher br itisch genutzten Wohnungen zu 
prüfen und hierzu Vorschläge zu unterbreiten. Dabei  soll geprüft werden, ob und wie 
neben der stadteigenen W+S möglicherweise auch regi onale Investoren im 
Wohnungsbau in das Verfahren eingebunden werden kön nen. Darüber hinaus ist 
auch das genossenschaftliche Modell zu prüfen, wie es z.B. in Gießen derzeit bei 
zwei ehemaligen Wohnsiedlungen des US-Militärs umgesetzt wird.   
 
  
6. Kernziel der Übernahme der britisch genutzten Wo hnungen durch eine 
Auffanggesellschaft soll sein, Familien mit mittler en und geringeren Einkommen  
gemäß Förderrichtlinien zu Familienwohneigentum zu verhelfen. Deshalb soll der 
Weiterverkauf durch die Auffanggesellschaft auch nu r an einzelne selbstnutzende 
Familien erfolgen (kleinteilige Veräußerung, sogenanntes „Ameisengeschäft“).  
 
 
7. Weiterhin soll die Verwaltung aufzeigen, in welc her Weise den erwerbenden Familien 
durch die Auffanggesellschaft oder auch durch die s tadteigene W+S eine 
Unterstützung bei der Planung und Organisation der Eigenleistungen (der so-
genannten „Muskelhypothek“) gegeben werden kann.  
 
 
8. Die Verwaltung wird außerdem beauftragt, unter B erücksichtigung der demogra-
fischen Entwicklung zu prüfen und anschließend zu b erichten, wie sich in den 
Ortsteilen Gremmendorf und Angelmodde West der prog nostizierte Bedarf an 
altengerechten und betreuten Wohngelegenheiten entwickeln wird. Die Möglichkeiten 
der Förderung und Schaffung derartiger Wohneinheiten für ältere und unterstützungs-
bedürftige Menschen sollen im Rahmen des weiteren P lanungs- und Konversions-
geschehens dem Bedarf entsprechend angemessen berücksichtigt werden.  
 
 
9. Nachdem bereits Abzugstermine benannt sind, wird  die Verwaltung beauftragt, 
nunmehr umgehend mit der Bundesanstalt für Immobili enaufgaben (BIMA) und den 
sonstigen relevanten Stellen vorbereitende Gespräch e zur Übernahme der Liegen-
schaften in Zielrichtung dieses Antrags aufzunehmen.   
 
 
10. Im Gespräch mit dem Land NRW sind außerdem dess en Möglichkeiten und dessen 
Bereitschaft zur Unterstützung des Übernahmeprozess es durch die vorgenannte 
Option einer Auffanggesellschaft bzw. anderweitige Unterstützungsmöglichkeiten zu 
klären. 
 
 
11. Die Bürgerschaft ist – u.a. über entsprechende Bürgerforen – an dem Entwicklungs-
prozess eingehend zu beteiligen.

3
Begründung:  
 
 
 
Der Wohnungsmarkt in Münster ist unter anderem geke nnzeichnet durch einen rasanten 
Verlust an kostengünstigen und preisgebundenen Wohn ungen. In den vergangenen Jahren 
sind bereits tausende Sozialbindungen im Wohnungsbe reich ausgelaufen, eine noch 
größere Zahl an Sozialwohnungen wird in den nächste n Jahren ebenfalls diese Bindung 
verlieren. Gleichzeitig ist ein zunehmender Druck a uf den Wohnungsaltbestand hin zur 
Umwandlung in das hochpreisige Wohnsegment festzust ellen. Die Fachtagung der Stadt zu 
„Zukunftsperspektiven des Wohnstandortes Münster“ am 12.4.2011 hat aufgezeigt, dass es 
aktuell einen Wohnungsmangel gibt, von dem insbeson dere junge Familien mit Kindern 
sowie Familien mit mittleren und geringen Einkommen  betroffen sind. Diese stehen auf dem 
überhitzten Münsteraner Wohnungsmarkt vor hohen Hür den, eine bezahlbare Wohnung zu 
bekommen – sei es zur Miete oder als Eigentumsbildu ng. Nach den Erkenntnissen der 
Fachleute benötigt Münster zusätzlich bis zu 1.900 Wohnungen jährlich. Um die aktuelle 
Unterversorgung mit bezahlbarem Wohnraum abzubauen,  sind daher alle Möglichkeiten 
einer bedarfsgerechten Wohnraumbereitstellung auszuschöpfen. 
 
 
In Umsetzung der Beschlüsse der britischen Regierun g werden die in Münster stationierten 
Militäreinheiten bis 2019 endgültig den Standort ve rlassen. Mit dem Abzug der britischen 
Militäreinheiten werden in Gremmendorf /Angelmodde West erhebliche Flächen frei. Dabei 
handelt es sich sowohl um das Kasernengelände mit U nterkunftsgebäuden für die 
Mannschaften, Funktionsgebäude und weitläufige Frei - und Sportflächen als auch 
verschiedene Wohnbereiche, in denen die britischen Soldatenfamilien untergebracht sind. 
Eigentümerin dieser Flächen ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). 
 
 
Die geschilderten Vorgaben erfordern ein forciertes  vorbereitendes Handeln und die 
Entwicklung zukunftsorientierter Perspektiven sowie  die Nutzung der sich ergebenden 
Konversionschancen:  
 
 
Bei den von den Familien der britischen Streitkräft e in Gremmendorf genutzten rd. 430 
Wohneinheiten handelt es sich überwiegend um Reihen häuser. Sie sind preisgünstig 
errichtet und im Grundriss und Grundstückszuschnitt  bestens geeignet, in der Nachnutzung 
nach Abzug der britischen Streitkräfte den am Wohnu ngsmarkt abgedrängten Familien mit 
mittlerem und geringerem Einkommen eine Chance zu g eben, zu Wohneigentum zu 
gelangen. Um den vielfältigen Bedarfen gerecht zu w erden, sollte auch ein angemessener 
Anteil als Mietwohnungen genutzt werden können. Gep rüft werden sollte darüber hinaus, ob 
hier ein genossenschaftliches Modell soziale wohnun gswirtschaftliche Antworten auf die 
Entwicklungen am Münsteraner Wohnungsmarkt geben kann.  
 
 
Im Verhältnis zu anderen Stadtteilen wohnen in Grem mendorf /Angelmodde West  -  u. a. 
wegen der Entfernung zu den universitären Einrichtu ngen - nur wenige Studenten. 
Dementsprechend hoch ist der hiesige Anteil an älte ren Leuten in der Bevölkerungsstruktur. 
Im Sinne einer ausgewogenen demografischen Stadttei lentwicklung ist die Schaffung von 
o. g. Anreizen zur Ansiedlung junger Familien insof ern wünschenswert. Ungeachtet dessen 
liegt aber angesichts der allgemeinen demografische n Entwicklung gleichzeitig die 
Vermutung nahe, dass sich zukünftig auch ein zunehm ender Bedarf an altengerechtem und

4
betreutem Wohnen ergeben wird. Das erklärt den unte r Punkt 8. genannten Auftrag an die 
Verwaltung. Das derzeitige Kasernengelände bietet d iesbezüglich nach dem Abzug der 
britischen Streitkräfte Chancen, entsprechende Wohn gelegenheiten für ältere Menschen zu 
schaffen, die in kurzer, erreichbarer Entfernung zu  den Einkaufsmöglichkeiten des täglichen 
Bedarfs und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln liegen.  
 
Um die ambitionierten Ziele einer nachhaltigen Stadtteilentwicklung erreichen zu können, 
regt die SPD an, die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft zu prüfen, die den gesamten 
Umsetzungsprozess steuert und eine Konzentration der Mittel ermöglichen würde. 
 
 
 
Für die SPD-Fraktion: 
 
Rolf Schönlau

Beratungsverlauf (1)

20.07.2011 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 2.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Am Steintor 50

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Details

Vorlagen-Nr.
A-S/0016/2011
Typ
Antrag an die BV Südost
Datum
22.06.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37