A-S/0016/2011
Entwicklung eines zukunftsorientierten Konzepts zur Nutzung der mit dem Abzug der britischen Streitkräfte frei werdenden Wohneinheiten und Liegenschaften
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Originalantrag
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1 SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Südost Fraktionsvorsitz: Rolf Schönlau /rhombus4 Tel. 0251/1355868 /rhombus4 rolf.schoenlau@web.de Stadt Münster Bezirksverwaltung Südost Am Steintor 50 48167 Münster Münster, 17.06.2011 Entwicklung eines zukunftsorientierten Konzeps zur Nutzung der mit dem Abzug der britischen Streitkräfte frei werdenden Wohneinheiten und Liegenschaften Beschlussantrag: Vor dem Hintergrund des bis spätestens 2019 zu erwartenden Abzuges der britischen Streit- kräfte möge die Bezirksvertretung beschließen: Bei der weiteren Entwicklung eines Konzepts zur zuk ünftigen Nutzung der bisher militärisch genutzten Liegenschaften und britischen Familienwoh nungen sollen folgende Punkte be- sondere Berücksichtigung finden: 1. Die bislang von den britischen Soldatenfamilien bewohnten Häuser sollen im Sinne einer modernen sozialen Wohnungspolitik zukünftig F amilien mit mittlerem und geringem Einkommen die Bildung von Wohnungseigentum und familiengerechtes preisgünstiges Wohnen ermöglichen. Ein relevanter A nteil der Wohnungen sollte auch zukünftig als bezahlbarer Mietwohnraum zur Verfügung stehen. 2. Mit einer Wohnungsmarktanalyse ist die Wohnungsn achfrage genauer zu ermitteln und ein Konzept für eine demografisch und sozial au sgewogene Zusammensetzung der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu entwickeln. 3. Die Veräußerung an einen Investor mit nachfolgen der, unkontrollierbarer spekulativer Weiterveräußerung in Wohneigentum, wie es im Bereic h Osthuesheide in der Vergangenheit geschah und zu erheblichen sozialen u nd bausubstanziellen Folgen führte, ist auszuschließen. 2 4. Die Weiterentwicklung der heute von britischen S oldatenfamilien bewohnten Siedlungsbereiche hat dem städtebaulichen Ziel zu f olgen, attraktive Quartiere „mit Gesicht“ und einem sozial abwechslungsreichen Erscheinungsbild zu schaffen. Diese sollen unterschiedlichen heutigen Wohnansprüchen so wie modernen energetischen Anforderungen gerecht werden und sich als lebendige Bestandteile in die vorhandenen Strukturen der umgebenden Ortsbereiche einfügen. 5. Die Verwaltung wird in dem Zusammenhang beauftra gt, die Möglichkeit einer Auffanggesellschaft für die Übernahme der bisher br itisch genutzten Wohnungen zu prüfen und hierzu Vorschläge zu unterbreiten. Dabei soll geprüft werden, ob und wie neben der stadteigenen W+S möglicherweise auch regi onale Investoren im Wohnungsbau in das Verfahren eingebunden werden kön nen. Darüber hinaus ist auch das genossenschaftliche Modell zu prüfen, wie es z.B. in Gießen derzeit bei zwei ehemaligen Wohnsiedlungen des US-Militärs umgesetzt wird. 6. Kernziel der Übernahme der britisch genutzten Wo hnungen durch eine Auffanggesellschaft soll sein, Familien mit mittler en und geringeren Einkommen gemäß Förderrichtlinien zu Familienwohneigentum zu verhelfen. Deshalb soll der Weiterverkauf durch die Auffanggesellschaft auch nu r an einzelne selbstnutzende Familien erfolgen (kleinteilige Veräußerung, sogenanntes „Ameisengeschäft“). 7. Weiterhin soll die Verwaltung aufzeigen, in welc her Weise den erwerbenden Familien durch die Auffanggesellschaft oder auch durch die s tadteigene W+S eine Unterstützung bei der Planung und Organisation der Eigenleistungen (der so- genannten „Muskelhypothek“) gegeben werden kann. 8. Die Verwaltung wird außerdem beauftragt, unter B erücksichtigung der demogra- fischen Entwicklung zu prüfen und anschließend zu b erichten, wie sich in den Ortsteilen Gremmendorf und Angelmodde West der prog nostizierte Bedarf an altengerechten und betreuten Wohngelegenheiten entwickeln wird. Die Möglichkeiten der Förderung und Schaffung derartiger Wohneinheiten für ältere und unterstützungs- bedürftige Menschen sollen im Rahmen des weiteren P lanungs- und Konversions- geschehens dem Bedarf entsprechend angemessen berücksichtigt werden. 9. Nachdem bereits Abzugstermine benannt sind, wird die Verwaltung beauftragt, nunmehr umgehend mit der Bundesanstalt für Immobili enaufgaben (BIMA) und den sonstigen relevanten Stellen vorbereitende Gespräch e zur Übernahme der Liegen- schaften in Zielrichtung dieses Antrags aufzunehmen. 10. Im Gespräch mit dem Land NRW sind außerdem dess en Möglichkeiten und dessen Bereitschaft zur Unterstützung des Übernahmeprozess es durch die vorgenannte Option einer Auffanggesellschaft bzw. anderweitige Unterstützungsmöglichkeiten zu klären. 11. Die Bürgerschaft ist – u.a. über entsprechende Bürgerforen – an dem Entwicklungs- prozess eingehend zu beteiligen. 3 Begründung: Der Wohnungsmarkt in Münster ist unter anderem geke nnzeichnet durch einen rasanten Verlust an kostengünstigen und preisgebundenen Wohn ungen. In den vergangenen Jahren sind bereits tausende Sozialbindungen im Wohnungsbe reich ausgelaufen, eine noch größere Zahl an Sozialwohnungen wird in den nächste n Jahren ebenfalls diese Bindung verlieren. Gleichzeitig ist ein zunehmender Druck a uf den Wohnungsaltbestand hin zur Umwandlung in das hochpreisige Wohnsegment festzust ellen. Die Fachtagung der Stadt zu „Zukunftsperspektiven des Wohnstandortes Münster“ am 12.4.2011 hat aufgezeigt, dass es aktuell einen Wohnungsmangel gibt, von dem insbeson dere junge Familien mit Kindern sowie Familien mit mittleren und geringen Einkommen betroffen sind. Diese stehen auf dem überhitzten Münsteraner Wohnungsmarkt vor hohen Hür den, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen – sei es zur Miete oder als Eigentumsbildu ng. Nach den Erkenntnissen der Fachleute benötigt Münster zusätzlich bis zu 1.900 Wohnungen jährlich. Um die aktuelle Unterversorgung mit bezahlbarem Wohnraum abzubauen, sind daher alle Möglichkeiten einer bedarfsgerechten Wohnraumbereitstellung auszuschöpfen. In Umsetzung der Beschlüsse der britischen Regierun g werden die in Münster stationierten Militäreinheiten bis 2019 endgültig den Standort ve rlassen. Mit dem Abzug der britischen Militäreinheiten werden in Gremmendorf /Angelmodde West erhebliche Flächen frei. Dabei handelt es sich sowohl um das Kasernengelände mit U nterkunftsgebäuden für die Mannschaften, Funktionsgebäude und weitläufige Frei - und Sportflächen als auch verschiedene Wohnbereiche, in denen die britischen Soldatenfamilien untergebracht sind. Eigentümerin dieser Flächen ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die geschilderten Vorgaben erfordern ein forciertes vorbereitendes Handeln und die Entwicklung zukunftsorientierter Perspektiven sowie die Nutzung der sich ergebenden Konversionschancen: Bei den von den Familien der britischen Streitkräft e in Gremmendorf genutzten rd. 430 Wohneinheiten handelt es sich überwiegend um Reihen häuser. Sie sind preisgünstig errichtet und im Grundriss und Grundstückszuschnitt bestens geeignet, in der Nachnutzung nach Abzug der britischen Streitkräfte den am Wohnu ngsmarkt abgedrängten Familien mit mittlerem und geringerem Einkommen eine Chance zu g eben, zu Wohneigentum zu gelangen. Um den vielfältigen Bedarfen gerecht zu w erden, sollte auch ein angemessener Anteil als Mietwohnungen genutzt werden können. Gep rüft werden sollte darüber hinaus, ob hier ein genossenschaftliches Modell soziale wohnun gswirtschaftliche Antworten auf die Entwicklungen am Münsteraner Wohnungsmarkt geben kann. Im Verhältnis zu anderen Stadtteilen wohnen in Grem mendorf /Angelmodde West - u. a. wegen der Entfernung zu den universitären Einrichtu ngen - nur wenige Studenten. Dementsprechend hoch ist der hiesige Anteil an älte ren Leuten in der Bevölkerungsstruktur. Im Sinne einer ausgewogenen demografischen Stadttei lentwicklung ist die Schaffung von o. g. Anreizen zur Ansiedlung junger Familien insof ern wünschenswert. Ungeachtet dessen liegt aber angesichts der allgemeinen demografische n Entwicklung gleichzeitig die Vermutung nahe, dass sich zukünftig auch ein zunehm ender Bedarf an altengerechtem und 4 betreutem Wohnen ergeben wird. Das erklärt den unte r Punkt 8. genannten Auftrag an die Verwaltung. Das derzeitige Kasernengelände bietet d iesbezüglich nach dem Abzug der britischen Streitkräfte Chancen, entsprechende Wohn gelegenheiten für ältere Menschen zu schaffen, die in kurzer, erreichbarer Entfernung zu den Einkaufsmöglichkeiten des täglichen Bedarfs und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln liegen. Um die ambitionierten Ziele einer nachhaltigen Stadtteilentwicklung erreichen zu können, regt die SPD an, die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft zu prüfen, die den gesamten Umsetzungsprozess steuert und eine Konzentration der Mittel ermöglichen würde. Für die SPD-Fraktion: Rolf Schönlau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Am Steintor 50
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-S/0016/2011
- Typ
- Antrag an die BV Südost
- Datum
- 22.06.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37