3028/2019
E-Scooter in Köln
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Anlage 1 - Pressemeldung Polizei Köln
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02.08.2019 – 15:19 Polizei Köln POL-K: 190802-4-K E-Scooter in Köln - Stadt und Polizei Köln sehen Handlungsbedarf Köln (ots) Aufgrund der rasanten Unfallentwicklung mit der Beteiligung von E -Scootern und der zunehmenden Beschwerden über das Verhalten von Nutzern in den ersten sechs Wochen nach ihrer Zulassung für den Str aßenverkehr haben sich am Mittwoch (31. Juli) Vertreter von Stadt, Polizei und den E -Scooter-Sharing-Unternehmen Lime und Circ zu einer Dringlichkeitssitzung im Polizeipräsidium in Köln-Kalk getroffen. Nach einer mehr als zweieinhalbstündigen konstruktiven Erörterung des bislang festgestellten Fehlverhaltens der Nutzer, so unter anderem - Fahren unter Alkoholeinfluss - Fahren zu zweit - Fahren auf nicht erlaubten Verkehrsflächen - "Wildes" Abstellen der E-Scooter waren sich unter anderem K ölns Verkehrsdezernentin Andrea Blome, Ordnungsamtsleiter Wolfgang Büscher, der Leiter der Verkehrsdirektion Werner Gross sowie die Vertreter der Verleihfirmen einig, dass sie gemeinsam gegen dieses gefährliche Verhalten vorgehen wollen, das häufig auf fehlenden Kenntnissen der Rechtslage, aber auch der Rücksichtslosigkeit der Nutzer beruht. Konkrete Maßnahmen sollen in den kommenden Wochen abgestimmt werden. Diese sollen auch die Feststellungen der Polizei einbeziehen, nach denen die von den Verleihfirmen zum Einsammeln und Ausbringen beauftragten "Juicer", "Charger" oder "Ranger" häufig in zweiter Reihe oder auf Radwegen halten und parken. Auch das Thema Ladungssicherung wird die Polizei in den Fokus nehmen, da mehr als 20 E-Scooter ohne Sicherung auf der Ladefläche eines Transporters bei einer scharfen Bremsung eine kritische Masse darstellen. Leitender Polizeidirektor Gross erklärt, warum die Polizei Köln ins Präsidium eingeladen hat: "Wir engagieren uns für die Sicherheit aller, die im öffentlichen Verkehrsraum unterwegs sind. Sobald sich Gefahren abzeichnen, wird die Polizei tätig. Es darf niemand ernsthaft zu Schaden kommen, wenn die Chance besteht, dies zu verhindern." Kölns Verkehrsdezernentin Andrea Blome resümiert: "Dieser Dialog war wichtig. Ich begrüße ausdrücklich, dass die Anbieter ihre Aufgabe, die Nutzer dazu anzuhalten, die bestehenden Regelungen und die notwendigen Sicherheitsanforderungen einzuhalten, verstärkt wahrnehmen werden. Und dabei auch über technische Lösungen nachdenken. In eini gen Wochen werden wir uns erneut austauschen, um zu sehen, wo noch nachgesteuert werden muss." Bislang hat die Polizei Köln 21 E -Scooter-Unfälle aufgenommen (Stand 30. Juli). Besonders alarmierend ist die Verletztenbilanz. Die Polizei registrierte bei den Unfällen sieben Schwerverletzte und vierzehn Leichtverletzte, geht allerdings von einer deutlichen Dunkelziffer aus, da die Polizei nicht zu allen Stürzen/Unfällen gerufen wird. In 20 Fällen waren die Nutzer der E -Scooter auch Unfallverursacher. Fünf der Verunglückten standen unter Alkoholeinfluss und in sechs weiteren Fällen begingen die Fahrer eine Verkehrsunfallflucht. "Alleine diese Fälle und das Einschreiten bei den vielen festgestellten Verstößen binden Streifenwagenbesatzungen, die dringend an anderer Stelle benötigt werden", sagt Polizeidirektor Volker Lange, der momentan für die Einsatzwahrnehmung in Köln verantwortlich ist. Zusätzlich nehmen die Bürgerbeschwerden bei der Stadt und der Polizei zu. Beklagt werden gefährliche Situationen durch die häufig auf Fußgängerflächen abgestellten E -Scooter sowie die Nutzung von Flächen, die Fußgängern und anderen Fahrzeugen vorbehalten sind. Ganz zu schweigen davon, dass die Nutzer der E -Scooter sich häufig nicht an die Vorschriften halten und ohne Rücksicht auf Fußgänger auf Gehwegen und in Fußgängerzonen fahren. Eine erste automatisierte Auswertung mit tagesaktuellen Unfallzahlen und den vermutlichen Ursachen soll im Laufe des Augustes möglich sein. Auch die die Vertreter zweier Verleihfirmen äußern sich zu dem am 31. Juli gestarteten Dialog. Jashar Seyfi, General Manager Lime Deutschland "Sicherheit hat bei uns oberste Priorität und wir klären alle Fahrer deshalb schon vor der ersten Nutzung von Lime mit einer digitalen Schulung zum Fahrverhalten und zu den Regeln im Straßenverkehr auf. Gerade die erste Fahrt mit einem Scooter ist für viele etwas Neues und entsprechend ist Vorsicht geboten: Deshalb richten wir am Sonntag auch ein so genanntes "First Ride Training" aus, dass erste seiner Art in Köln. Diese Fahrtrainings sind sehr stark nachgefragt und deshalb werden wir sie regelmäßig für alle interessierten E -Scooter-Nutzer organisieren. Damit wollen wir unseren Beitrag zu einer sicheren Verkehrslage in Köln ausweiten." Max Hüsch, General Manager Germany bei Circ "Tausende Nutzer fahren E -Scooter täglich in Köln auf verantwortungsvolle Weise. Umso bedauerlicher sind die Fälle von weniger rücksichtsvollem Verhalten. Diese Fahrzeuge sind keine Spielzeuge und sollten mit Verantwortungsbewusstsein genutzt werden. Wir werden daher unsere Nutzer verstärkt auf die geltenden Regeln hinweisen und unterstützen die Polizei uneingeschränkt bei der Wahrung von Sicherheit und Ordnung im Verkehr." (mw) Original-Content von: Polizei Köln, übermittelt durch news aktuell
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/66 Vorlagen-Nummer 04.09.2019 3028/2019 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 10.09.2019 E-Scooter in Köln hier: Anfrage der AfD-Fraktion zur Sitzung des Verkehrsausschusses am 10.09.2019, TOP 5.2.3 Die AfD-Fraktion bittet um die Beantwortung folgender Fragen: „1. Wie viele Unfälle hat es seit Einführung des E Scooters oder weiterer elektronischer Fortbewe- gungsmittel im Kölner Straßenverkehr gegeben? 2. Wie hoch waren die Sach – und/ oder Personenschäden in dem Zeitraum? Bitte schlüsseln Sie nach Unfällen, Personenschäden (nach Verletzungen) und Sachschäden (In Euro) auf. 3. Wie viele Verstöße wegen Alkohol, Fahren auf dem Fußgängerweg etc. sind festgestellt worden? 4. Mit welchen Angeboten werden die Fahrer von E Scootern für die Teilnahme am Straßenverkehr sensibilisiert und wer betreut diese Angebote?“ Die Anfragen wurden an die Polizei übermittelt, die wie folgt antwortet: Zu Frage 1: „Es wird davon ausgegangen, dass die Frage auf Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scooter Fahrenden (oder Fahrer anderer Elektrokleinstfahrzeuge) abzielt. Aktuell sind bei der Polizei Köln ausschließlich Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scooter Fahrenden mit Verunglückten recher- chierbar. Im Zeitraum vom 15.06.2019 bis zum 26.08.2019 wurden insgesamt 49 Verkehrsunfälle mit Verunglückten unter Beteiligung von E-Scooter Fahrenden registriert. In 45 Fällen wurden diese durch den E-Scooter Fahrenden verursacht.“ Zu Frage 2: „Personenschäden werden nach der Schwere der Folgen, nicht jedoch nach Art der Verletzungen polizeilich erhoben (schwerverletzt meint stationärer Verbleib in einem Krankhaus - leichtverletzt meint ambulante bzw. keine ärztliche Behandlung). Die „Sachschäden in Euro“ können aktuell nicht dargestellt werden. Bei den in Frage 1 genannten Verkehrsunfällen wurden insgesamt 18 Personen schwerverletzt. Bei allen schwerverletzten Personen handelt es sich um E-Scooter Fahrende. Weiterhin wurden 37 Per- sonen leichtverletzt. In 33 Fällen handelte es sich dabei um E-Scooter Fahrende.“ Zu Frage 3: „Bei insgesamt 16 Verkehrsunfällen stand der E-Scooter Fahrende unter Alkoholeinfluss. Verkehrsstraftaten (Strafanzeigen) [Stand: 22.08.2019]: - 51 Fälle Trunkenheit im Straßenverkehr, - 60 Fälle Verstoß nach dem Pflichtversicherungsgesetz. 2 Ordnungswidrigkeiten (Anzeigen) [Stand: 22.08.2019] - 80 Anzeigen, davon u. a. - 36 wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, - 5 wegen Einfluss anderer berauschender Mittel, - 21 wegen Missachten des Rotlichts. Ordnungswidrigkeiten (Verwarnungsgelder) [Stand: 22.08.2019] - 138 Verstöße wurden geahndet, eine Differenzierung nach Art des Verstoßes ist nicht möglich.“ Zu Frage 4: „Die Polizei Köln hat im Rahmen ihrer Verkehrssicherheitsarbeit in unmittelbaren Gesprächen mit E- Scooter-Nutzern, insbesondere bei Schwerpunkteinsätzen, auf die geltenden Rechtsvorschriften hin- gewiesen und Verhaltensempfehlungen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr mit E-Scootern gegeben. Bei Nutzung der Apps der E-Scooter-Sharing-Unternehmen (Circ, Lime, TIER Mobility) werden Si- cherheitshinweise gegeben. Die Unternehmen bieten zum Teil eigene Präventionsmaßnahmen an. Vom Unternehmen Lime ist bekannt, dass es in der Jugendverkehrsschule in Köln-Nippes Fahr-/Sicherheitstrainings für EScooter Fahrende anbietet. Am 31.07.2019 fand auf Initiative der Polizei Köln eine Besprechung unter Beteiligung der Stadt Köln sowie E-Scooter Sharing Unternehmen statt (siehe als Anlage beigefügte Pressemeldung der Polizei Köln). Darüber hinaus betreibt die Polizei Köln seit Zulassung der Fahrzeuge für den öffentlichen Straßen- verkehr gezielte Öffentlichkeitsarbeit in Form von Presseinformationen und Begleitung entsprechen- der Schwerpunkteinsätze, um eine Information und Sensibilisierung der Nutzenden auch über die Medien voranzutreiben.“ Anlage Pressemeldung Polizei Köln vom 02.08.2019 Gez. Blome
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3028/2019
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 04.09.2019
- Erstellt
- 29.08.2019 15:06