AN/1043/2019
Klimanotstand – Höchste Priorität, Änderungsantrag zu TOP 10.29
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GUT Änderungsantrag nach § 13
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Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 09.07.2019 AN/1043/2019 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 09.07.2019 Klimanotstand – Höchste Priorität, Änderungsantrag zu TOP 10.29 Sehr gee hrte Frau Oberbürgermeisterin, unsere Ratsgruppe GUT bittet Sie, folgenden Änderungsantrag zur Vorlage 2081/2019 unter TOP 10.29 in die Tagesordnung des Rates am 09. Juli 2019 aufzunehmen. Beschluss Der Beschlussvorschlag der Verwaltung wird wie folgt ersetzt: Der Rat bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 und den Feststellungen des Weltklimarats IPCC in seinem Sonderbericht von 2018 „1,5° globale Erwärmung“. Er bewertet die schon beschlos- senen und in Umsetzung befindlichen Maßnahmen der Stadt Köln für den Klimaschutz positiv. Gleichzeitig er- kennt der Rat, dass diese Maßnahmen erst der Anfang einer zwingend erforderlichen Transformation der Stadt sind, die schnellstmöglich über technische, Kultur- und Verhaltensänderungen zu einer erheblichen Reduktion der Treibhausgasemission führt. Erhebliche weitere Anstrengungen zur Unterstützung dieser Transformation sind erforderlich, damit das Ziel zur „Klimaneutralen Kommune 2050“ erreicht wird. Um die globale Erwärmung auf 1,5° zu begrenzen, sind sofortige, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereich der Gesellschaft erforderlich. Der Rat der Stadt Köln erklärt den „Klimanotstand“ und bekennt sich dazu, dass die Eindämmung des vom Men- schen verursachten Klimawandels in der städtischen Politik zukünftig höchste Priorität besitzt. Weitere Zielsetzungen der Stadtstrategie behalten hohe Priorität, der Rat fordert die Verwaltung auf diese im Einklang mit Kölns Klimaschutzzielen weiter zu verfolgen Der Rat beauftragt die Verwaltung Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Köln Tobias Scholz, MdR Thor Zimmermann, MdR Referent*innen: Aline Damaske Thomas Schmeckpeper Thomas Geffe Laurenzplatz 1 -3, Zi. 512 50667 Köln Tel.: 0221/221-22176 gut@s tadt-koeln.de www.dieguten.koel n - 2 - 1. dem Rat regelmäßig über die Auswirkungen und Folgen von Treibhausgasemissionen und die Maßnahmen der Stadt zu deren Verringerung zu berichten. 2. mit der Weiterentwicklung und Umsetzung des Klimaschutzkonzepts „KölnKlimaAktiv“ 2020- 2030 inkl. Darstellung der von finanziellen Auswirklungen. Dabei sollen auch externe Akteure mit einbezogen wer- den. 3. dass alle relevanten Verwaltungsvorlagen durch Kenntlichmachung einer Bewertung versehen werden, ob die zu realisierende Maßnahme a) keine, b) positive oder c) negative Auswirkungen auf den Klimaschutz enthält und welche das sein werden. Maßnahmenalternativen im Sinne Kölns Klimaschutzziele werden künftig als Beschlussvorschlag dargestellt, Alternativen mit negativer Klimaauswirkung werden als Be- schlussalte rnative vorgestellt 4. zur Aufnahme von Gesprächen mit den SWK mit dem Ziel der Ausweitung regenerativer Energien inkl. der Darstellung von finanziellen Auswirkungen. 5. mit der Vorlage eines Entwicklungsplans zur Erreichung einer klimaneutralen Energienutzung von städti- schen Immobilien sowie zur Nutzung für die Energiegewinnung mittels Photovoltaik inkl. Darstellung von finanziellen Auswirkungen. 6. mit einer Mobilitätstransformation im Sinne des Konzepts KölnKlimaAktiv 2022 und des beschlossenen Aufbaus der Elektro-Ladeinfrastruktur inkl. Darstellung von finanziellen Auswirkungen. Die dargestellten Maßnahmen sollen in den Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) mit hoher Priorität einfließen. Begründung Wir begrüßen die Initiative der Verwaltung, und finden es beachtlich, dass der Stadtvorstand sich auf einen Be- schlussvorlage einigen konnte. Einen Vorschlag der den Vergleich zu anderen Kommunen (die bereits einen Kli- manotstand beschlossen haben) nicht zu scheuen braucht. Uns geht er allerdings nicht weit genug. Wer zwischen den Zeilen liest wird feststellen, dass auch dieser Vorschlag ein „weiter so“ wie bislang ermöglichen würde. Vieles bleibt leider unverbindlich. Da haben wir zum Beispiel einen Maßnahmenkatalog Klimaaktiv 2022 erarbeiten lassen (und sind damit vielen Städten voraus!), aber wir beauftragen die Verwaltung (wieder) nicht ihn auch umzusetzen. Und da ist der Konflikt, ob man Klimaschutz nun als hohe oder höchste Priorität bezeichnen möchte. Wenn man mit einem Klimanotstand Symbolpolitik betreiben möchte (und wir finden dies in diesem Fall richtig und wichtig), dann muss man aber auch konsequent sein, und Klimaschutz höchste Priorität einräumen. Denn nur so kommen wir schnellstmöglich aus dem diesem Notstand auch wieder heraus! Eine Konkurrenz zu anderen Zielen einer Stadtstrategie sehen wir dabei nicht. Höchste Priorität bedeutet ja nicht, dass andere Ziele KEINE Bedeutung mehr haben. Ja, es bedeutet noch nicht mal, dass andere Ziele „nachrangig“ zu behandeln wären. Höchste Priorität bedeutet in unseren Augen, dass die Aspekte des Klimaschutzes in allen Belangen die Richtung vorgeben, aber die anderen Ziele dabei nicht aus den Augen verlieren. Nur ein Beispiel: Klimaschutz und Mobilität. Ein Ziel unserer Stadtstrategie ist es, dass sich alle Einwohner*innen und Gäste in unserer Stadt gut von A nach B bewegen können. Aber es ist doch nicht das ZIEL, dass sie dies mit dem CO2-emittierenden PKW machen. Nein, sie sollen von A nach B kommen können. Und dies können sie eben auch mit E-Auto, ÖPNV, Fahrrad etc. . Daher glauben wir nicht an die These Klimaschutz „als höchste Priorität“ würde das Erreichen alle anderen Stadtziele im Wege stehen, im Gegenteil: Klimaschutz und weitere Ziele lassen sich gut miteinander in Einklang bringen. Aus Respekt vor der Beschlussvorlage der Verwaltung, haben wir diese nur geringfügig, aber in relevanten Punk- ten geändert. - 3 - Bonn und Düsseldorf haben in den letzten Tagen zum Klimanotstand weitergehende Beschlüsse gefasst. Beide Male mit „Klimaschutz höchste Priorität“. Es sollte doch dann auch in Köln zukünftig möglich sein, dringend not- wendige Klimaschutzmaßnahmen mit höchster Priorität zu voran zu treiben. gez. Tobias Scholz und Thor Zimmermann
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Laurenzplatz 1
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Details
- Aktenzeichen
- AN/1043/2019
- Typ
- GUT Änderungsantrag nach § 13
- Datum
- 09.07.2019
- Erstellt
- 09.07.2019 12:10