0598/2025
Kleinräumige Analyse und Bewertung der Herausforderungen und Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße
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2025-04-01_SRG-Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final
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Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 2 von 48 Einleitung Mit dem Beschluss der Herausforderungen und der Ziele der strategischen Sozialplanung (Vorlage 4069/2022 ) hat der Rat die Verwaltung beauftragt, „im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel gemäß dem "Handbuch Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln" die strategischen Ziele auf der Basis von Sozialraumgebietsanalysen und Sozialraumgebietsplanungen zügig kleinräumig umzusetzen, um die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen in diesen Gebieten zu verbessern“ (s. Beschlusspunkt 5). Demgemäß hat die Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung zunächst eine kleinräumige, datengestützte Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Mülheim- Nord/Keupstraße erarbeitet und den vom Rat beschlossenen strategischen Zielen gegenübergestellt (vgl. Sozialraumgebietsanalyse im Anhang). Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen sowie Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 19.11.2024 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwaltung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden ebenfalls dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In den Unter-Kapiteln mit der Überschrift „Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz inkl. Einschätzung zur Bearbeitungsebene“ handelt es sich um Zitate, die im Rahmen der Analyse nicht überprüft bzw. kommentiert wurden. Die Relevanz soll im Rahmen der Planungskonferenzen geprüft werden. In der folgenden Darstellung sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgeführt, es erfolgt jeweils eine kurze Einführung, die auf den Ausführungen zum 1. Kölner Lebenslagenbericht beruht. Zu den strategischen Zielen werden dann tabellarisch die Ist-Werte der Stadt den Ist-Werten des Sozialraumgebiets und so weit verfügbar seiner Teilgebiete dargestellt. Daraufhin erfolgt eine Einschätzung, wie und von wem die weitere Bearbeitung erfolgen soll. Schließlich werden die Hinweise aus den Beteiligungsformaten wiedergegeben. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind grundsätzlich die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrichtungen und Diensten vor Ort. Wo sinnvoll und möglich kann dabei auf die Unterstützung der Sozialraumkoordination zurückgegriffen werden, die hier – gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel und der Sozialplanung – eine initiierende und moderierende Funktion übernehmen können. Das Vorgehen soll in den Planungskonferenzen abgestimmt werden, die von der Sozialraumkoordination im Sozialraumgebiet nach der Beschlussfassung initiiert werden. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 3 von 48 Inhaltsverzeichnis 1. Herausforderung: Demografischen Wandel gestalten ................................................................ 11 1.1. Strategisches Ziel: Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft ..... 13 1.2. Strategisches Ziel: Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung ist verbessert ........... 13 1.3. Strategisches Ziel: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert .................................. 14 2. Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern .................................................................................... 14 2.1. Strategisches Ziel: Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert ........................................................................................ 15 2.1.1. Exkurs: Bearbeitung des Jahresschwerpunktthemas Kinder- und Jugendgesundheit - Bestand soziale Infrastruktur ......................................................................................................... 16 2.1.2. Exkurs: sozialraumgebietsspezifische Projekte ............................................................ 16 2.1.3. Exkurs: stadtweit zu bearbeitende Projekte .................................................................. 17 3. Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien ..................................................................... 18 3.1. Strategisches Ziel: Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert ............................................................................................................................................ 19 3.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 20 3.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz inkl. Einschätzung zur Bearbeitungsebene ............................ 20 3.2. Strategisches Ziel: Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert.................................................... 21 3.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 21 3.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 21 3.3. Strategisches Ziel: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen .......................................................... 22 3.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 22 3.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 23 4. Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern ........................................................................... 23 4.1. Strategisches Ziel: Nachholen und Erwerb von höheren Schulabschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert .................................................................................................................. 23 4.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 24 4.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 24 4.2. Strategisches Ziel: Junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte sind im Übergangssystem gefördert .............................................................................................................. 24 4.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 24 4.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 25 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 4 von 48 4.3. Strategisches Ziel: Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert ..................................................................................................... 25 4.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 25 4.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 25 4.4. Strategisches Ziel: Unterbeschäftigung von jungen Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut ....................................................................................................... 25 4.4.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 26 4.4.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 26 5. Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern .............................................................................. 26 5.1. Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter Alleinerziehendenhaushalte sind verbessert .......................................................................................................................................... 27 5.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 27 5.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 28 5.2. Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter kinderreicher Familien sind verbessert .......................................................................................................................................... 28 5.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 28 5.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 28 5.3. Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert .................................................................................................. 29 5.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 29 5.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 29 5.4. Strategisches Ziel: Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt .................. 29 5.4.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 30 5.4.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 30 5.5. Strategisches Ziel: Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert .......................................................................................... 30 5.5.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 30 5.5.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 31 6. Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern ..... 31 6.1. Strategisches Ziel: Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert ........................................................................................................................................... 31 6.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 32 6.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 32 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 5 von 48 6.2. Strategisches Ziel: Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert .............................................................................................................. 32 6.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 33 6.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 33 7. Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern........................................................................................................................................ 33 7.1. Strategisches Ziel: Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert............................. 34 7.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 35 7.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 35 7.2. Strategisches Ziel: Altersarmut ist bekämpft ......................................................................... 35 7.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 36 7.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 36 7.3. Strategisches Ziel: Soziale und kulturelle Teilhabe von Senior*innen ist ermöglicht ............ 36 7.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 36 7.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 37 7.4. Strategisches Ziel: Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt ...................... 37 7.4.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 37 7.4.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 37 8. Herausforderung: Kulturelle und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern ..................................... 37 8.1. Strategisches Ziel: Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert ............................................................................................................................................ 38 8.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 38 8.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 38 8.2. Strategisches Ziel: Wahlbeteiligung ist erhöht ...................................................................... 38 8.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 39 8.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 39 8.3. Strategisches Ziel: Ehrenamtliches Engagement ist erhöht .................................................. 40 8.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 40 8.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 40 9. Herausforderung: Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern - Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten ........................................................................................................................ 41 9.1. Strategisches Ziel: Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert ...................................................................................................................... 41 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 6 von 48 9.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 42 9.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 43 9.2. strategisches Ziel: Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Wohnen fördern ............................ 43 9.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 43 9.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 44 9.3. Attraktivität des Wohnumfelds steigern ................................................................................. 44 9.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung ................................................. 44 9.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz ................................................................................................. 45 10. Zusammenfassung und weiteres Vorgehen ............................................................................. 45 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 7 von 48 Beschreibung des Sozialraumgebiets Siedlungsentwicklung Das Sozialraumgebiet wurde im Jahr 2020 auf Beschl uss der Stadt Köln ausgeweitet und erstreckt sich seitdem vom Wiener Platz im Süden, bis zum Rhein im Westen und bis nach Stammheim im Norden. Durch die Erweiterung erhöht sich die Anzahl der Einwohner*innen im Sozialraumgebiet von 15.354 im Jahr 2019 auf 26.581 im Jahr 2023. Davon leben im Jahr 2023 15.193 Menschen im Quartier rund um die Keupstraße und Wiener Platz, 7.376 im Quartier Mülheim-Nord und der Böcking Siedlung sowie 4.012 in Stammheim. Das Gebiet um die Keupstraße und Mülheim-Nord entstand als Arbeiter*innenviertel der Gründerzeit (ab 1870) für die Firma Felten & Guilleaume sowie Martin & Pagenstecher und Walzwerke Böcking. Der Strukturwandel im Industriebereich veränderte die angrenzenden Quartiere. Stammheim ist ein ehemaliges Bauern- und Fischerdorf direkt am Rhein gelegen. Das Sozialraumgebiet umfasst im Jahr 2023 insgesamt 13.941 Haushalte. Einpersonenhaushalte bilden mit 54% dabei die größte Gruppe. Der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte liegt mit 30,1% über dem der Gesamtstadt mit 22,5%. Der Anteil der Haushalte mit Kindern liegt mit 18,4% nur knapp über dem gesamtstädtischen Anteil von 18,0%. Im Sozialraumgebiet wohnen durchschnittlich im Vergleich zur gesamten Stadt Köln (7,7) fast doppelt so viele Personen (13,5) je bewohnter Adresse. Die Eigentümerstruktur im Sozialraumgebiet ist durch einen hohen Anteil an Einzeleigentümern geprägt. Der Wohnungsbestand des städtischen Tochterunternehmens GAG Immobilien AG ist mit rund 800 Wohneinheiten vergleichsweise gering. Nahversorgung Stadtteilzentrum Mülheim-Nord: Berliner Straße mit Vollversorgern und Discountern nahe der Stadtbahnhaltestelle Von-Sparr-Straße und Mülheim / Berliner Straße, Umgestaltung im Rahmen des Strukturförderprogramms „MÜLHEIM 2020“, Keupstraße mit hohem Gastronomiebesatz, kleinteiliger, individueller Geschäftsstruktur mit vielen türkisch- und kurdisch stämmigen Unternehmer*innen in der dritten und vierten Generation prägen die lokale Ökonomie . Nähe zur Stadtbahn-Haltestelle Keupstraße. Im Stadtteil Stammheim an der Ecke Bonhoefferstraße/Gisbertsstraße dichte nahräumliche Versorgungsoptionen. Anbindung ÖPNV, MIV Gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (Stadtbahnlinie 4,13,18) und diverse Buslinien, motorisierter Individualverkehr über AS Köln-Mülheim und AS Köln Dellbrück sehr gut an das Autobahnnetz angebunden, Bundesstraßen B 8, B 51 und B 506. Grün / Freizeit Innerhalb des Sozialraumes kaum größere Grünfläche n und Wegeverbindungen, ausschließlich kleinere Einzelflächen wie der MüZe Park und der Böckingpark sowie Spielplätze vorhanden, benachbart Naherholungsbereich Rheinufer. Gewerbe Hoher Anteil Gewerbeflächen (Carlswerk und ID/Colo gne), im Stadtteilzentrum Berliner Straße sowie rund um den Wiener Platz und in Stammheim gemischte Nutzung mit Kleingewerbe vorhanden. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 8 von 48 soziale Akteure Das Sozialraumgebiet zeichnet eine große Bandbreite an sozialen Einrichtungen, starke bürgerschaftliche Vernetzung und viel Engagement aus. Zahlreiche Vereine, Initiativen, Einrichtungen, Schulen und Kitas setzen sich für ein soziales Miteinander und gutes Zusammenleben im Quartier ein. Kita / Schulen 3 Grundschulen im Gebiet, 3 weiterführende Schulen , sowie diverse Kindertagesstätten und Familienzentren. Sozialraumkoordination Seit 2006 ist die Christliche Sozialhilfe Köln gGmbH damit beauftragt. Durch optimierte Zusammenarbeit und Vernetzung städtischer Dienststellen, freier Träger, Vereine und Initiativen sollen die für das Sozialraumgebiet erforderlichen Angebote und Hilfen gemeinsam entwickelt werden. Förderung von Kooperation und Vernetzung (z.B. durch Stadtteil-Konferenzen), Ermittlung sozialräumliche Themen und Begleitung von Projekten. Städtische Maßnahmen Sanierungsgebiet Mülheim-Nord (1982 bis 2004), Rahmenkonzept Mülheim-Nord (2001), Mülheim Programm (2003 bis 2010), in Teilen Strukturförderprogramm 'MÜLHEIM 2020' (2009 bis 2014), Umbau der Markgrafenstraße zur Revitalisierung des Stadtteilzentrums Berliner Straße. Planungen für „Mündel-/ Zehntstraße“: Ziel, ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnbebauung, nicht wesentlich störendes Gewerbe, eine Kindertagesstätte, öffentliche Spielflächen und öffentlich zugängliche Grünflächen. Private Maßnahmen Umbau des Alt-Gewerbegebietes Schanzenstraße zu ei nem gefragten Medien- und Dienstleistungsstandort durch private Eigentümer (BEOS). Aufwertung durch privaten Eigentümer zum Beispiel Fassadensanierung Berliner Straße. I/D Cologne auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs durch OSMAB, Geplant: Entwicklung Gelände Ecke Schanzenstraße (GENTES). Fazit Gemischt strukturierter Sozialraum mit Wohn- und Gewerbeflächen, hochpreisige Gewerbefläche (I/D Cologne) auf dem ehemaligen Güterbahnhof an zentraler Stelle im Sozialraum, in den Wohnquartieren überdurchschnittlich viele einkommensschwache Haushalte. In den Quartieren Keupstraße und Berliner Straße hoher Anteil an Menschen mit internationaler Familiengeschichte, aktuell viele Zugewanderte aus Bulgarien, zum Teil hohe Fluktuation. Unterbringung Geflüchteter Personen an fünf Standorten. Hoher Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Familiensprache an Grundschulen im Gebiet. Bessere Zugänge zum kulturellen Angebot im Schanzenviertel für die angrenzenden Quartiere wären wünschenswert. Bemerkung Vom Stadtteil Mülheim gehört nur ein Teil zum Sozi alraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße. Aus diesem Grund können berichtete sozialstatistische Werte für den Stadtteil von denen des Sozialraumgebiets abweichen. Am 9.6. 2004 zündeten Mitglieder des selbsternannten »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) in der Keupstraße eine Nagelbombe. Durch die Detonation wurden 22 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Jahrelang gingen die Ermittler*innen von einer „Milieustraftat“ aus. Bis sich der NSU 2011 selbst enttarnte, mussten Geschäftsleute und Anwohner*innen mit Verdächtigungen und Vorurteilen leben. Der Anschlag und die nachfolgenden einseitigen Ermittlungen und Medienberichte, die lange Zeit die Anwohner*innen selbst verdächtigten, haben zu Misstrauen und Isolation geführt. Auch Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 9 von 48 wenn die Keupstraße zwanzig Jahre später wieder vielfältig und lebendig ist, halten einige Verletzungen bis heute an. Abbildung 1: Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße und der Stadtteil Mülheim Stadtteil Mülheim (2023: 43.327 EW) Sozialraum gebiet Mülheim-Nord/Keupstraße (2023: 26.581 EW) Quelle: https://geoportal.verwaltung.stadtkoeln.de/quickdat a/quickdata.htm?app=qm&f=x Sozialstatistische Daten zum Sozialraumgebiet im Überblick Das Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße umfasst nicht alle Quartiere der beiden Stadtteile Mülheim (11 von insgesamt 17 Quartieren) und Stammheim (zwei von vier Quartieren). Dementsprechend gehört auch nur ein Teil der jeweiligen Bevölkerung zum Sozialraumgebiet: vom Stadtteil Mülheim mit seinen 43.327 Bewohner*innen leben 22.569 Personen im Sozialraumgebiet, was 52% der Bevölkerung ausmacht; vom Stadtteil Stammheim mit seinen 8.013 Bewohner*innen leben 4.012 Personen im Sozialraumgebiet (50%). Da jedoch nicht alle sozialstatistischen Daten auf der Ebene der Quartiere vorliegen wurden, zur besseren räumlichen Vergleichbarkeit bei der Darstellung, immer die Zahlen der beiden Stadtteile zum Vergleich herangezogen. Bei der Auswahl der Quartiere, die zum Sozialraumgebiet zugeordnet wurden, waren 2019 (vgl. Vorlage 3120/2019 ) die stärker belasteten Quartiere zusammengefasst worden, weshalb grundsätzlich von größeren Herausforderungen in den Quartieren des Sozialraumgebiets ausgegangen werden kann. Bei der weiteren Planung kann auf die z. T. kleinräumig vorliegenden Daten der Quartiere zurückgegriffen werden. Im Folgenden werden Indikatoren berichtet, die im Rahmen der Lebenslagenberichterstattung 1 als bedeutsam erachtet wurden, um Hinweise auf wesentliche Entwicklungen der Lebenslagen der Bevölkerung zu erhalten. Sie können damit Einstiegspunkte für weitere differenziertere Analysen darstellen, bei denen dann weitere Kennzahlen bzw. Indikatoren sowie qualitative Einschätzungen zur Bewertung zusammengeführt werden. Nicht alle relevanten Daten liegen auf der Ebene des Sozialraumgebiets vor, da die Daten z. T. nicht so feingliedrig erhoben werden oder zuzuordnen sind. 1 vgl. 1. Kölner Lebenslagenbericht, 2020 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 10 von 48 Abbildung 2: Vergleich Gesamtstadt und Sozialraumgebiet 2023 Im Jahr 2023 zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen dem Sozialraumgebiet und der Gesamtstadt. Am deutlichsten sind diese bei den Anteilen der • Einwohner*innen mit Internationaler Familiengeschi chte 2 • Einwohner*innen unter 18 Jahren mit Internationale r Familiengeschichte • SGB II-Quote unter 25-jährige Deutsche • SGB II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen. 3 2 Zu den Personen mit internationaler Familiengeschichte zählen Menschen mit sog. Migrationshintergrund: nichtdeutsche Staatsangehörige, eingebürgerte Deutsche, Aussiedler*innen, deutsche Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre mit mindestens einem Elternteil mit Migrationshintergrund im Haushalt. Im Folgenden wird synonym von Menschen mit internationaler Familiengeschichte gesprochen. Die Kategorie "mit Migrationshintergrund" ist in Deutschland mit dem Mikrozensus von 2005 eingeführt worden. Sie erlaubt es, gesellschaftliche Integrationsprozesse nicht nur von ausländischen Staatsangehörigen, sondern auch von eingebürgerten Zugewanderten der ersten Generation und ihren Nachkommen zu beschreiben. Dadurch werden auch Benachteiligungen beobachtbar, die auf strukturelle Barrieren und gesellschaftliche Schließungsprozesse verweisen. Diese erschweren Mitgliedern einer bestimmten sozialen Gruppe den Zugang zu zentralen gesellschaftlichen Bereichen (z.B. zu Bildung oder bestimmten beruflichen Positionen), wodurch Möglichkeiten eines sozialen Aufstiegs verhindert werden. Die Verwendung des Begriffs "mit Migrationshintergrund" außerhalb statistischer Betrachtungen ist umstritten, da er auch in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder von Zugewanderten als "anders" und damit "nicht richtig zugehörig" kategorisiert.“ https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/glossar-migration-integration/270615/migrationshintergrund/ 3 Dazu zählen alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG sind, d. h. nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Zu ihnen gehören auch die Staatenlosen und die Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Deutsche, die zugleich eine fremde Staatsangehörigkeit besitzen, gehören nicht zu den Ausländerinnen und Ausländern. Hat eine Person mehrere ausländische Staatsangehörigkeiten, wird sie in der Bevölkerungsfortschreibung mit der ersten Staatsangehörigkeit ausgewiesen.“ https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft- Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Glossar/auslaendische-bevoelkerung.html 17,1 4,8 61,0 80,3 6,6 13,5 30,1 80,7 74,6 4,7 2,2 85,3 26,7 25,6 55,6 42,1 17,99 33,5 21,8 25,2 16,1 5,8 4… 60,4 2,1 7,7 22,5 83,5 79,2 3,2 1,8 82,6 12,4 11,8 41,0 20,3 9,2 49,1 43,3 21,7 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 Einwohner*innen unter 18 Jahre (in %) Anteil der Einwohner*innen über 80 Jahre Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund Anteil U-18-jähriger mit Migrationshintergrund Bevölkerungsprognose Entwicklung von 2022 bis 2035 in % Einwohnerdichte (Person pro Adresse) Alleinerziehendenhaushalte (in %) Lebenserwartung Frauen Lebenserwartung Männer Sterbefälle von Einwohnern im Alter von unter 70 Jahren je 1.000 Einwohner im gleichen Alter (Männer) Sterbefälle von Einwohnerinnen im Alter von unter 70 Jahren je 1.000 Einwohnerinnen im gleichen Alter (Frauen) Anteil der OGTS-Schüler*innen in Grundschulen (räumliche Verortung nach Schulstandort) SGB-II-Quote SGB-II-Quote unter 25-jährige Deutsche (seit 2018) SGB-II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen (seit 2018) SGB II-Quote: Leistungsberechtigte 0-14 (seit 2018) Leistungen zur Grundsicherung im Alter Gymnasialübergänger*innen Gymnasialempfehlungen Fluktuationsquote (Zu- und Fortzüge/100 Einw.) Stadt Köln 2023 Mülheim-Nord / Keupstraße 2023 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 11 von 48 Abbildung 3: Entwicklungen im Sozialraumgebiet 2013 bis 2023 Zwischen den Jahren 2013 und 2023 setzen sich Trends im Sozialraumgebiet fort. So nehmen die folgenden Anteile weiter zu: • Einwohner*innen mit Internationaler Familiengeschi chte • Einwohner*innen unter 18 Jahren mit Internationale r Familiengeschichte. Positiv zu bewerten ist die Zunahme • des Anteils der Kinder unter 3 Jahren in Kita bzw. Tagespflege. Herausfordernd bleibt die weitere Zunahme der Anteile der • SGB II-Quote der 0 bis 14-Jährigen (Kinderarmut). 1. Herausforderung: Demografischen Wandel gestalten Gemäß der Bevölkerungsprognose wird die Kölner Bevölkerung bis zum Jahr 2040 weiterwachsen. Die verschiedenen (Bevölkerungs- und Alters-) Gruppen wachsen jedoch nicht gleich stark. Die Kölner Stadtgesellschaft verändert sich, sie wird jünger, älter und zugleich bunter. Die demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme wie den Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Gesundheitssystem und die Versorgung und Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen Teilhabe gesichert und der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den demografischen Wandel der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten. 17,1 4,8 61,0 80,3 6,6 13,5 30,1 80,7 74,6 4,7 2,2 85,3 26,7 42,1 17,99 33,5 21,8 25,2 17,3 3,8 55,7 77,8 13,2 29,9 79,6 75,0 4,5 3,0 59,5 27,5 21,5 12,10 29,8 23,4 29,6 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 Einwohner*innen unter 18 Jahre (in %) Anteil der Einwohner*innen über 80 Jahre Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrun d Anteil U-18-jähriger mit Migrationshintergrund Bevölkerungsprognose Entwicklung von 2022 bis 2035 in % Einwohnerdichte (Person pro Adresse) Alleinerziehendenhaushalte (in %) Lebenserwartung Frauen Lebenserwartung Männer Sterbefälle von Einwohnern im Alter von unter 70 Ja hren je 1.000 Einwohner im gleichen Alter (Männer) Sterbefälle von Einwohnerinnen im Alter von unter 7 0 Jahren je 1.000 Einwohnerinnen im gleichen Alter (Frauen) Anteil der OGTS-Schüler*innen in Grundschulen (räum liche Verortung nach Schulstandort) SGB-II-Quote SGB II-Quote: Leistungsberechtigte 0-14 (seit 2018) Leistungen zur Grundsicherung im Alter Gymnasialübergänger*innen Gymnasialempfehlungen Fluktuationsquote (Zu- und Fortzüge/100 Einw.) Mülheim-Nord / Keupstraße 2013 Mülheim-Nord / Keupstraße 2023 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 12 von 48 Bevölkerung im Sozialraumgebiet Für das Sozialraumgebiet und seine Stadtteile insgesamt kann folgendes festgestellt werden: Im Sozialraumgebiet lebten im Jahr 2023 26.581 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2013 um 673 Personen gewachsen (2,6%). Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (4,9%). Im Stadtteil Mülheim lebten im Jahr 2023 43.327 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2013 um 1616 Personen gewachsen (3,9%). Im Stadtteil Stammheim lebten im Jahr 2023 8.013 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr 2013 um 576 Personen gewachsen (7,7%). Bisherige Bevölkerungsentwicklung jüngerer Menschen Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße seit dem Jahr 2013 von 4.475 auf 4.556 um 1,8% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (7,5%). Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im Sozialraumgebiet mit 17,1% im Jahr 2023 größer als in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich in Mülheim-Nord/Keupstraße seit dem Jahr 2013 um -0,13%-Punkte verringert. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (0,39%). Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Stadtteil Stammheim seit dem Jahr 2013 von 1.198 auf 1.458 um 21,7% erhöht. Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im Stadtteil Stammheim mit 18,2% im Jahr 2023 größer als in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich seit dem Jahr 2013 um 2,1%-Punkte erhöht. Die Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (0,4%). Bisherige Bevölkerungsentwicklung älterer Menschen Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Sozialraumgebiet seit dem Jahr 2013 von 980 auf 1.268 im Jahr 2023 um 29,4% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (37,2%) Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Sozialraumgebiet im Jahr 2023 mit 4,8% größer als im Jahr 2013 (3,8%). Die Veränderung ist geringer (bezogen auf die absoluten Prozentpunkte 1%) als im städtischen Durchschnitt (1,4%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Mülheim seit dem Jahr 2013 von 1.551 auf 1.809 im Jahr 2023 um 16,6% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Mülheim im Jahr 2023 mit 4,2% größer als im Jahr 2013 (3,7%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Stammheim seit dem Jahr 2013 von 395 auf 621 im Jahr 2023 um 57,2% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Stammheim im Jahr 2023 mit 7,7% größer als im Jahr 2013 (5,3%). Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung Da die Bevölkerungsprognose nur auf Stadtteilebene vorliegt, kann diese hier nicht für das Sozialraumgebiet berichtet werden, sondern nur auf Stadtteilebene da nicht alle Quartiere der Stadtteile im jeweiligen Sozialraumgebiet liegen. Im Stadtteil Mülheim wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 um 3.088 auf dann insgesamt 46.415 Personen erhöhen. Die prozentuale Veränderung beträgt im Stadtteil Mülheim bis zum Jahr 2035 +7,1%. In der Gesamtstadt wird die Bevölkerung sich um 22.453 erhöhen (+2,1%). Im Stadtteil Stammheim wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 um 481 auf dann insgesamt 8.494 erhöhen. Die prozentuale Veränderung beträgt im Stadtteil Stammheim bis zum Jahr 2035 +6%. Der Jugendquotient wird im Stadtteil Mülheim von 24,7 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 25,9 ansteigen. Der Jugendquotient wird im Stadtteil Stammheim von 31,2 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 33,7 ansteigen. 4 Der Altenquotient wird im Stadtteil Mülheim von 19,9 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 22,8 ansteigen. Der Altenquotient wird im Stadtteil Stammheim von 34,5 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 38,2 ansteigen. 4 Der Jugendquotient beschreibt das Verhältnis von jüngeren Menschen, die noch nicht im erwerbsfähigen Alter sind - dazu werden hier alle Personen unter 18 Jahren gezählt - zu Menschen im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 64 Jahren. Der Quotient gibt damit wieder, wie viele Personen unter 18 Jahren von 100 Personen im erwerbsfähigen Alter zu versorgen sind. In vergleichbarer Weise beschreibt der Altersquotient das Verhältnis von älteren Menschen ab 65 Jahren gegenüber der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 13 von 48 Die demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme wie den Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Gesundheitssystem und die Versorgung und die Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen Teilhabe gesichert und der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den demografischen Wandel der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten. 1.1. Strategisches Ziel: Wohlstand und Einkommen si nd gesichert, Armutsrisiken bekämpft Köln ist ein starker Wirtschaftsstandort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kölns betrug im Jahr 2022 74.263 Euro, 2018 lag der Wert noch bei 59.738 Euro. Damit zählt Köln zu den wirtschaftlich stärkeren Kommunen in NRW. Gleichzeitig beträgt das verfügbare Einkommen im Jahr 2022 pro Kopf "nur" 25.657 EUR (knapp unterhalb des Bundesdurchschnitts und gleichzeitig über dem Landesdurchschnitt). Die Zahlen zeigen: Nicht alle Kölner*innen profitieren vom starken Wirtschaftsstandort. In den Zahlen spiegelt sich wider, dass die Wirtschaftsleistung am Standort Köln nicht nur von Kölner*innen, sondern auch von Menschen aus dem Umland Kölns erarbeitet wird. 2023 waren 24% 5 der Kölner Haushalte einem relativen Armutsrisiko ausgesetzt, das bedeutet, das Haushaltsäquivalenzeinkommen lag unterhalb der Armutsrisikogrenze. Haushalte mit Personen mit internationaler Familiengeschichte haben ein höheres Armutsrisiko als Haushalte mit Personen ohne internationale Familiengeschichte (37% der Haushalte mit internationaler Familiengeschichte zu 18% der Haushalte ohne internationale Familiengeschichte). Für die Zukunft der Stadtgesellschaft ist es wichtig, den starken Wirtschaftsstandort zu erhalten und auszubauen und gleichzeitig Armutsrisiken zu bekämpfen, so dass mehr Kölner*innen am Wirtschaftsgeschehen teilhaben und bessere Einkommen erzielen können. 6 Die Zielsetzung wird detailliert im Kapitel 4 und Kapitel 6 aufgegriffen. 1.2. Strategisches Ziel: Erwerbstätigkeit der erwer bsfähigen Bevölkerung ist verbessert Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf Jüngerer und Älterer weiter steigen. Der Fachkräftebedarf in diesen Bereichen wird ebenfalls weiter steigen. Es ist davon auszugehen, dass der bereits jetzt bestehende Fachkräftemangel sich noch verschärfen wird. Umso wichtiger ist es, die Potenziale für eine Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung zu fördern. Insgesamt waren im Jahr 2022 ca. 60 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter auch erwerbstätig (abhängig beschäftigt oder selbstständig). Von den Kölner*innen ohne internationale Familiengeschichte sind 63,3 %, von denjenigen mit internationaler Familiengeschichte sind 50% erwerbstätig. 7 Die demografische Entwicklung führt dazu, dass der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit internationaler Familiengeschichte steigen wird. Wenn die berufliche Qualifikation dieser Gruppe nicht verbessert wird, besteht die Gefahr, dass die Erwerbstätigenquote sinkt. Eine sinkende Erwerbstätigenquote kann einen von Fachkräftemangel geprägten Arbeitsmarkt zusätzlich treffen. 5 Amt für Statistik der Stadt Köln, Strukturdatenerhebung 2024 6 Das strategische Ziel 1.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.1 Köln stärkt seinen breiten Wirtschaftsmix; KP Ziel 2.2 Köln baut seine Position als führende Wissenschaftsstadt aus; KP Ziel 2.3 Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem inhaltlichen Profil; KP Ziel 2.4 Köln entwickelt Räume und Strukturen für die Kultur- und Kreativwirtschaft; KP Ziel 2.5 Köln optimiert die Flächennutzung der Industrie- und Gewerbegebiete und verbessert ihre Erreichbarkeit; KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine Inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert. 7 Der Lebenslagenbericht zeigt, dass Menschen mit Internationaler Familiengeschichte im Durchschnitt weniger gute Teilhabechancen im Bereich schulische und berufliche Bildung und Ausbildung haben als die Gruppe ohne Internationale Familiengeschichte. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 14 von 48 1.3. Strategisches Ziel: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf Jüngerer und Älterer weiter steigen. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. die Möglichkeit, erwerbstätig zu sein, weiter zu verbessern, sind Anpassungen bei der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegeinfrastruktur erforderlich. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung und der Ausbau der schulischen Ganztagsbildung haben hohen bildungs- und gesellschaftspolitischen Stellenwert. Für Eltern spielt eine flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst werden dadurch verbesserte Bildungschancen erwartet, insbesondere, wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt, vgl. hierzu auch Herausforderung 3). Die stetige Erweiterung des schulischen Ganztagsangebotes in der Primarstufe wird bereits seit längerem als gesamtstädtisches Ziel verfolgt und das bisherige Ergebnis spiegelt sich in einer vergleichsweise hohen Versorgungsquote wider. Hinzugekommen ist nun der bundesgesetzlich beschlossene, stufenweise Eintritt eines Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung. Beginnend mit den Schüler*innen der Klasse 1 im Schuljahr 2026/2027 werden alle Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2029/2030 einen entsprechenden Anspruch haben. 8 Die Schaffung weiterer Plätze im Offenen Ganztag ist deshalb kontinuierlich voranzutreiben. Risiken in der Umsetzung bestehen durch den gravierenden Fachkräftemangel, steigende Schüler*innenzahlen und den Herausforderungen im Schulbau. Die Zielsetzung soll mittels der im Kapitel 3.1 beschriebenen Zielsetzung angestrebt werden. Auch der Bedarf an Pflegeinfrastruktur 9 steigt immens. Die Pflegeinfrastruktur ist entsprechend bedarfsgerecht auszubauen und insbesondere flexiblen Konzepten ist Raum zu bieten. 10 Diese Zielsetzung wird im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung nach dem Alten- und Pflegegesetz NRW (APG NRW) angestrebt. 11 2. Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesun dheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern Die gesundheitliche Lage der Kinder und Jugendlichen ist nicht zufriedenstellend. Der Lebenslagenbericht sowie auch der Bericht 12 über die Kinder- und Jugendgesundheit in Köln zeigen: 37% der Erstklässler haben kein naturgesundes Gebiss. 11% der Kinder sind übergewichtig. Schätzungsweise 22.000 Kinder und Jugendliche der Altersgruppe von sieben bis 17 Jahren weisen potenziell eine psychische Störung oder eine Verhaltensstörung auf. Geschätzt werden rd. 10.500 Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsumverhalten und 6.500 jugendliche „Rauschtrinker“. Die geschätzte Zahl der riskanten Cannabis-Konsument*innen steigt. Der Bildungstand, der Beruf und die Einkommenssituation der Eltern beeinflussen unmittelbar den Gesundheitszustand der Kinder, aber auch das Gesundheitsverhalten der Eltern wirkt sich aus. Kinder 8 https://www.ganztag-nrw.de/information/rechtsanspruch- ganztagsbetreuung/#:~:text=Ganztagsf%C3%B6rderungsgesetz%20%E2%80%93%20GaF%C3%B6G%20vom%2002.%20Okt ober%202021&text=Der%20Anspruch%20soll%20in%20den,Anspruch%20auf%20ganzt%C3%A4gige%20Betreuung%20hat. 9 Konkrete, differenzierte Daten wurden im „Bericht zur kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln“ vorgelegt. 10 Das strategische Ziel 1.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G5 Pflegerische Versorgung ist ausreichend und zugänglich; 11 Engels, D.; Maur, C. (2024): Dritter Bericht zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln, hrsg. vom Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Köln. 12 Kinder und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018; da die Werte zwischen den Jahren z. T. stark schwanken werden sogenannte Dreijahres-Mittelwerte betrachtet. Da während der Corona-Pandemie nur begrenzt Untersuchungen durchgeführt werden konnten, und im letzten Jahr bei der Datenauswertung noch technische Schwierigkeiten hinzukamen, können hier noch keine Daten berichtet werden. Diese werden aber nachgeliefert, sobald diese vorliegen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 15 von 48 und Jugendliche aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischem Status weisen im Allgemeinen einen schlechteren Gesundheitszustand auf. Gesundheitliche Beeinträchtigungen von Kindern und Jugendlichen können Teilhabechancen in anderen Lebenslagenbereichen beeinträchtigen (z. B. Bildung oder soziale, kulturelle Teilhabe) und auch negative Folgen für Teilhabechancen im späteren Lebensverlauf haben. Es ist deshalb besonders wichtig für Kinder und Jugendliche gute gesundheitliche Voraussetzungen zu schaffen, die durch eine gute gesundheitliche Versorgung sicherzustellen ist. Wesentliches strategisches Ziel ist: 2.1. Strategisches Ziel: Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert In den (Sozialraum-)Gebieten, in denen ein hoher Anteil von einkommensarmen Familien lebt, wird das Angebot der Früherkennungsuntersuchung U8 weniger wahrgenommen. Von den im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung untersuchten Kindern legten 87% ein Untersuchungsheft vor. 95% hiervon wiederum hatten an der Früherkennungsuntersuchung U8 teilgenommen. Nicht gesunde Zähne können Schmerzen verursachen und das Sprechen erschweren, was wiederum zu Schwierigkeiten in der Schule führt. Kinder mit einer schlechten Zahngesundheit können in ihren Teilhabechancen eingeschränkt sein. Insbesondere bei Kindern hat Übergewicht nicht nur Auswirkungen auf ihre jetzige und zukünftige körperliche Gesundheit, sondern verstärkt auch das Risiko psychischer Belastungen und sozialer Ausgrenzung durch Gleichaltrige. Übergewicht erhöht das Risiko für viele andere Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzleiden und Diabetes. Gleichzeitig korreliert Übergewicht hoch mit einem insgesamt schlechteren Gesundheitszustand. 13 Das strategische Ziel 2.1 soll über die folgenden Teilziele angestrebt werden: Tabelle 1: Teilziele des strategischen Zieles „Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert “ Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Früherkennung für Kinder aus bildungsfernen und sozioökonomisch schlechteren Verhältnissen ist verbessert Anteil der Kinder mit Untersuchungsheft, die im Sozialraumgebiet an der Früherkennungsuntersuchung U8 teilgenommen haben 87,0 2023 14 größer 95% 2030 Zahngesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schlechteren Verhältnissen ist verbessert Anteil der Kinder ohne naturgesundes Gebiss in Köln 43,8 2023 kleiner 43,8% 2030 im Stadtteil Mülheim 61,1 im Stadtteil Stammheim 56,7 Der Anteil an Kindern mit Adipositas aus Quote der Kinder mit Adipositas im Sozialraumgebiet 18,2 2030 13 Das strategische Ziel 2.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport, KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen, Masterplan Dezernat V Ziel G1 Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar. 14 Leider konnten in der Zeit der Corona-Pandemie sowohl die Schuleingangsuntersuchungen als auch die Zahnreihenuntersuchungen nicht flächendeckend vorgenommen werden, weshalb für die Jahre 2021 und 2022 keine Ergebnisse berichtet werden können. Da die Werte zwischen den Jahren z.T. stark schwanken wurde in der Vergangenheit mit sogenannten 3-Jahres-Mittelwerten gerechnet. Hier werden zunächst jedoch nur die Werte von 2023 berichtet, d.h. in zukünftigen Veröffentlichungen können diese abweichen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 16 von 48 Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr bildungsfernen und sozioökonomischen schlechteren Verhältnissen ist gesenkt im Stadtteil Mülheim 15,3s 2023 15 kleiner 11% (städtischer Mittelwert) im Stadtteil Stammheim 11,2 2.1.1. Exkurs: Bearbeitung des Jahresschwerpunktthe mas Kinder- und Jugendgesundheit - Bestand soziale Infrastruktur Die professionellen Akteur*innen vor Ort wurden zu den Herausforderungen im Sozialraumgebiet befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden Expert*innen aus dem Sozialraumgebiet vorgestellt und diskutiert. Daraus wurde deutlich, dass die Kinder- und Jugendgesundheit im Sozialraumgebiet verbesserungsbedürftig ist. Die Verbesserungen sollen mit den folgenden Strategien und Projekten angestrebt werden: Auf zwei stadtweiten Konferenzen im Jahr 2021 wurden die folgenden Strategien zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit herausgearbeitet: 1. Information/Vernetzung verbessern 2. Zugänge und Übergänge verbessern 3. Beteiligungsmöglichkeiten verbessern Die professionellen Akteur*innen vor Ort wurden zu den Herausforderungen und o.g. Strategien befragt. Nach Auswertung der Online-Umfragen und insbesondere den ca. 1.000 Bemerkungen der Befragten zu besonderen Herausforderungen, Zielgruppen und Unterstützungswünschen in der Befragung sowie in den Sozialraumgebieten durchgeführten Sozialraumkonferenzen wurden die folgenden Projekte vorgeschlagen und initiiert: 1. Projekte auf Ebene der Sozialraumgebiete a. adäquate Netzwerkstruktur b. Informations- und Aufklärungsarbeit multidiverse r Adressat*innengruppe im SRG verbessern c. Vernetzung durch Erfahrungsaustausch/Hospitation en d. Verbesserung der Zugangs- bzw. Übergangsgestaltu ng e. Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen abbau en 2. stadtweite Projekte: a. Informations- und Aufklärungsarbeit für gesundhe itliche Angebote stadtweit verbessern b. Klärung der Struktur und Strategie der Präventio nsaktivitäten der städtischen Dienststellen c. Angemessenheit von Angeboten d. Beteiligungsmöglichkeiten ausloten. e. Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden -Sicht f. Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sen sibilität von Angeboten/ Einrichtungen/ Behörden erkennen und bearbeiten g. Vernetzung 2.1.2. Exkurs: sozialraumgebietsspezifische Projekt e Für das Sozialraumgebiet wurden folgende Projekte mit den folgenden Zielsetzungen vereinbart: 15 Da die Werte zwischen den Jahren z.T. stark schwanken wurde in der Vergangenheit mit sogenannten 3-Jahres-Mittelwerten gerechnet. Hier werden zunächst jedoch nur die Werte von 2023 berichtet, d.h. in zukünftigen Veröffentlichungen können diese abweichen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 17 von 48 Projekte, Ziele und Arbeitspakete zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung / Projektstand 1. Informations- und Aufklärungsarbeit multidiverse r Adressat*innengruppe im SRG verbessern Ziel: gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist verbessert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Sammlung aller relevanter Materialien und Methoden 100% Arbeitspakete im Sozialraumgebiet: • Welche gesundheitsfördernden Angebote gibt es im S ozialraumgebiet? AP1: Sammlung gesundheitsfördernder Angebote im So zialraumgebiet 100% 2. adäquate Netzwerkstruktur (im Sozialraumgebiet) Ziel: Gremienstruktur ist geklärt und ggf. optimiert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Übersicht aller Netzwerke/Gremien/AK‘s ist erstellt bzw. aktualisiert 100% 3. Vernetzung durch Erfahrungsaustausch/Hospitation en Ziel : Wissen über andere Angebote/Dienste/Einrichtungen sind verbessert. Erste Erfahrungen und Hinweise zur Möglichkeit der Verstetigung sind erprobt Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Kenntnis und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Datenbank in.koeln verbreitern durch Information in Gremien 100% 4. Verbesserung der Zugangs- bzw. Übergangsgestaltu ng Ziel: (fallbezogener) Informationsfluss zwischen Einrichtungen und Diensten ist verbessert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Analyse der aktuellen Situation mit Blick auf best-practice und Schwierigkeiten 100% (wurde durch neues AP in 2025 abgelöst) Arbeitspakete im Sozialraumgebiet: • Wie kann der Informationsfluss zwischen Einrichtun gen und Diensten verbessert werden? AP1: Gründung und Fortführung eines AK Beratung im Bezirk Mülheim (Sozialraumkoordinator*innen im Stadtbezirk) AP2: Auswertung der Befragung „Beratung im Bezirk Mülheim) (73 Teilnehmende) AP3: Präsentation der Ergebnisse an Teilnehmende der Befragung AP4: Erstellung einer Ergebnisübersicht für die beteiligten Einrichtungen AP5: Erstellung einer Ergebnisübersicht für die Öffentlichkeit AP6: Pressegespräch AP7: Sichtbarmachung von Beratungsressourcen AP8: Darstellung der Beratungskompetenzen im Bezirk AP9: Verbesserte Vernetzung der Beratungsstellen und Dienste im Bezirk AP10: Feststellung „fehlender Bedarfe“ im Kontext Beratung in diversen Bereichen im Bezirk 100% 5. Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen abbau en Ziel: Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen sind minimiert Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete): • Zugangsbarrieren sind sozialräumlich identifiziert und dokumentiert AP1: Gemeinsame Auswertung (zwischen SRK und GSt. im Jahr 2024) der bisherigen Daten aus den anderen Strategien, um Zugangsbarrieren zu identifizieren 100% 2.1.3. Exkurs: stadtweit zu bearbeitende Projekte Neben den Projekten in den Sozialraumgebieten, die die Sozialraumkoordinator*innen bearbeitet haben, wurden die folgende Projekte für eine stadtweite Bearbeitung entwickelt: Projekte, Ziele und Phasen der Bearbeitung zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung / Projektstand 1. Informations- und Aufklärungsarbeit für gesundheitliche Angebote verbessern Ziel: Die gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist verbessert. Informationen über Angebote und Leistungen von Einrichtungen sind allen zugänglich und werden für die Arbeit genutzt. Phasen: Phase 1: Bestandserfassung, worüber wird wie informiert? Worüber sollte informiert werden? Klärung der Inhalte und Zielgruppen, die erreicht werden sollten. Phase 2: Bewertung der vorliegenden Informationsmaterialien und ggf. Ergänzung/Erarbeitung weiterer zielgruppengerechter Informationsmaterialien. Klärung, wo und wie diese eingesetzt werden können und Überlegungen, wie die Nutzung bewertet werden kann. 10% Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 18 von 48 Projekte, Ziele und Phasen der Bearbeitung zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung / Projektstand 2. Klärung der Struktur und der Strategie der Präve ntionsaktivitäten der städtischen Dienststellen Ziel: Die Struktur und die Strategien der Präventionsaktivitäten der städtischen Dienststellen ist geklärt, Schnittstellen bzw. Verbindungslinien sind benannt. Phasen: Phase 1: Bestehende Strategien und Maßnahmen bezogen auf die Präventionsbereiche dokumentieren und bewerten. Phase 2: Handlungsbedarfe identifizieren 10% 3. Angemessenheit von Angeboten Ziel: Inhalte und Umfang von Primär- und Sekundärprävention sind geklärt. Zielgrößen und Ist-Werte liegen vor Phasen: Phase 1: Instrumente zur Prüfung der Bedarfsangemessenheit in Bezug auf den Bedarf im Bereich Primär- und Sekundärprävention benennen und pilothaft erproben. Phase 2: Der Bestand/Umfang der Angebote im Bereich der Primär- und Sekundärprävention systematisch erfassen, im Hinblick auf die Bedarfe bewerten. Zielgrößen und Ist-Werte erarbeiten. 10% 4. Beteiligungsmöglichkeiten ausloten Ziel: Beteiligungsmöglichkeiten sind für die unterschiedlichen Einrichtungen und Dienste ausgelotet und erprobt. Phase 1: Umgesetzte Beteiligungsprojekte und weitere Möglichkeiten zur Beteiligung bekannt machen und weitere erproben. Phase 2: Vorschläge erarbeiten, wie die o.g. Möglichkeiten möglichst gut im Rahmen der Prozesse der Einrichtungen und Dienste breiter angewendet werden können. 10% 5. Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden -Sicht Ziel: Möglichkeiten zur Erhebung der Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden- Sicht sind erprobt Phasen: Phase 1: Ideen für die zukünftige Bewertung der Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten entwickeln und in die ggf. vorliegenden Fachplanungen/Controlling geben. 10% 6. Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sen sibilität von Angeboten/ Einrichtungen/ Behörden erkennen und bearbeiten Ziel: Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sensibilität von Angeboten/Einrichtungen/Behörden ist bewertbar, ggf. bestehender struktureller Rassismus ist abgebaut. Phasen: Phase 1: Entwicklung eines Rasters zu Bewertung von Angeboten/Einrichtungen und pilothafte Erprobung . 10% 7. Vernetzung Ziel: Struktur für gesamtstädtische Netzwerke im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit ist entwickelt. Phasen: Phase 1: Bestandsaufnahme und der vorhandenen Netzwerke und Sortierung /Gliederung im Hinblick auf ihre Ziele Phase 2: Evaluierung der Netzwerke 10% Die stadtweit zu bearbeitenden Projekte werden aktuell im Rahmen der Sammlung und Bewertung der städtischen Strategien zur Erreichung der strategischen Ziele der Sozialplanung bearbeitet. 3. Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Bildung hat in der Kindheit und Jugend einen hohen Stellenwert und ist sowohl für die Persönlichkeitsbildung als auch für die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben prägend. Im Bildungswesen werden Schlüsselqualifikationen erworben, die in verschiedenen Bereichen der gesellschaftlichen Teilhabe vorausgesetzt werden. Unzureichende Bildungsqualifikationen erschweren den Zugang zu gut vergüteten Formen der Erwerbsarbeit, aber auch zu gesellschaftlicher und politischer Partizipation. Verstärkend wirkt, dass die fachlichen und sozialen Ansprüche an Arbeitnehmer*innen gestiegen sind. Bildung gewinnt einerseits durch den Trend zu steigender Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 19 von 48 Bildungsbeteiligung und höheren schulischen und beruflichen Abschlüssen und andererseits aufgrund der steigenden Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft an Bedeutung. Dies führt dazu, dass Personen, die diesen Bildungsansprüchen nicht genügen, einem stärkeren Risiko von Armut und sozialer Exklusion unterliegen. So liegt die Armutsrisikoquote der Haushalte mit 18- bis 34-Jährigen ohne beruflichen Abschluss bei 49%. Eine gelungene Integration und gesellschaftliche Teilhabe im Kinder- und Jugendalter ist prägend für den gesamten Lebensverlauf. Besonders an kritischen Übergängen beim Durchlaufen des Bildungssystems ist für diejenigen, die individuelle Problemlagen haben, eine passgenaue Unterstützung erforderlich. Je früher kulturelle Teilhabe bzw. kulturelle Bildung als Mittel zur Integration, zur Sprachförderung, zum sozialen Lernen u. a. ermöglicht wird, desto besser sind Voraussetzungen für eine gelingende Teilhabe im weiteren Lebensverlauf. Kulturelle Bildung in Kitas ist ein wichtiger Teil der frühzeitigen Förderung. Wesentliche Strategische Ziele sind: 3.1. Strategisches Ziel: Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert Während praktisch allen Kindern zwischen drei und sechs Jahren im Jahr 2023 ein Kita- oder Tagespflegeplatz zur Verfügung steht (99,6% im Jahr 2023), lag die Betreuungsquote der unter Dreijährigen bei 50,3%. Damit ist die Betreuungsquote der drei- bis sechsjährigen Kinder in Köln auf dem gleichen Niveau wie im Land Nordrhein-Westfalen, die der unter Dreijährigen liegt deutlich darüber (NRW 31%). Es sind teils erhebliche Unterschiede 16 in der Versorgungssituation je nach Stadtteil zu konstatieren. Teilweise ist die Nachfrage besonders in Stadtteilen mit hohen Armuts- und Bildungsrisiken unterentwickelt und es bestehen vielfältige Zugangsbarrieren, die mit Hilfe unterschiedlicher Strategien abgebaut werden sollen. 17 Eine bedarfs- und nachfrageangemessene Verteilung der Plätze und der Abbau struktureller Zugangsbarrieren werden angestrebt. Die Anzahl der Plätze im Offenen Ganztag in der Primarstufe ist in Stadtteilen, welche Wohnbereiche mit besonderem Jugendhilfebedarf umfassen, teilweise geringer als in anderen Stadtteilen. Gerade hier muss im Sinne der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit eine Priorisierung hinsichtlich der Schaffung zusätzlicher Plätze vorgenommen werden. 18 Das strategische Ziel 3.1 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Teilzieles (vgl. Tabelle 2) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 2: Teilziel des strategischen Zieles "Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert" Teilziel Indikator Ist-Wert Jahr Strategi- scher Zielwert Jahr Betreuungsinfrastruktur in Stadtteilen in Sozialraumgebieten Betreuungsquote 19 der 3 bis 6-Jährigen im Stadtteil Mülheim 98,6 2023/2024 100% 2029/2030 20 16 Die Verwaltung ist sich dieser Unterschiede sehr bewusst und prüft zwei sich wechselseitig ergänzende Ansätze, die Versorgungsangebote in weiteren Ausbauschritten stärker einander anzunähern. Erstens wird geprüft, wie die Realisierung neuer Kindertageseinrichtungen und neuer (Groß-)Tagespflegeangebote weiter verstärkt in die Stadtteile gelenkt werden kann, die eine unterdurchschnittliche Betreuungsquote aufweisen. Zweitens ist zu fragen, wie gezielt neue Betreuungsangebote etabliert werden können, die einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen. 17 Für Lösungen ist hier beispielsweise an spezifischen Großtagespflegestellen analog des LENA-Modells in Mönchengladbach oder des Modells Kinderstuben in Dortmund zu denken. Des Weiteren sieht die Verwaltung eine Evaluation des seitens des Bundesfamilienministeriums geförderten Programms „Kita-Einstieg“ vor, an dem sich auch die Stadt Köln mit mehreren Einrichtungen in freier Trägerschaft beteiligt. 18 Das strategische Ziel 3.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. 19 Anteil der Betreuungsplätze für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren an allen Kindern im gleichen Alter (Betreuungsquote Ü3) 20 Fachplanung wird von IV/2 2023 fortgeschrieben. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 20 von 48 Teilziel Indikator Ist-Wert Jahr Strategi- scher Zielwert Jahr bedarfsgerecht ausbauen im Stadtteil Stammheim 23,5 Versorgungsquote offener Ganztag in Grundschulen im Sozialraumgebiet (Betrachtung nach Schulstandort) 85,3 2023/2024 100% 2029/2030 21 im Stadtteil Mülheim 90,2 im Stadtteil Stammheim 78,0 3.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Im Hinblick auf die Betreuungsquote der 3 bis 6-Jährigen ist die angestrebte Zielquote von 100% im Jahr 2029/2030 im Stadtteil wahrscheinlich erreichbar. Was das Ziel der Betreuungsquoten im offenen Ganztag angeht, ist diese mit 85,3% im Jahr 2022/2023 noch von den angestrebten 100% in 2029/2030 entfernt. An der Erreichung dieser Zielsetzung arbeitet die Fachverwaltung. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 3.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz inkl. Einschätzung zur Bearbeitungsebene Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) berücksichtigt werden: • Stärkung der Medienkompetenz der Eltern (A) • Förderung der Kinder ab Geburt und über die System grenzen hinweg (A) • Intensivierung der Zusammenarbeit von Eltern-Kita- Schule-Frühförderung. Dazu zählt auch die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Kita, Schule und Frühförderung (z.B. bei Planung der 4-jährigen Infoveranstaltung, gemeinsam entwickelter Zeitstrahl der Übergangsgestaltung, Einrichtung von Kooperationen zwischen Kitas und Schulen) (A, BK) • Übersicht bzw. Zugang zu Informationen über Unters tützungsmöglichkeiten sollte für alle Beteiligten erleichtert (Fachkräfte, Eltern) werden, Informationen sollten gebündelt, mehrsprachig, barrierefrei, in leichter Sprache, z. B. auch als Video vorliegen (A, BK) • Perspektiven der Jugendlichen einbeziehen (A, BK) • Angebote für Jugendliche bedarfsgerecht implementi eren (BK) • Senkung der Hürden für Antragstellung, Bürokratiea bbau und Abbau von Ängsten vor Institutionen/Angeboten bei den Klient*innen (BK, SK) • Intensivierung der Netzwerkarbeit und Überblick sc haffen z.B. durch in.koeln und www.guterstart.nrw/koeln (SK) • Angebote müssen auch aufsuchend arbeiten (BK, SK) • Das Personal in den Angeboten und Einrichtungen is t überlastet (BK, SK) • digitale Lösungen können lediglich ergänzend Unter stützung bieten (BK, SK). 21 Fachplanung wird von IV/2 2023 fortgeschrieben. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 21 von 48 3.2. Strategisches Ziel: Sprache und deutsche Sprac hkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert Gemäß der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung 22 für das Einschulungsjahr 2017 sprechen rund 60% der Kölner Kinder, die eine andere Erstsprache als Deutsch haben, fehlerfrei bzw. flüssig und nur mit leichten Fehlern Deutsch. Rund 25% der Kinder sprechen flüssig, aber mit erheblichen Fehlern Deutsch, 9% sprechen nur radebrechendes Deutsch und 6% sprechen zum Zeitpunkt der Einschulung kein Deutsch. Gemäß dieser Zahlen ist davon auszugehen, dass bis zu 40% der Kinder, die zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen, einen Sprachförderbedarf haben könnten. Gute Sprachkenntnisse 23 sind eine wesentliche Voraussetzung für Bildungsteilhabe. Jedes Kind sollte deshalb bei Einschulung über so gute Deutschkenntnisse verfügen, dass es dem Unterricht von Beginn an folgen kann. 24 Das strategische Ziel 3.2 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Teilzieles (vgl. Tabelle 3) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 3: Teilziel des strategischen Zieles "Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert" Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Jedes Kind verfügt bei Einschulung über gute Sprachkenntnisse Anteil der Kinder mit anderer Erstsprache als Deutsch mit Förderbedarf 40% 2019 Wert wird beobachtet 2030 3.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Es wird empfohlen an der Zielerreichung weiterhin u.a. über die städtischen Fachplanungen und Verwaltung zu arbeiten. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 3.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Auch die Sprachkenntnisse der Eltern sind geförder t, z. B. durch Werbung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme vorhandener Angebote (A, BK) • Sprachkurse für Eltern sollten möglichst kostenfre i, verlässlich und hürdenarm sein • Angebote der Sprachförderung an Kitas sind bedarfs gerecht vorhanden und möglichst kostenlos (A, BK) 22 Der Test der Sprachkenntnisse im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung dient nicht primär dazu, Deutschkenntnisse zu prüfen. Die Ergebnisse werden hier dennoch verwendet, da keine anderen systematischen Erhebungen vorliegen bzw. ausgewertet werden. Die Daten können in zukünftigen Auswertungen abweichen, da noch weitere Auswertungen anstehen. 23 Sprachliche Förderung wie auch die Förderung von Mehrsprachigkeit sind in NRW gesetzlich geregelt im Gesetz zur frühen Förderung und Bildung von Kindern (§ 19 KiBiz). Demnach ist die sprachliche Entwicklung eines Kindes zu beobachten und zu dokumentieren. Wenn ein Förderbedarf festgestellt wird, ist eine individuelle Förderung und Lernanregung zu gewährleisten (§ 19 (2) KiBiz). Gleichzeitig hat der Integrationsrat und in der Folge auch der Rat in 2022 das Positionspapier zur Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit verabschiedet und damit anerkannt, dass die Förderung dieser eine wichtige Ressource für die Gesellschaft und auch für das erfolgreiche Sprachenlernen der Kinder ist. 24 Wie der Sprachstand der Kinder in ihrer Erstsprache ist und damit auch, inwieweit sprachliche Entwicklungsverzögerungen vorhanden sind, wird im Rahmen dieser Untersuchung nicht untersucht. Das strategische Ziel 3.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 22 von 48 • Die Kenntnisse der Eltern des deutschen (Bildungs- )Systems, dessen Zugänge und Voraussetzungen sollten erleichtert und verbessert werden (A) • Stärkung der Medienkompetenz der Eltern (A) • Entlastung der dolmetschenden Kinder, z. B. durch den Einsatz von Sprachmittler*innen (A, BK) • Förderung von Lese- und Rechtschreibverständnis (A lphabetisierung) (SK) • Berücksichtigung von multiplen Problemlagen (SK) • digitale Lösungen können lediglich ergänzend Unter stützung bieten (SK). 3.3. Strategisches Ziel: Kinder, Jugendliche und ju nge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen Kinder mit internationaler Familiengeschichte haben geringere Bildungschancen. Das wird an der Gymnasialempfehlungsquote bzw. der Gymnasialübergangsquote deutlich: Nach Abschluss der Grundschule wechselten im Schuljahr 2023/2024 49% der Kölner Schüler*innen an ein Gymnasium. Im Schuljahr 2018/2019 hatten 43% der Schüler*innen eine Gymnasialempfehlung. Werden die Anteile der deutschen und ausländischen Schüler*innen verglichen (Daten zur internationalen Familiengeschichte 25 wurden in der Schulstatistik erhoben, aber nicht ausgewertet) zeigt sich, dass 54% der deutschen Schüler*innen nach der Grundschule ein Gymnasium besuchen, während es von den ausländischen Schüler*innen nur 25% sind (Schuljahr 2023/2024). Zu berücksichtigen ist, dass auch an Gesamtschulen das Abitur als höchster Abschluss erreicht werden kann; allerdings steht diese Absicht mit der Schulwahl Gesamtschule nicht unbedingt fest. Insofern sind die Gymnasialempfehlungsquote und die tatsächliche Schulwahl zu relativieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Quote zwischen den einzelnen Jahren stark schwankt. Das strategische Ziel 3.3 26 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 4) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 4: Teilziel des strategischen Zieles "Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen" Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Mehr Kinder aus bildungsfernen Familien sind gefördert Gymnasial-Empfehlungsquote in Stadtteilen im Sozialraumgebiet 21,8 2023 54,2% 27 2030 im Stadtteil Mülheim 30,5 im Stadtteil Stammheim 28,0 3.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Ist-Werte liegen im Sozialraumgebiet weit unter den städtischen Zielwerten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ist-Werte von Jahr zu Jahr z. T. stark schwanken. Gleichwohl wird empfohlen weiterhin u.a. über die städtischen Fachplanungen und Verwaltung an der Zielsetzung zu arbeiten. 25 Da das statistische Merkmal „Internationale Familiengeschichte“ nicht vorlag, wurde das Merkmal „Ausländer*in“ verwendet. Die Anteile der beiden Gruppen verhalten sich in etwa gleich. 26 Das strategische Ziel 3.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe. 27 Gymnasial-Empfehlungsquote in den übrigen Stadtteilen Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 23 von 48 3.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 4. Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern Ein gelungener Übergang in die Arbeitswelt ist von großer Bedeutung für die Lebenslage im Erwachsenenalter. Erwerbstätigkeit bedeutet aus ökonomischer Sicht den Erwerb eines Einkommens zum Lebensunterhalt und eines bestimmten Lebensstandards. Die Qualität der Erwerbsbeteiligung drückt sich u.a. in einer angemessenen Vergütung aus. Der mögliche Lebensstandard wird maßgeblich durch das Erwerbseinkommen definiert, und materielle Notlagen werden dadurch abgewendet. Zum Jahresende 2023 lebten in Köln 115.806 Personen zwischen 15 und unter 25 Jahren. • 7,8% der Altersgruppe sind unterbeschäftigt (arbei tslos gemeldet oder in einer Maßnahme der Arbeitsförderung) • 2.817 der jungen Erwachsenen (2%) beziehen ergänze nde SGB II-Leistungen (Ergänzer). Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge schwankt seit dem Jahr 2018 deutlich. Im Jahr 2018 lag sie bei 7.503 abgeschlossenen Verträgen, im Jahr 2020 bei 6.531 Verträgen und im Jahr 2023 wieder bei 7.071 neu abgeschlossenen Verträgen. Knapp 40% der neuen Verträge wurden mit weiblichen Auszubildenden abgeschlossen, 13% mit ausländischen Auszubildenden. Gleichzeitig gibt es einen Bewerbermarkt. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen liegt im Jahr 2023 mit 5.770 Stellen etwas unter dem Vorjahreswert (-4%). Die Zahl der gemeldeten Bewerber*innen hat hingegen leicht zugenommen und umfasst 5.700 Personen (+15% seit Vorjahr). Zum Ende 2023 waren noch rund 1.300 Personen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz (+29% seit Vorjahr). Von den Bewerbenden haben 29,5% eine ausländische Staatsangehörigkeit, darunter haben 11% einen Fluchthintergrund. Junge Erwachsene ohne Ausbildung bzw. mit geringer Qualifikation sowie junge Erwachsene ausländischer Herkunft sind häufiger prekär beschäftigt (14% vs. 28% bei Ausländer*innen). Sie weisen ein höheres Armutsrisiko auf (62%) als diejenigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (28%). Das bedeutet: Insbesondere junge Ausländer*innen benötigen mehr Unterstützung beim Übergang in eine Ausbildung und auf dem Weg zum Ausbildungserfolg. Je früher in der Bildungskette die Unterstützung ansetzt (Sprachkenntnisse, Schulbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen) desto besser sind die Chancen für einen guten späteren beruflichen Einstieg. 4.1. Strategisches Ziel: Nachholen und Erwerb von h öheren Schulabschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert Die Art des erreichten Schulabschlusses entscheidet in besonderer Weise darüber, welche hieran anschließenden schulischen und beruflichen Bildungsmöglichkeiten offenstehen und somit, welche weiteren Qualifikationen erworben werden können. Für einen Teil derer, die keinen qualifizierten Bildungsabschluss auf direktem Wege erlangen, bietet der zweite Bildungsweg eine weitere Chance auf einen höheren Schulabschluss. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 24 von 48 Von 2010/11 stieg der Anteil der Ausländer*innen mit einer (Fach)Hochschulreife von 20% auf 28%, sank dann 2023/2024 auf 22%. Bei den Deutschen waren die Anteile fast durchgehend mehr als doppelt so hoch (Deutsche: 2010/2011: 45%, 2018/2019: 51%, 2023/24: 51%). 28 Um Ausländer*innen wieder vermehrt zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen, muss stadtweit auf die bedarfsgerechte Schaffung von Bildungsangeboten eingewirkt werden. Hierfür müssen ausreichend Schulplätze an Ausbildungsvorbereitungsklassen, Sprachförderung und internationale Förderklassen zur Verfügung stehen. Die nicht bestehende Schulpflicht darf dabei kein Ausschlusskriterium für den weiteren Bildungserfolg sein. Zudem sollten Beratungsangebote geschaffen werden, die die Durchlässigkeit des Bildungssystems kommunizieren und somit den Zugang erleichtern. 29 4.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtischen Fachplanungen und die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 4.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 4.2. Strategisches Ziel: Junge Erwachsene mit inter nationaler Familiengeschichte sind im Übergangssystem gefördert Jungen Erwachsenen, die den Übergang von der Schule zu Ausbildung, Beruf oder Studium nicht aus eigener Kraft erreichen, wird im Rahmen des Übergangssystems eine Möglichkeit geboten, die Qualifikation zu steigern, ohne dass ein anerkannter Berufsabschluss erlangt werden könnte. So wird bei der Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung unterstützt und die Chance geboten, allgemeine Schulabschlüsse nachzuholen. Im Schuljahr 2023/24 befanden sich 3.119 Personen in Köln im Übergangssystem. Dies entspricht 8.1% aller im Berufsbildungsteilsystem registrierten Personen. Jede fünfte ausländische Person im System der beruflichen Bildung wurde im Übergangssystem gefördert, während es bei Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft nur jede 20zigste Person war. Dies ist auch auf den Zuzug geflüchteter Personen in den vergangenen Jahren zurückzuführen, die z. T. eine geringere Qualifizierung sowie sprachliche Schwierigkeiten aufweisen und das Übergangssystem zur Berufsvorbereitung nutzen. Es ist erwiesen, dass das Übergangssystem wichtig ist für den Zugang in das Bildungs- und Arbeitssystem für diese Zielgruppe, d. h., das Übergangssystem sollte die jeweils bestehenden Bedarfe der Zugewanderten decken können. 30 4.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die stadtweiten Fachplanungen und die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 28 Eine mögliche Erklärung dieser Verschiebung ist, dass unter den Ausländerinnen und Ausländern, die im Schuljahr 2018/19 einen Schulabschluss gemacht haben, ein hoher Anteil von Geflüchteten war, die auf dem zweiten Bildungsweg einen Schulabschluss erworben haben. 29 Das strategische Ziel 4.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 30 Das strategische Ziel 4.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 25 von 48 4.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 4.3. Strategisches Ziel: Berufliche Ausbildung jung er Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert Das Verhältnis der Zahl der Bewerber*innen zu den angebotenen Ausbildungsplätzen ist von großer Bedeutung. In Köln kommen im Jahr 2022/23 auf 100 Stellen 81 Bewerber*innen. Insgesamt gibt es in Köln über die Jahre gesehen Schwankungen der Relation von Ausbildungsplätzen und Bewerbenden, wobei die Veränderungen sowohl mit dem konjunkturellen Faktor einer erhöhten Zahl an Stellen als auch mit dem demografischen Faktor einer gesunkenen Zahl von Bewerber*innen zusammenhängen. 31 4.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderung und das Teilziel sollen weiterhin u.a. über die stadtweiten Fachplanungen und die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 4.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 4.4. Strategisches Ziel: Unterbeschäftigung von jun gen Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut 43% der Unterbeschäftigten im jüngeren Erwachsenenalter haben eine ausländische Staats- bürgerschaft. Dem Trend der Arbeitslosenzahlen folgend, ist auch die Anzahl der Unterbeschäftigten im jungen Erwachsenenalter von 2010 bis 2018 gesunken (-20%). Einzig der Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit an allen Unterbeschäftigten ist seit 2010 gestiegen, wobei dieser zunächst konstant bei 32-33% lag und erst ab dem Jahr 2015 im Zuge der Einwanderung von Geflüchteten auf 43% gestiegen ist. 32 Wenn die erste und zweite Schwelle des Berufseinstiegs nicht geglückt ist, sollten verstärkt (Qualifizierungs-)Maßnahmen des Jobcenters greifen. 33 Das strategische Ziel 4.4 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 5) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 5: Teilziele zum strategischen Ziel "Unterbeschäftigung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist ausgebaut“ Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Unterbeschäftigung in der Gruppe der jungen Erwachsenen ist gesenkt. Anteil der 18 – 34-Jährigen, die arbeitslos gemeldet sind bzw. sich in einer Maßnahme zur Arbeitsförderung befinden. 7% 2018 kleiner 7% 2030 31 Das strategische Ziel 4.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B4 Berufliche Qualifizierung ist verbessert; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 32 aktuelle Zahlen sind angefragt. 33 Das strategische Ziel 4.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B4 Berufliche Qualifizierung ist verbessert; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 26 von 48 Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Unterbeschäftigung der jungen ausländischen Erwachsenen ist gesenkt. Anzahl der ausländischen Unterbeschäftigten 18–34-Jährigen / Anzahl der Unterbeschäftigten im Alter von 18 bis 34 Jahre 43% 2018 kleiner 43% 2030 4.4.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Fachplanung und Verwaltung bearbeitet werden. 4.4.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 5. Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbau en - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Das Armutsrisiko und die Haushaltsform von Familien haben einen erheblichen Einfluss auf die Teilhabechancen von Kindern. Familiäre Armut stellt ein zentrales Entwicklungsrisiko dar. Untersuchungen belegen: Je früher die Armut beginnt und je länger sie anhält, desto eher sind negative Folgen in allen Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen zu beobachten. Wichtig ist die Erkenntnis, dass im Laufe der Kindheit die Lebenswelten der armen und nicht armen Kinder immer weiter auseinanderdrifteten. In Köln leben in ca. 103.000 (2023) Haushalten Familien mit insgesamt 176.034 Kindern (2023). Dies sind 18% der Kölner Haushalte (bundesweit sind es 29%). Kinder aus Alleinerziehendenhaushalten, kinderreichen Familien sowie Familien mit internationaler Familiengeschichte 34 haben ein höheres Armutsrisiko. Die höchste Armutsrisikoquote wird bei Alleinerziehendenhaushalten (43%) nachgewiesen, gefolgt von kinderreichen Haushalten (66% 35 ) sowie Haushalten mit Personen mit internationaler Familiengeschichte (37%). Das Armutsrisiko spiegelt sich auch im SGB II Leistungsbezug wider: 38.320 Kölner Kinder und Jugendliche (22%) leben in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (Dez. 2022), davon 45% in Alleinerziehendenhaushalten, 42% in SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit 3 und mehr Kindern. 41% der Kinder haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Doch nicht nur transferleistungsbeziehende Familien leiden unter finanziellen Grenzen, sondern auch diejenigen Familien, die über ein Einkommen knapp über der Grundsicherungsschwelle verfügen. Auffällig ist die ungleiche Verteilung von SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern in den einzelnen Stadtteilen. In dem Stadtteil mit dem niedrigsten Wert leben in Hahnwald nur 0,5% der Kinder in Armut. In dem Stadtteil mit dem höchsten Wert sind es in Finkenberg 59% (Dez. 2022). 36 Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten haben ein höheres Teilhaberisiko mit Folgen für ihr späteres Leben. Die Bekämpfung von Familien- und Kinderarmut ist deshalb ein wichtiges strategisches Ziel. 37 34 Vgl. hierzu auch Kapitel 7 35 Hier werden Haushalte mit vier und mehr Kindern berücksichtigt. Zu beachten ist, dass die Fallzahl in der Strukturdatenerhebung, auf die dieses Merkmal zutrifft mit 61 Haushalten, recht gering ist. 36 Vgl. hierzu auch Kapitel 11 37 Der Rat der Stadt Köln hat am 12.12.2019 die Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken!“ beschlossen. Es handelt sich um ein strategisches Konzept zur (weiter verbesserten) Verwirklichung der Teilhabe- und Entwicklungschancen aller Kinder und Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 27 von 48 • Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Mülheim- Nord/Keupstraße 42,1 % im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug der Anteil 20,3%. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 20,7 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte). • Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Mülheim 36,5 % im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 15 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte). • Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Stammheim 30,6 % im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 9,1 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte). 5.1. Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefä hrdeter Alleinerziehendenhaushalte sind verbessert Für Paarhaushalte ist Familie ist eine wichtige Ressource, wenn es darum geht, sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen. Ein Paarhaushalt hat eher das Potenzial, schwierige Lebensphasen zu überwinden, die Familienarbeit wie Kinderbetreuung oder die Pflege von älteren oder beeinträchtigten Familienmitgliedern aufzuteilen und ggf. fehlendes Einkommen - durch Arbeitslosigkeit oder eine geringe Rente verursacht – auszugleichen als Alleinerziehende. Für viele Alleinerziehende insbesondere mit kleinen Kindern ist es ungleich schwieriger trotz vorhandener beruflicher Qualifikation einer (bedarfsdeckenden) Erwerbstätigkeit nachzugehen, Familien- und Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren. Dies spiegelt sich in dem erhöhten Armutsrisiko Alleinerziehender wider (43%). Alleinerziehendenhaushalte zu unterstützen und zu entlasten sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein. 38 • Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im J ahr 2023 im Sozialraumgebiet Mülheim- Nord/Keupstraße bei 30,1% (im Jahr 2013 bei 29,9), in der Gesamtstadt betrug er 22,5% (im Jahr 2013 bei 24,1%). Der Anteil hat sich mit 0,1 Prozentpunkten im Stadtteil schlechter entwickelt als in der Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte). • Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im J ahr 2023 im Stadtteil Mülheim bei 27,6% (im Jahr 2013 bei 27,6%). Der Anteil hat sich mit 0 Prozentpunkten im Stadtteil nicht so gut entwickelt, wie in der Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte). • Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im J ahr 2023 im Stadtteil Stammheim bei 25,1% (im Jahr 2013 bei 26,9%). Der Anteil hat sich mit -1,8 Prozentpunkten im Stadtteil besser entwickelt, als in der Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte). 5.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u. a. durch die Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. Jugendlichen in Köln und enthält ein Leitbild, strategische Handlungsfelder und Ziele, ein Präventionsmonitoring sowie Struktur- und Praxismaßnahmen (Session 3437/2019). „Kölner Kinder stärken!“ ist wichtiger Bestandteil der Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ und zahlt hier insbesondere auf Leitsatz 3 „Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe“ und Handlungsempfehlung 7 „Vorfahrt Bildung“ ein. Nach Einschätzung der Verwaltung müssen strategische Konzepte zwingend und regelmäßig in einem Steuerungs- bzw. Qualitätskreislauf auf den Prüfstand gestellt und bei Bedarf nachjustiert werden. Ein solcher Weiterentwicklungsprozess wird in 2023 für die Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken“ gestartet und dabei freundlicherweise durch den Landschaftsverband Rheinland intensiv begleitet und unterstützt werden. 38 Das strategische Ziel 5.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 28 von 48 5.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Insbesondere arme (z.B. SGB-II-empfangende) allein erziehende Elternteile, insbesondere mit mehreren Kindern können auf Grund von fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten (z.B. am Abend oder in der Nacht) Angebote wie z.B. Beratung bis hin zu Sprachkursen nicht in Anspruch nehmen oder keine Arbeit mit Schichterfordernis aufnehmen (A). • Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten abe r auch über das Bildungs- und Jugendhilfesystems und die Unterstützungsmöglichkeiten sind Betroffenen häufig nicht bekannt. Auch hier sollten die Informationen in mehreren Sprachen verfügbar sein und/oder eine Sprachmittlung ermöglicht werden. (A). • Die Antragstellung (z. B. für BUT-Leistungen) ist von vielen Betroffenen ohne Unterstützung nicht zu schaffen. Hilfreich wäre z. B. eine Stelle, die Sprachkurse vermittelt (A, BK). • Die städtischen/staatlichen Stellen sollten intens iver zusammenarbeiten und Informationen austauschen, um passgenaue Arrangements für die Betroffenen zu entwickeln (A). 5.2. Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefä hrdeter kinderreicher Familien sind verbessert Eine weitere Lebensform mit Kindern, die häufig von Armut betroffen ist, sind kinderreiche Familien. Über 15.000 Kinder, die in SGB II-Bedarfsgemeinschaften leben (41%), leben in kinderreichen Familien. Kinderreiche Familien zu unterstützen und zu entlasten sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein. 39 5.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 5.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Auch auf weiterführenden Schulen sollte es eine gü nstige/kostenlose Übermittagsbetreuung/OGS geben (A). • Betreuungsangebote sollten flexibel im Hinblick au f die Öffnungs-/Betreuungszeiten sein, damit Termine/persönliche Interessen wahrgenommen werden können (s.o., A). • Sprachmittler*innen sollten ausreichend vorhanden sein (A) • Wissen und Kompetenzen der Eltern sind gefördert, damit ältere Kinder die Eltern bei Behördenangelegenheiten u. ä. nicht mehr unterstützen müssen (und deshalb nicht zur Schule gehen). Kinder/Jugendliche müssen keine Betreuungsaufgaben übernehmen (ihre Eltern/kleineren Geschwister nicht unterstützen). (s.o. A). 39 Das strategische Ziel 5.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 29 von 48 5.3. Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefä hrdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert Familien ohne internationale Familiengeschichte waren zu 15% armutsgefährdet, bei jenen mit internationaler Familiengeschichte ist der Anteil mit rund 41% fast dreimal so hoch. Armutsgefährdete Familien mit internationaler Familiengeschichte besser zu integrieren, sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein. 40 5.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 5.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise sollen aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und -konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) berücksichtigt werden: • Auch Menschen mit internationaler Familiengeschich te kennen die Unterstützungs- bzw. Hilfs- Angebote/das deutsche (Bildungs-)System (A). • Menschen mit Fluchterfahrung sind von Beginn an un terstützt (A). • Sprachkurse/-mittler sind ausreichend verfügbar (s .o., A) • Bedeutung von Angeboten für Männer/Väter bzw. Jung en (Auseinandersetzung mit dem Männlichkeitsbild) (SK) • Stärkung von Eltern und der Eltern-Kind-Beziehung (BK, SK) • Im Hinblick auf Förderungen fehlt ein Gesamtüberbl ick und bürokratische Hürden sind z.T. sehr groß (SK) • Institutionen und Angebote/Einrichtungen müssen di vers aufgestellt sein (SK) • Armut verändert Menschen: die psychischen Dimensio nen müssen berücksichtigt werden (SK) • Angebote und Einrichtungen wünschen sich finanziel le Sicherheit (SK). 5.4. Strategisches Ziel: Langzeitarbeitslosigkeit i n Familien mit Kindern ist gesenkt Untersuchungen belegen, dass Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht arbeiten, ein höheres Risiko haben, selbst im späteren Lebensverlauf arbeitslos zu sein oder berufsvorbereitende Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2022 gab es 59.906 SGB II-Bedarfsgemeinschaften, darunter 20.256 SGB II- Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. 2018 waren es noch 59.343 SGB II-Bedarfsgemeinschaften. In 76% aller Bedarfsgemeinschaften lebte 2018 mindestens ein Erwachsener, der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen ist (vgl. LLB, S. 140). In den SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern wohnte in 80% mindestens ein erwachsener Langzeitleistungsbeziehender. 30.418 der Kinder (ca. 80% der Kinder in SGB II-Bedarfsgemeinschaften) leben seit einem Jahr oder länger von Transferleistungen. 41 40 Das strategische Ziel 5.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. 41 Das strategische Ziel 5.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 30 von 48 5.4.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderung und Teilziele sollen weiterhin in Abstimmung mit den zuständigen Akteuren und Netzwerkparnter*innen im Sozialraum in Zusammenarbeit u. a. mit dem Jobcenter bearbeitet werden. 5.4.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 5.5. Strategisches Ziel: Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert Sport und kulturelle Teilhabe gehören untrennbar zusammen. Denn der Sport gestaltet sich allein durch Kommunikation, Entwicklung und Festlegung von allgemein gültigen Spielregeln, durch das Miteinander in zweckfreier und fairer Konkurrenz der Menschen untereinander, durch die Vermittlung zwischen Menschen untereinander, zwischen Mensch und Natur sowie durch das Engagement und die Beteiligung aller bürgerschaftlicher Gruppen. Mehr als 640 gemeinwohlorientierte Sportvereine kümmern sich in Köln um sportlich-integrative Angebote und sorgen dafür, dass Menschen mit Sport in Berührung kommen, lernen, trainieren, Gemeinschaft erleben und Solidarität erfahren können. Dieser Erlebnis- und Erfahrungsbereich ist gerade für Menschen aus sozial benachteiligten Stadtteilen besonders wichtig. Deshalb ist die Erhaltung der sozialen Infrastruktur im Vereinsleben sowie das sportliche Angebot insbesondere für die Sozialraumgebiete zu erhalten und zu fördern. 42 Die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen, ist ebenfalls ein Indikator für ihre kulturelle und politische Einbindung. In der Freizeit können sie ihre kognitiven Fähigkeiten stärken, ihre sozialen Kompetenzen und Beziehungen ausbauen und ihre Selbstständigkeit steigern. Manche Autoren gehen sogar davon aus, dass eine ausgewogene Freizeit zu mehr Lernbereitschaft in der Schule führt (Hurrelmann 2010). 43 Aber auch hier gilt: Kinder und Jugendliche aus sozial schlechter gestellten Familien nehmen an anderen Aktivitäten teil als Kinder und Jugendliche aus sozial besser gestellten Elternhäusern. Dies ist in erster Linie auf die unterschiedlichen Erziehungspräferenzen der Eltern zurückzuführen. Ob sich jemand fürs Musizieren, für Bücher, Religion oder für die Natur begeistern kann, hängt oft damit zusammen, ob ihm dies in der Kindheit nahegelegt wurde (BMAS 2016: S. 102). 44 Welchen Freizeitaktivitäten Jugendliche nachgehen, hängt zum Teil auch mit ihren finanziellen Möglichkeiten zusammen (Schmidt und Wilhelm 2010). 5.5.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und die Teilziele sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden (Stadt, LVR) und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 42 vgl. Gutachten zur Sportentwicklungsplanung der Stadt Köln. S.16. Die Stadt Köln tut dies unter anderem durch Förderprogramme wie Kids und Senioren in die Clubs, Förderung von Angeboten für Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder Internationaler Familiengeschichte sowie Sport in Metropolen oder Pro Veedel. Das strategische Ziel 5.5 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.1 Köln fördert die Vielfalt in den Stadtteilen; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport; MP Ziel W5 Segregation ist gemildert. 43 Hurrelmann, K.; Andresen, S.; Schneekloth, U. 2010: Ungleiche Kindheiten in Deutschland - Politische Herausforderungen. In Hurrelmann, K.; Andresen, S.; TNS Infratest Sozialforschung: 2. World Vision Kinderstudie 2010. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch. 44 Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2016: Lebenslagen in Deutschland. Der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Online-Dokument: https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/vierter- armuts-und-reichtumsbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=3. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 31 von 48 5.5.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise sollen aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und -konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) berücksichtigt werden: • Es braucht lokal Räume für Kunst und Theater (BK) • bedarfsgerechter Ausbau der OGS-Plätze (s.o., A) • Kunst und Theater müssen für alle Menschen zugängl ich sein (kostengünstig) (BK). • Angebote sollten ohne bürokratischen Aufwand errei chbar sein (s.o., A). • Raummanagement: Mehr kulturelle Angebote rechtsrhe inisch, kostenlose Erlebnisräume schaffen (z.B. Thema Vielfalt der Kulturen, kostenloses Mittagessen) (SK) • Sport- und Vereinsleben mehr einbinden (SK) • Im Hinblick auf Förderungen fehlt ein Gesamtüberbl ick und bürokratische Hürden sind z.T. sehr groß (SK) • (Finanzielle) Sicherheit für Angebote / Projekte ü ber Förderungen hinaus (SK). 6. Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mi t internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern In Köln leben zum Jahresende 2023 rd. 464.000 Personen mit internationaler Familiengeschichte. Dies sind 42,4% der Gesamtbevölkerung; unter den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren beträgt der Anteil 60,4%. 45 Die Bevölkerung mit internationaler Familiengeschichte ist demnach im Durchschnitt jünger als die Bevölkerung ohne internationale Geschichte. Für viele Zugewanderte, die im Rahmen früherer Arbeitsmigration nach Köln gezogen sind, war die Integration teilweise durch anfängliche, oft aber auch fortdauernde Sprachschwierigkeiten erschwert. 46 Diese Schwierigkeiten setzen sich oft in der nachfolgenden Generationen fort, so dass auch die Kinder in ihrer schulischen und beruflichen Laufbahn weniger erfolgreich sind (vgl. Herausforderungen 3 und 4). Die Auswertung des statistischen Merkmals internationale Familiengeschichte zeigt, dass die Teilhabechancen dieser Menschen in allen Lebensphasen schlechter sind als bei Menschen ohne internationale Geschichte. Sie haben ein deutlich höheres Armutsrisiko, aufgrund eines niedrigeren Bildungs-, Ausbildungs- und Einkommensniveaus leben sie häufiger in belasteten Lebenslagen. Einer Verfestigung von Mehrfachbelastungen, wie sie bei Personen mit „internationaler Familiengeschichte“ schon ab dem Kindesalter entsteht, ist frühzeitig entgegenzuwirken. Die Integration von Menschen mit internationaler Familiengeschichte in die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme ist zu verbessern. 6.1. Strategisches Ziel: Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert Das Armutsrisiko von Haushalten mit internationaler Geschichte ist ungefähr doppelt so groß (37%) wie das von Haushalten von Menschen ohne internationale Familiengeschichte (18%). Wesentliche Gründe für das höhere Armutsrisiko von Haushalten mit internationaler Familiengeschichte liegen in der häufig geringeren schulischen und beruflichen Qualifikation (s. hierzu auch die Herausforderungen 3 und 4), aber auch Sprachbarrieren und ein eingeschränkter Zugang 45 Die Gruppe besteht je zur Hälfte aus Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit und aus Deutschen mit Internationaler Familiengeschichte. Zu den Deutschen mit Internationaler Familiengeschichte zählen 152.859 Eingebürgerte, 46.806 Aussiedlerinnen und Aussiedler sowie 35.746 Personen, die in Deutschland geboren sind. 46 Die Auswertung des Merkmals „Internationaler Familiengeschichte“ wird hier als nicht ausreichend angesehen. Wünschenswert wäre, innerhalb der Zuwanderungsgruppen bezüglich der unterschiedlichen Motive und persönlichen Voraussetzungen (Bildung etc.) sowie des Zeitpunkts der Zuwanderung zu differenzieren, auch um Stigmatisierungen auszuschließen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 32 von 48 zum Arbeitsmarkt. 47 Das strategische Ziel 6.1 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 6) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 6: Teilziele zum strategischen Ziel „Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert“ Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Der Anteil von Menschen ohne internationale Familiengeschichte mit Armutsrisiko ist gesenkt. Armutsrisikoquote von Haushalten mit Menschen ohne internationale Geschichte 18% 2023 kleiner 17% 2030 Der Anteil von Menschen mit internationaler Familiengeschichte und Armutsrisiko ist gesenkt. Armutsrisikoquote von Haushalten mit Menschen mit internationaler Geschichte 37% 2023 kleiner 30% 2030 6.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die stadtweiten Planungen bearbeitet werden. 6.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 6.2. Strategisches Ziel: Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind weniger gut im Arbeitsmarkt integriert. Sie arbeiten häufiger in prekären Arbeitsverhältnissen. Angesichtes des demografischen Wandels und der Folgen auf dem Arbeitsmarkt ist es wichtig, Menschen mit internationaler Familiengeschichte bessere Teilhabechancen am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. 48 Das strategische Ziel 6.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 7) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 7: Teilziele zum strategischen Ziel "Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert" Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit deutscher Staatsangehörigkeit ist gesteigert. Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit deutscher Staatsangehörigkeit 59% 2018 größer 59% 2030 47 Das strategische Ziel 6.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel E1 Unterstützungsbedürftige sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem 48 Das strategische Ziel 6.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 33 von 48 Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesteigert. Anteil der SVP-Beschäftigten im Alter von 15 – 65 Jahre mit ausländischer Staatsangehörigkeit 44% 2018 größer 44% 2030 Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit ist gesenkt Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit 12% 2018 kleiner 12% 2030 Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesenkt Anteil der Niedriglohnbeschäftigten an den SVP-Vollzeitbeschäftigten im Alter von 35-64 Jahren mit ausländischer Staats- angehörigkeit 28% 2018 kleiner 28% 2030 Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit deutscher Staats- angehörigkeit ist gesenkt Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit deutscher Staats-angehörigkeit 14% 2018 kleiner 14% 2030 Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesenkt Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigen im Alter von 35 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit 22% 2018 kleiner 22% 2030 Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren insgesamt ist gesenkt Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren insgesamt 8,8% Dez. 2024 kleiner 7% 2030 Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gesenkt Arbeitslosigkeit von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren mit ausländischer Staatsangehörigkeit 18,0% Dez. 2024 kleiner 19% 2030 6.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderung und Teilziele sollen weiterhin in Abstimmung mit den zuständigen Akteuren und Netzwerkparnter*innen im Sozialraum in Zusammenarbeit u. a. mit dem Jobcenter und Agentur für Arbeit bearbeitet werden. 6.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 7. Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesonder e armutsgefährdeter, Menschen verbessern Die Lebensstile der mittleren Lebensphase werden im Seniorenalter meist beibehalten, und der dort erreichte sozioökonomische Status bleibt bestehen. Ein besonderes Gewicht erhalten in dieser Phase Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 34 von 48 die Lebensbereiche, die sich im Falle einer Einschränkung nachhaltig auf die Lebensqualität auswirken würden. Zentral sind dabei der Fortbestand der Gesundheit, die mit zunehmendem Alter instabiler wird; die Veränderung der Familienstrukturen, die sich zu den Formen „Paar ohne Kind“ und „Alleinlebend“ entwickeln; und die Kontinuität der materiellen Sicherung, von der Wohnqualität und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Partizipation abhängen. Wie bereits in Kapitel 1 dargelegt, weist die Bevölkerungsprognose einen Zuwachs der älteren Bevölkerung Kölns bis zum Jahr 2040 von 27% aus: Von 190.490 Senior*innen im Jahr 2018 auf 241.500 Senior*innen im Jahr 2040. Die Zahl der über 80-Jährigen ist bereits in den letzten zehn Jahren um ca. 25% um rd. 11.500 Personen gestiegen (von rd. 45.200 Personen auf rd. 56.700 Personen). Bis zum Jahr 2040 wird ihre Zahl nochmals um rd. 18.600 Personen auf dann rd. 75.300 Personen ansteigen (+33%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Sozialraumgebiet seit dem Jahr 2013 von 980 auf 1268 im Jahr 2023 um 29,4% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (37,2%). Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Mülheim seit dem Jahr 2013 von 1551 auf 1809 im Jahr 2023 um 16,6% erhöht. Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Stammheim seit dem Jahr 2013 von 395 auf 621 im Jahr 2023 um 57,2% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Sozialraumgebiet im Jahr 2023 mit 4,8% größer als im Jahr 2013 (3,8%). Die Veränderung ist geringer (bezogen auf die absoluten Prozentpunkte 1%) als im städtischen Durchschnitt (1,4%). Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Mülheim im Jahr 2023 mit 4,2% größer als im Jahr 2013 (3,7%). Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Stammheim im Jahr 2023 mit 7,7% größer als im Jahr 2013 (5,3%). Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl der älteren Menschen mit eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten steigen. Steigen wird auch die Zahl älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte. Eine spezielle Herausforderung ist die soziale und materielle Einbindung älterer Migrant*innen sowie deren gesundheitliche und pflegerische Versorgung. 7.1. Strategisches Ziel: Gesundheitszustand der Sen ior*innen ist verbessert Viele Krankheiten sind nicht angeboren und werden erst im Lebensverlauf erworben oder treten erst im höheren Alter auf. Diesen Krankheiten kann häufig durch präventives Verhalten entgegengewirkt werden. Eines der zentralen Ziele der Gesundheitsförderung im hohen Alter ist es, die Gesundheit der Menschen durch personale, materielle und soziale Ressourcen zu erhalten. Gesundheitsressourcen und Widerstandskräfte können aufgebaut und gestärkt werden durch geistige, emotionale und körperliche Aktivität, durch das Erleben von Autonomie, Sinnhaftigkeit und Leistungsfähigkeit sowie durch soziale Einbindung. Im Vordergrund stehen daher die Unterstützung und Befähigung der Menschen, ihre eigene Gesundheit mit Hilfe von gesundheitsfördernden Verhaltensweisen zu bewahren oder zu verbessern. 49 Das strategische Ziel 7.1 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 8) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 8: Teilziele zum strategischen Ziel "Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert" Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen ist verbessert Anteil älterer Menschen mit subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheitszustand insgesamt 12% 2016 kleiner 12% 2030 Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen mit Anteil älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte und 18% 2016 kleiner 18% 2030 49 Das strategische Ziel 7.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G1 Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 35 von 48 Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr internationaler Familiengeschichte ist verbessert subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheitszustand Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen mit Armutsrisiko ist verbessert Anteil armutsgefährdeter älterer Menschen mit subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheitszustand 27% 2016 kleiner 27% 2030 Subjektives Gesundheits- empfinden der Senior*innen mit Schwerbehinderung ist verbessert Anteil älterer Menschen mit subjektiv als schlecht eingeschätztem Gesundheitszustand mit Schwerbehinderung 31% 2016 kleiner 31% 2030 7.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 7.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 7.2. Strategisches Ziel: Altersarmut ist bekämpft Gut jeder vierte Haushalt mit Erwachsenen im Senior*innenalter (26%) hat ein Armutsrisiko. Das entspricht etwa der durchschnittlichen Armutsrisikoquote über alle Altersgruppen. Ein erhöhtes Armutsrisiko haben insbesondere ältere Menschen mit einer Schwerbehinderung sowie ältere Menschen mit internationaler Familiengeschichte (48% der Haushalte). Die Anzahl und der Anteil der Menschen, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, steigt: Im Dezember 2023 bezogen 16.906 Personen diese Leistungen (9,2% der Bevölkerung ab 65 Jahren), im Jahr 2013 waren es noch 13.052 Personen (7%); relativ stieg die Zahl um 31,2%. Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße erhielten im Jahr 2023 18 % Grundsicherungsleistungen (vs. 12,1 im Jahr 2013), in der Gesamtstadt betrug der Anteil 9,2% (vs. 7% im Jahr 2013). Die Veränderung ist in Mülheim-Nord/Keupstraße mit 5,89 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt (2,2 Prozentpunkte). Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Stadtteil Mülheim erhielten im Jahr 2023 16,1 % Grundsicherungsleistungen. Die Veränderung ist in Mülheim mit 5,2 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt (2,2 Prozentpunkte). Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Stadtteil Stammheim erhielten im Jahr 2023 10,6 % Grundsicherungsleistungen. Die Veränderung ist in Stammheim mit 3,3 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt (2,2 Prozentpunkte). Die Entwicklung der zunehmenden Altersarmut hat Auswirkungen auf Teilhabechancen in den anderen Lebenslagenbereichen. 50 Das strategische Ziel 7.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 9) angestrebt und bewertet werden: Tabelle 9: Teilziele zum strategischen Ziel „Altersarmut ist bekämpft“" 50 Das strategische Ziel 7.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel E1 Unterstützungsbedürftige sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 36 von 48 Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Das Armutsrisiko älterer Menschen ist gemindert. Armutsrisikoquote von Haushalten mit älteren Menschen 26% 2023 kleiner 23% 2030 Das Armutsrisiko älterer Menschen mit internationaler Familiengeschichte ist gemindert Armutsrisikoquote von Haushalten mit älteren Menschen mit internationaler Familiengeschichte 48% 2023 kleiner 38% 2030 Anspruchsberechtigte ältere Menschen beziehen SGB Leistungen Grundsicherungsquote (SGB XII) ältere Menschen im Sozialraumgebiet 18,0 2023 Wert wird beobachtet 2030 im Stadtteil Mülheim 16,1 51 2023 im Stadtteil Stammheim 10,6 2023 7.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 7.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 7.3. Strategisches Ziel: Soziale und kulturelle Tei lhabe von Senior*innen ist ermöglicht In Köln gibt es im Jahr 2023 142.120 Senior*innenhaushalte, von denen 49% Einpersonenhaushalte sind; 70.179 Zwischen dem 80. und 85. Lebensjahr bilden Frauen fast drei Viertel aller Einpersonenhaushalte, ab dem 85. Lebensjahr sind es 79%. Die soziale und kulturelle Einbindung sind ein wichtiger Bestand der Lebensgestaltung, sie stabilisieren die soziale Einbindung und können aktiv die körperliche und geistige Gesundheit fördern. Eine gelingende soziale und kulturelle Einbindung ist deshalb insbesondere für alleinlebende Ältere wichtig. Vor dem Hintergrund zunehmender Altersarmut ist es wichtig, soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. 52 In der Leben-in-Köln-Umfrage im Jahr 2016 gaben für die Stadt insgesamt 56,2% der Befragten an, mit den Sport- und Freizeitangeboten im Viertel sehr bzw. eher zufrieden zu sein, im Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße lag dieser Wert bei 42,9%, im Stadtteil Mülheim bei 45,2% und im Stadtteil Stammheim bei 65,7%. 7.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 51 vom Stadtteil Mülheim liegen neun Quartiere im Sozialraumgebiet. Die Darstellung der Einzelwerte würde den Rahmen hier sprengen. In diesen Quartieren liegen die Werte z.T. deutlich über dem Wert für den gesamten Stadtteil (vgl. Anlage 2) 52 Das strategische Ziel 7.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 1.3 Köln sichert und entwickelt seine Veedel zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens; KP Ziel 1.4 Köln sorgt für attraktive Parks, Plätze, Straßen und sichere öffentliche Räume; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel SPG 2 Menschen können Kultur und Freizeitangebote im Lebensumfeld inklusiv nutzen. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 37 von 48 7.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 7.4. Strategisches Ziel: Bedarf an kultur- und gend ersensibler Pflege ist gedeckt Eine spezielle Herausforderung ist die soziale und materielle Einbindung älterer Migrant*innen sowie deren gesundheitliche und pflegerische Versorgung. Am Jahresende 2023 lebten in Köln 58.421 Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte, dies entspricht 30% der älteren Bevölkerung. Darunter waren rund 28.300 Senior*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, diese Zahl betrug im Jahr 1990 noch 7.000 Personen und hat sich seitdem vervierfacht. Der Anteil wird voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter steigen. Zu beachten ist, dass die Pflegebedürftigkeit bei Menschen mit internationaler Familiengeschichte aufgrund besonders belastender Lebensgeschichten etwa 10 Jahre früher einsetzt als bei der Gruppe ohne internationale Familiengeschichte. Daraus folgt, dass ein erhöhter Bedarf an Angeboten für Senior*innen besteht, die mit interkultureller Kompetenz ausgestattet sind. Besonders betroffen sind dabei Stadtteile einem hohen Anteil an älteren Personen mit internationaler Familiengeschichte. 53 7.4.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. 7.4.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Das Thema wurde in Bürger*innenkonferenzen und -befragungen nicht besprochen. Ein Fachgespräch zum Thema hat nicht stattgefunden. 8. Herausforderung: Kulturelle und politische Einbi ndung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern Eine demokratische Gesellschaft hat das Ziel, alle Bürgerinnen und Bürger in die Gestaltung der gesellschaftlichen Lebensverhältnisse einzubeziehen. Wie gut dies gelingt, wird an den Merkmalen „Interesse an Politik“, „Wahlbeteiligung“ sowie „ehrenamtliches Engagement“ bewertet. Die Intensität des politischen Interesses der Bevölkerung steht mit dem Bildungsgrad und weiteren soziodemografischen Faktoren in Zusammenhang. Während die Berufstätigkeit einer Person nur bedingt mit ihrem politischen Interesse zusammenhängt und per se eine geringe Erklärungskraft besitzt, scheint das politische Interesse mit Arbeitslosigkeit und deren zunehmender Dauer abzunehmen. Die Beteiligung an einer Wahl bedeutet die Möglichkeit, die politischen Lebensverhältnisse mitzugestalten. Untersuchungen zufolge steht der Grad der politischen Partizipation von Personen häufig im Zusammenhang mit ihrer sozioökonomischen Lage. So verzichten Menschen mit einem niedrigeren Bildungs- und Einkommensniveau häufiger darauf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, als Menschen mit einem höheren Bildungs- und Einkommensniveau. Zumeist ist die Wahlbeteiligung besonders in den Stadtteilen niedrig, in denen ein hoher Bevölkerungsanteil von 53 Das strategische Ziel 7.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G5 Die Angebote der ambulanten und stationären Versorgung sind quantitativ ausgebaut und qualitativ weiterentwickelt Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 38 von 48 Transferleistungen lebt. Teilhabe am Erwerbsleben und politische Teilhabe hängen zusammen. Das Interesse an der Bundespolitik ist stärker als das Interesse an der Kommunalpolitik. Durch bürgerschaftliches bzw. ehrenamtliches Engagement erfolgen Mitgestaltung und Partizipation auch außerhalb der Politik in weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Personen, die sich bürgerschaftlich engagieren, fühlen sich stärker gebraucht und eher integriert. Dies gilt insbesondere auch für ältere Menschen. Engagement kann sinnstiftend sein und zum Wohlbefinden der Ehrenamtlichen beitragen. Darüber hinaus ermöglicht das Ehrenamt die Aufrechterhaltung sowie Pflege sozialer Kontakte und gewährleistet nachweislich ein besseres subjektives Empfinden der eigenen Gesundheit sowie Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Mangelnde soziale Teilhabe kann sich auch darin zeigen, dass bestimmte Personengruppen in diese Formen der gesellschaftlichen Mitgestaltung weniger eingebunden sind als andere. 8.1. Strategisches Ziel: Interesse an der Arbeit de r Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert Aktuelle Zahlen zum Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik liegen leider nicht für Köln vor. 54 8.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Multiplikator*innenarbeit geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 8.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • niedrigschwellige, zielgruppen- und bürger*innenor ientierte Beteiligungsformate bekannter machen und erklären (A) • bessere und intensivere, adressatengerechte Kommun ikation, auch um sprachliche, wirtschaftliche und strukturelle Hürden zu überwinden (A, SK) • Kunst als Medium für politische Bildung nutzen (BK ) • Anlässe und Zugänge verbessern (BK) • Lokale Berichterstattung in Zeitung und social med ia (BK) • Es muss zwischen bottom-up und top-down unterschie den werden; bottom-up: es sollte einfach möglich sein, sich zu informieren; top-down: es muss geprüft werden, ob die aktuellen Instrumente und Verfahren der Information über das Handeln der Verwaltung ausreichen, um das Interesse der Bürger*innen daran zu steigern und das Verständnis zu befördern (SK). • Das Interesse sollte bereits in den Schulen, z. B. durch Projekte oder im Lehrplan verankert, geweckt werden (SK). 8.2. Strategisches Ziel: Wahlbeteiligung ist erhöht Die Wahlbeteiligung ist in der Stadt sehr unterschiedlich ausgeprägt und ist seit der letzten Bundestagswahl 2025 erfreulicherweise 5,3 Prozentpunkte höher als 2021. In den Stadtteilen in den 54 Die letzte Erhebung zum Thema fand im Jahr 2016 statt. In der Strukturdatenerhebung im Jahr 2023 wurden keine Fragen zu diesem Thema gestellt. Das strategische Ziel 8.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung; Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 39 von 48 Sozialraumgebieten lag sie jedoch mit 75,3% 10 Prozentpunkte unter den Stadtteilen außerhalb von Sozialraumgebieten 85,8%. Der Anteil der Ratsmitglieder mit internationaler Familiengeschichte in der Wahlperiode 2009-2014 betrug knapp 7%. Zahlen zum Geschlechterverhältnis stehen für das Jahr 2018 zur Verfügung. In der aktuellen Wahlperiode sind nur 34 der insgesamt 91 Ratssitze mit Frauen besetzt (37%). Hinsichtlich der politischen Repräsentation von Frauen sowie von Menschen mit internationaler Familiengeschichte in politischen Gremien besteht ein weiterer Angleichungsbedarf. 55 Das strategische Ziel 8.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele angestrebt und bewertet werden: Tabelle 10: Teilziele zum strategischen Ziel "Wahlbeteiligung ist erhöht“ Teilziele Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Die Wahlbeteiligung an der Bundestagswahl in benachteiligten Stadtteilen mit stark unterdurchschnittlicher Wahlbeteiligung ist erhöht. Wahlbeteiligung in der Gesamtstadt 83,1 2025 gleich oder größer 75,8% 56 2032 in Stadtteilen außerhalb von Sozialraumgebieten 85,8 2025 in Stadtteilen in Sozialraumgebieten 75,3 2025 im Stadtteil Mülheim 77,1 2025 im Stadtteil Stammheim 77,3 2025 Beteiligung der Wähler*innen an der Integrationsratwahl ist erhöht Beteiligung der Wähler*innen an den Integrationsratwahlen (im Bezirk) 13,43 57 2020 > 15% (städt. Mittelwert) 2030 8.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Das strategische Ziel soll weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z. B. wenn es um Demokratieförderung geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen (Das Thema soll stadtweit aber auch durch die Förderung ehrenamtlichen Engagements im Sozialraumgebiet (vgl. 8.3) bearbeitet werden). 8.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Selbstwirksamkeitserfahrungen der Bürger*innen sch affen, Anschlussfähigkeit schaffen (A) • Deutsches System inkl. Bedeutung und Wirkung von W ahlbeteiligung besser erklären (A) • außerschulische Bildungsarbeit (weiter) fördern • Parteiprogramme hinsichtlich ihrer Auswirkungen au farbeiten (BK). 55 Das strategische Ziel 8.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung. 56 Der Zielwert bezieht sich auf die Wahlbeteiligung in der Gesamtstadt im Jahr 2017 und müsste ggf. in einer Fortschreibung angepasst werden. 57 Daten liegen nur für den Bezirk vor Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 40 von 48 • Die Sozialraumkoordinator*innen werden als wichtig e Multiplikator*innen angesehen, um die professionellen Akteur*innen über Möglichkeiten und Maßnahmen zu informieren (SK) • es ist zu klären, wie nicht Wahlberechtigte intere ssiert und eingebunden werden können (BK) • Die Kommunikation über bestehende Möglichkeiten so llte verbessert werden (BK, SK) • Die Angebote müssen niedrigschwellig erreichbar se in (BK, SK) • Für die Förderung der Wahlbeteiligung braucht es f inanzielle Mittel (BK, SK) • Kommunikationsarbeit und Transparenz für bestehend e Beteiligungsmöglichkeiten (z.B. Integrationsrat in Schulen vorstellen, mehr Live-Streams von Gremiensitzungen…) (SK) • Die realen Probleme haben eine hochpolitische Dime nsion: Wohnen, Bildung und Armut. Wie können die Menschen bei diesen Themen abgeholt werden? (SK) 8.3. Strategisches Ziel: Ehrenamtliches Engagement ist erhöht 24% der Kölner*innen waren 2016 ehrenamtlich engagiert.58 Aktuelle Zahlen zum Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik liegen leider für Köln nicht vor. 59 Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen kommt dem ehrenamtlichen Engagement eine stetig wachsende Bedeutung zu. Die gemeinnützigen Organisationen benötigen in vielen Bereichen ehrenamtliche Unterstützung. Es ist daher wünschenswert und sinnvoll, das Engagement der Kölner*innen weiter zu fördern, brachliegende „Ressourcen“ mit geeigneten Mitteln und Anreizen zu aktivieren, neue Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu schaffen und auf die veränderten Bedarfe zu reagieren. Diese Dynamik bietet die Chance Menschen zu erreichen, die sich bisher kaum oder gar nicht ehrenamtlich engagiert haben. 60 Das strategische Ziel 8.3 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Indikators angestrebt und bewertet werden: Tabelle 11: Indikator für das strategische Ziel "Ehrenamtliches Engagement ist erhöht“ strategisches Ziel Indikator Ist- Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr Ehrenamtliches Engagement ist erhöht Anteil der Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren 24% 2016 größer 24% 2030 8.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Das strategische Ziel soll weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z. B. wenn es um Demokratieförderung geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 8.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Stärkung von Nachbarschaften (A) • Orte für Begegnung (A) 58 Daten stammen aus der Leben in Köln-Umfrage 2016. 59 Die letzte Erhebung zum Thema fand im Jahr 2016 statt. In der Strukturdatenerhebung im Jahr 2023 wurden keine Fragen zu diesem Thema gestellt. 60 Das strategische Ziel 8.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 41 von 48 • Konkrete Anlässe für ehrenamtliches Engagement sch affen und Zugänge sowie Rahmenbedingungen niedrigschwellig und bürger*innenah ausrichten (z.B. Rücksicht auf Zeit, Honorar, Ansprechpartner*innen) (BK) • Mehr Wertschätzung und Sichtbarkeit für bürgerscha ftliches Engagement als Ressource • Strukturen und finanzielle Rahmenbedingungen müsse n erhalten bleiben (z.B. in der Geflüchtetenarbeit, (SK) • Die Kenntnis und die Transparenz über ehrenamtlich e Engagementmöglichkeiten sollte verbessert werden (SK). 9. Herausforderung: Bedarfsgerechtes Wohnungsangebo t verbessern - Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Belastungen der Wohnsituation bemessen sich an Indikatoren wie beengtem Wohnraum, einer hohen Mietbelastung, der Entwicklung der Wohnungslosigkeit und einer bedarfsgerechten (z. B. barrierefreien) Bauweise. Derartige Belastungen auszugleichen, gehört zu den Herausforderungen der städtischen Wohnungspolitik. Einkommensschwache Haushalte leben oftmals in günstigeren Wohnungen mit kleinerer Wohnfläche, haben aber trotzdem eine relativ große ökonomische Belastung. Die Alleinerziehenden weisen mit 41,6 % den höchsten Mietbelastungswert auf. Ihnen steht ein geringeres Einkommen zur Verfügung als etwa Haushalten von zwei Erwachsenen mit Kind(ern). Auch Menschen im Seniorenalter haben aufgrund geringerer finanzieller Bezüge im Vergleich zu Erwerbstätigen eine hohe Mietkostenbelastung (37,2%). Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße bei 25,2%; im Jahr 2013 lag sie bei 29,6%. In der Stadt Köln lag sie im Jahr 2023 bei 21,7% und im Jahr 2013 bei 24,7%. Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Mülheim bei 26,4%; im Jahr 2013 lag sie bei 30%. Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Stammheim bei 16,2%; im Jahr 2013 lag sie bei 18,2%. Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Mülheim bei 7,0 % und damit höher als der Durchschnitt der Stadt Köln (6,6). Der Bestand hat im Vergleichszeitraum weiter abgenommen (im Stadtteil = -1,7 Prozentpunkte, im Stadtgebiet um -0,8 Prozentpunkte). Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Stammheim bei 6,5 % und damit niedriger als der Durchschnitt der Stadt Köln (6,6). Der Bestand hat im Vergleichszeitraum etwas zugenommen (im Stadtteil = 1,6 Prozentpunkte, im Stadtgebiet um -0,8 Prozentpunkte). Die Zahlen zeigen, dass die Mobilität zwischen den betrachteten Jahren abgenommen hat; insgesamt war die Fluktuationsquote in den Sozialraumgebieten niedriger als in der Stadt insgesamt, was dem angespannten Wohnungsmarkt geschuldet sein kann. 9.1. Strategisches Ziel: Bedarfsgerechtes, bezahlba res Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert Im Stadtentwicklungsausschuss hat die Verwaltung am 20.06.2024 u.a. das folgende mitgeteilt (vgl. 1568/2024 ): „Im Februar 2014 wurde das Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen als Gesamtrahmen für die Ausrichtung der kommunalen Wohnungspolitik beschlossen. Aufgrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums liegt seitdem die Zielvorgabe der Kölner Wohnungspolitik darin, bedarfsgerecht Standorte für den Wohnungsbau zu mobilisieren, um so die zu erwartende Nachfrage befriedigen zu können. Den Kölner Statistischen Nachrichten 3/2023 (Mitteilung Nr. 1800/2023) ist zu entnehmen, dass die Zielzahl bei den Baufertigstellungen in den letzten Jahren nicht erreicht wurde. Beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik wird eine Übersicht der planbedürftigen Wohnbaupotenzialflächen (mit Mischnutzungen) im Wohnungsbauprogramm geführt. Derzeit beinhaltet das Wohnungsbauprogramm 139 Flächen (~ 600 ha). Von den 139 Flächen besitzen 26 Flächen einen Satzungsbeschluss für rund 4.500 Wohneinheiten und sind somit kurzfristig umsetzbar. Hiervon befinden sich bereits 14 Flächen für rund 2.800 Wohneinheiten in der Realisierung. Mit der Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 42 von 48 Neuaufstellung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Köln werden sich neue Siedlungspotenziale für Wohnen und Mischnutzungen auf dem Kölner Stadtgebiet ergeben (siehe hierzu auch Stellungnahme des Rates der Stadt Köln vom 22.06.2022 zum Regionalplanentwurf, Vorlage-Nr. 1159/2022). Über die Neufestlegung von Allgemeinen Siedlungsbereichen (ASB) im Regionalplan stehen mittel- bis langfristig neue Flächen zur Weiterentwicklung der Stadt zur Verfügung. Der für Anfang 2025 erwartete Feststellungsbeschluss zum Regionalplan wird aktuell zum Anlass genommen das Wohnungsbauprogramm zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Eine Information zum Wohnungsbauprogramm ist für 2025 geplant. Der Wohnungsbau in Köln wird anteilig auch durch die kleinteilige Innenentwicklung getragen. Hierzu zählen vor allem Entwicklungen auf Grundlage von § 34 BauGB, z. B. Baulückenschließung, Umnutzung von Büro-/Gewerbeimmobilien in Wohnnutzung, Aufstockung. Dieses Innenentwicklungspotenzial hat in den letzten Jahren teilweise über 1.000 Wohneinheiten pro Jahr zu den Wohnbautätigkeiten beigesteuert. Die jährlichen Baufertigstellungszahlen sind seit Einführung des StEK Wohnen im Jahr 2014 im Durchschnitt konstant. Im Zeitraum 2014 - 2023 wurden durchschnittlich 2.870 Wohnungen neu errichtet. Der Vergleich zum Zeitraum 2004 – 2013, in dem im Durchschnitt ebenfalls 2.870 Wohnungen neu geschaffen wurden zeigt, dass diese Zahl – trotz jährlicher Schwankungen - über einen längeren Zeitraum betrachtet konstant ist. Seit Einführung des StEK Wohnen ist allerdings eine Steigerung der Baugenehmigungstätigkeit festzustellen. Wurden zwischen 2004 und 2013 noch für durchschnittlich 3.080 Wohnungen Baugenehmigungen pro Jahr erteilt, waren es zwischen 2014 und 2023 3.340 Baugenehmigungen. Dies resultierte in einem stetigen Anstieg des Bauüberhangs. Dieser beträgt zum 31.12.2023 9.415 Wohnungen. Das Thema (kleinteilige) Innenentwicklung bzw. Nachverdichtung wird über eine Kombination mehrerer aktivierender Instrumente umgesetzt. Hierzu zählen das Baulückenprogramm oder die mit Partner*innen der Wohnungswirtschaft durchgeführte Weiterentwicklung von Siedlungsbeständen der 1950/60er Jahre (vgl. Sachstandsbericht StEK Wohnen, Vorl.-Nr. 3307/2018). Beispielhaft sei hier auf die Modernisierung von rund 800 Wohnungen und den Neubau von ca. 200 Wohnungen in der Kannebäckersiedlung durch die GAG Immobilien AG hingewiesen. Inwieweit die neuen Instrumente der Baulandmobilisierung, die mit einer Novelle des Baugesetzbuches (BauGB) sowie der (Baunutzungsverordnung) BauNVO Mitte 2021 in Kraft getreten sind, erfolgversprechend sind, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht bewertet werden, da es noch keine umgesetzten Anwendungsbeispiele gibt. Eine wichtige Grundlage für die Anwendung der Instrumente des Baulandmobilisierungsgesetzes stellt die im Januar 2023 in Kraft getretene Verordnung zur Bestimmung von Gebieten im Land Nordrhein-Westfalen mit einem angespannten Wohnungsmarkt nach §201a des Baugesetzbuches dar. Erst diese Grundlage lässt zum Beispiel die Befreiung von Festsetzung eines Bebauungsplanes (§31 Abs. 3 BauGB) zu. Demnach können in einem angespannten Wohnungsmarkt, wie Köln, eine Befreiung von Festsetzungen eines Bebauungsplanes zugunsten des Wohnungsbaus im Einzelfall erteilt werden, auch wenn die Grundzüge der Planung berührt sind. Es gibt keine Anwendungspflicht dieses Instrumentes, die Wohnungsbauleitstelle hat hier einen verwaltungsinternen Abstimmungsprozess initiiert, um die Möglichkeiten zur Stärkung des Wohnungsbaus in diesem Rahmen weiter auszuschöpfen. Zu den neuen Instrumenten zur Mobilisierung und Aktivierung von Baurechten zählen neben der Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplans (Befreiungen nach §31 Abs. 2 und 3 BauGB) auch z. B. die erweiterte Zulässigkeit von Vorhaben im Innenbereich (Erweiterter Zulässigkeitsrahmen nach §34 Abs. 3a BauGB), die Nutzung des kommunalen Vorkaufsrechts oder auch die konzeptionelle Erstellung von städtebaulichen Entwicklungskonzepten zur Stärkung der Innenentwicklung nach §176 a BauGB. Für 2025 bereitet das Amt für Stadtentwicklung und Statistik die Bearbeitung eines Innenentwicklungskonzeptes nach §176 a vor, in diesem Rahmen wird auch die konkrete Anwendung der o. g. Instrumente überprüft.“ 9.1.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 43 von 48 9.1.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Bezahlbaren Wohnraum erhalten und schaffen. • Insbesondere Menschen, die weitere Schwierigkeiten haben, erhalten ebenfalls Zugang zu Wohnraum erhalten (z.B. obdachlose Menschen, Suchtkranke, psychisch kranke Menschen). • Die Chancengerechtigkeit auf dem freien Wohnungsma rkt z. B. für Menschen mit internationaler Familiengeschichte sollte gefördert werden (SK, BK). 9.2. strategisches Ziel: Barrierefreiheit - Seniore ngerechtes Wohnen fördern Im Ausschuss für Soziales und Senior*innen hat die Verwaltung in Bezug auf die „Datengrundlagen für altersgerechtes /barrierearmes Wohnen in Köln“ am 23.01.2025 u. a. das folgende mitgeteilt (vgl. 4003/2024 ): „Die umfassendste Quelle zum kommunalen Gebäude- und Wohnungsbestand ist die im Rahmen der Zensus-Erhebungen (zuletzt 2022) durchgeführte Gebäude- und Wohnungszählung. Hieraus können Informationen zum Kölner Wohnungsbestand differenziert nach Gebäudetyp, Wohnungsgröße, Wohnform (Miete/Eigentum) und Beheizung nach Baualtersklassen (ab1945 auch jährlich) aggregiert ausgewertet werden. Darüber hinaus gehende Informationen zur Ausstattung der Wohnungen und Gebäude wurden im Zensus nicht erhoben und liegen auch in anderen Datenquellen – wie zum Beispiel in der Bautätigkeitsstatistik nach dem Hochbaustatistikgesetz – nicht vor. Angaben zur Barrierefreiheit und zur Ausstattung mit Aufzügen sind weder Erhebungsmerkmale in der Gebäude- und Wohnungszählung noch in der Bautätigkeitsstatistik nach dem Hochbaustatistikgesetz. Insofern liegen hierzu keine Daten für den gesamten Wohnungsbestand vor. Im Bereich des öffentlich geförderten Wohnungsbestandes geben bereits seit 1998 die Förderrichtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen vor, dass Mietwohnungen barrierefrei gebaut werden. Demnach müssen der Hauseingangsbereich sowie die Erdgeschosswohnungen stufenlos von der Straße erreichbar sein. Dies gilt auch für Aufzugsanlagen. Zudem ist vorgeschrieben, dass in allen Wohnungen weder Stufen noch Schwellen bestehen. Die Bäder müssen mit bodengleichen Duschen ausgestattet sein. Alle Türbreiten sowie Bewegungsflächen müssen den Bestimmungen für barrierefreies Bauen entsprechen. Mit Stand Januar 2024 waren im Bestand der 42.417 geförderten Wohnungen 13.148 als barrierefrei registriert. In 2023 wurden 622 geförderte Neubau-Wohnungen fertiggestellt, welche gemäß den Wohnraumförderbestimmungen barrierefrei errichtet worden sind. Hiervon sind alle Wohnungen ohne Barrieren im Erdgeschoss oder über einen Aufzug erschlossen.“ Dementsprechend kann lediglich über einen kleinen Teil des Wohnungsbestands eine Aussage zur Barrierefreiheit getroffen werden. Bezogen auf den o. g. Bestand an geförderten Wohnungen liegt der Anteil an barrierefreien Wohnungen bei ca. 31%. Bezogen auf alle ca. 572.100 Wohnungen in der Stadt Köln (Stand 2023) kann damit aber lediglich zu ca. 7,4% der Wohnungen eine Aussage zur Barrierefreiheit getroffen werden. Barrieren in der Wohnung und Wohnumgebung können die selbstständige Lebensführung in einer Privatwohnung erschweren. Aussagen über das Angebot an barrierefreien Privatwohnungen sind allerdings kaum möglich. Zuletzt wurde in der „Leben in Köln“-Umfrage 2016 näherungsweise mit der Frage nach „altengerechtem Wohnraum“ erhoben, inwieweit die Wohnungen und Häuser älterer Menschen in der Stadt Köln barrierefrei oder barrierearm sind: Von den Befragten im Alter ab 65 Jahren gaben 48 % die Einschätzung, dass sie in einer altengerechten Wohnung oder einem altengerechten Haus wohnen. 9.2.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 44 von 48 9.2.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise sollen aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und -konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) berücksichtigt werden: • alternative Wohnformen und generationenübergreifen de Wohnformen sollten gefördert werden (A, SK, BK) • Pflegebedürftige sollten über die Möglichkeit info rmiert werden, einen Wohnberechtigungsschein zu beantragen und damit die Möglichkeit eine öffentlich geförderte Wohnung zu mieten (SK) • öffentlich geförderter Wohnungsbau wird als Schlüs sel für die Barrierefreiheit gesehen (BK) • Wohnraum schaffen für ein selbstbestimmtes Wohnen bis zum letzten Moment (z.B. auch für Menschen, die auf Pflege angewiesen sind) (SK) • Bedürfnisse von beeinträchtigten Personen bei der Planung einbeziehen (FG, BK). 9.3. Attraktivität des Wohnumfelds steigern Sowohl die Wohnqualität als auch die eigene Wohnsituation beeinflussen die Lebensqualität und somit gesellschaftliche Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt. Bund und Land leisten Unterstützung in Form von Zuschüssen/Darlehen, um angemessenen Wohnraum finanzieren zu können. Die Stadt wirkt als Akteur auf den sozialen Wohnungsbau und auf die Stadtplanung ein. Sozialpolitisch sind die Wohnversorgung und das Wohnumfeld innerhalb einer Stadt insofern relevant, als Bevölkerungsgruppen mit geringen materiellen Ressourcen aus gut gelegenen Stadtteilen mit guter Infrastruktur in Randlagen mit schlechter Infrastruktur und belasteten öffentlichen Räumen verdrängt werden könnten. Kinder und junge Erwachsene, die in Stadtteilen leben, die keine hinreichenden Möglichkeiten der Freizeitgestaltung anbieten und in denen es an Treffpunkten und Angeboten zur kulturellen und persönlichen Entwicklung mangelt, sind in ihren Teilhabechancen eingeschränkt. Andere Einschränkungen betreffen die Gesundheitsversorgung von älteren und pflegebedürftigen Menschen, die abhängig von den medizinischen und pflegerischen Angeboten im Wohnumfeld sind. Wenn in einem Wohngebiet ökonomische, soziale und Umweltbelastungen zusammentreffen, kann sich soziale Ungleichheit in räumlicher Segregation 61 widerspiegeln (Friedrichs 2011: S. 50). Das Aufwachsen in einer solchen Wohnlage kann wiederum für Kinder und Jugendliche prägend sein für ihre weitere Entwicklung. Neben der Lärm-, Luft- und Hitzebelastung ist für die Einschätzung der Umweltgerechtigkeit in urbanen Gebieten von zentraler Bedeutung, inwiefern die Menschen mit den Umweltressourcen in ihrer Stadt zufrieden sind. Hierzu zählen Mobilitätsangebote, aber auch Angebote an Parks und Grünflächen. Bei den Mobilitätsangeboten zeigt sich ein gemischtes Bild. Etwa 71% der Befragten der „Leben in Köln“-Umfrage 2016 bewerten das ÖPNV-Angebot der Stadt als gut bzw. sehr gut. Nur sieben Prozent sind unzufrieden mit dem ÖPNV-Angebot. Bei der Fahrradfreundlichkeit ergibt sich ein durchwachseneres Bild. Hier geben lediglich 66% der Befragten an, mit der Fahrradfreundlichkeit der Stadt zufrieden zu sein. Im Umkehrschluss heißt das: Rund ein Drittel der Befragten schätzen Köln als nicht fahrradfreundliche Stadt ein. Relativ schlecht wird die Umweltqualität der Stadt bewertet. Diese wird nur von 23% der Befragten mit gut bzw. sehr gut bewertet und von 25% als schlecht bzw. sehr schlecht. Mit dem Angebot an Park- und Grünanlagen sind 81% und damit ein Großteil der Befragten zufrieden und 20% unzufrieden. Insgesamt zeigt sich ein durchmischtes Bild bei der Bewertung der Umwelt- und Mobilitätsaspekte in der Stadt Köln. 9.3.1. Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbe itung Das strategische Ziel soll weiterhin u. a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen, z. B. wenn es um die Einbindung der Bevölkerung bei der Gestaltung bzw. Veränderung des 61 Vgl. Kap 4.2 Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04.202 5 2025-04-01_SRG- Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 45 von 48 Wohnumfelds geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen. 9.3.2. Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus Bürge r*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz Die folgenden Hinweise aus Sicht von Akteur*innen vor Ort (A), aus Bürger*innenbefragungen und - konferenz (BK) und aus der Sozialraumkonferenz (SK) sollten berücksichtigt werden: • Die Sozialraumkoordinationen sollten von den plane nden Ämtern als wertvolle Multiplikator*innen und Expert*innen für ihre Gebiete beteiligt werden. (SK) • Das Amt für Stadtentwicklung kann bei der Beantrag ung von Projektgeldern unterstützen und begrüßt Initiativen aus den Sozialraumgebieten. (SK) • Sicherheit(sgefühl) im öffentlichen Raum verbesser n (BK) • bedarfsgerechte soziale Infrastruktur (BK) • Sauberkeit (BK). Orte der Begegnung und Gemeinscha ft schaffen, auch im öffentlichen Raum mit Sanitär (C, FG, BB, BK) • Öffentlichen Raum mitgestalten, mehr Grün- und Fre iflächen schaffen (C, BB, BK). 10. Zusammenfassung und weiteres Vorgehen Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen, Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 19.11.2024 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwaltung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden ebenfalls dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In der folgenden Übersicht 1 sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgelistet, die im Sozialraumgebiet in den nächsten fünf Jahren bearbeitet bzw. angestrebt werden sollen. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrichtungen und Diensten vor Ort. Ggf. mögliche Unterstützungen durch die Sozialraumkoordination und die Akteure vor Ort sind in der folgenden Übersicht dargestellt: Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04 .202 5 2025 -04 -01_SRG -Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 46 von 48 Übersicht 1: Herausforderungen und strategische Ziele Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung u. a. durch städtische Planungen/Verwaltung Unterstützung durch die Sozialraumkoordination und Akteure vor Ort Herausforderung 1: Demographischen Wandel gestalten (1) Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft (2) Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung ist verbessert (3) Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert Herausforderung 2: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern (1) Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert X X Herausforderung 3: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien (1) Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist gesichert X X (2) Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert X X (3) Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen X X Herausforderung 4: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte verbessern (1) Nachholen und Erwerb von höheren Schulabschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert X (2) Junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte sind im Übergangssystem gefördert X (3) Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist verbessert X Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04 .202 5 2025 -04 -01_SRG -Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 47 von 48 Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung u. a. durch städtische Planungen/Verwaltung Unterstützung durch die Sozialraumkoordination und Akteure vor Ort (4) Unterbeschäftigung von jungen Erwachsenen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut X Herausforderung 5: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Teilhabechancen armutsgefährdeter Alleinerziehendenhaushalte sind verbessert X X (2) Teilhabechancen armutsgefährdeter kinderreicher Familien sind verbessert X X (3) Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert X X (4) Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt X (5) Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert X X Herausforderung 6: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind gemindert X (2) Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert X Herausforderung 7: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern (1) Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert X (2) Altersarmut ist bekämpft X (3) Soziale und kulturelle Teilhabe von Senior*innen ist ermöglicht X (4) Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt X Herausforderung 8: Kulturelle und politische Einbindung (1) Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert X Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Mülheim -Nord/Keupstraße Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite Sozialplanung (V/3)/SRK 02 .04 .202 5 2025 -04 -01_SRG -Analyse_MülheimNord_Keupstrasse_final.docx 1.0 48 von 48 Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung u. a. durch städtische Planungen/Verwaltung Unterstützung durch die Sozialraumkoordination und Akteure vor Ort verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern (2) Wahlbeteiligung ist erhöht X X (3) Ehrenamtliches Engagement ist erhöht X X Herausforderung 9: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern - Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten (1) Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert X (2) Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Wohnen fördern X (3) Attraktivität des Wohnumfelds steigern X X Die strategischen Ziele sollen zum einen durch die Fachplanungen bzw. Fachverwaltungen sowie zum anderen durch eine sozialraumorientierte Verwaltung angestrebt werden. Bei Herausforderungen bzw. Zielen, für die keine eindeutige bzw. alleinige Zuständigkeit der Fachverwaltung gegeben ist bzw. Verbesserungsmöglichkeiten durch eine bessere Vernetzung bzw. Abstimmung der Akteure vor Ort und der Verwaltung gesehen werden, soll die Sozialraumkoordination gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel, als Bindeglied in die Verwaltung, auf die Zielerreichung hinwirken. Dabei bleiben die originären und gesetzlichen Zuständigkeiten der Ämter und Dienststellen unberührt. Das konkrete weitere Vorgehen wird in Planungskonferenzen entwickelt. Hierbei greifen die Sozialraumkoordination auf bestehende Gremien wie z. B. die Stadtteilkonferenzen mit Vertreter*innen der Akteur*innen vor Ort und der Fachverwaltung zurück oder klären das weitere Vorgehen mit der Fachverwaltung und den Akteur*innen vor Ort.
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Dezernat, Dienststelle V/V/3 Vorlagen-Nummer 0598/2025 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kleinräumige Analyse und Bewertung der Herausforderungen und Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße Beschlussorgan Bezirksvertretung 9 (Mülheim) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung (1) Die Bezirksvertretung nimmt die Ergebnisse der Sozialraumanalyse und die Dokumenta- tion des Beteiligungsprozesses zur Kenntnis und bestätigt die Herausforderungen und Strategischen Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keup- straße, (2) fordert die Fachverwaltungen auf, gemäß des Ratsbeschlusses vom 21.03.2024 zur Vor- lage 4069/2022 „Strategische Sozialplanung - Herausforderungen und Ziele, Beschluss- punkt 5, durch eine sozialraumorientierte, fachübergreifende Planung auf die angestrebten Ziele im Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße hinzuwirken, (3) fordert insbesondere die städtisch/staatlich finanzierten und/oder geförderten Akteure im Sozialraumgebiet Mülheim-Nord/Keupstraße einschließlich der Regeleinrichtungen auf, an der Erreichung der Ziele mitzuwirken und Hinweise aus dem Beteiligungsprozess mit Ak- teur*innen und Bürger*innen vor Ort zu berücksichtigen. Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 12.05.2025 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit dem o.g. Beschluss zur Vorlage 4069/2022 hat der Rat die Verwaltung beauftragt, „im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel gemäß dem "Handbuch Bürger*innen- und So- zialraumorientierung in Köln" die strategischen Ziele auf der Basis von Sozialraumgebietsana- lysen und Sozialraumgebietsplanungen zügig kleinräumig umzusetzen, um die Lebensverhält- nisse und Teilhabechancen in diesen Gebieten zu verbessern“ (siehe Beschlusspunkt 5). Demgemäß hat die Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung zunächst eine kleinräu- mige, datengestützte Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Mülheim- Nord/Keupstraße erarbeitet und mit den vom Rat beschlossenen strategischen Zielen in Be- zug gesetzt (vgl. Sozialraumgebietsanalyse im Anhang). Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen, Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 19.11.2024 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwal- tung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsana- lyse und Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wur- den ebenfalls dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In der folgenden Übersicht 1 sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgelistet, die im Sozialraumgebiet in den nächsten fünf Jahren bearbeitet bzw. angestrebt werden sol- len. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrich- tungen und Diensten vor Ort. Übersicht 1: Herausforderungen und strategische Ziele Herausforderung Strategische Ziele Herausforderung 1: Demographischen Wandel gestalten (1) Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft 3 Herausforderung Strategische Ziele (2) Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevöl- kerung ist verbessert (3) Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesi- chert Herausforderung 2: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus ein- kommensschwachen Familien fördern (1) Die Gesundheit von Kindern aus bildungs- fernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert Herausforderung 3: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien (1) Frühzeitige Förderung von Kindern aus be- nachteiligten Familien ist gesichert (2) Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht geför- dert (3) Kinder, Jugendliche und junge Erwachse- nen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen Herausforderung 4: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Fa- miliengeschichte verbessern (1) Nachholen und Erwerb von höheren Schul- abschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert (2) Junge Erwachsene mit internationaler Fami- liengeschichte sind im Übergangssystem geför- dert (3) Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist ver- bessert (4) Unterbeschäftigung von jungen Erwachse- nen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut Herausforderung 5: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Teilhabechancen armutsgefährdeter Allein- erziehendenhaushalte sind verbessert (2) Teilhabechancen armutsgefährdeter kinder- reicher Familien sind verbessert (3) Teilhabechancen armutsgefährdeter Fami- lien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert (4) Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kin- dern ist gesenkt (5) Kulturelle Einbindung von Kindern und Ju- gendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert Herausforderung 6: Teilhabechancen von Menschen mit inter- nationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Armutsrisiken von Menschen mit internatio- naler Familiengeschichte sind gemindert (2) Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist ver- bessert Herausforderung 7: (1) Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert 4 Herausforderung Strategische Ziele Lebenslage älterer, insbesondere armuts- gefährdeter, Menschen verbessern (2) Altersarmut ist bekämpft (3) Soziale und kulturelle Teilhabe von Se- nior*innen ist ermöglicht (4) Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt Herausforderung 8: Kulturelle und politische Einbindung ver- bessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern (1) Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert (2) Wahlbeteiligung ist erhöht (3) Ehrenamtliches Engagement ist erhöht Herausforderung 9: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungs- angebot verbessern - Wohnen/Wohnum- feld attraktiver gestalten (1) Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert (2) Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Woh- nen fördern (3) Attraktivität des Wohnumfelds steigern Die strategischen Ziele sollen zum einen durch die Fachplanungen bzw. Fachverwaltungen sowie zum anderen durch eine sozialraumorientierte Verwaltung angestrebt werden. Bei Her- ausforderungen bzw. Zielen, für die keine eindeutige bzw. alleinige Zuständigkeit der Fachver- waltung gegeben ist bzw. Verbesserungsmöglichkeiten durch eine bessere Vernetzung bzw. Abstimmung der Akteure vor Ort und der Verwaltung gesehen werden, soll die Sozialraumko- ordination gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel, als Bindeglied in die Ver- waltung, auf die Zielerreichung hinwirken. Dabei bleiben die originären und gesetzlichen Zu- ständigkeiten der Ämter und Dienststellen unberührt. Das konkrete weitere Vorgehen wird in Planungskonferenzen entwickelt. Hierbei greift die So- zialraumkoordination auf bestehende Gremien wie z. B. die Stadtteilkonferenzen mit Vertre- ter*innen der Akteur*innen vor Ort und der Fachverwaltung zurück oder klärt das weitere Vor- gehen mit der Fachverwaltung und den Akteur*innen vor Ort. Wie im Handbuch „Lebenswerte Veedel – Handbuch Bürger*innen- und Sozialraumorientie- rung in Köln“ vorgesehen, wird die Geschäftsstelle regelmäßig, nach 2,5 Jahren und nach 5 Jahren über die Zielerreichung berichten. Anlage 1: Sozialraumgebietsanalyse Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund aufwändiger verwaltungsinterner Abstimmungen konnte die Vorlage nicht fristge- recht vorgelegt werden. Eine Beratung in dieser Sitzung wäre wichtig, da sonst der Prozess der Sozialraumgebietsplanung nicht wie geplant starten könnte und erst nach den Sommerfe- rien damit begonnen werden könnte, in die konkreten Planungen einzusteigen. Dies wäre auch vor dem Hintergrund, dass die Bürger*innenkonferenzen und die Sozialraumkonferenz bereits im Herbst 2024 stattgefunden haben, eine deutliche Verzögerung des Prozesses. 5
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (8)
- Keupstraße 2023
- Berliner Straße
- Markgrafenstraße
- Zehntstraße
- Wiener Platz
- Von-Sparr-Straße
- Bonhoefferstraße
- Schanzenstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 0598/2025
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 29.04.2025
- Erstellt
- 24.02.2025 12:06