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V/0647/2007

Energie- und Abfallsparen an städtischen Schulen und Kindertagesstätten

Vorlagen 23.08.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen, Sitzung am 16.10.2007, TOP 4.12

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

9771 Zeichen

V/0647/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen und Umweltschutz 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Energie- und Abfallsparen an städtischen Schulen und Kindertagesstätten 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
16.10.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1. Bilanz des bisherigen Projektes:
 
 
In der Stadt Münster wird das Projekt „Energie- und Abfallsparen an städtischen Schulen und 
Kindertagesstätten“ bereits seit 1998 erfolgreich umgesetzt. Ziel des Projektes ist einerseits die 
frühzeitige Heranführung der jungen Generation an das Thema Energie und Abfall, andererseits 
sollen durch Verhaltensänderungen der Gebäudenutzer Energie und Abfall eingespart und CO
2-
Emissionen vermieden werden. An den Schulen und Kindertagesstätten sind Energie-Teams aus 
Schüler/innen und Lehrer/innen gebildet worden, die von einem externen Betreuer unterstützt 
werden und sich aktiv um die Umsetzung verschiedener Einsparmaßnahmen und – aktionen 
kümmern. Als Anreiz hat die Stadt Münster ein Prämiensystem eingerichtet. 
 
Am Modellprojekt von 1998 bis 2000 haben 23 Einrichtungen teilgenommen und eine Kostenein-
sparung von 180.000 Euro sowie eine CO
2-Reduktion von 742.000 kg erzielt. Mit Ratsbeschluss 
vom 19.12.2001 (Beschlussvorlage 1251/2001) wurde das Projekt ab dem 01.01.2002 dauerhaft 
in Münster eingeführt und folgendes Prämienmodell beschlossen: 
 
40% - Haushaltskonsolidierung 
30% - Prämie für die Einrichtungen 
30% - Betreuung der Einrichtungen. 
 
Nach der Startphase mit 57 Teilnehmern nehmen seit 2004 dauerhaft insgesamt 74 Einrichtun-
gen (47 Schulen und 27 Kindertagesstätten) mit mehr als 20.000 Kindern an dem bundesweit 
sehr erfolgreichen Projekt teil. Von den Einrichtungen sind seit 2002 Kostenreduzierungen durch 
die Änderung des Nutzerverhaltens in Höhe von ca. 600.000 Euro erzielt worden, die zu 30% (ca. 
180.000 Euro) an die Schulen und Kindertagesstätten ausgezahlt worden sind. Die Erfolgsbilanz 
für die Jahre 2002 bis 2006 stellt sich im Einzelnen wie folgt dar: 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0647/2007 
Auskunft erteilt: 
Frau  Wildt/ Frau Karner 
Ruf: 
492 67 03 / 492 6704 
E-Mail: 
WildtB@stadt-muenster.de 
KarnerA@stadt-muenster.de 
Datum: 
23.08.2007 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0647/2007 
 
 Einsparungen Einsparungen 
CO2 in kg 
Einsparungen 
in Euro 
Heizenergie         3.510.367 kWh 762.472 183.594 
Strom            480.994 kWh 278.974 65.382 
Wasser            5.111 m3  44.178 
Restmüll 7.156.760 l  310.622 
Summe - 1.041.446 603.776 
 
Nach Abzug der Betreuungskosten und der Prämien konnte der städtische Haushalt um fast 
245.000 Euro entlastet werden. Der Erfolg des Projektes ist jedoch nicht nur in der Entlastung 
des kommunalen Haushaltes zu sehen, sondern vor allem in der Entlastung der Umwelt. Es 
konnten in den fünf Jahren CO
2-Emissionen in Höhe von 1.041.450 kg eingespart werden und 
das Restmüllaufkommen konnte um mehr als 7 Mio. Liter reduziert werden. Doch nicht nur Kos-
tenreduzierungen und CO
2-Einsparungen zeigen den Erfolg des Projektes. Eine stetig gestiegene 
Teilnehmerzahl sowie die kontinuierliche Teilnahme der Einrichtungen machen deutlich, dass 
Energie- und Abfallsparen Spaß machen kann und in den Schulen und Kindertagesstätten zu 
einem wichtigen Bestandteil des Alltags für Kinder, Jugendliche und Lehrer geworden ist. 
 
2. Fortführung des Projektes
 
 
Gemäß Ratsvorlage 1251/2001 mit Beschluss des Rates vom 19.12.2001 ist das Projekt „Ener-
gie- und Abfallsparen an städtischen Einrichtungen“ dauerhaft in der Verwaltung eingeführt wor-
den. Nach fünf Jahren Projektdauer sollte gemäß o.g. Ratsbeschluss eine Überprüfung der Mo-
dalitäten des Projektes (Prämienmodell, Bemessungsgrößen, Teilnehmer) erfolgen und die Pro-
jektdetails gegebenenfalls angepasst werden.  
 
Die Verwaltung hat die bisherigen Modalitäten überprüft und wird folgende Anpassungen zur Pro-
jektfortführung vornehmen:  
 
a.) Es müssen die Bemessungsgrößen für die nächsten fünf Jahre neu angepasst werden. 
b.) Das Prämienmodell wird im Sinne einer dauerhaften Attraktivität modifiziert. 
c.) Die externe Betreuung kann auf Grund der guten Erfolge und Dauerhaftigkeit des Projek-
tes weiter optimiert werden.    
 
zu a.) Bemessungsgrößen 
 
Die Bemessungsgrößen werden nach fünf Jahren neu mit den teilnehmenden Einrichtun-
gen vereinbart. Grundlage bildet der Vorjahresverbrauch unter Berücksichtigung von in-
vestiven Maßnahmen an den Einrichtungen und festgesetzte spezifische Kosten. Die Ein-
sparungen werden somit weiterhin zum Teil (siehe b.) auf der Grundlage der Bemes-
sungsgrößen berechnet. Bei der Durchführung von Sanierungsmaßnahmen sowie bei 
Nutzungsänderungen während des Projektzeitraumes werden die Bemessungsgrößen 
angepasst. 
 
zu b.) Prämienmodell 
 
Im Gegensatz zum bisherigen Verfahren, bei dem sich die Prämie nur nach der Höhe der 
Einsparungen gerichtet hat, wird es in Zukunft eine Kopplung zwischen Prämien- und Ak-
tivitäten-Modell geben. Insbesondere Einrichtungen, die bereits seit Jahren an dem Pro-
jekt teilnehmen und mittlerweile eine sehr gute (d.h. niedrige) Bemessungsgröße und da-
mit ein geringes Einsparpotential haben, erhalten so die Motivation, auch weiterhin aktiv 
teilzunehmen. Sie können über gezielte Energiesparaktivitäten und –aktionen eine Prämie 
erzielen und profitieren so weiterhin vom Projekt. Die Erfahrungen aus anderen Kommu-

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nen zeigen, dass Einrichtungen, die aus Energiesparprojekten ausgestiegen sind, nach 
einem Jahr wieder deutlich höhere Energieverbräuche aufweisen als während der Teil-
nahme. Aus diesem Grund ist eine Motivation zur dauerhaften Projektteilnahme sehr 
wichtig. 
 
Das neue Prämienmodell für die Verwendung der Einsparungen sieht wie folgt aus: 
 
50 %  - Haushaltskonsolidierung (inkl. kleininvestiver Maßnahmen wie z.B. Thermostop 
             per für Untertischgeräte, Wassersparperlatoren, Einbau von Lichtschaltern, etc.) 
30 %  - Prämie für die Einrichtungen 
             davon: 
             ein Drittel - Prämie aus den Einsparungen 
             zwei Drittel - Prämie als Bonus für Aktivitäten und Abfalleinsparungen 
20 %  - Betreuung der Einrichtungen. 
 
zu c.) Betreuung 
 
Nicht nur in der Stadt Münster sondern in vielen anderen Städten werden in Schulen und 
Kindertagesstätten Nutzerbeteiligungsmodelle zum Energiesparen durchgeführt. Trotz un-
terschiedlichster Konzeptansätze (Prämienmodelle, Best-Practice-Modelle oder Bonus-
Systeme) besteht die einhellige Meinung, dass eine dauerhafte Betreuung der Einrichtun-
gen zwingend notwendig ist.  
Auf Grund der bislang gemachten langjährigen Erfahrungen kann in Münster die Betreu-
ungsintensität (von bislang drei Vor-Ort-Terminen im Jahr pro Einrichtung) durch einen 
externen Betreuer nunmehr deutlich reduziert werden und so eine weitere Verstetigung 
des Projektes erfolgen. Nach Befragung der teilnehmenden Einrichtungen sind ein Bera-
tungstermin pro Jahr sowie die Durchführung von Erfahrungsaustauschen als auch der In-
formationstransfer über Newsletter und eine Hotline wichtige Grundlagen der Betreuung 
durch einen externen Betreuer. Der Auftrag für die externe Betreuung wird auf dieser 
Grundlage vereinfacht und wird daher nur noch 20% der Einsparungen in Anspruch neh-
men.  
 
 
Die bisherigen Teilnehmer (74 Einrichtungen) wünschen durchgängig die Fortführung des Ener-
gie- und Abfallsparprojektes und wollen es dauerhaft in den Schul- und Kindergartenalltag ein-
binden. Insgesamt gibt es aber in der Stadt Münster 119 Einrichtungen (89 Schulen und 30 Kin-
dertagesstätten), die maximal an dem Projekt teilnehmen könnten. Der Ansatz der freiwilligen 
Teilnahme wird beibehalten, wobei die bisher noch nicht teilnehmenden Einrichtungen ange-
schrieben  werden und zur Teilnahme aufgefordert werden.  
 
Ab dem 01.01.2008 wird das Energie- und Abfallsparen nach den neuen Modalitäten starten. In 
den Schulen wird ein Vor-Ort-Termin pro Jahr durchgeführt, während für die Kindertagesstätten 
zweimal jährlich ein Erfahrungsaustausch angeboten wird. Die Einrichtungen erhalten monatlich 
einen Newsletter mit Umsetzungshinweisen, Energiespartipps oder positiven Projektbeispielen. 
Es besteht die Möglichkeit, bei allen anfallenden Problemen eine telefonische Hotline in An-
spruch zu nehmen. Weiterhin werden den Einrichtungen umfangreiche Informationsmaterialien 
zur Verfügung gestellt sowie bei Bedarf Unterstützung bei ihren Aktivitäten (z.B. bei Wettbewer-
be, Projekttagen u.s.w.) gewährt. 
 
Das Projekt wird wie bisher aus den Einsparungen finanziert. In Zukunft wird die externe Betreu-
ung der Einrichtungen vom Amt für Gebäudemanagement beauftragt, so dass die gesamte Be-
wirtschaftung des Projekts in einer Produktgruppe angesiedelt ist. Die Umsetzung wird weiterhin 
gemeinsam vom Amt für Gebäudemanagement (technische Betreuung der Einrichtungen sowie 
Einbindung der Hausmeister durch Hausmeisterschulungen, etc.) und vom Amt für Grünflächen 
und Umweltschutz (Projektsteuerung und Organisation) mit Beteiligung des Amtes für Schule und 
Weiterbildung und des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien erfolgen. Die Abfallwirtschaft-

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betriebe Münster unterstützen wie bislang das Projekt und stellen weiterhin die Abfalldaten zur 
Verfügung. Gemeinsam werden die Bemessungsgrößen festgesetzt und die Einsparungen aus-
gewertet. Weiterhin soll jährlich die Prämieru ng der Einrichtungen in einem festlichen Rahmen 
durchgeführt werden.  
 
Die Kosteneinsparungen für die Stadt Münster können gegenüber dem bisherigen Projektansatz 
auf 50% ansteigen, da die externe Betreuung modifiziert wird und die Höhe des Prämienmodells 
für die Einrichtungen trotz Überarbeitung beibehalten werden konnte.  
 
 
 
i.V. 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
(Stadtrat)

Beratungsverlauf (1)

16.10.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen
TOP 4.12 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0647/2007
Typ
Vorlagen
Datum
23.08.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37