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0022/2020

Konzept zum Wettbewerb zur Sichtbarmachung von Heinrich Böll und Karl Marx im Stadtbild

Beschlussvorlage Ausschuss 13.01.2020

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Konzept zur Sichtbarmachung von Karl Marx und Heinrich Böll im Stadtbild Kölns

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Konzept zur Sichtbarmachung von Karl Marx und Heinrich Böll im Stadtbild Kölns

37950 Zeichen

1
Konzept zur Sichtbarmachung von Karl Marx  
und Heinrich Böll im Stadtbild Kölns  
 
 
Gliederung 
 
1. Einführung 
2. Ratsaufträge  
 2.1. AN/1860/2017  
 2.2. AN/0620/2018 
3. Thema 
 3.1. Allgemeine Einordnung 
 3.2. Marx und Böll in Köln 
 3.3. Bedeutung 
4. Bestandserfassung 
 4.1. Marx und Böll im Stadtbild, Vorüberlegungen u nd Maßnahmen 
5. Ziele und Kriterien  
 5.1. Gesamtheitliche Lösung 
 5.2. Auflistung der Ziele und Kriterien 
 5.3. Zielgruppen 
6. Erinnerungskultur 
7. Augmented Reality App (AR App) 
 7.1. Vor- und Nachteile einer AR-App 
 7.2. Weitere Aspekte und Kriterien 
8. Wettbewerb  
 8.1. Wettbewerbsaufgabe 
 8.2. Zusammenfassung 
9. Erfolgskontrolle 
Anlagen 
 
_________________________________________________________________________

2
1. Einführung: 
 
In den Ratssitzungen am 19.12.2017 und am 03.05.2018 wurden aus Anlass des 
100. Geburtstags des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll am 21.12. 2017 und 
des 200. Geburtstags des Philosophen und Gesellschaftstheoretikers Karl Marx am 
05.05.2018 beschlossen, beide Persönlichkeiten dauerhaft im Stadtbild Kölns 
sichtbar zu machen.  
Die im Anschluss stattgefunden Gespräche zwischen der Verwaltung, den beteiligten 
Vertretern der Ratsfraktionen und anderen Akteuren wie dem Böll-Archiv, dem 
Museum der Stadt Köln, dem Kunstbeirat und Vertretern der Kölner Kunst- und 
Kulturszene, mündeten in der Überlegung ein 'gesamtheitliches' beziehungsweise 
übergeordnetes Konzept zur Sichtbarmachung berühmter Persönlichkeiten zu 
erarbeiten. Dabei wurde die Idee einer neuen solitären künstlerischen Ausgestaltung 
kritisch hinterfragt, weil sie dem Auftrag nicht gerecht würde. Eine "Sichtbarmachung 
im Bereich digitaler Möglichkeiten" sei eine "brauchbare und verlässliche 
Möglichkeit", wobei der Gebrauch von Augmented Reality auf smarten Endgeräten 
als zukunftsweisend erachtet wird. Hierzu "soll ein Wettbewerb, zum Beispiel in Form 
eines Einladungswettbewerbs" durchgeführt werden 1.  
Das vorliegende Konzept dient als Diskussionsgrundlage zur Sichtbarmachung von 
berühmten Persönlichkeiten im öffentlichen Raum der Stadt Köln.  
 
 
2. Ratsaufträge  
 
Die in den oben genannten Ratssitzungen beschlossenen fraktionsübergreifenden 
Anträge für Heinrich Böll sowie für Karl Marx lauten wie folgt: 
 
2.1. Ratsauftrag AN/1860/2017 
2  
 
Aus Anlass des 100. Geburtstag des Literaturnobelpreisträgers und Kölner 
Ehrenbürgers Heinrich Böll am 21.12. 2017 beschließt der Rat, Heinrich Böll in 
„seiner“ Stadt dauerhaft sichtbar zu machen und dazu in einem ersten Schritt 
folgende Maßnahme durchzuführen: 
1. Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der Entwicklung eines Konzepts, im 
öffentlichen Raum an Heinrich Böll zu erinnern und dabei die wichtigsten Orte seines 
Schaffens in der Stadt sowie die grundlegenden Themen seines Werks darzustellen. 
Dazu wird die Verwaltung aufgefordert, einen Wettbewerb, z.B. in Form eines 
Einladungswettbewerbs, durchzuführen und dazu den Kunstbeirat, Vertreter/innen 
der im Ausschuss Kunst und Kultur stimmberechtigten Ratsfraktionen, das Böll-
Archiv und die Erbengemeinschaft Böll einzubeziehen. 
2. Das Konzept einschließlich eines Umsetzungsvorschlags wird dem Rat zur 
Beschlussfassung vorgelegt. 
 
2.2. Ratsauftrag AN/0620/2018 
3 
 
Aus Anlass des 200. Geburtstag des großen und international bekannten und 
einflussreichen Philosophen, Ökonomen, Gesellschaftstheoretikers, politischen 
Journalisten und Flüchtlings Karl Marx am 05.05.2018 beschließt der Rat der Stadt 
                                                        
1 s. Sachstand zu den Beschlüssen v.25.06.2019:  
https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=724029&type=do& 
2 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=641081&type=do& 
3 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=658988&type=do&

3
Köln, Karl Marx in Köln dauerhaft sichtbar zu machen und dazu folgende 
Maßnahmen durchzuführen: 
1. Die im Jahr 1983 vom Rat der Stadt Köln beschlossene und 1989 entwendete 
Gedenktafel an der Cäcilienstraße 37 (VHS) wird erneuert. 
2. Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der Entwicklung eines Konzepts, wie am 
geeignetsten im öffentlichen Raum an Karl Marx erinnern werden kann. 
Dabei sollen die wichtigsten Orte seines Lebens und Schaffens in Köln in den Jahren 
1842 bis 1849 eine besondere Würdigung erfahren. Zudem soll hierzu ein 
Wettbewerb, z.B. in Form eines Einladungswettbewerbs, durchgeführt werden, in 
dem der Kunstbeirat, Vertreter/innen der im Ausschuss Kunst und Kultur 
stimmberechtigten Ratsfraktionen, das Kölnische Stadtmuseum und der 
Landschaftsverband Rheinland (LVR) einbezogen werden sollen.  
3. Das Konzept einschließlich eines Umsetzungsvorschlags ist in einem zeitlich 
vertretbaren Maße dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. 
 
 
3. Thema 
 
3.1. Allgemeine Einordnung 
 
Die Stadt Köln hat aus fast allen Epochen der Stadtgeschichte Persönlichkeiten 
vorzuweisen, die sich in den unterschiedlichsten Lebensbereichen von der Kultur und 
Politik, bis zur Wissenschaft und Wirtschaft für die Stadt und über die Stadtgrenzen 
hinaus verdient gemacht haben. Zum Teil sind sie im öffentlichen Bewusstsein 
präsent, zum Teil sind sie, trotz internationaler Bekanntheit, nicht ausreichend in der 
Kölner Öffentlichkeit sichtbar. Um diese berühmten Persönlichkeiten der Stadt nicht 
zu Unrecht aus dem Gedächtnis der Nachwelt zu verdrängen, gilt es ihnen eine 
angemessene Anerkennung zu gewähren.  
Das Leben und Wirken berühmter Personen Kölns dauerhaft sichtbar und erlebbar 
zu machen, ist nicht nur für die Stadt und ihre Bürger identitätsstiftend, sondern 
transportiert eine spezifische Stadt- und Kulturgeschichte, ihre Besonderheiten und 
Eigenheiten und bewahrt das kulturelle Gedächtnis.  
Die Kultur und Geschichte einer Stadt erlebbar zu machen, ist nicht nur für die 
eigenen Bürger, sondern auch für Reisende und Zugezogene interessant. Da Köln 
mit über 1,1 Millionen Einwohnern, nicht nur wegen seines vielfältigen touristischen 
Angebots, sondern auch als wichtige Kongress- und Messestadt zu den fünf 
meistbesuchten Städten in Deutschland zählt, gilt es auch seine bedeutenden 
Persönlichkeiten als kulturellen Wirtschaftsfaktor zu bedenken. Ein attraktives 
Angebot für Kulturtouristen nutzt nicht nur dem Tourismus und der damit 
verbundenen Wirtschaft, sondern auch den Kultureinrichtungen.  
Die kulturelle Identität eines Standortes herauszuarbeiten ist hilfreich, um bei den 
globalen Bedingungen von Stadtentwicklungen mitdiskutieren zu können und einer 
merkantilen Einheitskultur entgegenzuwirken.  
 
 
3.2. Marx und Böll in Köln: 
 
Karl Marx und Heinrich Böll sind zwei international bekannte Persönlichkeiten, die in 
Köln gelebt und gearbeitet haben. Während Bölls Werke und Leben in Köln 
allgemein vertrauter sein dürften, ist die wichtige Verbindung von Marx mit der Stadt 
Köln oft wenig bekannt.

4
Marx wurde 1818 in Trier geboren und starb 1883 in London. Er lebte in den Jahren 
1842 und 1843 in Köln, wo er als Redakteur der "Rheinischen Zeitung für Politik, 
Handel und Gewerbe" in der Schildergasse 99 gearbeitet hat. Ein zweiter Aufenthalt 
in der Stadt fällt in die Jahre 1848 und 1849, in denen er als Chefredakteur bei der 
Wiederbelebung der Vorgängerzeitung "Neue Rheinische Zeitung. Organ der 
Demokratie" (am Heumarkt 65) arbeitete, bis er am 16.5.1849 nach dem Scheitern 
der Märzrevolution von der preußischen Regierung aus Deutschland ausgewiesen 
wurde. Diese Arbeitsphasen markieren seine ersten Auseinandersetzungen mit den 
ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Fragen, die das Wesen seiner 
späteren Arbeit ausmachen.  
Nicht nur die Arbeit für die beiden Zeitungen sind Wegmarken in Marx Leben: von 
großer Bedeutung ist auch die Begegnung mit seinem späteren Weggefährten 
Friedrich Engels im November 1842 in der Redaktion der Rheinischen Zeitung 
4 in 
der Schildergasse 99. Zusammen haben sie in den nachfolgenden Jahren 
gesellschaftstheoretische Schriften herausgegeben und das weltweit folgenreiche 
'Manifest der kommunistischen Partei' ausgearbeitet. Ob Marx am 6. Mai 1849 im 
Gürzenich dieses Manifest verlesen hat, und dieser Ort deswegen eine besondere 
Würdigung im Kontext von Marx Leben erhalten sollte, ist allerdings umstritten 5. 
 
Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, hat dagegen die meiste Zeit seines Lebens in 
Köln gelebt und gearbeitet. Er starb in Kreuzau-Langenbroich und wurde in Merten 
beigesetzt.  
Der Inhalt seiner frühen Werke ist geprägt durch die Erfahrungen im 
Nachkriegsdeutschland. Als sogenannter Vertreter der Trümmerliteratur erhielt er 
1951 den Literaturpreis der Gruppe 47. In seinem Werk schildert er die Schicksale 
der Schwachen, Armen und Abgehängten. Als Literat bemühte er sich um die 
Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit Deutschlands und übte Kritik an 
gesellschaftlichen und politischen Missständen. Werke wie 'Ansichten eines Clowns' 
(1963), 'Gruppenbild mit Dame' (1971), 'Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: 
Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann' (1974) wurden international 
rezipiert, vertont und verfilmt. In öffentlichen Äußerungen setzte er sich kritisch mit 
der Politik und Gesellschaft seiner Zeit auseinander. Seine Äußerungen über den 
politischen Umgang mit RAF-Terroristen hat ihm seinerseits in Deutschland viel Kritik 
eingebracht. Das Verhältnis zu seiner Stadt und der deutschen Öffentlichkeit war oft 
kontrovers. 1971 wurde er zum Präsidenten des internationalen PEN-Clubs gewählt 
und erhielt 1972 den Literaturnobelpreis.  
 
Böll gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Mit 
dem Nobelpreis für Literatur für seine literarische Arbeit sollte insbesondere dem 
zeitgeschichtlichen Weitblick in Verbindung mit einem sensiblen 
Einfühlungsvermögen geprägte Darstellungskunst gewürdigt werden. Böll ist nicht 
nur durch sein Geburtshaus und Wohnhaus postum in Köln präsent. Die Stadt bildet 
mehrfach den Schauplatz für seine Romane, so dass sein Werk eng mit der Stadt 
Köln verbunden ist.  
 
3.3. Bedeutung 
 
Die nachhaltige und weltweite Bedeutung von Marx zeigt sich allein schon in der 
fortwährenden Erforschung seiner Theorien in den Wissenschaften. Nicht nur 
Jahres-Feierlichkeiten entfachen Diskussionen über seine Thesen. Seine präzisen 
                                                        
4 Karl Marx - Geschichte seines Lebens: Biografie, Boer Verlag, Grafrath, 2018, S. 77 
5 siehe Artikel http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25223

5
Beobachtungen bieten immer wieder Anknüpfungspunkte. Und so scheinen seine 
Publikationen für viele Menschen Orientierung, nicht nur in den wiederkehrenden 
Wirtschafts- und Finanzkrisen, zu bieten.  
 
Auch Bölls anhaltende Bedeutung geht weit über seine Auszeichnung mit dem 
Literaturnobelpreis hinaus. Nach wie vor ist Böll Gegenstand aktueller Studien und 
Leitfigur der nach ihm benannten Heinrich-Böll-Stiftung, deren Kernaufgaben die 
"politische Bildung im In- und Ausland zur Förderung der demokratischen 
Willensbildung" ist. Zeitlebens reflektierte und kritisierte Böll die Entwicklung der 
Bundesrepublik mit hoher öffentlicher Wirksamkeit. Er galt als kritischer Intellektueller 
und als moralische Instanz. Auch für eine jüngere Generation hat er unbedingt das 
Potenzial zur Begegnung mit der eigenen Geschichte. Sein schriftstellerisches und 
persönliches Archiv befindet sich zur wissenschaftlichen Auswertung und 
Aufbewahrung bei der Stadt Köln. 
 
Die Stadt Köln ehrt seit 1985 mit dem Heinrich-Böll-Preis jeweils herausragende 
literarische Leistungen Lebenswerk und ist aktuell mit einer Preissumme von 30.000 
Euro dotiert. 
 
4. Bestandserfassung 
 
Jede Stadt weist Formen des Gedenkens, Erinnerns und der Ehrung auf. Sei es 
durch Denkmäler, Gebäude, Platz- oder Straßennamen oder zum Beispiel durch 
Führungen, einmalige oder wiederkehrende Veranstaltungen, die den Besucher zum 
Bleiben einladen und die ihm eine tiefergehende Auseinandersetzung ermöglichen.  
Die Stadt Köln listet beispielsweise ihre Denkmalarten wie folgt auf 
6: 
• Baudenkmäler 
• Garten-, Friedhofs- und Parkanlagen sowie andere von Menschen gestaltete 
Landschaftsteile 
• Historische Ausstattungsstücke, sofern sie mit dem Baudenkmal eine Einheit 
von Denkmalwert bilden 
• Bewegliche Denkmäler 
• Bodendenkmäler 
 
Hinzu kommen Archive, Stiftungen und Nachlässe, die zusätzliche Informationen für 
die Öffentlichkeit und Nicht-Öffentlichkeit aufbereiten. Das Interesse an Geschichte 
und ihren Persönlichkeiten ist groß und begegnet uns in einer Fülle von kulturellen 
wie auch geschichtspolitischen Formaten (Preisverleihungen, 
Straßennamendebatten, Denkmalkontroversen, Rekonstruktionsbauten, 
Zeitzeugenveranstaltungen, etc.). In diesem Fall sind die benannten Jahrestage 
Anlass für Erörterungen über das Gedenken an Marx und Böll.  
 
4.1. Marx und Böll im Stadtbild 
 
Bisher lassen sich die folgenden Standorte und Überlegungen, sowie bereits 
begonnene Maßnahmen zum Gedenken an Marx und Böll und ihre Wirkung 
auflisten 
7  
 
Karl Marx: 
                                                        
6 https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/planen-bauen/denkmalschutz/denkmalarten-koeln 
7 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=724029&type=do&

6
• 1842/1843, Redaktionssitz 'Rheinische Zeitung', Sc hildergasse 99 - bisher 
ohne Hinweis (der damalige Wohnort von Marx war in Bonn)  
• 1848 Wohnorte: zunächst Apostelnstraße 7, zunächst  allein zur Untermiete - 
bisher ohne Hinweis (in der Nähe steht heute eine Konrad Adenauer-Statue), 
später Cäcilienstraße 7, zusammen mit seiner Familie (Das Haus ist nicht 
mehr vorhanden).  
• Redaktionssitz der 'Neuen Rheinischen Zeitung', zu erst in An St. Agatha 12, 
später Unter Hutmacher 17 - heutiger Name: Heumarkt 65 8 
• Eine im Jahr 1983 vom Rat der Stadt Köln beschloss ene und 1989 
entwendete bronzene Gedenktafel soll an der Cäcilienstraße 37 (VHS 
Gebäude) erneuert werden. Die Kulturverwaltung befindet sich zurzeit 
diesbezüglich im Rechercheprozess zur Rekonstruktion der Tafel sowie in 
einem Abstimmungsprozess mit der hiesigen Gebäudewirtschaft.  
• Eine anvisierte Schenkung von drei Karl Marx-Büste n des in Köln ansässigen 
Künstlers Klaus Kammerich wurde vom Künstler zurückgezogen.  
• An der Südfassade des Rathausturms ist Marx durch eine Statue (1988, 
Schenkung SPD, Unterbezirk Köln) des Bildhauers Helmut Moos vertreten 
(zusammen mit 123 weiteren Steinfiguren berühmter Personen).  
• Weiter verfolgt wird die Umsetzung der Idee des eh emaligen 
Stadtkonservators Ulrich Krings, der eine Lichtinstallation zur Beleuchtung der  
Figuren am Rathausturm vorgeschlagen hat. 
 
Heinrich Böll: 
• 1917-1922: Geburtshaus, Teutoburger Str. 26 - dort  befindet sich ein 
graviertes Portrait und eine kurze Information auf der Glastür 
 
• Weitere Wohnorte, die nicht mit einem Hinweis vers ehen sind 9: Kreuznacher 
Str. 49 (1922-1930), Ubierring 27 (1930-1931), Maternusstraße 32 (1931-
1936), Karolingerring 17 (1936-1942), Kleingedankstraße 20 (1942), 
Neuenhöfer Allee 38 (1942-1945), Schillerstraße 99 (1945-1954), 
Belvederestraße 35 (1954-1969). Ab 1982 lebte er in Merten. 
• Sein Wohnort in der Hülchrather Straße 7 (1969-198 2) ist mit einer 
Plexiglasplakette versehen.  
• Nach ihm benannt ist der Heinrich-Böll-Platz, gele gen zwischen dem 
Hauptbahnhof und dem Museum Ludwig, ohne weiteren Hinweis oder 
Denkmal. 
• Ebenfalls benannt nach ihm ist die Heinrich-Böll-G esamtschule in Köln-
Chorweiler. 
• In der Stadtbibliothek Köln befindet sich das Hein rich Böll Archiv 
(Dokumentations- und Informationsstelle über das Leben und Werk Heinrich 
Bölls, Leitung Gabriele Ewenz, in Kooperation mit der Heinrich Böll 
Erbengemeinschaft (Ansprechpartner: René Böll) und der Heinrich Böll 
Stiftung, Berlin).  
• Dort befindet sich auch Bölls Arbeitszimmer aus se inem Wohnhaus in 
Bornheim-Merten. 
• Seit 1980 wird von der Stadt Köln der Heinrich-Böl l-Literaturpreis verliehen. 
                                                        
8 François Melis, Edition unbekannter Nummern, Flugblätter, Druckvarianten und Separatdrucke. K. 
G. Saur, (Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung. Bd. 57), München, 2000, S. 369, sowie Anlage: 
Stadtplan von Köln (1851) mit Wohn- und Wirkungsstätten von Karl Marx, aus: Heinrich Billstein, Marx 
in Köln, Köln, 1983, S. 6 und 7. 
9 Die Wohnorte sind in der Anlage des Ratsbeschlusses AN/1860/2017  beigefügt worden

7
• Seit 1992 ist Böll durch eine Steinfigur des Bildh auers Olaf Höhnen am 
Rathausturm vertreten.  
• Diverse Stadtführungen werden zu Böll online angeb oten.  
• Verschiedene Veranstalter bieten oder boten Stadtf ührungen zu Böll an. 
• WDR1 bietet auf seiner Homepage eine 4-teilige Aug mented Reality 
Entdeckungsreise an: "Böll folgen - eine interaktive Spurensuche in Köln 10  
• Eine Privatinitiative in Köln bemüht sich darum, e ine Bronzebüste Bölls vom 
Künstler Oliver Graine in Nähe des Geburtshauses aufzustellen. Der Kontakt 
zur Initiative wurde gesucht.  
 
Die Auflistung zeigt, dass besonders bei Marx Nachholbedarf bei der 
Sichtbarmachung seiner Wirkstätten und Wohnorte (gemeinsam mit seiner Frau 
Jenny Marx) in Köln besteht. Das Angebot zu Böll erfordert eine gezielte Suche und 
richtet sich somit an ein Publikum, das schon ohnehin über eine gewisse Kenntnis 
über Böll verfügt und gezielt nach seinen Spuren zu suchen weiß. 
 
Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass angemessene Maßnahmen zu 
Ehren der beiden Persönlichkeiten und zur Wissensvermittlung über ihr Werk und 
ihren Einfluss nicht ausreichend vorhanden sind. Bestehende Maßnahmen bleiben 
separiert, liegen über die Stadt verstreut und fügen sich nicht zu einem Gesamtbild. 
Vor diesem Hintergrund ist ein Konzept zur Verbesserung der Situation sinnvoll. 
 
 
5. Ziele und Kriterien  
 
5.1. Gesamtheitliche Lösung 
 
Bei Marx und Böll sollen die wichtigsten Orte ihres Lebens und Schaffens verknüpft 
mit den grundlegenden Themen ihrer Werke eine besondere Würdigung erhalten. 
Wie oben bereits erläutert wurde, hatte Marx in Köln seine späteren Themen 
gefunden und seinen späteren Weggefährten Friedrich Engels erstmals getroffen. 
Böll war nicht nur als Kölner Nachkriegsliterat, sondern als öffentlichkeitswirksamer 
engagierter Bürger von Bedeutung.  
 
Wie die Anzahl der 124 Figuren am Rathaus aufweist, gibt es viele weitere mit der 
Stadt verknüpfte Persönlichkeiten, deren Bekanntheitsgrad und Sichtbarkeit 
unterschiedlich ist. Und auch in der Zukunft werden weitere Persönlichkeiten 
hinzukommen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben. Einzelne Denkmäler 
oder Kunstwerke, Stadtführungen, Informationstafeln bieten dabei immer singuläre, 
separierte Lösungsansätze und verbinden nicht alle Besonderheiten der Stadt, die 
sich an verschiedenen Orten der Stadt befinden. Wie aber nach den 
Ratsbeschlüssen von den verschiedenen Akteuren diskutiert wurde, besteht der 
Wunsch nach einer gesamtheitlichen Lösung zur Sichtbarmachung verdienter 
Personen der Stadt Köln: "Denn im umfassenden Reigen dieser Prominenz erfährt 
das Wirken und Schaffen jedes Einzelnen eine breitere Kenntnisnahme und höhere 
Wertschätzung als bei jeder und jedem Einzelnen für sich allein genommen." 
11   
 
 
                                                        
10  https://www1.wdr.de/kultur/buecher/heinrich-boell/boell-folgen-vier-videowalks-100.html  
11  s. Sachstand zu den Beschlüssen der Sichtbarmachung von Karl Marx und Heinrich Böll 
(25.06.2019): https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=724029&type=do&

8
5.2. Weitere Auflistung der Ziele und Kriterien 
 
- Ziel ist es, die Persönlichkeiten in ansprechender und moderner Form dauerhaft 
und stärker im Bewusstsein der Bürgerinnen, Bürger und Gäste der Stadt zu 
verankern. 
- Die Inhalte und Themen ihrer Auseinandersetzung sollen angemessen vermittelt 
werden. Dabei ist der historische Kontext und die Stadtgeschichte zu 
berücksichtigen. 
- Die Bedeutung ihres Wirkens soll in ihrer Aktualität erfahrbar werden. 
- Es sollen sowohl bereits Interessierte mit Informationen versorgt, als auch neue 
Zielgruppen angesprochen und für die Themen der Persönlichkeiten sensibilisiert 
werden. 
- Die Informationen sollen ästhetisch ansprechend präsentiert werden.  
- Die Informationen sollen zusammengeführt werden 
- Eine lebendige Begegnung mit Geschichte soll ermöglicht werden, so das Köln mit 
seinen historischen Facetten erfahrbar wird. 
 
5.3. Zielgruppen 
 
Die Zielgruppen sind die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Köln und Zugezogene, 
sowie Touristen und andere Besucher der Stadt. Es sollten sich möglichst alle 
Altersgruppen und Bildungsgruppen angesprochen fühlen und einer Ausgestaltung 
barrierefrei begegnen können. Auch sollte sie zugänglich für alle sozialen Schichten 
sein.  
Die zunehmende Nutzung digitaler Medien zur Informationsbeschaffung, nicht nur 
bei einem jungen Publikum, sollte hierbei berücksichtigt werden. Auf diese Weise 
können die aufgeführten verschiedenen Zielgruppen angesprochen werden.  
 
 
6. Erinnerungskultur 
 
Seit über fünfzehn Jahren gibt es in den Kulturwissenschaften eine angeregte 
Diskussion über die Zukunft der Erinnerungskultur oder Gedächtnisformen im 
digitalen Zeitalter, die sich bereits verändert hat und weiterhin verändern wird. Das 
Internet, das eine immense Archivierungsmöglichkeit von beispielsweise 
Zeitzeugenbefragungen oder historischen Hintergrundinformationen bietet und immer 
mehr Informations-, Kommunikations- und Speicherungsaufgaben der Gesellschaft 
übernommen hat, wird über Computer, Tablets und Smartphones von nahezu allen 
Altersgruppen immer stärker genutzt. Zu den meist genutzten Optionen gehören 
unter anderem Kommunikationsprogramme, die Nutzung von Suchmaschinen, 
Online-Shopping, sowie die Nutzung von Apps 
12 . Die Prognose, dass auch bei 
nachfolgenden Generationen das Internet als Informationsmedium immer wichtiger 
wird, liegt nahe.  
Deswegen stellt sich die Frage, was diese Entwicklung für die Zukunft der 
Erinnerungskultur bedeutet. Und wie steht eine virtuelle Erinnerungskultur in 
Konkurrenz zu einer klassischen beziehungsweise analogen?  
Drei kurze Beispiele erörtern die Sichtbarmachung von Karl Marx und Heinrich Böll 
als virtuelle oder als figürliche Ausarbeitung.  
                                                        
12  https://www.bvdw.org/fileadmin/user_upload/BVDW_Marktforschung_Digitale_Nutzung_in_ 
Deutschland_2018.pdf, Seite 20

9
 
Nach einer 17 Jahre andauernden öffentlichen und zum Teil erhitzten Debatte über 
die Planung eines Berliner Holocaust-Denkmals wurde im Mai 2005 ein Beton-
Stelenfeld nach einem Entwurf von Richard Serra und Peter Eisenmann eingeweiht. 
Die begehbare weiträumige Skulptur ermöglicht ein visuelles und physisches 
Erlebnis, das zunächst auf die Emotionen des Besuchers abzielt, um sie dann in 
einem unterirdischen Informationszentrum für die historischen Fakten zur 
Massenvernichtung der Juden zu sensibilisieren. Emotion und Kognition sollen hier 
antithetisch zu neuen Erkenntnissen führen. Das Stelenfeld hat darüber hinaus eine 
identifikatorische Bedeutung in Berlin erlangt, da es mit jährlich ca. 470.000 
Besuchern zu einer wichtigen Touristenattraktion geworden ist 
13 . Auch wenn der 
Erlebnisfaktor in diesem Raumkunstwerk hoch ist, so ist er nicht an eine singuläre 
Person gebunden. Die Emotionalisierung eines Besuchers, dem hier auch Raum 
zum Gedenken gegeben wird, kann dazu dienen, sich in die Opfer einzufühlen und 
sich weiter mit der Epoche des Nationalsozialismus zu befassen. Gedenkstätten 
dieser Dimension sind geeignet zur Vermittlung historischer Ereignisse.  
 
In Gedenken an einen der berühmtesten Bürger Frankfurts, den Philosoph Theodor 
W. Adorno, hat der Künstler Vadim Zakharov dort, in einem Glaskubus, einen 
Schreibtisch, einen Stuhl und eine Tischlampe platziert, die nachts leuchtet. Auf dem 
Schreibtisch befindet sich unter anderem eine Manuskriptseite, ein Notenblatt sowie 
eine Ausgabe der 'Negativen Dialektik' (1966). In umlaufend labyrinthartig 
angeordneten schwarzen und weißen Bodenplatten sind Zitate aus seinen Werken 
als Inschriften eingelassen. Die gesamte Inszenierung, die sich heute auf dem 
Campusgelände der Universität befindet, ist ein Entwurf des Künstlers aber keine 
Nachstellung seines Originalarbeitszimmers. Sie regt zur Auseinandersetzung mit 
dem Leben und dem Werk Adornos an, vermittelt aber nur rudimentär dessen 
Themen und Inhalte. Die Zitate bleiben kommentarlos. Das Denkmal, auch wenn es 
an eine Persönlichkeit gebunden ist, setzt in dieser künstlerischen Form eine 
Kennerschaft voraus. Für Laien ergibt sich ein rätselhaftes Bild, das verschiedene 
Assoziationen zulässt. 
 
Ein jüngeres Beispiel zur Würdigung einer berühmten Persönlichkeit, ist die 
überlebensgroße 5,5 Meter hohe Karl Marx Bronze-Statue auf dem Simeonstiftplatz 
in Trier, ein Geschenk der Volksrepublik China im Jahr 2018. 
Allein ihre Materialität und Monumentalität markiert erkennbar einen Wertigkeits- und 
Herrschaftsanspruch, der nicht zeitgemäß erscheint. Die Figur bleibt in ihrer 
lebensgetreuen Darstellung rein äußerlich abbildend und gehört damit eher zum 
klassischen Kanon der Persönlichkeitsdenkmäler. Sie vermittelt per se keinen Inhalt 
und impliziert auch keine kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des 
Kommunismus, als dessen geistiger Vater er gilt.  
 
Mit Denkmälern und Gedenkstätten ist ein didaktischer Auftrag und die Hoffnung 
verbunden, dass ihre Vorbildfunktion oder Erinnerungswürdigkeit auch für zukünftige 
Generationen erhalten bleiben möge. Die Ausformung dieser Denkmäler ist 
allerdings einem ständigen Wandel unterworfen und bedarf meist schon im Vorfeld 
einer klärenden Debatte. Diese kann bereits als Teil einer Würdigung verstanden 
werden, bevor eine Entscheidung zur richtigen Form getroffen wird.  
In beiden Ratsaufträgen kommt nicht nur der Wunsch nach Sichtbarmachung, 
                                                        
13  https://www.stiftung-denkmal.de/presse/pressemitteilungen/detail/article/unveraendert-hohe-
besucherzahlen-am-holocaust-denkmal.html

10  
sondern auch die Forderung der Vermittlung von Inhalten ihrer Werke zum Ausdruck. 
Diese Forderung entfernt die Ratsaufträge vom klassischen Kanon des Gedenkens, 
bzw. der Sichtbarmachung bedeutender Persönlichkeiten. Hinzu kommt der Wunsch 
nach einer erweiterbaren Lösung, die in Zukunft andere Persönlichkeiten 
einbeziehen soll. 
 
Informationen, Lerninhalte oder Original-Töne lassen sich in digitaler Form am 
ehesten kombinieren und vermitteln. Eine Augmented Reality App könnte zunächst 
als zeitgemäßes, zukunftsweisendes und zusammenfassendes Tool gedacht 
werden. Sie muss dabei einen künstlerischen Anspruch nicht ausschließen, der sich 
auch in einer digitalen App finden kann. Ein Künstlerwettbewerb mit digitaler 
Ausrichtung bietet Anknüpfungsmöglichkeiten zu weiteren digitalen Tools. Ein 
digitaler Wettbewerb, der künstlerisch gedacht und ausgeschrieben werden kann, 
muss einer späteren künstlerischen figürlichen Ausarbeitung nicht widersprechen.  
Eine alleinig figürliche Ausarbeitung erfüllt die Ratsaufträge nicht, da sie per se 
weniger Inhalt vermittelt und bestenfalls eine persönliche Interpretation eines 
Ereignisses, Inhalts, etc. bietet. Je nach Abstraktion einer künstlerischen 
Ausarbeitung würden weitere Erklärtafeln benötigt.  
Ein Kunstwerk kann Emotionen und weiteres Interesse wecken aber nicht die Fakten 
zu Personen und Orten veranschaulichen und erlebbar machen. Eine digitale Lösung 
ist modern, zeitgemäß, lebendig und spricht die Jugend an. Sie kann dem Vorwissen 
des Nutzers angepasst werden. Die schwerpunktmäßige Ausrichtung auf den 
Informationsgehalt und wechselnde Bildinhalte wären in einer App möglich.  
 
Es müsste allerdings im Vorfeld der politische Umgang mit einer solchen App geklärt 
sein, damit die Gewichtung der Personen und Inhalte nicht zur Durchsetzung 
ideologischer Ziele oder gezielter Desinformationen missbraucht werden kann. 
 
 
7. Augmented Reality App (AR App) 
 
Eine Augmented Reality App (Erweiterte Realität Applikation) kann mit einem 
Smartphone oder Tablet genutzt werden. Mit ihr kann die Umgebung mit digitalen 
Inhalten mittels Überblendung auf die visuelle Realität angereichert werden. Bei 
einem Blick auf den Bildschirm überlagert die App die reale Umwelt mit 
computergenerierten bzw. -simulierten Einblendungen. Informationen werden in 
Form von Texten, Bildern, Audios, Videos und animierten 3D-Objekten lebendig und 
erlebbar gemacht. Eine solche App verfügt über Kartenmaterial, das die Navigation 
durch die Stadt inklusive Routenplaner per Augmented Reality erleichtert und 
anreichert. Stadtführungen oder Themenführungen können so individuell 
zusammengestellt werden oder man ruft nur zu einzelnen Punkten die gewünschten 
Informationen auf. Die Nutzer können sich frei und selbständig durch die Stadt 
bewegen. Die App bietet ein interaktives Format der Wissensvermittlung, in der 
Inhalte auf komplexe und zugleich unterhaltsame Weise wiedergegeben werden 
können. Die Alleinstellungsmerkmale einer Stadt wären somit überschaubar in einer 
App zusammengefasst. 
 
7.1. Vor- und Nachteile einer AR App 
 
Mit einer solchen App lassen sich nicht nur die Geschichten berühmter historischer 
Persönlichkeiten, sondern auch lokale und traditionelle Ereignisse einbinden. Mit

11  
ihrer Hilfe kann man ein weites Publikum auf unterschiedlichen Informationsebenen - 
von Texten in einfacher Sprache bis zu komplexen Inhalten - ansprechen.  
Historische Inhalte können in einer ansprechenden und für die breite Öffentlichkeit 
verständlichen Präsentation vermittelt werden. Sie kann inklusiv geplant werden, so 
dass eine barrierefreie Erkundung der Stadt möglich wird. Dies kann auch 
mehrsprachig erfolgen, da sie in jede Sprache erweiterbar ist.  
Sie ist unabhängig von Öffnungszeiten nutzbar, was eine höhere Selbstorganisation 
und ein besseres Zeitmanagement, auch in der Vor- und Nachbereitung einer Reise, 
ermöglicht. Eine App ist flexibel, da sie ständig technisch aktualisierbar und inhaltlich 
oder optisch erweiterbar ist. Sie ist nachhaltig, da wichtige Ressourcen (Print, 
Werbung, Zeiteffizienz) geschont werden.  
Eine AR App ist oftmals unbürokratischer, denn Genehmigungsverfahren für 
beispielsweise Denkmäler, Plaketten und Kunst im öffentlichen Raum erübrigen sich. 
Ihre Funktionen lassen sich zudem in der App hinterlegen, so dass nicht zwingend 
eine permanente Internetverbindung notwendig ist. Eine Anbindung an vorhandene 
Internet- oder Serviceangebote, wie öffentliche Verkehrsmittel, freischaltbare In-App-
Funktion z.Bsp. zu Museums-Eintrittskarten und Konzerttickets, Verknüpfungen zu 
sozialen Medien, sowie die Möglichkeit einer direkten Interaktion bzw. direkten 
Kommunikation mit den Nutzern (Chat, Emailverknüpfung, etc.) kann zusätzlich 
eingebunden werden.  
Darüber hinaus schafft ein zeitgemäßes und weltoffenes Angebot ein positives 
Stadtbild und steigert ihre Attraktivität.  
 
Dennoch gibt es Nachteile zu berücksichtigen. Der Besitz eines Smartphones oder 
Tablets ist Voraussetzung für die Nutzung der App. Es könnte sich zunächst ein eher 
jüngeres Publikum für die App interessieren, da sie mehr Erfahrung im Umgang mit 
digitalen Medien mitbringen. Dem steht aber entgegen, dass immer mehr ältere 
Nutzer der digitalen Technik aufgeschlossen gegenüber stehen.  
Hinsichtlich des Datenschutzes gibt es ein verständliches Misstrauen gegenüber der 
Nutzung von digitalen Anwendungen. Die Kriterien hinsichtlich der Speicherung und 
Nutzung von Daten sollte der DGSVO entsprechen und transparent sein. 
Die Nutzung der App kann eine riskante Ablenkung sein. Die virtuellen Erlebnisse 
dürfen nicht von den realen Erfahrungen, wie zum Bespiel dem Straßenverkehr, 
ablenken. Die Infopoints müssen in dieser Hinsicht genau durchdacht werden.  
 
7.2. Weitere Aspekte und Kriterien 
 
- Die Applikation sollte zumindest in Teilen offline nutzbar sein. 
- Um Datenmengen beim Nutzer zu sparen, könnten neue Funktechnologien und 
Minisender im Zusammenspiel mit einer App zum Einsatz kommen 
- Ihre Bedienung sollte intuitiv verständlich sein. 
- Interaktive Sprachassistenz (deutsch und mehrsprachig) 
- Eine nachhaltige Finanzierung für technische und inhaltliche Updates muss 
gewährleistet sein 
- Ob eine solche App kostenfrei zu nutzen ist, oder über Werbung finanziert soll, 
steht zur Diskussion 
- Technische Sicherheit und Datenschutzstandards müssen gewährleistet sein 
- Die App kann an bestehende Angebote, z.Bsp. die App Köln Guide der 
KölnTourismus GmbH angeknüpft werden. Oder an die Kultur-App 'Via Culturalis' der 
Stadt Köln mit 30 Hörstücken. Sie beinhaltet allerdings keine AR Funktion, sondern 
führt mittels GPS und integriertem Kartenmaterial zu den einzelnen Stationen.

12  
- Es muss eine stadtweite Strategie zu AR vorausgedacht und mit der Stabstelle 
Digitalisierung abgesprochen werden. Dies zum einen um zukunftsfähige 
Kompatibilität und Modularität auch für andere städtische Projektplanungen zu 
gewährleisten, als auch um einen zukunftsfähigen Service sicher zu stellen, 
beispielsweise bei einem Anbieterwechsel.  
 
8. Wettbewerb  
 
Ein Wettbewerb liefert einen anschaulichen Vergleich unterschiedlicher Lösungen 
und erleichtert Entscheidungen über ein Vorhaben. Er kann ein effizientes Format 
sein, um Ideen von Experten und Kreativen zu einer Aufgabe zu sammeln und das 
beste Anwendungskonzept zu finden. Dies gelingt bei einer klaren Definition der 
Rahmenbedingen, der Vorgehensweise und des Prozessablaufs in der Auslobung.  
Der anschließende Rahmen von Bekanntmachung und Auszeichnung eines 
Favoriten, stellt wiederum eine öffentlichkeitswirksame Möglichkeit dar, um das 
Anliegen zu kommunizieren und bekannt zu machen.  
 
Um Ideen für die Ausarbeitung der oben aufgelisteten Ziele und Kriterien zu erhalten, 
empfiehlt sich die Auslobung eines Wettbewerbs als geeignetes Mittel. Ein 
Ideenwettbewerb, dem sich zunächst keine Beauftragung anschließt, kann als 
Einladungswettbewerb an ausgewählte Bewerber ausgerufen werden.  
Dazu wird die Verwaltung aufgefordert unter Einbeziehung des Kunstbeirats, der 
Vertreter/innen der im Ausschuss Kunst und Kultur stimmberechtigten 
Ratsfraktionen, für Marx des Kölnischen Stadtmuseum und des Landschaftsverband 
Rheinland (LVR) sowie des Böll-Archivs und der Erbengemeinschaft Böll die 
genauen Konditionen über die Wettbewerbsart und -stufen, die Verfahrensform und 
Vergütung und Auszeichnungsvergabe durch eine zu bestimmende Jury für die 
Wettbewerbsteilnehmer zu beschließen. Die Finanzierung eines Ideenwettbewerbs 
wird von der Verwaltung mit rund 20.000 € geschätzt. Darin sind noch nicht Kosten 
für eine weitere Umsetzung enthalten. Eine verbindliche Kostenschätzung sollte 
deswegen Teil der Wettbewerbsleistungen sein. 
Die Mittel für das gesamte Projekt sind noch nicht Bestandteil des städtischen 
Haushaltes und bedürfen einer zusätzlichen Bewilligung durch den Rat. 
 
8.1. Wettbewerbsaufgabe 
 
Die Wettbewerbsaufgabe zielt in diesem Fall auf eine innovative, zukunftsweisende 
Lösung im Bereich der Digitalisierung. Bei ihrer Umsetzung in moderner und 
dynamischer Form, soll sie den Ökonomen Karl Marx und den Schriftsteller Heinrich 
Böll, sowie weitere Persönlichkeiten in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger 
Kölns sowie der Gäste der Stadt bringen. Bei den Ideeneinreichungen wäre eine 
Projektbeschreibung inklusive von Visualisierungsbeispielen notwendig. Ob ein 
Beitrag Weiterentwicklungspotenzial hat und wie groß die Chancen der Umsetzung 
und Realisierung sind, sollten in der Einreichung mit bedacht werden. Der oder die 
Gewinner/in müssen auf lange Sicht ein digitales Angebot pflegen und technisch 
anpassen können, beziehungsweise die technischen Mittel zur Verfügung stellen. 
 
8.2. Zusammenfassung 
 
Im Rahmen eines Wettbewerbs sind insbesondere für folgende Punkte Vorschläge 
zu entwickeln:  
- Sichtbarmachung von Marx und Böll im Stadtraum Kölns

13  
- Ganzheitliche Lösung für die Hinzunahme weiterer historischer Persönlichkeiten 
und Orte 
- Ansprechen unterschiedlicher Alters- und Bildungsgruppen, sowie sozialer 
Schichten 
- Digitale Lösung im Rahmen der Augmented Reality 
Dazu im Einzelnen: 
- intuitive, barrierefreie und benutzerfreundliche Applikation  
- interaktive mehrsprachige Bedienung 
- grafisch ansprechendes Design 
- einfacher Anmeldeprozess 
- neuester Stand bei Datenschutz und Sicherheitsstandards 
- Ideen zu weiteren Implementierungen 
- Auswertungsmöglichkeiten 
 
Die Ausformulierung eines Wettbewerbs sowie deren Abwicklung findet in 
Zusammenarbeit mit dem Zentralen Vergabeamt der Stadt Köln statt.  
 
 
9. Erfolgskontrolle 
 
Zum Erfolg eines Projektes tragen die regelmäßige Evaluierung und eine 
Qualitätsverbesserung bei. Dies ist ein kontinuierlicher Prozess. Nach 6 Monaten 
sollte eine erste Evaluation erfolgen, in der die Daten direkt aus der App mit 
beispielsweise anonyme Downloadzahlen, Nutzungsdauer und 
Kommunikationsnutzung in einem Bericht analysiert und ausgewertet werden soll. 
Weitere Möglichkeiten um den Erfolg einer App einzuschätzen, könnten 
Presseartikel, soziale Medien, Bewertungsportale oder eventuelle 
Kooperationspartner (z.Bsp. KölnTourismus) liefern. Direkte Befragungen durch die 
App können ein Feedback geben. Die Erfolgskontrolle sollte in regelmäßigen 
Abständen erfolgen. Der Bericht sollte allen beteiligten Akteuren zur stetigen 
Qualitätsbesserung vorgelegt werden. Bei positiver Resonanz kann das Projekt stetig 
und im Prozess ausgebaut und erweitert werden.   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anlage 
 
Stadtplan von Köln (1851) mit Wohn- und Wirkungsstätten von Karl Marx, aus: Heinrich Billstein, Marx 
in Köln, Köln, 1983, S. 6 und 7.

14

Beschlussvorlage Ausschuss

2028 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/VII/2 
 
Vorlagen-Nummer 
 0022/2020 
Freigabedatum 
13.01.2020  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Konzept zum Wettbewerb zur Sichtbarmachung von Heinrich Böll und Karl Marx im Stadtbild 
Beschlussorgan 
Ausschuss Kunst und Kultur 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Ausschuss Kunst und Kultur nimmt das Konzept zum Wettbewerb zur Sichtbarmachung von 
Heinrich Böll und Karl Marx im Stadtbild (Anlage 1) zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit 
der Umsetzung des Wettbewerbsverfahrens. 
 
Ausschuss Kunst und Kultur 28.01.2020

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Der Ausschuss Kunst und Kultur hat in seiner Sitzung am 26.11.2019 beschlossen, die Vorlagen zur 
Durchführung eines Wettbewerbs aus den Ratsanträgen AN/1869/2017 und AN/0620/2018 zurückzu-
stellen und die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zu den Wettbewerben vorzulegen. 
 
Das beigefügte Konzept soll als Grundlage für den nachfolgenden Wettbewerb dienen, dieser soll 
einen anschaulichen Vergleich unterschiedlicher Lösungen liefern und Entscheidungen über ein Vor-
haben erleichtern. Er ist das effiziente Format, um Ideen von Experten und Kreativen zu einer Aufga-
be zu sammeln und das beste Anwendungskonzept zu finden. Dies gelingt bei einer klaren Definition 
der Rahmenbedingen, der Vorgehensweise und des Prozessablaufs in der Auslobung.  
 
Um Ideen für die Ausarbeitung der oben aufgelisteten Ziele und Kriterien zu erhalten, empfiehlt sich 
die Auslobung eines Wettbewerbs als geeignetes Mittel. Ein Ideenwettbewerb, dem sich zunächst 
keine Beauftragung anschließt, kann als Einladungswettbewerb an ausgewählte Bewerber ausgeru-
fen werden. 
 
Die Mittel für das gesamte Projekt sind noch nicht Bestandteil des städtischen Haushaltes und bedür-
fen einer zusätzlichen Bewilligung durch den Rat.

Beratungsverlauf (1)

28.01.2020 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 4.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: endgültig abgelehnt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0022/2020
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
13.01.2020
Erstellt
08.01.2020 10:57