3616/2017
Bericht des Jobcenter Köln
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TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 1_AMIP 2018-2019
37538 Zeichen
Anlage 1 zu TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses
Soziales und Senioren am 14.12.2017
Arbeitsmarkt- und
Integrationsprogramm ab 2018
Seite 1
Stand: 22.11.2017
Inhalt:
Vorwort ........................................................................................................... 2
Handlungsschwerpunkte .............................................................................. 3
Lebenslanges Lernen .................................................................................... 3
Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit ...................................................... 7
Motivation und Partizipation ....................................................................... 10
Gesellschaft und Migration ......................................................................... 13
Sozialraumorientierung............................................................................... 16
Zahlen, Daten und Fakten ........................................................................... 19
Eingliederungstitel ...................................................................................... 19
Vergleich 2017 und 2018 (geplante Ausgaben) ......................................... 21
Drittmittelakquise ........................................................................................ 22
Der Arbeitsmarkt ......................................................................................... 24
Die Kundenstruktur ..................................................................................... 25
Seite 2
Vorwort
Seite 3
Handlungsschwerpunkte
Lebenslanges Lernen
Die Fachkräfteengpassanalyse zeigt mit Stand Juni 2017 einen bundesweiten
Fachkräftebedarf. Dem gegenüber st ehen geringqualifizierte und integrations-
ferne Kundinnen und Kunden, welche stärkeorientiert beruflich auszubilden
oder zu qualifizieren sind. Etwa 66 % (Stand Juli 2017 ) der erwerbsfähigen
Leistungsberechtigten des Jobcenter Köln verfügen über keine abgeschlossene
Berufsausbildung. Die erfolgreiche Absolvierung von abschlussorientierten Wei-
terbildungen stellt jedoch hohe Ansprüche an das Durchhaltevermögen von
Teilnehmenden, deren Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sich über
Jahre der Arbeitslosigkeit verringert hat. Dem gilt es mit geeigneten Instrumen-
ten zu begegnen, erfolgreiche Weiterbildungen zu ermöglichen und nachhaltige
Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt zu erzielen.
Ziele
Wir entwickeln uns als Organisation
stetig weiter
Wir aktivieren und qualifizieren
SGB II - Leistungsempfänger
Wir verbessern die Durchführungs-
qualität von a bschlussorientierten Wei-
terbildungen
Wir bilden Kundinnen und Kunden
ohne Ab schluss zu Fachkräften aus
und integrieren sie
Seite 4
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir entwickeln…
unsere Angebote und Prozesse konsequent weiter. Dabei orientieren wir
uns an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes und den Bedürfnissen der
Kundinnen und Kunden. Um dies zu gewährleisten, binden wir diese zu-
nehmend in die (Weiter-) Entwicklung unserer Maßnahmen mit ein.
eine gemeinsame Bildungszielplanung mit der Agentur für Arbeit. Die
Planung berücksichtigt den quantitativen und qualitativen Qualifizie-
rungsbedarf des regionalen Arbeitsmarktes.
unsere Qualifizierungsberatung weiter. D ie Anforderungen hierbei sind
deutlich gestiegen durch einen differenzierten Arbeitsmarkt sowie ein he-
terogenes Bildungsangebot, so dass eine Spezialisierung der Beratung
im Jobcenter erforderlich wird.
Wir aktivieren und qualifizieren…
unsere Kund innen und Kunden für die Herausforderungen des Arbeits-
marktes. So wird in 2018 und 2019 der Anteil von Bildungsmaßnahmen
mindestens einem Viertel des gesamten Eingliederungstitels entspre-
chen.
zielgruppenorientiert und modular. Insbesondere die Gruppe der lang-
zeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden , die derzeit 57% aller Arbeitslo-
sen im SGB II -Bezug ausmacht, zeichnet sich teilweise durch ein gerin-
ges Durchhaltevermögen aus sowie durch länger zu rückliegende Lerner-
fahrung. Diesen Herausforderungen begegnen wir durch Anpassung un-
serer Angebote . So ist es gelungen, Teilnahmeabbrüche durch vorge-
schaltete Erprobungsmodule erheblich zu verringern.
Zudem setzt das Jobcenter Köln verstärkt auf modulare Teilqualifizierun-
gen mit de m Ziel eines Berufsabschlusses. Hierdurch werden die Be-
darfslagen am Arbeitsmarkt sowie unterschiedliche Bildungspotenziale
der Kundinnen und Kunden berücksichtigt. Die beiden Ansätze Erpro-
Seite 5
bung sowie Teilqualifizierung werden erfolgreich in den Projekten „Kölner
Bildungsmodell“ sowie „Durchstarten in Köln“ angewandt.
Wir verbessern…
die Qualität der be ruflichen Weiterbildung. Ausdrückliches Ziel des Job-
center Köln ist deshalb eine kontinuierliche und standardisierte Überprü-
fung des Maßnahme- und Angebotsportfolios. Dies erfolgt beispielsweise
durch eine erhöhte Kontaktdichte mit den Bildungsträgern oder auch
Sprechstunden für Teilnehmende von Weiterbildungen.
das Teilnehmendenmanagement gemeinsam mit der Agentur für Arbeit
während einer Weiterbildung. Wesentliche Aspekte sind hierbei die pro-
aktive Vermeidung von frühzeitigen Abbrüchen, die intensive Begleitung
der Teilnehmenden vor Ort sowie die Aufnahme erster Integrationsb e-
mühungen noch vor A bschluss einer Qualifizierung. Hierbei gilt: „Nach-
haltige Integ ration geht vor Qualifizierung und Qualifizierung geht vor
nicht nachhaltiger Integration.“
Wir bilden…
die Grundlagen für den Start einer Weiterbildung: Die Förderung von
Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, IT ) wird weiterhin an-
geboten, um die erfolgreiche Teilnahme von Kundinnen und Kunden an
berufsqualifizierenden Weiterbildungsmaßnahmen bereits im Vorfeld zu
unterstützen. Die Verstetigung der Maßnahme im Rahmen einer mit Gut-
schein geförderten Qualifizierung ermöglicht einen flexiblen Einstieg und
entspricht damit den Erfordernissen der Zielgruppe.
Fachkräfte aus und vermeiden damit Arbeitslosigkeit aufgrund von man-
gelnder Qualifikation. Einstiegsqualifizierungen (EQ) bieten Ausbildungs-
betrieben die Möglichkeit, die Fähigkeiten der jungen Men schen mit dem
Ziel der anschließenden Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis be-
obachten und erproben zu können. Als weiteres Angebot steht die Be-
gleitung der Ausbildung (AbH) zur Verfügung, hier wird beispielsweise
Nachhilfe parallel zur Ausbildung angeboten.
Seite 6
Bei sehr hohem Förderbedarf von jungen Menschen erfolgt zunächst die
Vorbereitung und anschließende Begleitung der Ausbildung (AsA).
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Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit
Geringqualifizierte Kundinnen und Kunden fassen nur schwer Fuß auf dem
ersten Arbeitsmarkt. Lediglich 17% derjenigen Kundinnen und Kunden, die in
bedarfsdeckende Beschäftigung integriert wurden und auch 12 Monate später
noch ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten, haben keinen Berufsab-
schluss (Stand …). Ausgeprägte Langzei tarbeitslosigkeit destabilisiert zudem
die Lebensführung und nimmt Einfluss auf angrenzende Lebensbereiche. Der
Beratungs- und Unterstützungsbedarf der Betroffenen nimmt mit anhaltenden
Zeiten der Erwerbslosigkeit zu. Von Bedeutung ist somit auch die Verme idung
einer erstmaligen Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen,
um einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit in frühen Lebensjahren entgegenzu-
wirken. Die Eingliederung in ein unabhängiges Erwerbsleben erfordert damit
häufig eine enge Beglei tung und individuellen Zuschnitt von Unterstützungsan-
geboten. Dies gilt ebenfalls für die Zeit nach der Integration, um die Arbeitsauf-
nahme zu stabilisieren und einen Abbruch zu vermeiden.
Ziele
Wir erzielen dauerhafte Beschäfti-
gungsverhältnisse und vermeiden
„Drehtüreffekte“
Wir unterstützen Jugendliche und
junge Erwachsene mit Präventivange-
boten, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den und in Ausbi ldung und Arbeit zu
integrieren
Wir fördern individuell und ganzheit-
lich zum Erhalt des Arbeitsver mögens
von Kundinnen und Kunden
Seite 8
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir erzielen…
längerfristige Arbeitsverhältnisse durch beschäftigungsbegleitendes
Coaching. Dieser in 2014 eingeführte Ansatz findet sich aktuell in
neun Angeboten und Projekten des JC Köln wieder und hat sich seit-
dem als wirksam erwiesen. Coaching wird auch zukünftig verstärkt in
neue Produkte eingebaut.
eine höhere Präsenz unserer Kundinnen und Kunden durch die Ar-
beit des gemeinsamen Arbeitgeber -Service sowie dur ch Arbeitge-
berveranstaltungen wie zum Beispiel die bereits etablierten Bewer-
bertage.
erfolgreiche Integrationen mit der Fortführung von bewährten Veran-
staltungs- und Kommunikationsformaten. Die Arbeitgeber- und Be-
werbertage oder auch das prämierte Job -Speed-Dating (ausgezeich-
net mit dem Exzellenzpreis der Bundesagentur für Arbeit ) geben
Kundinnen und Kunden auch die Möglichkeit, unmittelbar im persön-
lichen Gespräch mit potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern
zu überz eugen. Das Job -Speed-Dating wird mit jährlich zunehmen-
den Erfolg durchgeführt und erreicht mittlerweile Integrationszahlen
von etwa 50%.
Wir unterstützen…
benachteiligte Jugendliche unter anderem im Rahmen des Angebots
„Joblinge“ , bei der Vorbereitung und Suche eines Ausbildungs - oder
Arbeitsplatzes. Dieses erfolgreiche Produkt wurde aufgrund der Er-
fahrungen aus anderen Maßnahmen durch eine Ausbildungsbeglei-
tung ergänzt. Bisher konnten über „Joblinge“ mehr als 80 % der Teil-
nehmenden nachhaltig vermittelt werden.
Kundinnen und Kun den an allgemeinbildenden Schulen dabei, den
Übergang in Ausbildung und Arbeit erfolgreich zu gestalten. Unsere
Seite 9
Schülerteams kooperieren dabei mit der Berufsberatung sowie mit
den jeweiligen Schulen.
die Einrichtung einer Jugendberufsagentur in Köln zur Bündelung der
gemeinsamen Bemühungen von Jobcenter, Agentur für Arbeit sowie
Stadt Köln bei der Integration von jungen Erwachsenen.
niedrigschwellige Projekte wie „Checkpoint im Sozialraum“ oder
„Work 4 You“ im Kölner Stadtgebiet dabei, die Teilnehmenden mittel-
fristig wieder in die Regelsysteme zurückzuführen.
Wir fördern…
mit kommunal flankierenden Angeboten einen ganzheitlich ausge-
stalteten Integrationsprozess, da nur so komplexen Situationen und
Problemlagen einer Bedarfsgemeinschaft Rechnung getragen wer-
den kann.
In 2016 partizipierten mehr als 11.600 Menschen in Köln an diesen
Leistungen. Durch die in 2017 erfolgte Aufstockung der Mittel möch-
ten wir auch in Zukunft die hohe Qualität der Angebote mittelfristig
halten und die bestehenden Bedarfe decken.
die Gesundheit unserer Kundinnen und Kunden, in dem wir verstärkt
Elemente der Gesundheitsförderung in neue Förderangebote invol-
vieren. Beispielhaft sei hier das flankierende Gesundheitscoaching
im Rahmen von „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ genannt.
gesundheitlich beeinträchtigte Kundinnen und Kunden durch gezielte
Beratung unseres Disability Managements (DiMa), mit der Stabilisie-
rung- und Entwicklungsmaßnahme (SEM -DiMa) sowie mit dem Mo-
dellprojekt „MitArbeit! in Köln“. Durch Wiederherstellung von Tages-
strukturen, psychosoziale Stabilisierung und soziale Teilhabe werden
die individuellen Vermittlungschancen verbessert.
Seite 10
Motivation und Partizipation
Die bisherigen Betrachtungen von Förderangeboten, die von Teilnehmenden
frühzeitig abgebrochen wurd en, heben Gründe der Motivation und dem daraus
resultierend geringen Durchhaltevermögen besonders hervor. Bereits der Bera-
tungsprozess nimmt maßgeblich Einfluss auf Akzeptanz und Ablehnung von
ausgewählten Angeboten. Ferner zeigen bisherige Erfahrungen, da ss Bewer-
bungsbemühungen von Kundinnen und Kunden oftmals schon vor einem mög-
lichen Vorstellungsgespräch scheitern. Unterstützend werden Aktivierungsvari-
anten eingesetzt, um eine stärkere Partizipation von Kundinnen und Kunden am
Eingliederungsprozess zu erreichen. Darüber hinaus gilt es Kundengruppen mit
spezifischen Vermittlungshemmnissen, wie beispielsweise Menschen mit Be-
hinderungen, bei der sozialen Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen
Leben zu unterstützen o der Ihnen diese sogar zu ermöglichen. Hierbei bedarf
es gezielter Zuschnitte von Angeboten und Projekten, um Kundinnen und Kun-
den sowie Arbeitgeber gemeinsam im Prozess der Eingliederung zu begleiten
und zu unterstützen.
Ziele
Wir erzeugen höhere Akzeptanz für
die mit Kundinnen und Kunden erarbei-
teten Schritte im Integrationsprozess
Wir steigern erfolgreich a bsolvierte
Qualifizierungen
Wir gestalten tragfähige Perspektiven
gemeinsam mit Kundinnen und Kun-
den
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Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir erzeugen…
eine gute Ausgangslage für den erfolgreichen Integrationsprozess durch
die stärkenorientierte Ausgestaltung der Förderkette. Werden Erwartun-
gen an ein Förderangebot nicht bestätigt oder erweist sich eine gewähl-
te Maßnahme frühzeitig als nicht geeig net, werden Ursachen gemein-
sam mit den Teilnehmenden beleuchtet und ein alternatives Vorgehen
vereinbart. Hierbei gilt „keinen Ausstieg ohne neuen Einstieg“.
Akzeptanz und Initiative von Teilnehmenden durch Angebote der Parti-
zipation in Maßnahmen. So sieht das JobBörsen-Programm den „Work-
shop“ als favorisierte Sozialform interner Schulungsangebote vor, in de-
nen Kundinnen und Kunden die Ergebnisse der gemeinsamen Prozes-
se mit beeinflussen können.
Wir steigern…
die Motivation zur erfolgreichen Teilnahme an Weiterbildungen. Im Pro-
jekt „Durchstarten in Köln“ werden Prämien für erfolgreiche Prüfungen
gewährt. Das ESF-Projekt wird in Köln in den Berufsbereichen Fach-
kraft Metalltechnik und Servicekraft Schutz und Sicherheit umgesetzt .
Die Teilnehmenden werden du rch Qualifizierungscoaches des Jobcen-
ters begleitet und unterstützt. Ein finanzieller Anreiz reicht in der Regel
nicht aus als Motivator, eine Weiterbildung zu beginnen, kann jedoch
aktivierend wirken und zudem im Verlauf der Weiterbildung das Durch-
haltevermögen stärken. Attraktiv für unsere Kundinnen und Kunden ist
insbesondere die Chance, den Berufsabschluss „etappenweise“ zu er-
langen.
gruppendynamische Prozesse in verschiedenen Aktivierungsvarianten,
wie Befit4Job, Jobbörse oder Arbeit@Porz . So erleben die Kundinnen
und Kunden die berufliche Eingliederung anderer Teilnehmerinnen und
Teilnehmer als ein für s ie realistisches und greifbares Ziel. Sie partizi-
pieren am Erfolg der anderen Teilnehmenden, vernetzen sich und
Seite 12
schöpfen Motivation zur Intensivierung der Eigenbemühungen.
das Selbstwertgefühl und steigern die Weiterbildungsbereitschaft von
Teilnehmenden durch schneller erreichbare Ziele mit dem Angebot von
Teilqualifizierungen. Erfahrungen im Rahmen des Kölner Bildungsmo-
dells zeigen, dass die modula re Qualifizierung im Idealfall zu einer Ab-
solvierung aller erforderlichen Module einer Vollqual ifizierung „in Kette“
führt.
Wir gestalten…
mit Kundinnen und Kunden individuelle Rahmenbedingungen zur Ver-
einbarkeit von Familie und Beruf, um Erwerbstätigkeit auch bei Kinder-
betreuung oder Pflege von Angehörigen zu ermöglichen . Das Förder-
angebot „Kölner Alleinerziehende Im Aufbruch“ unterstützt sei t 2013 Er-
ziehende durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote. Handlungsfel-
der sind die Organisation der Kinderb etreuung und die Wiedergewin-
nung einer beruflichen Orientierung.
eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit für Menschen mit Schwerbe-
hinderung sowie die Schaffung einer Anschlussperspektive im Projekt
„Mitarbeit! In Köln“ . Seit Juni 2015 werden hier rechtskreisübergreifend
Teilnehmende innerhalb von drei Jahren aktiviert, qualifiziert und an den
Arbeitsmarkt herangeführt und/oder vermittelt. Dies kann die Aufnahme
einer Berufsausbildung, einer abschlussorientierten Qualifizierung oder
einer beruflichen Rehabilitation sein. Obligatorisch und essentiell ist da-
bei das individuelle Jobcoaching zu bewerten.
Chancen und Möglichkeiten für geflüchtete Menschen. So werden seit
2016 Talentscouts eingesetzt, um den besonderen Bedarfen der ju-
gendlichen Menschen mit Fl uchterfahrung gerecht zu werden . Die
Scouts begleiten, „entdecken“ Fähigkeiten und Potentiale der Jugendli-
chen und fördern diese . Das Modell der Talentscouts ist so erfolgreich,
dass es in 2016 durch die Bundesagentur für Arbeit prämiert wurde.
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Gesellschaft und Migration
Das Thema Flucht ist weiterhin sehr relevant in der täglichen Arbeit des Job-
centers. Die Zahl der ankommenden Asylsuchenden ist derzeit rückläufig, je-
doch hat die Vergangenheit gezeigt, dass eine seriöse Aussage zur weiteren
Entwicklung nur schwer zu treffen ist. Zudem leben in Köln bereits viele Men-
schen, die aus anderen Gründen nach Deutschland migriert sind und sich durch
unterschiedlichste Sozialisationserfahrungen und berufliche Perspektiven aus-
zeichnen. Diesen Herausforderungen muss das Jobcenter in seiner Angebots-
planung begegnen. Die soziale und berufliche Integration der zugewanderten
Menschen erfordert eine zeitlich angemessene und individuelle Gesamtpla-
nung, um Sprac herwerb und kulturelle Anpassung erfolgreich zu gestalten und
dem Fachkräftebedarf von übermorgen zu begegnen.
Einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit stellt die gesellschaftliche Integrati-
on von Personen mit erheblichen Hemmnissen dar. Die Aufnahme einer aus-
kömmlichen Erwerbstätigkeit ist dabei unser generelles Ziel. Für einen Teil der
Kundinnen und Kunden ist dies jedoch mittelfristig nicht realistisch. Wir sehen
unsere Verantwortung insbesondere darin, diese Menschen entsprechend ihrer
Fähigkeiten zu fördern und ihnen somit die Teilhabe am gesellschaftlichen Le-
ben zu ermöglichen.
Ziele
Wir unterstützen soziale Integration
durch Erwerb von Sprache und Arbeit
Wir schaffen Perspektiven durch An-
erkennung, Ausbildung und Qualifizie-
rung
Wir fördern die soziale Teilhabe
Seite 14
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir unterstützen…
Menschen mit Fluchterfahrung im Integration Point Köln . Die gemeinsa-
me Einrichtung von Agentur für Arbeit und Jobcenter unterstützt ankom-
mende Menschen bei der Inanspruchnahme von Angeboten wie Sprach-
förderung, Anerkennungsberatung oder Qualifizierung.
die frühzeitige Heranführung an den Ausbildungs - und Arbeitsmarkt von
zugewanderten Kundinnen und Kunden. Das Angebot „Kompetenzfest-
stellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb“ (KompAS) verfolgt
die berufliche Orientierung parallel zur Teilnahme an einem Integrations-
kurs. Die Maßnahmegestaltung wurde mit Blick auf die Erfahrunge n in
2016 verbessert, die einge kaufte Platzzahl unter Berücksichtigung des
infrage kommenden Kundenpotentials reduziert.
den Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen. Neben den regulären In-
tegrationskursen stehen Kundinnen und Kunden mit Migrationshinter-
grund berufsbezogene Sprachkurse nach der Verordnung über die be-
rufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) zur Verfügung. Hierzu
ergänzend enthalten zahlreiche Integrationsmaßnahmen wie beispiels-
weise KomBer Sprachförderanteile, da nur mit ausreichenden Deutsch-
kenntnissen eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft und in den
Arbeitsmarkt realistisch ist.
junge Menschen mit Flucht erfahrungen mit berufspraktischer Orientie-
rung sowie Vorbereitung und Hera nführung an das deutsche Ausbil-
dungssystem mit dem Angebot „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ (Per-
juF) und der Ergänzung im Bereich Handwerk (PerjuF -H). Die Sprach-
förderung stellt einen obligatorischen Anteil des Angebotes dar.
Seite 15
Wir schaffen…
gute Grundlagen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt
durch Kompetenzfeststellung und Einleitung von Prüfverfahren zur Aner-
kennung vorliegender Au sbildungsnachweise. Im Projekt „Chance plus“
werden Betroffene beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk
„Integration und Qualifizierung“ der Anerkennungsberatung zugeführt.
Abhilfe in Krisensituationen mit „Guide2work“. Das Förderangebot für
Menschen mit Migrationshintergrund bietet neben einem begleitenden
Coaching eine Soforthilfe, um Betroffenen schnell und unkompliziert Un-
terstützung zu leisten.
Wir fördern…
Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die aufgrund von gesund-
heitlichen Einschränkungen und/oder eingeschränkten Kinderbetreu-
ungsmöglichkeiten derzeit keine Integrationsperspektive auf dem ersten
Arbeitsmarkt haben. Im Rahmen des Bundesprogrammes „Soziale Teil-
habe am Arbeitsmarkt“ wurden bis Ende September 2017 bereits 35 9
sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse im Rahmen des Projek-
tes gefördert und durch Jobcoaches erfolgreich begleitet.
die gesellschaftliche Teilhabe unserer Kundinnen und Kunden durch
Mitwirkung im kommunalen Beschäftigungsprogramm. Erwerbstätigkeit
im Hinblick auf die soziale Integrat ion stellt ein wichtiges und notwendi-
ges Instrument dar. Soziale Anerkennung und Vernetzung, geregelte
Tagesstrukturen und wertschöpfende Arbeit sind hierbei we sentliche As-
pekte.
Projekte für NEETs (Not in Education, Employment or Training) , die auf-
grund massiver Hemmnisse derzeit nicht an Regelangeboten von Ju-
gendamt und Jobcenter partizipieren. Ziel ist eine Stabilisierung der Le-
benssituation und Entwicklung von realistischen Perspektiven.
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Sozialraumorientierung
Als aktiver Kooperationspartner gestal ten wir Angebote und Maßnahmen ver-
stärkt im Sozialraum und damit unmittelbar im gesellschaftlichen Lebensraum
der Kundinnen und Kunden . Das Jobcenter sieht sich in der Mitverantwortung
bei der Beantwortung sozialer Fragen und versteht sich als aktiver Koop erati-
onspartner vor Ort. Das in Köln kulturtypische und traditionell verankerte Veedel
bietet hierzu eine räumlich gute Orientierung. Insbesondere für Jugendliche
stellen räumliche Entfernungen entscheidende Hürden dar, die eine Beratung
und Förderung ersc hweren oder sogar die Wahrnehmung des Hilfesystems
gänzlich verhindern . Dieser Herausforderung begegnen wir durch dezentrale
Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Der Schwerpunkt der sozialen Integration durch s oziale Anerkennung und Ver-
netzung sowie wer tschöpfende Arbeit im Sozi alraum der Kundinnen und Kun-
den beschreibt weiterhin einen wesentlichen Aspekt für die Förderung öffentli-
cher Beschäftigungen . Die Stärken und Kompetenzen der Menschen stehen
dabei uneingeschränkt im Fokus.
Ziele
Wir unterstützen den Menschen
dort, wo er lebt
Wir sind aktiver Netzwerkpartner
vor Ort
Wir bauen Zugangsbarrieren für
Kundinnen und Kunden ab
Seite 17
Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt:
Wir unterstützen…
Jugendliche und junge Erwachsene bei der beruflichen und der sozialen
Integration mit Jugendbüros und Kompetenzagenturen vor Ort. Hier wer-
den Jugendliche in eine angemessene Anschlussperspektive vermittelt,
zum Beispiel in ei ne sozialversicherungspflichte Arbe it, Ausbildung, er-
neuten Schu lbesuch oder Einstiegsqualifizierung . In vier Stadtgebieten
bieten Kompetenzagenturen umfangreiche Angebote an, um Jugendliche
sowohl bei der beruflichen als auch sozialen Integration zu unterstützen.
Die Angebote sind sehr erfolgreich, nicht zuletzt aufgr und der Kooperati-
on mit vor Ort vertretenden Akteure n wie beispielsweise weitere n Bera-
tungsstellen oder ansässige n Arbeitgeber. Aus diesem Grunde sind bei
einer neuen Ausschreibung der Jugendbüros zwei weitere Standorte in
Planung, um der sozialräumlichen Komponente des Angebotes noch
besser gerecht zu werden.
Kundinnen und Kunden in Krisensituationen. Unsere Joblotsen bieten ei-
ne 1:1-Unterstützung und begleite n Kundinnen und Kunden vor Ort. Ne-
ben der Bewältigung von akuten Schwierigkeiten unterstützen sie bei-
spielsweise den Abbau von Vermittlungshemmnissen oder die Funktion
als Bindeglied zu Behörden und weiteren Anlaufstellen im Hilfesystem.
schwer erreichbare junge Menschen in Kooperation mit dem Amt für Kin-
der, Jugend und Familie und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln
e.V. mit einem gemeinsamen Streetwork -Angebot. Streetworker errei-
chen Jugendliche in ihrem unmittelbaren Umfeld. Als vertrauensvolle An-
sprechpartner bieten sie Orientierung und Unterstützung bei der be-
darfsgerechten Anbindung an bestehende Hilfesysteme.
Seite 18
Wir sind…
in der Mitverantwortung bei der Beantwortung sozialer Fragen und ver-
stehen uns als aktiver Kooperationspartner. So wirken wir in verschiede-
nen sozialräumlichen Netzwerken mit wie zum Beispiel dem Arbeitskreis
Chorweiler.
Kooperationspartner der Stadt Köln im Rahmen des EFRE/ESF Projek-
tes: “Lebenswerte Veedel“: Kölner Veedelscenter und Klosterwald 2.0
mit dem Ziel, schwer zu aktivierende Kundinnen und Kunden über einen
niederschwelligen Ansatz im Sozialraum „abzuholen“ und sozial zu integ-
rieren. Die vor Ort vorhandene Förderstruktur wird beachtet, ergänzt und
effizient genutzt, um individuell bedarfsumfassend zu unterstützen.
Wir bauen…
gezielt Hemmschwellen ab für unsere Kundinnen und Kunden zur Inan-
spruchnahme von Leis tungen und Beratung. Hier zu sind unsere Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter in den Kölner Veedeln unterwegs und neh-
men beispielsweise am aufsuchenden Angebot des ESF -Projektes
„Chancen geben – 100 Wege in Beschäftigung“ teil oder informieren
Teilnehmende im Bundesprojekt „Work 4 You“ über Leistungsgewährung
und Abläufe im Jobcenter.
auf dezentrale Anlaufstellen. Der „Hotspot Chorweiler“ als Vor -Ort-
Beratung des Jobcenter Köln im Stadtteil Chorweiler bewährt sich bereits
im fünften Jahr. Etwa 50 % der Vorsprac hen e rfolgen durch Nicht -
Leistungsempfänger.
Die Beratung des Jobcenters im Stadtteil Neubrück wird rege genutzt.
Hierdurch werden Barrieren abgebaut und Vertrauen sowie Wertschät-
zung gegenüber den Kunden und Kundinnen aufgebaut.
Seite 19
Zahlen, Daten und Fakten
Eingliederungstitel
Nach den vorläufigen Orientierungswerten des BMAS für die Leistungen zur
Eingliederung in Arbeit wird eine Zuteilung in Höhe von rd. 73 Mio. EUR für den
Eingliederungstitel (EGT) erwartet. Zusätzlich werden rd. 1,38 Mio. EUR zur
Finanzierung des Beschäftigungszuschusses (BEZ) einkalkuliert. Die Mittel für
den BEZ sind zweckgebunden und können daher nur für dieses Instrument ein-
gesetzt werden. Nach Abzug der erforderlichen Umschichtung in das Verwal-
tungskostenbudget (VKB) in Höhe von rd. 18,76 Mio. EUR stehen voraussicht-
lich Ausgabemittel in Höhe von rd. 55,62 Mio. EUR für Eingliederungsleistungen
zur Verfügung.
Im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung in 2018 wird dieser Betrag jedoch
nicht zu Beginn des Haushaltsjahres vollumfängl ich zur Bewirtschaftung zur
Verfügung stehen.
Die Umschichtung in das VKB fällt gegenüber dem Vorjahr um rd. 1,12 Mio.
EUR niedriger aus und kompensiert teilweise die rd. 2,5 Mio. EUR geringere
Zuteilung im EGT 2018. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die S achkosten im
VKB um rd. 1 Mio. EUR niedriger veranschlagt werden. Geringere Miet kosten
nach den Umzügen in 2017 sowie keine Plankosten für Umzüge in 2018 haben
dies ermöglicht.
Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des EGT seit 2011 (inkl. BEZ).
Seite 20
Seite 21
Vergleich 2017 und 2018 (geplante Ausgaben)
2017 2018
I. Vermittlung, Aktivierung, berufliche Eingliederung
22.231.000,00 19.978.470,00
Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
3.395.000,00 3.400.000,00
Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermitt-
lungshemmnissen
3.346.000,00 3.380.000,00
Vermittlung in versicherungspflichtige Beschäftigung
7.159.000,00 7.159.000,00
Heranführen an selbständige Tätigkeit
103.000,00 120.000,00
Maßnahmenkombinationen
2.845.000,00 2.700.000,00
Vermittlungsbudget
1.000.000,00 1.000.000,00
Maßnahmen bei einem Arbeitgeber
103.000,00 105.000,00
Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
4.280.000,00 2.054.470,00
davon Vermittlung (ehem. Vermittlungsgutschein)
200.000,00 150.000,00
davon Aktivierung/Qualifizierung
4.080.000,00 1.904.470,00
II. Qualifizierung
12.100.000,00 12.300.000,00
FbW
12.100.000,00 12.300.000,00
III. Beschäftigung begleitende Maßnahmen
3.929.000,00 3.860.000,00
FAV
390.000,00 550.000,00
EGZ
2.389.000,00 2.360.000,00
ESG
700.000,00 500.000,00
Selbständigenförderung (§ 16 c SGB II)
450.000,00 450.000,00
IV. Maßnahmen für Jüngere
5.740.000,00 6.002.000,00
Stand.-Module für Jüngere (Vermittlung, Aktivierung, berufli-
che Eingliederung)*
4.800.000,00 4.900.000,00
Spezielle Maßnahmen für Jüngere (BAE, EQ, abH)
940.000,00 1.102.000,00
V. Leistungen für Menschen mit Behinderung
4.100.000,00 4.100.000,00
VI. Beschäftigung schaffende Maßnahmen
5.757.000,00 5.757.000,00
Arbeitsgelegenheiten
5.757.000,00 5.757.000,00
VII. Freie Förderung (§ 16f SGB II)
1.733.000,00 2.200.000,00
Freie Förderung
1.733.000,00 2.200.000,00
VIII. BEZ
1.500.000,00 1.482.530,00
Summe
57.090.000,00 55.620.000,00
Seite 22
Drittmittelakquise
Die in der Vergangenheit vorgenommenen und auch für die Zukunft zu erwar-
tenden Reduzierungen der zur Ve rfügung stehenden Mittel im Ein gliederungsti-
tel des Jobcenters (EGT) machen es erfor derlich, zusätzliche Finanzmittel zur
Durchführung von Maßnahmen zur (Wieder -) Herstellung der Arbeitsmarktfä-
higkeit der Kundinnen und Kunden zu akquirieren.
Mögliche Mittel für die Durchführung von Arbeitsm arktprojekten stehen im
Rahmen von EU -Förderprogrammen (u.a. ESF -Förderungen), Stiftungen und
durch anderweitige Organisationen (z.B. Bundesbehörden) zur Verfügung. Bei
den aktuellen Projekten handelt sich hier um Angebote mit modellhaftem Cha-
rakter, die e ine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Regelangebot des Job-
centers darstellen.
Zurzeit werden im Jobcenter folgende Projekte umgesetzt:
„ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsbe-
rechtigter nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch auf dem Arbeitsmarkt“:
Projektlaufzeit: 01.06.2015 – 31.12.2020
Platzkontingent: 330 Förderfälle
Fördersumme gesamt: 10.637.833,70 € (ESF und Bund)
Fördersumme in 2018: 3.383.503,21 €
Fördersumme in 2019: 522.024,35 €
Chance+: „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ - Teil der
ESF-Integrationsrichtlinie Bund
Projektlaufzeit: 01.07.2015 – 30.06.2019
Platzkontingent: 1.280 Teilnehmende (davon 920 für das Gebiet Köln)
Fördersumme gesamt: 2.067.738,75 € (ESF + Bund)
Fördersumme in 2018: 542.376,45 €
Fördersumme in 2019: 258.855,30 €
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MitArbeit! in Köln: Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliede-
rung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Projektlaufzeit: 01.06.2015 – 31.05.2018
Platzkontingent: 400 Teilnehmende
Fördersumme gesamt: 1.999.525,00 € (Bund)
Fördersumme in 2018: 313.847 €
Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“
Projektlaufzeit: 01.12.2015 – 31.12.2018
Platzkontingent: 369 Stellen, die fortlaufend neu besetzt werden
Fördersumme gesamt: 15.233.385,00 € (Bund)
Fördersumme in 2018: 5.358.485,00 €
„Durchstarten in Köln“ - Modellprojekt zur Förderung geringqualifizierter Ju-
gendlicher und Erwachsener
Projektlaufzeit: 01.12.2016 – 30.11.2020
Platzkontingent: 60 Plätze, die fortlaufend neu besetzt werden
Fördersumme gesamt: 817.640,00 € (ESF + Land)
Fördersumme in 2018 sowie 2019: 208.410,00 €
Insgesamt beträgt die Fördersumme der laufenden Projekte 30.756.122,45 €.
Davon entfallen 9.806.621,66 € auf das Jahr 201 8 und 989.289,65 € auf das
Jahr 2019 . Die Mittel werden zum Teil über Personalpauschalen ins Verwal-
tungskostenbudget des Jobcenters übertragen (z.B. ESF -LZA sowie „Durch-
starten in Köln“). Zum Teil erfolgt auch eine Weiterleitung an Projektträger, Ge-
währung von Lohnkostenzuschüssen und Erfolgsprämien für Teilnehmende. In
den Jahren 2018 sowie 2019 rechnet das Jobcenter damit, weitere Drittmittel
akquirieren zu können.
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Der Arbeitsmarkt
Wir bauen…
auf eine stabile Arbeitskräftenachfrage im Jahr 2018. Die Ko njunktur be-
findet sich weiter im Aufschwung und verstärkt den Aufwärtstrend am
deutschen Arbeitsmarkt. Im Jahr 2018 prognostiziert das IAB eine weite-
re Steigerung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (svB) in
Köln auf ein Niveau von 567.500 Men schen im Mittelwert (März 2017:
553.000 Menschen).i
Wir rechnen…
mit einer zunehmend komplexer werdenden Kundenbetreuung für die In-
tegration in Arbeit. Das Beschäftigungswachstum scheint durch die stei-
gende Knappheit an passenden Arbeitskräften begrenzt z u werden. Die
strukturellen Schwierigkeiten bei der Arbeitskräftenachfrage und dem Ar-
beitskräfteangebot werden größer. Die bestehenden Qualifikationen der
arbeitslosen Kundinnen und Kunden in Köln, insbesondere im SGB II -
Bereich, passen häufig nicht zu den Bedarfen der Unternehmen. Etwa 60
Prozent der Arbeitslosen im Jobcenter Köln sind auf Helfertätigkeiten
ausgerichtet. Dem gegenüber stehen eine bedeutend geringere Anzahl
von gemeldeten Arbeitsstellen und ein niedriger Anteil von Helfertätigkei-
ten.ii
Wir planen…
im Jahr 2018 mit einer steigenden Anzah l e rwerbsfähiger Leistungsbe-
rechtigter und einer größer werdenden Arbeitslosigkeit im SGB II-Bereich
in Köln. Das ist unter anderem auf die zunehmende Anzahl von Geflüch-
teten, die in den SGB II-Bezug einmünden, zurückzuführen.iii In Köln sind
mit Stand September etwa 3.200 Geflüchtete in einem laufenden Asyl-
verfahren mit positiver Bleiberechtsperspektive (über alle Altersklassen),
die noch in großen Teilen dem Jobcenter Köln zugehen werden. „Das
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zusätzliche Pote nzial der Flüchtlinge tatsächlich in großem Umfang in
Beschäftigung umzumünzen, braucht Zeit. Investitionen in Bildung und
Sprachkompetenz versprechen dabei auf längere Sicht aber große fiska-
lische und gesamtwirtschaftliche Vorteile.“iv
Die Kundenstruktur
Wir zählen…
insgesamt 122.899 Personen, darunter 118.839 Regelleistungsberechtig-
te in 62.407 Bedarfsgemeinschaften im Juni 2017 im Jobcenter Köln. Die
Anzahl großer Bedarfsgemeinschaften (fünf oder mehr Personen)
wächst in den letzten Jahren kontinuierlic h an und liegt sieben Prozent
über dem Vorjahresniveau. Unter den Regelleistungsberechtigten gelten
85.329 Menschen als erwerbsfähige Leistungsberechtigte, davon sind
15.164 Menschen zwischen 15 und 25 Jahren alt. Zehn Prozent aller er-
werbsfähigen Leistungsberechtigten stehen im Kontext Flucht.v
Altersstruktur der Erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jobcenter Köln (Juni 2017)
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Wir arbeiten…
mit 11.731 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die marktnah und
45.088 Menschen, die nicht marktnah sind. 9 .061 Menschen sind inte-
griert, aber hilfebedürftig. Zum Personenkreis für die keine Zuordnung er-
forderlich ist, gehören z. B. Erziehende mit betreuungsbedürftigen Kin-
dern unter drei Jahren, Personen, die Angehörige pflegen oder Schüle-
rinnen und Schüler, die der Schulpflicht unterliegen.vi
Integrationsprognose der Erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jobcenter Köln (Juni 2017)
Wir begleiten…
36.130 Arbeitslose im SGB II -Bereich Köln. Davon sind über 57 Prozent
oder 20.675 Menschen langzeitarbeitslos. Vo n allen arbeitslos gemelde-
ten Personen sind 46 Prozent weiblich, 41 Prozent mit ausländischer
Staatsangehörigkeit und knapp sechs Prozent schwerbehindert. 23.811
Arbeitslose im Jobcenter Köln haben keine abgeschlossene Berufsaus-
bildung, 7.884 haben eine betriebliche oder schulische Ausbildung und
2.196 eine akademische Laufbahn. Für 2.239 Arbeitslose liegen keine
Angaben vor.vii
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Wir unterstützen…
57.989 Langzeitleistungsbeziehende im Jobcenter Köln, stehen hier aber
vor großen Herausforderungen durch die Zuwanderung von Geflüchte-
ten. Während der Langzeitleistungsbezug unserer Kundinnen und Kun-
den ohne Fluchthintergr und zurückgeht, steigt der Anteil der Langzeit-
leistungsbeziehenden im Kontext Flucht deutlich an, ein Trend der sich
zunächst im Jahr 2018 fortsetzen wird, da zunehmend mehr Kundinnen
und Kunden aus diesem Personenkreis mehr als 21 Monate im Leis-
tungsbezug sind.viii
Langzeitleistungsbeziehende im Jobcenter Köln (Juni 2017)
i Vgl. IAB Kurzbericht 21/2017.
ii Vgl. IAB Kurzbericht 21/2017; Statistik West: Auftragsnummer 245859, 4/2017.
iii Vgl. IAB Regionale Arbeitsmarktprognose 2/2017.
iv IAB Kurzbericht 21/2017.
v Vgl. BA Statistik: Strukturen der Grundsicherung SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017; Con-
trolling-Cockpit SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017.
vi Vgl. Controlling-Cockpit SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017.
vii Vgl. BA Statistik: Arbeitsmarktreport, 6/2017.
viii Vgl. BA Statistik: Langzeitleistungsbezieher - Deutschland, West/Ost, Länder und Jobcenter
(Monatszahlen) 6/2017, Controlling-Cockpit SGB II, 9/2017, Berichtsmonat 6/2017.
Mitteilung Ausschuss
467 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5000 JC Vorlagen-Nummer 30.11.2017 3616/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 14.12.2017 Bericht des Jobcenter Köln Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales und Senioren – auf Wunsch des Jobcenter Köln- den folgenden Bericht vor. Anlagen: Bericht des Jobcenters Anlage 1: AMIP 2018-2019 Anlage 2: Ergebnismonitoring Oktober 2017 Gez. Dr. Rau
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 2_Ergebnismonitoring
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Anlage 2 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 14.12.2017 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2010 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2017 Ergebnismonitoring Oktober 2017 N:\Ablagen\D35765-JC-Koeln-F-C\Controlling\00_Controlling JC\2017\07_Monitoring\2017-10\2017-10 Monitoring.xlsx ErwartungswertPrognose Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt in Tausend EUR - 266.850 263.740 -3.110 -1,2% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 26.810,7 53.684,5 80.663,6 107.521,9 134.338,6 161.183,9 188.038,4 214.796,8 241.288,4 266.850,1 293.458,8 320.037,0 Ist 2017 26.447,1 53.058,6 79.716,2 106.310,9 132.876,6 159.458,4 186.053,8 212.518,0 238.649,4 263.740,4 - - Ist 2016 25.730,0 51.520,7 77.412,3 103.188,0 128.923,8 154.687,0 180.459,1 206.164,7 231.781,3 257.281,2 282.633,7 307.137,3 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verringerung der Hilfebedürftigkeit Oktober 2017 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt (ohne LUH ) in T EUR Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 2 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Integrationsquote 0,0% 19,0% 20,3% 1,32%-Pkte 6,9% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 1,7% 3,6% 5,5% 7,5% 9,1% 10,9% 12,9% 15,1% 17,5% 19,0% 21,1% 23,3% Ist 2017 1,7% 3,6% 5,5% 7,5% 9,1% 10,9% 13,6% 16,3% 18,8% 20,3% Ist 2016 1,8% 3,6% 5,5% 7,5% 9,2% 11,0% 12,9% 15,2% 18,0% 20,3% 22,1% 23,3% Anzahl der Integrationen (Jahresfortschrittswert) Ist 2017 1.343 2.804 4.419 6.231 8.035 9.647 11.524 13.783 15.957 17.151 - - Ist 2016 1.473 3.042 4.647 6.296 7.703 9.227 10.877 12.809 15.139 17.079 18.560 19.537 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Oktober 2017 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationsquote Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 3 ErwartungswertSoll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - 58.525 57.722 -803 -1,4% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 58.316 58.389 58.398 58.416 58.453 58.511 58.557 58.567 58.579 58.525 58.521 58.536 Ist 2017 57.855 57.918 57.910 57.931 57.938 57.947 57.959 57.932 57.858 57.722 - - Ist 2016 57.173 57.244 57.253 57.271 57.307 57.364 57.409 57.416 57.421 57.416 57.404 57.388 Oktober 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug 56.000 56.500 57.000 57.500 58.000 58.500 59.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - JDW Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 4 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) 282.333,57 281.636,20 -697 -0,2% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 27.788,0 56.256,7 84.255,9 112.656,0 141.004,1 169.651,3 198.315,4 226.365,6 254.446,1 282.333,6 310.711,5 339.043,0 Ist 2017 27.571,7 55.005,5 82.869,2 110.813,5 139.601,8 167.402,7 196.403,1 225.455,2 253.470,2 281.636,2 - - Ist 2016 26.527,8 53.705,6 80.435,0 107.547,2 134.609,7 161.957,9 189.322,0 216.100,2 242.907,3 269.530,1 296.621,2 323.667,8 Zielmonitoring Jobcenter Köln Kosten der Unterkunft Oktober 2017 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 400.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: ERP Seite 5 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % - 2.064 2.064 - 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 - - - - - - - - - - - - Ist 2017 2.186 2.181 2.174 2.161 2.150 2.134 2.118 2.105 2.086 2.064 - - Ist 2016 2.224 2.235 2.240 2.246 2.250 2.256 2.251 2.249 2.243 2.222 2.208 2.200 Zielmonitoring Jobcenter Köln Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit Oktober 2017 1.950 2.000 2.050 2.100 2.150 2.200 2.250 2.300 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit (gewichteter Jahresfortschrittswert) Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Statistik der BA, Seite 6 Mitteilung zur Sitzung des Sozialausschusses am 26.01.2017 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Ist 2017 153 314 507 762 986 1.163 1.389 1.589 1.846 2.043 - - Ist 2016 157 372 572 799 1.009 1.208 1.452 1.654 1.904 2.123 2.316 2.484 Zielmonitoring Jobcenter Köln JOB-Offensive KÖLN Oktober 2017 - 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationen (Jahresfortschrittswert) der JOB-Offensive KÖLN Ist 2017 Ist 2016 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 7 Erwartungswert Soll akt. Monat Ist akt. Monat Diff. abs. (Soll) Diff % (Soll) Integration Schwerbehinderte 331 298 -33 -10,0% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 20 49 87 125 152 187 225 255 292 331 360 393 Ist 2017 25 48 71 100 131 168 210 237 267 298 - - Ist 2016 20 48 86 123 150 185 222 252 288 327 355 388 Zielmonitoring Jobcenter Köln Integration Schwerbehinderte Oktober 2017 - 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integration Schwerbehinderte Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 8 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Hochrechnung Anzahl Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 61.763 62.073 62.234 62.395 62.337 62.407 62.322 62.184 62.026 61.901 Ist 2016 62.431 62.559 62.583 62.527 62.499 62.511 62.322 62.000 61.761 61.604 61.441 61.517 Anzahl Personen in Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2017 121.149 121.835 122.099 122.588 122.547 122.899 122.862 Ist 2016 121.666 122.006 122.100 121.987 121.944 122.000 121.746 121.087 120.654 120.542 120.335 120.640 Anzahl Regelleistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 116.888 117.589 117.901 118.450 118.372 118.839 118.871 118.510 118.043 117.683 Ist 2016 116.180 116.529 116.642 116.534 116.524 116.645 116.487 116.217 116.049 115.984 115.866 116.230 Anzahl erwerbsfähige Leistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 84.105 84.651 84.892 85.164 85.124 85.329 85.296 84.974 84.551 84.193 Ist 2016 83.951 84.257 84.334 84.230 84.209 84.305 84.125 84.039 83.856 83.715 83.525 83.692 Quote der Leistungsberechtigten nach dem zweiten Sozialgesetzbuch* Datenquelle: Kreisreport, Daten mit Wartezeit von 3 Monaten Ist 2017 13,3% 13,4% 13,4% 13,5% 13,5% 13,5% 13,5% Ist 2016 13,3% 13,4% 13,4% 13,4% 13,4% 13,4% 13,3% 13,3% 13,2% 13,2% 13,2% 13,2% Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug Anzahl Arbeitslose nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gesamt Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2017 35.238 35.052 35.351 35.973 36.180 36.130 35.980 35.887 35.361 34.878 Ist 2016 39.627 39.999 39.977 39.769 38.539 37.695 37.667 37.761 37.471 36.953 36.500 35.684 Kosten der Unterkunft Kosten der Unterkunft - Veränderungsquote zum kumulierten Vorjahreswert Datenquelle: Finanzen Jobcenter Köln Ist 2017 27.571,70 55.005,51 82.869,15 110.813,49 139.601,80 167.402,67 196.403,07 225.455,20 253.470,19 281.636,20 - - Ist 2016 26.527,81 53.705,56 84.255,94 112.656,04 141.004,08 169.651,35 198.315,35 226.365,60 254.446,12 282.333,57 310.711,51 339.042,96 Ist / Ist-Vergleich 3,9% 2,4% -1,6% -1,6% -1,0% -1,3% -1,0% -0,4% -0,4% -0,2% - - Oktober 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren * Zähler = Leistungsberechtigte nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (erwerbsfähigeLeistungsberechtigte, nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, sonstige Leistungsberechtigte [z.B. Bildung und Teilhabe nach § 28 SGB II]) / Nenner = Bevölkerung unter 65 Jahre Seite 9 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Oktober 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren Seite 10
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln
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Bericht des Jobcenter Köln 1. Jobcenter Köln – ein attraktiver Arbeitgeber Das Jobcenter Köln hat eine Broschüre für potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer herausgebracht. In der Broschüre wird ein erster Einblick über die Aufgaben und Tätigkeiten gegeben und warum es lohnenswert ist, ein Teil dieser Organisation zu werden. Das Jobcenter Köln ist ein sozialer, innovativer und moderner Arbeitgeber. Die Leserin und der Leser werden auf den folgenden Seiten der Broschüre dazu eingeladen das Jobcenter als Arbeitgeber näher kennenzulernen. Zuerst erhält man einen Überblick über den Organisationsaufbau. Angefangen bei den Servicebereichen bis hin zur Darstellung der zentralen Abteilungen. Beispiele von innovativen Projekten im Jobcenter werden gezeigt. Die Broschüre informiert über die Karriere- und Ausbildungschancen sowie die Werte des Jobcenters. Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen wird im Jobcenter Köln sehr ernst genommen. Das Jobcenter setzt sich seit Jahren für die Förderung und Integration von Menschen mit Handicap ein. Work-life-Balance ist ein weiterer wichtiger Aspekt für einen modernen Arbeitgeber. Im Jobcenter haben Mitarbeitende die Möglichkeit Familie mit dem Beruf zu vereinen. Nähere Informationen können der Broschüre entnommen werden, die in der Sitzung als Tischvorlage verteilt wird. 2. Arbeitsmarkt-und Integrationsprogramm (AMIP) 2018 – 2019 Das Jobcenter Köln stellt die aktualisierte Fassung des neuen Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramms 2018-2019 (AMIP ab 2018) vor. Ergänzt wurden der Finanzteil (ab S.19) sowie folgend die Drittmittelakquise (ab S. 22). Darüber hinaus finden sich die Wünsche und Änderungsvorschläge der Gremien in der aktualisierten Fassung (Anlage 1) wieder. Das Vorwort wird vor der Veröffentlichung durch die Geschäftsführung des Jobcenters ergänzt. Wie bereits in der letzten Sitzung erläutert, handelt es sich um ein mehrjähriges Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm, welches einen Zeitraum von zwei Jahren umfasst. Hierdurch wird bewusst die Kontinuität der strategischen und geschäftspolitischen Ausrichtung, der „Rote Faden“ des Jobcenter Köln, aufgezeigt. Dieses Format ermöglicht, sofern es die Rahmenbedingungen erfordern, Anpassungen für die Folgejahre. Anlage zur Mitteilung „Bericht des Jobcenter Köln“ zur Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 14.12.2017 2 3. Aktueller Sachstand Integration Point Personal und Organisation Aktuell ist der Integration Point des Jobcenters personell sehr gut ausgestattet. Gemeinsames Thema des Integration Point ist der Umzug in die neue Stadtagentur nach Köln-Ossendorf, welcher derzeit aktiv geplant wird. Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften und Bestandskundinnen und Bestandskunden Die Anzahl der neuantragsstellenden Bedarfsgemeinschaften im Jobcenter ist momentan stark rückläufig. Tabelle 1: Anzahl der Neuanträge seit März 2017 Der Integration Point betreut insgesamt 6100 Menschen mit Fluchthintergrund. Die Verteilung im Einzelnen ist wie folgt: Bestand SGB II Anteil an gesamt in % SGB III Anteil an gesamt in % Anzahl Gesamt 4971 1129 Geschlecht männlich 3.012 61% 936 83% Geschlecht weiblich 1.959 39% 193 17% Insgesamt (U25) 1264 25% 438 39% Insgesamt (Ü25) 3707 75% 691 61% Tabelle 2: Stand Oktober 2017 (Jahresfortschrittswert) Mrz 17 Apr 17 Mai 17 Jun 17 Jul 17 Aug 17 Sep 17 Okt 17 Anzahl der Neuanträge 280 190 205 171 178 135 99 83 3 In der Zusammensetzung nach den Herkunftsländern gibt es aktuell kaum Veränderungen. Tabelle 3:Aufteilung nach Herkunftsländern, Stand Oktober 2017 (Jahresfortschrittswert) Von den neuantragsstellenden Bedarfsgemeinschaften im Oktober 2017 sind fast die Hälfte in Unterkünften, Wohnheimen bzw. Hotels untergebracht, im Einzelnen: Abbildung 1: Art der Unterbringung der neuantragsstellenden Bedarfsgemeinschaften im Monat Oktober 2017 Erfreulich ist, dass sich das Verhältnis der Unterbringung leicht geändert hat und mehr antragstellende Bedarfsgemeinschaften ein eigenes Mietverhältnis vorweisen können. 43,4% 56,6% Flüchtlingsunterbringung / Wohnheim / Hotel Eigenes Mietverhältnis Art der Untebringung bei den Neuanträgen im Oktober 2017 Herkunftsländer SGB II SGB III Afghanistan 421 296 Eritrea 185 25 Irak 1.318 90 Iran 336 83 Nigeria 32 63 Pakistan 7 41 Somalia 49 7 Syrien 2.203 30 Türkei 52 k.A. Sonstige 368 k.A. 4 Maßnahme Besetzung und Integration Die sinnvolle und möglichst nahtlose Verzahnung der Sprachförderungsangebote, insbesondere die Besetzung der nationalen Deutschförderung gemäß § 45a AufenthG (DeuFöV) steht zum jetzigen Zeitpunkt im Vordergrund. Immer mehr Menschen nehmen dieses Angebot in Anspruch. Zum Teil wird derzeit jedoch beobachtet, dass die weiterführende Sprachförderung für die Menschen sehr schwierig ist. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen des BAMF liegt die Bestehens- Quote bei ca. 20% bis 30%. Hintergrund könnte sein, dass sich die Menschen viel mehr Wissen außerhalb des Sprachkurses aneignen müssen (Hausaufgaben). Hierbei spielen Rahmenbedingungen, wie die Art der Unterbringung eine große Rolle. Der Sprung vom Sprachniveau B1 zu B2 ist sehr groß, anders als von A1 nach A2. Für die Module im Rahmen der nationalen Deutschförderung stehen jedoch nur 400 Stunden zur Verfügung. Dieser Zeitrahmen ist, gemessen am zu erreichenden Niveau, sehr gering. Am 17.10.2017 fand die zweite Jobbörse für Menschen mit Fluchthintergrund statt. Insgesamt waren 16 Unternehmen, wie Ford, Deutsche Post und viele Personaldienstleister/innen beteiligt. Es waren 342 Bewerberinnen und Bewerber (darunter 221 aus dem SGB II / 118 aus dem SGB III) sowohl aus dem Integration Point als auch aus den Geschäftsbereichen des Jobcenters eingeladen. Die Gruppe der geflüchteten Frauen rückt weiter in den Fokus. Gegenwärtig sind zwei Angebote in Planung. Ein Angebot wird von der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters (BCA) und der Fachexpertin für Menschen mit Fluchterfahrung geplant. Hierfür sollen bestehende Strukturen der Träger mit einbezogen werden. Dieses Angebot wird aus einer Vor-Ort-Beratung bestehen, die sich am Bedarf der Frauen orientiert. Der Bedarf nach Informationen und Transparenz ist sehr stark. Für die Planung wurden Besuche in einer Frauenunterkunft sowie bei Trägern durchgeführt. Der familienzentrierte Ansatz soll bei diesem Angebot im Vordergrund stehen. Geplant ist noch ein Start in diesem Jahr. Das andere Angebot soll zusammen mit der Regionaldirektion NRW und der Diakonie konzipiert werden. Das Jobcenter Köln stellt sich dafür als Kooperationspartner für eine Pilotierung zur Verfügung. Außerdem ist in Planung eine Informationsveranstaltung für die Kundengruppe der gründungswilligen Geflüchteten. Diese Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der IHK Köln und dem Projekt ActNow! vom IQ-Netzwerk durchgeführt. Positiv zu beobachten sind die zunehmenden Arbeitsaufnahmen der geflüchteten Menschen im Integration Point des Jobcenters. Integrationen 255 Aufnahme einer sv-pflichtigen Beschäftigung 184 "Minijob" 58 Ausbildung 11 Bundesfreiwilligendienst 2 Tabelle 4: Händische Auswertung Integration Point SGB II ohne Talentscouts U25 - Stand Oktober 2017 (Jahresfortschrittswert) 5 Viele der Arbeitsaufnahmen erfolgen im Helfer/in Bereich, z.B. Lager, Küche, Reinigung oder der Produktion. Am 06.09.2017 fand das JobspeedDating im RheinEnergieStadion statt. In diesem Jahr nahmen 22 Kundinnen und Kunden des Jobcenters mit Fluchterfahrung teil. Die Integrationsquote hierbei beträgt aktuell 50 % (Stand 09.11.2017). Weitere Entwicklungen bleiben noch abzuwarten. Schnittstellen zur Stadt Köln Eine Intensivierung hat die Schnittstellenarbeit durch das Projekt „Einwanderung gestalten“ erhalten. In den verschiedenen Unterarbeitsgruppen (z.B. Wohnen, Sprache, Arbeit und Bildung) sind verschiedene Behörden am Einwanderungsprozess beteiligt. Der Austausch untereinander ist sehr wertvoll und trägt zu Transparenz bei. Netzwerke Seit August 2017 nimmt die Ausländerbehörde regelmäßig an der Ehrenamtsinformationsveranstaltung teil. Abbildung 2: Drei Akteure - ein Thema Dieser Schritt wurde vom Ehrenamt sehr begrüßt. Der Austausch ist äußerst rege. Die weiteren Netzwerke werden gepflegt und erweitert. Der WDR ist mit seinem Format WDRforyou auf den Integration Point zugekommen, um bestimmte Themen für geflüchtete Menschen aufzubereiten. Geflüchtete Menschen in Deutschland nutzen zur Informationsbeschaffung häufig das Internet. WDRforyou will erreichen, dass verlässliche Informationen zur Verfügung gestellt werden. Kolleginnen und Kollegen des Integration Points waren bereits mehrfach Interviewpartnerinnen und Interviewpartner zu verschiedenen Themen, wie z.B. Ausbildung, oder auch Rechte und Pflichten. Die Arbeit mit geflüchteten Menschen offenbart in vielen Fällen einen sehr hohen Bedarf an Informationen. Die Teilnahme an diesem Format hilft Transparenz herzustellen und Auskünfte über das Leben in Deutschland zu geben. In einem der nächsten Livestreams geht es um den Spracherwerb. Das Jobcenter 6 Köln wird mit einem Talentscout vertreten sein. Das BAMF wurde ebenfalls bezüglich einer Beteiligung angefragt. Mitte November wird ein Termin bei der Tages- und Abendschule (TAS) stattfinden. Das Thema der Schulabschlüsse für Menschen mit Fluchterfahrung ist wichtig. Die Zugangsvoraussetzungen, beispielsweise der Nachweis der Berufserfahrung, sind nicht immer einfach. Erstmalig wurde das Thema in einer Ehrenamtsinformationsveranstaltung angesprochen und nun konkretisiert. 4. JobSpeedDating (JSD) Köln 2017 Nur zwei Monate nach dem JobSpeedDating Köln 2017 zählt das Jobcenter schon 390 Integrationen. Das entspricht einer Integrationsquote von 40%. Exakt 981 Menschen haben diesmal an der Veranstaltung teilgenommen. Davon waren 47 Personen unter 25 Jahre. 22 Menschen mit Fluchthintergrund nahmen ebenfalls an dem Format teil. Insgesamt wurden von den 390 Integrationen 97 Langzeitarbeitslose integriert, somit wurde mit jeder vierten Integration ein Langzeitarbeitsloser beziehungsweise eine Langzeitarbeitslose in Arbeit vermittelt. Bei der Zielgruppe der Alleinerziehenden wurden 36 Personen in eine Tätigkeit vermittelt. Anfang Februar erfolgt eine zweite Stichtagsauswertung zur Integrationsquote, da an dem Veranstaltungstag selbst nicht immer ein Vertragsabschluss zustande kommt. Viele Arbeitgeber/innen laden die Teilnehmenden ein zweites Mal zu einem Gespräch ein, oder bieten erst zu einem späteren Zeitpunkt ein Arbeitsangebot an, daher wird sich die Zahl der Integrationen nachträglich steigern. 5. Ergebnismonitoring zu den vereinbarten Zielen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Bundesziele) und der Stadt Köln (Kommunale Ziele) – Stand: Oktober 2017 Das Jobcenter Köln geht in dem Ergebnismonitoring-Bericht für den Monat Oktober 2017 (Anlage 2) auf die Zielerreichung bezüglich der mit dem Bund und mit der Stadt Köln vereinbarten Ziele für das Jahr 2017 ein. gez. Wagner Anlage: 1) AMIP 2018-2019 2) Ergebnismonitoring
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3616/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 30.11.2017
- Erstellt
- 22.11.2017 10:06