1441/2024
Letter of Intent zur geplanten Zusammenarbeit zwischen dem Kölnischen Stadtmuseum und der Forschungsstelle Geschichte Kölns am Historischen Institut der Universität zu Köln
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Anlage 1 Letter of Intent
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Mitteilung 1441/2024, Anlage 1 - Vorabversion - Seite 1 von 4 Absichtserklärung zur kooperativen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Köln, Kölnisches Stadtmuseum, im folgenden KSM, vertreten durch Dr. Matthias Hamann (Direktor) und der Forschungsstelle Geschichte Kölns, vertreten durch Prof. Dr. Gudrun Gersmann, am Historischen Institut der Universität zu Köln Die oben Genannten haben mit dem heutigen Tag die in der folgenden Absichtserklärung dargelegte Vereinbarung über die Entwicklung einer nachhaltigen Zusammenarbeit getroffen: Hintergrund und strategischer Rahmen Auf Basis der weltweit geltenden Definition der Aufgaben von Museen "Ein Museum ist eine nicht gewinnorientierte, dauerhafte Institution im Dienst der Gesellschaft, die materielles und immaterielles Erbe erforscht, sammelt, bewahrt, interpretiert und ausstellt. Öffentlich zugänglich, barrierefrei und inklusiv, fördern Museen Diversität und Nachhaltigkeit. Sie arbeiten und kommunizieren ethisch, professionell und partizipativ mit Communities. Museen ermöglichen vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Bildung, Freude, Reflexion und Wissensaustausch." (ICOM) und des Forschungsprofils des KSM „Wir suchen den interdisziplinären fachlichen Austausch, initiieren einen aktiven Dialog mit anderen Museen sowie Hochschulen, anderen wissenschaftlichen Institutionen und weiteren Partnern, um unseren eigenen Horizont, unsere Kompetenzen und unseren Handlungsspielraum zu erweitern und uns gegenseitig zu fördern und zu unterstützen (Selbstverständnis des KSM)“ definiert sich das Kölnische Stadtmuseum nach mehrjähriger Schließung neu. Dabei wird es den inzwischen stark veränderten Anforderungen an Museen, Teilhabe, Partizipation, Vernetzung, Exzellenz und Digitalität gerecht werden. Neben einer inhaltlichen wie organisatorischen Neuausrichtung und der Suche nach einem angemessenen Standort für diese gesellschaftsrelevanten Aufgaben formulieren bereits weitere starke Institutionen in Köln daran anschlussfähige Ziele und Interessen. Die Universität zu Köln erklärt beispielsweise in ihrem neuen Leitbild für Studium und Lehre, „…mit der ihr zur Verfügung stehenden Innovationskraft Lösungen für die großen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu suchen. An diesen Leitlinien wird die konkrete Ausgestaltung von Studium und Lehre ausgerichtet. Mit Respekt und Wertschätzung für die unterschiedlichen Fächer und Fachkulturen engagieren sich alle in der Universität zu Köln für die Realisierung und kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Leitgedanken und richten ihr Handeln an ihnen aus.“ Mitteilung 1441/2024, Anlage 1 - Vorabversion - Seite 2 von 4 Mit der Forschungsstelle Geschichte Kölns wurde bereits 2018 eine Einrichtung gegründet, die mit ihren stadtgeschichtlichen Forschungsschwerpunkten eine große inhaltliche Nähe zu den Aufgaben des KSM aufweist: Die Forschungsstelle versteht sich als ein wissenschaftliches, auf die Erforschung der Geschichte der Vormoderne konzentriertes Forum für den Dialog und die Vernetzung zwischen (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen, Kölner Gedächtnisinstitutionen sowie städtischen, nationalen und internationalen Projekt- und Kooperationspartnern. Die multiperspektivischen Forschungen zur Kölner Stadtgeschichte, die in der longue durée von etwa 500 bis 1800 ausgerichtet sind, verfolgen dabei zugleich auch einen vergleichenden, überregionalen Ansatz. Darüber hinaus ist die Forschungsstelle dem "Third-Mission-Gedanken" verpflichtet und organisiert insbesondere für die Zeit um 1800 (Lehrstuhl Frühe Neuzeit) ergänzende Projekte mit dem Ziel der (digitalen) Wissenschaftskommunikation und des Dialogs mit Nicht-Expert*innen in Köln und über die Stadtgrenzen hinaus. KSM und Forschungsstelle verfolgen damit parallele Ziele - der Erforschung historischer Zusammenhänge bezogen auf Köln, - der Förderung des „public understanding of science and research“, - der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie - der Vernetzung am Standort Köln. Kooperationspotenziale und Synergien Eine institutionelle Zusammenarbeit zwischen KSM und Forschungsstelle eröffnet die Perspektive, die Bestrebungen der Universität, des Museums und auch der Stadtgesellschaft im Kontext der Erforschung und Vermittlung der Vormoderne zu bündeln, um auf der Grundlage etablierter Forschung und praktischer Erfahrung innovative Ansätze für die Auseinandersetzung, gemeinsame Bearbeitung und Vermittlung des Kulturellen Erbes zu entwickeln. Dies entspricht weitgehend nationalen wie auch internationalen forschungs- und kulturpolitischen Agenden. Zweck und Ziele Die intendierte Zusammenarbeit richtet sich - mit Fokus auf das Forschungsprofil der Vormoderne - auf Themenfelder, die von den genannten Beteiligten als inhaltlich vielversprechend erachtet werden und verfolgt im Wesentlichen folgende Ziele: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse werden in einer zeitgemäßen Form und unter Nutzung des KSM-Netzwerks der Gesellschaft zugänglich gemacht. Innerhalb des Museums wird ein produktiver Dialog über die Forschung und die Nutzbarmachung des kulturellen Erbes geführt werden, so dass alle relevanten Perspektiven berücksichtigt werden können. Es wird ein (virtueller) Ort der Begegnung geschaffen, an dem Theorie und Praxis im Austausch innerhalb der Gemeinschaft zusammengeführt werden. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wird auf die Bedeutung der Erhaltung und Entwicklung des Kölner materiellen und immateriellen kulturellen Erbes in einer Zeit der Globalisierung gelenkt. Mitteilung 1441/2024, Anlage 1 - Vorabversion - Seite 3 von 4 Die zusammenarbeitenden Partner fungieren physisch und virtuell als Vermittler, Netzwerkbildner und Begegnungsorte für Kulturerbe-Institutionen, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft. In der Zusammenarbeit werden bereits bestehende Initiativen und Projekte, wie bspw. der Tag des offenen Denkmals, das Projekt Ferdinand Franz Wallraf oder die Via Culturalis, gestärkt bzw. Möglichkeiten der Weiterentwicklung abgesteckt. Mit diesem neuen Modell einer vertrauensvollen Zusammenarbeit können beide Partner positive Beiträge in folgenden Aufgabenfeldern leisten: Forschung und Lehre sowie der Transfer beider Aufgabenfelder in die Öffentlichkeit Kulturelle und historische Bildung Tourismus- und Kreativwirtschaft Die Kooperation soll auch ein Zentrum des Kölner Kulturerbe-Bereichs bilden, insbesondere durch die digitale Erschließung des öffentlichen Raums und der Sichtbarmachung von vergangenen Zeitschichten und historischen Persönlichkeiten in ihrem Wirkungsumfeld. Geplante Aktivitäten In einem ersten Schritt soll gemeinsam mit dem Team des Lehrstuhls von Prof. Gersmann erprobt bzw. geprüft werden, welche Schnittstellenformate in Bezug auf die Erforschung und Vermittlung der Kölner Stadtgeschichte „um 1800“ dauerhaft etabliert werden könnten. Dazu gehören Seminare, Konferenzen sowie Weiterbildungen und Praktikumsmöglichkeiten für Studierende. Auch ein erweitertes Netzwerktreffen unterschiedlicher historischer Interessensgruppen, das beispielsweise als einmal jährlich stattfindende Studienwoche organisiert wird, kann dies ergänzen. Zudem sollen Forschungsergebnisse mit dem entsprechenden inhaltlichen Potenzial durch digitale Formate oder konkrete Veranstaltungen im Museum zugänglich gemacht. Hierfür ist beabsichtigt, bis zum Ende des ersten Quartals 2025 gemeinsam eine erste digitale Anwendung zu veröffentlichen, die mit Forschungsinhalten aus der Universität (Lehrstuhl Frühe Neuzeit) auf der einen Seite und der musealen Kompetenz des KSM auf der anderen Seite entwickelt wird. Als Modell für künftige Kooperationen soll diese Anwendung im Sinn eines Single Point of Contact über das Kölnische Stadtmuseum bereitgestellt werden. Konkret bedeutet dies für das Pilotprojekt: Forschung und Bereitstellung der Fachinhalte zur Stadtgeschichte um 1800 erfolgen aus den inhaltlichen Schwerpunkten der „Frühen Neuzeit“ , die konzeptionelle und redaktionelle Entwicklung der digitalen Anwendung erfolgt gemeinsam, Produktion und Hosting verantwortet die Stadt Köln, vertreten durch das Kölnische Stadtmuseum. Jede Seite übernimmt dabei den eigenen Anteil an der Ressourcenbereitstellung der zugewiesenen Projektaufgabe. Mitteilung 1441/2024, Anlage 1 - Vorabversion - Seite 4 von 4 Diese erste Kooperation zwischen KSM und der „Frühen Neuzeit“ soll den Ausgangspunkt bilden für die mögliche Initiierung eines erweiterten strukturierten Netzwerkes unterschiedlicher Akteure, die sich im Rahmen von Arbeitsgruppen finden können, um bestimmte Themen oder Schwerpunkte im Sinne der eingangs formulierten Ziele zu bearbeiten. Organisation Die Zusammenarbeit benötigt zunächst keinen gesonderten Lenkungsausschuss, die Einzelprojekte werden jeweils über gemeinsame Projektvereinbarungen und die jeweiligen Rollen und Verantwortlichkeiten der Kooperationspartner definiert. Die Auswahl, Planung und Durchführung von Themen und Aktivitäten wird gemeinsam zwischen den Partnern abgestimmt. Die Forschungsstelle (für den Bereich Frühe Neuzeit) und das KSM werden für die Projektsteuerung jeweils eine Person aus ihrer Institution auswählen. Die einzelnen Kooperationspartner sind offen für weitere Teilnehmende, sofern dies den Projektzielen dient und beide Parteien einverstanden sind. Ausblick und Anschlussperspektiven an die erste Kooperationsphase Die Ergebnisse der ersten Kooperationsphase werden spätestens Anfang 2027 einer kurzen Zwischenevaluierung unterzogen, um daraus eventuelle weitere Perspektiven und Formen der Zusammenarbeit z.B. einer weiterführenden Rahmenvereinbarung abzuleiten.
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VII/4518 Vorlagen-Nummer 1441/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 14.05.2024 Letter of Intent zur geplanten Zusammenarbeit zwischen dem Kölnischen Stadtmuseum und der Forschungsstelle Geschichte Kölns am Historischen Institut der Universität zu Köln Das Kölnische Stadtmuseum und die Forschungsstelle Geschichte Kölns am Histori- schen Institut der Universität zu Köln freuen sich, über eine geplante Zusammenarbeit berichten zu können. Ausgehend von einer ersten Kooperation wollen das Kölnische Stadtmuseum und die Forschungsstelle Frühe Neuzeit neben einem Pilotprojekt zu einer digitalen Anwen- dung (zu Ferdinand Franz Wallraf) konkretisieren, welche Formate und Formen diese Kooperation weiter mit Leben füllen können und wie und unter welchen Voraussetzun- gen eine Kooperation nachhaltig zu erweitern wäre. Die konkreten Leistungspakete werden in einem zweiten Schritt in konkreten Projekt-/ Kooperationsvereinbarungen zwischen den institutionellen Partnern beschrieben. In dieser Konstellation wollen das Kölnische Stadtmuseum und die Forschungsstelle Geschichte Kölns am Historischen Institut der Universität zu Köln eine neue Art der in- stitutionellen Zusammenarbeit erproben, die eine längerfristige Kooperation zwischen der Stadt Köln und einer Einrichtung der Universität zu Köln mit Blick auf Austausch und Wissenstransfer zum Ziel hat. Diese Zusammenarbeit dient der Erfüllung des stadtstrategischen Ziels 2.2 „Köln baut seine Position als führende Wissenschaftsstadt aus“. Die im Zuge der Kooperation geplante Digital-Maßnahme entspricht der Digitalstrate- gie der Museen in den drei Handlungsfeldern „Digitale Vermittlung“, „Das erweiterte Museum“ und „New Work“. Die Finanzierung der geplanten digitalen Anwendung er- folgt daher aus den für das Kölnische Stadtmuseum im zentralen Digitaletat reservier- ten Mitteln. Anlage: Entwurf Letter of Intent (ausstehend zur Unterschrift)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1441/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 13.05.2024
- Erstellt
- 26.04.2024 09:07