SV-2009/0061
Antrag der CDU-Fraktion vom 21.09.2009 betr. Entwicklung Darmstädter Innenstadt
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SV-2009/0061
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Vorlage-Nr. SV-2009/0061
Antrag der CDU-Fraktion vom 21.09.2009 betr. Entwicklung Darmstädter Innenstadt
CDU-Stadtverordnetenfraktion • Steubenplatz 12 • 64293 Darmstadt
21.09.2009
Antrag „Stärken stärken - Entwicklung der Darmstädter Innenstadt“
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse erhöhen den Handlungsdruck auf Städte
und Kommunen. Zunehmend konkurrieren diese um hochmobile Einwohner, Kunden, Touristen und
Unternehmen im Wettbewerb mit anderen Städten und Regionen. Dazu kommt erschwerend die
Konkurrenz „auf der grünen Wiese“. Deutlich veränderte Konsumgewohnheiten, neue Formen des
elektronischen Vertriebs, schwindende Kaufkraft, zurück gehende Marken-Loyalität, Auswirkungen
des demografischen Wandels und andere äußere Einflussbereiche verstärken diese Entwicklung.
Den Innenstädten kommt im Wettbewerb der Städte und Regionen eine besondere Bedeutung zu.
Image, Attraktivität, Erreichbarkeit und Qualität der Gesamtstadt werden in der subjektiven
Wahrnehmung von Außenstehenden meist an der „Visitenkarte“ Innenstadt manifestiert. Insofern
definiert sich die Attraktivität einer Innenstadt aus der räumlichen Nähe unterschiedlicher Funktionen,
wie dem Handel und Gastronomie, kulturellen Angeboten und Erlebnisqualität, ergänzende
Dienstleistungen, etwa dem Parkraum, dem öffentlichen Nahverkehr und weiteren Services, welche
die Kernleistung optimal unterstützen und ergänzen.
Um in diesem Wettbewerb konkurrieren zu können, kommt es im Wesentlichen darauf an
Alleinstellungsmerkmale zu identifizieren und diese zielgerichtet zu entwickeln. Mit Blick auf Darmstadt
sind das Attribute wie „Stadt der kurzen Wege“, Überschaubarkeit, Persönlichkeit, guter Branchenmix,
Vielfalt, u.a. durch kleine, inhabergeführte Unternehmen, kulturelle Angebote,
Kommunikationsplattformen und Treffpunkte u.a.
Für die zielgerichtete Entwicklung der Innenstadt bedeutet dies im Wesentlichen, sich dieser Attribute
anzunehmen und die vielfältigen Stärken zu stärken.
Daneben gilt es - insbesondere für die politisch Verantwortlichen-, optimale Rahmenbedingungen zu
schaffen, um eine zielgerichtete Entwicklung der Darmstädter Innenstadt zu flankieren und zu
ermöglichen.
Mit Blick auf die Ausgangslage und die besondere Konkurrenz-Entwicklung in Darmstadt, die durch
die Eröffnung des Loop 5 in Weiterstadt entsteht, sind bereits einige Anstrengungen unternommen
worden, um der neuen Wettbewerbssituation entgegenzutreten. So hat insbesondere der Handel in
den vergangenen Jahren kräftig investiert, um sich den beschriebenen Herausforderungen zu stellen.
Diese Bemühungen wurden durch entsprechende Aktivitäten des City-Marketing e.V. und der Stadt
unterstützt. Das ist zu begrüßen und zu unterstützen.
Gleichwohl ist festzuhalten, dass diese Aktivitäten bislang losgelöst von einem Gesamtkonzept
umgesetzt werden und damit nur bedingt Wirkung zeigen. Eine kontinuierliche Profilierung des
Markenkerns und eine nachhaltige Image-Bildung der Innenstadt sind dabei bislang noch nicht zu
erkennen.
in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Steubenplatz 12
64293 Darmstadt
Tel. 0 61 51 / 17 12 18
Fax 0 61 51 / 17 12 19
Internet: www.cdu-darmstadt.de
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Ferner gibt es eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten in der Innenstadt, die für Bürger, Besucher
und Handel ärgerlich sind und den Entwicklungsprozess konterkarieren. Im Wesentlichen Dinge, die
durch die städtischen Gremien abzustellen wären.
Die CDU-Fraktion sieht es daher als eine ganz wesentliche Aufgabe an, die Innenstadt in einem
Dreiklang ganzheitlich zu stärken:
• Gestaltung und Umsetzung geeigneter Rahmenbedingungen
• Entwicklung der Stärken, Fokussierung des Wettbewerbsprofils und Imagebildung
• Unterstützung dieser Prozesse mit einem nachhaltigen Marketingsupport
Dazu sind in einem ersten Schritt folgende Punkte notwendig:
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird beauftragt, folgendes Konzept zur Stärkung der Darmstädter Innenstadt zu
entwickeln und zur Umsetzung zu bringen und ggf. weitere geeignete Maßnahmen zu initiieren.
Überarbeitung und Fortschreibung einer nachhaltigen Marketingstrategie für die Entwicklung
der Darmstädter Innenstadt
Darin sind die Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile der Darmstädter Innenstadt
herauszuarbeiten und mit Maßnahmen zu untersetzen, die diese unterstützen und weiter entwickeln.
Zunächst mit Blick auf die relevanten Zielgruppen aus der Darmstädter Bevölkerung, die besondere
Situation von Besuchern, Touristen und Kongressgästen der Stadt.
Ferner mit Blick auf die Funktion als Oberzentrum. Die emotionale Bindung der Bewohner aus dem
Umland zur Darmstädter Innenstadt ist meist nicht so stark ausgeprägt, wie bei den Darmstädtern
selbst. Hier sind besondere Anstrengungen erforderlich, um eine Abwanderung der Kunden zu
verhindern und Anreize für einen Besuch der Innenstadt zu schaffen.
Gegenüber dem bisher verfolgten Ansatz singulärer Maßnahmen sollen künftig alle Aktivitäten in
einem integrierten Innenstadtkonzept zusammengeführt werden. Dazu sind weitere relevante
Handlungsfelder zu integrieren, um die einzelnen Aufgabenstellungen, die bei unterschiedlichen
Aufgabenträgern liegen, in eine gemeinsame Richtung zu treiben. Damit soll sichergestellt werden,
dass alle Aktivitäten auf den Markenkern einzahlen.
Folgende Aktivitäten sind schwerpunktmäßig zu verfolgen. Als Beispiele seien genannt:
• Ein aktives „Anti-Leerstandsmanagement“, das Eigentümer bei der Vermietung
leerstehender Geschäftsflächen aktiv unterstützt. So ist z.B. mit den Eigentümern der
Markthalle/Carree oder Kaufhalle aktiv nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, um dem
Leerstand und der Verwahrlosung des Gebäudes entgegenzuwirken.
• Ferner sind Konzepte für die Attraktivitätssteigerung und Erschließung der
Einkaufsflächen außerhalb der 1a-Lagen zu entwickeln (Schulstraße, Mollerstadt,
Landgraf-Georg-Straße usw.), um attraktive Flächen- und Entwicklungsreserven zu
schaffen.
• Inhabergeführten Geschäften muss eine besondere Stellung und Unterstützung
zukommen. Dazu sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Diese Handelsunternehmen
prägen das Bild Darmstadts als Einkaufsstadt ganz wesentlich und differenzieren die
Innenstadt gegenüber den Shopping-Centern auf der Grünen Wiese, wo sich im
Wesentlichen gleichförmige Filialisten niederlassen.
• Kommunikations- und Treffpunkte sind weiter zu entwickeln und zu unterstützen. z. B.
das gastronomische Angebot ausbauen, die den Verlust des Mittagsangebots der
Centralstation kompensieren
• Schaffung von Aufenthalts-, Ruhe- und Kommunikationsbereiche außerhalb der
Gastronomie (Relaxing ohne Verzehrzwang)
• Ein attraktiver Wochenmarkt, mit kundengerechten Öffnungszeiten und attraktiven
Angeboten
• Ergänzende Serviceleistungen, wie Paketaufbewahrung, Lieferdienste u. ä., Diese sind
durch die Stadt bzw. das Citymarketing bei den Unternehmen zu initiieren.
• Kinderfreundliche Angebote, Spielmöglichkeiten, Aufenthalts- und Rückzugsbereiche für
Familien mit Kindern schaffen.
• Die Einrichtung eines Kinderspielweges sowie eines Kinderspielplatzes muss daher
zwingend zeitnah umgesetzt werden
Die Marketingstrategie ist kontinuierlich fortzuschreiben. Daraus sind entsprechende
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Marketingaktivitäten und sonstigen Umsetzungsmaßnahmen zu entwickeln. Zur Finanzierung sind die
vorhandenen Instrumente auszubauen und zu optimieren. Für die Anfangs-Investitionen, z.B.
Imagegenerierung, Unterstützung neuer Service-Angebote und ähnliches, sind entsprechende
Haushaltsmittel bereit zu stellen. Nach weiteren Finanzierungsinstrumenten (Sponsoring) ist zu
suchen. Ferner sind Aktivitäten für eine effektive Erfolgskontrolle bzw. Nachjustierung der Strategie
und Maßnahmen zu initiieren
Neben der strategischen Entwicklung der Innenstadt gilt es, relevante Schwachstellen in den
Rahmenbedingungen zu beseitigen. Dies ist erforderlich, um den Entwicklungsprozess zu
unterstützen und ergriffene Maßnahmen nicht zu konterkarieren:
„Willkommen in Darmstadt“
Auswärtige Besucher werden derzeit an den Darmstädter Stadteingängen mit einem überwiegenden
traurigen und wenig einladenden Eindruck empfangen. Am Ostbahnhof bestimmen z. B.
Abfallcontainer, Betonkübel und eine wahre Kraterlandschaft das Bild. Auch das Umfeld der
Stadtgrenze anderer Hauptzufahrtsstraßen befindet sich in einem ungepflegten Zustand. Auf
Touristisch interessante Punkte, Besonderheiten und Attraktionen wird nur unzureichend und wenig
einladend hingewiesen.
Die Informationsgebung am Hauptbahnhof ist zu verbessern. Die Situation an den Stadtteilbahnhöfen
ist dringend verbesserungswürdig.
Der Hauptanschlusspunkt des Darmstädter Nahverkehrs, der Luisenplatz, ist einem wenig
einladenden Zustand (Sauberkeit, Sicherheit). Die Warte- und Einstiegssituation für die Fahrgäste und
der Platzbelag sind wenig einladend.
Die Stadt muss sich bereits an der Haustür „herausputzen“ und einladend präsentieren. Auswärtige
Besucher sollen künftig bereits am Stadteingang einen positiven Eindruck der Stadt erhalten.
Künstlich geschaffene Engpässen, unverständliche Verkehrsführungen, desolate Straßen und
Radwege und hausgemachter Staus durch Ampelschaltungen verleiden vielen die Fahrt nach
Darmstadt. Es gilt, die Darmstädter Innenstadt unkompliziert erreichbar zu machen. Besucher und
Kunden dürfen nicht in Staus gezwungen und durch unnötige Verzögerungen gegängelt werden. Der
Verkehrsfluss muss dringend verbessert werden, künstliche Engpässe, wie bspw. in der Rheinstraße
müssen beseitigt werden. Elektronische Informationsmedien müssen die Orientierung verbessern.
„Parken in Darmstadt“ muss endlich zur Chefsache gemacht werden.
Es sind Initiativen zu entwickeln, um für mehr Wettbewerb bei der Parkraumbewirtschaftung zu
sorgen. Hohe Parkgebühren sind ein erheblicher gefühlter und faktischer Standortnachteil. Die
aktuelle Preiserhöhung ist mit Blick auf die kostenlose Parksituation im Loop 5 kontraproduktiv. Es
muss eine Bestandsaufnahme städtischer, in städtischem Zugriff befindlicher sowie weiterer
geeigneter Stellplätze erfolgen und ein Parkraumbewirtschaftungskonzept auf den Weg gebracht
werden.
Ziel muss ein, kurzfristig ein Zeichen zu setzen und mittel bis langfristig mehr Wettbewerb, besser
erreichbare Parkplätze und günstigere Konditionen zu erreichen.
Kreative Ansätze und Eigeninitiative aus dem Einzelhandel sind zu unterstützen, kundenorientiert
weiter zu entwickeln und in die Marketingstrategie zu integrieren.
Darüber sind innovative Mobilitätsangebote für die Innenstadt zu initiieren (z.B. Call a bike,
Rikschadienste u. ä.).
Die Aufenthaltsqualität verbessern – Wohlfühl-City!
Das Erscheinungsbild ist die Visitenkarte einer Innenstadt. Sauberkeit und Sicherheit muss daher ein
höherer Stellenwert eingeräumt werden.
• Müllablagerungen, fehlende und verdreckte Sitz-Bänke, verschmutzte und kaputte
Springbrunnen rund um den Luisenplatz sind nicht zu akzeptieren und müssen in einer
„Sauberkeitsoffensive“ bereinigt werden.
• Öffentlichem Drogen- und exzessiven Alkoholkonsum muss mit geeigneten Maßnahmen
begegnet werden.
• Neben Polizei- und Ordnungskräften könnten zudem Freiwillige Polizeihelfer, auch bei
Großveranstaltungen in der Innenstadt, spürbar zu einem Mehr an Sicherheitsempfinden
beitragen.
• Mehr Grün in der Innenstadt und schöneres Grünanlagen sorgen ebenfalls für mehr
Aufenthaltsqualität
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• Plätze, Gehwege und Radwege müssen sich in einem sicheren und intakten Zustand für alle
Verkehrsteilnehmer präsentieren. Die vielen in der Innenstadt vorhandene Schäden müssen
künftig zeitnah behoben werden.
• Für Radfahrer müssen ausreichend und sichere Fahrradständer vorhanden sein.
5. „Darmstadt hat Mehrwert“ – Mehrwerte für die Innenstadtentwicklung
Anders als eine Shopping-Mall auf der „grünen Wiese“ hat Darmstadt ein reichhaltiges Umfeld zu
bieten. Neben oder nach dem Einkaufserlebnis, kann sich bspw. ein Besuch in einem der zahlreichen
Restaurants, Gaststätten oder Bars anschließen. Kunst- und Kulturinteressierte finden in der
Darmstädter Innenstadt und in den angrenzenden Stadtteilen ein passendes Angebot: Gärten und
Parks, Stadtkrone-Mathildenhöhe, Galerien, Ausstellungen, Theater, Museen, Konzerte,
Jugendstilbad usw.
• Für das Innenstadtmarketing müssen die Potentiale, insbesondere aus dem kulturellen
Bereich besser erschlossen werden.
• Es muss künftig gelingen, kulturelle Höhepunkte besser für das Innenstadtmarketing zu
instrumentalisieren und sich nicht mit Events oder Sonntagsaktionen an austauschbaren
„Allgemeinplätzen“ zu orientieren.
• Für die künftige Profilierung gilt es, insbesondere die kulturellen Potentiale einzubinden und
Synergien zu erschließen. Dies vor auch vor dem Hintergrund der beschränkten Budgetmittel.
• Dazu sind entsprechend intelligente und clevere Marketinginstrumente zu entwickeln,
Stichwort „Guerillamarketing“, um insbesondere die Besucher der umliegenden
Einkaufszentren zu adressieren.
Weitere Begründung erfolgt mündlich.
Hans Wegel
Ctirad Kotoucek Rafael Reißer MdL
Stadtverordnete Fraktionsvorsitzender
Beratungsverlauf (1)
Orte (6)
- Schulstraße
- Landgraf-Georg-Straße
- Rheinstraße
- Steubenplatz 12
- Luisenplatz
- Am Hauptbahnhof
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2009/0061
- Typ
- Antrag
- Datum
- 21.09.2009
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00