BKA 0837
Anfrage der Fraktion Bd. 90/DIE GRÜNEN v. 07.05.2024: Braunkohleförderung 2023, 2024 und zukünftigen Prognosen
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Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 2 zu TOP 10.2_Beantwortung RWE_Braunkohleförderung 2023 2024 zukünftige Prognose)
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RWE RWE Power AG | Auenheimer Str. 27 |50129 Bergheim Geschäftsstelle des Braunkohlenausschusses Köln Tagebauplanung irk . u Name Hillebrecht Bezirksregierung Köln Telefon 02271751-22877 Dezernat 32, Frau Eva Kuhl E-Mail Claudia.Hillebrecht 1, H @rwe.com Scheidtweilerstr. 4 Postanschrift Auenheimer Str. 27 50129 Bergheim 50933 Köln Bergheim, 16. Mai 2024 Sitzung des Braunkohlenausschusses am 14.06.2024 Beantwortung der zweiten Anfrage der Fraktion Die Grünen (Thema: Braunkohleförderung) Sehr geehrte Frau Kuhl, sehr geehrte Damen und Herren, mit Mail vom 08.05.2024 leiteten Sie uns die zweite Anfrage der Fraktion Die Grünen zur Braunkohlenausschusssitzung am 14.06.2024 mit der Bitte um Beantwortung weiter. Inhaltlich zielt diese Anfrage auf die vergangene und prognostizierte Braunkohleförderung. Die erste Frage der Fraktion Die Grünen bezieht sich auf eine Studie der Prog- nos AG vom 24.03.2024 mit dem Titel „Auswertung der Kohleverstromung im Rheinischen Revier und Entwicklung der Kohleverstromungsmengen“ so- wie auf das Kurzgutachten von BET zur Ermittlung des Braunkohlebedarfs bei einem Kohleausstieg bis 2030 im rheinischen Revier vom 21.09.2022. Beide Gutachten wurden nicht von uns in Auftrag gegeben, so dass die dort ge- nannten Zahlen auch nicht von uns geprüft wurden. Wie aber bereits in Beant- wortung der Anfrage der Fraktion Die Linke zur letzten Braunkohlenaus- schusssitzung mitgeteilt, erläutern wir gern noch einmal unsere Sicht auf die Entwicklung der geringeren Stromerzeugung aus Braunkohle in den letzten ein bis zwei Jahren. Die Bruttostromerzeugung ist durch den deutlichen Rückgang der Industrie- produktion und die damit verbundene niedrigere Nachfrage der stromintensi- ven Industrie gesunken. Zusammen mit dem starken Zubau der Erneuerbaren Energien und der damit verbundenen vergleichsweise hohen Einspeisung im letzten Jahr und der Tatsache, dass im Saldo Strom importiert wurde, ist die inländische konventionelle Stromerzeugung deutlich zurückgegangen. Durch die vergangenen milden Winter war die Nachfrage nach Gas vergleichsweise gering und hatte volle Gasspeicher und damit fallende Gaspreise zur Folge. Die Kombination der o.g. Faktoren führte zu einer geringeren Erzeugung aus Braunkohle. Die Braunkohle hatte in Summe in den beiden Jahren 2022 und 2023 einen Anteil von rd. 20% am Strommix. Damit hat die Braunkohle einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland geleistet. Die For 125 years. RWE Power Aktiengesellschaft Betriebsstätte Auenheimer Straße 27 50129 Bergheim T +49 2271 751-0 F +49 2271751-1414 | www.rwe.com Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Michael Müller Vorstand: Dr. Frank Weigand (Vorsitzender) Steffen Kanitz Dr. Lars Kulik Kemal Razanica Sitz der Gesellschaft: Essen Eingetragen beim Amtsgericht Essen HRB 17420 Bankverbindung: Commerzbank Köln BIC COBADEFF370 IBAN: DE72 3704 0044 0500 1490 00 Gläubiger-IdNr. DE37ZZZ00000130738 USt-IdNr. DE 8112 23 345 St-Nr. 112/5717/1032 RWE Seite 2 Entwicklungen, die zu einer geringeren Erzeugung geführt haben, waren in 2022 vor dem Hintergrund des Angriffskrieges auf die Ukraine nicht abseh- bar. Neben der reinen Erzeugung hat bereits die Vorhaltung von Kapazität in den Kraftwerken und im Tagebau und die damit verbundene sichere Bereit- stellung und Verfügbarkeit von Strom einen hohen Wert für die Versorgungs- sicherheit. In Bezug auf die Frage nach den realen Fördermengen verweisen wir auf die Veröffentlichung des DEBRIV Bundesverband Braunkohle. In der Broschüre „Braunkohle in Deutschland Daten und Fakten 2023“ (https://braunkohle.de/wp-content/uploads/2024/04/20240325_10.-Kor- rekturfahne_DEBRIV_Statistikflyer-de_105x210mm.pdf) finden Sie die An- gaben zu allen drei Braunkohlerevieren in Deutschland. Im Rheinland wurden in 2023 48,3 Mio. t Braunkohle gefördert, von denen 41,9 Mio.t für die Strom- und Fernwärmeerzeugung eingesetzt wurden. Die Fragen zwei und drei der Anfrage der Fraktion Die Grünen zielen auf Prog- noseberechnungen der RWE Power AG ab. Hier bitten wir um Verständnis, dass wir solche Zahlen als Geschäftsgeheimnis einstufen und nicht veröffent- lichen. Generell gilt aber, dass für das Tempo des Kohleausstiegs in Deutsch- land der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Bau von flexiblen Ba- ckup-Kraftwerken entscheidend ist. Um den Kohleausstieg 2030 zu ermögli- chen, arbeitet die Bundesregierung mit Hochdruck an der Umsetzung ihrer Kraftwerksstrategie, denn aus Gründen der Versorgungssicherheit braucht es neben der volatilen Stromerzeugung aus Wind und Sonne auch Kraftwerke, die dann bereitstehen, wenn der Wind nicht weht und Sonne nicht scheint. RWE will bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen und folgt dabei dem gesetzlich festgelegten Fahrplan. Erst vor wenigen Wochen wurden fünf Kraftwerksblöcke von Netz genommen, die aufgrund der Energiekrise in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine noch etwas länger genutzt wer- den mussten, um knappes Erdgas bei der Stromerzeugung einzusparen. Die- ses Beispiel zeigt, dass es gut ist, über ein resilientes System zu verfügen, mit dem auch unvorhersehbare Situationen gemeistert werden können. Neben den o.g. fünf Blöcken wird RWE Power zudem einen weiteren 300-MW-Block gemäß KVBG zum 01.01.2025 stilllegen. Die vierte Frage zu der Möglichkeit einer weiteren Verkleinerung des Abbau- feldes Garzweiler beantworten wir dahingehend, dass das Abbaukonzept für den Tagebau Garzweiler zusammen mit dem Abbaukonzept für den Tagebau Hambach die Deckung des jährlichen und des gesamten Kohlebedarfs an der Nord-Süd-Bahn sowohl für den Regel-/Leistungsbetrieb der Kraftwerke und Veredlungsbetriebe bis Ende März 2030 als auch für einen eventuell notwen- digen Reservebetrieb (Blöcke mit einer Leistung von 3.600 MW) bis Ende 2033 sicherstellt. Wesentlich ist, dass die verkleinerten Abbaufelder des Ta- gebaus Garzweiler und des Tagebaus Hambach so bemessen sind, dass sie die bestehenden Wiedernutzbarmachungsverpflichtungen durch die Bereit- stellung ausreichender Mengen von Abraum und Rekultivierungsmaterial knapp erfüllen können. Die Abraumkonzepte für beide Tagebaue wurden im Auftrag der Bezirksregierung Köln auch bereits gutachterlich überprüft und für richtig befunden. RWE Seite 3 Die Frage fünf der Anfrage der Fraktion Die Grünen bezieht sich wiederum auf Inhalte der Studie von Prognos, die wir nicht geprüft haben und auch nicht be- werten wollen. Mit freundlichen Grüßen und Glückauf RWE Power Aktiengesellschaft PPQa. ppa. di Met Eyll-Vett Dr. Marx
Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Anl. 1 zu TOP 10.2:Anfrage Grüne v. 07.05.2024_Braunkohleförderung 2023 2024 zukünftige Prognose)
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Anfrage zum Braunkohleausschuss am 14.06.2024 zur Braunkohleförderung
2023, 2024 und zukünftigen Prognosen
Sehr geehrter Herr Götz,
Der WDR berichtete am 19.4. (Vgl.Anlage) unter Bezugnahme auf eine Studie von Prognos
vom 21.4.2024 (ebenfalls als Anlage beigefügt), dass in dem Jahr 2023 und in den Monaten
Januar und Februar 2024 die Braunkohleförderung im Rheinischen Revier wesentlich unter
den Erwartungen und bisherigen von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Studien
(BET) aus dem Jahre 2022 lägen. Grund sei vor allem ein stärker und schneller als
angenommen gesunkener Gaspreis.
1.) Können die Bezirksregierung und RWE die Zahlen der Prognosstudie bestätigen? Wie
hoch liegen die Differenzen zwischen den von BET angenommenen und inzwischen
tatsächlichen realen Fördermengen (bitte auch die Monate März, April und Mai einbeziehen)?
2.) Wie lauten die neuen Verbrauchsprognosen für das Jahr 2024? Wie unterscheiden sie sich
von den gutachterlichen Zahlen von BET?
3.) Gibt es vor diesem Hintergrund neue Prognoseberechnungen für die Jahre bis 2030?
Mit welchen Produktionsvoraussageberechnungen bis 2030 operiert aktuell RWE? Auf wie
hoch beziehen sich hierbei mögliche CO2-Einsparungen gegenüber den BET-Prognosen bis
2030?
4.) Falls der Trend zu deutlich weniger Förderung von Braunkohle im Rhenischen Revier
anhalten sollte, wäre es möglich, das vorgesehene Abbaugebiet weiter zu verkleinern und über
die schon genannten bzw. in den neuen Planentwürfen aufgeführten etwa 40ha zusätzlich zu
erhaltener Fläche im Westen des zukünftigen Garzweiler Sees weitere wertvolle
landwirtschaftliche bzw. natürliche Bodenflächen und -Strukturen zu erhalten? Wäre es auch
möglich, die Abstände zu den Dörfern weiter zu vergrößern?
An den
Vorsitzenden des
Braunkohlenausschusses
Herrn Stefan Götz
Bezirksregierung Köln
Geschäftsstelle Braunkohlenausschuss
50667 Köln
GRÜNE im Braunkohlenausschuss
Bezirksregierung, Raum H 455
Zeughausstraße 2-10
50667 Köln
0177 7473808 oder 0172-6431213
gruene.regionalrat-koeln@gmx.de
www.gruene-regionalrat-koeln.de
Köln, den 07.05.2024
5.) Wie werden die in der Prognosstudie angestellten Wirtschaftlichkeitsvergleiche Braunkohle
versus Erdgas beurteilt? Teilen die Bezirksregierung und RWE hier im Grundsatz die
Aussagen der Prognos-Studie?
Für die Beantwortung der Anfrage bedanken wir uns im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Horst Lambertz, Fraktionsvorsitzender
Manfred Krause, Mitglied des Braunkohleausschusses
Anlagen:
Analyse BET/ NRW.Energy4Climate zur Braunkohle-Verstromung
Kurzgutachten zur Ermittlung des Braunkohlebedarfs bei einem Kohleausstieg bis 2030 im
rheinischen Revier, 21.09.2022 Aachen
https://www.wirtschaft.nrw/system/files/media/document/file/anlagen_ergebnisbericht_02_0.p
df
Analyse Prognos zur Braunkohle-Verstromung Prognos, Berlin 24.03.2024
Auswertung der Kohleverstromung im Rheinischen Revier und Entwicklung der
Kohleveredlungsmengen
https://www.bund-nrw.de/fileadmin/nrw/dokumente/braunkohle/2024-03-24-Prognos-
Kohleverstromung-und--veredelung-web.pdf
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- BKA 0837
- Typ
- Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss
- Datum
- 14.06.2024
- Erstellt
- 17.05.2024 12:48