AN/0693/2021
Änderungsantrag - Impfzentrum Chorweiler - Änderungsantrag FDP
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Änderungsantrag (FDP BV6)
5702 Zeichen
Eingang beim Bezirksbürgermeister:
AN/0693/2021
Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)
Änderungsantrag - Impfzentrum Chorweiler - Änderungsantrag FDP
Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
ich bitte darum, den folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung
6 (Chorweiler) zu nehmen. Der Beschluss soll wie folgt ergänzt werden:
Beschluss
Die Verwaltung wird beauftragt:
Impfstoffe, die an die Stadt Köln geliefert werden, priorisiert an Hausärzte zu
vergeben.
Zu prüfen, ob in der Stadt Köln und im Bezirk Chorweiler zusätzlich Betriebsärzte,
Veterinärmediziner und weitere Fachärzte in die Impfungen miteinbezogen werden
können.
Informationen über die Impfstoffe auf der Internetseite der Stadt Köln in zusätzlichen
Sprachen anzubieten (u.a. Englisch, Türkisch, Russisch, Arabisch).
Eine Informationskampagne im Bezirk Chorweiler zu starten, bei der bekannte
Akteure des Stadtbezirks in unterschiedlichen Sprachen über die Impfkampagne
aufklären, um so gerade in der migrantischen Community die Akzeptanz zu erhöhen.
Begründung
Die Impfkampagne in Deutschland verläuft weiter schleppend. Der bis hierhin maßgebliche
Grund dafür – die fehlenden Impfdosen – wird mit zunehmenden Lieferungen in den
nächsten Wochen und Monaten wegfallen. Im Ge genzug werden aber zwei neue
in der Bezirksvertretung
Chorweiler
Joshua Schlimgen
Mennweg 20
50769 Köln
Mail: Joshua.Schlimgen@stadt-
koeln.de
Joshua Schlimgen – Mennw eg 20 50769 Köln
Gleichlautend
Herrn Bezirksbürgermeister Frau Oberbürgermeisterin
Reinhard Zöllner Henriette Reker
Pariser Platz 1 Hist. Rathaus
50765 Köln 50667 Köln
Flaschenhälse entstehen: (a) wie schnell wir die vielen Dosen verimpfen können und (b) wie
viele Menschen dazu bereit sind, sich tatsächlich impfen zu lassen.
(a)
Das Impfzentrum in der Koelnmesse wird zukünftig bis zu 7000 Me nschen impfen können.
Bald schon werden diese Kapazitäten nicht mehr ausreichen, um den gesamten gelieferten
Impfstoff zu vergeben. Gleichzeitig haben die Hausärzte zuletzt bei der Grippeschutzimpfung
eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie schnell und un bürokratisch auch weite Teile der
Bevölkerung vakziniert werden können. Im Fünfminutentakt könnte so die Immunisierung in
den über 600 hausärztlichen Praxen in Köln vorangetrieben werden. Die Menschen in der
Stadt und im Bezirk kennen ihre Hausärzte und ve rtrauen ihnen, wodurch auch die
Akzeptanz des Impfstoffs steigt. Deswegen sollte die Impfung beim eigenen Hausarzt
gegenüber dem Impfzentrum der Stadt Köln priorisiert werden.
Neben den Hausärzten sind aber auch weitere Fachärzte dazu fähig und bereit, ih ren Teil
zur Verteilung der Impfdosen zu beizutragen. Gerade auch die Betriebsärzte der großen
Industrieanlagen im Kölner Norden können schnell und unkompliziert ihre Belegschaft sowie
weitere Impfwillige bearbeiten. Auch der Bundesverband der Tierärzte ha t bereits seine
Unterstützung angeboten. Wir befinden uns nicht in einer Situation, bei der wir wählerisch
sein sollten, beim Impfen gilt: Tempo, Tempo, Tempo.
(b)
Eine breite Impfinfrastruktur nützt nichts, wenn den Menschen das Vertrauen in die Vakzine
fehlt und nur wenige zur freiwilligen Impfung bereit sind. Deswegen ist es wichtig, dass alle
Verbände – der Bund, das Land NRW, aber auch die Stadt Köln – an einem Strang ziehen,
um gemeinsam die Bevölkerung zu informieren. Auf der Internetseite der Stadt Köln finden
sich umfassende Informationen zu den Impfungen allgemein, aber auch über den Betrieb der
Impfzentren1. Diese Informationen sind aber, mit Ausnahme weniger Dokumente,
ausschließlich auf Deutsch verfasst und berücksichtigen so nicht, dass viele Migranten zB in
Chorweiler aber auch in anderen Stadtbezirken Probleme mit der deutschen Sprache haben.
Deswegen sollten alle Informationen auf der Internetseite der Stadt Köln zu den Impfungen
zumindest auch auf Englisch abrufbar sein, bestenfalls aber au ch in den Sprachen der
größten Migrantengruppen in Köln.
Nicht zuletzt die Analyse des Fraunhofer -Instituts hat gezeigt, dass die Infektionszahlen in
sozial schwächeren Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil tendenziell höher sind. Neben
strukturellen Gründen – etwa das Zusammenleben in großen Familien auf kleinem Raum,
der Verrichtung körperlicher Arbeit ohne Möglichkeit auf Home Office – spielt auch Skepsis
bzw. fehlende Aufklärung unter Migranten eine Rolle. Damit diese Probleme ausgeräumt
werden können, sollte eine Werbekampagne gestartet werden, bei der im Bezirk Chorweiler
bekannte und vertraute Personen über die Impfstoffkampagne auch in den jeweiligen
Landessprachen aufklären. In Berlin-Neukölln hat der Bezirksbürgermeister gemeinsam mit
verschiedenen Personen (etwa einem Psychologen, dem Leiter des Deutsch -Arabischen
Zentrums, einem Imam der Neuköllner Begegnungsstätte und Sprachmittlerinnen) Videos in
unterschiedlichen Sprachen veröffentlicht, um so die Migranten im Berliner Bezirk
anzusprechen2. D iese Aktion hat Vorbildcharakter und sollte auch im Bezirk Chorweiler
durchgeführt werden. Auf diesem Wege schaffen wir es, weite Teile der Bevölkerung bis zum
Sommer geimpft zu bekommen.
1 Abrufbar unter: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/gesundheit/infektionsschutz/corona -
virus/corona -impfungen
2 Abrufbar unter: https://www.berlin.de/ba -neukoelln/corona/impfen -gegen-corona -wem-kann-ich -glauben -
1050378.php
Mit freundlichen Grüßen
Joshua Schlimgen
Bezirksvertreter
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungOrte (2)
- Mennweg 20
- Pariser Platz 1
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- AN/0693/2021
- Typ
- Änderungsantrag BV6 (FDP)
- Datum
- 13.04.2021
- Erstellt
- 08.04.2021 14:25