V/0334/2007
Energie- und Klimaschutzbilanz 2005 für Münster
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Berichtsvorlage
5087 Zeichen
V/0334/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Energie- und Klimaschutzbilanz 2005 für Münster Beratungsfolge 22.05.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht Bericht: Der Bericht enthält die dritte Energie- und Klimaschutzbilanz der Stadt Münster, die zusammen mit der Basisjahrbilanzierung des Beirats für Klima und Energie und den vorangegangenen Bi- lanzierungen 1995 und 2000 eine Trendbetrachtung über den Zeitraum 1990 bis 2005 ermög- licht. Die vom Beirat für Klima und Energie jährlich geplante Erfolgskontrolle ist auf Grund des hohen Arbeitsaufwandes für die Zusammenstellung der Basisdaten und vor dem Hintergrund der Per- sonalausstattung der Koordinierungsstelle für Klima und Energie (Klenko) 1999 auf einen fünfjäh- rigen Rhythmus gestreckt worden. Zudem wird der Wärmeatlas der Stadtwerke Münster GmbH, der die wesentliche Datengrundlage darstellt, auch nur alle fünf Jahre erstellt. Für das Jahr 2005 haben die Daten der Stadtwerke Münster GmbH Ende 2006 vorgelegen. Wie sieht nun die Klimaschutzbilanz für Münster nach 15 Jahren aus? Reichten die begonnenen Maßnahmen aus und wurde das Ziel der CO 2-Einsparung von 25 % bis 2005 erreicht? Oder muss Münster - wie viele andere Kommunen auch – unter Berücksichtigung des stetig wachsen- den Energieverbrauches eher resignieren? Das Ergebnis der Energie- Klimaschutzbilanz 2005 kann in drei Varianten dargestellt werden, da unter Berücksichtigung verschiedener Ansätze sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Der Berechnungsansatz des Beirates für Klima und Energie von 1995 berücksichtigt für den Ein- satz der Kraft-Wärme-Kopplung eine sogenannte „Stromgutschrift“, die auf der Basis der damali- gen Verhältnisse ermittelt worden ist. Es stellt sich die Frage, ob das heute noch sachgerecht ist, da die Verhältnisse sich auf dem Strommarkt erheblich verändert haben. Darüber hinaus ist bei der Bewertung der Ergebnisse zu berücksichtigen, dass 2005 das GuD-Heizkraftwerk der Stadt- werke Münster nur zwei Monate in Betrieb war. Aus diesem Grund wird die CO 2-Bilanz in drei Varianten dargestellt: Vorlagen-Nr.: V/0334/2007 Auskunft erteilt: Frau Wildt Ruf: 492 67 03 E-Mail: WildtB@stadt-muenster.de Datum: 07.05.2007 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0334/2007 ⇒ Auf der Basis des Berechnungsansatzes des Beirates mit den tatsächlichen Zahlen und Verhältnissen für 2005 ⇒ Auf der Basis des Berechnungsansatzes des Be irates aber unter der Annahme, dass das GuD-Heizkraftwerk der Stadtwerke Münster ganzjährig in Betrieb gewesen wäre ⇒ Auf der Basis eines aktualisierten Berechnungsansatzes für die Stromgutschrift und der Annahme des ganzjährigen Betriebes des GuD-Heizkraftwerkes Es ergeben sich somit folgende Ergebnisse für die CO2-Bilanz der Stadt Münster: ⇒ Bei der einfachen Bilanzierung des Jahres 2005 wird trotz deutlich steigendem Strom- verbrauch eine CO2-Einsparung von 6,4% erreicht. ⇒ Führt man den Berechnungsansatz des Beirates für Klima und Energie bei Ansatz eines ganzjährigen Betriebes des GuD-Heizkraftwerkes fort, würde eine CO 2-Einsparung von ca. 21% erzielt. ⇒ Unterstellt man den ganzjährigen Betrieb des GuD-Heizkraftwerkes für das Jahr 2005 und setzt den aktuellen Strommix für die Stromgutschrift an, so verbessert sich die CO 2-Bilanz für Münster auf 10,5% CO2-Einsparung gegenüber 1990. Die detaillierte Darstellung der Ergebnisse und Berechnungsansätze ist dem beigefügten Bericht zu entnehmen. Insgesamt ist festzustellen, dass die Einsparungen im Raumwärmebereich wei- terhin durch die Entwicklungen und Trends im Stromverbrauch teilweise überkompensiert wor- den. Das vom Rat der Stadt Münster vorgegebene Ziel einer CO 2-Reduzierung um 25% bis 2005 wird deswegen trotz aller Anstrengungen nicht erreicht. Erreicht werden konnte aber eine deutli- che Trendwende, die vor allem durch den Neubau des GuD-Heizkraftwerkes der Stadtwerke be- dingt ist. Diese einmalige und für den Klimaschutz in Münster bedeutende Maßnahme kann aber die Vielzahl an kleineren Klimaschutzmaßnahmen wie z.B. das Gesamtkonzept Altbausanierung, die energiegerechte Bauleitplanung oder Stromsparkampagnen für Bürger und Unternehmen und viele weitere Maßnahmen nicht ersetzen. Weitere Anstrengungen sind daher auch für die von der Deutschen Umwelthilfe prämierte „Bun- deshauptstadt im Klimaschutz“ notwendig, um den Klimaschutzherausforderungen der Zukunft zu begegnen. Am 24. August 2007 sollen daher im Rahmen einer Klimaschutz-Konferenz für Müns- ter die neuen Klimaschutzziele der Stadt erarbeitet und diskutiert werden. Dafür soll der ehemali- ge Beirat für Klima und Energie, der aus fünf Wissenschaftlern bestand, wieder zusammengeru- fen werden und mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und verschiedenen Institutionen einen Vor- schlag für die neuen Klimaschutzziele der Stadt Münster erarbeiten. i.V. Schultheiß (Stadtdirektor) Anlagen: Bericht der Klimaschutz- und Energiebilanz 2005 für die Stadt Münster
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0334/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 03.05.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37