Gesundheitsschutz bei Extremhitze
Antrag nach § 3 der GeschO des Rates AN/0544/2025 vom 05.05.2025
Stand: Am 19.05.2025 in der Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) ungeändert beschlossen.
Die KI fasst die Dokumente zusammen. Das dauert bis zu drei Minuten.
Dokumente
-
Sachstandsbericht BV
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
Dezernat, Dienststelle I/02-3/0 Vorlagen-Nummer AN/0544/2025 Stand: 16.06.2025 Sachstandsbericht Gesundheitsschutz bei Extremhitze Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Beschluss: Die Bezirksvertretung Lindenthal fordert die Verwaltung auf, den städtischen „Hitze-Aktions- plan“ für den Bezirk Lindenthal zu konkretisieren: In den Sommermonaten wird in jedem Stadtteil unseres Bezirkes mindestens ein „Kühlspot“ eingerichtet, dabei sind örtliche Organisationen, Kirchen, Schulen und Gastronomie einzube- ziehen. In diesem kühlen „Pop-up-Ort“ muss es ein kostenloses Frischwasser-Angebot (RheinEnergie ist ja Projekt-Teilnehmer) und schattige Sitzmöglichkeiten geben. Status in Bearbeitung erledigt Aktueller Bearbeitungsstand: Der Klimawandel schreitet voran. Auch in Köln zeigt sich, dass die Anzahl der Sommertage (Temp. über 25°C) und der heißen Tage (Temp. über 30°C) zunehmen. Die Stadt Köln muss sich auf länger anhaltende Hitzewellen mit Spitzentemperaturen von mehr als 40°C einstellen. Diese Entwicklung hat der Deutsche Wetterdienst in einer aktuellen Stadtklimasimulation für Köln 2024 weiter bestätigt. Die Ergebnisse finden Sie hier: Klimasimulation des Deutschen Wetterdienstes für Köln - Stadt Köln Die Stadt Köln stellt sich mit verschiedensten Aktivitäten auf diese Entwicklung ein. Die Koordinationsstelle „KlimawandelAnpassungsManagement (KAM)“ beim Umwelt- und Verbraucherschutzamt wurde eingerichtet um die Aktivitäten zu bündeln und ist mit folgenden Aufgaben betraut: Aktuell wird das Integrierte Klimaanpassungskonzept – IKA Köln erstellt, welches die bereits vorhandenen sektoralen Konzepte bündelt. Die integrierte stadtweite Betrachtung stellt sicher, dass Klimawandelanpassung als eine breite Querschnittsaufgabe für die gesamte Stadtver- waltung verstanden wird. Derzeit werden die Projektschritte der Öffentlichkeits- und der Äm- terbeteiligung zur Entwicklung der Maßnahmen koordiniert. Auf der Homepage der Stadt sind 2 unter dem Link www.stadt-koeln.de/klimaportal alle Informationen zum Thema Klimawan- delanpassung zentral zusammengeführt. Das KAM beinhaltet zudem die Hitzeaktionsplanung. Der Kölner Hitzeaktionsplan hat die Ziel- setzung die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung und insbesondere für vulnerable Gruppen abzumindern und die Resilienz zu steigern. Zu den wichtigsten Bestandteilen der Kölner Hitzeaktionsplanung gehören die Elemente Kom- munikation und Informationsverbreitung sowie Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnah- men. Der Hitzeaktionsplan sieht daher präventive Maßnahmen für das Wohlergehen der Be- völkerung vor und wird laufend weiterentwickelt. Mit der interaktiven Karte „Kühle Orte in Köln“ ermöglicht das Umwelt- und Verbraucher- schutzamt den Bürger*innen, schattige Plätze und Orte mit Abkühlungsmöglichkeiten in eine digitale Karte einzutragen, um auf kühle Rückzugsorte in der Nachbarschaft hinzuweisen. Hier können Orte im Grünen, aber auch Orte in Innenräumen, wie in Kirchen, eingetragen werden. Die Karte lebt von den Einträgen der Bewohner*innen vor Ort, da diese ihr Stadtviertel am besten kennen. Die Karte steht auf dem Hitzeportal (Hitze-Portal Köln - Stadt Köln) der Stadt Köln zur Verfügung. Zudem ist es möglich für einzelne Stadtviertel kleinräumige „Hitzespickzettel“ zu konzipieren. Der Spickzettel ist eine kompakte gedruckte Faltkarte, welche die wichtigsten Orte bei Hitze darstellt. Insbesondere ältere Menschen legen großen Wert auf analoge Informationsmateria- lien. Die Taschenkarte dient als Orientierungshilfe innerhalb des jeweiligen Stadtviertels und weist auf kühle Rückzugsorte sowie lokale Erfrischungspunkte hin. Unter Beteiligung des Se- niorennetzwerks und der jeweiligen Seniorenvertretung wurden bereits Hitzespickzettel für Deutz, das Severins- und das Agnesviertel erstellt. Im Rahmen von Hitzespaziergängen kartieren ortskundige Viertelbewohner – als Gruppe oder alleine – kühle Orte, Trinkmöglichkeiten oder Sitzgelegenheiten zum Abkühlen bei sommerli- cher Hitze. Zusätzlich werden für die Rückseite der gedruckten Faltkarte wichtige Hitzetipps und lokale Kontakte gesammelt. Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt prüft die Einträge, erstellt den Hitzespickzettel und stellt diesen zur kostenfreien Mitnahme an offiziellen Anlauf- stellen im Viertel zur Verfügung. Die Hitzespickzettel könnten auch in Lindenthal erstellt wer- den, wenn sich lokale Initiativen finden, die die Erstellung vor Ort organisieren. Zudem wurde das Hitzetelefon eingerichtet. Dies ist ein kostenloses Beratungsangebot für Kölner*innen zur gesundheitlichen Bedeutung von Hitze und zu möglichen Schutzmaßnah- men, welches durch das Gesundheitsamt durchgeführt wird. Am Hitzetelefon erhalten die Bür- ger*innen persönliche Ratschläge, damit Sie und die Menschen in Ihrem Umfeld die Hitzepha- sen gesundheitlich gut überstehen. Die Erkenntnisse aus den Beratungsgesprächen am Hit- zetelefon zeigen bereits jetzt eine deutliche gesundheitliche Belastung der älteren und/oder vorerkrankten Bevölkerungsgruppen durch Hitze in den Wohnungen und zum Teil fehlenden Ausweichmöglichkeiten für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Im Rahmen der städtischen Informationskampagne wird bereits empfohlen, dass belastete Personen sich nicht nur zu Hause aufhalten sollen, was die Teilnahme und Mobilität zusätzlich einschränken würde. Vielmehr wird eine Anpassung des Tagesablaufs empfohlen, bei der Ak- tivitäten wie zum Beispiel Einkäufe und Arztbesuche in die kühleren Tagesstunden verlagert werden oder dafür Unterstützungsangebote in Anspruch genommen werden. Im Bereich der Gefahrenabwehr der Berufsfeuerwehr lässt sich bereits feststellen, dass die durch langanhaltende Hitzeperioden verursachten negativen gesundheitlichen Auswirkungen, insbesondere bei lebensälteren Menschen, zu einer Erhöhung der Einsatzzahlen im Rettungs- dienst führen. Starke Hitze und Hitzewellen sind damit ein Faktor, der das Gesundheitswesen und den Rettungsdienst der Stadt Köln stark belastet. Um einer Überlastung des Rettungs- dienstes entgegen zu treten werden daher bereits bei amtlichen Hitzewarnungen und Warnun- gen für extreme Wärmebelastung vorgeplant zusätzliche Rettungswagen in Dienst genom- men. 3 Daher wird die vorsorgende Einrichtung von „Kühlen Orten“ für vulnerable Gruppen während Hitzeperioden grundsätzlich befürwortet. Um eine umfassende Versorgung und einen langfris- tigen Betrieb sicher zu stellen, bedarf es eines Gesamtkonzeptes mit vielen Beteiligungen. Perspektivisch sollen im Rahmen der gesamtstädtischen Aktivitäten des KAM zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, die den Gesundheitsschutz bei akuten Hitzeperioden umfas- sen. -
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN · An Frau Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Bündnis 90/Die Grünen Bezirksvertretung Lindenthal Aachener Str. 220 50931 Köln bv3@gruenekoeln.de Köln, 1. Mai 2025 Gesundheitsschutz bei Extremhitze Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal am 19.5.2025 zu setzen: Die Bezirksvertretung Lindenthal fordert die Verwaltung auf, den städtischen „Hitze-Aktionsplan“ für den Bezirk Lindenthal zu konkretisieren: In den Sommermonaten wird in jedem Stadtteil unseres Bezirkes mindestens ein „Kühlspot“ eingerichtet, dabei sind örtliche Organisationen, Kirchen, Schulen und Gastronomie einzubeziehen In diesem kühlen „Pop-up-Ort“ muss es ein kostenloses Frischwasser-Angebot (RheinEnergie ist ja Projekt-Teilnehmer) und schattige Sitzmöglichkeiten geben. Begründung: Schon nach den mittlerweile veralteten Berechnungen des LANUV in der Untersuchung „Klimawandelgerechte Metropole Köln“ ist mit einer Zunahme der Hitzetage in Großstädten wie Köln um 60 bis 150 % zu rechnen. Europa ist der Kontinent mit der schnellsten und deutlichsten Zunahme an Hitzebelastungen, wie soeben der EU Klimadienst Copernicus zur Kenntnis gegeben hat. Neben den bekannten städtebaulichen Maßnahmen ist als niederschwellige Sofortmaßnahme der konkrete Schutz der Bevölkerung überfällig, nicht nur der Schutz vulnerabler Gruppen wie Kinder und Senioren. Die ggf. provisorische Gestaltung von öffentlichen und privaten Räumen zu einem „Kühlspot“ ist eine Möglichkeit für belastete Personen, weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen zu können und sich nicht nur zuhause aufzuhalten, wie die (sehr begrüßenswerten) städtischen Informationskampagnen empfehlen. Mit freundlichen Grüßen Ute Ackermann Fraktionsvorsitzende
Beratungsverlauf
-
19.05.2025
Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 8.1.9, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen
Zur Rückmeldung speichern wir nur Ihre Antwort, die Seite und den Tag. Eine IP-Adresse speichern wir dazu nicht, und wir setzen kein Cookie. Mehr zum Datenschutz