4357/2016
Beantwortung der Anfrage AN (2012/2016) zu Ressourcen für KiTas im Bereich mehrsprachige Förderung
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AK 3 - Anfrage zu Ressourcen für Kitas im Bereich mehrsprachige Förderung
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AK 3 – Erziehung, Bildung und Beruf 28.11.2016 An den Vorsitzenden des Integrationsrates Herrn Tayfun Keltek An die Geschäftsstelle des Integrationsrates Herrn Andreas Vetter Anfrage gem. § 3 der Geschäftsordnung des Integrationsrates Gremium Datum der Sitzung Integrationsrat 23.01.2017 Anfrage zu Ressourcen für KiTas im Bereich mehrsprachige Förderung Sehr geehrter Herr Vorsitzender Keltek, § 13c des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) erklärt wie „die Mehrsprachigkeit von Kindern anzuerkennen und zu fördern [ist]“. Gemäß den ge- setzlichen Erläuterungen gehört eine kontinuierliche Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit zur normalen und alltäglichen sprachlichen Entwicklung: „Sprachbildung ist ein alltagsintegrierter, wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Sprache ist schon in den ersten Lebensjahren das wichtigste Denk- und Verständigungswerkzeug“. Um die Mehrsprachigkeit von Kindern zu fördern empfehlt das Gesetz, die Förderung von bilingua- len Kindertageseinrichtungen oder bilingualer Kindertagespflege zu unterstützen. Durch die Landesinitiative Kampagne „Lebendige Mehrsprachigkeit“ machen sich sechs Modellre- gionen in NRW auf den Weg, die Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund beson- ders zu fördern: Die Städte Bonn, Dortmund, Gelsenkirchen und Krefeld sowie die Kreise Pader- born und Warendorf haben auf einer Tagung in Düsseldorf erste Ansätze dazu vorgestellt. Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute sagte zum Auftakt: „Kinder, die mehrsprachig aufwach- sen, haben keinen Klotz am Bein, sondern einen Schatz, den es zu pflegen gilt“ (26.10.2016). Das Positionspapier des Integrationsrates Köln „Identität stärken – natürliche Mehrsprachigkeit fördern“ betont „die mitgebrachte Herkunftssprache eines Kindes sollte nicht vernachlässigt, son- dern gezielt gefördert werden“ und wie „die gezielte Förderung der mitgebrachten Herkunftsspra- che der Kinder das Erlernen der deutschen und später der weiteren Sprachen begünstigt“. Die Kölner Kindergärten sind bereits durch die Kinder ‚mehrsprachig‘ aber sie verfügen nur über knappe Finanzmittel bzw. Personalressourcen, so dass es ihnen nicht möglich ist, eine Umsetzung einer Sprachförderung wie in §13c KiBiz Gesetz dargestellt, zu verwirklichen. Es wird gebeten die nachfolgenden Fragestellungen der Verwaltung zur Beantwortung weiterzulei- ten: 1. Wie wird die Stadt Köln die Vorgabe des §13c des KiBiz Gesetzes umsetzen? Welche Bemühungen gibt es in dieser Richtung? 2. Stehen für städtische und/oder Kindergärten in freier Trägerschaft, die Konzepte für die Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit der Kinder entwickeln und verwirklichen wollen, zusätzliche finanzielle und Personalressourcen zur Verfügung? 3. Können solche Kindergärten einen Zuschuss bei kommunalen Stellen, bei Bundesministerien oder bei der europäischen Union beantragen bzw. bekommen? Mit freundlichen Grüßen Silvio Vallecoccia – Italiani per Colonia (Mitglied im AK 3 – Erziehung, Bildung und Beruf)
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/51/513 Vorlagen-Nummer 26.01.2017 4357/2016 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 14.03.2017 Integrationsrat 20.03.2017 Beantwortung der Anfrage AN (2012/2016) zu Ressourcen für KiTas im Bereich mehrsprachige Förderung Nachfolgende Fragen wurden über den Integrationsrat der Verwaltung zur Beantwortung vorgelegt: 1. Wie wird die Stadt Köln die Vorgabe des §13c des KiBiz Gesetzes umsetzen? Welche Bemühun- gen gibt es in dieser Richtung? 2. Stehen für städtische und/oder Kindergärten in freier Trägerschaft, die Konzepte für die Förde- rung der natürlichen Mehrsprachigkeit der Kinder entwickeln und verwirklichen wollen, zusätzliche finanzielle und Personalressourcen zur Verfügung? 3. Können solche Kindergärten einen Zuschuss bei kommunalen Stellen, bei Bundesministerien o- der bei der europäischen Union beantragen bzw. bekommen? Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: 1. Wie wird die Stadt Köln die Vorgabe des §13c des KiBiz Gesetzes umsetzen? Welche Be- mühungen gibt es in dieser Richtung? Die Stadt Köln setzt die Vorgaben des §13c Kinderbildungsgesetz – KiBiz bereits seit vielen Jahren um. In den städtischen Kindertageseinrichtungen findet die Sprachbildung nach einem eigenen Sprach- konzept „Handreichung zur Sprachförderung in städtischen Tageseinrichtungen für Kinder“ statt. Die- ses Konzept legt großen Wert auf die Anerkennung der natürlichen Mehrsprachigkeit von Kindern und sorgt so für eine gelebte Mehrsprachigkeit. Entsprechende Auszüge aus der Handreichung sind als Anlage 1 der Beantwortung angehangen. Das städtische Sprachkonzept bietet die Grundlage für eine kompetenzorientierte Sprachbildung, die die Erstsprachen der Kinder in den pädagogischen Alltag der Kindertageseinrichtung miteinbe- zieht und ihnen mit Wertschätzung und Empathie begegnet. Kinder und Eltern werden in ihrer Mehr- sprachigkeit anerkannt, entsprechend unterstützt und beraten: Bereitgestellt werden zum Beispiel: mehrsprachige Medien wie Bücher, Bilderbücher, CDs, DVDs, Spiele und mehrsprachige Informatio- nen. Eltern werden eingeladen zu Elterncafés, Rucksack-Projekten, interkulturellen Informationsver- anstaltungen oder zum Vorlesen in der Muttersprache. Die Fachkräfte erhalten gezielte Fortbildungen in den Bereichen alltagsintegrierte Sprachbildung unter Beachtung der Mehrsprachigkeit und interkul- turelle Kompetenz. Die neuen gesetzlichen Vorgaben der alltagsintegrierten Sprachbildung erfüllt die Stadt Köln eben- falls seit Einführung ihres eigenen Sprachkonzeptes. Ergänzt wird dieses Konzept seit 2012 durch die 2 zusätzliche Qualifikation aller Fachkräfte zur „Language Route“. Auch hierzu wird ein Informationsfly- er als Anlage 2 angehangen. Zur gezielten Förderung der Mehrsprachigkeit wurde im Anschluss an das Modellprojekt „Bilinguale städtische Kindertageseinrichtungen“ bereits 2014 ein Flyer entwickelt, in dem die Verwaltung den städtischen Kindertageseinrichtungen und Eltern die Installation eines bilingualen Angebotes er- möglicht. Dabei wird der Schwerpunkt auf ein Sprachangebot gelegt, das die Erzieherin und der Erzieher als Muttersprache vorhalten. Die Stadt Köln ist offen für alle Sprachen. Der entsprechende Flyer wird als Anlage 3 beigefügt. Um auch freie Träger für den Ausbau von bilingualen Gruppen zu gewinnen, wurde in die Mitteilun- gen des Jugendhilfeausschuss zur Trägerakquise für neue Kindertageseinrichtungen folgender Pas- sus aufgenommen: „Unter Beachtung des § 13c des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern, Kinderbil- dungsgesetz –KiBiz, ist die Mehrsprachigkeit von Kindern anzuerkennen. Die Stadt Köln würde daher eine Förderung in bilingualen Kindertageseinrichtungen begrüßen.“ Die „gelebte Mehrsprachigkeit“ in Kölner Kitas war auch ein Ergebnis der, von der Stadt Köln in Auf- trag gegebenen, Online-Befragung im Rahmen der Studie „MehrKita – Mehrsprachigkeit in Kölner Kindertagesstätten“ (2014-2015) durch die Uni Köln, Herrn Prof. Roth. Die Ergebnisse wurden be- reits 2015 dem Integrationsrat vorgestellt. Im Herbst 2016 startete die Folgestudie. Ausgehend von den Ergebnissen der Online-Befragung stellt sich die Frage nach der konkreten Umsetzung von ein- und mehrsprachiger Sprachbildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen. Ziel der Online-Befragung war die Identifikation von Einrichtungen, die über ein besonderes Potenzial für die Weiterentwicklung und den Ausbau mehrsprachiger bzw. bilin- gualer Bildungsangebote verfügen. In der an diese Untersuchung anschließenden Folgestudie sollen daher die konkreten Konzepte ein- und mehrsprachiger Sprachbildungsarbeit in städtischen Kinderta- geseinrichtungen untersucht werden. Dabei liegt der Fokus auf der konzeptionellen Organisation sprachlicher Bildungsarbeit unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit in den pädagogischen Ein- richtungen. Die geplante Untersuchung soll auf diese Weise einen Beitrag für eine migrationssensible Organisationsentwicklung von Kindertageseinrichtungen und damit einhergehenden weiteren Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Kindertageseinrichtungen leisten. 2. Stehen für städtische und/oder Kindergärten in freier Trägerschaft, die Konzepte für die Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit der Kinder entwickeln und verwirklichen wol- len, zusätzliche finanzielle und Personalressourcen zur Verfügung? Im Leitfaden des FMKS – Verein für frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen für die Entste- hung eines bilingualen Kindergartens wird dargestellt, dass bilinguale Kindertageseinrichtungen nicht mehr kosten müssen, da eine von zwei Fachkräften pro Gruppe das bilinguale Angebot bereitstellt und eine Fachkraft in der deutschen Sprache kommuniziert. Die Neuausrichtung der sprachlichen Bildung in §13c Absatz 2 KiBiz besagt hierzu ebenfalls: „Die Sprachentwicklung soll im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten auch in anderen Mutterspra- chen beobachtet und gefördert werden.“ Trotzdem stellt die Stadt Köln insgesamt 264.000,00 Euro für den Ausbau bilingualer Gruppen in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Pro neuer bilingualer Gruppe können Träger einmalig 12.000,00Euro beantragen, die wie folgt zu verwenden sind: 3 5000 Euro für die Begleitung durch einen Personal Coach (fachliche Begleitung) und/oder zusätzliche Fortbildungen 5000 Euro für die Unterstützung durch Sprachcoaches 2000 Euro für bilinguales Arbeitsmaterial (mehrsprachiges Spiel- und Beschäftigungsmaterial, Fachliteratur u.ä.) Die Mittel können nicht für Personalkosten verwendet werden. Für freie Träger stehen im Kalenderjahr 144.000,00 Euro für die Einrichtung von 12 neuen bilingualen Gruppen und für die städtischen Kindertageseinrichtungen 120.000,00 Euro für 10 neue bilinguale Gruppen zur Verfügung. 3. Können solche Kindergärten einen Zuschuss bei kommunalen Stellen, bei Bundesministe- rien oder bei der europäischen Union beantragen bzw. bekommen? Die oben aufgeführten Mittel können die Träger der Kindertageseinrichtungen beim Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Tageseinrichtungen und Tagesbetreuung für Kinder beantragen. Zu weiteren Fördermöglichkeiten liegen der Verwaltung keine Informationen oder Erfahrungswerte vor. Gez. Dr. Klein
Anlage 2 Language Route
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Der Oberbürgermeister Sprachförderung für alle Sprachförderung für ALLE Die Language Route in Kindergärten der Stadt Köln Sp rachförderung für ALLE � Sprache ist: – de r Schlüssel zu einer gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft, – wichtige Grundlage für den Bildungsweg eines Kindes, – die Basis für den Umgang mit anderen Menschen, wichtig, um eigene Gefühle, Bedürfnisse, Erlebnisse auszudrücken, – wichtig, um eigene Gefühle, Bedürfnisse, Erlebnisse auszudrücken. Am Anfang 2012 belegte eine wissenschaftliche Studie der Universi tät zu Köln die Wirksamkeit des Sprachförderkonzeptes „Language Route – Ich bin Max“. Die Ergebnisse Es zeigte sich, dass die Gruppe der deutschsprachigen, als auch die Gruppe der mehrsprachigen Kinder deut liche Fortschritte im Aufbau des Wortschatzes und im Er werb grammatikalischer Regeln machten. Die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache profitieren am meisten von dieser Art der Sprachförderung. Die Entwicklung Alle Einrichtungen arbeiten nach dem städtischen Sprachförderkonzept. In Form der „Handreichung zur Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen der Stadt Köln“ steht ihnen das entsprechende Praxismaterial zur Verfügung. „Language Route – Ich bin Max“ ist durch den alltagsnahen Ansatz eine ideale Ergänzung des städtischen Sprachförderkonzeptes. Was ist die „Language Route – Ich bin Max“? – Ein Sprachförderkonzept, das die täglich im Kin dergartenalltag stattfindende Interaktion unter den Kindern und zwischen Kindern und Erwach senen als Basis hervorhebt. Wie wird gefördert? Wie verändert sich der Alltag? – Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verant wortlich und alle Kinder der Einrichtung nehmen kontinuierlich während des ganzen Jahres an der Sprachförderung teil. – Alle alltäglichen Routinen- oder Spielsituationen (Frühstück, Mittagessen, Feste, Ausflüge, Sitz- kreis…) werden genutzt. – Sprachförderung ist fester Bestandteil des Alltags. – Es findet eine strukturierte Wortschatzarbeit statt. – Den Erzieherinnen und Erziehern ist das eigene Sprachverhalten viel bewusster. Wie wird das Konzept den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermittelt? – In Teamschulungen und Einzelbegleitung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der tägli chen Umsetzung durch das Schulungszentrum ProLog Wissen. – Durch Nachhaltigkeit in der Begleitung der prak tischen Umsetzung mittels pädagogischer und therapeutischer Fachkräfte der Stadt Köln. Die Module der Language Route 1. Modul Sprachförderung durch Interaktion 2. Modul Interaktives Vorlesen – Der Vorlesezyklus 3. Modul Gespräche mit Kindern führen und Wortschatzarbeit 4. Modul Sprachförderung mit mehrsprachigen Kindern 5. Modul Elternarbeit Ab Herbst 2012 finden fortlaufende Kurse für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Kindergärten statt. Kontakt Ansprechpartnerinnen im Amt für Kinder, Jugend und Familie Abt. Tageseinrichtungen und Tagesbetreuung für Kinder Ottmar-Pohl-Platz 1 51103 Köln Zur Sprachförderung: Carola Brummack Tel. 0221/ 221-35243 Kirsten Heller Tel. 0221/ 221-28597 Zur Organisation: Anita Brinkhoff Tel. 0221/ 221-25406 Der Oberbürgermeister Amt für Kinder, Jugend und Familie Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung rheinsatz, Köln Druck Pieper GbR, Köln 13-JS/51/15.000/06.2013
Anlage 1 Auszüge Handreichung zur Sprachförderung
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Grundlagen Sprachkonzept 2. Haltung der pädagogischen Fachkraft wertschätzende, empathische Einstellung gegenüber der Erstsprache und allen Fremdsprachen; Akzeptanz der individuellen Sprachentwicklung der Kinder; offenen und echten Kontakt mit den Kindern pflegen, um die Sprechfreude zu unterstützen; demokratische Haltung, die die Kinder auffordert, eigene Meinungen, Bedürfnisse, Gefühle und Ansichten zu verbalisieren; Interesse an den Lebenssituationen der Kinder: Aufspüren / Erschließen aktueller Themen und Interessen, um interessante Gesprächssituationen herbeizuführen und diese bewusst zu gestalten; wahrnehmende Beobachtung. 3. Gestaltung der Umgebung / Sprachanregende Raumgestaltung Die Raumgestaltung ermöglicht vielfältige Gesprächssituationen und bietet sowohl Nischen und Rückzugsmöglichkeiten für Spiele in Kleingruppen als auch einen Ort für Gespräche in der Gesamtgruppe; Das Außengelände regt zur Kommunikation und Begegnung an. Es bietet Gelegenheit zum Verstecken, Spielen in Kleingruppen und zur Verständigung über die Nutzung von Geräten und Spielmaterial; Bücher- und Leseecken, Bibliothek mit Bilderbüchern, Sachbüchern, Zeitungen in mehreren Sprachen und Schriften befinden sich im Gruppenraum; Rollenspielbereich mit Materialien aus dem familiären Lebensumfeld der Kinder; Bewegliche Elemente wie z.B. Stühle, Beistelltische, Hängekörbe, Sofas, Schaumstoffelemente, die den unterschiedlichen Interessen der Kinder gerecht werden; Medienecken; Schreibwerkstätten und Schreibecken; Briefkästen; Symbole, Zeichen, Bilder, Namensschilder mit Fotos an den Geburtstagskalendern, Garderoben, Eigentumsfächer, Materialkisten, Aktionsräumen etc.; Beschriftungen in Augenhöhe der Kinder und in den Sprachen der Kinder; Ausstellungsmöglichkeiten für unterschiedliche Werke der Kinder; Fotoreportagen und -dokumentationen von gemeinsamen Aktivitäten und Unternehmungen. Grundlagen Sprachkonzept 3. Mehrsprachigkeit Der Erstsprache oder Muttersprache kommt als erstem Kommunikationsmittel besondere Be- deutung zu: mit ihr werden die gefühlsmäßigen Tönungen der erlernten Wörter, die Normen und Werte der jeweiligen Kultur vermittelt. Das Erlernen einer zweiten Sprache im frühen Kin- desalter bietet die Chance, ein weiteres Sprachsystem intuitiv zu erwerben, wofür die Kinder- gartenzeit günstig ist. Das unterschiedliche Erleben verschiedener Kulturen und Sprachen bietet die Chance zur Ent- wicklung von Perspektivenvielfalt und Symbolkompetenzen. Mehrsprachigkeit befähigt ein Kind, unterschiedliche Sprachsysteme zu differenzieren, mitein- ander zu vergleichen und über verschiedene Sprachen in Kommunikation zu treten. 4. Literacy - Erfahrungen zu Buch-, Erzähl-, Reim- und Lesekultur Literacy-Erfahrungen, im Dialog gestaltet, gehören zu den wirksamsten Formen sprachlicher Bildung. „Kinder mit reichhaltigen Literacy-Erfahrungen haben langfristig Entwicklungsvorteile in der Sprachkompetenz wie auch beim Lesen und Schreiben” (Ulich, 2003). Das Experimentieren mit und Erkunden von Buchstaben, Ziffern und Zeichen fördert das ab- strakte Denken. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich über Schriftsprache aktiv Wissen über andere Welten zu erobern. Das Entwickeln einer Erzähl- und Lesekultur, die von Freude und Spannung begleitet wird, ermöglicht es Kindern, Lesen und Schreiben als eine attraktive und vielfältige Welt für sich zu entdecken. 5. Beobachtung von Sprachentwicklung und Sprachverhalten Die ungerichtete wie auch die gerichtete Beobachtung ermöglicht der pädagogischen Fach- kraft, Erkenntnisse über das sprachliche Denken, die Sprachentwicklung und das Sprach- verhalten der Kinder zu gewinnen. Hierbei können verschiedene Beobachtungs- und Doku- mentationsbögen angewendet werden. Wichtig ist, dass die Beobachtungen auch in die Bildungsdokumentationen mit einfließen, um Eltern über den Entwicklungsstand ihrer Kinder zu informieren. 6. Interessen und Kompetenzen von Kindern im Bildungsbereich Sprache Kinder bringen eine Disposition für den Spracherwerb mit. Bei Kleinkindern steht die eigene Handlung, die sprachlich begleitet wird, im Vordergrund. Obwohl der Gebrauch von Wörtern noch eng verwoben mit der eigenen Handlung ist, besitzt das Kleinkind schon beim Verwen- den der ersten Wörter Abstraktionsfähigkeit. Das Wort Auto wird benutzt für Papis Auto und auch für alle anderen Autos auf der Straße und im Fernsehen. Im Verlauf der Kindergartenzeit baut das Kind sein Wissen, Denken und die Sprache weiter aus. Wie schon erwähnt, ist ein weiterer Meilenstein in der Sprachentwicklung der Weg zum symbolischen Denken. Sprache ist nicht mehr gebunden an die aktuelle Handlung und verliert den direkten Gegenwartsbezug. Das Kind kann nun seine Spielsituationen gedanklich mehr und mehr nach seinen Bedürfnissen interpretieren, planen, gestalten, und dementsprechend 10 Leitlinien zur ganzheitlichen Sprachförderung Grundlagen Grundvoraussetzungen für die Entwicklung der Sprache sind das Erlernen der Muttersprache (Erstsprache) und deren Wertschätzung Das heißt: Praktische Anregungen: e Über die Muttersprache (Erstsprache) entwickeln Kinder den Zugang zu ihrer ersten Bezugsperson in der Familie. Durch Sprache werden emotionale Bindungen, Zugehörigkeit und Akzeptanz sowie kulturelle Werte und Einstellungen vermittelt. Deshalb ist die Wertschätzung der Muttersprache wichtig. e Die Muttersprache ist die e Deutlich machen, dass das Sprechen Kommunikationssprache der Familie der Muttersprache gewünscht und (Familiensprache). unterstützt wird. e Die Umgangssprache im Kindergarten ist Deutsch. e Die Muttersprache ist Lerngrundlage e Den Eltern gegenüber eine beratende für den Erwerb der Zweitsprache. Kinder, die über eine gut entwickelte Erstsprache verfügen, haben weniger Schwierigkeiten beim Erwerb einer zweiten Sprache und unterstützende Haltung einnehmen, und sie über Wert und Bedeutung der Muttersprache aufklären.
Anlage 3 Bilingualer Kindergarten
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Der Oberbürgermeister Bilinguales Angebot in Kindergärten der Stadt Köln Bilinguales Angebot in Kindergärten der Stadt Köln Viele Sprachen – viele Chancen Bilinguales Angebot in Kindergärten der Stadt Köln � Gute Gründe für eine frühe Mehrsprachigkeit – Die Voraussetzungen, sich neben der Muttersprache auch einer Fremdsprache zu nähern, sind bei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren optimal und sollten unbedingt genutzt werden. – Eine frühe Mehrsprachigkeit wirkt sich auf die allge meinen Denk- und Lernleistungen aller Kinder positiv aus. – Kinder werden flexibler und kreativer im Denken und trauen sich mehr zu. – Das Erlernen von weiteren Fremdsprachen verläuft in der Regel viel einfacher. Sprache ist der Schlüssel, mit dem sich Kinder die Welt erschließen. Daher ist es für Kinder etwas besonders Wertvolles, wenn sie mehrere Sprachen kennenlernen. Durch das frühzeitige und spielerische Lernen entwi ckeln Kinder Spaß und ein gutes Gefühl für Sprachen. Durch eine bilinguale Erziehung wird die natürliche Mehrsprachigkeit der Kinder systematisch gefördert und gleichzeitig der Erwerb der deutschen Sprache optimiert. Die Stadt Köln ermöglicht Kindern diese Chance. Fachliche Voraussetzungen – Die Erzieherinnen und Erzieher, die im Alltag mit den Kindern eine andere Sprache als Deutsch spre chen, beherrschen die deutsche und die zusätzliche Sprache sehr gut. – Die Stadt Köln stellt ihren Erzieherinnen und Er ziehern hierfür entsprechende Fortbildungen und Sprachcoaches zur Seite. – Die Erzieherinnen und Erzieher sind in der Lage, jederzeit zwischen den Sprachen zu wechseln. Nur so können sie situationsbezogen auf die Kinder ein gehen und mit ihren Kolleginnen, Kollegen und den Eltern kommunizieren. Konkrete Umsetzung in den städtischen Kindergärten Die Stadt Köln stellt in einigen Kindergärten kostenlos ein bilinguales Angebot zur Verfügung. Dabei arbeitet sie ausschließlich mit ausgebildeten Fachkräften. Das bilinguale Angebot findet über den ganzen Tag in einer Kindergartengruppe mit dem vertrauten Personal statt. – Es wird ausschließlich nach dem Immersionsprinzip gearbeitet. Konkret bedeutet dies, dass ein oder zwei Erzieherinnen oder Erzieher Deutsch sprechen und eine weitere Erzieherin oder ein weiterer Erzie her eine andere Sprache als die deutsche spricht. – Welche Sprache die Kinder in der bilingualen Erzie hung zusätzlich erfahren, ist dabei eher nebensäch lich. Wichtig ist, dass Kinder eine „gelebte“ Sprache erfahren, das heißt eine Sprache, die im Alltag permanent, lebendig und mit Gefühlen bereichert gesprochen wird. – Die Stadt Köln greift auf die Sprachressourcen, die ihr die Fachkräfte der Einrichtung anbieten, zurück. So kann das Angebot zwischen Russisch, Türkisch, Englisch, Französisch und anderen Sprachen variie ren. Die „Verkehrssprache“ des Kindergartens bleibt Deutsch. Kontakt / Impressum � Amt für Kinder, Jugend und Familie Abteilung Tageseinrichtungen und Tagesbetreuung für Kinder Ottmar-Pohl-Platz 1 51 103 Köln Telefon 0221 / 221-0 jungendamt@stadt-koeln.de Der Oberbürgermeister Amt für Kinder, Jugend und Familie Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung rheinsatz, Köln Druck Druckhaus Süd, Köln 13-CS/51/2.000/03.2014
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4357/2016
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 26.01.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27