Mandari Insight

4357/2016

Beantwortung der Anfrage AN (2012/2016) zu Ressourcen für KiTas im Bereich mehrsprachige Förderung

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 26.01.2017

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Nächste Beratung: Integrationsrat, Sitzung am 20.03.2017, TOP 3.1

AK 3 - Anfrage zu Ressourcen für Kitas im Bereich mehrsprachige Förderung

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Anlage 2 Language Route

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Anlage 1 Auszüge Handreichung zur Sprachförderung

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Anlage 3 Bilingualer Kindergarten

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AK 3 - Anfrage zu Ressourcen für Kitas im Bereich mehrsprachige Förderung

3105 Zeichen

AK 3 – Erziehung, Bildung und Beruf       28.11.2016 
 
 
An den  
Vorsitzenden des Integrationsrates 
Herrn Tayfun Keltek 
 
An die  
Geschäftsstelle des Integrationsrates 
Herrn Andreas Vetter 
 
 
Anfrage gem. § 3 der Geschäftsordnung des Integrationsrates 
 
Gremium Datum der Sitzung 
Integrationsrat 23.01.2017 
 
Anfrage zu Ressourcen für KiTas im Bereich mehrsprachige Förderung 
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Keltek, 
§ 13c des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) 
erklärt wie „die Mehrsprachigkeit von Kindern anzuerkennen und zu fördern [ist]“. Gemäß den ge-
setzlichen Erläuterungen gehört eine kontinuierliche Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit 
zur normalen und alltäglichen sprachlichen Entwicklung: „Sprachbildung ist ein alltagsintegrierter, 
wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Sprache ist schon in den ersten Lebensjahren 
das wichtigste Denk- und Verständigungswerkzeug“. 
Um die Mehrsprachigkeit von Kindern zu fördern empfehlt das Gesetz, die Förderung von bilingua-
len Kindertageseinrichtungen oder bilingualer Kindertagespflege zu unterstützen. 
Durch die Landesinitiative Kampagne „Lebendige Mehrsprachigkeit“ machen sich sechs Modellre-
gionen in NRW auf den Weg, die Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund beson-
ders zu fördern: Die Städte Bonn, Dortmund, Gelsenkirchen und Krefeld sowie die Kreise Pader-
born und Warendorf haben auf einer Tagung in Düsseldorf erste Ansätze dazu vorgestellt.  
Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute sagte zum Auftakt: „Kinder, die mehrsprachig aufwach-
sen, haben keinen Klotz am Bein, sondern einen Schatz, den es zu pflegen gilt“ (26.10.2016). 
Das Positionspapier des Integrationsrates Köln „Identität stärken – natürliche Mehrsprachigkeit 
fördern“ betont „die mitgebrachte Herkunftssprache eines Kindes sollte nicht vernachlässigt, son-
dern gezielt gefördert werden“ und wie „die gezielte Förderung der mitgebrachten Herkunftsspra-
che der Kinder das Erlernen der deutschen und später der weiteren Sprachen begünstigt“.  
Die Kölner Kindergärten sind bereits durch die Kinder ‚mehrsprachig‘ aber sie verfügen nur über 
knappe Finanzmittel bzw. Personalressourcen, so dass es ihnen nicht möglich ist, eine Umsetzung 
einer Sprachförderung wie in §13c KiBiz Gesetz dargestellt, zu verwirklichen.  
Es wird gebeten die nachfolgenden Fragestellungen der Verwaltung zur Beantwortung weiterzulei-
ten: 
1. Wie wird die Stadt Köln die Vorgabe des §13c des KiBiz Gesetzes umsetzen? Welche 
Bemühungen gibt es in dieser Richtung? 
2. Stehen für städtische und/oder Kindergärten in freier Trägerschaft, die Konzepte für die 
Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit der Kinder entwickeln und verwirklichen wollen, 
zusätzliche finanzielle und Personalressourcen zur Verfügung? 
3. Können solche Kindergärten einen Zuschuss bei kommunalen Stellen, bei Bundesministerien 
oder bei der europäischen Union beantragen bzw. bekommen? 
 
Mit freundlichen Grüßen 
Silvio Vallecoccia – Italiani per Colonia (Mitglied im AK 3 – Erziehung, Bildung und Beruf)

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

7385 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
IV/51/513 
 
Vorlagen-Nummer  26.01.2017 
 4357/2016 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Jugendhilfeausschuss  14.03.2017 
Integrationsrat 20.03.2017 
Beantwortung der Anfrage AN (2012/2016) zu Ressourcen für KiTas im Bereich mehrsprachige 
Förderung 
Nachfolgende Fragen wurden über den Integrationsrat der Verwaltung zur Beantwortung vorgelegt: 
 
1. Wie wird die Stadt Köln die Vorgabe des §13c des KiBiz Gesetzes umsetzen? Welche Bemühun-
gen gibt es in dieser Richtung? 
 
2. Stehen für städtische und/oder Kindergärten in freier Trägerschaft, die Konzepte für die Förde-
rung der natürlichen Mehrsprachigkeit der Kinder entwickeln und verwirklichen wollen, zusätzliche 
finanzielle und Personalressourcen zur Verfügung? 
 
3. Können solche Kindergärten einen Zuschuss bei kommunalen Stellen, bei Bundesministerien o-
der bei der europäischen Union beantragen bzw. bekommen? 
 
 
 
Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: 
 
1. Wie wird die Stadt Köln die Vorgabe des §13c des KiBiz Gesetzes umsetzen? Welche Be-
mühungen gibt es in dieser Richtung? 
 
Die Stadt Köln setzt die Vorgaben des §13c Kinderbildungsgesetz – KiBiz bereits seit vielen Jahren 
um. 
In den städtischen Kindertageseinrichtungen findet die Sprachbildung nach einem eigenen Sprach-
konzept „Handreichung zur Sprachförderung in städtischen Tageseinrichtungen für Kinder“ statt. Die-
ses Konzept legt großen Wert auf die Anerkennung der natürlichen Mehrsprachigkeit von Kindern und 
sorgt so für eine gelebte Mehrsprachigkeit. Entsprechende Auszüge aus der Handreichung sind als 
Anlage 1 der Beantwortung angehangen. 
Das städtische Sprachkonzept bietet die Grundlage für eine kompetenzorientierte Sprachbildung, 
die die Erstsprachen der Kinder in den pädagogischen Alltag der Kindertageseinrichtung miteinbe-
zieht und ihnen mit Wertschätzung und Empathie begegnet. Kinder und Eltern werden in ihrer Mehr-
sprachigkeit anerkannt, entsprechend unterstützt und beraten: Bereitgestellt werden zum Beispiel: 
mehrsprachige Medien wie Bücher, Bilderbücher, CDs, DVDs, Spiele und mehrsprachige Informatio-
nen. Eltern werden eingeladen zu Elterncafés, Rucksack-Projekten, interkulturellen Informationsver-
anstaltungen oder zum Vorlesen in der Muttersprache. Die Fachkräfte erhalten gezielte Fortbildungen 
in den Bereichen alltagsintegrierte Sprachbildung unter Beachtung der Mehrsprachigkeit und interkul-
turelle Kompetenz.  
 
Die neuen gesetzlichen Vorgaben der alltagsintegrierten Sprachbildung erfüllt die Stadt Köln eben-
falls seit Einführung ihres eigenen Sprachkonzeptes. Ergänzt wird dieses Konzept seit 2012 durch die

2 
 
zusätzliche Qualifikation aller Fachkräfte zur „Language Route“. Auch hierzu wird ein Informationsfly-
er als Anlage 2 angehangen. 
 
Zur gezielten Förderung der Mehrsprachigkeit wurde im Anschluss an das Modellprojekt „Bilinguale 
städtische Kindertageseinrichtungen“ bereits 2014 ein Flyer entwickelt, in dem die Verwaltung den 
städtischen Kindertageseinrichtungen und Eltern die Installation eines bilingualen Angebotes er-
möglicht. 
Dabei wird der Schwerpunkt auf ein Sprachangebot gelegt, das die Erzieherin und der Erzieher als 
Muttersprache vorhalten. Die Stadt Köln ist offen für alle Sprachen. Der entsprechende Flyer wird als 
Anlage 3 beigefügt.  
 
Um auch freie Träger für den Ausbau von bilingualen Gruppen zu gewinnen, wurde in die Mitteilun-
gen des Jugendhilfeausschuss zur Trägerakquise für neue Kindertageseinrichtungen folgender Pas-
sus aufgenommen: 
„Unter Beachtung des § 13c des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern, Kinderbil-
dungsgesetz –KiBiz, ist die Mehrsprachigkeit von Kindern anzuerkennen. Die Stadt Köln würde daher 
eine Förderung in bilingualen Kindertageseinrichtungen begrüßen.“ 
 
Die „gelebte Mehrsprachigkeit“ in Kölner Kitas war auch ein Ergebnis der, von der Stadt Köln in Auf-
trag gegebenen, Online-Befragung im Rahmen der Studie „MehrKita – Mehrsprachigkeit in Kölner 
Kindertagesstätten“ (2014-2015) durch die Uni Köln, Herrn Prof. Roth. Die Ergebnisse wurden be-
reits 2015 dem Integrationsrat vorgestellt. 
 
Im Herbst 2016 startete die Folgestudie. Ausgehend von den Ergebnissen der Online-Befragung stellt 
sich die Frage nach der konkreten Umsetzung von ein- und mehrsprachiger Sprachbildungsarbeit in 
Kindertageseinrichtungen. Ziel der Online-Befragung war die Identifikation von Einrichtungen, die 
über ein besonderes Potenzial für die Weiterentwicklung und den Ausbau mehrsprachiger bzw. bilin-
gualer Bildungsangebote verfügen. In der an diese Untersuchung anschließenden Folgestudie sollen 
daher die konkreten Konzepte ein- und mehrsprachiger Sprachbildungsarbeit in städtischen Kinderta-
geseinrichtungen untersucht werden. Dabei liegt der Fokus auf der konzeptionellen Organisation 
sprachlicher Bildungsarbeit unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit in den pädagogischen Ein-
richtungen. Die geplante Untersuchung soll auf diese Weise einen Beitrag für eine migrationssensible 
Organisationsentwicklung von Kindertageseinrichtungen und damit einhergehenden weiteren Fort- 
und Weiterbildungsmaßnahmen für Kindertageseinrichtungen leisten. 
 
 
 
2. Stehen für städtische und/oder Kindergärten in freier Trägerschaft, die Konzepte für die 
Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit der Kinder entwickeln und verwirklichen wol-
len, zusätzliche finanzielle und Personalressourcen zur Verfügung? 
 
Im Leitfaden des FMKS – Verein für frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen für die Entste-
hung eines bilingualen Kindergartens wird dargestellt, dass bilinguale Kindertageseinrichtungen nicht 
mehr kosten müssen, da eine von zwei Fachkräften pro Gruppe das bilinguale Angebot bereitstellt 
und eine Fachkraft in der deutschen Sprache kommuniziert.  
Die Neuausrichtung der sprachlichen Bildung in §13c Absatz 2 KiBiz besagt hierzu ebenfalls: „Die 
Sprachentwicklung soll im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten auch in anderen Mutterspra-
chen beobachtet und gefördert werden.“  
Trotzdem stellt die Stadt Köln insgesamt 264.000,00 Euro für den Ausbau bilingualer Gruppen in 
Kindertageseinrichtungen zur Verfügung.  
Pro neuer bilingualer Gruppe können Träger einmalig 12.000,00Euro beantragen, die wie folgt zu 
verwenden sind:

3 
 
5000 Euro für die Begleitung durch einen Personal Coach (fachliche Begleitung) 
und/oder zusätzliche Fortbildungen 
5000 Euro für die Unterstützung durch Sprachcoaches 
2000 Euro für bilinguales Arbeitsmaterial (mehrsprachiges Spiel- und  
Beschäftigungsmaterial, Fachliteratur u.ä.) 
Die Mittel können nicht für Personalkosten verwendet werden. 
Für freie Träger stehen im Kalenderjahr 144.000,00 Euro für die Einrichtung von 12 neuen bilingualen 
Gruppen und für die städtischen Kindertageseinrichtungen 120.000,00 Euro für 10 neue bilinguale 
Gruppen zur Verfügung. 
 
 
3. Können solche Kindergärten einen Zuschuss bei kommunalen Stellen, bei Bundesministe-
rien oder bei der europäischen Union beantragen bzw. bekommen? 
 
 
Die oben aufgeführten Mittel können die Träger der Kindertageseinrichtungen beim Amt für Kinder, 
Jugend und Familie, Abteilung Tageseinrichtungen und Tagesbetreuung für Kinder beantragen. 
 
Zu weiteren Fördermöglichkeiten liegen der Verwaltung keine Informationen oder Erfahrungswerte 
vor. 
 
 
 
Gez. Dr. Klein

Anlage 2 Language Route

3371 Zeichen

Der Oberbürgermeister 
Sprachförderung für alle 
Sprachförderung 
für ALLE 
Die Language Route in 
Kindergärten der Stadt Köln

Sp
rachförderung für ALLE
�
Sprache ist: 
–	 de
r Schlüssel zu einer gleichberechtigten Teilhabe 
an der Gesellschaft, 
–	 wichtige Grundlage für den Bildungsweg eines 
Kindes,
 
–	 die Basis für den Umgang mit anderen Menschen, 
wichtig, um eigene Gefühle, Bedürfnisse, Erlebnisse 
auszudrücken, 
–	 wichtig, um eigene Gefühle, Bedürfnisse, Erlebnisse 
auszudrücken.

Am Anfang 
2012 belegte eine wissenschaftliche Studie der Universi­
tät zu Köln die Wirksamkeit des Sprachförderkonzeptes 
„Language Route – Ich bin Max“. 
Die Ergebnisse 
Es zeigte sich, dass die Gruppe der deutschsprachigen,
 
als auch die Gruppe der mehrsprachigen Kinder deut­
liche Fortschritte im Aufbau des Wortschatzes und im 
Er werb grammatikalischer Regeln machten. 
Die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache profitieren am 
meisten von dieser Art der Sprachförderung.
 
Die Entwicklung 
Alle Einrichtungen arbeiten nach dem städtischen 
Sprachförderkonzept. In Form der „Handreichung zur 
Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen der Stadt 
Köln“ steht ihnen das entsprechende Praxismaterial zur 
Verfügung. „Language Route – Ich bin Max“ ist durch 
den alltagsnahen Ansatz eine ideale Ergänzung des 
städtischen Sprachförderkonzeptes.

Was ist die „Language Route – Ich bin Max“? 
–	 Ein Sprachförderkonzept, das die täglich im Kin­
dergartenalltag stattfindende Interaktion unter 
den Kindern und zwischen Kindern und Erwach­
senen als Basis hervorhebt. 
Wie wird gefördert? Wie verändert sich der Alltag? 
–	 Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verant­
wortlich und alle Kinder der Einrichtung nehmen 
kontinuierlich während des ganzen Jahres an der 
Sprachförderung teil. 
–	 Alle alltäglichen Routinen- oder Spielsituationen 
(Frühstück, Mittagessen, Feste, Ausflüge, Sitz-
kreis…) werden genutzt. 
–	 Sprachförderung ist fester Bestandteil des Alltags. 
–	 Es findet eine strukturierte Wortschatzarbeit 
statt.
 
– Den Erzieherinnen und Erziehern ist das eigene 
Sprachverhalten viel bewusster.

Wie wird das Konzept den Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeitern vermittelt? 
–	 In Teamschulungen und Einzelbegleitung aller 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der tägli­
chen Umsetzung durch das Schulungszentrum 
ProLog Wissen. 
–	 Durch Nachhaltigkeit in der Begleitung der prak­
tischen Umsetzung mittels pädagogischer und 
therapeutischer Fachkräfte der Stadt Köln. 
Die Module der Language Route 
1. Modul Sprachförderung durch Interaktion 
2. Modul Interaktives Vorlesen – Der Vorlesezyklus 
3. Modul Gespräche mit Kindern führen und 
Wortschatzarbeit
 
4. Modul Sprachförderung mit mehrsprachigen 
Kindern 
5. Modul Elternarbeit 
Ab Herbst 2012 finden fortlaufende Kurse für alle 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen 
Kindergärten statt.

Kontakt 
Ansprechpartnerinnen im Amt für Kinder, 
Jugend und Familie 
Abt. Tageseinrichtungen und Tagesbetreuung für Kinder 
Ottmar-Pohl-Platz 1 
51103 Köln 
Zur Sprachförderung: 
Carola Brummack 
Tel. 0221/ 221-35243 
Kirsten Heller 
Tel. 0221/ 221-28597 
Zur Organisation: 
Anita Brinkhoff 
Tel. 0221/ 221-25406 
Der Oberbürgermeister 
Amt für Kinder, Jugend und Familie 
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
Gestaltung 
rheinsatz, Köln 
Druck 
Pieper GbR, Köln 
13-JS/51/15.000/06.2013

Anlage 1 Auszüge Handreichung zur Sprachförderung

5934 Zeichen

Grundlagen Sprachkonzept

2. Haltung der pädagogischen Fachkraft

wertschätzende, empathische Einstellung gegenüber der Erstsprache und allen
Fremdsprachen;

Akzeptanz der individuellen Sprachentwicklung der Kinder;

offenen und echten Kontakt mit den Kindern pflegen, um die Sprechfreude zu
unterstützen;

demokratische Haltung, die die Kinder auffordert, eigene Meinungen, Bedürfnisse,
Gefühle und Ansichten zu verbalisieren;

Interesse an den Lebenssituationen der Kinder: Aufspüren / Erschließen aktueller
Themen und Interessen, um interessante Gesprächssituationen herbeizuführen und
diese bewusst zu gestalten;

wahrnehmende Beobachtung.

3. Gestaltung der Umgebung / Sprachanregende Raumgestaltung

Die Raumgestaltung ermöglicht vielfältige Gesprächssituationen und bietet sowohl
Nischen und Rückzugsmöglichkeiten für Spiele in Kleingruppen als auch einen Ort für
Gespräche in der Gesamtgruppe;

Das Außengelände regt zur Kommunikation und Begegnung an. Es bietet Gelegenheit
zum Verstecken, Spielen in Kleingruppen und zur Verständigung über die Nutzung von
Geräten und Spielmaterial;

Bücher- und Leseecken, Bibliothek mit Bilderbüchern, Sachbüchern, Zeitungen in
mehreren Sprachen und Schriften befinden sich im Gruppenraum;

Rollenspielbereich mit Materialien aus dem familiären Lebensumfeld der Kinder;

Bewegliche Elemente wie z.B. Stühle, Beistelltische, Hängekörbe, Sofas,
Schaumstoffelemente, die den unterschiedlichen Interessen der Kinder gerecht werden;

Medienecken;
Schreibwerkstätten und Schreibecken;
Briefkästen;

Symbole, Zeichen, Bilder, Namensschilder mit Fotos an den Geburtstagskalendern,
Garderoben, Eigentumsfächer, Materialkisten, Aktionsräumen etc.;

Beschriftungen in Augenhöhe der Kinder und in den Sprachen der Kinder;
Ausstellungsmöglichkeiten für unterschiedliche Werke der Kinder;

Fotoreportagen und -dokumentationen von gemeinsamen Aktivitäten und
Unternehmungen.

Grundlagen Sprachkonzept

3. Mehrsprachigkeit

Der Erstsprache oder Muttersprache kommt als erstem Kommunikationsmittel besondere Be-

deutung zu: mit ihr werden die gefühlsmäßigen Tönungen der erlernten Wörter, die Normen

und Werte der jeweiligen Kultur vermittelt. Das Erlernen einer zweiten Sprache im frühen Kin-
desalter bietet die Chance, ein weiteres Sprachsystem intuitiv zu erwerben, wofür die Kinder-

gartenzeit günstig ist.

Das unterschiedliche Erleben verschiedener Kulturen und Sprachen bietet die Chance zur Ent-
wicklung von Perspektivenvielfalt und Symbolkompetenzen.

Mehrsprachigkeit befähigt ein Kind, unterschiedliche Sprachsysteme zu differenzieren, mitein-
ander zu vergleichen und über verschiedene Sprachen in Kommunikation zu treten.

4. Literacy - Erfahrungen zu Buch-, Erzähl-, Reim- und Lesekultur

Literacy-Erfahrungen, im Dialog gestaltet, gehören zu den wirksamsten Formen sprachlicher
Bildung. „Kinder mit reichhaltigen Literacy-Erfahrungen haben langfristig Entwicklungsvorteile
in der Sprachkompetenz wie auch beim Lesen und Schreiben” (Ulich, 2003).

Das Experimentieren mit und Erkunden von Buchstaben, Ziffern und Zeichen fördert das ab-
strakte Denken. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich über Schriftsprache aktiv Wissen
über andere Welten zu erobern.

Das Entwickeln einer Erzähl- und Lesekultur, die von Freude und Spannung begleitet wird,
ermöglicht es Kindern, Lesen und Schreiben als eine attraktive und vielfältige Welt für sich zu
entdecken.

5. Beobachtung von Sprachentwicklung und Sprachverhalten

Die ungerichtete wie auch die gerichtete Beobachtung ermöglicht der pädagogischen Fach-
kraft, Erkenntnisse über das sprachliche Denken, die Sprachentwicklung und das Sprach-
verhalten der Kinder zu gewinnen. Hierbei können verschiedene Beobachtungs- und Doku-
mentationsbögen angewendet werden. Wichtig ist, dass die Beobachtungen auch in die
Bildungsdokumentationen mit einfließen, um Eltern über den Entwicklungsstand ihrer Kinder
zu informieren.

6. Interessen und Kompetenzen von Kindern im Bildungsbereich Sprache

Kinder bringen eine Disposition für den Spracherwerb mit. Bei Kleinkindern steht die eigene
Handlung, die sprachlich begleitet wird, im Vordergrund. Obwohl der Gebrauch von Wörtern
noch eng verwoben mit der eigenen Handlung ist, besitzt das Kleinkind schon beim Verwen-
den der ersten Wörter Abstraktionsfähigkeit. Das Wort Auto wird benutzt für Papis Auto und
auch für alle anderen Autos auf der Straße und im Fernsehen.

Im Verlauf der Kindergartenzeit baut das Kind sein Wissen, Denken und die Sprache weiter
aus. Wie schon erwähnt, ist ein weiterer Meilenstein in der Sprachentwicklung der Weg zum
symbolischen Denken. Sprache ist nicht mehr gebunden an die aktuelle Handlung und verliert
den direkten Gegenwartsbezug. Das Kind kann nun seine Spielsituationen gedanklich mehr
und mehr nach seinen Bedürfnissen interpretieren, planen, gestalten, und dementsprechend

10 Leitlinien zur ganzheitlichen Sprachförderung

Grundlagen

Grundvoraussetzungen für die Entwicklung der Sprache sind

das Erlernen der Muttersprache (Erstsprache) und
deren Wertschätzung

Das heißt: Praktische Anregungen:
e Über die Muttersprache (Erstsprache)

entwickeln Kinder den Zugang zu ihrer

ersten Bezugsperson in der Familie.

Durch Sprache werden emotionale

Bindungen, Zugehörigkeit und

Akzeptanz sowie kulturelle Werte und

Einstellungen vermittelt. Deshalb ist

die Wertschätzung der Muttersprache

wichtig.

e Die Muttersprache ist die e Deutlich machen, dass das Sprechen
Kommunikationssprache der Familie der Muttersprache gewünscht und
(Familiensprache). unterstützt wird.

e Die Umgangssprache im Kindergarten
ist Deutsch.

e Die Muttersprache ist Lerngrundlage e Den Eltern gegenüber eine beratende

für den Erwerb der Zweitsprache.
Kinder, die über eine gut entwickelte
Erstsprache verfügen, haben weniger
Schwierigkeiten beim Erwerb einer
zweiten Sprache

und unterstützende Haltung
einnehmen, und sie über Wert
und Bedeutung der Muttersprache
aufklären.

Anlage 3 Bilingualer Kindergarten

3300 Zeichen

Der Oberbürgermeister 
Bilinguales Angebot in Kindergärten der Stadt Köln 
Bilinguales Angebot 
in Kindergärten 
der Stadt Köln 
Viele Sprachen – viele Chancen

Bilinguales Angebot in Kindergärten der Stadt Köln
�
Gute Gründe für eine frühe Mehrsprachigkeit 
–	 Die Voraussetzungen, sich neben der Muttersprache 
auch einer Fremdsprache zu nähern, sind bei Kindern 
im Alter von drei bis sechs Jahren optimal und sollten 
unbedingt genutzt werden. 
–	 Eine frühe Mehrsprachigkeit wirkt sich auf die allge­
meinen Denk- und Lernleistungen aller Kinder positiv 
aus. 
–	 Kinder werden flexibler und kreativer im Denken und 
trauen sich mehr zu. 
–	 Das Erlernen von weiteren Fremdsprachen verläuft in 
der Regel viel einfacher.

Sprache ist der Schlüssel, mit dem sich Kinder die Welt 
erschließen. Daher ist es für Kinder etwas besonders 
Wertvolles, wenn sie mehrere Sprachen kennenlernen. 
Durch das frühzeitige und spielerische Lernen entwi­
ckeln Kinder Spaß und ein gutes Gefühl für Sprachen. 
Durch eine bilinguale Erziehung wird die natürliche 
Mehrsprachigkeit der Kinder systematisch gefördert 
und gleichzeitig der Erwerb der deutschen Sprache 
optimiert. 
Die Stadt Köln ermöglicht Kindern diese Chance.

Fachliche Voraussetzungen 
–	 Die Erzieherinnen und Erzieher, die im Alltag mit 
den Kindern eine andere Sprache als Deutsch spre­
chen, beherrschen die deutsche und die zusätzliche 
Sprache sehr gut. 
–	 Die Stadt Köln stellt ihren Erzieherinnen und Er­
ziehern hierfür entsprechende Fortbildungen und 
Sprachcoaches zur Seite. 
–	 Die Erzieherinnen und Erzieher sind in der Lage, 
jederzeit zwischen den Sprachen zu wechseln. Nur 
so können sie situationsbezogen auf die Kinder ein­
gehen und mit ihren Kolleginnen, Kollegen und den 
Eltern kommunizieren.

Konkrete Umsetzung in den städtischen 
Kindergärten 
Die Stadt Köln stellt in einigen Kindergärten kostenlos 
ein bilinguales Angebot zur Verfügung. Dabei arbeitet 
sie ausschließlich mit ausgebildeten Fachkräften. Das 
bilinguale Angebot findet über den ganzen Tag in einer 
Kindergartengruppe mit dem vertrauten Personal 
statt. 
–	 Es wird ausschließlich nach dem Immersionsprinzip 
gearbeitet. Konkret bedeutet dies, dass ein oder 
zwei Erzieherinnen oder Erzieher Deutsch sprechen 
und eine weitere Erzieherin oder ein weiterer Erzie­
her eine andere Sprache als die deutsche spricht. 
–	 Welche Sprache die Kinder in der bilingualen Erzie­
hung zusätzlich erfahren, ist dabei eher nebensäch­
lich. Wichtig ist, dass Kinder eine „gelebte“ Sprache 
erfahren, das heißt eine Sprache, die im Alltag 
permanent, lebendig und mit Gefühlen bereichert 
gesprochen wird. 
–	 Die Stadt Köln greift auf die Sprachressourcen, die 
ihr die Fachkräfte der Einrichtung anbieten, zurück. 
So kann das Angebot zwischen Russisch, Türkisch, 
Englisch, Französisch und anderen Sprachen variie­
ren. 
Die „Verkehrssprache“ des Kindergartens bleibt 
Deutsch.

Kontakt / Impressum
�
Amt für Kinder, Jugend und Familie 
Abteilung Tageseinrichtungen 
und Tagesbetreuung für Kinder 
Ottmar-Pohl-Platz 1 
51 103 Köln 
Telefon 0221 / 221-0 
jungendamt@stadt-koeln.de Der Oberbürgermeister 
Amt für Kinder, Jugend und Familie 
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
Gestaltung 
rheinsatz, Köln 
Druck 
Druckhaus Süd, Köln 
13-CS/51/2.000/03.2014

Beratungsverlauf (2)

14.03.2017 Jugendhilfeausschuss
TOP 8.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.03.2017 Integrationsrat
TOP 3.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
4357/2016
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
26.01.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27