0732/2026
Beantwortung (AN/0418/2026)
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 13.05.2026 0732/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 23.06.2026 Beantwortung einer Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen zum 23. Statusbericht der Kindertagesbetreuung Mit ihrer Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates (AN/0418/2026) bittet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im JHA die Verwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen: 1) Welche Maßnahmen sind geplant, um die im Statusbericht erwähnte und erforderliche differenzierte, sozialräumlich ausgerichtete Steuerung, die sowohl den Ausbau instituti- oneller Angebote als auch die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Kindertages- pflege berücksichtigt, umzusetzen? 2) Was macht die Verwaltung aktuell, um die Ausfälle zu reduzieren, die auch in Stadtbe- zirken mit hohen Versorgungsquoten auftreten und wie kann beispielsweise der städti- sche Springer-Pool ausgebaut werden, um schneller auf Ausfälle zu reagieren? 3) Im Jahr 2023 wurden kurz, mittel- und langfristige Lösungsansätze zur Verbesserung der Personalsituation in der Kindertagesbetreuung bes chlossen. Wie ist der aktuelle Stand zu diesen Maßnahmen und haben diese zur Verbesserung der Situation beige- tragen? 4) Welche weiteren Maßnahmen sind geplant? Antwort der Verwaltung: Zu 1: Vor dem Hintergrund der aktuellen Bedarfsentwicklung in der Kindertagesbetreuung verfolgt die Stadt Köln weiterhin das Ziel eines bedarfsorientierten und sozialräumlich ausgerichteten Aus- baus der Betreuungskapazitäten. Neue Angebote sollen dabei insbesondere in denjenigen Stadtteilen geschaffen beziehungsweise erweitert werden, in denen soziale Belastungsindika- toren vorliegen, vergleichsweise niedrige Anmeldequoten zu beobachten sind oder erhöhte För- derbedarfe bestehen. Auf diese Weise soll frühkindliche Bildung gezielt dort gestärkt werden, wo sie für die Entwicklungschancen von Kindern eine besondere Bedeutung hat. Es ist vorgesehen, städtische Kindertageseinrichtungen stärker auf Grundlage sozialindizierter Kriterien zu sanieren und – soweit dies baulich möglich ist – auch zu erweitern. Darüber hinaus soll der Bau neuer Kindertageseinrichtungen künftig noch gezielter erfolgen. Es wird geprüft, inwieweit öffentliche Ausschreibungen für insbesondere benachteiligte Sozial- räume mit hohen Ausbaubedarfen vorgesehen werden können. Auf diese Weise könnte der Ausbau stärker auf die tatsächlichen Bedarfe in besonders belasteten Sozialräumen ausgerich- tet werden. Neben dem quantitativen Ausbau spielt auch der Abbau von Zugangsbarrieren eine wichtige Rolle. Aus verschiedenen Untersuchungen ist bekannt, dass in benachteiligten Stadtgebieten teilweise Informationsdefizite hinsichtlich der Bedeutung frühkindlicher Bildung bestehen und 2 zugleich praktische Hürden bei der Anmeldung auftreten können, etwa aufgrund von Sprach- barrieren oder Schwierigkeiten beim Ausfüllen formaler Anträge. Vor diesem Hintergrund wäre eine stärkere zugehende, beratende und unterstützende Arbeit sinnvoll, um Familien frühzeitig zu erreichen und den Einstieg in die Kindertagesbetreuung zu erleichtern. Perspektivisch könn- ten hierfür verbesserte Rahmenbedingungen im Kontext des geplanten Startchancen -Pro- gramms in der Kindertagesbetreuung einen wichtigen Beitrag leisten. Voraussetzung wäre eine entsprechende finanzielle Unterstützung durch Land oder Bund, beispielsweise für Maßnahmen wie Kita-Sozialarbeit oder eine Wiederaufnahme des erfolgreichen, inzwischen ausgelaufenen Bundesprogramms „Kita-Einstieg“. Zu 2: Ursache der Betreuungsausfälle ist in der Regel das Unterschreiten der gesetzlich vorgegebe- nen personellen Mindestbesetzung infolge von Vakanzen sowie krankheitsbedingten Personal- ausfällen. Diese Situation betrifft alle Stadtbezirke und zeigt sich in vergleichbarer Weise auch bei anderen Trägern sowie in anderen Kommunen. In den städtischen Kindertageseinrichtungen gibt es derzeit rund 250 unbesetzte Stellen, sowie mehrere längerfristige und häufige kurzfristige Krankheitsausfälle von Mitarbeitenden. Aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage können vakante Stellen oftmals nicht unmittelbar nachbesetzt werden. Dies gilt auch für Vertretungsstellen, die bei längeren Krankheitsausfällen beantragt werden können. Ein städtischer Springer-Pool besteht derzeit nicht. Verfügbare und neu gewonnene Fachkräfte werden zur langfristigen Besetzung der bestehenden Vakanzen eingesetzt. Grundsätzlich werden bei akuten Personalengpässen auch trägerinterne temporäre Vertre- tungslösungen geprüft. Aufgrund der vielfach angespannten Personalsituation ist dies aktuell jedoch nur in wenigen Fällen möglich. Wenn keine kurzfristige personelle Zusetzung möglich ist und die personelle Mindestbesetzung längerfristig und regelmäßig unterschritten wird, können die städtischen Kindertageseinrichtun- gen in Absprache mit dem jeweiligen Rat der Einrichtung ihre Öffnungszeiten temporär in 5 - Stunden-Schritten reduzieren. Dies verkürzt zwar die wöchentliche Betreuungszeit, kurzfristige Ausfälle können dadurch jedoch weitestgehend vermieden werden. Für Eltern und Mitarbei- tende wird mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit erreicht. Im Falle kurzfristiger Betreuungsaus- fälle halten die Kindertageseinrichtungen entsprechende Notfallkonzepte vor, die eine abge- stimmte und transparente Vorgehensweise bei personellen Engpässen regeln. Ein regelmäßi- ges Betreuungsangebot ist auch bei personellen Engpässen für alle Kinder sicherzustellen. Parallel setzt die Verwaltung verstärkt auf mittel- und langfristige Maßnahmen zur Personalge- winnung. Dazu zählen in sbesondere die deutlich ausgebauten Ausbildungskapazitäten für Nachwuchskräfte sowie eine Imagekampagne im Kölner Raum zur Steigerung der Attraktivität des Berufsfeldes. Darüber hinaus setzt sich die Stadt für verbesserte Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung ein und steht hierzu im engen Austausch mit dem Land. Die Erfolge der Personalgewinnungsmaßnahmen werden durch den demografisch bedingten Fachkräfte- abgang in ihrer Wirkung leider deutlich begrenzt. Zu 3 und 4.: Der JHA hat in seiner Sitzung am 26.09.2023 unter der Vorlage 2882/2023 den Kölner Stufen- plan beschlossen, der sehr erfolgreich umgesetzt wurde bzw. sich in der kontinuierlichen Um- setzung befindet. So wurde in Zusammenarbeit mit den Trägern unter Herzberuf.koeln eine Imagekampagne ini- tiiert, die weiterhin kontinuierlich durch Plakataktionen im öffentlichen Straßenland aufgegriffen wird. So gab es jüngst im Januar 2026 ein zweiwöchiges Zeitfenster, in dem an diversen Wer- beflächen in Köln passend zur Bewerberphase für den Beruf in Kitas geworben wurde. Kita-Fachkräfte wurden in PlusKITAs in die S8b eingruppiert, wodurch die bestehenden Mög- lichkeiten des aktuellen Tarifs ausgeschöpft wurden. Kontinuierlich setzt die Verwaltung die Verbesserung der alltäglichen Arbeitsbedingungen um. Maßnahmen zur Regulierung von Lärm und Hitze werden ebenso umgesetzt wie die Schaffung organisatorischer Handwerkszeuge, wie beispielsweise einer Dienstanweisung zum Umgang 3 mit Hitze. Aufgrund begrenzter Finanz- und Personalressourcen können die vielen Maßnahmen nur schrittweise und nacheinander umgesetzt werden, was zu längeren Warte - und Umset- zungszeiten führt. Maßnahmen und Angebote zur Gesunderhaltung werden ebenso gestaltet wie Fortbildungen, Weiterbildungen und die kontinuierliche Qualitätsentwicklung der pädagogi- schen Arbeit. Darüber hinaus wurden die Ausbildungskapazitäten in den letzten 3 Jahren kontinuierlich erhöht und liegen nunmehr konstant zwischen 230 und 250 Auszubildenden. Im Jahr 2025 wurden mehr als 500 Bewerbungen nur für den Kita Bereich gesichtet, eingeladen, besprochen und die sich hieraus geeigneten Bewerber*innen eingestellt, in das System integriert und eingearbeitet. Der geplante Ausbau des Berufskollegs Ehrenfeld wird weiterhin mit hoher Priorität verfolgt. Die Fortführung bzw. Wi ederaufnahme des Angebots an Berufsschulen zur berufsbegleitenden Weiterqualifizierung (in regulärer Ausbildung) von der Kinderpflege zur Erzieher*in ist der Stadt ein wichtiges Anliegen und wird mit Nachdruck bei den zuständigen Ministerien gefordert. Köln leistet hier wichtige Überzeugungsarbeit, damit die Möglichkeit der Ausbildung wieder eröffnet wird und einen unverzichtbaren Baustein zur Lösung des Fachkräftemangels und der Qualitäts- sicherung in den Kitas darstellt. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0732/2026
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 13.05.2026
- Erstellt
- 11.03.2026 15:21