V/0245/2017
Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost: Zwischenbericht
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Berichtsvorlage
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V/0245/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Sozialamt Betrifft Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost: Zwischenbericht Beratungsfolge 05.04.2017 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 24.04.2017 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 27.04.2017 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 04.05.2017 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht Bericht: Vorgelegt wird der Zwischenbericht zum Modellprojekt „Altengerechte Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost“, der mit der Vorlage V/1049/2015 für die weitere Berichterstattung zum Umsetzungs- stand angekündigt wurde. Das Modellprojekt wird aus Mitteln des Landesförderplans Alter und Pflege zunächst bis Februar 2018 gefördert, eine Verlängerung bis September 2018 wurde in Aussicht gestellt. Der Umsetzu ngsbericht stellt die zu Beginn des Projektes vorgenommene Bestandsaufnahme u.a. auch mit Experteninterviews und die Ergebnisse daraus vor. Nach der Bestandsaufnahme wurde im Rahmen einer Auftaktveranstaltung ein Arbeitskreis gegründet, aus dem Unter - Arbeitsgruppen zu den Themen „Nachba rschaftshilfe und Nahversorgung“, „Begegnungsstätten und Netzwerke“, „Wohnen und Verkehr“, „Freizeit und Vereine“ und „Öffentlichkeitsarbeit und Homepage“ gebildet wurden. Die aus den Arbeitsgruppen heraus entwickelten Maßnahmen und Angebote werden auf vielfälti- ge Weise den Bewohnerinnen und Bewohnern vermittelt. Ein wichtiger Bestandteil ist der ständ i- ge Austausch mit diesen zu Bedarfen und Wünschen. Hierzu bietet die Quartiersentwicklerin einmal im Monat eine Quartierssprec hstunde in der Apotheke an. Darüber hinaus begleitet sie die A rbeitsgruppen und unterstützt initiativ die daraus entstehenden Ideen für Aktivitäten und stellt Kontakte zu Kooperationspartnern her. Als Angebote im Stadtteil haben sich z.B. eine Handarbeits gruppe mit daraus sich neu entw i- ckelnden Freizeitaktivitäten gegründet, ein Mittagstisch-Angebot wird zunehmend stärker genutzt. Die Teilnahme am Wettbewerb Bürgerprojekt 2016 der PSD -Bank mit der Idee der „Nimm -mich- mit-Sitzbänke“ hat den dritten Platz und einen Gewinn von 5.000 Euro für die Bänke eingebracht. Für die Mobilität im nördlichen Gebiet von Hiltrup -Ost wurde das Angebot des Taxi -Busses Nr. 9 untersucht und das Gespräch mit den Stadtwerken gesucht. Ein weiteres Beispiel ist die Koop e- Vorlagen-Nr.: V/0245/2017 Auskunft erteilt: Frau von Kegler Ruf: 492-5940 E-Mail: vonKegler@stadt-muenster.de Datum: 16.03.2017 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0245/2017 ration mit „zeitraum“ von den Alexianern zur Schulung von Seniorinnen und Senioren am Compu- ter. D amit kann die Nutzung der eigens für das Projekt erstellten Homepage (www.unser - quartier.de/hiltrup-ost), die von Ehrenamtlichen gepflegt wird, unterstützt werden. Auch die weite- re Öffentlichkeitsarbeit wird gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern gestaltet und entwickelt. Die vor Ort aktiven Vereine bringen sich in das Projekt ein: So bot der Schützenverein „Dicke Eiche“ eine Seniorenolympiade an, und es gab die Gelegenheit in diesem Jahr mit einem eigenen Karnevalswagen unter dem Motto „Ob alt, ob jung, Hiltrup -Ost ist kunterbunt“ am Hiltr u- per Karnevalsumzug teilzunehmen. Für das verbleibende Jahr sind noch zahlreiche Aktivitäten geplant. Wichtige Themen sind we i- terhin altengerechtes Wohnen im Quartier und die Versorgungssicherheit, aber auch die Scha f- fung von weiteren Begegnungsangeboten und –orten. Über den weiteren Verlauf und die Überführung aus der Projektphase in ein nachhaltiges Qua r- tiersmanagement wird die Verwaltung im Jahr 2018 berichten. i.V. gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost, Zwischenbericht
Quartiersentwicklung-Zwischenbericht -Hiltrup-Ost-22032017
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1 Altengerechte, inklusive Quartiersentwicklung Hiltrup-Ost: Zwischenbericht 1. Bestandsaufnahme Den Beginn des im Oktober 2015 begonnenen und aus Fördermitteln des Landes und städtischen Mitteln finanzierten Quartiersentwicklungsprojekts markierte eine vorläufige Bestandsaufnahme, die in den ersten Wochen des Jahres 2016 weiter konkretisiert wurde. Es wurden die vorhandenen sozialen und infrastrukturellen Potenziale des Projektstando rtes beleuchtet und Experteninte r- views mit lokalen Akteuren und Akteurinnen durchgeführt sowie Schlüsselpersonen im Quartier ausfindig gemacht. Neben Datenanalysen und we iteren Recherchen hat die Quartiersentwicklerin im ersten Befragungszeitraum (Mitte O ktober 2015 - Dezember 2015) insgesamt 32 leitfaden ge- stützte Interviews geführt und ausgewertet. Zu den Interviewpartnern und Interviewpartnerinnen zählten sowohl lokale A kteure und Akteur innen sowie Bürger und Bürgerinnen aus Hiltrup -Ost. Einige der Inte rviewpersonen wurden auch in einer „Doppelfunktion“ befragt, da sie sich bereits in Vereinen oder anderen Organisationen vor Ort engagieren. Eine weitere Interviewreihe mit B e- wohnerinnen und Bewohnern folgte im März 2016. Für die Projektdurchführung wichtige Befunde sind vor allem (Haushalts- und Bevölkerungszahlen sind aktualisiert): Das Durchschnittsalter der Bevölkerung von 46,7 Jahren in Hiltrup-Ost gehört zu den höchsten Werten unter Münsters Ortsteilen. Ende 2016 waren 34,3 Prozent der Menschen dort über 60 Jahre alt. Ende 2016 gab es insgesamt 3.035 Haushalte in Hiltrup -Ost, davon waren mehr als ein Drit tel (1.079 Haushalte) Ein-Personen-Haushalte. Die Altersgruppe 60 plus war un ter den Ein - Personenhaushalte mit 46 Prozent vertreten. In den Interviews als gut bewertete Punkte: Von der Mehrheit der Befragten wird Hiltrup-Ost als ein attraktiver Wohnstandort mit viel P o- tenzial gesehen und erlebt. Die Wohnqualität wird insgesamt als höh erwertig eingestuft und die unmittelbare Anbindung an ein großes Naherholungsgebiet und die ruhige Lage im Grünen verknüpfen die meisten mit einem hohen Erholungs- und Freizeitwert. Auch die Nachbarschaften werden als gut funktionierende Ne tzwerke beschrieben, die durch Zusammenhalt und ein solidarisches Miteinander gekennzeichnet sind. „Viele sind hier und möchten nicht mehr weg.“, so das Zitat eines Bewohners. Entwicklungsbedarfe/Herausforderungen: Es gibt derzeit noch keine altengerechten Wohnungen, Service-Wohnen oder Woh ngemein- schaften in Hiltrup -Ost. In den Gesprächen wurde häufiger der Wunsch nach barrierefreiem Wohnraum für das Quartier Hiltrup -Ost geäußert. Viele können sich pe rspektivisch eine Ve r- änderung ihrer Wohnsituation vorstellen und int eressieren sich für das Thema „altengerec h- tes“ bzw. „barrierefreies“ Wohnen. Anlage zur Vorlage V/0245/2017 2 Als durchgängig problematisch zu betrachten ist aus der Sicht der Befragte n ferner die vorhan- dene Versorgungsinfrastruktur. Den Veränderungsprozessen im Einzelhandel, wie sie vielerorts anzutreffen sind, unterlag in den letzten Jahren auch immer wieder Hiltrup -Ost. Durch die Schließung von Nahversorgungsangeboten wird die aktuelle S ituation für den täglichen Bedarf als ausreichend aber nicht vollkommen zufriedenstellend eingestuft. Vor allem besteht bei den Interviewten die Sorge darüber, ob die Existenz der noch vorhandenen Angebote langfristig gesichert werden kann. Gerade für mob ilitätsbeeinträchtigte Bürger innen und Bürger sei da- her eine Anbindung an die Nahversorgungsangebote in Hiltrup-Mitte und Hiltrup-West oft nur schwer zugänglich. Die Trennung durch den Dortmund -Ems-Kanal bzw. die Bahnstrecke zu den anderen Gebieten Hiltrups wurde dabei auch immer wieder als „physische Barriere“ benannt . Die Hälfte aller Befragten gab an, dass sie einen großen Bedarf an einem nachhaltigen Nahve r- sorgungskonzept für Hiltrup-Ost sehe. Die Einrichtung von Bringe-Diensten, Lebensmitteltrucks oder anderen Lieferservice-Angeboten wurden hier als Vorschläge genannt. Ein weiteres Ergebnis der Befragung bezieht sich auf Begegnungsangebote. Demnach beurteil- ten die Befragten die vorhandenen Angebote für Seniorinnen und Senioren insgesamt als aus- baubedürftig. Es wurde mehrfach angeregt, einen festen Ansprechpartner oder Ansprechpart- nerin vor Ort vorzusehen, der oder die im Quartier beratend und koordinierend tätig sein kann. Begegnungsmöglichkeiten für verschiedene Gru ppen bieten derzeit das Katholische Pfarrheim sowie das Clubheim des Sport - und Turnvereins Hiltrup. Knapp ein Viertel der B e- fragten sieht einen deutlichen Bedarf für die Schaffung eines zentral gelegenen Begegnung s- angebotes bzw. Begegnungsra umes, welches neben verschiedenen Aktivitäten und Veransta l- tungen auch an die entsprechenden Hilfe- und Unterstützungsangebote vermitteln kann. Bezugnehmend auf das öffentliche Nahverkehrsangebot wurde von den Befragten angeregt, Nachbesserungen in Teilgebieten wie zum Beispiel der Ringstraßen - und Heerdesiedlung v o- ranzutreiben. Die Ergebnisse der Befragungen sowie der Anregungen und Informatione n aus den vo rhergehen- den beiden Projekten im Quartier (s. Vorlage V/1049/2015) konnten erste Handlungsfelder sicht- bar machen. 2. Handlungsfelder, Binnenorganisation Eine Auswahl bzw. Priorisierung der Handlungsfelder für Hiltrup -Ost erfolgte im Rahmen der Au f- taktveranstaltung des von der Quartiersentwicklerin initiierten Arbeitskreises „A ltengerechte Quartiersentwicklung Hiltrup -Ost“. An der Auftaktveranstaltung im Januar 2016 nahmen über 30 Personen teil. In dem Arbeitskreis sind Bürgerinnen und Bürger vertreten sowie lokale Akteurinnen und Akteure, die sich für ihren Ortsteil engagieren möchten . Die vier Handlungsfelder Wohnen, Gemeinschaft erleben, sich versorgen und sich beteiligen, die der Masterplan „Alteng erechte Quartiere NRW.“ vorsieht, boten das Hintergrundraster für die Bestimmung der Themenbereiche in Hiltrup -Ost. Unter der fachlichen Begleitung und Moderation der Quartiersentwicklerin wurden in der ersten Sitzung mit den Beteiligten Arbeitsgruppen zu den Themen : „Nachbarschaftshilfe und Nahverso r- gung“, „Begegnungsstätten und Netzwerke“, „Wohnen und Verkehr“, „Freizeit und Vereine“, „Öf- fentlichkeitsarbeit und Homepage“ gegründet. 3 Die Arbeitsgruppen treffen sich seit Februar 2016 regelmäßig, mindestens einmal mona tlich. Die Arbeit ist projektbezogen organisiert, Ideen und Fortschritte werden innerhalb des Gremiums „Ar- beitskreis“ alle zwei bis drei Monate vorgestellt und erörtert. Ziel ist es, die Arbeit für alle Beteili g- ten transparent zu gestalten, miteinander zu v ernetzen und geme insam nach Lösungen für ein lebenslanges Wohnen im Ortsteil Hiltrup-Ost zu entwickeln. Eine besondere Möglichkeit, ihre ersten Ideen und Ergebnisse aus dem Projekt vorzuste llen, bot sich allen Mitwirkenden beim Quartiers-Besuch der Ministerin Barbara Steffens (NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter) . In einem Treffen mit dem zuständigen Referat des Ministeriums wurde zuvor eine Quartiersbegehung durchgeführt. Von Beginn an stand die Partizipation d er Bürgerinnen und Bürger beim Gestalten ihres Quartiers im Fokus. Beim Ermitteln der Bedarfe und bei den späteren, konkreten inhaltl ichen Umsetzungen wurde seitens der Quartiersentwicklung eine „bottom -up-Strategie“ verfolgt. Durch die Präsenz der Quartiersentwicklerin vor Ort im Quartier und in verschiedenen gemeinschaftlichen Aktionen wurden für die Bürgeri nnen und Bürger einerseits Impulse gesetzt, andererseits aber auch die Möglichkeit zur Mit-Gestaltung und Mit-Wirkung im Projekt geboten. 3. Bisherige Umsetzung der Altengerechten Quartiersentwicklung Bürgerschaftliche Beteiligung ist der Motor des Projektes und für das Gelingen einer nachhaltigen Quartiersentwicklung maßgeblich mit verantwortlich. Jedes Quartier ist anders, daher wurden die ausgewählten Beteiligungsmethoden sorgfältig unter der Einbezi ehung der Lebenswelten d er Menschen vor Ort ausgewählt. In Hiltrup-Ost wurden zu Beginn verschiedene Impulse gesetzt, um die Bürger und Bürgerinnen zu informieren und um sie am Projekt teilhaben zu lassen. 3.1 Offene Sprechstunden Im Januar 2016 wurde bekannt, dass die Sparkasse ihre Filiale in Hiltrup -Ost bis 2018 schließen werde. Diese Nachricht beeinflusste den Projektstart nachhaltig, da die Situation von den Bürgern und Bürgerinnen als konträr zu dem geplanten Vorhaben einer altengerechten Quartiersentwick- lung aufgefasst wurde. Von der Quartiersentwicklerin wurden „Quartiers -Sprechstunden“ eing e- richtet, die zweimal monatlich stattfanden und anfänglich in Zusammenhang mit der Schließung der Sparkasse großen Zuspruch erfuhren. Ge meinsam mit Vertretern der Bezirkspolitik hatte die Quartiersentwicklerin Gelegenheit, mit Vo rstandsvertretern der Sparkasse insbesondere für die ältere Bürgerschaft und für Me nschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen Lösungsansätze zu s u- chen und eine Basis für zukünftige Kooperationsgespräche zu schaffen. Die Besuchszahlen der Sprechstunden gingen in der Folgezeit zunächst zurück; daraufhin entstand die Idee der „Apotheken-Tage“ als neue und direkte Ansprache für die Bürger und Bürgerinnen vor Ort. Einmal pro Monat verlegt die Quartiersentwicklerin ihren Arbeit splatz direkt in die Apotheke vor Ort, um von dort aus die Bürger innen und Bürger über die verschiedenen Projekte der Qua r- tiersentwicklung Hiltrup-Ost zu informieren und zum Mi tmachen anzuregen. Durchschnittlich fin- den an einem Vormittag zwischen 20 - 25 Beratungsgespräche mit einer Dauer von 5 - 10 Minuten statt. Bei einem ausführlicheren Beratungs-Bedarf werden Termine individuell vereinbart. Das An- gebot stößt mittlerweile deutschlandweit auf Beacht ung. Es wurde auf diversen Veranstaltungen vorgestellt, unter anderem beim Kongress der Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention in Essen und wird durch das Landeszentrum für Gesundheit nachdrücklich begrüßt. Generell lässt sich als Zwischenfazit fest halten, dass durch die unmittelbare und gute Zusammenarbeit mit loka- 4 len Akteuren, wie zum Beispiel der Apotheke, dem Friseurladen, den ver schiedenen Vereinen und Institutionen, die Bedarfe der Menschen in einem Quartier sichtbar werden und den Planungspro- zess sinnvoll unterstützen. 3.2 Gruppenangebote, gemeinschaftliche Initiativen Der Kreis der ehrenamtlich Aktiven im Projekt hält sich seit einem Jahr stabil bei rund 35 Personen. Gemeinsam wurde im ersten Jahr eine Vielzahl von Projekten entwickelt und umgesetzt. Mittler- weile hat sich die im Zuge des Projektes die neu gegründete Handarbeitsgruppe als fester B e- standteil der „Altengerechten Quartiersentwicklung“ in Hiltrup-Ost etabliert. Im Vordergrund der vierzehntägigen Treffen steht nicht ausschließlich die Fertigstel lung der Handarbeiten. Vielmehr geht es den Teilnehm erinnen und Teilnehmern um das Gemeinschaftserlebnis und den Zusa m- menhalt. Aus der Gruppe heraus entstand beispielsweise die Idee, einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen und einen „A dventsbasar“ in Hiltrup -Ost zu organisieren. Die Nachfrage nach dem Angebot „Handarbeitsgruppe“ ist groß, sodass kürzlich eine neue Gruppe für Berufstätige von der Leiterin der Handarbeitsgruppe ins Leben gerufen wurde. Hier stehen der generationenübergrei- fende Ansatz und das Lernen voneinander im Mittelpunkt. Mit der Teilnahme beim Bürgerprojekt 2016 der PSD Bank Münster erreichte die Arbeitsgruppe „Nachbarschaftshilfe und Nahversorgung“ mit ihrer Idee der „Nimm-mich-mit-Sitzbänke“ den dritten Platz und gewann eine Summe in Höhe von 5.000 Euro. Die „Mitfahr-Bänke“, die im nördli- chen Teil in Hiltrup-Ost, der Ringstraßen- und Heerdesiedlung zum Einsatz kommen werden, sollen dazu beitrag en, die Mobilität in diesem Bereich zu verbessern. Gerade Bürger und Bürgerinnen, die Unterstützungsbedarf haben und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind , werden davon profitie- ren können, wenn sie von ihren mobilen Nachbarn im Auto mitgenomm en werden. Mit diesem Vorhaben ist auch beabsichtigt, Nachbarsc haftshilfe zu fördern und damit zur Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld beizutragen. Zusammen mit dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit ( 67), dem Tiefbauamt (66) und dem Ordnungsamt (32) fand eine Quartiersbeg e- hung zur Fes tlegung der Sta ndorte statt. Darüber hinaus fanden Kooperationsgespräche mit den Stadtwerken statt, die ebenso Flächen für die Standorte der Bänke zur Verfügung stellen we rden. Mit dem Aufstellen der Nimm-mich-mit-Sitzbänke ist voraussichtlich im Sommer 2017 zu rechnen. Um die Bedarfslage im Zusammenhang mit der Nutzung des Öffentlichen Personenna hverkehrs bzw. des Taxi-Busses Nr. 9 im nördlichen Gebiet von Hiltrup -Ost zu e rmitteln, wurde von der A r- beitsgruppe „Wohnen und Verkehr“ mit Unterstützung der Quartiersen twicklerin ein Fragebogen entworfen, der an 700 Haushalte in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung verteilt wurde. Die Rück- laufquote von 25 Prozent ließ ein aussagekräftiges Ergebnis zu. Insgesamt nutzen 12,9 Prozent der Befragten den Taxi -Bus, 81,7 Prozent nu tzen den Taxi -Bus nicht und 5,4 Prozent machten keine Angaben hierzu. Als Gründe, die gegen die Nutzung des Taxi -Busses sprechen, wurde von 31,7 Prozent angegeben, dass ihnen der Aufwan d zu hoch sei . Weitere 7,5 Prozent gaben an, andere Verkehrsmittel zu bevorz ugen. Als weitere Punkte, die gegen eine Nutzung des Taxi -Busses spre- chen, wurden die geringe Flexibilität (festgelegte Abfahrtszeiten) und die unbequeme Wa rtesitua- tion (fehlende Überdachung und Sitzbank) genannt. Von 5,9 Prozent wurde die Taxi-Bus- Verbindung als unzuverlässig und unpünktlich bewertet. Ein vergleichsweise hoher Pr ozentsatz von 15,1 Prozent der Befragten gab keine Begründung an. Keinen Bedarf an dem vorhandenen Angebot des Taxi -Busses haben 9,7 Prozent. Nur ein sehr ger inger Anteil der Befragten (1,6 Pro- zent) begründete die Nicht -Nutzung des Taxi -Busses mit einem unzureichenden und fehlende n Detailwissen. Immerhin 75,6 Prozent aller Befragten gaben an, mindestens einmal wöchentlich 5 eine Busverbindung zu nutzen, wenn eine solche in der Ringstraßen- und Heerdesiedlung vorhan- den wäre. Die Ergebnisse wurden den Stadtwerken, dem Amt für Stadtplanung/ -entwicklung und Verkehr s- planung sowie in der Bezirksvertretung Hiltrup im Herbst 2016 präsentiert. Alle Anregungen zum Taxi-Bus wurden geprüft und umgesetzt. Im Frühjahr 2017 findet eine I nformationsveranstaltung für Seniorinnen und Senioren zur Nutzung des Taxi -Busses Nr. 9 in Hiltrup -Ost statt. Die Stadtwer- ke werden eine überarbeitete Neuauflage des Flyer s für die Nutzung des Taxi -Busses veranlassen und in Kooperation mit der Alte ngerechten Quartiersentwicklung in Hiltrup -Ost an die Haushalte und Geschäfte vor Ort verteilen. Der im Oktober 2016 gestartete Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren wird auch 2017 fortge- führt. Im Rahmen der IN FORM-Startwoche der Bundesarbeitsgemeinschaft für S eniorenorganisa- tionen beteiligte sich Hiltrup -Ost. Der Mittagstisch für Seniorinnen und S enioren fand zunächst wöchentlich bis Ende 2016 in einem Portugiesischen Restaur ant statt. Seit Anfang 2017 findet der Senioren-Mittagstisch vierzehntägig im „Das andere Re staurant“ in Hiltrup-Ost statt. Das Angebot hat sich mittlerweile etabliert und wird durc hschnittlich von 12 - 14 Seniorinnen und Senioren r e- gelmäßig besucht. Eine er ste Befragung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Oktober ergab, dass im Wesentlichen das G emeinschaftserlebnis, das „ Sich begegnen“ beim Mittagstisch im Vo r- dergrund stehe und weniger das Essen an sich. Insgesamt nahmen an dem Mittagstisch -Angebot im Sta rtmonat Okt ober über 30 Personen teil. Der größte Anteil der Teilnehmerinnen und Tei l- nehmer war im Alter zwischen 65 und 70 Jahren, gefolgt von der Altersgruppe 70 - 80 Jahren. Die Altersklasse der 80 -90-jährigen war mit 25 Prozent vertreten. Eine Person war unter 60 Jahre alt und eine Person im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Der Anteil der Frauen lag bei 61,5 Prozent und 30,8 Prozent waren männlich. Von 7,7 Prozent wurden keine Angaben gemacht. Rund 50 Prozent der Befragten nannten als Grund für ihre Teil nahme neuen Menschen begegnen zu wollen. Darüber hinaus gaben 70 Prozent aller Befragten an, dass für sie das Zusammensein mit anderen Menschen wichtig sei. Ein weiterer Aspekt, der bei 33 Prozent der Befragten Zustimmung fand, war die Zeitersparnis durch den Wegfall von Pl anung und Organisation (Einkaufen, Kochen und Aufräumen). Insgesamt 37,5 Prozent aller Befragten sehen den Mittagstisch für sich als Mö g- lichkeit, eine schmackhafte Mahlzeit zu erhalten. 3.3 Kooperationsangebote Immer wieder neue und anregende Impulse für d as Quartier zu setzen, dies sind die zentralen Elemente der Arbeit von Quartiersentwicklern und Quartiersentwicklerinnen. Dabei gilt es , all- tagsnahe Themen der Bürger und Bürgerinnen aufzugreifen und beteiligungsbasiert zu planen und umzusetzen. In Hiltrup-Ost wurden hierzu Fachvorträge wie dem „barrierefreien Wohnen“ ange- boten oder auch das gemeinsame Kochen für Seniorinnen und Senioren im Rahmen des Freiwill i- gentags der Freiwilligenakademie Münster. Aber auch Veranstaltungen wie das Quartiers-Singen, die interaktive Quartiersbegehung mit Alterssimulationsanzügen oder der Computerkurs für Se- niorinnen und Senioren in Kooperation mit der tagesstrukturierenden Einrichtung „zeitraum“ der Alexianer fanden großen Anklang bei der Bewohnerschaft. Durch dieses Kooperationsprojekt wur- de gleichzeitig eine Einbindung der Menschen innerhalb der tagesstrukturierenden Einrichtung in das Quartier erreicht und teilweise Öffnung von „zeitraum“ in das Quartier er zielt und wichtige Grundlagen für weitere gemeinsame Aktivitäten in Hiltrup -Ost geschaffen. Sowohl von den Tei l- nehmern und Teilnehmerinnen als auch den Anleitern und Anleiterinnen wurden die bisher stat t- 6 gefundenen Kurse als überaus positiv und bereichernd bewertet. Ein weiterer Kurs findet im er s- ten Quartal 2017 statt. Ein weiteres Kooperationsprojekt fand mit der Fachhochschule Münster im Sommer 2016 statt. Eine Gruppe Studierender führte mit 4 Bewohnern und Bewohnerinnen aus Hiltrup -Ost „biogra- phische Interviews“ durch, die mit einer Videokamera aufgezeichnet wurden. Die Seniorinnen und Senioren erhielten von den Studierenden abschließend die eigenen Filmauf nahmen zur Weiterga- be an die nachfolgenden Generationen. Mit dem Schützenverein „Dicke Eiche“ besteht ebenfalls eine Kooperation. I m Rahmen seines Schützenfestes bot der Verein erstmalig eine Seniorenolympiade im August 2016 an. Ein weiteres, gemeinsames Projekt war die Teilnahme beim Hiltruper Karne valsumzug im Februar 2017 mit e i- nem eigenen „Karnevalswagen der Generationen“. Unter dem Motto „Ob alt, ob jung, Hiltrup-Ost ist kunterbunt“, wurde das Projekt von jungen und ält eren Bürgern und Bürgerinnen aus Hiltrup- Ost geplant und gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert. Rückblickend hat das Projekt dazu be i- getragen, den Austausch der Generat ionen zu fördern und mehr Verständnis für andere Lebenssi- tuationen und -formen zu entwickeln. Dieser generationenübergreifende Ansatz wird auch im Logo der Altengerechten Qua rtiersent- wicklung Hiltrup -Ost weiterverfolgt. Innerhal b der Arbeitsgruppe „Öffentlichkeit sarbeit und Homepage“ wurde im vergangenen Jahr mit Unterstützung einer Werbeagentur das Logo „Mite i- nander-Füreinander“ entwickelt. Auch in dieser Arbeitsgruppe wurde im Oktober 2016 die „Quar- tiers-Homepage“ für Hiltrup-Ost erstellt. Durch das Kuratorium Deutscher Altershilfe in Köln wu r- de hierzu Fortbildungsveranstaltungen angeboten, an der ein Mitglied der Arbeitsgruppe und die Quartiersentwicklerin teilnahmen. Die Redaktion ssitzungen finden einmal monatlic h statt und werden von der Quartiersentwicklerin geleitet. Neben den Terminen zu aktuellen Veranstaltungen und Aktionen wird auf der Quartie rs-homepage auch in verschiedenen Beiträgen und Fotos über das Projekt informiert. (siehe: www.unser-quartier.de/hiltrup-ost) Ein wichtiger Kooperationspartner für die Öffentlichkeitsarbeit im Projekt ist die lokale Presse, die zuverlässig und ausführlich über die aktuellen Entwicklun gen berichtet. Neben einer Vi elzahl an Berichten in der Zeitung wur den auch in Fachzeitschriften wie zum Be ispiel in der „Deutschen Apotheker Zeitung“, in der „Pharmazeutischen Zeitung“ oder in Newslettern berichtet. Darüber hinaus gab es eine Live-Sendung des Radiose nders „Deutschlandfunk“ aus dem Quartier Hiltrup - Ost und einen Beitrag im WDR-Fernsehen. Altengerechtes Wohnen in Hiltrup -Ost ist nach wie vor eines der zentralen Themen, die es pe r- spektivisch zu realisieren gilt. Die verschiedenen Ideen hierzu, die bereits aus früh eren Planungs- prozessen hervorgegangen sind, wurden aufgegriffen und weiter bearbeitet. Mit den Zuständigen der Katholischen Kirchengemeinde und der Meyer -Suhrheinrich-Stiftung fan- den zu diesem Thema Gespräche statt. Darüber hinaus wurde die Wohnsitu ation in Hiltrup-Ost in verwaltungsinternen Kooperationsgesprächen mit dem Amt für Stad tplanung/-entwicklung und Verkehrsplanung (61) sowie dem Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung (64) erö r- tert. Mit Letzterem wurden zusätzlich regelmäßige Fachtreffen in Bezug auf die „Quartiersentwick- lung“ im Allgemeinen verabredet. 7 4. Ausblick Neben den vielen Aktivitäten , die fortgeführt werden, wird am 30 . Juni 2017, erstmalig eine „Ge- sundheitsmeile“ entlang des Osttors an geboten. Die Planung und Organisation der Veranstaltung wird mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Institutionen sowie mit Fachkräften aus dem Bereich des Gesundheitswesens durchgeführt. Durch verschiedene I nformations- und Aktionsstände soll an diesem Tag ein Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention im Quartier geleistet werden. Es soll dabei auch geprüft werden, ob bei Bürgerinnen und Bürgern Bedarf für weitere Angebote zu den Themen Bewegung, Ernährung etc. besteht. Eine weitere größere Veranstaltung im Quartier Hiltrup-Ost findet a m 14. Oktober 2017 statt. In Kooperation mit der Kulturbühne Hiltrup e.V. wird von der Arbeitsgruppe „Freizeit und Vereine“ ein Ortsteilfest der Generationen geplant und organisiert. Der Wunsch nach einem Fest entstand aus der B ürgerschaft und wird als identitätsförderndes und verbindendes Element für Hiltrup-Ost wahrgenommen. Nach einem Jahr scheint die Quartiersentwicklung in Hiltrup-Ost bei den Bürgern und Bürgerinnen angekommen zu sein. D er Prozess setzt eine wertschätzende Haltung gegenüber allen Beteiligten vor Ort voraus. Ziele, die formuliert werden, müssen in ihrer Realisi erung nachhaltig und fachlich unterstützt und begleitet werden. Besonders während der Aufbauphase und in den folgenden Entwicklungen ist die Transparenz im Projekt von zentraler Bedeutung. Sie entscheidet in einem hohen Maße über die Beteiligung der Bürge rschaft und über die eigenständige Fortführung des Projektes nach Beendigung des Förderzeitraums. Das vorhandene Potenzi al im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements in Hiltrup -Ost gilt es unbedingt anzunehmen und entsprechend der Möglichkeiten vor Ort auszubauen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Freiwilligen der altengerechten Quartiersentwicklung in Hiltrup-Ost da- zu bereit sind, sich weiterhin verantwortlich um ihr Quartier zu kümmern. Die Herausforderung für alle Beteiligten wird es sein, die zum Teil bestehenden Strukture n zu fes- tigen und in eine Verstetigung überzuleiten. Auch die Umsetzung einer Begegnungsstätte in Ko- operation mit einem Wohlfahrtsträger könnte für den Ortsteil ein wicht iges Signal setzen und ihn in seiner Entwicklung weiter voranbringen. Die bisherigen i ntensivsten Bemühungen zu diesem Thema waren noch nicht erfolgversprechend. Weite rhin wird in diesem Jahr nach geeigneten Räumen und Lösungen gesucht werden. Die vorhandene ortsnahe Versorgungsinfrastruktur zu erhalten, Ergänzungslösungen für fehlende Versorgungsmöglichkeiten zu kreieren und möglichst umzusetzen, wird auch we iterhin maßgebli- cher Themenschwerpunkt der inklusiven, altengerechten Quartiersen twicklung in Hiltrup-Ost blei- ben. Besonders wichtig und dringlich ist es darüber hinaus, in absehbarer Zeit ein Basisangebot an barrierefreien (und bezahlbaren) Wohnungen mit optionalem Serviceanschluss, womög lich auch ein Wohngruppenangebot oder ein innov atives Wohnangebot im Ortsteil zu schaffen. Der Förder- zeitraum des Münsteraner Förderprojektes „Hiltrup-Ost“ endet vorerst im Februar 2018, wird aber voraussichtlich noch bis September 2018 verlängert. Über de n weiteren, idealerweise erfolgre i- chen Projektverlauf wird die Verwaltung voraussichtlich Ende 2018 berichten.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0245/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 22.03.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37