AN/0660/2019
Aktuelle Stunde: „Annullierung der Wahl in Istanbul – Sorge um den Zustand der Demokratie in unserer Partnerstadt“
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Gem. Antrag nach § 5 (CDU)
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CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln An die Vorsitzende des Kölner Rates Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: AN/0660/2019 Antrag gem. § 5 der Geschäftsordnung des Rates auf Durchführung einer aktuellen Stunde Gremium Datum der Sitzung Rat 21.05.2019 Aktuelle Stunde: „Annullierung der Wahl in Istanbul – Sorge um den Zustand der Demokratie in unserer Partnerstadt„ Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, bitte setzen Sie folgenden Antrag zur Durchführung einer Aktuellen Stunde auf die Tages- ordnung der Sitzung des Rates am 21.05.2019: Annullierung der Wahl in Istanbul – Sorge um den Zustand der Demokratie in unserer Partnerstadt Begründung: „Istanbuls Bürgermeister spricht von Verrat“, „Heftige Kritik an Annullierung der Bürgermeis- terwahl“, „Annullierung der Wahl ist der Schritt hin zur offenen Autokratie“ – das sind drei Überschriften deutscher Medien, nachdem die türkischen Wahlbehörden die Bürgermeister- wahl in Istanbul annulliert haben. Die Ereignisse in unserer Partnerstadt, die erneut Anlass zur Sorge um den Zustand der Demokratie in der Türkei und damit auch in Istanbul geben, sollte der Rat der Stadt Köln nicht unkommentiert lassen. Die antragstellende Fraktion hält es für Ihre Pflicht, im Rat ein starkes Zeichen für freie, faire und transparente Wahlen in der Türkei zu setzen. Der Rat der Stadt Köln sollte seine uneingeschränkte Verbundenheit und Solidarität mit den Menschen in Istanbul erklären, die sich klar zu demokratischen Werten bekennen. Mit freundlichen Grüßen gez. Niklas Kienitz CDU- Fraktionsgeschäftsführer r - 2 -
Anlage 1 - Resolution
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Nach Abschluss der Debatte beschließt der Rat gemäß § 5 Absatz 10 Buchstabe b) der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen folgende Resolution, die zur weiteren Behandlung an die Verwaltung überwiesen wird: „Annullierung der Wahl in Istanbul – Sorge um den Zustand der Demokratie in unserer Partnerstadt“ Die Aktuelle Stunde wird mit folgender Entschließung abgeschlossen: Am 6. Mai wurde die Bürgermeisterwahl in Istanbul annulliert und eine Wiederholung für den 23. Juni angeordnet. Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Ekrem Imamoglu, hatte die Wahl vom 31. März 2019 knapp vor Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim gewonnen. Nach der Entscheidung der Wahlkommission wurde Imamoglu das Mandat wieder aberkannt. Der Rat der Stadt Köln stellt fest, dass diese Vorgänge erneut Anlass zur Sorge um den Zustand der Demokratie in der Türkei und insbesondere in unserer Partnerstadt Istanbul bieten. Der Rat erklärt darüber hinaus, dass er die Entscheidung zur Annullierung überaus kritisch bewertet, da sie einen eklatanten Verstoß gegen demokratische Rechte darstellt. Die Einhaltung demokratischer Grundprinzipien mit transparenten Wahlbedingungen hat für uns höchste Priorität. An der Entscheidung ist insbesondere auch zu kritisieren, dass es türkische Behörden auch nach internationalen Aufforderungen unter anderem von EU-Chefdiplomatin Federica Mogherini und EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn – nicht für notwendig erachtet haben, die Begründung für eine Annullierung einer öffentlichen Untersuchung zugänglich zu machen. Der Europarat hatte zur Wahl am 31. März 2019 eine Beobachterdelegation geschickt. Angesichts der konfliktträchtigen Lage begrüßen wir die Verlängerung des Mandats der Wahlbeobachter. Der Rat der Stadt Köln kritisiert darüber hinaus das verstärkte Vorgehen der türkischen Behörden gegen Kritiker und Kritikerinnen aus der Kunst-, Medien-, und Kulturszene. Diese Intransparenz und Repression schaden einer Demokratie in erheblichem Maße. Das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler wird dadurch massiv erschüttert. Daher fordert der Rat der Stadt Köln die türkischen Behörden auf, die Annullierungs-Entscheidung zurückzunehmen. Jede Wahl – auch in unserer Partnerstadt Istanbul – sollte entsprechend der demokratischen Grundsätze als freie, gleiche und geheime Wahl fair und transparent durchgeführt werden. Dazu gehört es auch, nach diesen Prinzipien mehrheitlich gewählte Vertreter als Wahlgewinner anzuerkennen. Die Türkei ist Mitglied des Europarates und muss sich an die geltenden europäischen Verträge halten. Wir, die im Kölner Rat vertretenden demokratischen Parteien, fordern deshalb die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch die Türkei, insbesondere des Artikels 5 (Recht auf Freiheit und Sicherheit). Wir erinnern an die im September 2018 vom Rat der Stadt Köln einstimmig verabschiedete Resolution „Menschenrechte sind unteilbar“ und halten die Forderung der Stadt Köln aufrecht, die Kölnerin Hozan Cane freizulassen und die Ausreise von Adil Demirci endlich zu ermöglichen. Der Rat der Stadt Köln bekräftigt seinen Beschluss „Solidarität mit den Demokraten in der Türkei vom 18. 5. 2017, den alle demokratischen Fraktionen und Gruppen gemeinsam gefasst haben: „Als Kommunalpolitiker einer Partnerstadt Istanbuls sehen wir es als unsere Aufgabe an, nach Wegen der Verständigung und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen. Das ist auch im Hinblick auf die große Gruppe der türkisch- bzw. türkisch- kurdischstämmigen Kölnerinnen und Kölner wichtig. Das Vorgehen der türkischen Regierung gegen gewählte Kommunalpolitiker, Journalisten, Wissen schaftler und Beamte verhindert einen offenen Dialog und ein Ende der Konfrontation zwischen den verschiedenen Gruppen der türkischen Gesellschaft. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf die Erklärung der Deutschen Sektion des Rates der Gemeinden Europas (RGRE) zur Situation in der Türkei vom 27.04.2017, die der Rat der Stadt Köln unterstützt. Darin heißt es u.a.: „Die deutsche Sektion des RGRE stellt fest, dass vor dem Hintergrund zahlreicher Verhaftungen von Kommunalpolitikern und Kommunalpolitikerinnen sowie der Amtsenthebungen von Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen die kommunale Demokratie und die kommunale Selbstverwaltung Schaden genommen haben. Sie erklärt ihre volle Solidarität mit diesen verhafteten oder amtsenthobenen Kommunalpolitikern und Kommunalpolitikerinnen.“ Der Rat der Stadt Köln erklärt sich heute ein weiteres Mal solidarisch mit Kommunalpolitiker*innen, mit Journalist *innen, Friedensaktivist*innen und all den Menschen in der Türkei, insbesondere in unserer Partnerstadt Istanbul, die sich für die Verteidigung der Demokratie, freier Wahlen, Pressefreiheit und Menschenrechte einsetzen. Er bekundet seine uneingeschränkte Solidarität mit den Menschen, die sich in der Metropole am Bosporus zu demokratischen Werten bekennen. Der Rat erklärt, dass wir als Partnerstadt, als Stadt, in der viele Menschen aus der Türkei ihre Heimat gefunden haben, und als Demokraten eng an der Seite unserer Freunde in Istanbul stehen und möchte mit dieser Resolution den demokratischen Kräften in Istanbul den Rücken stärken. Wir brauchen den partnerschaftlichen Dialog mit der Türkei, den Menschen, sozialen Initiativen und Verbänden. Die Partnerschaft mit den demokratischen Kräften in der Türkei und Istanbul ist heute wichtiger denn je. gez. Barbara Lübbecke gez. Niklas Kienitz SPD-Fraktionsgeschäftsführerin CDU- Fraktionsgeschäftsführer gez. Lino Hammer gez. Michael Weisenstein GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer DieLinke -Fraktionsgeschäftsführer gez. Ulrich Breite gez. Thor Zimmermann FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ratsgruppe GUT gez. Thomas Hegenbarth Ratsgruppe BUNT
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur weiteren Bearbeitung in die Verwaltung überwiesen
Zur SitzungOrte (1)
- Freiheit
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Details
- Aktenzeichen
- AN/0660/2019
- Typ
- Gem. Antrag nach § 5 (CDU)
- Datum
- 10.05.2019
- Erstellt
- 08.05.2019 14:51