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2560/2018

Kinder– und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018

Mitteilung Ausschuss 15.08.2018

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BR Kinder- und Jugendgesundheit_4

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BR Kinder- und Jugendgesundheit_4

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Die Oberbürgermeisterin
Kinder und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018
Kinder - und 
Jugendgesundheit in Köln
Bericht 2017/2018
Gesundheitsamt

Gesundheitsamt
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kontakt:
Elisabeth Ostermann
E-Mail: elisabeth.ostermann@stadt-koeln.de
Bezugsadresse:
Gesundheitsamt
Gesundheitsberichterstattung
Neumarkt 15-21
50667 Köln
Gesamtredaktion des Berichts:
Elisabeth Ostermann
Fachliche Beiträge: 
Dr. Andrea Eulgem, Sven Feddern, Dr. Angelika Heinemann- 
Schopen, Patrick Heitkemper, Dr. Sabine Leger, Dr. Marcus  
Lorbacher, Margarete Quistorp-Prömper, Michaela Schulz,  
Barbara Treunert, Dr. Martin Zimmermann
Satz:
de haar grafikdesign, www.dehaar-grafikdesign.de
Fotos:
Dr. Martina Baggelmann, Uschi Hering/Fotolia, Hans-Dieter Hey/ 
R-mediabase, lu-photo/Fotolia, R. Ostermann
Druck:
Pieper GbR, Köln
www.stadt.koeln
13-Si/53/500/08.2018
Die Oberbürgermeisterin
Impressum

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
3
Inhalt
Vorwort  ...................................................................................................................................................................5
1  Schwerpunkte und Aufbau des Berichts ........................................................................................................6
2  Start ins Leben und erste Lebensjahre – Angebot Frühe Hilfen im Gesundheitsamt ........................................9
 2.1  Aufgabe und Ziele ......................................................................................................................................9
 2.2  Aktueller Stand .........................................................................................................................................10
 2.3  Fallbeispiele ..............................................................................................................................................15
 2.4  Fazit und Empfehlungen ...........................................................................................................................17
3  Kinderzahngesundheit – Angebot Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst ...............................................18
 3.1  Aufgabe und Ziele ....................................................................................................................................18
 3.2  Aktueller Stand .........................................................................................................................................20
 3.3  Fallbeispiel ................................................................................................................................................26
 3.4  Fazit und Empfehlungen ...........................................................................................................................27
4  Gesundheit der Kinder vor Schuleintritt – Angebot Schuleingangsuntersuchung ........................................28
 4.1  Aufgabe und Ziele ....................................................................................................................................28
 4.2  Aktueller Stand  ........................................................................................................................................29
  4.2.1 Impfschutz ......................................................................................................................................30
  4.2.2 Früherkennungsuntersuchungen .....................................................................................................35
  4.2.3 Gewicht ...........................................................................................................................................36
  4.2.4 Entwicklungsstand ..........................................................................................................................41
 4.3  Fallbeispiele  .............................................................................................................................................48
 4.4  Fazit und Empfehlungen ...........................................................................................................................48
5  Gesundheit der zugewanderten Kinder bei Schuleintritt – Angebot Seiteneinsteigeruntersuchung .............51
 5.1  Aufgabe und Ziele ....................................................................................................................................51
 5.2  Aktueller Stand  ........................................................................................................................................51
 5.3  Fallbeispiele ..............................................................................................................................................54
 5.4  Fazit und Empfehlungen ...........................................................................................................................55
6  Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten – Angebot Kinder- und  
 Jugendpsychiatrischer Dienst ......................................................................................................................56
 6.1  Aufgabe und Ziele ....................................................................................................................................56
 6.2  Aktueller Stand .........................................................................................................................................57
  6.2.1  Landesprojekt Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln im Verbund:  
früh erkennen – nachhaltig helfen ....................................................................................................57
  6.2.2 Daten ...............................................................................................................................................60
  6.2.3 Perspektiven ....................................................................................................................................65
 6.3  Fallbeispiel ................................................................................................................................................66 
 6.4 Fazit und Empfehlungen ...........................................................................................................................67
7  Stadtweite Projekte mit Gesundheitsbezug .................................................................................................68
8  Stadtteilbezogene Übersicht der Auswertungen zur Kindergesundheit .......................................................70

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
4
9  Zusammenfassung, Ausblick und Empfehlungen .........................................................................................77
 9.1  Wichtigste Ergebnisse zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Überblick ..................................77
 9.2  Aktuelle Entwicklungen ............................................................................................................................78
 9.3  Ausblick und Empfehlungen .....................................................................................................................81
10  Anhang .......................................................................................................................................................82
 10.1  Abbildungsverzeichnis ..............................................................................................................................82
 10.2  Tabellen ....................................................................................................................................................85
 10.3  Literaturverzeichnis ..................................................................................................................................87

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
5
Vorwort
Sehr geehrte Damen und 
Herren, liebe Leserinnen und 
Leser,
 
vor Ihnen liegt der aktuelle 
Kölner Bericht 2017/2018 zur 
Kinder- und Jugendgesund-
heit. Köln ist Wachstumsstadt 
und wird dies auch weiterhin 
bleiben. So hat auch die Zahl 
an Kindern und Jugendlichen, 
die in Köln leben, in den vergangenen Jahren zugenom-
men. 2016 wurde laut Amt für Stadtentwicklung und 
Statistik mit über 11.810 Geburten ein neuer Höchst-
stand an Neugeborenen erreicht. Ähnliche Tendenzen 
zeichnen sich für das Jahr 2017 mit 11.784 Geburten ab. 
In den vergangenen Jahren wurde eine erhebliche 
Anzahl an Geflüchteten – darunter auch viele Kinder und 
Jugendliche – bei uns aufgenommen. Weiterhin werden 
Zuzüge von Kindern und jungen Menschen aus dem 
Ausland erwartet. Damit hat auch das wichtige Thema 
Kindergesundheit in Köln noch weiter an Bedeutung 
gewonnen. 
Gesundheit bildet die Grundlage für das körperliche, 
seelische und geistige Wohlbefinden, die weite-
ren Entwicklungsprozesse sowie für Bildungs- und 
Berufschancen und den gesamten Lebensweg der 
heranwachsenden Menschen. Dem Gesundheitsamt 
Köln als untere Gesundheitsbehörde kommt dabei die 
gesetzliche Aufgabe zu, Kinder und Jugendliche in Köln 
vor Gesundheitsgefahren zu schützen und ihre Gesund-
heit zu fördern. Die Bundeszentrale für gesundheitliche 
Aufklärung führt dazu aus: „Die meisten Jungen und 
Mädchen in Deutschland wachsen gesund auf. 15 bis 
20 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben jedoch 
einen schlechteren Gesundheitszustand oder zumindest 
größere Risiken, krank zu werden…Diese Kinder und 
Jugendlichen leben besonders häufig unter schwierigen 
sozialen Bedingungen.“
Das Gesundheitsamt legt daher nach wie vor einen 
besonderen Schwerpunkt darauf, die Gesundheitschan-
cen der Kinder und Jugendlichen in ungünstigen sozialen 
Lebenssituationen zu verbessern. Dementsprechend 
wird das Angebot – beispielsweise im Rahmen der Frü-
hen Hilfen und des Kinder- und Jugendpsychiatrischen 
Dienstes – laufend weiterentwickelt.
Dieser aktuelle Bericht zur Kinder- und Jugendgesund-
heit greift ausgewählte Ergebnisse der Frühen Hilfen im 
Gesundheitsamt, der Zahngesundheit, der Schulein-
gangs- und Seiteneinsteigeruntersuchungen sowie des 
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes auf. Diese 
datengestützte Bestandsaufnahme bildet die Basis für 
die weiteren Planungen der Gesundheitsförderung und 
Prävention. 
Anliegen des Berichts ist es, die vorhandenen Ressour-
cen sowie auch Mittel, die zum Beispiel auf Grundlage 
des Präventionsgesetzes erschlossen werden, im Sinne 
einer gesundheitlichen Chancengleichheit zielgerichtet 
einzusetzen. Er soll dazu beitragen, dass diese Heraus-
forderung von allen Entscheidungsträgerinnen und -trä-
gern und den Beteiligten der Gesundheitsförderung und 
der Prävention bestmöglich bewältigt werden kann.
Dr. Harald Rau
Beigeordneter für Soziales, Integration und Umwelt

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
6
1	 Schwerpunkte	 und	Aufbau	des	Berichts
In dem vorliegenden Kinder- und Jugendgesundheitsbe-
richt werden die aktuelle Datenlage und die Entwicklun-
gen in den Aufgabenbereichen „Kinder- und Jugendärzt-
licher Dienst“, „Kinder- und Jugendpsychiatrischer 
Dienst“, „Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst“ und 
„Frühe Hilfen im Gesundheitsamt“ der Stadt Köln dar-
gestellt. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für eine 
gezielte und früheinsetzende Gesundheitsplanung, die 
das Ziel anstrebt, die Situation der Kinder und Jugendli-
chen in Köln nachhaltig zu verbessern.
Dieser Bericht knüpft im Rahmen einer regelmäßigen 
Gesundheitsberichterstattung zur Kindergesundheit an 
den „Kinder- und Jugendgesundheitsbericht in Köln“ aus 
dem Jahre 2013 an und vergleicht die aktuellen Ergeb-
nisse mit den dort aufgeführten Auswertungen. Wie im 
Bericht 2013 werden am Ende jeden Kapitels die Ergeb-
nisse zusammengefasst. Der Kinder- und Jugendgesund-
heitsbericht schließt mit einer Zusammenfassung, einer 
Diskussion der wesentlichen Ergebnisse und einem Aus-
blick mit Empfehlungen.
Allgemeine Hintergrundinformationen, die im Bericht 
2013 bereits ausführlich dargestellt wurden und die 
nach wie vor Gültigkeit haben, bilden die Basis für die 
aktuelle Situation und sind zur besseren Übersichtlich-
keit und schnelleren Lesbarkeit des Textes grau unter-
legt.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
7
Überblick über die Aufgaben und Angebote  
des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Stadt 
Köln
1
Die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes 
auf kommunaler Ebene sind vielfältig und werden in 
der Stadt Köln vom Gesundheitsamt wahrgenom-
men. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehört gemäß 
§ 12 ÖGDG
2
 NRW die Kinder- und Jugendgesundheit. 
Um diesem Auftrag nachkommen zu können, werden 
aussagekräftige Grundlagen benötigt. Von der Gesund-
heitsberichterstattung werden daher Daten zur gesund-
heitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen fol-
gender Arbeitsbereiche erfasst und ausgewertet:
Frühe Hilfen
3 
Das Angebot richtet sich an werdende Eltern sowie Eltern 
mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr und bietet für diese in 
besonders belasteter Situation niedrigschwellige Hilfe an. 
Die gesetzliche Grundlage bildet neben § 11 ÖGDG NRW 
das Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in Verbindung 
mit der Verwaltungsvereinbarung zu der „Bundesinitiati-
ve Frühe Hilfen“ auf Bundes- und Landesebene
4
.  
Das frühzeitige Unterstützungsangebot „Frühe Hilfen“ 
im Gesundheitsamt soll zum gesunden Aufwachsen von 
Kindern beitragen und die Entwicklungsmöglichkeiten 
von Kindern und Eltern nachhaltig verbessern (www.
fruehehilfen.de).
Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst 
Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst führt im 
Auftrag des Arbeitskreises Zahngesundheit
5
 auf Grund-
lage des § 13 ÖGDG NRW in Verbindung mit § 21 SGB V
6
 
Reihenuntersuchungen und gruppenprophylaktische 
Maßnahmen in Kindertageseinrichtungen und Schulen 
durch. Bei den Reihenuntersuchungen werden Daten 
zur Zahngesundheit erfasst. Die Auswertungen dieser 
Ergebnisse geben Hinweis darauf, wie sich die Kinder-
zahngesundheit insgesamt entwickelt hat und in wel-
chen Einrichtungen sich besonderer Handlungsbedarf 
äußert. Auf der Grundlage der gewonnenen Ergebnisse 
zur Zahngesundheit werden die gruppenprophylakti-
1  An dieser Stelle wird ein Überblick gegeben, in den nachfolgenden Kapiteln werden die 
Angebote mit dem aktuellem Stand differenziert dargestellt, im Rahmen dessen werden 
zur besseren Lesbarkeit und Handbarkeit Aufgaben und Ziele der Angebote nochmals 
aufgegriffen.
2 Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen
3 hier: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt
4  Verwaltungsvereinbarung Fonds Frühe Hilfen über die Bundesstiftung Frühe Hilfen 2017, 
Verwaltungsvereinbarung Bundesinitiative Netzwerk Frühe Hilfen und Familienhebammen 
2012 bis 2015, (gemäß § 3 Absatz 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im 
Kinderschutz)
5  An dem „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ nehmen das Gesundheitsamt, Kran-
kenkassen sowie niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte teil und stimmen auf 
Grundlage eines gemeinsamen Vertrages Zielsetzungen, Vorgehensweisen und Aktionen 
im Stadtgebiet Köln ab.
6
 
Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch
schen Präventionsmaßnahmen dort fokussiert, wo es 
die meisten Kinder mit erhöhtem Kariesaufkommen 
gibt.
Kinder- und Jugendärztlicher Dienst 
Zu den Aufgaben des Kinder- und Jugendärztlichen 
Dienstes gehören die Schuleingangsuntersuchungen. 
Diese Untersuchungen sind ein gesetzlich vorgeschrie-
bener Bestandteil des Schulaufnahmeverfahrens gemäß 
§ 54 des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfa-
len in Zusammenhang mit § 12 ÖGDG NRW. 
 
Die Schuleingangsuntersuchung hat das Ziel, festzu-
stellen, ob Gesundheit und Entwicklungsstand des 
Kindes den Anforderungen in der Grundschule ent-
sprechen oder ob eine gesundheitliche Fördermaß-
nahme einzuleiten ist. In Einzelfällen kann auch aus 
gesundheitlichen Gründen eine Rückstellung von der 
Schulpflicht empfohlen werden. Bei Kindern mit Behin-
derungen dient die Schuleingangsuntersuchung dazu, 
festzustellen, welche gesundheitlichen Gesichtspunkte 
bei der Entscheidung über eine eventuelle sonderpäda-
gogische Förderung zu berücksichtigen sind.  
 
Ausgewählte Ergebnisse, die bei den Reihenuntersu-
chungen zum Impfschutz, zur Teilnahme an Früherken-
nungsuntersuchungen, zum Körpergewicht sowie zum 
Entwicklungsstand erfasst und ausgewertet wurden, 
sind hier dargestellt. Mit Hilfe von Vergleichen mit 
Ergebnissen der Vorjahre lassen sich Trends und Ent-
wicklungen innerhalb Kölns aufzeigen. Darüber hinaus 
wird die aktuelle Situation in Köln mit Landes- und 
Bundesdurchschnittswerten verglichen.  
 
Neu zuwandernde Kinder und Jugendliche werden 
als sogenannte „Seiteneinsteigende“ beschult. Wenn 
sie sich in dem Alter kurz vor Beginn der Schulpflicht 
befinden, erhalten sie die Schuleingangsuntersuchung. 
Für ältere Kinder und Jugendliche gibt es eine entspre-
chende „Seiteneinsteigeruntersuchung“, die in der 
Regel zeitnah zur Einschulung stattfindet. 
Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst
Zunehmend werden seelische Störungen bei Kindern 
und Jugendlichen wahrgenommen. Insbesondere 
Kinder und Jugendliche psychosozial belasteter Fami-
lien finden jedoch häufig keinen Zugang zu entspre-
chenden Beratungs- und Therapieangeboten. Daher 
wurde der „Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst“ 
als niedrigschwelliges Angebot für Familien mit psy -

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
8
Anliegen des Gesundheitsamtes ist es, anhand der oben 
dargestellten Angebote zu einem möglichst frühen Zeit-
punkt flächendeckend Risiken sowie Entwicklungsauffäl-
ligkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und 
Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Entwicklung 
einzuleiten. Dadurch kann abgewendet werden, dass 
sich Fehlentwicklungen chronifizieren oder fortschrei-
ten. Anhand rechtzeitiger Hilfen kann vermieden wer-
den, dass psychosoziale Auffälligkeiten sich verstärken, 
im Laufe der Entwicklung Probleme in der Schule sowie 
in der Schullaufbahn entstehen und soziale und berufli-
che Teilhabe im weiteren Lebenslauf beeinträchtigt wird. 
chisch auffälligen Kindern und Jugendlichen sowie 
als Beratungsangebot für pädagogische Fachkräfte 
verschiedener Institutionen eingerichtet. Ziel ist es, 
zum einen den Bedarf der betroffenen Kinder und 
Jugendlichen festzustellen und sie dementsprechend 
in ein geeignetes Angebot des etablierten Beratungs- 
und Versorgungssystem zu vermitteln, zum anderen 
in verschiedenen Institutionen durch kinder- und 
jugendpsychiatrische Kompetenz passgenaue Hilfe-
stellungen zu ermöglichen.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
9
2	 Start	 ins	Leben	und	erste	Lebensjahre	–	Angebot	Frühe	Hilfen	im	Gesundheitsamt
2.1 Aufgabe und Ziele
Die „Frühen Hilfen“ zielen darauf ab, Entwicklungsmög-
lichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesell-
schaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Das 
Angebot der Frühen Hilfen richtet sich an Familien ab der 
Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr der Kinder. 
Im Jahre 2007 wurde das „Nationale Zentrum Frühe 
Hilfen“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, 
Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Aktions-
programms „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und 
soziale Frühwarnsysteme“ gegründet, mit dem Ziel, 
den präventiven Kinderschutz und die Fachpraxis beim 
Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen zu stärken. Träger 
des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ist die 
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 
in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. 
(DJI). Das NZFH unterstützt Institutionen und Fachkräf-
te dabei, bedarfsgerechte Angebote insbesondere für 
Familien in belastenden Lebenslagen zu entwickeln. Die 
Vernetzung von Angeboten des Gesundheitswesens, 
der Kinder- und Jugendhilfe sowie anderen relevanten 
Akteurinnen und Akteuren in den Frühen Hilfen wie der 
Schwangerschaftsberatung und Frühförderung nimmt 
dabei einen hohen Stellenwert ein
7
.
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen führt zu den Auf -
gaben und Zielen der Frühe Hilfen aus: „Frühe Hilfen 
bilden lokale und regionale Unterstützungssysteme mit 
7  Nationales Zentrum Frühe Hilfen, https://www.fruehehilfen.de/wir-ueber-uns/ziele-und-auf-
gaben abgerufen am 26.06.2018
koordinierten Hilfsangeboten für Eltern und Kinder ab 
Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebens -
jahren mit einem Schwerpunkt auf der Altersgruppe der 
0- bis 3-Jährigen … Neben alltagspraktischer Unterstüt -
zung wollen Frühe Hilfen insbesondere einen Beitrag zur 
Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz 
von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Damit 
tragen sie maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von 
Kindern bei und sichern deren Rechte auf Schutz, Förde -
rung und Teilhabe.
8
“ 
Die gesetzliche Grundlage bildet neben § 11 ÖGDG NRW 
das Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG), das seit 2012 
in Kraft getreten ist und Kinder vor Vernachlässigung, 
Verwahrlosung und Misshandlung schützen soll. Dazu 
soll das Angebot Frühe Hilfen laut BKiSchG in Verbindung 
mit der Verwaltungsvereinbarung zu der „Bundesstiftung 
Frühe Hilfen“ auf Bundes- und Landesebene beitragen
9
.
Die zunehmende Bedeutung des Themas Frühe Hilfen 
hat in den letzten Jahren auch in Köln zu sichtbaren 
Veränderungen geführt. Ämterübergreifend vernetzten 
sich in diesem Bereich Jugend- und Gesundheitshilfe mit 
den freien Trägern sowie Akteurinnen und Akteuren im 
medizinischen und sozialen Versorgungssystem. So wur-
de 2013 das bereits bestehende Frühwarnsystem mit 
dem Schwerpunkt „Kinderschutz“ zu einem Netzwerk 
der Frühen Hilfen (Köln für Kinder) unter Federführung 
des Amtes für Kinder, Jugend und Familie ausgebaut
10
.
Die Gesundheitsberufe wie beispielsweise Ärztinnen und 
Ärzte, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und 
-pfleger sowie Hebammen bilden eine wichtige Grund-
lage für die „Frühen Hilfen“. Familien, die Unterstützung 
benötigen, können darüber leicht erreicht werden. 
Vor diesem Hintergrund bilden die „Frühe Hilfen im 
Gesundheitsamt“, ein multiprofessionelles Team aus 
Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens und 
8  Nationales Zentrum Frühe Hilfen, Auszug aus verabschiedeter Begriffsbestimmung des wis-
senschaftlichen Beirats des NZFH 2009, die den derzeitigen Stand der Diskussion über Frühe 
Hilfen widerspiegle, https://www.fruehehilfen.de/fruehe-hilfen/was-sind-fruehe-hilfen/, 
abgerufen am 25.06.2018, siehe auch Pott E, Fillinger U (BZgA), Paul M (Nationales Zentrum 
Frühe Hilfen), „Herausforderungen bei der Gesundheitsförderung im frühen Kindesalter“ 
Bundesgesundheitsbl 2010 · 53:1166–1172
9  Verwaltungsvereinbarung Fonds Frühe Hilfen über die Bundesstiftung Frühe Hilfen 2017, 
Verwaltungsvereinbarung Bundesinitiative Netzwerk Frühe Hilfen und Familienhebammen 
2012 bis 2015, (gemäß § 3 Absatz 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im 
Kinderschutz)
10  Verwaltungsvereinbarung Fonds Frühe Hilfen über die Bundesstiftung Frühe Hilfen 2017, 
Verwaltungsvereinbarung Bundesinitiative Netzwerk Frühe Hilfen und Familienhebammen 
2012 bis 2015 (gem. § 3 Absatz 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kin-
derschutz)

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
10
psychosozialen Fachkräften
11
, einen wichtigen Baustein 
des Netzwerkes „Köln für Kinder“. Das offene, kostenlo-
se und für die Familien freiwillige Angebot „Frühe Hilfen 
im Gesundheitsamt“ in enger Kooperation mit dem Amt 
für Kinder, Jugend und Familie dient dazu, entsprechend 
des oben genannten Auftrages die Entwicklungsmög-
lichkeiten von Kindern und ihren Eltern in belastenden 
Situationen frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu 
verbessern. Es richtet sich an werdende Eltern und Eltern 
von Kindern bis zum 3. Lebensjahr. Insbesondere durch 
die aufsuchende Arbeit zu Hause oder bereits in der 
Geburtsklinik gelingt es nahezu immer, einen guten 
Kontakt zu den jungen Familien herzustellen. 
Die Frühen Hilfen im Gesundheitsamt umfassen folgen-
de Arbeitsschwerpunkte, auf die unter 2.2. detailliert 
eingegangen wird:
 − „Clearingstelle“ als erste Anlaufstelle, die den Bedarf 
der Betroffenen abklärt und an geeignete Angebote 
vermittelt und überleitet, für (werdende) Eltern mit 
Unterstützungsbedarf und ihren Kindern (bis zum drit-
ten Lebensjahr),
 − das Angebot der Familienhebammen (maximal bis 
zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes),
 − das Angebot „jusch – jung und schwanger“ für minder-
jährige und sehr junge (werdende) Mütter (bis 23 Jahre), 
 − Angebote für Geflüchtete, 
vor dem Hintergrund der hohen Anzahl an neuankom-
menden Geflüchteten in Köln wurde dieser Arbeits-
schwerpunkt 2015 eingerichtet. 
Zusätzlich bieten die Frühen Hilfen im Gesundheitsamt 
eine regelmäßige Sprechstunde im Heilig Geist-Kran-
kenhaus in Köln-Longerich an, so dass Frauen, die dort 
entbinden, das Angebot frühzeitig kennenlernen und 
niedrigschwellig in Anspruch nehmen können.
2.2 Aktueller Stand 
2.2.1 Clearingstelle
Wie oben bereits erwähnt, dient die Clearingstelle	als 
erste Anlaufstelle für werdende und „junge“ Eltern mit 
Unterstützungsbedarf. Der Bedarf wird geklärt und eine 
Vermittlung in geeignete und individuell passgenaue 
Angebote vorgenommen. Im Jahr 2015 wurden in der	
Clearingstelle 134 Familien mit 228 Kindern neu in das 
Angebot aufgenommen. Bei 21 Prozent der Frauen kam 
der Kontakt mit der Clearingstelle bereits in der Schwan-
11  Das multiprofessionelle Team der Frühen Hilfen im Gesundheitsamt verfügt über Ärztinnen 
mit fachärztlicher Kompetenz der Kinderchirurgie und der Kinder- und Jugendmedizin, 
Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger, Kinder-Gesundheits- und Krankenpflege-
rinnen/-pfleger, Familienhebammen, sozialarbeiterische Fachkräfte
gerschaft und damit sehr frühzeitig zustande. 
Bei 55 Prozent der Frauen, die 2015 aufgenommen 
worden waren, war das (jüngste) Kind unter einem Jahr, 
bei 23 Prozent der Frauen ein Jahr und älter. Die Anzahl 
neuer Beratungsfälle entsprach in etwa dem Jahr 2012 
(121 Familien). 
Wie in den Vorjahren wurde auch 2015 der überwiegen-
de Teil der Anmeldungen bereits über die Geburts- und 
Kinderkliniken initiiert. Des Weiteren kam etwa ein 
Zehntel der Familien über niedergelassene Hebammen 
zur Clearingstelle. Weitere Zugangswege waren sozial-
pädiatrische Zentren und kinderärztliche sowie gynäko-
logische Praxen. Etwa jede siebte Familie meldete sich 
aus eigener Initiative bei der Clearingstelle. 
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, 
Anmeldung in 2015, Zugang über …
46 %
11 % 2 %
8 %
15 %
13 %
5 %
n Krankenhaus
n  Sozialpädiatri-
sches Zentrum
n Hebamme
n  Kinderärztin/-arzt
n  Selbstanmeldung
n andere
n  Frauenärztin/ 
-arzt
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln 
Abbildung 1: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln,  
Clearingstelle, Anmeldung in 2015, n=134

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
11
len, dass die Betroffenen bei dem geeigneten Angebot 
„ankommen“. Je nach Bedarf wurde dabei die interdis-
ziplinäre Kompetenz innerhalb der „Frühen Hilfen im 
Gesundheitsamt“ genutzt sowie die anderen Fachdiens-
te des Gesundheitsamts, zum Beispiel der Sozialpsychia-
trische Dienst und der Kinder- und Jugendpsychiatrische 
Dienst, beratend hinzugezogen (siehe Abbildung 3). 
0 10 20 30 40 50 60 70 80
Sucht
Betreuungsprobleme
Frühgeburt
Gewalt
junge Mutter
andere
Beziehungsprobleme
ungeplante Schwangerschaft
Sprachschwierigkeiten
Aufenthaltsstatus
psychische Erkrankung
medizinische Gründe
alleinerziehend
wirtschaftliche Probleme
Wohnverhältnisse
Überforderung 65 (48,5 %)
55 (41,0 %)
53 (39,6 %)
38 (24,6 %)
38 (24,6 %)
33 (24,6 %)
28 (20,9 %)
26 (19,4 %)
23 (17,2 %)
20 (14,9 %)
16 (11,9 %)
12 (9,0 %)
10 (7,5 %)
9 (6,5 %)
6 (4,5 %)
3 (2,2 %)
Frühe	Hilfen	im	Gesundheitsamt,	Köln,	Clearingstelle,	vorkommende	Probleme	und	Risikokonstellationen	
in	2015,	Mehrfachbenennungen	pro	Beratungsfall	möglich
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 2: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, vorkommende Probleme und Risikokonstellationen 
2015, n=134
Nach wie vor zeigte sich eine breite Streuung der Prob-
leme. Am häufigsten traten Überforderung, Wohnungs-
probleme und wirtschaftliche Probleme auf, gefolgt 
unter anderem von sozialen Risikofaktoren wie alleiner-
ziehend, psychische Erkrankung oder junge Elternschaft.
Bei nahezu einem Viertel der beratenen Frauen lag 
bereits bei der Anmeldung eine diagnostizierte psy-
chische Erkrankung vor. Darüber hinaus wandten sich 
zunehmend Frauen an die Clearingstelle, die eine psy-
chische Problematik aufwiesen, jedoch (noch) keine Dia-
gnose und keine Anbindung an eine Therapeutin/einen 
Therapeuten oder eine Ärztin/einen Arzt hatten. 
Entsprechend gab es eine Vielzahl an Hilfen, die benötigt 
wurden, und je nach Bedarf wurden die Familien auch an 
mehrere Hilfeangebote vermittelt. Über ein Drittel der 
beratenen Eltern wurde auf Grund der komplexen Prob-
lematik zunächst durch die Clearingstelle selbst intensiv 
unterstützt – unter anderem auch durch aufsuchende 
Arbeit und Begleitung der Betroffenen zu Terminen. Dies 
war notwendig, um die Situation umfassend zu klären, 
eine passgenaue Lösung zu entwickeln und sicherzustel-

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
12
2015 wurden wie in den Vorjahren Familien aus allen 
Stadtbezirken in der Clearingstelle beraten, überpro -
portional häufig aus den Bezirken Mülheim, Innenstadt 
und Kalk.
2.2.2 Die Familienhebammen
Die Familienhebammen leisten durch regelmäßige 
Hausbesuche Unterstützung für Familien in Belastungs- 
und Überforderungssituationen. Die Mütter werden – je 
nach Bedarf – von der Schwangerschaft an bis maximal 
zum Ende des ersten Lebensjahres des Neugeborenen 
begleitet und beraten. Bei diesem Angebot kann das 
Gesundheitsamt auf langjährige Erfahrung zurückbli-
cken. So wurde bereits 1998 die erste Familienhebam-
me eingesetzt, um Frauen in belastender Situation um 
die Geburtssituation herum zu unterstützen. 
Seit dem im Jahre 2012 in Kraft getretenen Bundeskin-
derschutzgesetz konnte dieses Angebot im Rahmen der 
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt um eine Stelle ausge-
baut werden und umfasst derzeit insgesamt 2,5 Stellen. 
Die neu hinzugekommene Stelle ist eingebunden in ein 
stadtweites Versorgungskonzept, das den Einsatz von 
0 10 20 30 40 50
Rehabilitation
Ehrenamt/Nachbarschaftshilfe
andere
Haushaltshilfe durch Krankenkasse
Betreuungsangebote
Familienbildung/Eltern-Kind-Gruppen
Frühfördernde Maßnahmen
Anbieter Ausstattung
Schwangerschaftsberatung
Ärztinnen/Ärzte
Familienhebammen
ASD*
Beratungsstelle
Nachsorgehebammen
Intensive Begleitung Clearingstelle 49 (36,6 %)
33 (24,6 %)
28 (20,9 %)
23 (17,2 %)
19 (14,2 %)
13 (9,7 %)
10 (7,5 %)
10 (7,5 %)
9 (6,7 %)
8 (6,0 %)
8 (6,0 %)
6 (4,5 %)
4 (3,0 %)
3 (2,2 %)
2 (1,5 %)
Frühe	Hilfen	im	Gesundheitsamt,	Köln,	Clearingstelle,	2015,	intensive	Begleitungen	durch	die	Clearingstelle	
selbst	und	Vermittlungen	in	andere	Angebote,	Mehrfachnennungen	pro	Beratungsfall	möglich
*ASD: Allgemeiner Sozialer Dienst des Amts für Kinder, Jugend und Familie  
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 3: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, intensive Begleitungen/Hilfestellungen durch die Clea-
ringstelle selbst und Vermittlungen zu anderen Angeboten, 2015, n=134
Nippes
4 %
Chorweiler
6 %
Lindenthal
6 %
Rodenkirchen
8 %
Ehrenfeld
9 %
Porz
10 % Kalk
15 %
Innenstadt
18 %
Mülheim
24 %
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, 
2015, Anmeldungen nach Stadtbezirken
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln 
Abbildung 4: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clea-
ringstelle, Anmeldungen nach Stadtbezirken 2015, n=134

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
13
orientierte Gruppenangebote für diese Zielgruppe ein 
soziales Netzwerk. 
Im Jahre 2015 erhielten 202 junge Mütter im Alter bis 
23 Jahre sozialarbeiterische Beratungen im Rahmen von 
„jusch – jung und schwanger“. Es fanden insgesamt 
492 Beratungskontakte statt. Etwa ein Drittel dieser 
Mütter war minderjährig. Zu den Themenschwerpunk-
ten der Beratungen gehörten unter anderem Proble-
matiken wie psychische Erkrankung, Drogenkonsum, 
HIV-Infektion, Obdachlosigkeit, Heimunterbringung und 
Gewalterfahrung. Die Anzahl der Beratungsfälle im Jahr 
2015 entsprach in etwa der im Jahr 2012 (199 Mütter). 
Die Anzahl der Beratungskontakte war 2015 gegenüber 
2012 (540 Kontakte) etwas gesunken. Dies ist – ebenso 
wie bei den anderen Angeboten der Frühen Hilfen im 
Gesundheitsamt – auf die komplexeren Problematiken 
der beratenen Frauen zurückzuführen, die in der Regel 
längere Beratungskontakte erfordern.
2.2.4 Angebote für Geflüchtete 
Aufgrund der hohen Anzahl von Geflüchteten in den ver-
gangenen Jahren hat die Stadt Köln kurzfristig zusätzlich 
Notunterkünfte für Geflüchtete eingerichtet. In dem 
Zeitraum von 2015 bis Juni 2017 mussten auch Turn-
hallen längerfristig zur Unterbringung von Geflüchteten 
genutzt werden. 29 Notaufnahmen für Geflüchtete 
waren in Höchstzeiten mit Familien belegt. Bei über der 
Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner von Familien-
unterkünften handelte es sich um Kinder und Jugendli-
che. Darüber hinaus lebten in jeder dieser Unterkünfte 
mehrere Schwangere.
Die Frühen Hilfen im Gesundheitsamt sind seit 2015 vor 
Ort in den Unterkünften für Geflüchtete tätig. Die Ärztin-
nen, Familienhebammen, Gesundheits- und Kinderkran-
kenpflegerinnen und -pfleger der Frühen Hilfen beraten 
die schwangeren Frauen sowie die jungen Familien und 
leiten die jungen Mütter in der Säuglingspflege an. Einen 
besonderen Schwerpunkt nehmen Fragen zum Schutz 
der Kinder und zur medizinischen Versorgung ein:
Versorgung von Neugeborenen
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wohnungswesen 
sollte vermieden werden, dass Neugeborene in Turn-
hallen untergebracht werden. Gemeinsam mit dem 
Deutschen Roten Kreuz wurde ein „Erstlingspaket“ für 
die geflüchteten Familien mit Grundausstattung an 
Kleidung und Hygieneartikeln für den Säugling und die 
Mutter zusammengestellt. Mütter mit Neugeborenen 
insgesamt fünf Familienhebammen mit einer bezirk-
lichen Zuordnung und Vernetzung vor Ort vorsieht. 
Dieses stadtweite Versorgungskonzept wurde 2013 vor 
dem Hintergrund der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe 
Hilfen und Familienhebammen“ in den Kölner Stadtbe-
zirken für Familienhebammen flächendeckend installiert. 
Gemäß Ratsbeschluss vom 18.06.2013 wurde die dafür 
neu geschaffene Familienhebammenstelle beim Gesund-
heitsamt schwerpunktmäßig für die Stadtbezirke Innen-
stadt, Nippes und Lindenthal vorgesehen. Die übrigen vier 
Familienhebammenstellen im Rahmen des Versorgungs-
konzepts wurden bei vor Ort tätigen freien Trägern in den 
anderen Stadtbezirken eingerichtet. In jedem Stadtbezirk 
wurden Netzwerke „Frühe Hilfen“ aufgebaut, an dem 
das Gesundheitsamt, unter anderem in seiner Funktion 
als Vermittler zum Gesundheitswesen, beispielsweise zu 
Krankenhäusern, Arztpraxen, freiberuflichen Hebammen, 
aktiv mitwirkt. Dieser Bericht konzentriert sich ausschließ-
lich auf die Frühen Hilfen im Gesundheitsamt, daher 
beziehen sich die weiteren Ausführungen auf die oben 
genannten Familienhebammen beim Gesundheitsamt. 
Durch die Familienhebammen der Frühen Hilfen im 
Gesundheitsamt wurden im Jahr 2015 durchschnitt-
lich monatlich 40 Familien betreut. Im Rahmen dieser 
Betreuungen gab es 2015 insgesamt über 850 aufsu-
chende Kontakte, in erster Linie Hausbesuche, aber auch 
Begleitungen, beispielsweise zu Arztterminen. Wie in 
der Clearingstelle war auch hier zu beobachten, dass 
bei den Frauen, die das Angebot in Anspruch nehmen, 
der Anteil an Frauen mit psychischer Problematik zuge-
nommen hat. Das Angebot wurde von Frauen jeglichen 
Bildungsstands angefragt. 
Die Betreuungen erforderten bei zunehmend komplexe-
rer Problematik eine intensive Beziehungsarbeit, in der 
Regel längere Kontakte sowie eine insgesamt längere 
Betreuungsdauer der Mütter. Im Rahmen der interdiszip-
linären Kompetenz im Gesundheitsamt sind ein fundier-
ter fachlicher Austausch und kurze Wege, beispielsweise 
bei psychiatrischen und medizinischen Fragestellungen, 
gewährleistet.
2.2.3 „jusch – jung und schwanger“
Minderjährige und sehr junge Mütter erhalten im Rah-
men des Angebots „jusch – jung und schwanger“ auf-
grund ihrer häufig noch ungefestigten psychosozialen 
Situation – je nach Bedarf – neben der Begleitung durch 
die Familienhebamme sozialarbeiterische Unterstüt-
zung. Darüber hinaus schaffen wöchentliche themen-

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
14
erhalten dieses Paket kostenlos. Desweitern wurde 
initiiert, dass Babybetten für die Säuglinge zur Verfü-
gung gestellt werden. Im Winter 2015/2016 konnten in 
Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugend und 
Familie über 200 Baby-Schlafsäcke in den Unterkünften 
(insbesondere in den Turnhallen) ausgegeben werden.
Kindersicherheit 
Von den Frühen Hilfen im Gesundheitsamt wurde in 
Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft 
„Mehr Sicherheit für Kinder“ ein Projekt der Bundeszen-
trale für gesundheitliche Aufklärung begleitet. Dabei 
ging es darum, in verständlicher Art und Weise auf 
Gefahren für Kinder innerhalb der Gemeinschaftsunter-
künfte hinzuweisen. So konnte in Kölner Unterkünften 
für Geflüchtete durch die Bundesarbeitsgemeinschaft 
„Mehr Sicherheit für Kinder“ gemeinsam mit den dort 
lebenden Kindern und Erwachsenen entsprechende Pik-
togramme entwickelt werden, die jetzt bundesweit im 
Einsatz sind. 
Ebenso wurde die Aktion „WDR for you“, begleitet, bei 
der über potenzielle Unfallquellen und Sicherheitsregeln 
für Kinder in Wohnheimen für Geflüchtete berichtet 
wurde. Dieser Beitrag wurde in mehreren Sprachen ins 
Internet eingestellt. Er kann eingesetzt werden, um 
Eltern und Kinder auf mögliche Gefahren in Unterkünf-
ten für Geflüchtete hinzuweisen. 
Fachärztliche und soziale Beratung in Gemeinschafts-
unterkünften 
In den Wohnheimen für Geflüchtete gibt es einen 
hohen Bedarf an Beratung und Vermittlung rund um die 
Bereiche Schwangerschaft und Geburt, Versorgung der 
Kinder, Erkrankungen, psychische Probleme, Traumata 
und Behinderungen. Es geht aber auch um Themen wie 
unterschiedliche Formen der Gewalt in Unterkünften, 
kulturelle Besonderheiten wie Mehrfrauen-Ehe, Minder-
jährigkeit der (Ehe-)Frauen. Die unterschiedlichen Pro-
blematiken erfordern ein breites Spektrum an Maßnah-
men, wie Vermittlungen zu niedergelassenen Ärztinnen 
und Ärzten, Weiterleitungen zu Spezial-Ambulanzen der 
Kliniken und die Organisation stationärer Aufnahmen 
ins Krankenhaus. Darüber hinaus sind interne Vermitt-
lungen innerhalb des Gesundheitsamtes, Abstimmung 
weiterer Maßnahmen mit dem Amt für Wohnungswe-
sen sowie sozialarbeiterische Beratungen und das Ein-
beziehen weiterer Unterstützungssysteme wie das Amt 
für Kinder, Jugend und Familie, Flüchtlingsberatung und 
Schwangerschaftsberatung erforderlich. 
 
Ausschnitt aus WDR: www.Wdrforyou.de, Stand: 12/2016
Auf Grund zunehmender Beratungs- und Unterstüt-
zungsanfragen in den Unterkünften für Geflüchtete 
bei den Frühen Hilfen im Gesundheitsamt wurde 
gemeinsam mit dem Amt für Wohnungswesen die 
Entscheidung getroffen, zunächst vom 08.07.2016 
bis 30.09.2016 ein Projekt „Fachärztliche Beratung in 
Flüchtlingsunterkünften“ durchzuführen. Dabei wurden 
in diesem Zeitraum 21 Notunterkünfte für Familien auf-
gesucht, es fanden über 160 Beratungen vor Ort statt. 
Auf der Grundlage des Beschlusses des Gesundheitsaus-
schusses vom 13.09.2016 wurde ab November 2016 
mit Personalzusetzung ein fachärztliches und sozialar-
beiterisches Beratungsteam eingerichtet, das die Arbeit 
entsprechend fortführt und alle Flüchtlingsunterkünfte 
regelmäßig aufsucht. Durch die Präsenz in den Unter-
künften werden auch Geflüchtete erreicht, die beson-
dere Versorgungsbedarfe aufweisen, diese aber nicht 
artikulieren können.
In dem Zeitraum vom 01.09.2016 bis 30.06.2017 wur-
den 231 Kinder betreut. Darüber hinaus wurden 69 ge- 
flüchtete Familien mit gesundheitlichen und sozialen 
Unterstützungsbedarfen von der im Team tätigen Sozial-
arbeiterin in enger Abstimmung mit den Ärztinnen und 
Ärzten beraten und begleitet. Nahezu jedes siebte der 
betreuten Kinder wies schwerste Beeinträchtigungen

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
15
2.3  Fallbeispiele Frühe Hilfen im Gesundheitsamt 
Köln 
Frau D
12
., bei Anmeldung schwanger mit Zwillingen, 
wohnhaft in einer Flüchtlingsunterkunft 
Situation: 
Die Anmeldung von Frau D. bei der Clearingstelle der Frü-
hen Hilfen im Gesundheitsamt erfolgt im Jahr 2014 über 
die gynäkologische Praxis, bei der sie sich in Behandlung 
befindet. Beim ersten Kontakt ist Frau D. schwanger mit 
Zwillingen in der sechsten Woche. Frau D. ist aus ihrem Hei-
matland in Afrika geflüchtet, hat in Deutschland Asylantrag 
gestellt und lebt zum Zeitpunkt der Anmeldung bereits seit 
zweieinhalb Jahren in Köln in einer Unterkunft für Geflüch-
tete. Ende Juli 2015 werden die Zwillinge geboren und müs-
sen noch circa sechs Wochen stationär in der Kinderklinik 
bleiben. Danach lebt Frau D. mit den Kindern zunächst wie-
der in der Unterkunft für Geflüchtete. Mittlerweile besuchen 
die Kinder eine Kindertageseinrichtung und Frau D. ist in 
eine eigene Wohnung mit genügend Platz für sich und ihre 
Kinder umgezogen.
Problematik und Intervention der Frühen Hilfen im Gesund-
heitsamt:
Neben Belastungen, die sich durch das enge Zusammen-
leben in der Unterkunft für Geflüchtete , eingeschränkte 
Deutschkenntnisse, den ungesicherten Rechtsstatus und die 
ungewissen Perspektiven ergeben, leidet Frau D. während 
der Schwangerschaft unter massiven Ängsten und Sorgen, 
sie könne ihre Kinder verlieren. Dies ist unter anderem dar-
auf zurückzuführen, dass Frau D. vor einigen Jahren, damals 
noch im Heimatland, ihr erstes Kind im fünften Schwanger-
schaftsmonat verloren hatte.  
Aufgrund von starker Übelkeit hat sie häufige Aufenthalte 
in der Klinik. Es kommt erschwerend hinzu, dass während 
eines Klinikaufenthalts ihre gesamten Unterlagen (unter 
anderem der Asylantrag, Zeugnisse, die eigene Geburtsur-
kunde), die in einer Unterkunft für Geflüchtete geblieben 
sind, versehentlich aufgrund eines Missverständnisses „ent-
sorgt“ werden. Daher muss entsprechender Ersatz beschafft 
werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Angelegenheiten 
zu klären, bei denen sie sich überfordert fühlt und Hilfe 
benötigt, unter anderem weil sie sich im Gesundheits- und 
Hilfesystem Deutschlands noch nicht auskennt. 
Die Clearingstelle unterstützt Frau D. und/oder vermittelt 
entsprechende Hilfeangebote: 
 
12  Bei diesem wie auch nachfolgenden Beispielen wurde Namen und Daten geändert, damit 
kein Rückschluss auf die Person möglich ist.
wie Cerebralparesen (Störung in Folge einer frühkindli-
chen Hirnschädigung), schwere Entwicklungsretardie-
rungen (Verzögerung der körperlichen, geistigen oder 
seelischen Entwicklung), Muskelatrophien (Muskel-
schwund) oder verschiedene Formen von Autismus auf. 
Etwa ein Zehntel der 231 Kinder war von verschiedenen 
Formen der Kindeswohlgefährdung betroffen. Dieser 
hohe Anteil ist unter anderem auf zusätzliche Belas-
tungen des familiären Systems zurückzuführen, zum 
Beispiel durch die räumliche Enge und fehlende Rück-
zugsmöglichkeiten, aber auch psychische Faktoren wie 
Traumatisierungen und Zukunftsangst. 
Bei der Arbeit mit den Familien ist zudem aufgefallen, 
dass die Familien und Mütter häufig Probleme bei der 
Versorgung der Kinder haben, zum Beispiel bei Fragen 
der Ernährung, Hygiene und Gesundheit. Insbesondere 
junge Mütter, die durch die Flucht von ihren Herkunfts-
familien isoliert wurden, sind ohne Unterstützung und 
Wissen des familiären Umfelds in vielen Fällen völlig 
überfordert. Zusammen mit der Ernährungsberaterin 
des Gesundheitsamtes wurde für die Sozialarbeite-
rinnen, Sozialarbeiter und Krankenpflegekräfte ein 
Fach- und Informationstag in der Kölner Innenstadt zum 
Thema „Ernährung von Neugeborenen, Säuglingen und 
Kindern bis zum ersten Lebensjahr in Gemeinschaftsun-
terkünften“ ausgerichtet, der auf hohe Resonanz stieß. 
Darüber hinaus stehen die Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter der Frühen Hilfen des Gesundheitsamtes auch als 
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die in 
den Unterkünften tätigen Sozialarbeiter und Sozialarbei-
terinnen zur Verfügung.
Notaufnahme Flüchtlingsunterkunft für Familien in Köln

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
16
Während der Schwangerschaft
 − Anbindung an eine Schwangerschaftsberatungsstelle
 − Unterstützung bei den Behörden-/Ämtergängen
 − Vermittlung an eine Geflüchteten-/Migrationsberatungs-
stelle, die ihr unter anderem bei (Wieder-)Beschaffung 
ihrer Unterlagen und Anträge behilflich ist
 − Unterstützung bei der Organisation einer Erstausstattung 
für die Babys
 − Vermittlung einer Nachsorgehebamme über das Hebam-
mennetzwerk
 − Ermutigung, in der Klinik die Frühgeborenen-Station anzu-
sehen und den Kontakt zu den Ärztinnen/Ärzten zu suchen 
 − Begleitend aufsuchende Tätigkeit der Clearingstelle mit 
Gesprächen, vor allem in Zeiten, in denen es ihr gesund-
heitlich (physisch und psychisch) nicht gut geht 
nach der Geburt der Zwillinge:
 − Unterstützung bei Terminen im sozialpädiatrischen Zent-
rum nach der Entlassung der Kinder aus der Klinik 
 − Anbindung an eine Praxis für Physiotherapie, die auch 
Säuglinge behandelt
 − Anbindung an einen Kinderarzt, der noch Kapazitäten für 
Zwillinge hat
 − Unterstützung bei der Beantragung von Geldern für die 
Kinder 
 − Unterstützung bei der Vaterschaftsanerkennung
 − Abwendung einer Vollstreckung, die dadurch droht, dass 
Frau D. keine Rundfunkbeiträge bezahlt und Zahlungsauf-
forderungen ignoriert hat 
 − Unterstützung bei der Anmeldung der Kinder in einer KiTa
 − Vermittlung einer ehrenamtlich tätigen Frau über das 
Deutsche Rote Kreuz, damit Frau D. zumindest tagsüber 
entlastet werden kann
 − Unterstützung im Umgang mit den neugeborenen Zwil-
lingen, unter anderem auch um praktischen Herausfor-
derungen des Alltags gewachsen zu sein, Beispiel: die 
Bewältigung des Bahnfahrens mit dem „Zwillingskinder-
wagen“, um kinderärztliche Termine wahrzunehmen
 − Unterstützung bei Änderung der Wohnsituation. 
Kurzfristiger Effekt: 
Frau D. fasst Vertrauen und wendet sich bei Hilfebedarf 
immer wieder an die Frühen Hilfen, so dass sie bei Bedarf 
unterstützt werden kann.
Frau D. erfährt durch die Unterstützung seelische Stabilisie-
rung und Entlastung, die sie zur Bewältigung ihrer Situation 
der Zwillings-Schwangerschaft und -Mutterschaft dringend 
benötigt. Dies kommt den Kindern zugute.
Es gelingt die Überleitung an die Schwangerschaftsbe-
ratungsstelle im Gesundheitsamt und die Anbindung an 
die Migrationsberatung der Diakonie, die Frau D. bei allen 
Angelegenheiten rund um ihren Asylantrag, dem Aufenthalt 
der Kinder und sonstigem Reglungsbedarf mit Behörden 
unterstützt.
Die neugeborenen Zwillinge werden angemessen medizi-
nisch und therapeutisch versorgt und gefördert. 
Langfristiger Effekt
13
:
Die zweijährigen Kinder sind wohlauf. Die Gesundheits- und 
Teilhabechancen der jungen Familie sind trotz schwieriger 
Ausgangssituation durch Schaffung entsprechender Rah-
menbedingungen (Frühe Hilfen als Ansprechpartner, leben-
spraktische Unterstützung, Anbindung an Hilfeangebote) 
deutlich verbessert. 
Familie K. mit ihrem Sohn Oskar (8 Wochen alt)
Situation der Kindesmutter:
Frau K. meldet sich telefonisch selbst in der Telefonsprech-
stunde der Frühen Hilfen. Sie hat die Empfehlung in einer 
psychiatrischen Ambulanz erhalten. Ihr Sohn Oskar wurde 
als erstes Kind der Akademikereltern komplikationslos in 
einer Geburtsklinik geboren. Zum Zeitpunkt der ersten Kon-
taktaufnahme mit den Frühen Hilfen im Gesundheitsamt ist 
der Junge acht Wochen alt.
Problematik und Intervention der Frühen Hilfen im Gesund-
heitsamt: 
Frau K. war in der psychiatrischen Ambulanz vorstellig, da 
es ihr in den ersten Lebenswochen ihres Kindes zunehmend 
schlechter erging und zunächst Unsicherheit bestand, ob 
es sich um eine Wochenbettdepression handelt. Dies wurde 
jedoch ausgeschlossen.
Die Mutter beschreibt am Telefon, dass sie Stillprobleme 
habe und sehr unsicher sei, ob ihr Sohn satt werde. Sie 
müsse daher nach jedem Stillen Flaschennahrung zufüttern, 
um beruhigt zu sein. Das Kind schreie sehr viel. Sie könne 
mit ihm nicht allein rausgehen, denn sie habe immer Angst, 
das Kind nicht beruhigen zu können. Nichts sei so, wie sie 
es sich vorgestellt habe. Sie sei völlig überfordert, hilflos 
und genervt von dem ständigen Geschrei. Ihr Partner habe 
einen langen Arbeitstag und könne sie wenig unterstützen. 
Es käme dadurch häufig zu Streitigkeiten zwischen ihr und 
ihrem Partner. Die gesamte Situation löse starke Ängste 
in ihr aus. Die Mutter nimmt das Angebot einer Betreuung 
13  Da Frau D. bei Hilfebedarf immer wieder Kontakt zu den Frühen Hilfen aufnimmt, ist es 
möglich, eine Rückmeldung über ihre Situation über zwei Jahre nach Start des Hilfeange-
bots zu erhalten.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
17
durch eine Familienhebamme gerne an. Beim Hausbesuch 
dieser wird eine tief verunsicherte Stillbeziehung deutlich, 
nach Einschätzung der Mutter stellt dies die größte Belas-
tung dar. Sie wirkt beim Stillen angespannt, der Säugling ist 
unruhig: Dies scheint regelmäßig eine stressige Stillsituation 
für Mutter und Kind auszulösen. 
Im Gespräch mit der Familienhebamme während der Still-
mahlzeit kann sich die Frau nach und nach entspannen, ihr 
Sohn kann ohne Schreien trinken. Die Mutter nimmt wahr, 
dass sie in der Lage ist, ihr Kind zu beruhigen und dass sie 
genug Milch hat. Zunächst vereinbart Frau K. zweimal 
wöchentlich Hausbesuche mit der Familienhebamme. Die 
Aussicht, dass sie die Begleitung bei Bedarf ein Jahr lang in 
Anspruch nehmen kann, beruhigt sie von Anfang an sehr. In 
den folgenden Besuchen werden der Alltag von Mutter und 
Kind reflektiert und Stillmahlzeiten beraterisch begleitet und 
praktisch unterstützt. Zudem kann die Mutter durch das 
gemeinsame Wiegen des Jungen Woche für Woche sehen, 
dass er altersentsprechend zunimmt. Es geling der Mutter, 
nach zwei Wochen auf das Zufüttern von Flaschennahrung 
zu verzichten, ohne beunruhigt zu sein. Die Hausbesuche 
der Familienhebamme erfolgen einmal wöchentlich und 
ab dem fünften. Lebensmonat des Sohnes auf Wunsch der 
Mutter alle 14 Tage. Die Themen erstrecken sich neben dem 
Stillen jetzt auch auf die Einführung der Beikost, die moto-
rische Entwicklung des Kindes und sein Schlafverhalten. 
Eine Betreuung durch die Familienhebamme ist bis zum 
Abschluss des ersten Lebensjahrs geplant. 
Kurzfristiger Effekt: 
Die seelische Verfassung der Mutter stabilisiert sich. Die 
Eheleute teilen mit, dass sie nach etwa 4 Wochen den All-
tag mit dem kleinen Kind nun häufiger genießen und dass 
sie sich als Eltern deutlich sicherer fühlen. Der Sohn macht 
einen zunehmend entspannten und offenen Eindruck.
Langfristiger Effekt:
Die Eltern haben mehr Sicherheit im Umgang mit ihrem 
Sohn gewonnen. Dies trägt positiv zur Bildung einer stabi-
len Eltern-Kind-Beziehung und einer entspannten Stimmung 
in der Familie bei. 
2.4 Fazit und Empfehlungen
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt Köln:
Die Frühen Hilfen im Gesundheitsamt mit den Arbeits-
schwerpunkten Clearingstelle, Familienhebammen und 
„jusch – jung und schwanger“ wiesen 2015 ebenso 
wie in den Vorjahren eine hohe Inanspruchnahme auf. 
I
nsbesondere werdende und „junge“ Eltern in belasten-
den Lebenssituationen konnten durch dieses Angebot 
frühzeitig erreicht und in passgenaue Angebote vermit-
telt werden.
Dabei zeichnet sich ab, dass die Problematiken der 
betreuten Frauen und Familien komplexer werden. 
Immer häufiger wird beobachtet, dass psychische 
Beeinträchtigungen auftreten, teilweise liegen bereits 
diagnostizierte psychische Erkrankungen vor. Dieser 
Trend, der sich bereits 2012 zeigte
14
, hat sich nochmals 
verstärkt. Dadurch werden intensivere und längere 
Begleitungen der betroffenen Frauen und Familien erfor-
derlich. Die multiprofessionellen Kompetenzen und die 
interdisziplinäre Zusammenarbeit des Teams der Frühe 
Hilfen im Gesundheitsamt sowie die enge Kooperation 
mit anderen Fachdiensten des Gesundheitsamtes, zum 
Beispiel dem Sozialpsychiatrischen Dienst, gewinnen 
zunehmend an Bedeutung.
Ein neuer Schwerpunkt der Frühen Hilfen im Gesund-
heitsamt liegt in der aufsuchenden Arbeit in Unterkünf-
ten für Geflüchtete: 
 
Mit Unterstützung der Frühen Hilfen im Gesundheitsamt 
wurde die Grundversorgung von Neugeboren verbessert 
und die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen zur 
Kindersicherheit in Kölner Wohnheimen für Geflüchtete 
unterstützt. 
 
Auf Grund des hohen Bedarfs an Beratung und Unter-
stützung, insbesondere in den Notunterkünften, wurde 
von Juli bis September 2016 ein Projekt zur fachärztli-
chen Beratung in Unterkünften für Geflüchtete einge-
richtet und auf Grundlage des Beschlusses des Gesund-
heitsausschusses am 13.09.2016 mit entsprechender 
Personalzusetzung von einem fachärztlichen und sozial-
arbeiterischen Beratungsteam weitergeführt. 
Es wird ersichtlich, dass es den Frühen Hilfen im Gesund-
heitsamt nicht nur gelingt, werdende Mütter und junge 
Familien in besonderen Belastungssituationen frühzeitig 
und niedrigschwellig zu erreichen und zu unterstützen, 
sondern auch in Situationen extremer Herausforderung, 
wie der Notunterbringung von Geflüchteten in Köln, 
Zugänge zu notwendigen Hilfen zu erschließen und 
sicherzustellen. 
14 siehe Stadt Köln „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln“, 2013: 40 ff.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
18
3	 Kinderzahngesundheit	 –	Angebot	Kinder-	und	Jugendzahnärztlicher	Dienst
3.1 Aufgabe und Ziele 
Eine gute Mund- und Zahngesundheit ist die Voraus-
setzung, um sich wohlfühlen, deutlich sprechen und 
beschwerdefrei essen zu können. Ein krankes Zahnge-
biss hingegen verursacht Schmerzen und kann weitere 
Beschwerden sowie Folgeerkrankungen nach sich ziehen. 
Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst des Gesund-
heitsamts führt im Auftrag der Stadt Köln und des 
Arbeitskreises Zahngesundheit
15
 kariesprophylaktische 
Maßnahmen nach § 13 ÖGDG NRW in Verbindung mit 
§ 21 SGB V
16
 in Kindertageseinrichtungen und Grundschu-
len, aber auch in weiterführenden Schulen mit Schwer-
punkt Haupt- und Förderschulen durch. Dazu gehören 
Reihenuntersuchungen – gegebenenfalls mit Hinweis auf 
notwendige Behandlungsmaßnahmen und bei Bedarf 
eine Fluoridierung der Zähne, des Weiteren die Unterwei-
sung in Mund- und Zahnhygiene sowie Ernährungsbera-
tung. Ziel der Kariesgruppenprophylaxe ist es, die Mund- 
und Zahngesundheit der Kinder in Köln zu verbessern. 
Grundlagen der Datenerhebung zur 
Kinderzahngesundheit
Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst erhebt bei 
den Reihenuntersuchungen laufend Daten zur Kinder-
zahngesundheit. In den Schulen wird der Zustand der 
Zähne der Kinder erfasst und dokumentiert
17
. Ein „natur-
15  Am „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ nehmen das Gesundheitsamt, Krankenkassen sowie 
niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte teil. Sie stimmen auf Grundlage eines gemein-
samen Vertrages Zielsetzungen, Vorgehensweisen und Aktionen im Stadtgebiet Köln ab.
16 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch
17  Der Zustand der Zähne wird mit Hilfe des „DMF-T“ bzw. des „dmf-t“ erfasst und dokumen-
tiert. Dieser Wert dient der Beurteilung der Zahngesundheit und basiert auf der Grundlage 
des international gebräuchlichsten Messinstrumentes zur Beurteilung der Zahngesundheit, 
dem „DMF-T-Index“ für bleibende Zähne und dem „dmf-t-Index“ für das Milchgebiss. Der 
„DMF-T-Index“ für bleibende Zähne, und der „dmf-t-Index“ für das Milchgebiss geben die 
Zahl der kariösen, fehlenden und gefüllten Zähne wieder. Dabei bedeutet: 
D (d) = decayed (kariös),
gesundes Gebiss“ liegt vor, wenn das Gebiss komplett 
gesunde Zähne aufweist und kein Zahn kariös war. Bei 
den Reihenuntersuchungen in Kindertageseinrichtun-
gen wird unterschieden zwischen einem naturgesunden, 
behandlungsbedürftigen oder sanierten Gebiss, und es 
wird festgestellt, ob im Einzelfall der Bedarf einer kiefer-
orthopädischen Frühbehandlung besteht. Die Quote an 
„naturgesunden Gebissen“, unter anderem in Grund-
schulklassen, dient als Indikator für die Zahngesundheit. 
Die kariesepidemiologischen Daten werden in Köln 
sowohl stadteilbezogen
18
 als auch einrichtungsbezo-
gen ausgewertet. Für die konkrete einrichtungsbe-
zogene Arbeit werden die einrichtungsbezogenen 
Ergebnisse herangezogen, da diese Ergebnisse klein-
räumiger und genauer sind als die Mittelwerte auf 
Stadtteilebene, bei denen die Werte aller entsprechen-
den Institutionen des Stadtteils einbezogen werden. 
Die Ergebnisse auf Stadtteilebene erweisen sich ins-
besondere für die einrichtungsübergreifende, sozial-
raumbezogene Arbeit als aufschlussreich und werden 
für die Stadtkarte (siehe Abbildung 6 unter 3.2) 
zugrunde gelegt. 
Fokus des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes 
auf „Risikoeinrichtungen“
Mit den Gesundheitsberichten 2012 und 2013
19
 wurde 
auf Basis der (erreichten) Zielvorgabe der WHO für 2000 
(50 Prozent naturgesunde Gebisse bei Kindern im ersten 
Schuljahr) über die Zahngesundheit in Köln berichtet. 
Die Zahngesundheit in Köln hat sich im letzten Jahr-
zehnt bei den Kindern in Kindertageseinrichtungen 
sowie bei den Schulkindern deutlich und nachhaltig 
verbessert. Handlungsbedarf zeigt sich jedoch bei einer 
relativ kleinen Risikogruppe mit erhöhtem Kariesauf-
kommen. Überproportional häufig betroffen sind Kinder 
aus sozial benachteiligten Familien. In den weiterfüh-
renden Schulen sind dies überwiegend Kinder, die För-
der- und Hauptschulen besuchen. Die Ergebnisse in Köln 
entsprechen den Trends auf Landes- und Bundesebene. 
M (m) = missing (fehlend),
F (f) = filled (gefüllt),
T (t) = teeth (Zähne).
18  Für die stadtteilbezogene Auswertung werden die kariesepidemiologischen Daten der Kin-
der aller Einrichtungen im Stadtteil für den jeweils genannten Zeitraum ausgewertet.
19  Stadt Köln, Gesundheitsamt (Hrsg.) „Zahngesundheit bei Kindern in Köln“, Gesundheitsbe-
richt 2012: 4, 10 ff, „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 35 ff.,  
www.stadt-koeln.de

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
19
Gruppenprophylaktische Maßnahmen
Auf der Basis einer einrichtungsbezogen Auswertung 
der kariesepidemiologischen Screening-Daten aus dem 
Schuljahr 2011/2012 wurden im Stadtgebiet Köln bei den 
Kindertageseinrichtungen und bei den Grundschulen die 
„Risikoeinrichtungen“ identifiziert. Das waren jeweils die 
10 Prozent aller Einrichtungen, die die geringste Quote 
an Kindern mit naturgesunden Gebissen aufwiesen. Ent-
sprechend wurde ausgewertet, in welchen Einrichtungen 
die Quote an naturgesunden Gebissen am höchsten lag 
(ebenfalls 10 Prozent aller Einrichtungen). Seit Beginn des 
Schuljahres 2012/2013 wird die Kariesgruppenprophyla-
xe intensiviert bei „Risikoeinrichtungen“ durchgeführt
20
, 
entsprechend wurden die Einrichtungen mit den höchsten 
Werten der Zahngesundheit weniger betreut. Ziel ist und 
bleibt es, weiterhin die Zahngesundheit der Kinder – ins-
besondere in den „Risikoeinrichtungen“ – zu verbessern. 
Folgendes Programm wird bei der Gruppenprophylaxe 
des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes durch-
geführt:
20  Stadt Köln, Gesundheitsamt (Hrsg.) „Zahngesundheit bei Kindern in Köln“, Gesundheitsbe-
richt 2012: 18 ff; „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 35 ff.,  
www.stadt-koeln.de
Programm der Gruppenprophylaxe seit Schuljahr 
2012/2013
Kindertageseinrichtungen seit Schuljahr 2012/2013
Einrichtungen mit erhöhtem Betreuungsbedarf  
(10 % aller Einrichtungen) jährlich: 
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt 
2 x Prophylaxe (Anleitungen zur Zahnpflege mit prak-
tischen Übungen, Ernährungsberatung u.a.)
 
Einrichtungen mit besten Werten der Zahngesund-
heit (10 % aller Einrichtungen) jährlich: 
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt
Ggf. 1 x Prophylaxe (jedes 2. Jahr)
Alle übrigen Einrichtungen (80 %) jährlich: 
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt 
1 x Prophylaxe

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
20
Gesamtschulen seit Schuljahr 2012/2013
jährlich:
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt Klasse 6 
Ggf.1 x Fluoridierung
Realschulen seit Schuljahr 2012/2013
jährlich: 
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt Klasse 6
Gymnasien seit Schuljahr 2012/2013
Ggf. 1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt 
Klasse 6 (bedarfsorientiert)
Flyer des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes 
3.2  Aktueller Stand
In diesem Bericht werden exemplarisch die Reihenunter-
suchungen der Kindertageseinrichtungen und Grund-
schulen in Köln ausgewertet, 
 − zum einen die Entwicklung der Kinderzahngesund-
heit in diesen Altersgruppen im Schuljahr 2016/2017 
gegenüber Schuljahr 2011/2012 
 − zum anderen die Entwicklung in den jeweiligen 
„Risikoeinrichtungen“ der Kindertageseinrichtungen 
sowie der Grundschulen, in denen sich im Schuljahr 
2010/2011 bei den Kindern ein erhöhtes Kariesauf-
kommen zeigte. Die Werte werden entsprechend den 
Mittelwerten aller Kindertageseinrichtungen bzw. aller 
Grundschulen in Köln gegenübergestellt.
Grundschulen seit Schuljahr 2012/2013
Einrichtungen mit erhöhtem Betreuungsbedarf 
(10 % aller Einrichtungen) jährlich:
alle Klassen: 
1 bis 2 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt  
2 x Fluoridierungen  
2 x Prophylaxe
Einrichtungen mit besten Werten der Zahngesund-
heit (10 % aller Einrichtungen) jährlich: 
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt  
(im 1. und 3. Schuljahr) 
1 x Fluoridierungen (alle Klassen) 
Prophylaxe nach Absprache
Alle übrigen Einrichtungen (80 %) jährlich:
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt im 1. 
und 3. Schuljahr 
1 x Fluoridierungen (alle Klassen) 
1 x Prophylaxe (im 2. und 4. Schuljahr)
Förderschulen seit Schuljahr 2012/2013
Differenzierung nach Förderschulform und karies-
epidemiologischen Werten:
Bei Schulen mit Durchschnittswerten der Zahnge-
sundheit unter denen der Hauptschulen:
jährlich: 
Klasse 1 bis 6:
1 bis 2 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt 
1 bis 2 x Fluoridierung
1 x Prophylaxe
 
Klasse 7 bis 10:
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt
1x Fluoridierung
Ansonsten Programm wie bei Hauptschulen  
(siehe unten)
Hauptschulen seit Schuljahr 2012/2013
jährlich: 
1 x Reihenuntersuchung Zahnärztin/Zahnarzt Klassen 
5 bis 10
1x Fluoridierung
Möglichkeit zur Beratung durch Zahnärztin/Zahnarzt

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
21
Gruppenprophylaktische Maßnahmen 
Kindertageseinrichtungen:
 − Ergebnisse der Kindertageseinrichtungen insgesamt  
In Kindertageseinrichtungen sind im Zeitraum des 
Schuljahres 2016/2017 insgesamt 18.409 Kinder unter-
sucht worden. Der Anteil der Kinder mit naturgesunden 
Gebissen an den untersuchten Kindern aller Einrichtun-
gen liegt in diesem Schuljahr bei 81,7 Prozent und ist 
damit gegenüber Schuljahr 2011/2012 (81,9 Prozent) 
in etwa gleichgeblieben. 
 − Ergebnisse der „Risikoeinrichtungen“  
Da das Augenmerk insbesondere auf den intensiv 
betreuten „Risikoeinrichtungen“ liegt, werden deren 
Ergebnisse separat betrachtet und mit dem Mittelwert 
aller Kindertageseinrichtungen in Köln verglichen. 
Dabei wird ersichtlich, dass sich der Anteil an Kindern 
mit naturgesunden Gebissen in den „Risikoeinrich-
tungen“ erhöht hat, und zwar von 58,4 Prozent im 
Schuljahr 2011/2012 auf 66,7 Prozent im Schuljahr 
2016/2017. Damit liegt der Anteil an Kindern mit 
naturgesunden Gebissen in diesen Einrichtungen 
immer noch weit unter dem Kölner Durchschnittswert 
(81,7 Prozent, s.o.). Er konnte jedoch in dem beobach-
teten Zeitraum um etwa 8 Prozentpunkte gesteigert 
und damit erheblich verbessert werden. Dies kann 
unter anderem auf die intensivierten gruppenpro-
phylaktischen Maßnahmen während des KiTa-Aufent-
halts zurückgeführt werden.
Grundschulen
 − Ergebnisse der Grundschulen insgesamt  
Im Schuljahr 2016/2017 sind in den Kölner Grund-
schulen 18.469 Kinder untersucht worden. In den 
Klassen 1 bis 3 wurden die Reihenuntersuchungen 
flächendeckend bei 16.271 Kindern durchgeführt. 
Davon weisen 58,8 Prozent der Kinder ein naturgesun-
des Gebiss auf. Dies bedeutet eine leichte Verbesse-
rung der Zahngesundheit gegenüber dem Schuljahr 
2011/2012 (54 Prozent). 
 
 − Ergebnisse der „Risikoeinrichtungen“  
Auch hier wurde überprüft, inwieweit sich die Zahnge-
sundheit in „Risikoeinrichtungen“ entwickelt hat. Bei 
den Schulen mit besonderen Risiken beträgt der Anteil 
an Kindern mit naturgesunden Gebissen 2016/2017 
37,1 Prozent und hat sich ebenfalls gegenüber 
2011/2012 (34 Prozent) verbessert. Jedoch auch hier 
liegt der Anteil an Kindern mit naturgesunden Gebis-
sen in den Risikoeinrichtungen weit unter dem Kölner 
Durchschnittswert (58,8 Prozent, s.o.) 
Beim Vergleich des Mittelwerts der Zahngesundheit 
aller Grundschulen mit dem der „Risikoeinrichtun-
gen für den Zeitraum der Schuljahre 2007/2008 bis 
2016/2017 zeigt sich folgende Entwicklung: Im Zeit-
raum der Schuljahre von 2007/2008 bis 2011/2012 
verbesserte sich die Zahngesundheit zwar insgesamt, 
in den „Risikoeinrichtungen“ jedoch nicht im gleichen 
Maße wie in den anderen Einrichtungen. Die Schere 
zwischen „Risikoeinrichtungen“ und den anderen 
Einrichtungen klaffte immer weiter auseinander. So 
erhöhte sich der Unterschied zwischen dem Durch-
schnittswert der Zahngesundheit in allen Einrich-
tungen und dem Wert der „Risikoeinrichtungen“ in 
diesem Zeitraum von 15 auf 20 Prozentpunkte
21
. Seit 
21  Anteil an Kindern mit naturgesunden Gebissen und Schuljahre (Auswahl relevanter Schuljahre):  
2007/08 alle Grundsch. 47 Prozent, „Risikoeinrichtungen“ 32 Prozent, Unterschied 15 Pro-
zentpunkte, 
2011/12 alle Grundsch. 54 Prozent, „Risikoeinrichtungen“ 34 Prozent, Unterschied 20 Pro-
zentpunkte 
2015/16 alle Grundsch. 56 Prozent, „Risikoeinrichtungen“ 37 Prozent, Unterschied 20 Pro-
zentpunkte 
2016/17 alle Grundsch. 58,8 Prozent, „Risikoeinrichtungen“ 37,1 Prozent, Unterschied 21,7 
Prozentpunkte

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
22
0 
10 
20 
30 
40 
50 
Schuljahr 2011/2012 Schuljahr 2016/2017  Prozent 
1 Klasse 3 Klasse 
Gemeinschaftsgrundschule	Zehnthofstraße,		
Anteil	an	Kindern	mit	naturgesunden	Gebissen	der	
1.	und	3.	Klasse	im	Vergleich	
Zur besseren Lesbarkeit wird nur der Abschnitt 0 bis 40 Prozent 
dargestellt. 
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
0 
10 
20 
30 
40 
50 
60 
Schuljahr 2011/2012 Schuljahr 2016/2017  Prozent 
1 Klasse 3 Klasse 
Kölner	Grundschulen,	Durchschnittswert,		
Anteil	an	Kindern	mit	naturgesunden	Gebissen,		
1.	und	3.	Klasse	im	Vergleich
Zur besseren Lesbarkeit wird nur der Abschnitt 0 bis 60 Prozent 
dargestellt. 
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 5: Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst Köln, 
Ergebnisse Reihenuntersuchungen, Quote an Grundschul-
kindern mit naturgesunden Gebissen in der Klasse 1 und 3, 
Vergleich Durchschnittswerte Köln und Werte der Gemein-
schaftsgrundschule Zehnthofstr.
2011/2012 werden die gruppenprophylaktischen 
Maßnahmen in den „Risikoeinrichtungen“ intensiviert 
durchgeführt. Seitdem konnte bis zum Schuljahr 
2015/2016 ein weiteres Auseinanderdriften der Zahn-
gesundheitswerte zwischen den „Risikoeinrichtun-
gen“ und der allgemeinen Entwicklung vermieden 
werden.  
 
Erst im Schuljahr 2016/2017 ist wieder eine Erhö-
hung der Differenz zwischen den beiden Werten auf 
21,7 Prozentpunkte zu verzeichnen. Dies ist jedoch 
möglicherweise auf einen hohen Anteil an Kindern aus 
geflüchteten Familien in den „Risikoeinrichtungen“ 
zurückzuführen, bei denen die Kinder eine unter-
durchschnittliche Zahngesundheit aufweisen (siehe 
unten:	Zahngesundheit von Geflüchteten). 
 
Beispiel Gemeinschaftsgrundschule Zehnthofstraße 
Seit Start der Intensivprophylaxe in „Risikoeinrichtun-
gen“ zeigen sich auch einrichtungsbezogen messbare 
Effekte der positiven Veränderung. Am Beispiel der 
Gemeinschaftsgrundschule Zehnthofstraße sei dies 
verdeutlicht. Die Zahngesundheitswerte liegen dort 
erheblich unter den Kölner Durchschnittswerten. Im 
Vergleich zum Schuljahr 2011/2012 (noch ohne Inten-
sivprophylaxe) hat sich die Situation bei den Kindern 
im Schuljahr 2016/2017 jedoch erheblich verbessert. 
Darüber hinaus gab es weitere Effekte im Laufe der 
Schulzeit, die die Nachhaltigkeit der Intensivprophyla-
xe in der Gemeinschaftsgrundschule Zehnthofstraße 
bestätigen. Während im Kölner Durchschnitt der 
Anteil an Kindern mit naturgesunden Gebissen im 
dritten Schuljahr gegenüber dem ersten Schuljahr 
abfällt, konnte in der Gemeinschaftsgrundschule 
Zehnthofstraße der Anteil an Kindern mit naturgesun-
den Gebissen in der dritten Klasse im Vergleich zu dem 
Wert der ersten Klasse sogar gesteigert werden (siehe 
Abbildung 5).

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
23
Gruppenprophylaktische Maßnahmen, 
Vielfach bestehen dort bereits Kontakte mit den Eltern. 
Dies erleichtert den Zugang zu den Betroffenen.
Darüber hinaus hat der Kinder- und Jugendzahnärztli-
che Dienst wie in den Vorjahren auch im Jahre 2017 im 
Rahmen der Veranstaltungen zum „Weltkindertag“ eine 
Aktion in der Kölner Innenstadt mit „Kariestunnel“ und 
„Putzbrunnen“ durchgeführt, um Kinder und Jugendli-
che zur Zahnpflege zu motivieren.
Zahngesundheit von Geflüchteten
Seit Mitte 2015 werden die Unterkünfte geflüchteter 
Familien in Köln vom Kinder- und Jugendzahnärztlichen 
Dienst aufgesucht und die Kinder, die dort wohnen, wer-
den gruppenprophylaktisch betreut. Laut den Ergebnis-
sen der Reihenuntersuchungen betrug 2015 der Anteil 
an Kindern mit naturgesunden Gebissen 21 Prozent, im 
Jahr 2016 35,8 Prozent und in 2017 (bis 31.08.) liegt er 
bei 30,2 Prozent. Es wird deutlich, dass die Zahngesund-
heit der geflüchteten Kinder stark variiert, jedoch weit 
unter dem durchschnittlichen Wert der Kinderzahnge-
sundheit in Kölner Grundschulen (Anteil naturgesunder 
Gebisse von 58,8 Prozent) liegt. 
Vergleich der Kinderzahngesundheit der Stadt Köln 
mit Werten auf Bundesebene und mit Werten von 
Nordrhein
22
 
Laut einer Erhebung der Deutschen Arbeitsgemein-
schaft für Jugendzahnpflege
23
 liegt im Jahr 2016 in der 
ersten Klasse der Anteil an Kindern mit naturgesunden 
Gebissen in Nordrhein bei 61,1 Prozent (auf Basis einer 
Stichprobe, n=4.870) und auf Bundesebene bei 53,8 
Prozent (n=151.555). Um für Köln einen vergleichbaren 
Wert zugrunde legen zu können, wurden die Ergebnisse 
der Kölner Reihenuntersuchungen von den Kindern der 
ersten Klasse des Schuljahrs 2016/2017ausgewertet. Bei 
diesen Kindern (n=8.039) betrug der Anteil mit naturge-
sunden Gebissen 60,6 Prozent. 
Damit liegen die Zahngesundheitswerte der Stadt Köln 
über den Bundeswerten und geringfügig unter den Wer-
ten von Nordrhein. Die Ergebnisse auf Bundesebene, 
von Nordrhein und der Stadt Köln unterscheiden sich 
noch deutlich von der Zielvorgabe der Weltgesundheits-
organisation für 2020, die eine Quote von 80 Prozent an 
Kindern mit naturgesunden Gebissen bei der Altersgrup-
pe der Schulkinder des ersten Schuljahres anstrebt. 
Vernetzung und Teilnahme an Präventionsveran- 
staltungen
Wie bereits in den vergangenen Jahren nimmt der Kin-
der- und Jugendzahnärztliche Dienst – insbesondere in 
den „Risikoeinrichtungen“ – an Veranstaltungen wie ein 
„Elterncafé“ am Vormittag, Elternabende oder „Tag der 
offenen Tür“ teil, um die Eltern für Zahngesundheit zu 
sensibilisieren, über Zahnpflege zu informieren und zu 
beraten. Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst hat 
die Zusammenarbeit mit den Fachkräften vor allem in 
den „Risikoeinrichtungen“ ausgebaut. Wenn bei der Rei-
henuntersuchung ein auffälliger Zahnbefund festgestellt 
wird, erhalten die Eltern ein Schreiben, mit der Bitte die 
notwendige zahnärztliche Behandlung durchführen zulas-
sen. Häufig kann den Kindern nur dann geholfen werden, 
wenn es gelingt, die Eltern zu erreichen und zur Mitarbeit 
zu motivieren. Die Vernetzung vor Ort, insbesondere mit 
den Schulsozialarbeiterinnen und den Schulsozialarbei-
tern erweist sich nach wie vor als besonders hilfreich.  
22  Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege weist Nordrhein und Westfalen 
unabhängig voneinander aus, daher ist ein Vergleich auf Landesebene nicht möglich.
23  Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. „Epidemiologische Begleit-
untersuchungen zur Gruppenprophylaxe 2016“ (die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für 
Jugendzahnpflege e. V., DAJ, ist eine bundesweit tätige Organisation, die die Erhaltung und 
Förderung der Zahn- und Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen zur Aufgabe hat) 
www.daj.de/fileadmin/user_upload/PDF_Downloads/Epi_2016/Epi_final_BB1801_final.pdf, 
abgerufen am 18.06.2018

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
24
Gruppenprophylaktische Maßnahmen in Flüchtlingswohnheimen
Stadtteilbezogene Auswertung
Bereits im Gesundheitsbericht 2012 zeigten sich stadt-
teilbezogene Unterschiede bei der Zahngesundheit in 
Köln
24
. Auch für das Schuljahr 2016/2017 wird bei den 
flächendeckenden Reihenuntersuchungen der ersten und 
dritten Klasse die stadtteilbezogene Quote der Kinder 
mit naturgesunden Gebissen ermittelt. Dabei werden 
im Stadtteil nicht die Wohnorte der Kinder, sondern die 
Adressen der Grundschulen, die die Kinder besuchten, zu 
Grunde gelegt. Die stadtteilbezogene Quote an Grund-
schulkindern mit naturgesunden Gebissen variiert von 
28,9 Prozent bis 82 Prozent. In den Stadtteilen Marien-
burg, Raderthal, Hahnwald, Fühlingen, Volkhoven/Weiler, 
Westhoven, Elsdorf, Lind und Libur gibt es keine Grund-
schulen, daher sind diese Stadtteile bei der Auswertung 
nicht berücksichtigt. Alle anderen Stadtteile wurden in die 
Auswertung einbezogen, die Zahl der untersuchten Kin-
der im Stadtteil liegt dabei in allen Stadtteilen über 50
25
.
24 Siehe „Zahngesundheit bei Kindern in Köln“, Gesundheitsbericht 2012, Stadt Köln: 14 ff.
25  Bezieht sich auf die absolute Zahl der vom Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst unter-
suchten Kinder der Klassen 1 und 3 aus Grundschulen des Stadtteils aus dem Schuljahr 
2016/2017

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
25
Abbildung 6: Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst Köln, Reihenuntersuchung aus dem Schuljahr 
2016/2017, stadtteilbezogene Auswertung zur Zahngesundheit, Quote an Grundschulkindern mit naturgesun-
den Gebissen in der Klasse 1 und 3 (n=16.271
26
)
Quelle: Gesundheitsamt, Amt für Statistik und Stadtentwicklung, Stadt Köln
26  Anmerkung zur „Ampel“-Legende: Das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit naturgesunden Gebissen am niedrigsten liegen, ist rot eingefärbt,  
das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit naturgesunden Gebissen am höchsten liegen, grün, das „Mittelfeld“ entsprechend gelb.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
26
Gruppenprophylaktische Maßnahmen
 
3.3  Fallbeispiel Kinder- und Jugendzahnärztlicher 
Dienst Köln
Tom, 5 Jahre alt
Situation: 
Die Zahnärztin des Kinder- und Jugendzahnärztlichen 
Dienstes lernt Tom als Vorschulkind im Rahmen einer zahn-
ärztlichen Reihenuntersuchung in einer KiTa kennen.  
 
Problematik und Intervention: 
Das Kind weist umfangreiche Zahndefekte auf. Dies veran-
lasst die Zahnärztin, die Mutter über die Gruppenleitung zu 
kontaktieren und zu einem Gespräch in die Einrichtung ein-
zuladen. Ziel ist es, die Ursachen für die Befunde zu ergrün-
den und eventuell gezielt Hilfe anbieten zu können. 
Die Mutter ist sich der Problematik bewusst ist: Tom hat 
Schmerzen, wird von den anderen Kindern gehänselt, und 
die Sprachentwicklung des Jungen ist deutlich beeinträch-
tigt ist. Bei Schmerzen gibt sie ihrem Kind Tabletten, dosiert 
nach Gefühl.
In der Vergangenheit gab es gelegentliche Anläufe, das Kind 
einer Behandlung zuzuführen. Dies scheiterte letztendlich 
jedoch an „Rückziehern“ aus Angst vor der Behandlung, 
vergessenen Terminabsprachen sowie der Überlastung und 
dem deutlich reduzierten Gesundheitszustand der Mutter 
von insgesamt vier Kindern. 
Die Zahnärztin des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Diens-
tes bietet an, einer Praxis, die auch unter Vollnarkose behan-
delt, den Besuch der Familie anzukündigen. Die Mutter erklärt 
sich mit Zögern bereit, das Angebot anzunehmen, und gibt 
der Zahnärztin des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Diens-
tes ihre Handy-Nummer, damit sie in Kontakt bleiben kön-
nen. Des Weiteren wird vereinbart, mit Tom ein gemeinsames 
Gespräch zu führen, um ihn zur Behandlung zu motivieren. 
Dieses Gespräch findet statt, und Tom zeigt sich offen dafür, 
die Zahnarztpraxis aufzusuchen und seine Zähne behandeln 
zu lassen. Der erste Termin in der Praxis findet statt und der 
Zahnärztin gelingt es, das Vertrauen von Tom zu gewinnen. 
Zur weiteren Behandlung kommt es, da der Junge fest ent-
schlossen ist, die angebotene Hilfe anzunehmen.
Die Zahnärztin des Kinder- und Jugendzahnärztlichen 
Dienstes trifft Tom im ersten Schuljahr wieder. Er ist nach 
der Behandlung mit einer Zahnspange versorgt, die zum

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
27
Kinder aus „Risikoeinrichtungen“, dort hat sich die 
Zahngesundheit verbessert. 
 − Bei den Grundschulkindern in Köln haben sich im 
Schuljahr 2016/2017 im Vergleich zum Schuljahr 
2011/2012 die Werte der Zahngesundheit sowohl in 
den „Risikoeinrichtungen“ als auch in den anderen 
Einrichtungen erhöht. Dies entspricht dem Trend der 
vergangenen zehn Jahre, der Durchschnittswert der 
Zahngesundheit ist in diesem Zeitraum kontinuierlich 
angestiegen. In der Zeit bis zum Schuljahr 2011/2012 
hatten sich allerdings die durchschnittlichen Zahnge-
sundheitswerte in einem höheren Maße verbessert als 
in den „Risikoeinrichtungen“. Für den Zeitraum vom 
Schuljahr 2012/2013 bis zum Schuljahr 2015/2016 
konnte ein weiteres Auseinanderdriften der Werte der 
„Risikoeinrichtungen“ und des Durchschnittswerts 
vermieden werden.
Aus fachlicher Sicht wird das bestehende Konzept der 
Gruppenprophylaxe als wirkungsvoll und eine Fortfüh-
rung als sinnvoll erachtet.
Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst betreut darü-
ber hinaus seit Mitte 2015 mit gruppenprophylaktischen 
Maßnahmen Kinder in Flüchtlingswohnheimen. Allein 
auf Grund der erheblich unterdurchschnittlichen Zahnge-
sundheit dieser Kinder ist die Notwendigkeit einer Fort-
führung dieser frühzeitigen Betreuung gegeben.
einen als Platzhalter für die bleibenden Zähne, zum ande-
ren durch Ersatz der fehlenden Zähne als Kinderprothese 
dient. In einem gemeinsamen Termin mit der Mutter 
und dem Schulsozialarbeiter wird besprochen, dass der 
Schulsozialarbeiter Tom unter anderem bei dem Thema 
Zahngesundheit unterstützt. Der Schulsozialarbeiter hilft 
in den folgenden Jahren dem Jungen beim Einhalten von 
Behandlungsterminen. Im Rahmen der Reihenuntersuchung 
das Kind im vierten Schuljahr stellt die Zahnärztin des Kin-
der- und Jugendzahnärztlichen Dienstes fest, dass das Kind 
über eine deutliche Aussprache verfügt. Tom berichtet, er 
werde nicht mehr als „Opi“ aufgezogen und er habe eine 
Realschul-Empfehlung erhalten. Der Schulsozialarbeiter 
bestätigt die Realschul-Empfehlung und erzählt, Tom habe 
schnell die gute Aussprache gelernt und sei jetzt gut in der 
Klassengemeinschaft integriert.
Kurzfristiger Effekt: 
Tom erhält die notwendige Zahnbehandlung, wird 
schmerzfrei und kann besser sprechen.
Langfristiger Effekt: 
Mit der Zahnbehandlung werden grundlegende Vorausset-
zungen dafür geschaffen, dass Tom sich wohler fühlt und dass 
es ihm gelingt, deutlich sprechen zu lernen und sich dadurch 
sozial zu integrieren. Dies unterstützt ihn bei der Bewältigung 
der Anforderungen der Grundschule und trägt dazu bei, dass 
für Tom Voraussetzungen geschaffen/verbessert werden, eine 
Realschule als weiterführende Schule zu besuchen.
3.4 Fazit und Empfehlungen
Kinderzahngesundheit in Köln
Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst, der die grup-
penprophylaktischen Maßnahmen in Kindertageseinrich-
tungen und Schulen durchführt, setzt seit dem Schuljahr 
2012/2013 bedarfsorientiert den Fokus auf die Betreu-
ung der „Risikoeinrichtungen“. Das sind Kindertagesstät-
ten und Grundschulen mit überproportionalem Anteil an 
Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko. Häufig handelt es sich 
dabei um Kinder aus sozial benachteiligten Familien.  
Die Ergebnisse der zahnärztlichen Reihenuntersuchungen 
in den Kindertageseinrichtungen und Schulen belegen, 
dass die intensivierten gruppenprophylaktischen Maß-
nahmen in den „Risikoeinrichtungen“ nachweisbare 
Effekte zeigen:
 − Bei den untersuchten Kindern in den Kindertages-
stätten sind die Werte der Zahngesundheit in Köln im 
Schuljahr 2016/2017 im Vergleich zu dem Schuljahr 
2011/2012 in etwa gleichgeblieben. Es zeigen sich 
jedoch positiven Entwicklungen bei den Werten der

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
28
4	 Gesundheit	 der	Kinder	vor	Schuleintritt	–	Angebot	Schuleingangsuntersuchung
4.1 Aufgabe und Ziele
Der Übergang in die Schule stellt für Kinder einen wich-
tigen Meilenstein dar und setzt Fähigkeiten in unter -
schiedlichsten Bereichen voraus. Die Schuleingangs -
untersuchung zielt darauf ab, vor Schuleintritt den 
Entwicklungsstand festzustellen und mögliche gesund-
heitliche Beeinträchtigungen sowie Entwicklungsrisiken 
aufzudecken. Diese Untersuchung ist ein gesetzlich 
vorgeschriebener Bestandteil des Schulaufnahmeverfah-
rens gemäß § 54 des Schulgesetzes für das Land Nord-
rhein-Westfalen in Zusammenhang mit § 12 ÖGDG NRW. 
In der Regel wird daher jedes Kind vor der Einschulung 
dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst vorgestellt. 
Ein besonderer Fokus der Untersuchung liegt dabei 
auf der körperlichen Entwicklung und der allgemeinen 
gesundheitlich bedingten Leistungsfähigkeit. So werden 
beispielsweise Tests zum Hören und Sehen durchgeführt. 
Beim Einschulungsjahrgang 2017 gibt es dabei allein 977 
Kinder (10,3 Prozent der vorgestellten Kinder), die einen 
Befund bei der Überprüfung der Sehschärfe aufweisen 
und sich noch nicht in Behandlung befinden. 435 Kindern 
(4,6 Prozent) haben einen Befund bei der Überprüfung, 
ob eine Hörstörung vorliegt, und sind ebenfalls noch 
nicht in Behandlung. Die Schuleingangsuntersuchungen 
dienen in erster Linie der Entwicklungsbeurteilung des 
Kindes, der Beratung der Eltern und gegebenenfalls der 
Empfehlung weiterer Maßnahmen, zum Beispiel der dif-
ferenzialdiagnostischen Abklärung eines Befundes durch 
niedergelassene Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte. 
Sie bilden dadurch aber auch die Basis für eine Vollerhe-
bung gesundheitlicher Daten zum Entwicklungsstand 
aller Kinder eines Einschulungsjahrganges. 
Grundlagen der Datenerhebung
Seit Einschulungsjahrgang 2012 wird auch in Köln das 
von der Universität Bremen im Auftrag des Landes 
Nordrhein-Westfalen entwickelte „SOPESS-Verfah-
ren – Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für 
Schuleingangsuntersuchungen
27
“ eingesetzt und 
differenziert ausgewertet. Dieses Verfahren wird vom 
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen 
(LZG NRW) als Standard empfohlen und kommt bisher 
bei 52 der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nord-
rhein-Westfalen zur Anwendung. Das LZG NRW wertet 
die Ergebnisse aller beteiligten Kommunen zentral aus, 
so dass die Werte aus Köln mit den Landeswerten
28
 ver-
glichen werden können. Bei den Einzelauswertungen 
des vorliegenden Berichts wird die Grundgesamtheit 
der auswertbaren Datensätze jeweils separat angeben. 
Wenn nicht anders erwähnt, wurden die hier verwand-
ten Daten vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst 
erfasst und vom LZG NRW ausgewertet. 
Bei den Eltern der untersuchten Kinder wird zusätz-
lich der Sozialstatus
 
erhoben. Hier handelt es sich um 
den Sozialstatus nach Bildungsstand. Im Rahmen 
der Schuleingangsuntersuchung werden die Eltern 
zu ihrer beruflichen und schulischen Bildung befragt. 
Die Befragung ist für die Eltern freiwillig. Aus den 
Antworten dieser Fragen wird vom LZG NRW ein Bil-
dungsindex berechnet und den Kommunen für die 
Gesundheitsberichterstattung zur Verfügung gestellt. 
Die Berechnung des Indexes erfolgt auf Grundlage der 
Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Epidemiologische 
Methoden“ der Deutschen Gesellschaft für Sozialme-
dizin und Prävention e.V. (DGSMP) und der Deutschen 
Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie 
und Epidemiologie e.V. (GMDS). Der Bildungsindex 
wird zunächst getrennt für jedes Elternteil ermittelt. 
Der jeweils höhere Index-Score wird dann dem Haus-
halt zugeordnet, in dem das Kind lebt
29
. 
27  Screening ist eine Untersuchung, die Angaben zur Wahrscheinlichkeit des Vorliegens von 
bestimmten Krankheiten oder Risikofaktoren ermöglichen soll. Wenn auffällige Werte 
vorliegen, werden zur genaueren Überprüfung diagnostische Untersuchungen bei nieder-
gelassenen Ärztinnen und Ärzten eingeleitet.
28  Da bei Berichterstellung die Ergebnisse des Einschulungsjahrgangs 2017 auf Landesebene 
noch nicht vorliegen, wurden die Jahrgänge 2015 in NRW und Köln bei dem Vergleich 
zugrunde gelegt. Die Anzahl der ausgewerteten Datensätze vorgestellter Kinder des Jahr-
gangs NRW betrug beim Einschulungsjahrgang 2015 NRW 143.122, Quelle LZG NRW.
29  Quelle und genaue Darstellung des Berechnungsschemas: Landesinstitut für Gesundheit 
und Arbeit, „Jahresbericht 2006 zur Schulärztlichen Untersuchungen in NRW“: 45, unter 
Landeszentrum Gesundheit NRW, www.lzg.gc.de. 
Beim Einschulungsjahrgang Köln 2017 wurde bei 69,9 Prozent der Eltern oder Sorgebe-
rechtigten der vorgestellten Kinder (n=6.660) der Sozialstatus erhoben, davon wurden 
1.033 einem niedrigen Sozialstatus, 2.304 einem mittleren Sozialstatus, 3.323 einem 
hohen Sozialstatus zugeordnet.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
29
Schuleingangsuntersuchung
Dadurch lassen sich Hinweise auf Zusammenhänge zwi-
schen der gesundheitlichen Situation, Bildung und der 
sozialen Lage darstellen. 
4.2 Aktueller Stand 
In Köln sind 9.530 Kinder bei den Einschulungsuntersu-
chungen des Jahrgangs 2017
30
 vorgestellt worden. Seit 
dem Einschulungsjahrgang 2012 mit 8.694 Kindern hat 
sich die Anzahl der vorgestellten Kinder deutlich erhöht. 
Dies ist auf eine steigende Zahl der Kinder dieser Alters-
gruppe in Köln
31
 zurückzuführen. 
Im Jahrgang 2017 beträgt der Anteil an Mädchen 49,1 Pro- 
zent und der Anteil an Jungen 50,9 Prozent. Alle Auswer-
tungen werden nach Geschlecht getrennt durchgeführt. 
Wenn sich relevante Unterschiede zwischen Mädchen und 
Jungen zeigen, werden diese erwähnt.
Bei der Schuleingangsuntersuchung wird darüber hinaus 
festgehalten, ob das Kind mit der deutschen oder einer 
anderen Erstsprache
32
 aufgewachsen ist. Eine andere 
Erstsprache als Deutsch weist auf eine familiäre Migra-
tionsgeschichte hin. In der Schuleingangsuntersuchung 
30  Jahrgang 2017: Kinder, die im Sommer 2017 (für das Schuljahr 2017/2018) eingeschult 
werden
31  So lag die Anzahl der 5-Jährigen in Köln im Jahre 2012 (31.12) bei 9.229 Kindern, im Jahre 
2017 (31.12) bei 9.804 Kindern, Quelle: Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stand 
04/2018.
32  Die Erstsprache ist die Sprache, die das Kind in den ersten vier Lebensjahren überwiegend 
gesprochen hat.
Köln 2017 beträgt der Anteil an Kindern mit einer ande-
ren Erstsprache als der deutschen Sprache 38,3 Prozent 
(Jahrgang 2012: 39,9 Prozent). 886 der in der Schulein-
gangsuntersuchung Köln 2017 vorgestellten Kinder 
wurden nicht in Deutschland geboren. 
Deutschkenntnisse
In der Schuleingangsuntersuchung werden die Deutsch-
kenntnisse bei den Kindern, die eine andere als die 
deutschen Sprache als Erstsprache haben, qualitativ 
durch die Schulärztin oder den Schularzt anhand der 
Spontansprache des Kindes eingeschätzt. Die Vorgaben 
im Rahmen des von der Stadt Köln eingesetzten „Sozial-
pädiatrisches Entwicklungsscreening für Schuleingangs-
untersuchungen“ (SOPESS, siehe 4.1) umfassen fünf 
Kategorien:
 − Das Kind spricht fehlerfrei und flüssig Deutsch. 
 − Das Kind spricht flüssig Deutsch, jedoch mit leichten 
Fehlern.
 − Das Kind spricht flüssig Deutsch, jedoch mit erhebli-
chen Fehlern.
 − Das Kind spricht nur radebrechend Deutsch.
 − Das Kind spricht kein Deutsch.
Diese Einschätzung führt im Anschluss zur Entschei -
dung über das weitere Vorgehen in der Untersuchung. 
Wenn keine entsprechenden Deutschkenntnissen 
vorliegen (das Kind spricht kein Deutsch oder rade -

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
30
brechend Deutsch), ist eine Durchführung der beiden 
Einzeltests zu „Präpositionen“ und „Pluralbildung“ im 
Rahmen des SOPESS in der Regel nicht sinnvoll (siehe 
hierzu unter 4.2.4 „Sprache und Sprechen“) und wird 
daher unterlassen. 
Des Weiteren wird im Rahmen der Untersuchung bei 
Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen je 
nach situativem Bedarf auf die Deutschkenntnisse der 
begleitenden Personen sowie der  Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes 
zurückgegriffen oder es wird zur Übersetzung der Video-
dolmetscher eingesetzt.
2,9 % 6,1 % 
6,2 % 
8,9 % 
26,2 % 
25,1 % 
47,5 % 40,5 % 
17,2 % 19,4 % 
0 
10 
20 
30 
40 
50 
60 
70 
80 
90 
100 
2012 2017 
Schuleingangsuntersuchungen	Köln	2012	und	
2017,	Deutschkenntnisse	der	Kinder	mit	einer	
anderer	Erstsprache	als	Deutsch	in	Prozent
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n spricht fehlerfrei Deutsch
n  spricht flüssig, mit leichten Fehlern, Deutsch
n  spricht flüssig, aber mit erheblichen Fehlern, Deutsch
n  spricht radebrechend Deutsch
n spricht kein Deutsch
Abbildung 7: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 
2012 (n= 3.224) und 2017 (n= 3.652), Deutschkenntnisse  
der Kinder mit anderer Erstsprache als Deutsch in den Schul-
eingangsuntersuchungen 
Auf Basis dieser Einschätzung der Deutschkenntnisse 
liegt beim Einschulungsjahrgang Köln 2017 der Anteil 
an Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen, 
das heißt, der Anteil der Kinder, die flüssig Deutsch 
jedoch mit erheblichen Fehlern sprechen, radebre-
chend Deutsch sprechen oder kein Deutsch sprechen, 
bei  40,1 Prozent (Jahrgang 2012 bei 35,3 Prozent).
223 Kinder des Einschulungsjahrgangs 2017 sprechen 
kein Deutsch. Der Anteil dieser Kinder an allen Kindern 
mit einer anderen Erstsprache als Deutsch beträgt 
6,1 Prozent und hat sich damit gegenüber Einschulungs-
jahrgang 2012 (2,9 Prozent) mehr als verdoppelt
33
. Dies 
ist unter anderem auf die hohe Anzahl an neu zugewan-
derten geflüchteten Familien zurückzuführen, deren Kin-
der vor der Erstbeschulung noch nicht die Möglichkeit 
hatten, Deutschkenntnisse zu erwerben. 
4.2.1 Impfschutz
Nach wie vor bieten Impfungen den besten Schutz vor 
gängigen Infektionskrankheiten und vermeiden schwer-
wiegende Komplikationen. Sie haben einen dreifachen 
Nutzen. Zum einen schützen sie vor Erkrankungen, für 
die es keine oder nur beschränkte Behandlungsmög-
lichkeiten gibt. Des Weiteren schützen sie ungeborenes 
Leben, wenn die werdende Mutter geimpft ist. Darüber 
hinaus bieten sie einen kollektiven Schutz der Menschen, 
die zusammen leben, wenn ein ausreichender Anteil von 
ihnen geimpft ist. Das Bundesministerium für Gesund-
heit hat die „Ständige Impfkommission“ (STIKO) als Gre-
mium von Expertinnen und Experten für Impfempfeh-
lungen berufen. Diese sieht für Kinder und Jugendliche 
Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuch-
husten), Hepatitis B, Polio (Kinderlähmung), Rotaviren
34
, 
Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Masern, Mumps, 
Röteln, Varizellen (Windpocken), Meningokokken und 
Pneumokokken vor. Für Mädchen im Alter von zwölf bis 
siebzehn Jahren und für Jungen zwischen neun und vier-
zehn Jahren werden darüber hinaus Impfungen gegen 
Humane Papillomaviren (HPV) empfohlen. 
Eine gesetzliche Impfpflicht existiert in Deutschland nicht. 
Deutschland bekennt sich zu den Zielen der WHO EURO 
und hatte bereits für das Jahr 2015 die Eliminierung der 
Masern und Röteln angestrebt. Dieses Ziel konnte noch 
nicht erreicht werden. So wurden im Jahr 2015 bundes-
weit allein 2.604 Masernfälle dem RKI gemeldet, im Jahr 
2016 waren es 361 Masernfälle. Im Jahr 2017 gab es 1.037 
Masernfälle, davon in Köln 17	Masernfälle. Im laufenden 
33  Im Einschulungsjahrgang 2016 lag der Anteil der Kinder, die kein Deutsch sprechen, bei 
306 und bei einem Anteil von 8,9 Prozent aller vorgestellten Kinder mit einer anderen Erst-
sprache als Deutsch, damit noch höher als im Einschulungsjahrgang 2017.
34  Für die Durchimpfungsrate gegen Rotaviren liegen im Rahmen der Schuleingangsuntersu-
chungen keine Ergebnisse vor.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
31
Vorlage Impfpass
Bei der Einladung zur Schuleingangsuntersuchung wird 
darauf hingewiesen, dass die Eltern und Sorgeberech-
tigten den Impfpass zum Untersuchungstermin mit-
bringen sollen. Nur bei Kindern mit Impfpass kann der 
Impfstatus festgestellt und ausgewertet werden. Alle 
nachfolgenden Auswertungen zur Durchimpfungsrate 
beziehen sich ausschließlich auf die vorgelegten Impf-
pässe. Es ist allerdings zu vermuten, dass die Durchimp-
fung bei den Kindern, die ihren Impfpass nicht vor-
gelegt haben, geringer ausfällt. Diese Annahme wird 
durch Erhebungen des Robert Koch-Instituts bestätigt
36
.
Beim Einschulungsjahrgang 2017 legen 8.560 Kinder 
und damit ein Anteil von 89,8 Prozent den Impfpass vor. 
Damit ist die Vorlagequote des Einschulungsjahrgangs 
2017 gegenüber dem Jahrgang 2012 (90,6 Prozent) 
geringfügig gesunken und gegenüber dem Jahrgang 
2016 (89,3 Prozent) etwa gleichgeblieben.
Bei Erstellung dieses Berichtes liegen Landeswerte bis 
Einschulungsjahrgang 2016 vor
37
. Daher werden für den 
Vergleich mit Landeswerten die Ergebnisse des Einschu-
lungsjahrgangs Köln 2016 zugrunde gelegt. Gegenüber 
NRW 2016 (91,2 Prozent) ist der Anteil an vorgelegten 
Impfpässen in Köln mit 89,3 Prozent im Einschulungs-
jahr 2016 leicht unterdurchschnittlich
38
. 
Übersicht über die Impfquoten
Genaue Werte der Impfquoten der Schuleingangsunter-
suchungen Köln 2015, 2016 und 2017 sind im Anhang 
unter 10.2, Tabelle 1, aufgeführt und werden dort den 
Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchungen 2016 
auf Landes- und Bundesebene gegenübergestellt. Die 
darauf folgende Tabelle 2 gibt Auskunft über die zugrun-
de liegenden Impfempfehlungen der STIKO (Ständige 
Impfkommission am Robert Koch-Institut).
Impfschutz gegen Masern, Mumps Röteln 
Vollständiger Impfschutz ist laut der Ständigen Impf-
kommission bei je zwei Impfungen Masern, Mumps und 
Röteln gegeben. Im Kölner Einschulungsjahrgang 2017 
verfügen 94,3 Prozent der Kinder mit vorgelegtem Impf-
pass über vollständigen Impfschutz gegen Masern (siehe 
Abbildung 8). Damit hat sich die Durchimpfungsrate der 
36  Gesundheitsberichterstattung des Bundes (RKI und DESTATIS), http://www.gbe-bund.de, 
abgerufen 02.02.2018
37  Gesundheitsberichterstattung des Bundes, www.gbe-bund.de, abgerufen am10.07.2018
38  Land NRW, Einschulungsjahrgang 2016: n=152.063 Kinder, vorgestellte Kinder mit Impf-
pass: n=138.682, Quote der vorgestellten Kinder mit Impfpass: 91,8 Prozent
Jahr 2018 sind gemäß Meldung an das RKI bundesweit 
381 Masernfälle gemeldet worden, in Köln sind 121 
Masernfälle aufgetreten (Stand 20.06.18
35
).  
 
Die Eliminierung der Masern und Röteln wird jedoch wei-
terhin angestrebt. Anhand des „Nationalen Aktionsplan 
2015 – 2020 zur Elimination der Masern und Röteln in 
Deutschland“ des Bundesministeriums für Gesundheit 
vom Juni 2016 werden dazu die strategischen und mess-
baren Ziele sowie zahlreiche Vorschläge für Maßnahmen 
zur Zielerreichung konkretisiert. Zu den vorgeschlagenen 
Strategien der WHO gehören das Erreichen und die Auf-
rechterhaltung von sehr hohen Impfquoten für die zwei-
fache Masern- und mindestens einmalige Rötelnimpfung 
bei mindestens 95 Prozent der Bevölkerung. Laut dem 
nationalen Aktionsplan 2015 – 2020 sollte entsprechend 
bei Kindern in den Schuleingangsuntersuchungen eine 
2-Dosen-Impfquote bei Masern, Mumps und Röteln von 
über 95 Prozent vorliegen. 
Robert Koch-Institut, www.rki.de, Broschüre „Nationaler 
Aktionsplan“
35  Quelle zur Anzahl der bundesweiten Masernfälle: Robert Koch-Institut, www.rki.de, abge-
rufen am 20.06.2018, Quelle zur Anzahl der Masernfälle in Köln: Gesundheitsamt der Stadt 
Köln, Stand 20.06.18, Unterschied zu den in den Medien kommunizierten Fallzahlen kön-
nen durch verzögerte Meldung im Ausbruchgeschehen bedingt sein.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
32
2,2 Prozent der Kinder mit vorgelegtem Impfpass des 
Kölner Jahrgangs 2017 haben keine Masernimpfung 
erhalten, im Jahrgang 2012 waren es 3,2 Prozent.
Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hib, 
Polio, Hepatitis B 
Vollständiger Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, 
Pertussis, Hib und Polio lag beim Einschulungsjahrgang 
Köln 2012 zwischen 90,6 und 96,2 Prozent der Kinder 
mit Impfpass vor
41
. Auch für den Kölner Jahrgang 2017 
können Durchimpfungsraten von über 90 Prozent bestä-
tigt werden. Kontrollbedürftig ist allerdings der zu beob-
achtende Rückgang bei Diphtherie, Tetanus und Pertus-
sis um über 3 Prozentpunkte im Einschulungsjahrgang 
2017 gegenüber Einschulungsjahrgang 2012 (siehe 
Abbildung 9, genaue Werte siehe 10.2, Tabelle 1)
42
. 
Bezogen auf Hepatitis B kann beim Jahrgang 2017 im 
Vergleich mit Jahrgang 2012 (74,3 Prozent) eine Erhö-
hung der Durchimpfungsrate um über 8 Prozentpunkte 
auf 82,8 Prozent festgestellt werden.
Impfschutz gegen Varizellen, Meningokokken und 
Pneumokokken
Der Anteil an Kindern mit vollständigem Impfschutz 
gegen Varizellen (Windpocken) beim Einschulungs-
jahrgang Köln 2017 beträgt mittlerweile 87,7 Prozent. 
Beim Einschulungsjahrgang Köln 2012 lag er noch bei 
66,5 Prozent. Die aktuelle STIKO-Empfehlung für eine 
zweifache Impfung datiert vom Juli 2009
43
. 
Ebenso hat sich der vollständige Impfschutz gegen 
Pneumokokken
44
 bei den vorgestellten Kindern von 
67,2 Prozent im Jahrgang 2012 auf 73,9 Prozent im Jahr-
gang 2017 gesteigert.
Hinsichtlich Meningokokken
45
 verfügen 89 Prozent der 
Kinder des Einschulungsjahrgangs Köln 2017 über einen 
vollständigen Impfschutz. Damit hat sich die Durchimp-
fungsrate gegenüber dem Jahrgang 2012 (86,8 Prozent) 
geringfügig erhöht.
41 Siehe „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln“, Gesundheitsbericht 2013, Stadt Köln: 12
42  Vollständiger Impfschutz liegt laut STIKO vor: Hib, Hepatitis B, Polio mindestens vier Dosen 
(mindestens 3 Dosen bei Verwendung von Impfstoffen ohne Pertussiskomponente), Dipht-
herie, Tetanus Pertussis mindestens vier Dosen.
43 Sie ergänzt die STIKO-Empfehlung einer allgemeinen Varizellenimpfung vom Jahre 2004.
44 Pneumokokken vollständige Impfung: mindestens 2-mal
45  Meningokokken vollständige Impfung: mindestens 1-mal, bei erster Dosis nach Vollendung 
des 1. Lebensjahres oder mindestens 3mal, bei erster Dosis vor Vollendung des 1. Lebens-
jahres
Vorschulkinder bei Masern gegenüber dem Jahrgang 
2012 (92,3 Prozent) und Jahrgang 2013 (93 Prozent, 
siehe Abbildung 8) nochmals leicht gesteigert. Der 
vollständige Impfschutz beträgt bei Mumps 94,2 Pro-
zent, bei Röteln 94,1 Prozent und hat sich ebenfalls 
gegenüber dem Einschulungsjahrgang 2012 (Mumps: 
92,2 Prozent, Röteln: 92,1 Prozent) erhöht
39
.
Stadtbezirksbezogene Angaben zu den Impfquoten bei 
Masern im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung 
2017 befinden sich im Anhang unter 10.2, Tabelle 3, 
eine stadtteilbezogene Auswertung zum Zeitraum der 
Schuleingangsuntersuchungen 2015 bis 2017 ist in 
Abbildung 10 dargestellt. 
0
20
40
60
80
100
2017201320092005
72,9 %
90,8 % 93,0 % 94,3 %
Schuleingangsuntersuchungen	Köln	2005,	2009,	
2013,	2017,	Quote	an	Kindern	mit	vollständigem	
Impfschutz	gegen	Masern,	prozentuiert	auf	vorge-
legte	Impfpässe
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 8: Schuleingangsuntersuchung Köln, Vergleich 
Jahrgänge 2005, 2009, 2013, 2017, Anteil an Kindern mit 
vollständigem Impfschutz (zweifache Impfungen) gegen 
Masern bei vorgelegten Impfpässen in Köln nach Einschu-
lungsjahrgängen
40
 
Im Kölner Einschulungsjahrgang 2017 beträgt der Anteil 
der Kinder mit einer Impfdosis gegen Röteln 97,5 Pro-
zent, der Anteil an Kindern mit einer Impfdosis gegen 
Masern 97,8 Prozent. Verglichen mit dem Einschulungs-
jahrgang 2012 (eine Impfdosis gegen Röteln: 96,6 Pro-
zent, eine Impfdosis gegen Masern: 96,8 Prozent) sind 
diese Werte angestiegen. 
39  Eine fast identische Quote bei Masern, Mumps und Röteln ist darauf zurückzuführen, dass 
nahezu ausschließlich Kombinationsimpfstoffe für diese drei Impfungen verwendet werden.
40  Einschulungsjahrgang 2012 (vollständiger Impfschutz gegen Masern bei den Kindern mit 
vorgelegten Impfpässen: 92,3 Prozent) wurde in diese Abbildung nicht aufgenommen, da 
hier die Entwicklung in 4-Jahres-Intervallen dargestellt ist.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
33
wertung, inwieweit vollständiger Impfschutz gegen 
Masern besteht (siehe Abbildung 10), werden die drei 
Einschulungsjahrgänge 2015 bis 2017 zusammenge-
fasst, um insbesondere bei den „kleinen“ Stadtteilen mit 
wenig untersuchten Kindern das Risiko zufallsbedingter 
Schwankungen zu reduzieren. Die stadtteilbezogene 
Durchimpfungsrate variiert von 84,4 bis 100 Prozent. 
 
Bei der Zusammenfassung der drei obengenannten Jahr-
gänge liegt die Zahl der Kinder mit Impfpass im Stadtteil 
Libur unter 30, in den Stadtteilen Elsdorf, Fühlingen, 
Hahnwald und Immendorf zwischen 40 und 49, in allen 
anderen Stadtteilen über 50
48
. 
Im Anhang sind die Impfquoten der Schuleingangs-
untersuchung 2017 pro Stadtbezirk aufgeführt (siehe 
10.2, Tabelle 3).
48  Bezieht sich auf die absolute Zahl der in den Schuleingangsuntersuchungen 2015 bis 2017 
vorgestellten Kinder im Stadtteil mit Impfpass
Vorwort
0
20
40
60
80
100
Hepatitis BPolioHibPertussisTetanusDiphtherie
95,7 % 92,3 % 96,2 % 92,4 % 95,7 % 92,0 % 90,6 % 90,0 % 92,4 % 91,0 %
74,3 %
82,8 %
Schuleingangsuntersuchungen	Köln	2012	und	2017,	Quote	an	Kindern	mit	vollständigem	Impfschutz	
Diphtherie,	Tetanus,	Pertussis,	Hib,	Polio,	Hepatitis	B,	prozentuiert	auf	vorgelegte	Impfpässe,	in	Prozent
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n 2012
n  2017
Abbildung 9: Schuleingangsuntersuchung Köln, Einschulungsjahrgänge 2012 (n=7.881) und 2017 (n=8.560), Anteil an 
Kindern mit vollständigem Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hib, Polio, Hepatitis B in Köln, prozentuiert auf 
vorgelegte Impfpässe
Vergleich mit den Landeswerten
Die Kölner Durchimpfungsraten des Einschulungsjahr-
gangs 2016, bezogen auf die vorgelegten Impfpässe, 
liegen bei Masern, Mumps und Röteln etwa im Landes-
durchschnitt (2016), sie unterschreiten die Landeswerte 
2016 bei Hepatitis B um etwa 3 Prozentpunkte, bei den 
Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hib 
und Polio um etwa 1 Prozentpunkt. 
 
Bei Varizellen liegen die Durchimpfungsraten Kölns des 
Einschulungsjahrgangs 2016 mehr als 1 Prozentpunkt 
über den Landeswerten (siehe Tabellen unter 10.2). 
Impfschutz und Sozialstatus
Im Einschulungsjahrgang Köln 2017 beträgt der Anteil 
von Kindern, die einen kompletten Impfstatus aufwei-
sen, bei Familien mit hohem Sozialstatus 78,7 Prozent, 
bei Familien mit mittlerem Sozialstatus 89,2 Prozent und 
bei Familien mit niedrigem Sozialstatus 86,9 Prozent
46
. 
Stadtteilbezogene Auswertung
Bereits in den Gesundheitsberichten 2009 und 2013 
zeigten sich stadtteilbezogene Unterschiede bei den 
Durchimpfungsquoten in Köln
47
. Bei der aktuellen Aus-
46  Prozentuiert auf den vorgelegten Impfpass, Impfungen komplett: Diphtherie, Tetanus, Hib, 
Hepatitis B, Polio mindestens vier Dosen (mindestens 3 Dosen bei Verwendung von Impf-
stoffen ohne Pertussiskomponente), Pertussis mindestens vier Dosen, Masern, Mumps, 
Röteln mindestens zwei Dosen; zu Sozialstatus siehe 4.1
47  Siehe „Kindergesundheit im Vorschulalter“, Gesundheitsbericht 2009, Stadt Köln: 69 ff., 
„Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“, Stadt Köln: 35 ff.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
34
Abbildung 10: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015 bis 2017, stadtteilbezogene Auswertung zum 
vollständigen Impfschutz gegen Masern
49
49  Anmerkung zur „Ampel“-Legende:  
Das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit vollständigem Impfschutz gegen Masern am niedrigsten liegen, ist rot eingefärbt,  
das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit vollständigem Impfschutz gegen Masern am höchsten liegen, grün,  
das „Mittelfeld“ entsprechend gelb.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
35
Vorwort
0
20
40
60
80
100
U9U8U7U6U5
94,0 % 93,7 % 93,6 % 94,1 % 92,1 % 94,1 % 94,0 % 94,4 % 91,0 % 91,6 %
Schuleingangsuntersuchungen	Köln	2012	und	2017
Teilnahmequote	U5	bis	U9	bei	Kindern	mit	vorgelegtem	Untersuchungsheft	im	Jahrgangsvergleich
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  Jahrgang 
Köln 2012
n  Jahrgang 
Köln 2017
Abbildung 11: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2012 (n=7.947) und 2017 (n= 8.525), Vergleich Teilnahme-
quote der U5 bis U9, bei den Kindern mit vorgelegten Untersuchungsheften
4.2.2 Früherkennungsuntersuchungen
Die Früherkennungsuntersuchungen bei der Kinder- 
und Jugendärztin oder dem Kinder- und Jugendarzt 
dienen dazu, mögliche gesundheitliche Beeinträch-
tigungen bei Kindern frühzeitig zu erkennen und 
die erforderlichen Behandlungen einzuleiten. Seit 
1971 sind sie im Leistungskatalog der Krankenkassen 
enthalten und bedeuten für die Eltern daher keine 
zusätzlichen Kosten. Alle Kinder sollten möglichst 
lückenlos bei den Früherkennungsuntersuchungen 
U1 bis U9 und später auch bei der J1 sowie der J2 vor-
gestellt werden, damit sie bei Bedarf entsprechende 
Förderung und Versorgung erhalten können. Um die 
Verbindlichkeit der Früherkennungsuntersuchungen 
zu erhöhen, ist seit 2008 verbindlich vorgeschrieben, 
dass niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die Daten 
der Kinder, die bei der U5 bis U9 vorgestellt werden, 
an das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen 
übermitteln. Dort erfolgt ein Datenabgleich über 
die Kinder, die nicht an den Früherkennungsuntersu-
chungen teilgenommen haben; diese Kinder werden 
den Jugendämtern gemeldet. Als Rechtsgrundlage 
dient die Verordnung zur Datenmeldung der Teil-
nahme an den Früherkennungsuntersuchungen vom 
10.09.2008 in Verbindung mit § 32a des Heilberufs-
gesetzes. Die Jugendhilfe ist verpflichtet, bei Gefähr-
dung geeignete Maßnahmen einzuleiten. (Die für die 
einzelnen Früherkennungsuntersuchungen vorgese-
henen Altersspannen, in denen das Kind vorgestellt 
werden sollte, finden sich im Anhang).
Bei der Schuleingangsuntersuchung kann nur bei 
den Kindern mit vorgelegtem Untersuchungsheft 
festgestellt werden, inwieweit diese an Früherken-
nungsuntersuchungen teilgenommen haben. Bei der 
Einladung zur Schuleingangsuntersuchung wird daher 
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Untersu-
chungsheft bei dem Termin vorzulegen ist. Dennoch 
kommen nicht alle Sorgeberechtigen dieser Aufforde-
rung nach.
Bei der Schuleingangsuntersuchung 2017 legten 8.525 
Kinder ihr Untersuchungsheft vor. Die Quote der vorgeleg-
ten Untersuchungshefte beträgt damit in diesem Jahrgang 
89,5 Prozent und ist gegenüber 2015 (91,5 Prozent) und 
2012 (91,4 Prozent) leicht gesunken. Die nachfolgenden 
Auswertungen beziehen sich ausschließlich auf die unter-
suchten Kinder mit vorgelegten Untersuchungsheften. 
Die Teilnahmequote der Kinder mit vorgelegtem Unter-
suchungsheft an den Früherkennungsuntersuchungen 
5 bis 9 betrug beim Einschulungsjahrgang Köln 2012 
bereits über 90 Prozent. Bei den Früherkennungsun-
tersuchungen U6 bis U9 hat sie sich im Jahrgang 2017 
nochmals verbessert, bei der U5 ist sie etwa gleich 
geblieben (siehe Abbildung 11).

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
36
Die U7a, die um den dritten Geburtstag des Kindes statt-
findet, wurde zusätzlich am 01.07.2008 eingeführt. Seit 
2010 ist sie in das Pflichtprogramm aller gesetzlichen 
Krankenkassen aufgenommen. Im Einschulungsjahrgang 
Köln 2017 nehmen 92,1 Prozent der Kinder mit vorgeleg-
tem Untersuchungsheft daran teil (2015: 89,6 Prozent), 
damit kann eine Steigerung von über 27 Prozentpunkten 
gegenüber dem Einschulungsjahrgang 2012 (64,8 Pro-
zent) festgestellt werden. 
Die Quote der vorgelegten Untersuchungshefte in Köln 
liegt etwa im Landesdurchschnitt. Die Teilnahmequoten 
der U5, U6, U7 U8 und U9 in Köln unterschreiten die 
Landeswerte geringfügig um etwa 1 bis 2 Prozentpunkte 
(Referenzwerte: Einschulungsjahrgang 2015, da auf Lan-
desebene Werte zum Einschulungsjahrgang 2016 noch 
nicht vorliegen
50
).
Die U8 wird für die folgenden Auswertungen exemplarisch 
ausgewählt, da sie um den vierten Geburtstag und damit in 
der Regel vor der Schuleingangsuntersuchung stattfindet. 
U8-Teilnahme und Erstsprache
Im Kölner Einschulungsjahrgang 2017 nehmen 96,8 Pro-
zent aller Kinder mit deutscher Erstsprache und 90,2 Pro-
zent aller Kinder mit anderer Erstsprache an der U8 teil. Der 
Unterschied in der U8-Teilnahmequote	ist mit 6,6 Pro- 
zentpunkten gegenüber dem Jahrgang 2012 (5,7 Prozent-
punkten) etwa gestiegen. 
U8-Teilnahme und Sozialstatus
Wie bereits in den Vorjahren
51
 lässt sich im Jahrgang 2017 
zwischen der Teilnahme an der Früherkennung und sozialer 
Lage ein Zusammenhang erkennen. Die Differenz zwischen 
der Teilnahmequote der Kinder von Eltern mit niedrigem 
Sozialstatus und dem Durchschnittswert hat sich jedoch 
gegenüber den Vorjahren reduziert. So liegt die Teilnah-
mequote von Kindern von Eltern mit niedrigem Sozial-
status (93,7 Prozent) um 0,7 Prozentpunkte unter dem 
Durchschnittswert von 94,4 Prozent. Beim Jahrgang 2012 
betrug die Differenz noch über 2 Prozentpunkte.
Stadtteilbezogene Auswertung
Bereits in den Gesundheitsberichten 2009 und 2013 zeigten 
50  Land NRW, Einschulungsjahrgang 2015, n=143.122, der Anteil der vorgestellten Kinder mit 
vorgelegten Untersuchungsheften betrug 91,2 Prozent (n mit vorgelegtem Heft=130.528), 
Teilnahmequoten U5: 95,5 Prozent, U6: 96,2 Prozent, U7: 96,1 Prozent, U8: 96,2 Prozent, U9: 
93,4 Prozent. Köln, Einschulungsjahrgang 2015: n=9.115, der Anteil der vorgestellten Kinder 
mit vorgelegten Untersuchungsheften betrug 91,5 Prozent, n mit vorgelegtem Heft= 8.308), 
Teilnahmequoten U5: 94 Prozent, U6: 93,6 Prozent, U7: 92,1 Prozent, U8: 94 Prozent, U9: 
91 Prozent.
51  Siehe „Kindergesundheit im Vorschulalter“, Gesundheitsbericht 2009, Stadt Köln: 32; 
Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013, Stadt Köln: 16, zu Sozialstatus siehe 4.1
sich stadtteilbezogene Unterschiede bei der U8-Teilnahme-
quote der Kinder in der Schuleingangsuntersuchung
52
. Bei 
der aktuellen Auswertung (siehe Abbildung 12) werden die 
drei Einschulungsjahrgänge 2015 bis 2017 zusammenge-
fasst, um insbesondere bei den „kleinen“ Stadtteilen mit 
wenig untersuchten  Kindern das Risiko zufallsbedingter 
Schwankungen zu reduzieren. Die stadtteilbezogene 
Quote der Kinder mit vorgelegten Untersuchungsheften, 
die an der U8 teilgenommen haben, variiert von 85 Pro-
zent bis 98,6 Prozent. Bei der Zusammenfassung der drei 
obengenannten Jahrgänge liegt die Zahl der Kinder in dem 
Stadtteil Libur bei 25, in den Stadtteilen Elsdorf, Fühlingen, 
Godorf, Hahnwald, Immendorf und Lind zwischen 35 und 
50, in allen anderen Stadtteilen bei über 50
53
. 
4.2.3 Gewicht
Ein ausgewogenes Körpergewicht bildet die Grundlage 
für einen guten Gesundheitszustand und bietet damit 
die Voraussetzungen für die erfolgreiche altersgemä-
ße Entwicklung. Bei der Schuleingangsuntersuchung 
werden das Gewicht und die Körpergröße des Kindes 
festgestellt und anhand des gängigen Modells wird 
nach Kromeyer-Hausschild
54
 bewertet, inwieweit ein 
ausgewogenes Gewicht vorliegt. Danach wird zwischen 
Normalgewicht, Untergewicht/erheblichem Unter-
gewicht und Übergewicht/erheblichem Übergewicht 
unterschieden. 
Unter Übergewicht ist ein im Vergleich zur Norm 
erhöhtes Körpergewicht zu verstehen, das durch einen 
vermehrten Körperfettanteil bedingt ist. Erhebliches 
Übergewicht oder „Adipositas“, die ausgeprägte Form 
des Übergewichts, gilt als chronische Krankheit. Durch 
Adipositas wird das Risiko für zahlreiche Krankheiten, 
beispielsweise Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankun-
gen, Störungen des Fettstoffwechsels, Diabetes Typ 2 
und Erkrankungen des Bewegungsapparats erhöht. 
52  Siehe Stadt Köln „Kindergesundheit im Vorschulalter“, Gesundheitsbericht 2009, „Kinder- 
und Jugendgesundheit in Köln“, Bericht 2013: 20
53  Bezieht sich auf die absolute Zahl der in den Schuleingangsuntersuchungen 2015 bis 2017 
vorgestellten Kinder mit Untersuchungsheft im Stadtteil
54  Referenzwerte nach Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und 
Jugendalter (2001): Als Messgröße für das Gewicht wird der in der Schuleingangsunter-
suchung berechnete Body-Mass-Index herangezogen. Der Body-Mass-Index (BMI) wird 
berechnet, indem das Körpergewicht (kg) durch die quadrierte Körperlänge (m²) geteilt 
wird. Da bei Kindern das Körpergewicht stark vom Alter abhängt, wird zusätzlich das Alter 
und Geschlecht des jeweiligen Kindes berücksichtigt. Auf Basis der Durchschnittsnormkur-
ven wurde ein Modell entwickelt, das in 100 Gewichtszonen, „Perzentilen“, unterteilt ist. 
Als normalgewichtig gilt ein Kind, dessen errechneter Wert zwischen der 10ten und der 
90ten Perzentile liegt. Kinder mit Wert über der 90ten Perzentile werden als übergewichtig 
oder (ab der 97ten Perzentile) als erheblich übergewichtig (oder adipös) eingeordnet. 
Kinder, deren Wert unterhalb der 10ten Perzentile liegt, gelten als untergewichtig oder 
(unterhalb der 3ten Perzentile) als erheblich untergewichtig. Das Perzentilen-Modell (von 
Kromeyer-Hausschild und anderen) wurde auf der Grundlage einer empirischen Erhebung 
entwickelt. Quelle: Kromeyer-Hausschild K, Wabitch M et al. „Perzentile für den Body-Mass-
Index für das Kindes- und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stich-
proben“, Monatsschrift Kinderheilkunde (2001) 149: 807-818

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
37
Abbildung 12: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015 bis 2017, stadtteilbezogene Auswertung zur 
U8-Teilnahmequote, prozentuiert auf die vorgelegten Untersuchungshefte
55
55  Anmerkung zur „Ampel“-Legende:  
Das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit U8-Teilnahme am niedrigsten liegen, ist rot eingefärbt,  
das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit U8-Teilnahme am höchsten liegen, grün, das „Mittelfeld“ entsprechend gelb.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
38
In den Industrieländern stellt das Ausmaß von erhebli-
chem Übergewicht in der Bevölkerung ein besonderes 
Problem dar. Laut Robert Koch-Institut sind bundesweit 
nahezu ein Viertel aller erwachsenen Frauen und Män-
ner von Adipositas betroffen
56
. Übergewicht und Adipo-
sitas sind bereits bei Kindern und Jugendlichen zu einem 
wachsenden Problem geworden, wie die bundesweite 
„KIGGS-Studie
57
“, aber auch die Auswertungen der 
Schuleingangsuntersuchungen in Nordrhein-Westfalen
58
 
belegen. Oftmals verstärken sich die Gewichtsprobleme 
im Jugend- und Erwachsenenalter. Dies wird durch die 
aktuelle KIGGS-Längsschnittstudie bestätigt. Kinder, 
die bereits im Kindergarten- und Vorschulalter bei der 
Basiserhebung (2003 bis 2006) mitgewirkt hatten, wur-
den in der KIGGS-Studie Welle 2 (2014 bis 2017) erneut 
befragt und untersucht. Es zeigte sich, dass der Anteil an 
Kindern mit Übergewicht und Adipositas im Laufe des 
Schulalters bis zum Jugendalter deutlich anstieg. Mehr 
als die Hälfte derjenigen, die bereits als 2- bis 6-Jährige 
adipös oder übergewichtig waren, wiesen auch noch als 
Jugendliche ein entsprechend erhöhtes Gewicht auf
59
.
Bei Diabetes mellitus (kurz Diabetes) wird Typ 1 und 
Typ 2 unterschieden. An Diabetes Typ 2 erkranken 
überwiegend ältere Menschen. Der Typ 2 wird daher 
umgangssprachlich als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Laut 
dem „Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2018“ tritt 
Diabetes Typ 2 in Deutschland jedoch zunehmend auch 
bei jüngeren Menschen auf. Dies wird unter anderem auf 
die hohe Verbreitung von Übergewicht, Fehlernährung 
und auf weniger Bewegung im Kinder- und Jugendalter 
zurückgeführt. Die Anzahl der Typ-2-Diabetes-Neuer-
krankungen hat sich in den letzten 10 Jahren bei Jugend-
lichen verfünffacht. Es gibt bundesweit in dieser Alters-
gruppe etwa 90 Neuerkrankungen der Typ-2-Diabetes 
jährlich, die Tendenz ist steigend. Des Weiteren wird von 
einer hohen Dunkelziffer ausgegangen
60.
Ein etwas anderer Sachverhalt liegt bei Untergewicht 
vor. Bei der aktuell verwendeten Grundlage, dem Modell 
nach Kromeyer-Hausschild (siehe oben), können dort 
56  Quelle Robert-Koch-Institut, www.rki.de, „Gesundheit in Deutschland“ Berlin 2015: 202
57  Kurth B-M, Schaffrath R „Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und 
Jugendlichen in Deutschland, Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheits-
surveys“ (KIGGS): Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2007 
50: 736– 743, auch Lampert Th, in „KIGGS Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ 
2013, Robert Koch-Institut: 14
58  Landeszentrum Gesundheit NRW, Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen, www.lzg.
gc.nrw.de 
59  Quelle Schienkiewitz,A u.a., Hrsg. Robert-Koch-Institut, „Journal of Health Monitoring”·2018 
3(1) DOI 10.17886/RKI-GBE-2018-013, Berlin, https://www.kiggs-studie.de/ergebnisse/kig-
gs-welle-2/johm.html, abgerufen am 21.03.2018 
60  Danne Th, Ziegler R, „Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“ in „Deutscher Gesundheits-
bericht Diabetes 2018“, Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Diabetes-Hilfe 
(Diabetes DE) Mainz 2017
als untergewichtig klassifizierte Kinder je nach Kons-
titution sehr wohl gesund sein. Unterwichtigkeit wird 
dann zu einem Problem, wenn sie auf Mangelernäh-
rung zurückzuführen ist. Dies bedeutet, dass das Kind 
nicht die für eine gesunde Entwicklung erforderliche 
Nahrung oder erforderlichen Nahrungsbestandteile im 
ausreichenden Maße erhält (oder verarbeiten kann). 
Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, 
Anteil über- und untergewichtiger Kinder
Schuleingangsuntersuchung Köln 2012, 
Anteil über- und untergewichtiger Kinder
Untergewicht 
6,0 %
Untergewicht 
4,7 %
Normalgewicht 
80,8 %
Normalgewicht 
80,7 %
erhebliches Untergewicht 
3,4 %
erhebliches Untergewicht 
2,6 %
Übergewicht
5,5 %
Übergewicht
6,6 %
erhebliches Übergewicht 
4,3 %
erhebliches Übergewicht 
5,4 %
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 13: Vergleich Schuleingangsuntersuchung Köln 
2017 (n=8.492) und 2012 (n=8.694), Körpergewicht, 
Anteil über- und untergewichtiger Kinder (Modell nach Kro-
meyer-Hausschild)

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
39
Vorwort
0
2
4
6
8
10
12
Referenzwert201720162015201420132012
4,7 %
5,9 % 5,6 % 5,8 % 6,4 % 6,0 %
7,0 %2,6 %
3,4 % 3,1 % 3,0 %
4,1 %
3,4 %
3,0 %
Schuleingangsuntersuchungen	Köln	2012	und	2017	im	Vergleich,	Anteil	Kinder	mit	Untergewicht/	
erheblichem	Untergewicht	in	Prozent
Zur besseren Lesbarkeit wird bei der Teilnahmequote nur der Ausschnitt 0 bis 12 Prozent dargestellt.
Zum Referenzwert siehe Fußnote 54
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  U n t e r-
gewicht
n  erhebliches 
Unter-
gewichtAbbildung 14: Schuleingangsuntersuchung Köln, Überblick Jahrgänge 2012 bis 2017, Entwicklung des Anteils untergewich-
tiger Kinder (Modell nach Kromeyer-Hausschild)
Vorwort
0
2
4
6
8
10
12
Referenzwert201720162015201420132012
6,6 % 6,2 % 6,3 % 6,8 %
6,1 %
5,5 %
7,0 %
5,4 %
4,3 % 4,2 %
4,5 % 4,7 %
4,3 % 3,0 %
Schuleingangsuntersuchungen	Köln	2012	bis	2017	im	Vergleich	
Anteil	Kinder	mit	Übergewicht/erheblichem	Übergewicht	in	Prozent	
Zur besseren Lesbarkeit wird bei der Teilnahmequote nur der Ausschnitt 0 bis 12 Prozent dargestellt.
Zum Referenzwert siehe Fußnote 54
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  U n t e r-
gewicht
n  erhebliches 
Unter-
gewichtAbbildung 15: Schuleingangsuntersuchungen Köln, Überblick Jahrgänge 2012 bis 2017 im Vergleich, Anteil übergewichtiger 
Kinder in Prozent (Modell nach Kromeyer-Hausschild)
Eine Mangelernährung kann auch bei normalgewich-
tigen oder übergewichtigen Kindern vorliegen und 
zum Problem werden, wenn diese Kinder zwar ausrei-
chend Nahrung erhalten, aber fehlernährt sind. Dies 
kann ebenfalls an der Zusammensetzung der Nah-
rung liegen oder daran, dass notwendige Nahrungs-
bestandteile nicht verarbeitet werden.
Bei der Schuleingangsuntersuchung 2017 in Köln mit 
einer auswertbaren Grundgesamtheit von 8.492 Kin-
dern weist der überwiegende Anteil aller Kinder, 
80,8 Prozent, ein normales Gewicht auf.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
40
Untergewichtige Kinder
Bei der Schuleingangsuntersuchung 2017 sind 9,4 Pro-
zent der untersuchten Kinder untergewichtig oder 
erheblich untergewichtig. Damit liegt der aktuelle Wert 
unter dem Richtwert des zugrunde liegenden Referenz-
modells von 10 Prozent
61
. Gegenüber dem Einschulungs-
jahrgang 2012 hat sich die Quote untergewichtiger Kin-
der an allen in der Schuleingangsuntersuchung vorge-
stellten Kindern von 7,3 Prozent auf 9,4 Prozent erhöht 
(siehe Abbildung 14).
 
Der Anteil an untergewichtigen Kindern ist bei Familien 
mit hohem Sozialstatus (11 Prozent) am höchsten, bei 
Familien mit niedrigem Sozialstatus (7,3 Prozent) am 
geringsten. Untergewichtigkeit kann durch viele Fakto-
ren bedingt sein, unter anderem durch genetische Fak-
toren, Erkrankungen, Unterernährung. 
Wie bereits oben ausgeführt, lässt sich über den Wert 
„untergewichtig oder erheblich untergewichtig“ aller-
dings nicht abbilden, ob eine Mangelernährung besteht.
Die Quote an untergewichtigen Kindern liegt beim Ein-
schulungsjahrgang Köln 2015 mit 8,8 Prozent über dem 
Landesmittelwert 2015
62
 (8,4 Prozent). 
Übergewichtige Kinder
Der Anteil an übergewichtigen Kindern bei der Schu-
leingangsuntersuchung 2017 beträgt 9,8 Prozent und 
unterschreitet in dem Zeitraum seit Schuleingangs-
untersuchung 2012 erstmals den Referenzwert von 
10 Prozent
63,
, allerdings liegt dabei die Quote der Kinder 
mit erheblichem Übergewicht (4,3 Prozent) wie in den 
Vorjahren weit über dem Referenzwert von 3 Prozent 
64
. 
Seit Einschulungsjahrgang 2012 mit einem Anteil von 
12 Prozent übergewichtiger Kinder ist eine leicht rück-
läufige Tendenz festzustellen. So schwankt der jährliche 
Wert, liegt aber seit Einschulungsjahrgang 2013 kons-
tant unter 11,4 Prozent (siehe Abbildung 15). 
61  Vgl. Stadt Köln, Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013: 18, Referenzwerte 
nach Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (2001). 
Grundlage des hier verwendeten Modells von Kromeyer-Hausschild (und andere, 2001) 
ist eine Erhebung bei Kindern in Deutschland, die in den Jahren 1985 bis 1999 untersucht 
wurden. Dabei wurden 7 Prozent der Untersuchten als Kinder mit Untergewicht und 3 Pro-
zent der Untersuchten als Kinder mit erheblichem Untergewicht eingestuft.
62  Vergleich der Einschulungsjahrgänge 2015, da auf Landesebene Werte zum Einschulungs-
jahrgang 2016 noch nicht vorliegen, Land NRW, Einschulungsjahrgang 2015, n=140.197
63  Vgl. Stadt Köln, Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013: 18, Referenzwerte 
nach Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (2001), 
Grundlage des hier verwendeten Modells von Kromeyer-Hausschild (und andere, 2001) 
ist eine Erhebung bei Kindern in Deutschland, die in den Jahren 1985 bis 1999 untersucht 
wurden. Dabei wurden 7 Prozent der Untersuchten als Kinder mit Übergewicht und 3 Pro-
zent der Untersuchten als Kinder mit erheblichem Übergewicht (Adipositas) eingestuft.
64 Siehe vorherige Fußnote
Der Anteil an übergewichtigen Kindern beträgt im Jahr-
gang 2017 bei Mädchen und bei Jungen gleichermaßen 
9,8 Prozent. Allerdings sind die Jungen häufiger von erheb-
lichem Übergewicht betroffen als die Mädchen (Quote bei 
den Mädchen: 4 Prozent, bei den Jungen: 4,6 Prozent). 
Die Quote an Kindern mit Übergewicht und Adipo-
sitas liegt beim Einschulungsjahrgang Köln 2015 mit 
11,3 Prozent leicht über dem Landesmittelwert 2015
65
 
(10,9 Prozent). 
Übergewicht und Erstsprache 
Im Gesundheitsbericht 2009 und 2013 wurde bereits 
erwähnt, dass bei Kindern mit Migrationshintergrund 
Übergewicht und Adipositas überproportional häufig 
auftreten. Im Jahrgang 2017 zeigt sich die gleiche Ten-
denz wie in den Vorjahren. Während bei den Kindern 
mit deutscher Erstsprache der Anteil an Kindern mit 
Gewichtsproblemen mit 7 Prozent den Richtwert von 
10 Prozent (siehe oben) sogar unterschreitet, liegt bei 
Kindern mit einer anderen Erstsprache der Wert mit 
14 Prozent weit über dem Richtwert.
Übergewicht und Sozialstatus
Gemäß der „KIGGS“-Studie auf Bundesebene
66
 sind Kinder 
mit niedrigem Sozialstatus überproportional häufig von 
erheblichem Übergewicht betroffen. Dies bestätigt sich 
für Köln – ebenso wie in den vergangenen Jahren – auch 
beim Einschulungsjahrgang 2017 (siehe Abbildung 16).
Stadtteilbezogene Auswertung
Beim Jahrgang Köln 2017 variiert die stadtteilbezogene 
Quote übergewichtiger Kinder von 2,1 Prozent bis 23,8 
Prozent. Bereits in den Gesundheitsberichten 2009 und 
2013 zeigten sich stadtteilbezogene Unterschiede bei 
der Quote übergewichtiger Kinder in der Schuleingangs-
untersuchung
67
. Bei der aktuellen Auswertung (siehe 
Abbildung 17) werden die drei Einschulungsjahrgänge 
2015 bis 2017 zusammengefasst, um insbesondere 
bei den „kleinen“ Stadtteilen mit wenig untersuchten 
Kindern das Risiko zufallsbedingter Schwankungen zu 
reduzieren. 
65 Land NRW, Einschulungsjahrgang 2015, n=140.197.
66  In der bundesweiten „KIGGS“-Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern 
und Jugendlichen aus dem Untersuchungszeitraum 2003 bis 2006 sowie in der KiGGS-Stu-
die Welle 2 aus dem Untersuchungszeitraum 2014 bis 2017 ließen sich Zusammenhänge 
zwischen Sozialstatus und erhöhtem Gewicht feststellen, Quellen: Kurth, B.-M., Schaffrath 
Rosario, A., Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen 
in Deutschland. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 
2007 50: 736 – 743; Schienkiewitz A, Brettschneider A-K, Damerow S, Schaffrath Rosario 
A, in Robert Koch-Institut (Hrsg) “KiGGS Welle 2: Ergebnisse im Journal of Health Monito -
ring”, Gesamtausgabe 1/2018, „Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter 
in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends“: 18, https://www.
kiggs-studie.de/ergebnisse/kiggs-welle-2/johm.html, abgerufen am 23.03.2018
67  Siehe Stadt Köln „Kindergesundheit im Vorschulalter“, Gesundheitsbericht 2009, „Kinder- 
und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 20

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
41
Bei der Zusammenfassung der drei obengenannten Jahr-
gänge liegt die Zahl der Kinder in dem Stadtteil Libur bei 
28, in den Stadtteilen Elsdorf, Fühlingen, Hahnwald und 
Immendorf zwischen 35 und 50, in allen anderen Stadt-
teilen über 50
68
 (siehe Seite 42, Abbildung 17). 
4.2.4  Entwicklungsstand
Bei der Schuleingangsuntersuchung werden unter 
anderem der kognitive sowie der sozio-emotionale Ent-
wicklungsstand erhoben, um festzustellen, ob bei dem 
Kind gesundheits- und schulrelevante Beeinträchtigun-
gen und Risiken vorliegen. Auffälligkeiten oder Störun-
gen in der Entwicklung der Sprache, Wahrnehmung, 
Motorik und im Verhalten haben in den vergangenen 
Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Häufig 
treten sie in Kombination auf. Sie stellen eine erhebli-
che Beeinträchtigung für den weiteren schulischen und 
beruflichen Lebensweg dar. 
Auch in Köln zeigte sich in den vergangenen Jahren 
ein hoher Anteil an Kindern, die zumindest in Teil-
68  Bezieht sich auf die absolute Zahl der in den Schuleingangsuntersuchungen 2015 bis 2017 
vorgestellten Kinder im Stadtteil 
bereichen Auffälligkeiten aufwiesen
69
. Wie eingangs 
unter 4.1 erwähnt, wurden die mit SOPESS, „Sozial-
pädiatrisches Entwicklungsscreening für Schulein-
gangsuntersuchungen“, erfassten Ergebnisse bei dem 
Jahrgang 2012 erstmalig differenziert ausgewertet. 
Die Erhebung des Entwicklungsstandes basiert auf 
den Kriterien der Systematik von Entwicklungsstö-
rungen nach „ICD 10
70
“, der gängigen Klassifikation 
von Krankheiten in Deutschland. Dabei werden Ent-
wicklungsstörungen in den Teilbereichen Sprechen 
und Sprache, schulrelevante Fähigkeiten und moto-
rische Fähigkeiten besonders berücksichtigt (siehe 
Abbildung18). Wenn die Tests im Screening auf einen 
behandlungsbedürftigen Befund hinweisen, bildet 
dies neben sonstigen Untersuchungsergebnissen die 
Grundlage für den Gesamtbefund des Kinder- und 
Jugendärztlichen Dienstes. Die Schulärztin oder der 
Schularzt entscheidet auf dieser Basis, ob für das 
betroffene Kind – soweit noch nicht in Behandlung – 
eine weitere differenzialdiagnostische Abklärung 
69 Siehe „Kindergesundheit im Vorschulalter“, Gesundheitsbericht 2009, Stadt Köln: 47ff, 86
70  „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”, internatio-
nale Klassifikation der Krankheiten: „Die Internationale statistische Klassifikation der Krank-
heiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification (ICD-10-
GM) ist die amtliche Klassifikation zur Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten 
und stationären Versorgung in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2018 ist die ICD-10-GM in 
der Version 2018 anzuwenden“ (Quelle: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentati-
on und Information, DIMDI, www.dimdi.de/static/de/index.html, abgerufen 07/2018)
0 20 40 60 80 100
niedriger Sozialstatus
mittlerer Sozialstatus
hoher Sozialstatus
1,7 %
5,1 %
95,4 %
87,8 %7,1 %
83,1 %9,0 % 7,9 %
2,9 %
Schuleingangsuntersuchung	Köln	2017	
Anteil	Kinder	mit	Übergewicht/erheblichem	Übergewicht	nach	Sozialstatus	
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  Kinder mit 
erheblichem 
Übergewicht
n  Kinder mit 
Übergewicht
n übrige Kinder
Abbildung 16: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Anteil Kinder mit Übergewicht/erheblichem Übergewicht nach  
Sozialstatus
67

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
42
Abbildung 17: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015 bis 2017, stadtteilbezogene Auswertung zur 
Quote übergewichtiger Kinder
71
71  Anmerkung zur „Ampel“-Legende:  
Das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an übergewichtigen Kindern am höchsten liegen, ist rot eingefärbt, das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an überge-
wichtigen Kindern am niedrigsten liegen, grün, das „Mittelfeld“ entsprechend gelb.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
43
durch niedergelassene Kinder- und Jugendärztinnen und 
-ärzten empfohlen wird. Insbesondere für diese Kinder 
kann die Schuleingangsuntersuchung zu einer entschei-
denden Gesundheitschance werden. Denn dadurch 
kann eine bisher nicht behandelte Entwicklungsauffällig-
keit abgeklärt und noch vor Einschulung die Therapie in 
die Wege geleitet werden. Die Einzeltestergebnisse wei-
sen auch darauf hin, in welchen Bereichen zusätzlicher 
Förderbedarf bei der Einschulung notwendig sein wird, 
wenn es nicht gelingen sollte, die bestehenden Defizite 
in der Zeit bis zur Einschulung erfolgreich zu beheben. 
Bereiche	des	Entwicklungsstandes,	die	in	der	
Schuleingangsuntersuchung	getestet	werden
Sprache und 
Sprechen
Schulrelevante 
Fähigkeiten Motorik
Selektive  
Aufmerksamkeit
Visuomotorik
Visuelles  
Wahrnehmen
Zahlen-/  
Mengenwissen
Abbildung 18: Systematik der Bereiche des Entwicklungsstan-
des, die in der Schuleingangsuntersuchung getestet werden 
Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung Köln 
2017 zum Entwicklungsstand werden kurz dargestellt. 
Da bei Fertigstellung dieses Berichts die Ergebnisse der 
Schuleingangsuntersuchung NRW vom Landeszentrum 
Gesundheit NRW bis Jahrgang 2015 vorlagen, werden 
bei Vergleichen die jeweiligen Ergebnisse der Schulein-
gangsuntersuchungen 2015 zu Grunde gelegt. 
Sprache und Sprechen
Beim Entwicklungsstand der Sprache
72
 wird unter-
schieden zwischen der Beeinträchtigung beim Verste-
hen der gesprochenen Sprache (Rezeptive Sprachstö-
72  Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit, „Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für 
Schuleingangsuntersuchungen – SOPESS, Theoretische und statistische Grundlagen zur 
Testkonstruktion, Normierung und Validierung“ Düsseldorf 2009: 21, 25 
rung), dem aktiven sprachlichen Ausdrucksvermögen 
(Expressive Sprachstörung) sowie der Aussprache 
(Artikulation), zum Beispiel Stottern und Stammeln. 
Altersentsprechendes Sprach- und Sprechvermögen 
bildet die Grundlage für die aktive Teilnahme am 
Unterricht, für die Vermittlung von Lerninhalten und 
erleichtert den Erwerb der Schriftsprache. Getestet 
werden zum Beispiel grammatikalische Kenntnisse 
und Fähigkeiten zur Wortbildung anhand von Ein-
zeltests zur „Pluralbildung“ und zur Anwendung von 
„Präpositionen“. Ebenso wird das phonologische 
Arbeitsgedächtnis anhand eines Einzeltests über-
prüft, indem das Kind „Pseudowörter“ nachspricht. 
Pseudowörter sind Kunstwörter, denen sprachlich 
keine Bedeutung zugeordnet werden kann. Die Ein-
zeltests „Plural“ und „Präpositionen“ wurden nur bei 
den Kindern mit nicht deutscher Erstsprache durch-
geführt, die entsprechende Kenntnisse der deutschen 
Sprache aufweisen
73
.
Bei 58,2 Prozent aller untersuchten Kinder im Einschu-
lungsjahrgang Köln 2017 zeigt sich bezogen auf die 
Sprach- oder Sprechentwicklung eine altersgemäße 
Entwicklung ohne Auffälligkeit. 16,9 Prozent der Kinder 
weisen einen nicht behandlungsbedürftigen Befund und 
24,9 Prozent einen auffälligen Befund auf. Gegenüber 
Einschulungsjahrgang Köln 2012 mit einem Anteil an 
Kindern mit auffälligem Befund von 20 Prozent und 
einen nicht behandlungsbedürftigen Befund von 10 Pro-
zent hat sich die Anzahl der Befunde erhöht. 
Insgesamt 596 Kinder mit einem auffälligen Befund in 
der Einschulungsuntersuchung 2017 waren noch nicht 
in Behandlung. Sie erhielten eine Empfehlung zur weite-
ren ärztlichen Abklärung. 
Der Anteil an auffälligen Befunden bezogen auf die 
Sprach- oder Sprechentwicklung liegt bei den Tests zu 
Präpositionen und Pluralbildung geringfügig über dem 
Landesdurchschnitt, bei dem Test mit Pseudowörtern 
geringfügig unter dem Landesdurchschnitt
74
. 
73  Siehe Deutschkenntnisse unter 4.2, bei Kindern mit nicht deutscher Erstsprache werden in 
der Regel die Einzeltests „Plural“ und „Präpositionen“ nicht durchgeführt, wenn die Kinder 
radebrechend Deutsch sprechen oder kein Deutsch sprechen.
74  Land NRW, Jahrgang 2015, Ergebnisse Einzeltests: Kinder mit auffälligem Befund bei Test 
Pseudowörter 9,7 Prozent, Test Pluralbildung 10,3 Prozent, Test Präpositionen 11,9 Prozent; 
Köln, Jahrgang 2015: Ergebnisse Einzeltests: Kinder mit auffälligem Befund bei Test Pseu-
dowörter: 7,7 Prozent, Test Pluralbildung: 12,1 Prozent, bei Test Präpositionen: 13,3 Prozent

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
44
0 20 40 60 80 100
Präpositionen
Plural
Pseudowörter 79,6 %8,2 % 12,2 %
73,5 %12,9 % 13,6 %
78,3 %15,2 % 6,5 %
Schuleingangsuntersuchung	Köln	2017
Sprache,	Einzeltests,	Anteil	an	Kindern	mit	Befunden	
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  auffällig
n  grenzwertig
n unauffällig
Abbildung 19: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Sprache, Einzeltests, Anteil an Kindern mit Befunden, Test Pseu-
dowörter n=9.220, Test Pluralbildung n=8.642, Test Präpositionen n=8.676
Bei den Einzeltests des Jahrgangs 2017 gab es gegen-
über dem Jahrgang Köln 2012 einen geringfügigen 
Anstieg der auffälligen Befunde bei den Einzeltests zu 
„Präpositionen“, „Pluralbildung“ und „Pseudowörtern“
75
. 
Schulrelevante Fähigkeiten
76
Zu den schulrelevanten Fähigkeiten in den Bereichen 
Selektive Aufmerksamkeit, Visuomotorik, Visuelles 
Wahrnehmen, Zahlen- und Mengenwissen werden 
Einzeltests durchgeführt.
 
Selektive Aufmerksamkeit beinhaltet die Fähigkeit, 
sich konzentrieren und kurzfristig die Aufmerksamkeit 
fokussieren zu können. Sie stellt eine Grundvorausset-
zung dar, um schulische Lernprozesse und kognitive 
Anforderungen bewältigen zu können. 
Bei Visuomotorik handelt es sich um das Zusammen-
spiel von visuellen Wahrnehmungskomponenten und 
motorischer Leistung. Dabei werden unter anderem 
eine ausreichende Auge-Hand-Koordination, die gra-
75  Köln, Jahrgang Köln 2012, Ergebnisse Einzeltests: Kinder mit auffälligem Befund bei Test 
Pseudowörter: 7 Prozent, Test Pluralbildung: 11,6 Prozent, Test Präpositionen: 14 Prozent
76  Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit, „Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für 
Schuleingangsuntersuchungen – SOPESS, Theoretische und statistische Grundlagen zur 
Testkonstruktion, Normierung und Validierung“ Düsseldorf 2009: 21-26
phomotorische Leistung sowie die feinmotorische 
Bewegungskoordination erfasst. Diese sind erfor-
derlich, um Buchstaben sowie Zahlen erkennen und 
schreiben zu können. 	
	
Visuelles Wahrnehmen und logisches Schlussfolgern 
bedeuten Erkennen und Einordnen von optischen Sig-
nalen, logisch schlussfolgerndes Denken sowie Erken-
nen von Zusammenhängen und Regeln.  
 
Zahlen- und Mengenwissen umfasst Zahlenwissen, 
automatische Mengenerfassung sowie schnellen Men-
genvergleich und bildet die Basis für den Rechenerwerb. 
Bei den Ergebnissen der Einzeltests des Jahrgangs Köln 
2017 zu „Selektiver Aufmerksamkeit“, „Visuomotorik“ 
und „Zählen“ liegt der prozentuale Anteil der auffälligen 
Befunde höher als beim Jahrgang 2012
77
.
77  Köln, Jahrgang 2012: Ergebnisse Einzeltests: Kinder mit auffälligem Befund bei Test Selekti-
ve Aufmerksamkeit: 7 Prozent, Test Visuomotorik 9,3, Prozent, Test visuelle Wahrnehmung 
6,7 Prozent, Test Zählen 6,8 Prozent, Test Mengenvergleich 6 Prozent

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
45
0 20 40 60 80 100
Mengenvergleich
Zählen
Visuelle Wahrnehmung
Visuomotorik
Selektive Aufmerksamkeit 82,0 %7,9 % 10,1 %
75,0 %13,6 % 11,4 %
81,6 %6,6 % 11,8 %
76,2 %7,9 % 15,9 %
77,3 %6,2 % 16,5 %
Schuleingangsuntersuchung	Köln	2017
schulrelevante	Fähigkeiten,	Einzeltests,	Anteil	an	Kindern	mit	Befunden	
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  auffällig
n  grenzwertig
n unauffällig
Abbildung 20: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, schulrelevante Fähigkeiten, Einzeltests, Anteil an Kindern mit Befun-
den, Test Selektive Aufmerksamkeit n=9.401, Test Visuomotorik n=9.408, Test Visuelle Wahrnehmung=9.382, Test Zählen 
n=9.404, Test Mengenvergleich n=9.317
Kinder, bei denen im Rahmen des Screenings ein auffäl-
liger Befund festgestellt wird und die sich (noch) nicht in 
Behandlung befinden, erhalten eine Empfehlung zur weite-
ren ärztlichen Abklärung. Das betrifft beim Einschulungs-
jahrgang Köln 2017 in Bezug auf „Selektive Aufmerksam-
keit“ 160 Kinder, in Bezug auf „Visuomotorik“ 446 Kinder, 
in Bezug auf „Visuelles Wahrnehmen“ 214 Kinder, in Bezug 
auf „Zahlen- und Mengenwissen“ 138 Kinder.
Der Anteil an auffälligen Befunden bezogen auf die schul-
relevanten Fähigkeiten liegt im Einschulungsjahrgang Köln 
2015 in den Einzeltests mit Ausnahme des Tests „Visuo-
motorik“ geringfügig unter dem Landesdurchschnitt
78
. 
Körperkoordination
Zu der Körperkoordination
79
 gehören die Grobmotorik 
und der Gleichgewichtssinn. Ergebnisse unterschied-
78  Land NRW, Jahrgang 2015, Ergebnisse Einzeltests, Kinder mit auffälligen Befunden: Test 
Selektive Aufmerksamkeit 7,9 Prozent, Test Visuomotorik 11,5 Prozent, Test Visuelle Wahr-
nehmung 7,9 Prozent, Test Zählen 8,3 Prozent, Test Mengenvergleich 7,8 Prozent; 
Köln, Jahrgang 2015, Einzeltests, Kinder mit auffälligen Befunden: Test Selektive Aufmerk-
samkeit 7 Prozent, Test Visuomotorik 10 Prozent, Test Visuelle Wahrnehmung 5,9 Prozent, 
Test Zählen 7,2 Prozent, Test Mengenvergleich 6,2 Prozent 
79  Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit, „Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für 
Schuleingangsuntersuchungen – SOPESS, Theoretische und statistische Grundlagen zur 
Testkonstruktion, Normierung und Validierung“ Düsseldorf 2009: 21, 28
licher Studien weisen auf Zusammenhänge zwischen 
der Körperkoordination und anderen Entwicklungs-
bereichen hin. Motorisch geschickte Kinder genießen 
häufig ein hohes soziales Ansehen bei Gleichaltrigen. 
Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang 
zwischen kognitiven und guten motorischen Leis-
tungen im Vorschulalter, dies zeigte sich anhand von 
Ergebnissen diverser Studien. Motorische Leistungs-
fähigkeit und Bewegung dienen darüber hinaus der 
Prävention – beispielsweise von Herz-Kreislaufer-
krankungen und Adipositas – sowie der generellen 
Gesundheitsförderung.
Der Anteil der auffälligen Befunde ist gegenüber dem 
Jahrgang Köln 2012 (7,9 Prozent) gleichgeblieben.
Insgesamt 158 Kinder mit einem auffälligen Befund 
waren noch nicht in Behandlung. Sie erhielten eine Em -
pfehlung zur weiteren ärztlichen Abklärung. 
Der Anteil an auffälligen Befunden des Kölner Einschu-
lungsjahrgangs 2015 bezogen auf die „Körperkoordina-
tion“ unterschreitet insgesamt gesehen mit 7,4 Prozent 
den Landesdurchschnitt (9,1 Prozent).

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
46
0 20 40 60 80 100
Körperkoordination 74,6 %7,9 % 17,5 %
Schuleingangsuntersuchung	Köln	2017	–	Körperkoordination,	Einzeltests,	Anteil	an	Kindern	mit	Befunden	
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  auffällig
n  grenzwertig
n unauffällig
Abbildung 21: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Körperkoordination, Einzeltest, Anteil an Kindern mit Befunden, n=9.198
0 20 40 60 80 100
niedriger Sozialstatus
mittlerer Sozialstatus
hoher Sozialstatus 80,9 %19,1 %
70,4 %29,6 %
51,9 %48,1 %
Schuleingangsuntersuchung	Köln	2017	–	Angaben	zum	Entwicklungsstand,	Anteil	Kinder	mit	auffälligem	
Punktwert	bei	mindestens	einem	Test	zum	Entwicklungsstand,	nach	Sozialstatus	
Quelle: LZG NRW, Gesundheitsamt Stadt Köln
n  Anteil Kinder 
mit auffälligem 
Punktwert bei 
mindestens 
einem Test zum 
Entwicklungs-
stand
n übrige Kinder 
Abbildung 22: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Angaben zum Entwicklungsstand, Anteil an Kindern mit auffälligem 
Punktwert bei mindestens einem Test zum Entwicklungsstand nach Sozialstatus
83
, n=6.110
Angaben zum Entwicklungsstand – Gesamtauswer-
tung von Einzeltests
Bei der Gesamtauswertung „Angaben zum Entwick-
lungsstand“ werden die Ergebnisse der Untertests 
„Selektive Aufmerksamkeit“, „Zählen“, „Zahlen- und 
Mengenwissen“, „Visuomotorik“, „Visuelles Wahrneh-
men“, „Pseudowörter nachsprechen“, „Körperkoordina-
tion“ einbezogen. Bezogen auf die Einschulungsunter-
suchung 2017 haben 30,3 Prozent der Kinder einen auf-
fälligen Punktwert bei mindestens einem der Untertests 
zum Entwicklungsstand, davon 26 Prozent der Mädchen 
und 34,5 Prozent der Jungen. Diese tendenziellen Unter-
schiede zwischen Jungen und Mädchen stellen eine 
generelle Tendenz dar und zeigten sich bisher sowohl 
im Gesundheitsbericht 2009 und 2013
80
 als auch beim 
Durchschnittswert auf Landesebene
81
. 
80  Siehe Stadt Köln „Kindergesundheit im Vorschulalter“, Gesundheitsbericht 2009: 49, Stadt 
Köln, „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 22 ff.
81  Land NRW, Jahrgang 2015, Angaben zum Entwicklungsstand, Anteil an Kindern mit auf-
fälligem Punktwert bei mindestens einem Wert zum Entwicklungsstand: Mädchen: 26,6 
Der Anteil an Kindern der Kölner Einschulungsunter-
suchung 2015 mit einem auffälligen Punktwert bei 
mindestens einem der Untertests zum Entwicklungs-
stand beträgt 27 Prozent und unterschreitet den Durch-
schnittswert auf Landesebene von 31,5 Prozent um 
4,5 Prozentpunkte.
Angaben zum Entwicklungsstand und Sozialstatus
Wie bereits im Kölner Bericht „Kinder- und Jugendge-
sundheit 2013“ und in der bundesweiten KIGGS-Studie 
bestätigt sich auch hier, dass Kinder mit niedrigem Sozi-
alstatus einen überproportionalen Anteil an auffälligen 
Befunden zum Entwicklungsstand aufweisen
82
. 
Prozent, Jungen: 36,1 Prozent
82  Vgl. Stadt Köln, „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 26 
Lampert Th, Hrsg. RKI, „KIGGS – die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutsch -
land – 2013“: 15

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
47
Abbildung 23: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015/2016/2017, stadtteilbezogene Aus-
wertung zur Quote von Kindern mit einem auffälligen Punktwert bei den Tests zum Entwicklungsstand
83
83  Anmerkung zur „Ampel“-Legende:  
Das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit einem auffälligen Punktwert bei den Tests zum Entwicklungsstand am höchsten liegen, ist rot ein-
gefärbt, das Drittel der Stadtteile, in denen die Quoten an Kindern mit einem auffälligen Punktwert bei den Tests zum Entwicklungsstand am niedrigsten liegen, 
grün, das „Mittelfeld“ entsprechend gelb

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
48
Stadtteilbezogene	Auswertung	zu	Angaben	zum	Ent-
wicklungsstand
Anhand der Stadtkarte wird deutlich, dass es bei den 
Angaben zum Entwicklungsstand stadtteilbezogene 
Unterschiede gibt. Bei der aktuellen Auswertung (sie-
he Abbildung 23) werden die Einschulungsjahrgänge 
2015/2016/2017 zusammengefasst, um insbesondere bei 
den „kleinen“ Stadtteilen mit wenig untersuchten Kindern 
das Risiko zufallsbedingter Schwankungen zu reduzieren. 
Die stadtteilbezogene Quote von Kindern mit einem auf-
fälligen Punktwert bei den Tests zum Entwicklungsstand 
variiert von 9,2 Prozent bis 51,9 Prozent. Bei der Zusam-
menfassung der oben genannten Jahrgänge liegt die 
Anzahl der Kinder im Stadtteil Libur bei 27, in den Stadttei-
len Elsdorf, Fühlingen, Godorf, Hahnwald und Immendorf 
zwischen 35 und 49, in allen anderen Stadtteilen über 50
84
. 
4.3  Fallbeispiele Schuleingangsuntersuchung beim 
Kinder- und Jugendärztlichen Dienst Köln 
Amelie, 6 Jahre alt 
Amelie wird in der Schuleingangsuntersuchung vorgestellt. 
Bei der Überprüfung des Hörvermögens äußert sich der 
Hinweis auf eine beidseitige Hörstörung. Eine Nachfrage bei 
den Eltern ergibt, dass das Mädchen bereits mehrfach an 
Mittelohrentzündungen erkrankt sei. Der Untersuchungsbe-
fund bestätigt die Anamnese. Hinter beiden Trommelfellen 
ist ein Erguss zu sehen.
Folge: 
Empfehlung zur zeitnahen Hals-Nasen-Ohren(HNO)-ärztli-
chen Vorstellung
Rückmeldung
85
: 
Bestätigung der Diagnose: Paukenergüsse beidseits, Anlage 
von Paukenröhrchen zur Drainage der Ergüsse und Wieder-
herstellung des Hörvermögens. Kontrollen im Verlauf sind 
durch den HNO-Arzt vereinbart.
Kurzfristiger Effekt:  
Notwendige Diagnostik/Behandlung des Hörvermögens bei 
HNO-Ärztin/Arzt wird erkannt und eingeleitet.
Langfristiger Effekt: 
Wiederherstellung/Stabilisierung eines ausreichenden Hör-
vermögens und damit einhergehend verbesserte Chancen 
der Teilhabe, u.a. der Bewältigung der Lernanforderungen 
und des Kommunikationsvermögens. 
84  Bezieht sich auf die absolute Zahl der in den Schuleingangsuntersuchungen 2015 bis 2017 
vorgestellten Kinder mit Untersuchungsheft im Stadtteil
85  In Einverständnis mit den Eltern telefonischen Austausch zwischen Kinder- und Jugendärzt-
lichem Dienst und fachärztlicher Praxis
Anna, 5 Jahre alt
Anna wird in der Schuleingangsuntersuchung vorgestellt. 
Ihr äußeres Erscheinungsbild lässt auf eine Übergewichts-
problematik schließen. Die grobmotorische Entwicklung ist 
auffällig. Die Eltern berichten, dass das Mädchen sich kaum 
körperlich betätige, einen sehr gesunden Appetit habe und 
gern Süßigkeiten zu sich nehme. Der Zahnstatus ist deutlich 
kariös und höchst sanierungsbedürftig.  
Diagnose auf Basis der Untersuchungsergebnisse (Größe, 
Gewicht, Blutdruck): 
Adipositas pemagna (starke Fettleibigkeit), Karies
Folge: 
Kinder- und jugendärztliche Anbindung, Ernährungsbera-
tung und Weiterleitung an andere Fachdisziplinen, 
zahnärztliche Behandlung 
Rückmeldung
86
: 
Feste Anbindung an eine kinder- und jugendärztliche Praxis 
mit Ernährungsberatung, 
zahnärztliche Behandlung wird durchgeführt.
Kurzfristiger Effekt:  
Notwendige Diagnostik/Behandlung wird eingeleitet.
Langfristiger Effekt: 
Behandlung der Karies durch Zahnsanierung;  
Behandlung der Adipositas: Verbesserte Ausgangssituation 
für eine ausgewogene Ernährung und eine gezielte Gewichts-
kontrolle, dadurch gegebenenfalls mehr Beweglichkeit, 
Stärkung der sozialen Akzeptanz bei Gleichaltrigen, Stärkung 
des Selbstwertgefühls, ein besserer allgemeiner Gesundheits-
zustand und die Prävention weiterer Erkrankungen.
4.4 Fazit und Empfehlungen
Schuleingangsuntersuchungen Köln 2017:
Situation der Vorschulkinder, die in der Schulein-
gangsuntersuchung vorgestellt werden
 −  Der Anteil an Kindern mit einer anderen Erstsprache 
als Deutsch ist seit 2012 leicht zurückgegangen.
 −  Bei den Kindern mit einer anderen Erstsprache als 
Deutsch ist der Anteil an Kindern mit ausreichenden 
Deutschkenntnissen geringfügig gesunken. 
 − Von den Kindern mit einer anderen Erstsprache 
als Deutsch hat sich der Anteil der Kinder, die kein 
Deutsch sprechen, verdoppelt. 
Kinder sollten bei der Einschulung über ausreichende 
Deutschkenntnisse verfügen, um ihre Bildungschancen 
86  siehe vorherige Fußnote

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
49
wahrnehmen zu können. Auch vor dem Hintergrund, 
dass in den vergangenen Jahren viele Familien neu zuge-
wandert sind, deren Kinder teilweise noch nicht ausrei-
chende Deutschkenntnisse bis zur Einschulung(-sunter-
suchung) erwerben konnten, bestätigt sich ein steigen-
der Sprachförderbedarf – sowohl in den Kindertagesein-
richtungen als auch im Grundschulbereich. 
Impfschutz	(bezogen auf vorgelegte Impfpässe)
 − Bei Masern, Mumps, Röteln konnte die Durchimp-
fungsrate seit Einschulungsjahrgang 2012 nochmals 
geringfügig um etwa zwei Prozentpunkte auf über 94 
Prozent erhöht werden. Die Vorgaben im „Nationalen 
Aktionsplan 2015 – 2020 zur Elimination der Masern 
 und Röteln in Deutschland“ sind damit allerdings 
noch nicht erreicht.
 − Die Durchimpfungsraten bei Hib und Polio sind mit 
geringen Schwankungen gegenüber Schuleingangs-
untersuchung 2012 etwa gleichgeblieben, bei Teta-
nus, Diphtherie, Pertussis sind sie um mehr als drei 
Prozentpunkte gesunken.
 − Bezogen auf Hepatitis B, Varizellen und Pneumokok-
ken hat sich der Durchimpfungsgrad gegen über Jahr-
gang 2012 deutlich verbessert, bei Meningokokken ist 
er leicht gestiegen.  
Es ist weiterhin anzustreben, den Durchimpfungsgrad 
gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommis-
sion zu verbessern. Mit Impfaufklärung und gegebenen-
falls bedarfsgerechten Impfangeboten, beispielsweise 
im Setting Berufsschule, aber auch in Wohnheimen für 
Geflüchtete vor Ort und bei den Untersuchungen der sei-
teneinsteigenden Kinder wird dieses Ziel weiterverfolgt. 
In städtischen Unterkünften für Geflüchtete werden bei 
Bedarf durch den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst 
– bis Herbst 2017 auch mit Unterstützung von nieder-
gelassenen Kinderärztinnen und -ärzten – eine Vielzahl 
regelmäßiger Impfsprechstunden angeboten. Bei Bedarf 
werden Riegelungsimpfungen
87
 durchgeführt. 
Teilnahme	an	Früherkennungsuntersuchungen	
(bezogen auf die vorgelegten Untersuchungshefte)
 − Die Teilnahmequoten an den Früherkennungsunter-
suchungen U5 bis U9 konnten auf hohem Niveau über 
90 Prozent gehalten werden, die Teilnahmequoten der 
U6 bis U9 haben sich sogar gegenüber dem Einschu-
lungsjahrgang 2012 verbessert.
87  Riegelungsimpfungen werden örtlich begrenzt nach dem Ausbruch einer Erkrankung 
durchgeführt und dienen dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung (siehe Robert Koch Ins-
titut https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2001/Ausgabenlinks/29_01.
pdf?__blob=publicationFile , abgerufen am 30.03.2018, und Infektionsschutzgesetz, IfSG) 
 − Die Teilnahmequote an der Früherkennungsuntersu-
chung U7a hat sich in den vergangenen Jahren erheb-
lich auf über 90 Prozent erhöht.
 − Bei Kindern mit deutscher Erstsprache liegt wie in den 
Vorjahren die Teilnahmequote an der U8 höher als bei 
Kindern mit anderer Erstsprache.
 − Die U8-Teilnahmequote ist bei Kindern mit niedrigem 
Sozialstatus leicht unterdurchschnittlich.
Weiterhin sollte darauf hingewirkt werden, dass alle Kinder 
bei der Früherkennungsuntersuchung vorgestellt werden, 
beispielsweise mit gezielten Erinnerungs- und Informations-
maßnahmen. Die frühzeitige Einbindung in den regelmäßi-
gen Turnus der Untersuchungen stellt insbesondere bei den 
geflüchteten Familien eine besondere Herausforderung dar.
Gewicht
 − Der Anteil untergewichtiger Kinder unterliegt jährli-
chen Schwankungen, er ist zwar tendenziell gegenüber 
Einschulungsjahrgang 2012 angestiegen, liegt beim 
Einschulungsjahrgang 2017 aber immer noch unter 
dem Referenzwert
88
 von 10 Prozent. Am häufigsten tritt 
Untergewichtigkeit bei Kindern aus Familien mit hohem 
Sozialstatus auf. 
 − Wie auch in den Vorjahren zeigt sich im Einschulungs-
jahrgang 2017 das Problem übergewichtiger und 
adipöser Kinder. Die Situation in Köln hat sich in den 
letzten vier Jahren tendenziell verbessert, der Anteil an 
übergewichtigen Kindern ist leicht zurückgegangen. 
Dies kann jedoch nicht als Entschärfung der generellen 
Problematik betrachtet werden, zumal die Quote der 
Kinder mit erheblichem Übergewicht, Adipositas, wie in 
den vergangenen Jahren über dem Referenz wert liegt. 
 − Übergewicht/erhebliches Übergewicht tritt – nach wie 
vor – besonders häufig auf: 
 −  bei Kindern mit einer anderen Erstsprache als die 
deutsche Sprache,
 − bei Kindern aus Familien mit niedrigem Sozialstatus.
Mit dem Item „Körpergewicht“ wird nur ein Teilbereich 
unausgewogener Ernährung erfasst, viele weitere Formen 
der Fehl- und Mangelernährung werden dadurch nicht 
abgebildet. Daher kann der Anteil an Kindern, die Über 
(- oder Unter)gewicht aufweisen, nur als „Spitze des Eisber-
ges“ betrachtet werden, hinter dem sich eine hohe Dunkel-
ziffer von weiteren Kindern mit Ernährungsproblemen und 
mangelnder Bewegung vermuten lässt. 
88  Referenzwerte nach Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und 
Jugendalter (2001). Grundlage des hier verwendeten Modells von Kromeyer-Hausschild 
(und andere, 2001) ist eine Erhebung bei Kindern in Deutschland, die in den Jahren 1985 bis 
1999 untersucht wurden.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
50
Entwicklungsstand 
Bei Untersuchungen zum Entwicklungsstand zeigen 
die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung Köln 
2017 eine leichte Erhöhung der Befunde gegenüber 
der Schuleingangsuntersuchung Köln 2012 auf. Diese 
Abweichungen bewegen sich im Rahmen der jährlichen 
Schwankungen, sie sollten dennoch beobachtet werden, 
falls sich hier der Beginn eines Trend abzeichnen sollte.
 − Wie in den vergangen Jahren treten auffällige Befunde 
in den getesteten Bereichen des Entwicklungsstandes 
häufiger auf: 
 − bei Jungen, Entwicklungsrückstände in einzelnen 
Teilbereichen schulrelevanter Fähigkeiten können 
unter anderem auch Ausdruck einer oft nur vorüber-
gehenden Reifeverzögerung zelebraler
89
 Funktionen 
sein. Die Spanne der Entwicklung zwischen den 
Geschlechtern kann gerade im Einschulungsalter 
sehr differieren. Daher können sich bei Jungen häu-
figer durch Entwicklungsverzögerungen bedingte 
Befunde im Screening ergeben. 
 − bei Kindern aus Familien mit niedrigem Sozialstatus.
 − Wie auch bei der Schuleingangsuntersuchung Köln 
2012 befindet sich beim Einschulungsjahrgang 2017 
eine nicht unerhebliche Anzahl an Kindern, die einen 
abklärungsbedürftigen Befund aufweisen, (noch) nicht 
in Behandlung. Sie erhalten eine entsprechende Emp-
fehlung zur weiteren ärztlichen Abklärung und bekom-
men dadurch die Chance einer gezielten Förderung 
– noch vor Schulbeginn. Auch im „Gesundheitscheck 
für Vierjährige“, einer weiteren Untersuchung des Kin-
der- und Jugendärztlichen Dienstes zeigt sich, dass eine 
nicht unerhebliche Anzahl an Kindern mit abklärungs-
bedürftigem Befund (noch) nicht in Behandlung ist. 
Auf Basis des Vierjährigen-Screenings wird bei betrof-
fenen Kindern frühzeitig eine Abklärung des Befundes 
eingeleitet, und somit kann eine Förderung bereits vor 
der regulären Schuleingangsuntersuchung erfolgen. 
 − Der Anteil an Kindern der Kölner Einschulungsuntersu-
chung 2015 mit einem auffälligen Punktwert bei min -
destens einem der Untertests zum Entwicklungsstand 
liegt unter dem Durchschnittswert auf Landesebene.
Ansatzpunkte bei Prävention bezogen auf Entwick-
lungsstand und Ernährung
Das Gesundheitsamt bietet Multiplikatorinnen/Multipli-
katoren-Schulungen in Kindertagesstätten und Schulen 
zu ausgewogener und bedarfsgerechter Ernährung für 
Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche an. Ein 
89 Zerebral: das Großhirn betreffend
hoher Unterstützungsbedarf zeigt sich darüber hinaus 
bei geflüchteten Familien in den Gemeinschaftsunter-
künften. Dem wird durch Beratungen vor Ort und durch 
zusätzlichen Multiplikatorinnen/Multiplikatoren-Schu-
lungen Rechnung getragen (siehe hierzu unter Kapitel 2, 
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt).
Vor allem Kinder mit niedrigem sozialen Status finden 
nicht immer die Voraussetzungen in ihrem familiä-
ren Umfeld vor, die sie für eine gesunde Entwicklung 
benötigen. Die Ergebnisse weisen auf die Bedeutung 
von Setting-bezogenen Angeboten der Gesundheits-
förderung in Kindertagesstätten und Schulen hin, die 
Kinder sozialkompensatorisch unterstützen können. 
Hier ergeben sich Ansätze für die Nutzung der Möglich-
keiten des Präventionsgesetzes, unter anderem in Bezug 
auf umfassende und kontinuierliche Maßnahmen der 
Prävention im Bereich Ernährung, Bewegung und Frei-
zeitgestaltung. Die Eltern sollten dabei frühzeitig einbe-
zogen werden. Die Maßnahmen sollten dort intensiviert 
für Kinder und Jugendliche angeboten werden, wo sich 
der höchste Bedarf abzeichnet. 
Eine wichtige Rolle spielt zunehmend das Thema „Digi-
tale Medienkompetenz“. Ergebnisse der „BLIKK Studie 
2017
90
“, die von der Drogenbeauftragten der Bundes-
regierung am 29. Mai 2017 vorgestellt wurde, belegen, 
dass Risiken durch den massiven Konsum digitaler Medi-
en auftreten können. Laut der oben erwähnten Studie 
benutzt der überwiegende Anteil der Kinder im Kita-Al-
ter das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe 
Stunde täglich. Es wurde ein Zusammenhang zwischen 
einer intensiven Mediennutzung und der Entwicklungs-
störungen der Kinder nachgewiesen. Bezogen auf die 
Altersgruppe der Kinder bis zum 6. Lebensjahr finden 
sich vermehrt Sprachentwicklungsstörungen sowie 
motorische Hyperaktivität bei denjenigen, die inten-
siv digitale Medien nutzen. Darüber hinaus nimmt die 
Anzahl an Jugendlichen, die kritischen und suchtartigen 
Internetkonsum aufweisen, zu. Dies zeigt, dass Kinder 
bei der Entwicklung eigener Medienkompetenz Unter-
stützung benötigen und Eltern entsprechend in die Lage 
versetzt werden sollten, ihre Kinder zu begleiten. 
90  Siehe Drogenbeauftragte der Bundesregierung, http://www.drogenbeauftragte.de/
presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2017/2017-2-quartal/ergebnisse-der-blikk-stu-
die-2017-vorgestellt.html, abgerufen am 21.06.2017

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
51
5	 Gesundheit	 der	zugewanderten	Kinder	bei	Schuleintritt	–	Angebot	Seiteneinsteigeruntersuchung
5.1 Aufgabe und Ziele
Für alle Kinder und Jugendlichen, die ihren Wohnsitz 
oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Nordrhein-West-
falen haben, besteht Schulpflicht. Neu zuwandernde 
Kinder und Jugendliche werden als sogenannte „Seiten-
einsteigende“ beschult. Dazu gehören: 
 − Kinder und Jugendliche aus EU-Mitgliedstaaten und 
Nicht-EU-Mitgliedstaaten 
 − mit Familie eingereiste minderjährige Geflüchtete 
 − Unbegleitete minderjährige Geflüchtete. 
Für Kinder von Asylbewerberinnen und Asylbewer-
bern sowie für unbegleitete minderjährige Kinder und 
Jugendliche, die einen Asylantrag gestellt haben, gilt 
die Schulpflicht, sobald sie einer Gemeinde zugewie-
sen sind. Laut Erlass des Ministeriums für Gesundheit, 
Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nord-
rhein-Westfalen vom 16. Mai 2013 ist die schulärztliche 
Untersuchung von „seiteneinsteigenden“ Kindern und 
Jugendlichen als pflichtige Selbstverwaltungsaufga-
be im Rahmen des Gesetzes über den öffentlichen 
Gesundheitsdienst bei allen schulpflichtigen Kindern 
und Jugendlichen, die aus dem Ausland nach Nord-
rhein-Westfalen einreisen, durchzuführen. 
Die neu zugewanderten Kinder, die sich im Alter kurz vor 
der Schulpflicht befinden und eine Einschulung in die erste 
Klasse erhalten, durchlaufen die „reguläre“ Schuleingangs-
untersuchung. Alle übrigen erhalten eine „Seiteneinstei-
geruntersuchung“. Hier stehen ebenso wie bei der Schu-
leingangsuntersuchung schulärztliche Inhalte im Fokus. 
So werden bei allen „seiteneinsteigenden“ Kindern und 
Jugendlichen folgende Untersuchungen durchgeführt: 
 − Sehtest 
 − Hörtest 
 − Beurteilung von Größe, Gewicht und Allgemeinzu-
stand, Messung des Blutdrucks 
 − orientierende körperliche Untersuchung der Lunge, 
der Haut, des Halteapparats und der Mundhöhle  
(ggf. Einbindung des zahnärztlichen Dienstes) 
 − Abklärung schulrelevanter chronischer Erkrankungen 
 − orientierende Einschätzung der Entwicklung 
 − orientierende Beurteilung der seelischen Gesundheit: 
Erfassung von Hinweisen auf psychische Belastungen 
und psychische Erkrankungen 
 − Prüfung des Impfstatus und Impfberatung. 
So unterschiedlich die Motive der Zuwanderung sind, 
so unterschiedlich ist auch die gesundheitliche Lage 
der zuwandernden Kinder und Jugendlichen. Die kon-
krete Lebenssituation im Heimatland, der Weg nach 
Deutschland und die Lebenssituation in Deutschland 
sind bedeutsam für die Gesundheit von zugewanderten 
Kindern und Jugendlichen – ebenso der jeweilige sozio-
kulturelle Hintergrund, da dieser sich auf das Gesund-
heitsbewusstsein sowie das Verständnis von Gesundheit 
und Krankheit auswirken kann. 
Bei allen Kindern und Jugendlichen, die in schwierigen 
Lebenszusammenhängen aufwachsen, kommt den schul-
ärztlichen Empfehlungen und Maßnahmen eine besondere 
Bedeutung zu. Ziel sollte es sein, dass „seiteneinsteigende“ 
Kinder und Jugendliche im Regelsystem ärztlich versorgt 
werden. Für Familien, die aus dem Ausland einreisen, kann 
es schwierig sein, sich im deutschen Gesundheits- und 
Hilfesystem zurechtzufinden. Hier kann der Kinder- und 
Jugendärztliche Dienst eine Lotsenfunktion übernehmen. 
Insbesondere bei Geflüchteten werden die Umstände der 
Einreise und etwaige Belastungen oder traumatisierende 
Erlebnisse durch Flucht oder Vertreibung berücksichtigt. 
Die Lebensumstände und die bisherige Beschulung im Hei-
matland werden nach Möglichkeit geklärt
91
.
5.2 Aktueller Stand 
Bei der Seiteneinsteigeruntersuchung in Köln wurden 
von 2012 bis zum 2017 soziodemografische Daten 
erfasst und ausgewertet.
Aufgrund steigender Zuwanderung von Familien sowie 
von alleinreisenden Kindern und Jugendlichen hat sich 
von 2012 bis 2016 die jährliche Anzahl der Seitenein-
steigeruntersuchungen für allgemeinbildende Schulen 
in Köln stetig erhöht. Im Jahr 2017 gibt es wieder einen 
rückläufigen Trend (siehe Abbildung 24). 
Des Weiteren werden ältere Schülerinnen und Schüler, 
die als Seiteneinsteigende Förderklassen am Berufskolleg 
besuchen, dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst vor-
gestellt. Bei Betrachtung des Zeitraums seit 2014 zeigt 
sich auch hier eine Zunahme der Anzahl untersuchter 
Schülerinnen und Schüler bis 2016. Da 2017 in den allge-
meinbildenden Schulen ein Rückgang der Seiteneinstei-
geruntersuchungen zu verzeichnen war, konnte die  
91 Quelle: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
52
Vorwort
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
647
2012 2013 2014 2015 2016 2017
1.002 1.171
1.777
3.057
1.099
Seiteneinsteigeruntersuchung	Köln,	Anzahl	Untersuchungen	von	2012	bis	2017	
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 24: Seiteneinsteigeruntersuchung Köln, Anzahl untersuchter Kinder im Vergleich 2012 bis 2017,  
allgemeinbildende Schulen
Intensität der Untersuchungen an den Förderklassen 
Berufskolleg verstärkt und Schülerinnen und Schüler 
erreicht werden, denen 2016 aus unterschiedlichsten 
Gründen die Untersuchung nicht angeboten werden 
konnte. Daher ist bei der Anzahl der Seiteneinsteigerun-
tersuchungen dieser Klassen ein Anstieg zu beobachten 
(siehe Abbildung 25). 
0
50
100
150
200
250
300
350
400
2017201620152014
118
251
305
364
Seiteneinsteigeruntersuchungen	in	Förderklassen	
Berufskolleg	Köln	
Anzahl	Untersuchungen	von	2014	bis	2017	
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 25: Untersuchungen Förderklassen Berufskolleg 
Köln, Anzahl untersuchter Schülerinnen und Schüler im Ver-
gleich 2014 bis 2017
Geschlecht und Altersstruktur bei den Seiteneinsteige-
runtersuchungen an allgemeinbildenden Schulen
Bei den Seiteneinsteigeruntersuchungen an allgemein-
bildenden Schulen liegt im Zeitraum 2012 bis 2016 
der Anteil an Jungen zwischen 53 Prozent (2012) und 
57 Prozent (2016) und damit leicht über dem der Mäd-
chen (siehe Abbildung 26). 
0 %
20 %
40 %
60 %
80 %
100 %
20162015201420132012
Seiteneinsteigeruntersuchung	Köln,	Anteil	an	
Mädchen	und	Jungen	vom	2012	bis	2016
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n weiblich n männlich 
Abbildung 26: Seiteneinsteigeruntersuchung Köln, Geschlecht 
untersuchter Kinder und Jugendlicher im Zeitraum 2012 
bis 2016, allgemeinbildende Schulen (2012: n=643, 2013: 
n=999, 2014: n=1.171, 2015: n=1.777, 2016: n=3.052)

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
53
Etwa der Hälfte der untersuchten Kinder und Jugendli-
chen befindet sich in der Altersgruppe von 11 bis 16 Jah -
ren. Der Anteil der Kinder unter 11 Jahren liegt bei etwa 
45 Prozent. Der restliche Anteil entfällt auf die Schüle-
rinnen und Schüler, die über 16 Jahre alt sind. (Hierbei 
sei erwähnt, dass ältere Schülerinnen und Schüler der 
Förderklassen des Berufskollegs in diese Altersstatistik 
nicht einbezogen sind.) 
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
20162015201420132012
81 (12,6 %)
315 (48,9 %)
248 (38,0 %)
116 (11,6 %)
475 (47,4 %)
411 (41,0 %)
100 (8,5 %)
571 (48,8 %)
500 (42,7 %)
29 (1,6 %)
946 (53,2 %)
802 (45,1 %)
103 (3,4 %)
1.510 (49,5 %)
1.438 (47,1 %)
Seiteneinsteigeruntersuchung	Köln,	Altersstruktur	von	2012	bis	2016
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n > 16 Jahre
n  11 bis 
16 Jahre
n  bis 10 Jahre
Abbildung 27: Seiteneinsteigeruntersuchung Köln, Altersstruktur untersuchter Kinder und Jugendlicher im Zeitraum 2012 
bis 2016, allgemeinbildende Schulen (2012: n=644, 2013: n=1002, 2014: n=1.171, 2015: n=1.777, 2016: n=3.051)
Herkunftsländer bei den Seiteneinsteigeruntersuchun-
gen an allgemeinbildenden Schulen
Die Auswertung der Herkunftsländer der Kinder und 
Jugendlichen, die bei der Seiteneinsteigeruntersuchung 
vorgestellt werden, liegt für den Zeitraum 2012 bis 2017 
vor. Sie basiert 2012, 2013, 2014, 2016 und 2017 auf 
Angaben zur Staatsangehörigkeit, 2015 auf Nachfragen 
zum Herkunftsland. 2017 wurden zusätzlich Angaben 
von Jugendlichen aus den Förderklassen Berufskolleg 
einbezogen.  
Syrien und Irak erweisen sich in den vergangenen drei 
Jahren als die häufigsten Herkunftsländer. Aus diesen 
Ländern stammt 2015 ein Viertel der untersuchten Kin-
der und Jugendlichen. Der Anteil steigt 2016 weiter auf 
etwa die Hälfte der untersuchten Kinder und Jugendli-
chen und fällt 2017 auf weniger als ein Drittel ab. 
Darüber hinaus gehören zu den häufigsten Herkunfts-
ländern 2015 Bulgarien, Albanien und Serbien, 2016 
sind es Bulgarien, Afghanistan und Iran und 2017 Bulga -
rien, Afghanistan und Serbien. 
Der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Herkunft 
aus den westlichen Balkanstaaten Kroatien, Serbien, 
Bosnien und Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Mon-
tenegro und Kosovo lag 2015 bei nahezu 30 Prozent und 
sank 2016 auf unter 10 Prozent. 2017 steigt er wieder 
auf 14 Prozent an. 
80 bis 90 Prozent der untersuchten Kinder sprechen kein 
Deutsch.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
54
0
500
1000
1500
2000
2500
201720162015201420132012
49
95
65
65
56
83
97
135
131
93
44
92
159
132
177
120
235
505
148
174
170
70
202
235
241
191
81
112
105
306
467
584
180
137
87
111
119
75
147
145
46
Seiteneinsteigeruntersuchung	Köln
Herkunft	der	Kinder/Jugendlichen	von	2012	bis	2017	
Anmerkung zu Abbildung 28: Aus den westlichen Balkanländern 
werden Kinder und Jugendliche mit der Herkunft Kroatien, Serbien, 
Bosnien und Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Montenegro 
und Kosovo erfasst. Bei sonstigen Ländern Ost- und Ostmitteleuro-
pas gibt es die Herkunftsländer Rumänien, Russland, Polen, Ukrai-
ne, Ungarn, Moldawien, Slowakische Republik, Tschechien. Zu den 
sonstigen Ländern Westeuropas, aus denen Kinder und Jugendliche 
kommen, gehören Portugal, Italien, Spanien, Griechenland, Slowe-
nien, Schweden, Niederlande, Österreich, Irland, Großbritannien, 
Frankreich, Belgien, Schweiz. Darüber hinaus wurden Kinder und 
Jugendliche aus weiteren 75 Ländern weltweit in der Seiteneinstei-
geruntersuchung vorgestellt. Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n weltweit sonstige Länder
n westlicher Balkan
n  Ost- und Ostmitteleuropa 
(außer Bulgarien, separat 
aufgeführt)
n  Westeuropa
n  Iran
n  Bulgarien
n  Afghanistan
n  Irak
n  Syrien
Abbildung 28: Seiteneinsteigeruntersuchung, Staatsangehö-
rigkeit/Herkunftsländer untersuchter Kinder im Vergleich 2012 
bis 2017, bis 2016 allgemeinbildende Schulen ohne Förder-
klassen Berufskolleg, 2017 allgemeinbildende Schulen mit För-
derklassen Berufskolleg (2012: n=418, 2013: n=616, 2014: 
n=787, 2015: n=1.769, 2016: n=2.133, 2017: n=1.018)
5.3  Fallbeispiele Seiteneinsteigeruntersuchung 
beim Kinder- und Jugendärztlichen Dienst Köln
Eason, ein 12-jähriger Junge aus dem Irak 
Eason zeigt bei der Seiteinsteigeruntersuchung im routine-
mäßigen Sehtest einen auffälligen Befund. Anamnestisch 
zeigen sich ein nur kurzzeitiger Schulbesuch im Heimatland 
und fehlende Lese- und Rechtschreibfertigkeiten. Die Eltern 
berichten mit Hilfe eines Videodolmetschers über häufiges 
Stolpern des Sohnes. Darüber hinaus sei der Sohn sehr toll-
patschig. Die Untersuchung des Jungen zeigt Hinweise auf 
das Vorliegen einer Fehlsichtigkeit.
Folge: 
Empfehlung zur zeitnahen augenärztlichen Vorstellung 
Rückmeldung
92
:  
Vorliegen einer Weitsichtigkeit und Amblyopie (funktionale 
Sehschwäche) des einen Auges > Versorgung des Jungen 
mit einer Sehhilfe und regelmäßigen Wiedervorstellungster-
minen 
Kurzfristiger Effekt: 
Notwenige Diagnostik/Behandlung des Sehvermögens durch 
eine augenärztliche Praxis wird erkannt und eingeleitet.
Langfristiger Effekt: 
Ausreichendes Sehvermögen durch Sehhilfe und damit 
einhergehend verbesserte Chancen der Teilhabe, u.a. bei 
Bewältigung der Lernanforderungen in der Schule und der 
Alltagsanforderungen. 
Edouard, ein 10-jähriger Junge aus dem Kongo
Bei Edouard fallen während der Seiteinsteigeruntersuchung 
große Teilleistungsschwächen in den Bereichen der Kogniti-
on, der Sprache als auch der Motorik (vor allen Dingen der 
Graphomotorik) auf. Das Zählen bis 20 gelingt dem Jungen 
nicht. Trotz mehrfacher Wiederholungen und Hilfe mittels 
Übersetzung sind einfache Arbeitsanweisungen für das Kind 
nicht umsetzbar. Das Verhalten des Jungen entspricht dem 
eines deutlich jüngeren Kindes. Mit Hilfe eines Videodolmet-
schers kann mit den Eltern über den Verlauf der bisherigen 
Entwicklung gesprochen werden. Anamnestisch zeigt sich 
bei dem Jungen eine verzögerte Entwicklung im Vergleich 
zu den älteren als auch den jüngeren Geschwistern. Laut 
der Eltern ist bisher kein Schulbesuch erfolgt. Auch im Alltag 
benötigt der Junge zusätzliche Unterstützung.
92  In Einverständnis mit den Eltern telefonischen Austausch zwischen Kinder- und Jugendärzt-
lichem Dienst und fachärztlicher Praxis

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
55
Im Rahmen einer kombinierten Entwicklungsverzögerung 
besteht hier der Verdacht des Vorliegens einer Intelligenz-
minderung.
Folge:  
Kontaktaufnahme 
 − zum Schulamt, um über den aktuellen Entwicklungsstand 
des Jungen zu informieren
 − zu einem sozialpädiatrischen Zentrum zur entwicklungs-
neurologischen Mitbeurteilung und Einschätzung der 
intellektuellen Fertigkeiten mittels (sprachfreier) Leis-
tungsdiagnostik 
Darüber hinaus werden entsprechende Fördermöglichkeiten 
mit den Eltern besprochen.
Rückmeldung sozialpädiatrisches Zentrum:  
Vorliegen von einer Intelligenzminderung sowie von Entwick-
lungsverzögerungen in den vorgenannten Bereichen, Beginn 
einer ergotherapeutischen und logopädischen Förderung 
Rückmeldung Schulamt:  
Eröffnung eines Verfahrens zur Feststellung des sonderpä-
dagogischen Förderbedarfs (AO-SF-Verfahren) durch die 
Eltern > Gutachtenerstellung durch das Schulamt und das 
Gesundheitsam > Beschulung an einer Schule mit besonde-
ren Förderbedingungen
Kurzfristiger Effekt: 
Einleitung einer differenzierten Diagnostik durch ein sozial-
pädiatrisches Zentrum und gezielter Hilfen, Information der 
Eltern sowie des Schulamtes
Langfristiger Effekt:
Gezielte und umfassende Förderung bei vorliegender Intelli-
genzminderung in Kombination mit Entwicklungsverzöge-
rungen.
5.4 Fazit und Empfehlungen
Seiteneinsteigeruntersuchung Köln: 
Bei den Kindern und Jugendlichen, die neu zugewan-
dert sind und aufgrund ihres Alters nicht mehr die 
reguläre Schuleingangsuntersuchung durchlaufen, wird 
so schnell wie möglich oder in Einzelfällen zeitnah zu 
Beginn der Beschulung eine entsprechende „Seitenein-
steigeruntersuchung“ vom Kinder- und Jugendärztlichen 
Dienst durchgeführt. Dabei zeichnet sich folgende Ent-
wicklung ab: 
 − Die Anzahl der Seiteneinsteigeruntersuchungen in all-
gemeinbildenden Schulen hat sich von 2012 bis 2016 
stark erhöht, sie lag 2016 bei 3.057 und hat sich damit 
gegenüber 2012 mehr als vervierfacht. Darüber hin-
aus fanden 2016 zusätzlich 305 Untersuchungen für 
Schülerinnen und Schüler in Förderklassen am Berufs-
kolleg statt.  
Bei den allgemeinbildenden Schulen ist 2017 ein Rück-
gang der Anzahl an Seiteneinsteigeruntersuchungen 
auf 1.099 untersuchte Kinder zu verzeichnen, zusätz-
lich fanden bei den Förderklassen am Berufskolleg 
364 Untersuchungen statt. 
 − Häufige Herkunftsländer der neu zugewanderten 
Kinder und Jugendlichen in der Seiteneinsteigerunter-
suchung Köln sind im Zeitraum 2015 bis 2017 Syrien 
und Irak, nachfolgend Afghanistan und Bulgarien. 
 − Der Anteil an Kindern und Jugendlichen aus den west-
lichen Balkanstaaten, davon insbesondere aus Serbien, 
Albanien und Kosovo, lag 2015 bei 30 Prozent, war 
2016 jedoch rückläufig und ist 2017 wieder leicht auf 
14 Prozent angestiegen. 
 − Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen der 
Seiteneinsteigeruntersuchungen	für die	allgemeinbil-
denden Schulen im Zeitraum von 2015 bis 2016 war 
bereits über 11 Jahre alt.
 − 80 bis 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die 
2015 bis 2017 in der Seiteneinsteigeruntersuchung 
Köln vorgestellt werden, verfügen über keine Deutsch-
kenntnisse. 
Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die aus 
Krisenregionen geflüchtet sind, ist aufgrund möglicher 
gesundheitlicher und psychosozialer Belastungen und 
Traumatisierungen von einem erhöhten Gesundheitsrisi-
ko auszugehen. 
 
Je älter die vorgestellten Kinder und Jugendlichen sind, 
wenn sie im deutschen Schulsystem ankommen, des-
to weniger Zeit verbleibt zum Erlernen der Sprache 
bei paralleler Bewältigung des Lernstoffs bis zu einem 
möglichen Abschluss. Dadurch kann seelischer Druck 
entstehen, der das Gesundheitsrisiko dieser Kinder und 
Jugendlichen noch weiter verstärkt.
 
Bezogen auf psychosoziale und gesundheitliche Präven-
tionsangebote ist entsprechend ein höherer Bedarf zu 
erwarten.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
56
6	 Kinder	 und	Jugendliche	mit	psychischen	Auffälligkeiten	–	Angebot	Kinder-	und		
Jugendpsychiatrischer	Dienst
6.1 Aufgabe und Ziele
Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst bietet als 
„Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle“ für 
Kinder und Jugendliche, die unter seelischen Problemen 
leiden und bisher nicht erreicht wurden, sowie für deren 
Familien niedrigschwellige Unterstützung an. Die Betroffe-
nen erhalten eine diagnostische Ersteinschätzung und eine 
kinder- und jugendpsychiatrisch ausgerichtete Beratung. 
Bei Bedarf wird eine sozialpsychiatrische Unterstützung 
angeboten mit dem Ziel, die Kinder und Jugendlichen in 
ein passgenaues Angebot der fachmedizinischen Versor-
gung oder der Beratungs- und Jugendhilfe zu vermitteln. 
In diesen Fällen werden die Kinder, die Jugendlichen und 
ihre Familien kleinschrittig bei dem Übergang in das 
geeignete Hilfeangebot begleitet, um eine nachhaltige 
Unterstützung sicherzustellen. Dabei werden auch Haus-
besuche durchgeführt. Des Weiteren steht der Kinder- 
und Jugendpsychiatrische Dienst als Fachberatung für 
Schulen und für die Jugendhilfe zur Verfügung. Die auf-
suchende Beratung in Förderschulen bildet dabei einen 
Arbeitsschwerpunkt des Fachdienstes. Die Schülerinnen 
und Schüler mit ihren Familien sowie die Fachkräfte 
können die Beratung des Kinder- und Jugendpsychiatri-
schen Dienstes in regelmäßigen vor Ort stattfindenden 
Sprechstunden in Anspruch nehmen. 
Darüber hinaus werden auch professionell Helfende und 
Bildungsinstitutionen gezielt mit Fachberatungen unter-
stützt. Neben einzelnen Fortbildungen und gemeinsa-
men Fallbesprechungen werden auch anonyme (Tele-
fon-)Beratungen durchgeführt. Innerhalb des Gesund-
heitsamtes besteht eine enge Kooperation insbesondere 
mit dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst sowie mit 
dem Sozialpsychiatrischen Dienst. 
Seelische Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Die gesundheitliche Situation von Kindern und 
Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten 
in allen Industrieländern deutlich verändert. Beson-
ders auffällig ist eine Verlagerung von somatischen 
zu psychischen Störungen. Dieses Phänomen wird 
als „neue Morbidität” bezeichnet und äußert sich zu 
einem großen Teil in Störungen der Emotionalität 
und des Sozialverhaltens. Dazu gehören vor allem 
aggressive Verhaltensauffälligkeiten, Angststörun-
gen, Depressionen sowie Aufmerksamkeitsdefizite 
und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Nach den 
Ergebnissen der BELLA-Studie
93
 im Rahmen der 
„KIGGS“-Studie
94
 des Robert Koch-Instituts aus dem 
Erhebungszeitraum 2003 bis 2006 zeigten sich bei 
etwa einem Fünftel der Kinder und Jugendlichen 
Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. In der ersten 
Folgebefragung, KIGGS Welle 1 aus dem Erhebungs-
zeitraum 2009 bis 2012, ließen sich insgesamt keine 
bedeutsamen Unterschiede zu diesen Ergebnissen der 
Basiserhebung
95
 erkennen. 
Häufig reichen die Folgen psychischer Störungen bis 
ins Erwachsenenalter hinein und führen zu dauerhaf-
ten	psychischen Beeinträchtigungen. Dies wirkt sich 
nachteilig auf die Entwicklungschancen, den gesam-
ten persönlichen wie beruflichen Lebensweg und 
gegebenenfalls auf die nächste Generation aus
96
.
Eingeschränkte Versorgung von Kindern und 
Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien
Kinder und Jugendliche aus belasteten Familien finden 
oft nicht den Zugang zu der medizinischen Regelver-
93  Ravens-Sieberer U, Wille N, Bettge S., Erhart M, „Psychische Gesundheit von Kindern und 
Jugendlichen in Deutschland, Ergebnisse aus der BELLA-Studie im Kinder- und Jugendge-
sundheitssurvey“ (KIGGS): Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforsch – Gesundheits-
schutz 2007 50: 871 – 879
94  Die „KIGGS“-Studie des Robert Koch-Instituts ist eine bundesweite Studie zur Gesundheit 
von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die Basiserhebung fand in dem Zeitraum 
von 2003 bis 2006 statt. Anhand eines Monitorings (Folgeuntersuchung ist die KIGGS Wel-
le 1) können Veränderungen festgestellt werden.
95  20,2 Prozent der Kinder in der Altersstufe von 3 bis 17 ließen sich in der Folgeuntersuchung 
„KIGGs Welle 1“ der Risikogruppe für psychische Auffälligkeiten zuordnen, vgl. Hölling H 
u.a. „Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kindern und 
Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland, 2014: 807-819
96  Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW, Landesinitiative zu 
„Erhalt und Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in 
NRW“ - Handlungskonzept -: 4-6, https://www.praeventionskonzept.nrw.de/_media/pdf/
Psyche_Kinder/Handlungskonzept_der_Landesinitiative.pdf, abgerufen am 20.03.2018

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
57
sorgung oder zu den Angeboten des Beratungs- und 
Jugendhilfesystems, auch wenn Bedarf besteht. Auf 
Kinder und Jugendliche mit seelischen Problemen 
trifft dies auch in einem erheblichen Umfang zu. 
Laut der oben erwähnten BELLA-Studie
97
 befinden 
sich bundesweit nur 48 Prozent der behandlungs-
bedürftigen Kinder in Therapie. Dies erweist sich als 
besonders gravierend vor dem Hintergrund, dass 
gerade ein frühes Erkennen psychischer Krankheiten 
eine wirksamere Behandlung ermöglicht und hilft, 
Folgeerkrankungen sowie weitere negative Folgen zu 
vermeiden. Durch die fehlende Behandlung wird das 
akute Krankheitsrisiko erhöht und eine langfristige 
Gesundheitsgefährdung begünstigt. 
Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst in Köln 
Die untere Gesundheitsbehörde hat die Aufgabe, 
Kinder und Jugendliche vor Gesundheitsgefahren zu 
schützen (§ 12 Abs 1 ÖGDG NRW). Sie muss tätig 
werden, wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass Hilfebe-
dürftige nicht in der Lage sind, Hilfen zu beantragen 
(§ 4 Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei 
psychischen Krankheiten, PsychKG). Das Gesundheits-
amt richtete im Jahre 2009 auf der Basis eines Rats-
beschlusses vom September 2008 einen „Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienst“ ein. Ziel ist es, durch 
die Vermittlung und Überleitung zu Hilfeangeboten 
wie Behandlung und Therapie die Chancen der Kinder 
und Jugendlichen, die bisher nicht erreicht wurden, 
auf ein gesundes Leben zu erhöhen. Des Weiteren 
steht der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst als 
Fachberatung für Schulen, die Jugendhilfe und profes-
sionell Helfende zur Verfügung.
6.2 Aktueller Stand 
6.2.1  Landesprojekt „Kinder- und 
Jugendpsychiatrischer Dienst Köln im Verbund: 
früh erkennen – nachhaltig helfen“ 
Bedarfslage in Köln
Für Köln liegt ebenso wie für andere Städte keine dif-
ferenzierte Erfassung über die Anzahl an Kindern und 
Jugendlichen mit Hinweis auf psychische Auffälligkei-
ten vor. Es lässt sich jedoch eine Grobschätzung auf 
Basis der aktuellen bundesweiten „KIGGS“-Studie zur 
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (siehe oben) 
vornehmen. Danach wären in Köln über 21.500 Kinder 
97  Ravens-Sieberer U, Wille N, Bettge S., Erhart M, „Psychische Gesundheit von Kindern und 
Jugendlichen in Deutschland, Ergebnisse aus der BELLA-Studie im Kinder- und Jugendge-
sundheitssurvey“ (KIGGS): Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforsch – Gesundheits-
schutz 2007 50: 871 – 879
und Jugendliche der Altersgruppe von 7 bis 17 Jahren 
von dem Risiko einer psychischen Auffälligkeiten betrof-
fen
98
. Laut der Krankenhausdiagnosestatistik
99 
ist in Köln 
die Anzahl der stationären Behandlungen aufgrund von 
psychischen Störungen und Verhaltensstörungen bei 
der Altersgruppe der 5- bis 19-Jährigen im Zeitraum von 
2011 bis 2015 etwa gleichbleibend.
Entsprechend gibt es einen großen Bedarf an niedrig-
schwelliger sozialpsychiatrischer Beratung und Beglei-
tung des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes, 
der – wie sich bereits in der Anfangsphase abzeichnete 
– mit den vorhandenen personellen Ressourcen bei wei-
tem nicht gedeckt werden konnte. Daher setzte der Kin-
der- und Jugendpsychiatrische Dienst Schwerpunkte und 
konzentrierte seine Sprechstunden auf die Förderschu-
len. Die Kooperation mit dem Jugendamt war nur in Ein-
zelfällen möglich, und eine sozialräumliche Einbindung 
fand punktuell ohne systematische Vernetzung statt. 
Wie bereits im Bericht 2013
100
 formuliert, bestand 
eine hohe Dringlichkeit, das Angebot des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienstes bedarfsgerecht zu 
erweitern. 
Ausbau im Rahmen des Landesprojekts 
Durch die „Landesinitiative zur Stärkung der seelischen 
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ konnten die 
Voraussetzungen geschaffen werden, um den Kinder- 
und Jugendpsychiatrischen Dienst mit dem Projekt „Kin-
der- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln im Verbund: 
früh erkennen – nachhaltig helfen“ auszubauen. Im 
Rahmen dieses Projektes mit der Laufzeit von März 2014 
bis Mai 2017
101
 wurde das Team des Kinder- und Jugend-
psychiatrischen Dienstes erweitert auf:
3 (Fach-) Ärztinnen (in Teilzeit, 1,8 Stellen konnten leider 
aufgrund fehlender Bewerberinnen und Bewerber nicht 
besetzt werden), 
1 Diplom-Psychologen, 
3 Diplom-Sozialarbeiterinnen, 
2 medizinische Fachangestellte im Sekretariat (1,5 Stellen).
98  Basisjahr 2017, berücksichtigt wurde bei dieser Überschlagrechnung die unterschiedlichen 
Quoten bezogen auf die Altersgruppe 7 bis 10 Jahre (23,1 Prozent ), die Altersgruppe 11 
bis13 Jahre (23,3 Prozent) und die Altersgruppe 14 bis 17 Jahre (17,8 Prozent); Daten-
grundlage zur Bevölkerung in Köln: Amt für Statistik und Stadtentwicklung
99  Quelle Krankenhausdiagnosestatistik 2015, Landeszentrum Gesundheit NRW,  
Psychische und Verhaltensstörungen (ICD 10: F00-F99), Altersgruppe 5 bis 19
100 Vgl. Stadt Köln, „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 33
101 Vgl. Stadt Köln, „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln, Bericht 2013“: 33

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
58
den sich in unmittelbare Nähe zum Bezirksjugendamt 
und sind für die Bürgerinnen und Bürger gut erreichbar. 
Die Einbindung in die sozialräumliche Arbeit sowie der 
intensive Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen 
der Fachämter werden durch die beiden zusätzlichen 
Standorte vor Ort erleichtert (siehe Abbildung 29). 
  
Durch die drei Fachstellen ist die Versorgung des 
gesamten Stadtgebietes abgedeckt:
 − die Fachstelle Mülheim für die Stadtbezirke Mül-
heim, Chorweiler und Nippes,
 − die Fachstelle Kalk für die Stadtbezirke Kalk, Porz,
 − die Fachstelle Innenstadt für die Stadtbezirke Innen-
stadt, Ehrenfeld, Lindenthal und Rodenkirchen. 
 Die Fachstelle Innenstadt als „Zentrale“ des Gesamt-
Teams des „Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diens-
tes Köln im Verbund“ ist in den zentral gelegenen 
und verkehrstechnisch gut angebundenen Räumen 
des Gesundheitsamtes am Neumarkt und somit im 
Stadtbezirk Innenstadt verblieben. Von diesem Stand-
ort aus ist eine gute Anbindung an die Stadtbezirke 
Ehrenfeld, Lindenthal und Rodenkirchen gewährleis-
tet. Des Weiteren kann die oben beschriebene Zusam-
menarbeit des neuen „Kinder- und Jugendpsychiat-
rischen Dienstes im Verbund“ mit dem Kinder- und 
Jugendärztlichen Dienst und dem Sozialpsychiatri-
schen Dienst sowie im Einzelfall auch mit dem Kinder- 
und Jugendzahnärztlichen Dienst sowie den Frühen 
Hilfen im Gesundheitsamt weiterhin unkompliziert 
gestaltet werden. 
 In den Fachstellen Kalk und Mülheim konnten durch 
die kontinuierliche Präsenz der Sozialarbeiterinnen die 
Kooperationen vor Ort ausgebaut und sozialräumlich 
vertieft werden. Die Sozialarbeiterinnen nehmen als 
Ansprechpersonen eine erste Klärung vor und koordi-
nieren bei Bedarf die fachärztliche Beratung sowie die 
aufsuchende psychologische Diagnostik, die im Rahmen 
des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes zur Ver-
fügung stehen. Durch regelmäßige Fallbesprechungen 
innerhalb des Gesamtteams sind eine enge Rückkoppe-
lung und ein interdisziplinäres Arbeiten gewährleistet. 
 
In der Fachstelle Mülheim wird der Zugang zu mög-
lichst passgenauen Hilfen für Kinder und Jugendliche 
mit seelischen Problemen aus Familien mit türkischem 
Migrationshintergrund zusätzlich dadurch erleichtert, 
dass die Sozialarbeiterin bei Bedarf diese Familien 
muttersprachlich beraten kann. 
Im Rahmen des Landesprojekts konnten folgende 
Maßnahmen umgesetzt werden: 
 − Erweiterung des Beratungsangebots	
Obwohl zwischenzeitlich einige Stellen vakant waren 
und vor allen die Fachärztinnen-/Fachärztestellen nach 
wie vor nicht vollständig besetzt sind, konnte nach 
Beginn des Projekts die Anzahl der beratenen Kinder 
und Jugendlichen kontinuierlich gesteigert werden	
(siehe Abbildung 30). 
 − Intensivierte und systematische Vernetzung mit 
bestehenden Maßnahmen 	
Ein besonderer Schwerpunkt gilt der Vernetzung mit 
den Akteurinnen und Akteuren der Fachwelt. Der Kon-
takt mit Institutionen, mit denen bislang nur punktuell 
eine Zusammenarbeit bestand, wie zum Beispiel die 
Jugendberufshilfe, Jugendwerkstätten und Jugendge-
richtshilfe, wurde intensiviert. Im Zuge dessen fragen 
die Institutionen zunehmend Kooperationen an, um 
von der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachkom-
petenz zu profitieren.  
 
Mit den Bezirksjugendämtern wurde eine enge Zusam-
menarbeit zur unterstützenden Einschätzung des 
aktuellen Hilfebedarfs aufgebaut, zum Beispiel durch 
die Teilnahme an Fallkonferenzen oder die Abstim-
mung im Falle von Hausbesuchen. Ebenso wird mit den 
Arbeitskreisen „Netzwerk Erziehung In Schule“ (NEIS) 
eng kooperiert. Die „NEIS“ - Arbeitskreise gibt es für 
jeden der neun Stadtbezirke Kölns. Vertreten sind dort 
neben den Bezirksjugendämtern, Schulleiterinnen und 
Schulleiter aller Schulen und Schulformen im Stadtbe-
zirk. Von den „NEIS“ - Arbeitskreisen wurde dabei unter 
anderem auch 2017 das Mitwirken des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienstes bei Fachtagen zum 
Thema „Seelische Gesundheit von Kindern“ angefragt.  
 − Verbesserte Erreichbarkeit durch örtliche Anbindung  
In den Stadtbezirken Mülheim und Kalk wurde zusätz-
lich zu der „Zentrale“ in der Innenstadt je eine Kinder- 
und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle im Bürger amt 
angesiedelt. Die Auswahl der Stadtbezirke Mülheim und 
Kalk für die beiden neu geschaffenen Fachstellen ori-
entierte sich an dem Bedarf und berücksichtigte dabei 
unter anderem die Anzahl der dort wohnenden Kinder 
und Jugendlichen, die Gewichtung nach Sozialraum-
kriterien sowie die Aufteilung des Stadtgebietes nach 
Zuständigkeit der beiden aufnahmeverpflichteten Klini-
ken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychothe-
rapie. Die beiden Fachstellen in Mülheim und Kalk befin-

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
59
Abbildung 29: Drei Standorte des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes ermöglichen sozialräumlich vernetz-
te Arbeit vor Ort
Die Erweiterung mit den dezentralen Beratungsange-
boten in Mülheim und Kalk konnte auch nach Abschluss 
des Projekts beibehalten werden, denn gemäß Beschluss 
des Rates der Stadt Köln vom 04.04.2017 wurde der 
„Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst im Verbund“ 
über den 31.05. hinaus bis Ende 2017 fortgeführt, 
und mit Genehmigung des Haushalts 2018 durch die 
Bezirksregierung im Dezember 2017 wurde 2018 aus 
dem Landesprojekt ein dauerhaftes Angebot.
Angebot für Geflüchtete 
Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung, insbe-
sondere unbegleitete minderjährige Geflüchtete, sind 
häufig mit extremen Belastungen konfrontiert worden 
wie traumatisierende Erlebnisse im Herkunftsland und 
bei der Flucht, kulturelle Entwurzelung und der Verlust 
von vertrauten Bezugspersonen. Frühzeitiges Erkennen 
und Anbahnen entsprechender Therapien sind hierbei 
besonders notwendig, um Retraumatisierungen zu 
vermeiden und Integration zu ermöglichen. Ohne Bera-
tungs- und Behandlungsangebote bestehen ansonsten 
erhöhte Risiken der Chronifizierung bestehender Beein-
trächtigungen. Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl 
neuankommender Geflüchteter, darunter viele unbeglei-
tete minderjährige Personen, richtete der Kinder- und 
Jugendpsychiatrische Dienst in den größten städtischen 
Wohnheimen eine offene Beratung/Sprechstunde ein. 
Darüber hinaus wird der Kinder- und Jugendpsychiat-
rische Dienst auf konkrete Anfragen hin in Unterkünf-
ten für Geflüchtete des Stadtgebiets tätig (siehe auch 
Migrationshintergrund unter 6.2.2.) 
Service de consultation – Psychiatrie des enfants et des jeunes 
Service de 
consultation – 
Psychiatrie 
des enfants 
et des jeunes 
The Mayor City of Cologne 
Child and adolescent mental health consulting service 
Child and 
adolescent 
mental health 
consulting 
service 
Консультационный центр детской и подростковой психиатрии 
Консультационный 
центр детской 
и подростковой 
психиатрии 
Çocuk ve Ergen Psikiyatrisi Danıs ¸ma Merkezi 
Çocuk ve 
Ergen Psikiyatrisi 
Danıs ¸ma Merkezi 
مركز الستشارة النفسانية للطفال والحداث 
للطفال النفسانية مركز الاستشارة والاحداث
Flyer Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle  
(Auswahl)
 − Ausbau der aufsuchenden Hilfen  
Insbesondere bei depressiven oder schulmüden Kin-
dern und Jugendlichen sowie bei Kindern psychisch 
kranker Eltern hat sich der aufsuchende Arbeitsansatz 
des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes schon 
häufig als „Türöffner“ für weitergehende Beratungen 
und Maßnahmen erwiesen. Durch die beiden örtlichen 
Fachstellen in Mülheim und Kalk und die damit ver-
bundenen kurze Wege kann die aufsuchende Arbeit 
noch engmaschiger durchgeführt werden.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
60
6.2.2 Daten 
Daten zu Beratungen des Kinder- und Jugendpsychi-
atrischen Dienstes werden anonymisiert erfasst und 
ausgewertet. Um die Situation seit des Ausbaus im 
Rahmen des Landesprojekts „Kinder- und Jugendpsychi-
atrischer Dienst Köln im Verbund“ darzustellen, wurden 
die Daten des Zeitraums von 2015 bis 2017 (mit Stand 
31.12.2017) zugrunde gelegt. Dies ermöglicht einen 
Vergleich mit den Auswertungen aus dem Zeitraum von 
2010 bis 2013 vor dem Start des Landesprojekts. Bei 
den Gegenüberstellungen dieser beiden Phasen wurde 
das Jahr 2014 nicht berücksichtigt, da im Laufe des Jah-
res 2014 das Landesprojekt startete und daher dieses 
Jahr der Umstrukturierung weder der Phase vor Projekt-
beginn noch der Phase nach Projektbeginn eindeutig 
zugeordnet werden konnte.
Zunächst wird jedoch ein Überblick über die Entwick-
lung der Fallzahlen seit der Einrichtung des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienstes gegeben.
 − Überblick über die Entwicklung der Fallzahlen  
Im Zeitraum vom Start des Angebots 2010 bis zum 
31.12.2017 wurden insgesamt 2.812 Kinder und 
Jugendliche, darüber hinaus deren Angehörige sowie 
beteiligte Fachkräfte beraten.
0
100
200
300
400
500
600
20172016201520142013201220112010
335 336
256
286 305
353 372
569
Kinder-	und	Jugendpsychiatrischer	Dienst	Köln,	
Überblick	über	die	Entwicklung	der	jährlichen	
Anzahl	an	Beratungsfällen
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 30: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst 
Köln, Überblick über die Entwicklung der jährlichen Anzahl 
an (abgeschlossenen) Beratungsfällen im Zeitraum von 
2010 bis 2017, Stand 31.12.2017 
 Während in der Startphase des Beratungsdienstes bis 
2011 gehäuft Kurzzeitberatungen im Vordergrund 
standen, gelang zunehmend der Zugang zu den Kin-
dern und Jugendlichen mit sehr komplexer Problema-
tik. Bei diesen Fällen bedarf es oftmals einer intensiven 
Begleitung über eine Zeitdauer mehrerer Monate. Die-
se Entwicklung spiegelte sich auch in der Beratungs-
statistik wider. So gab es 2012 weniger Beratungsfälle 
als in der Startphase, diese wiesen jedoch eine höhere 
Anzahl an Kontakten pro Beratungsfall auf. Von 2010 
bis 2012 sank die jährliche Anzahl der Beratungsfälle 
mit einmaligem Kontakt von 216 auf 71 Fälle. Entspre-
chend erhöhte sich in diesem Zeitraum die jährliche 
Anzahl der Beratungsfälle mit mindestens 4 Kontak-
ten von 14 auf 94. Im Jahr 2013 zeichnete sich eine 
Zunahme der Beratungsfälle ab.  
 
Seit dem Ausbau des Beratungsdienstes im Rahmen 
des Landesprojektes ab 2014 konnte, wie bereits oben 
erwähnt, die jährliche Anzahl der abgeschlossenen Bera-
tungsfälle kontinuierlich gesteigert werden (siehe Abbil-
dung 30). Im Jahre 2017 gab es nochmals einen erheb-
lichen Anstieg gegenüber 2016 von über 50 Prozent-
punkten. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, 
dass zwischenzeitlich ein Teil der bis dahin bestehenden 
Personalvakanzen beim Kinder- und Jugendpsychiatri-
schen Dienst behoben werden konnte. 
 
Nicht zuletzt durch „Mund-zu-Mund-Propaganda“ oder 
auf Empfehlung treten seit 2014 zunehmend auch 
sogenannte „Selbstmelderinnen“ und „Selbstmelder“ 
von sich aus in Kontakt mit der Kinder- und Jugendpsy-
chiatrischen Beratungsstelle. Dabei handelt es sich vor 
allem um Jugendliche und Angehörige von Betroffenen.  
 
Bei etwa 40 Prozent aller Beratungsfälle ist der Kinder- 
und Jugendpsychiatrische Dienst aufsuchend tätig.
 − Geschlecht  
Etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen, die 
die Beratung des Kinder- und Jugendpsychiatrischen 
Dienstes in Anspruch nahmen, sind männlich. Diese 
Tendenz zeigt sich durchgängig seit Start des Kinder- 
und Jugendpsychiatrischen Dienstes und ist unter 
anderem darauf zurückzuführen, dass der Kinder- und 
Jugendpsychiatrische Dienst schwerpunktmäßig an 
Förderschulen tätig ist und dort auf eine vornehmlich 
männliche Schülerschaft trifft. Ferner ist festzustellen, 
dass Mädchen und junge Frauen bislang weniger zu 
externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten wie bei-
spielsweise unkontrollierten Impulsdurchbrüchen nei-
gen. Sie zeigen bei psychischen Belastungen eher

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
61
internalisierende Verhaltensweisen, wie zum Beispiel 
Angststörungen, Depressionen, Essstörungen und 
selbstverletzendes Verhalten. Ab der Pubertät steigt 
der Anteil der psychischen Erkrankungen bei Mädchen 
deutlich an, was in der öffentlichen Wahrnehmung 
nach wie vor durch die externalisierenden Verhal-
tensauffälligkeiten der Jungen überlagert wird
102
 (siehe 
hierzu auch unter Perspektive).  
0
20
40
60
80
100
20172016201520142013201220112010
66,6 %
33,4 %
70,5 %
29,5 %
61,3 %
38,7 %
66,4 %
33,6 %
69,1 %
30,9 %
66,2 %
33,8 %
62,9 %
37,1 %
66,3 %
33,7 %
Kinder-	und	Jugendpsychiatrischer	Dienst	Köln,	Anteil	der	beratenen	Mädchen	und	Jungen	in	Prozent,	
bezogen	auf	die	jährliche	Gesamtanzahl	an	Beratungsfällen	
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n weiblich 
n männlich 
 
Abbildung 31: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Anteil beratener Mädchen und Jungen  
 − Migrationshintergrund 
Seit Start des Kinder- und Jugendpsychiatrischen 
Dienstes hat sich der Beratungsanteil an Kindern mit 
Migrationshintergrund stetig erhöht und liegt aktuell 
bei mehr als der Hälfte aller Beratungsfälle.  
 
Einen neuen Schwerpunkt nimmt dabei – wie oben 
erwähnt – die Arbeit mit Geflüchteten ein. So war 
der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst 2016 
mit regelmäßigen Sprechstunden in zwei großen 
Unterkünften für Geflüchtete sowie auf Anfrage in 
acht weiteren Unterkünften für Geflüchtete tätig. 
Insgesamt wurden 150 Kinder und Jugendliche und 
deren Familien auf Anfrage aufgesucht und beraten. 
Im Jahr 2017 werden in einer Unterkunft für Geflüch-
tete noch regelmäßige Sprechstunden angeboten und 
bei Nachfragen weitere Wohnheime für Geflüchtete 
aufgesucht. Im Jahr 2017 sind es  insgesamt 147 
102  Laut der „BELLA-Studie“ des Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem Erhebungszeitraum 
2003 bis 2006 weisen Jungen eine höhere Quote an Verhaltensauffälligkeiten, an Störun-
gen des Sozialverhaltens und an ADHS auf als Mädchen. Mit Beginn der Pubertät nimmt 
bei Mädchen der Anteil an psychischen Störungen zu. Auch in dieser Lebensphase setzen 
sich systematische Unterschiede bei den Geschlechtern fort. Jungen neigen jedoch eher 
zu nach außen gerichteten Verhaltensmustern wie Aggressivität und Hyperaktivität, Mäd-
chen eher zu nach innen gerichteten Verhaltensmustern wie Ängste und Depressionen. 
Geflüchtete mit ihren Familien, die vom Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienst beraten werden. Teil-
weise leben sie noch in Notaufnahmeeinrichtungen 
oder in Gemeinschaftsunterkünften, teilweise schon in 
eigenen Wohnungen.  
Auch 2018 ist der Kinder- und Jugendpsychiatrische 
Dienst bei Nachfragen vor Ort in den Wohnheimen für 
Geflüchtete tätig.
 − Besuchte Schulform 
Während im Zeitraum vor dem Start des Landesprojekts 
67,1 Prozent und damit über zwei Drittel der beratenen 
Kinder und Jugendlichen die Förderschule besuchten, 
sind es im Zeitraum von 2015 bis 2017 nur noch weni-
ger als die Hälfte (43,3 Prozent)
 103
(siehe Abbildung 
32). Auch wenn die Förderschulen nach wie vor einen 
Arbeitsschwerpunkt des Kinder- und Jugendpsychiat-
rischen Dienstes darstellen, zeigt sich hier tendenziell 
eine Verlagerung von der Förderschule zur Regelschule. 
Dies spiegelt zum einen den laufenden Inklusionspro-
zess an den Regelschulen wider. Zum andern äußert 
sich hier, dass durch die Erweiterung des Beratungsan-
gebots und die Zusammenarbeit mit den Arbeitskreisen 
„Netzwerk Erziehung In Schule“ (NEIS) zunehmend Kin-
der der Regelschulen erreicht werden können.  
 
Eine Abnahme der Anzahl an Beratungsfällen in Haupt-
schulen kann auf den generellen Rückgang an Schülerin-
nen und Schülern dieser Schulform zurückgeführt werden.
103  Der Gesamtanteil der besuchten Schulform Förderschule setzt sich aus Förderschule mit 
dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, Förderschule mit dem Schwer-
punkt Lernen und sonstige Förderschule zusammen und ergibt für den Zeitraum 2015 bis 
2017 43,3 Prozent, für den Zeitraum 2010 bis 2013 67,1 Prozent.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
62
0 5 10 15 20 25 30 35
sonst. Förderschule
Hauptschule
Gesamt-/Sekundarschule
Realschule
Gymnasium
Grundschule
Förderschule Lernen
Förderschule E+S*
20,8 %
19,8 %
19,5 %
13,0 %
10,4 %
6,9 %
6,9 %
2,7 %
34,2 %
29,1 %
10,2 %
5,1 %
6,2 %
3,8 %
7,6 %
3,8 %
Kinder-	und	Jugendpsychiatrischer	Dienst	Köln,	besuchte	Schulform	der	beratenen	Kinder	und	
Jugendlichen	im	Vergleich:	aktuelle	Situation	und	Situation	vor	Start	des	Landesprojekts
*Förderschule E+S=Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n  aktuelle Situation, 
Jahre 2015 bis 
2017: Anteil der 
beratenen Kinder/
Jugendlichen, die 
diese Schulform 
besuchen 
n  Situation vor Start 
des Landespro-
jekts (2010 bis 
2013): Anteil der 
beratenen Kinder/
Jugendliche, die 
diese Schulform 
besuchen 
Abbildung 32: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, besuchte Schulform (allgemeinbildende Schulen) der berate-
nen Kinder und Jugendlichen, der prozentuale Anteil an allen Kindern und Jugendlichen, die in den betreffenden Zeiträumen 
in der Beratung waren
Vergleich aktuelle Situation nach Ausbau des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (Zeitraum 2015 bis 2017, n= 875) 
mit der Situation vor Start des Landesprojekts und vor Ausbau des Dienstes (Zeitraum 2010 bis 2013, n=1.043)
 − Altersstruktur 
Vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst werden 
nach wie vor schwerpunktmäßig Kinder und Jugend-
liche im Alter von 7 bis 17 beraten. Es können jedoch 
auch jüngere Kinder unter 7 und im Einzelfall junge 
Erwachsene die Beratung in Anspruch nehmen.  
Für den Zeitraum 2015 bis 2017 stellt sich die Alters-
struktur der beratenen Kinder und Jugendlichen folgen-
dermaßen dar: 81,8 Prozent der beratenen Kinder und 
Jugendlichen gehören zu der Altersgruppe von 7 bis 17. 
Damit ist der Anteil dieser Altersgruppe gegenüber der 
Phase vor dem Ausbau des Kinder- und Jugendpsychiatri-
schen Dienstes (91,2 Prozent) um über 9 Prozentpunkte 
gesunken. Entsprechend haben sich der Anteil der Alters-
gruppe von 0 bis 6 Jahre von 3,9 Prozent auf 11,1 Pro-
zent und der Anteil der Altersgruppe ab 18 Jahre von 
4,9 Prozent auf 7,1 Prozent erhöht (siehe Abbildung 33). 
 
Dies lässt für die Altersgruppe der Kinder unter 7 Jahre 
darauf schließen, dass Beeinträchtigungen jetzt ten-
denziell früher erkannt werden und entsprechend frü-
her Hilfen eingeleitet werden können.  
Die Erhöhung des Anteils der Altersgruppe ab 18 
spiegelt einen aktuellen Trend wider. Zunehmend 
nehmen ältere Jugendliche und junge Erwachsene 
von sich aus Kontakt zum Kinder- und Jugendpsych-
iatrischen Dienst auf und melden Beratungsbedarf 
an. Häufig genannte Themen sind dabei Ängste zum 
Übergang von Schule zu Beruf/Ausbildung/Studium, 
Autonomiekonflikte „Ich bin noch nicht so weit“ oder 
Suchtmittelkonsum als „Eigenmedikation“. Diese 
Tendenz geht einher mit Beobachtungen anderer 
professioneller Akteurinnen und Akteure, zum Beispiel 
in Jugendzentren, Berufskollegs und der Jugendberufs-
hilfe, die berichten, dass auch dort eine Verschiebung 
erkennbar wird. Das Eintrittsalter von Jugendlichen 
und Erwachsenen in die dortigen Institutionen wird 
zunehmend höher und die Verweildauer in den ent-
sprechenden Einrichtungen immer länger.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
63
ab 18
7,1 %
14 bis 17
33,8 %
11 bis 13
25,2 %
7 bis 10
22,8 %
0 bis 6
11,1 %
 
14 bis 17
39,2 %
11 bis 13
27,0 %
7 bis 10
25,0 %
 
Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, 
Altersstruktur der beratenen Kinder / Jugendlichen 
im Zeitraum 2015 bis 2017 (nach Ausbau)
Altersstruktur der beratenen Kinder / Jugendlichen 
im Zeitraum 2010 bis 2013 (vor Ausbau)
0 bis 6
3,9 %
ab 18
4,9 %
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 33: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst 
Köln, Altersstruktur der beratenen Kinder und Jugendlichen 
in Lebensjahren  
Vergleich aktuelle Situation nach Ausbau des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienstes  
(Zeitraum 2015 bis 2017, n= 1.278) mit der Situation vor 
Start des Landesprojekts und vor Ausbau des Dienstes 
(Zeitraum 2010 bis 2013, n=1.194)
 − Inanspruchnahme der Beratung nach Stadtbezirk 
Wie oben erwähnt, berät der Kinder- und Jugendpsych-
iatrische Dienst Kinder, Jugendliche und ihre Familien 
aus allen Stadtbezirken. Bei einem Vergleich der Situa-
tion vor Start des Landesprojekts mit der Situation im 
Zeitraum 2015 bis 2017 zeigt sich, dass die jährliche 
Anzahl beratener Kinder und Jugendlicher in allen 
Stadtbezirken angestiegen ist (siehe Abbildung 34).  
 
Im Zeitraum 2015 bis 2017 fanden die meisten Bera-
tungen für Kinder und Jugendliche der Stadtbezirke 
Kalk, Ehrenfeld und Mülheim statt. Es wird deutlich, 
dass die Erreichbarkeit in den beiden Stadtbezirken 
Kalk und Mülheim durch die beiden Standorte des 
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes vor Ort 
verbessert werden konnte, aber auch, dass stadtweit 
Kinder und Jugendliche vom Ausbau des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Diensts profitieren. Des Weite-
ren gibt es einen hohen Rückgang der Fälle, bei denen 
der Stadtbezirk des Wohnorts unbekannt ist. Dies ist 
darauf zurückzuführen, dass sich der Anteil anonymer 
telefonischer Kurzberatungen vermindert hat zu Guns-
ten intensiver Fallbegleitungen, bei denen der Wohn-
ort bekannt ist. 
 − Anmeldung  
Die Kinder und Jugendlichen werden vorrangig über 
die Schule beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen 
Dienst angemeldet (siehe Abbildung 35). Der Anteil 
dieser Anmeldungen liegt im Zeitraum der Jahre 2015 
bis 2017 bei 36 Prozent. Vor dem Ausbau im Zeitraum 
2010 bis 2013 lag er bei 55 Prozent und hat sich damit 
deutlich vermindert.  
 
Dem entgegen haben sich zum einen die Anmeldungen 
durch das Jugendamt anteilmäßig von 10 Prozent auf 
15 Prozent gesteigert. Gründe für diese Entwicklung 
liegen in der Intensivierung der Zusammenarbeit mit 
dem Jugendamt im Rahmen des Ausbaus, insbesondere 
in den Außenstellen. Der Anteil an Anmeldungen durch 
die Eltern ist mit 22 Prozent etwa gleichgeblieben.  
 
Der Anteil sonstiger Anmeldungen liegt im Zeit-
raum 2015 bis 2017 bei 27 Prozent und ist ebenfalls 
gegenüber dem Zeitraum 2010 bis 2013 vor dem 
Ausbau (14 Prozent) gestiegen. Durch den Ausbau der 
Netzwerkarbeit finden weitere Institutionen wie Kin-
dertageseinrichtungen, Jugendeinrichtungen sowie 
Unterkünfte für Geflüchtete den Weg zur Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Beratungsstelle. Über ein Zehn-
tel der Anmeldungen wird über andere Dienste des 
Gesundheitsamtes initiiert. Darüber hinaus äußert 
sich hier der steigende Anteil von jugendlichen und 
jungen volljährigen „Selbstmelderinnen“ und „Selbst-
meldern“.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
64
0 10 20 30 40 50 60 70 80
unbekannt
außerhalb Kölns
Innenstadt
Lindenthal
Rodenkirchen
Nippes
Chorweiler
Porz
Mülheim
Ehrenfeld
Kalk
Kinder-	und	Jugendpsychiatrischer	Dienst	Köln,	Durchschnitt	jährliche	Anzahl	Beratungsfälle	nach	
Stadtbezirk	im	Vergleich:	aktuelle	Situation	und	Situation	vor	Start	des	Landesprojekts
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
n  Zeitraum 2015  
bis 2017
n  Zeitraum 2010  
bis 2013
Abbildung 34: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Durchschnitt jährliche Anzahl Beratungsfälle nach Stadtbezirk,  
Vergleich aktuelle Situation nach Ausbau des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes  
(Zeitraum 2015 bis 2017, n=1.286) mit der Situation vor Start des Landesprojekts und vor Ausbau des Dienstes 
(Zeitraum 2010 bis 2013, n=1.213)
 − Empfehlung zur Weiterbetreuung 
Bei über 90 Prozent der Beratungsfälle gibt es eine 
Empfehlung zur Weiterbetreuung. Dabei werden 
teilweise mehrere Hilfen parallel benötigt und einge-
leitet, beispielsweise die Beratung der Eltern durch das 
Jugendamt und eine Therapie für das Kind.  
 
Im Zeitraum von 2015 bis 2017 wurde eine ambulan-
te Therapie bei einem Drittel der Beratungsfälle (34 
Prozent) empfohlen, der Anteil an Empfehlungen einer 
(teil)stationäre Therapie betrug 6,8 Prozent (siehe 
Abbildung 36). 
Sonstige
27 %
Jugendamt
15 % Schule
36 %
Eltern
22 %
Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, 
Anmeldung zur Beratung im Zeitraum 2015 bis 2017
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 35: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst 
Köln, Anmeldung zur Beratung, im Zeitraum 2015 bis 
2017, n=1.309

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
65
0 100 200 300 400 500 600 700 800
keine
Beratungsstelle
(teil-) stationäre Therapie
Jugendamt / -hilfe
Sonstiges
ambulante Diag*./ Therapie 653
516
374
130
107
139
Kinder-	und	Jugendpsychiatrischer	Dienst	Köln,	Weiterempfehlungen,	(Mehrfachnennungen	pro	
Beratungsfall	möglich),	im	Zeitraum	2015	bis	2017
*ambulante Diag. = ambulante Diagnose
Quelle: Gesundheitsamt Stadt Köln
Abbildung 36: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Empfehlung zur Weiterbetreuung, im Zeitraum 2015 bis 
2017, n= 1.919, Mehrfachnennungen möglich
 
6.2.3 Perspektive
Auch wenn die aktuellen Auswertungen zeigen, dass 
durch den Ausbau im Rahmen des laufenden Lan-
desprojekts bereits die Erreichbarkeit von Kinder und 
Jugendlichen bedarfsgerecht verbessert werden konnte, 
erweist sich aus fachlicher Sicht eine Weiterentwicklung 
der Aktivitäten insbesondere in folgenden Bereichen als 
sinnvoll und notwendig: 
 − Sensibilisierung der pädagogischen Fachwelt für den 
Bedarf von Mädchen	
Ziel des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes 
ist es, durch Aufklärung und Sensibilisierung der päd-
agogischen Fachkräfte mehr Mädchen und weibliche 
Jugendliche zu erreichen. Mit Hilfe von Fachtagen für 
Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern mit 
Schwerpunktthemen wie „Ängsten und Depressionen“ 
und „Kritische Phasen wie schulische Übergänge“ soll 
das frühzeitige Erkennen und Handeln bei Hinweisen 
auf psychische Auffälligkeiten verbessert werden. 
 − Früh einsetzende Hilfen in Kindertagesstätten und 
Grundschulen 	
Bisher wird	der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst 
nur auf Anfrage von Kindertagesstätten und Grund-
schulen gezielt in den Einrichtungen vor Ort tätig. 
Der Ausbau der aufsuchenden Beratungstätigkeit in 
Kindertagesstätten und Grundschulen im Rahmen von 
Prävention erweist sich als erforderlich, um bei Bedarf 
möglichst früh Hilfsmaßnahmen einleiten zu können. 
 − Zusammenarbeit mit allen Schulformen der weiter-
führenden Schule	
Aktuell gibt es bereits eine fest integrierte und enge 
Kooperation mit den Förderschulen der Schwerpunkte 
„Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“. 
Darüber hinaus besteht Kontakt zu den anderen Schu-
len auf Nachfrage der einzelnen Schulen sowie eine 
enge Zusammenarbeit mit den Arbeitskreisen „Netz-
werk Erziehung in Schule“ (NEIS). Eine Intensivierung 
der Kooperationen in den anderen Schulformen, wie 
Realschulen, Gesamtschulen, Berufskollegs, Haupt-
schulen und im Zusammenhang mit der G8-Problema-
tik auch in Gymnasien ist weiterhin aus fachlicher Sicht 
wünschenswert.  
 − Kinder- und jugendpsychiatrische Beratung in inklu-
siv arbeitenden Schulen	
Noch nicht abgeklärt und abgedeckt sind die Bedarfe 
sämtlicher im Rahmen von gemeinsamem Unterricht 
inklusiv arbeitenden Schulen. Anhand der Rückmel-

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
66
dungen aus den Schulen ist durch die veränderte Lage 
eine hohe Unsicherheit der Lehrkräfte in Bezug auf den 
Umgang mit Kindern im inklusiven Unterricht zu ver-
merken. Gewünscht wird das Einbringen von kinder- 
und jugendpsychiatrischer Fachkompetenz in die Pla-
nungen, bezogen auf inklusiven Unterricht, aber auch 
im konkreten Einzelfall vor Ort in inklusiven Schulen. 
 − Übergänge für Jugendliche und junge Erwachsene 
mit psychischen Problemen 	
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Vernetzung, Koor-
dinierung und dem Ausbau von Hilfen für junge Men-
schen auf dem Weg ins Erwachsenenalter. Verstärkt ist 
dabei das Problem der Übergänge von der Kinder- und 
Jugendpsychiatrie in die Erwachsenenpsychiatrie zu 
berücksichtigen, bei dem auch die therapeutischen Kon-
zepte und diagnostischen Vorgehensweisen wechseln.  
 − Setting-bezogene Gesundheitsförderung im Sinne 
von Empowerment an Schulen	
Im „Kölner Bündnis für gesunde Lebenswelten“ wer-
den Aktivitäten bezogen auf Gesundheitsförderung 
an Kölner Schulen durch mehr Partizipation gefördert. 
Durch eine Verbindung zu diesem Projekt sollten die 
Aktivitäten zur Gesundheitsförderung an Schulen auch 
für den Bereich der seelischen Gesundheit im Sinne 
eines „Empowerments“ vorangebracht werden. So 
sollten unter anderem durch Vorträge und Workshops 
mit Akteurinnen und Akteuren aus den Sozialräumen, 
die das Thema „Empowerment“ durch Partizipation 
zum Thema haben, das Bewusstsein und das Engage-
ment für gesundes Leben und gesundes Arbeiten 
gefördert werden.
6.3  Fallbeispiel Kinder- und Jugendpsychiatrischer 
Dienst Köln
Mehmet L., 7 Jahre alt
Anlass und Problematik:  
Eine Schulsozialarbeiterin einer Regelgrundschule wendet 
sich an die Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle 
des Gesundheitsamtes, da sie von einer Lehrerin auf Meh-
met, einen 7-jährigen Jungen der ersten Klasse aufmerksam 
gemacht wurde. Dieser verhalte sich im Unterricht auffällig, 
störe oft andere Kinder und benötige wesentlich länger, um 
den Unterrichtsstoff zu erfassen. Mutter und Lehrerin schätzen 
das Verhalten sehr unterschiedlich ein. Die Sozialarbeiterin 
bittet nun den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst um 
professionelle Hilfe. 
Intervention der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Bera-
tungsstelle (KJPB):
 − Kontaktaufnahme der Sozialarbeiterin der KJPB mit der 
Schulsozialarbeiterin 
 − Terminvereinbarung zur Hospitation der Kinder- und 
Jugendpsychiaterin und der Sozialarbeiterin von der 
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Beratungsstelle im 
Unterricht der Grundschule
 − Gesprächsvereinbarung mit den Eltern im Anschluss
 − Klärung des Hilfebedarfs und psychiatrische Einschätzung 
der Kinder- und Jugendpsychiaterin
 − Die Familie wohnt sehr beengt in einer 40qm Wohnung 
mit noch zwei weiteren Kindern (1 und 4 Jahre alt), die 
Eltern wirken überfordert.
 − Bei dem Kindsvater besteht der Verdacht auf Autismus.
 − Die Eltern sprechen lediglich türkisch und verstehen nur 
wenig deutsch.
 − Es bestehen große Berührungsängste mit der Kinder- 
und Jugendpsychiatrie sowie mit dem Amt für Kinder, 
Jugend und Familie.
 − Terminvereinbarung mit dem Psychologen der Kinder- 
und Jugendpsychiatrischen Beratungsstelle zur Entwick-
lungsdiagnostik des Jungen in der Schule
 − aufsuchende Testuntersuchung in der Schule durch den 
Psychologen der KJPB ohne die Eltern, aber mit einer 
Vertrauensperson, 
Ergebnis: leichte sprachliche Schwächen und Unsicher-
heiten im Sozialverhalten bei normalem IQ
 − Beratung der Eltern und der Schule hinsichtlich des Test- 
ergebnisses
 − Begleitung der Eltern durch die türkisch sprechende 
Sozialarbeiterin der KJPB zum zuständigen Mitarbeiter 
des Allgemeinen Sozialen Diensts des Amtes für Kinder, 
Jugend und Familie, um nach Hilfen zur Erziehung zu 
fragen. 
Kurzfristiger Effekt :
 − Der frühzeitige Einstieg und die passgenaue Vermittlung 
ins bestehende Hilfesystem können bei dieser Familie mit 
hohem Hilfebedarf erfolgen, da die Kinder- und Jugend-
psychiatrische Beratungsstelle aus einem interdiszipli-
nären und interkulturellen Team zusammengesetzt ist. 
Dieses steht als direkter Ansprechpartner unter anderem 
für die Schulen zur Verfügung und garantiert kurze Infor-
mationswege (auch professionsübergreifend). 
 − Die Kontaktaufnahme mit der Familie und die Klärung der 
Situation gelingen, da Vertrauen und hohe Akzeptanz der 
Eltern für die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner 
des Gesundheitsamtes vorhanden sind.
 − Die Überleitung zum Amt für Kinder, Jugend und Familie 
ist erfolgreich, da die Eltern muttersprachlich begleitet 
werden und somit Berührungsängste abgebaut werden

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
67
können. Dadurch wächst die Bereitschaft, Hilfsangebote 
des Amtes für Kinder, Jugend und Familie anzunehmen. 
Langfristiger Effekt:
Aufgrund der Ergebnisse der durchgeführten Entwicklungs-
diagnostik kann der Junge speziell gefördert und ein im 
Raum stehender Wechsel auf die Förderschule vermieden 
werden. Die Familie wird parallel durch das Amt für Kinder, 
Jugend und Familie mit einer Familienhilfe pädagogisch 
unterstützt.
6.4 Fazit und Empfehlungen
Kinder – und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln:
Seit 2009 arbeitet der Kinder- und Jugendpsychiatrische 
Dienst als niedrigschwelliges Angebot für Kinder und 
Jugendliche, ihre Eltern sowie als Beratungsangebot für 
sozialpädagogische und pädagogische Fachkräfte mit 
dem Schwerpunkt in Förderschulen. Der tatsächliche 
Kölner Bedarf an niedrigschwelliger sozialpsychiatri-
scher Beratung und Begleitung konnte jedoch mit den 
vorhandenen personellen Ressourcen bei weitem nicht 
gedeckt werden. Der Kinder- und Jugendpsychiatrische 
Dienst wurde daher im Rahmen einer Projektförderung 
durch das Land Nordrhein-Westfalen mit Laufzeit von 
März 2014 bis Mai 2017 zu einem stadtweit vernetzten 
Angebot erweitert. 
Die Auswertungen zeigen, dass es durch diesen Ausbau 
gelungen ist, stadtweit Kinder und Jugendliche mit 
komplexen Problematiken besser zu erreichen, frühzei-
tig und bedarfsgerecht zu unterstützen und nachhaltig 
im Hilfesystem einzubinden:
 − Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die durch 
den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst niedrig-
schwellig beraten und begleitet werden, konnte deut-
lich erhöht werden. 
 − Neben den etablierten Sprechstunden in den Förder-
schulen wird der Kinder- und Jugendpsychiatrische 
Dienst jetzt zunehmend auch in Regelschulen tätig. 
Durch intensivierte und kontinuierliche Kooperati-
on mit den stadtbezirksbezogenen Arbeitskreisen 
„Netzwerk Erziehung in Schule“ (NEIS) kann sich der 
Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst bei aktuell 
auftretenden Problemen frühzeitig einschalten und 
den konkreten Fall begleiten.
 − Zusätzlich zur Zentrale in der Innenstadt wurden zwei 
weitere Standorte des Kinder- und Jugendpsychiat-
rischen Dienstes in den Stadtbezirken Mülheim und 
Kalk, in denen viele betroffene Kinder und Jugendliche 
leben, eingerichtet. Dadurch wird eine intensivierte 
Zusammenarbeit mit den Bezirksjugendämtern und 
eine sozialräumlich vernetzte Arbeit vor Ort ermög-
licht sowie die aufsuchende Arbeit erleichtert.
 − Zunehmend wenden sich auch ältere Jugendliche und 
junge Erwachsene mit psychischen Problemen an die 
Beratungsstelle, da sie Hilfestellung benötigen, um 
den Übergang Schule/Beruf bewältigen zu können. 
Hier äußert sich ein weitergehender und umfassender 
Präventionsbedarf. Das Angebot für Jugendliche und 
junge Erwachsene mit psychischen Problemen ist vor 
diesem Hintergrund entsprechend weiterzuentwickeln.
 − Es finden Sprechstunden und aufsuchende Beratun-
gen in Unterkünften für Geflüchtete statt. 
Weiterhin zeichnet sich allerdings ein hoher Bedarf an 
Beratung durch den Kinder- und Jugendpsychiatrischen 
Dienst ab, unter anderem in den Regelschulen, dabei 
insbesondere in den inklusiven Schulen.
Der zunächst im Rahmen des Landesprojekts befris-
tete Ausbau des Kinder- und Jugendpsychiatrischen 
Dienstes wird gemäß Ratsbeschluss der Stadt Köln vom 
04.04.2017 dauerhaft als Regelangebot fortgeführt.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
68
7	 Stadtweite	 Projekte	mit	Gesundheitsbezug
In der Stadt Köln werden die Gesundheitsförderung 
und Prävention bei Kindern und Jugendlichen als Quer-
schnittsaufgaben verstanden und erfordern daher eine 
interdisziplinäre, multiprofessionelle und sektoren-
übergreifende Strategie. Entsprechend werden diese 
Themen in stadtweiten Programmen aufgegriffen und 
einbezogen, wie hier anhand von drei aktuellen Projek-
ten beispielhaft dargestellt wird:
 − Präventionsketten – Integrierte Gesamtstrategien 
für Kinder und Jugendliche 
Auf der Basis eines Beschlusses des Verwaltungsvor-
standes und erfolgreicher Bewerbung auf einen Aufruf 
der Landesregierung nimmt die Stadt Köln seit Früh-
jahr 2017 am Landesprogramm „Kommunale Präven-
tionsketten / Kein Kind zurücklassen“ teil.  
 
Im Rahmen des Programmes „Kommunale Präventi-
onsketten / Kein Kind zurücklassen“ will die Verwal-
tung ihre Bemühungen zur Förderung von Teilhabe-, 
Bildungs- und Gesundheitschancen von Kindern und 
Jugendlichen in Köln weiter systematisieren und sich 
dafür an einem vom Land Nordrhein Westfalen zur 
Verfügung gestellten Steuerungs-und Qualitätsrah-
men orientieren. Konkret ergeben sich drei Ziele im 
Rahmen des Landesprogramms:
 − Entwicklung eines Präventionsleitbildes
 − Weiterentwicklung von Maßnahmen einer kom-
munalen Präventionskette bei gesamtkommunaler 
Steuerung und integrierter Planung. Beabsichtigt 
sind hier Empfehlungen für die Struktur- und Praxis-
ebene, die auf Analysen und strategischen Zielen 
aufbauen.
 − Einrichtung eines Präventionsmonitorings.
104
 
 − Inhaltlich bietet das Programm die Chance, zu aktuel-
len Fachdebatten zur Prävention und zur Gestaltung 
von Teilhabe- und Bildungsstrukturen und -prozessen in 
Kommunen beizutragen. Die Verwaltung wird den poli-
tischen Gremien in der zweiten Jahreshälfte 2018 einen 
Ergebnisbericht als Grundlegung für weitere Aktivitä-
ten und eine nachhaltige gesamtstrategische Steue-
rung vorlegen. Vor diesem Hintergrund werde auch das 
ältere städtische Handlungskonzept gegen die Folgen 
von Kinderarmut bilanziert und fortgeschrieben.
104  Siehe Mitteilung der Verwaltung an die Fachausschüsse des Rates der Stadt Köln 
3345/2017 vom 20.11.2017
 − Kinderfreundliche Stadt 
Die „Vereinbarung über die Rechte des Kindes“ wur-
de bereits 1989 von der UN-Hauptversammlung 
beschlossen und ist in Deutschland geltendes Recht. 
Die Stadt Köln hat sich auf den Weg gemacht, die 
UN-Kinderrechtskonvention zu verwirklichen. Sie hat 
sich zum Ziel gesetzt, dass alle Kinder und Jugendli-
chen – unabhängig von ihren persönlichen Lebenssi-
tuationen – die Zuwendung, Unterstützung und För-
derung erhalten, die es ihnen ermöglicht, ihre Zukunft 
selbst zu gestalten. Ein wesentlicher Baustein ist dabei 
das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ des Vereins 
„Kinderfreundliche Kommunen e.V.“, das Köln als 
die erste und bisher einzige Großstadt erhalten hat. 
Hierfür wurde von der Stadt Köln der „Aktionsplan 
kinder- und jugendfreundliche Kommune“ erstellt und 
vom Rat der Stadt Köln am 19.12.2017 beschlossen
105
. 
Dieser Aktionsplan soll gesamtstädtisch umgesetzt 
werden. Er sieht vor, dass „Kinder- und Jugendfreund-
lichkeit“ stets zu berücksichtigen ist – sowohl bei 
der Gesundheitsförderung als auch bei allen anderen 
Planungsprozessen. Laut UN-Kinderrechtskonventi-
on haben Kinder und Jugendliche das „Recht auf ein 
Höchstmaß an Gesundheit, auf Gesundheitsvorsorge 
und medizinische Betreuung“. In Köln wird in unter-
schiedlichen Programmen daran gearbeitet, dieses 
Recht umzusetzen. Die Gesundheit steht im Zusam-
menhang mit der sozioökonomischen Lage der Kinder 
und Jugendlichen und auch mit ihrer Umwelt sowie 
ihrem Zugang zu Bildung. Wichtig bei der Umsetzung 
des Rechtes auf Gesundheit sind Handlungsfelder wie 
Ernährung, Bewegung, Suchtprävention und seelische 
Gesundheit sowie niedrigschwellige Zugänge wie sie 
beispielsweise bei den Frühen Hilfen und beim Kin-
der- und Jugendpsychiatrischen Dienst der Stadt Köln 
bereits umgesetzt werden. 
 − Programm Starke Veedel – Starkes Köln 
Weil sich das Bild der Stadt Köln täglich verändert, 
muss diese sich ständig an neue Rahmenbedingungen 
anpassen. Besonders hervorzuheben ist mit Blick auf 
die damit verbundenen  Anforderungen auch das Pro-
gramm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialrau-
morientierung in Köln“. Ziel des seit mehr als einem 
Jahrzehnt insbesondere im Jugend- und Sozialbereich 
105  Beschlussvorlage der Stadt Köln, Nr. 2668/2017, Aktionsplan zur Auszeichnung der Stadt 
Köln als „Kinderfreundliche Kommune“ vom 23.10.2017

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
69
praktizierten Ansatzes der Sozialraumorientierung in 
den ausgewiesenen Sozialraumgebieten
106
 ist es, die 
zum Teil schwierigen Lebensbedingungen der Men-
schen in elf ausgewählten Sozialräumen zu verbessern. 
Durch eine optimierte Zusammenarbeit und Vernet-
zung aller städtischen Dienststellen, der freien Träger, 
Verbände sowie sonstiger Akteurinnen und Akteure 
sollen Unterstützungsleistungen begründet und 
Selbsthilfekräfte gestärkt werden. Um dies zu errei-
chen, wurde in jedem Sozialraum eine Koordinatorin 
beziehungsweise ein Koordinator eingesetzt, die – bis 
auf eine Ausnahme – bei freien Trägern angesiedelt 
sind. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren fun-
gieren als „Informationsdrehscheibe“ und Bindeglied 
zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Verbänden 
und Bewohnerschaft. Sie unterstützen oder initiieren 
Kooperations- und Vernetzungsstrukturen in den Sozi-
alräumen, nutzen diese, um besondere Bedarfslagen 
zu identifizieren, und entwickeln gemeinsam mit den 
Diensten und Einrichtungen der freien Träger vor Ort 
bedarfsgerechte Projekte und Maßnahmen. 
 
Hieran anknüpfend hat der Rat der Stadt Köln in 
seiner Sitzung am 20.12.2016  beschlossen, die elf 
Sozialraumgebiete aus dem Programm „Lebenswerte 
Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende 
Handlungsstrategie der Sozialraumorientierung zur 
Grundlage des Leitkonzeptes  „Starke Veedel – starkes 
Köln“ zu machen, um die Anpassung an sich verän-
dernde Anforderungen der Stadtgesellschaft und um 
die Schaffung von adäquaten Angebotsformen und 
-strukturen weiter zu verbessern. 
 
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ 
wurden passgenaue Angebotsstrukturen, die dazu 
beitragen gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebens-
bereichen zu ermöglichen, in den elf ausgewiesenen 
Sozialraumgebieten entwickelt und befinden sich in 
der Umsetzung. Gleichzeitig sollen städtebauliche 
Missstände beseitigt werden. Die Stadt ist damit dem 
Förderaufruf des Landes Nordrhein Westfalen unter 
dem Titel „Starke Menschen – Starke Quartiere“ vom 
Februar 2015 gefolgt. Ziel des Aufrufs ist die Stärkung 
der besonders von sozialer Benachteiligung betrof-
fenen Stadtquartiere sowie die nachhaltige Verbes-
serung der Lebenssituation der in diesen Quartieren 
lebenden Menschen. Entsprechend wird der sozial-
räumliche Ansatz in den Fokus gestellt. Die Förderung 
106  Ausgewiesene Sozialräume der Stadt Köln sind Bickendorf/Westend/Ossendorf, Bock-
lemünd/Mengenich, Meschenich/Rondorf, Bilderstöckchen, Blumenberg/Chorweiler/
Seeberg-Nord, Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Humboldt/Gremberg/Kalk, Mül-
heim-Nord/Keupstraße, Ostheim/Neubrück, Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil.
dieser Quartiere soll gleichzeitig auch zur gesamt-
städtischen Entwicklung beitragen und den sozialen 
Zusammenhalt in der Gesamtstadt fördern. Die The-
menbereiche sind dabei vielfältig: Sie reichen von prä-
ventiven Angeboten im sozialen und gesundheitlichen 
Bereich und im Bildungsbereich, über die Stärkung der 
lokalen Wirtschaft, Aufwertungen im Wohnumfeld, 
Veränderungen im öffentlichen Raum bis hin zur Ver-
besserung der Umweltbedingungen. Ein Schwerpunkt 
des Programmes liegt in der Stärkung und Förderung 
des „jungen Kölns“, der Kinder, Jugendlichen und 
jungen Erwachsenen in den ausgewiesen Sozialraum-
gebieten. Im gesundheitlichen Bereich konnte im 
Rahmen des Programmes „Starke Veedel – Starkes 
Köln“ in allen ausgewiesenen Sozialraumgebieten das 
Projekt „Plan27“ mit der Laufzeit vom 01.04.2017 bis 
31.03.2019 als aufsuchendes Hilfeangebot für junge 
Menschen mit psychischen Problemen eingerichtet 
werden (siehe hierzu auch unter 9.2).

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
70
8	 Stadtteilbezogene	 Übersicht	der	Auswertungen	zur	Kindergesundheit
Abbildung 37: Übersicht Köln: Die Gliederung des Kölner Stadtgebietes 
Quelle: Amt für Statistik und Stadtentwicklung Stadt Köln
Eine Zusammenschau vorliegender gesundheitlicher 
Daten auf Stadtteilebene (siehe Abbildung 37) eröffnet 
die Möglichkeit, eine Übersicht zu erhalten, in welchen 
Stadtteilen Kölns – verglichen mit den Mittelwerten auf 
Stadtgebietsebene – die Werte zur gesundheitlichen 
Situation der KiTa- und Grundschulkinder in mehreren 
Bereichen unter dem Durchschnitt liegen.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
71
Dafür werden Indikatoren, die landesweit in der Gesund-
heitsberichterstattung eingesetzt werden und in diesem 
Bericht bereits dargestellt wurden, in einer stadtteilbe-
zogenen Übersicht zusammengeführt. Im Detail werden 
sie im Kapitel 3/Zahngesundheit und Kapitel 4/Schulein-
gangsuntersuchung vorgestellt: 
 − Quote übergewichtiger Kinder 
Quelle: Schuleingangsuntersuchung siehe 4.2.3,  
örtliche Zuordnung zum Stadtteil: Wohnadresse des 
Kindes
 − Quote der Kinder mit fehlender Teilnahme an der 
Früherkennungsuntersuchung U8 (bezogen auf die 
in der Schuleingangsuntersuchung vorgelegten Unter-
suchungshefte), Quelle: Schuleingangsuntersuchung 
siehe 4.2.2,  
örtliche Zuordnung zum Stadtteil: Wohnadresse des 
Kindes
 − Quote der Kinder mit auffälligem Punktwert in 
einem der Tests zum Entwicklungsstand 
zugrunde gelegte Tests: „Selektive Aufmerksamkeit“, 
„Zählen“, „Zahlen- und Mengenvorwissen“, „Visuo-
motorik“, „Visuelles Wahrnehmen“, „Pseudowörter 
nachsprechen“, „Körperkoordination“, Quelle: Schu-
leingangsuntersuchung siehe 4.2.4,  
örtliche Zuordnung zum Stadtteil: Wohnadresse des 
Kindes
 − Quote der Kinder, die kein naturgesundes Gebiss 
aufweisen 
Quelle: Reihenuntersuchungen des Kinder- und 
Jugendzahnärztlichen Dienstes  
siehe 3.1 und 3.2,  
örtliche Zuordnung zum Stadtteil: Grundschuladresse 
des Kindes, bei Stadtteilen ohne Grundschule liegt 
daher kein Wert vor.
Zu jedem dieser Indikatoren gibt es in diesen Kapiteln 
jeweils eine kleinräumige Stadtkarte. Des Weiteren wird 
hier auf die Ausführungen in die entsprechenden Kapitel 
verwiesen.
Pro Stadtteil werden die Werte der vier Indikatoren 
da rauf hin betrachtet, wie sie im Vergleich zum städti-
schen Mittelwert liegen. Für einige Stadtteile sind keine 
Werte für Zahngesundheit aufgeführt, da es dort keine 
Grundschulen gibt, zum Beispiel Hahnwald oder Libur. 
Dort werden nur die Werte der drei vorhandenen Indika-
toren herangezogen.
Wenn bei einem Stadtteil über die Hälfte der vorliegen-
den Werte im Vergleich zum den städtischen Mittelwer-
ten unterdurchschnittlich sind, kann dies darauf hinwei-
sen, dass übergreifende Setting-bezogene Maßnahmen 
der Gesundheitsförderung insbesondere in diesen 
Stadtteilen hohe Priorität haben. Das trifft auf die Stadt-
teile Meschenich, Bickendorf, Bocklemünd/Mengenich, 
Ossendorf, Niehl, Weidenpesch, Bilderstöckchen, Lind-
weiler, Chorweiler, Roggendorf/Thenhoven, Gremberg-
hoven, Eil, Porz, Wahnheide, Lind, Finkenberg, Hum-
boldt/Gremberg, Kalk, Höhenberg, Ostheim, Mülheim, 
Buchheim, Buchforst und Dünnwald zu. In der Tabelle 
von Abbildung 38 sind diese Stadtteile mit einem roten 
Punkt gekennzeichnet.
Auch bei unterdurchschnittlichen Werten zweier Indi-
katoren und durchschnittlichen Werten der anderen 
beiden Indikatoren ist der Bedarf Setting-bezogener 
Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu prüfen. Dies 
betrifft die Stadtteile Raderberg, Seeberg, Blumen-
berg, Worringen, Wahn, Vingst, Neubrück, Höhenhaus, 
Stammheim und Flittard. Die Ergebnisse der Stadtteile 
Godorf und Immendorf sind aufgrund der geringen Zahl 
untersuchter Kinder (unter 50 Kinder mit gültigen Anga-
ben) nur bedingt belastbar, daher werden sie in diese 
Auswertung nicht einbezogen. 
Armut und Kindergesundheit
Der Zusammenhang sozialer und gesundheitlicher 
Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen bildet 
sich hier – wie auch in vorangegangener Gesundheits-
berichterstattung
107
 – kleinräumlich auf Stadtteilebene 
ab: Als Hinweis auf soziale Benachteiligung sowie Armut 
dient in diesem Zusammenhang eine im Stadtteil über-
durchschnittliche Quote an Kindern unter 15 Jahren in 
SGB II-Bedarfsgemeinschaften
108
. In den vorgenann-
ten Stadtteilen, mit Ausnahme von Raderberg, Niehl, 
Ossendorf, Blumenberg, Worringen und Wahn liegt die 
Quote an Kindern unter 15 Jahren in SGB II- Bedarfsge -
meinschaften über dem städtischen Durchschnitt von 
21,5 Prozent (davon in Weidenpesch mit 22,5 Prozent 
sowie Wahnheide und Stammheim mit je 24,8 Prozent 
allerdings nur geringfügig).
107  vgl. Stadt Köln, Gesundheitsamt, „Kindergesundheit im Vorschulalter, Gesundheitsbe-
richt 2009“: 94
108  Durchschnittliche Quote der Kinder, die in SGB II-Bedarfsgemeinschaften leben, von den 
Kindern unter 15 Jahre, die ihren Hauptwohnsitz in Köln haben: 21,5, Prozent, Bezugsjahr 
2016, Stand 31.12.2016, Quelle: Bundesagentur für Arbeit/Stadt Köln – Amt für Stadt- 
entwicklung und Statistik

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
72
Abbildung 38: Stadtteilbezogene Übersicht gesundheitsbezogener Indikatoren der Schuleingangsuntersuchung und  
der Reihenuntersuchungen des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes 
Stadtteilbezogene 
Auswertung  
gesundheitsbezoge-
ner Indikatoren
Übergewicht und 
erhebliches Überge-
wicht:
U-8-Teilnahme: Testergebnisse zum 
Entwicklungsstand:
Zahngesundheit: Bedarf an Maß- 
nahmen zur Gesund-
heitsförderung/
Prävention
Anteil der Kinder mit 
Übergewicht oder 
erheblichem Über-
gewicht an allen Kin-
dern, die untersucht 
wurden
Anteil der Kinder, 
die nicht an der U8 
teilgenommen haben 
an allen Kindern, die 
untersucht wurden 
und ein Untersu-
chungsheft vorgelegt 
haben
Anteil an Kindern mit 
auffälligem Punkt-
wert bei mindestens 
einem der Tests zum 
Entwicklungsstand
Anteil an Kindern, die 
kein naturgesundes 
Gebiss aufweisen
Jahrgang  
2015-2017
Jahrgang  
2015-2017
Jahrgang  
2015-2017
Schuljahr 2016/2017
n=23.816 n=23.603 n=24.044 n=16.271
 über dem Durchschnitt 
 im Durchschnitt
 unter dem Durchschnitt
Hinweis auf hohe 
Priorität: 
Bezirk 1 Innenstadt
101 / Altstadt/Süd
102 / Neustadt/Süd
103 / Altstadt/Nord
104 / Neustadt/Nord
105 / Deutz
Bezirk 2 Rodenkirchen
201 / Bayenthal
202 / Marienburg Keine Daten
203 / Raderberg
204 / Raderthal Keine Daten
205 / Zollstock
206 / Rondorf
207 / Hahnwald Keine Daten
208 / Rodenkirchen
209 / Weiß
210 / Sürth
211 / Godorf
212 / Immendorf
213 / Meschenich

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
73
Stadtteilbezogene 
Auswertung  
gesundheitsbezoge-
ner Indikatoren
Übergewichtig und 
erhebliches Überge-
wicht:
U-8-Teilnahme: Testergebnisse zum 
Entwicklungsstand:
Zahngesundheit: Bedarf an Maßnah-
men zur Gesund-
heitsförderung/
Prävention
Anteil der Kinder mit 
Übergewicht oder 
erheblichem Über-
gewicht an allen Kin-
dern, die untersucht 
wurden
Anteil der Kinder, 
die nicht an der U8 
teilgenommen haben 
an allen Kindern, die 
untersucht wurden 
und ein Untersu-
chungsheft vorgelegt 
haben
Anteil an Kindern mit 
auffälligem Punkt-
wert bei mindestens 
einem der Tests zum 
Entwicklungsstand
Anteil an Kindern, die 
kein naturgesundes 
Gebiss aufweisen
Jahrgang  
2015 -2017
Jahrgang  
2015-2017
Jahrgang  
2015-2017 Schuljahr 2016/2017
n=23.816 n=23.603 n=24.044 n=16.271
 über dem Durchschnitt 
 im Durchschnitt
 unter dem Durchschnitt
Hinweis auf hohe 
Priorität: 
Bezirk 3 Lindenthal
301 / Klettenberg
302 / Sülz
303 / Lindenthal
304 / Braunsfeld
305 / Müngersdorf
306 / Junkersdorf
307 / Weiden
308 / Lövenich
309 / Widdersdorf
Bezirk 4 Ehrenfeld
401 / Ehrenfeld
402 / Neuehrenfeld
403 / Bickendorf
404 / Vogelsang
405 / Bockl./Meng.*
406 / Ossendorf
Bezirk 5 Nippes
501 / Nippes
502 / Mauenheim
503 / Riehl
504 / Niehl
505 / Weidenpesch
506 / Longerich
507 / Bilderst.*

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
74
Stadtteilbezogene 
Auswertung  
gesundheitsbezoge-
ner Indikatoren
Übergewichtig und 
erhebliches Überge-
wicht:
U-8-Teilnahme: Testergebnisse zum 
Entwicklungsstand:
Zahngesundheit: Bedarf an Maßnah-
men zur Gesund-
heitsförderung/
Prävention
Anteil der Kinder mit 
Übergewicht oder 
erheblichem Über-
gewicht an allen Kin-
dern, die untersucht 
wurden
Anteil der Kinder, 
die nicht an der U8 
teilgenommen haben 
an allen Kindern, die 
untersucht wurden 
und ein Untersu-
chungsheft vorgelegt 
haben
Anteil an Kindern mit 
auffälligem Punkt-
wert bei mindestens 
einem der Tests zum 
Entwicklungsstand
Anteil an Kindern , 
die kein naturgesun-
des Gebiss aufweisen
Jahrgang  
2015 -2017
Jahrgang  
2015-2017
Jahrgang  
2015-2017
Schuljahr 2016/2017
n=23.816 n=23.603 n=24.044 n=16.271
 über dem Durchschnitt 
 im Durchschnitt
 unter dem Durchschnitt
Hinweis auf hohe 
Priorität: 
Bezirk 6 Chorweiler
601 / Merkenich
602 / Fühlingen Keine Daten
603 / Seeberg
604 / Heimersdorf
605 / Lindweiler
606 / Pesch
607 / Esch/Auweiler
608 / Volk./Weil.* Keine Daten
609 / Chorweiler
610 / Blumenberg
611 / Rogg.Thenh.*
612 / Worringen

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
75
Stadtteilbezogene 
Auswertung  
gesundheitsbezoge-
ner Indikatoren
Übergewichtig und 
erhebliches Überge-
wicht:
U-8-Teilnahme: Testergebnisse zum 
Entwicklungsstand:
Zahngesundheit: Bedarf an Maßnah-
men zur Gesund-
heitsförderung/
Prävention
Anteil der Kinder mit 
Übergewicht oder 
erheblichem Über-
gewicht an allen Kin-
dern, die untersucht 
wurden
Anteil der Kinder, 
die nicht an der U8 
teilgenommen haben 
an allen Kindern, die 
untersucht wurden 
und ein Untersu-
chungsheft vorgelegt 
haben
Anteil an Kindern mit 
auffälligem Punkt-
wert bei mindestens 
einem der Tests zum 
Entwicklungsstand
Anteil an Kindern, die 
kein naturgesundes 
Gebiss aufweisen
Jahrgang  
2015 -2017
Jahrgang  
2015-2017
Jahrgang  
2015-2017
Schuljahr 2016/2017
n=23.816 n=23.603 n=24.044 n=16.271
 über dem Durchschnitt 
 im Durchschnitt
 unter dem Durchschnitt
Hinweis auf hohe 
Priorität:
Bezirk 7 Porz
701 / Poll
702 / Westhoven Keine Daten
703 / Ensen
704 / Grembergh.
705 / Eil
706 / Porz
707 / Urbach
708 / Elsdorf Keine Daten
709 / Grengel
710 / Wahnheide
711 / Wahn
712 / Lind Keine Daten
713 / Libur Keine Daten
714 / Zündorf
715 / Langel
716 / Finkenberg

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
76
Stadtteilbezogene 
Auswertung  
gesundheitsbezoge-
ner Indikatoren
Übergewichtig und 
erhebliches Überge-
wicht:
U-8-Teilnahme: Testergebnisse zum 
Entwicklungsstand:
Zahngesundheit: Bedarf an Maßnah-
men zur Gesund-
heitsförderung/ 
Prävention
Anteil der Kinder mit 
Übergewicht oder 
erheblichem Über-
gewicht an allen Kin-
dern, die untersucht 
wurden
Anteil der Kinder, 
die nicht an der U8 
teilgenommen haben 
an allen Kindern, die 
untersucht wurden 
und ein Untersu-
chungsheft vorgelegt 
haben
Anteil an Kindern mit 
auffälligem Punkt-
wert bei mindestens 
einem der Tests zum 
Entwicklungsstand
Anteil an Kindern, die 
kein naturgesundes 
Gebiss aufweisen
Jahrgang  
2015 -2017
Jahrgang  
2015 -2017
Jahrgang  
2015 -2017
Schuljahr 2016/2017
n=23.816 n=23.603 n=24.044 n=16.271
 über dem Durchschnitt 
 im Durchschnitt
 unter dem Durchschnitt
Hinweis auf hohe 
Priorität:
Bezirk 8 Kalk
801 / Humb/Gre.*
802 / Kalk
803 / Vingst
804 / Höhenberg
805 / Ostheim
806 / Merheim
807 / Brück
808 / Rath/Heumar
809 / Neubrück
Bezirk 9 Mülheim
901 / Mülheim
902 / Buchforst
903 / Buchheim
904 / Holweide
905 / Dellbrück
906 /Höhenhaus
907 / Dünnwald
908/ Stammheim
909 / Flittard
*In der Tabelle abgekürzte Stadtteilnamen: 405/Bocklemünd/Mengenich, 507/Bilderstöckchen, 608/Volkhoven/Wei-
ler, 611/Roggendorf/Thenhoven, 704/Gremberghoven, 801/Humboldt/Gremberg

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
77
9	 Zusammenfassung,	 Ausblick	und	Empfehlungen
9.1  Wichtigste Ergebnisse zur Gesundheit von 
Kindern und Jugendlichen im Überblick
Basis dieses Kinder- und Jugendgesundheitsberichtes 
sind die Daten der Schuleingangsuntersuchung, der 
Reihenuntersuchungen des Kinder- und Jugendzahn-
ärztlichen Dienstes sowie der Beratungs- und Falldoku-
mentationen. Bei den Schuleingangsuntersuchungen 
ist zu berücksichtigen, dass die primäre Aufgabe darin 
besteht, die Schulfähigkeit der Kinder festzustellen und 
bei Bedarf gezielt Fördermöglichkeiten in die Wege zu 
leiten. Entsprechend liegt der Fokus der Untersuchun-
gen in erster Linie auf den schulrelevanten Fähigkeiten 
und dem individuellen Förderbedarf des vorgestellten 
Kindes. Da grundsätzlich jedes Kind die Schuleingangs-
untersuchung vor der Einschulung durchläuft, können 
die Ergebnisse jedoch Hinweise auf die gesundheitliche 
Situation der Kinder in Köln geben.
Der überwiegende Teil der Kinder in Köln zeigt bei der 
Schuleingangsuntersuchung 2017 wie bereits in den 
Vorjahren in den hier dargestellten Schwerpunkten der 
schulärztlichen sowie zahnärztlichen Untersuchungen 
eine gesunde und altersgerechte Entwicklung. Im Ver-
gleich zu den Vorberichten 2009 und 2013 gibt es Ver-
änderungen in folgenden Bereichen: 
Gegenüber den Ergebnissen der Schuleingangsunter-
suchungen aus 2012 haben sich die Durchimpfungs-
raten gegen Masern, Mumps, Röteln leicht erhöht und 
gegen Varizellen, Hepatitis B und Pneumokokken sogar 
deutlich verbessert. In Bezug auf Diphtherie, Tetanus 
und Pertussis ist allerdings ein leichter Rückgang der 
Durchimpfungsrate zu verzeichnen. 
Die Teilnahmequoten an den Früherkennungsuntersu-
chungen U6 bis U9 sind beim Jahrgang 2017 gegenüber 
dem Jahrgang 2012 geringfügig angestiegen, die Teil-
nahmequote an der seit 2010 generell angebotenen Frü-
herkennungsuntersuchung U7a hat sich sogar erheblich 
erhöht. 
Im Einschulungsjahrgang 2017 zeigt sich – wie auch in 
den Vorjahren – ein hoher Anteil an Kindern mit Adipo-
sitas. Im Vergleich zum Ausgangswert 2012 (5,4 Pro-
zent) ist mit 4,3 Prozent im Jahrgang 2017 ein leichter 
Rückgang bei den 5- bis 6-jährigen Kindern zu beobach-
ten. Die Analysen der KIGGS-Studie des Robert Koch-In-
stituts
109
 belegen, dass bei Kindern und Jugendlichen 
mit zunehmendem Alter auch der Anteil an Kindern 
mit Übergewicht und Adipositas steigt. Weiterhin ist es 
wichtig, bereits vor der Einschulung das Thema Über-
wicht in den Blick zu nehmen.
Der Anteil untergewichtiger Kinder hat sich dagegen im 
Vergleich zum Jahrgang 2012 leicht erhöht. Die weitere 
Entwicklung dieses Wertes sollte beobachtet werden. 
In den Kindertageseinrichtungen hat sich die Zahnge-
sundheit der Kinder aus den „Risikoeinrichtungen
110
“ 
im Schuljahr 2016/2017 seit dem Schuljahr 2011/2012 
verbessert. In den Grundschulen gibt es eine gene-
relle Verbesserung der Zahngesundheitswerte. Diese 
Entwicklungen sind unter anderem auf die gezielten 
gruppenprophylaktischen Maßnahmen des Kinder- und 
Jugendzahnärztlichen Dienstes zurückzuführen.
Von Gesundheitsrisiken sind nach wie vor Kinder in 
benachteiligten sozialen Lebenssituationen
111
 beson-
ders betroffen. Darüber hinaus lassen sich Hinweise 
auf einen Zusammenhang zwischen sozialem Status 
und Ergebnissen zur Gesundheit– ebenso wie in den 
Vorjahren auch wieder bei der Analyse der Schulein -
gangsuntersuchung Köln 2017 erkennen. Durch einen 
niedrigschwelligen und Setting-bezogenen Ansatz kann 
der öffentliche Gesundheitsdienst diese Kinder, Jugend-
lichen und ihre Eltern gezielt und frühzeitig erreichen 
und in das vorhandene Regelsystem des Gesundheits -
wesens mit entsprechenden Angeboten oder anderen 
Hilfen einbinden. Beispiele reichen von den Frühen Hil -
fen über den Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst 
oder die Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungs -
stelle bis zur fachärztlichen Betreuung von Geflüchteten 
in Gemeinschaftsunterkünften.
109  „KIGGS-Studie“: Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland, Quelle hier: 
Kurth B, Rosario AS (2007) Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern 
und Jugendlichen in Deutschland. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesund-
heitsschutz 50(5-6):736-743 
Schienkiewitz A, Brettschneider A-K, Damerow S, Schaffrath Rosario A, in Robert Koch-In-
stitut (Hrsg) “KiGGS Welle 2: Ergebnisse im Journal of Health Monitoring”, Gesamtaus-
gabe 1/2018, „Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutschland – 
Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends“ www.kiggs-studie.de/ergebnisse/
kiggs-welle-2/johm.html, abgerufen am 23.03.2018
110  „Risikoeinrichtung“, siehe 3.1: Die 10 Prozent aller Einrichtungen, die die geringste Quote 
an Kindern mit naturgesunden Gebissen im Schuljahr 2011/2012 aufwiesen
111 hier: materielle Benachteiligung (in SGBII-Bedarfsgemeinschaften)

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
78
Gruppenprophylaktische Maßnahmen
 
9.2 Aktuelle Entwicklungen 
Es zeigt sich wie bereits in den beiden Gesundheitsbe-
richten 2009 und 2013, dass seelische Probleme	als	
gesellschaftliches Phänomen an Bedeutung gewinnen. 
Ein Anstieg	von	psychischen Erkrankungen in der Bevöl-
kerung wird durch die Krankenkassen auf der Basis von 
Diagnosedaten und krankheitsbedingten Fehlzeiten 
am Arbeitsplatz bestätigt, unter anderem durch den 
DAK-Gesundheitsreport, den Report Krankenhaus der 
Barmer Ersatzkasse sowie den Fehlzeiten-Report des 
AOK-Bundesverbandes. Fehltage aufgrund psychischer 
Erkrankungen sind laut Fehlzeiten-Report 2017 des 
AOK Bundesverband in den letzten 10 Jahren erheblich 
gestiegen, sie nahmen um 79,3 Prozent zu. 
Systematische Erhebungen zu psychischen Auffälligkeiten 
bei Kindern und Jugendlichen gibt seit 2003 im Rahmen 
der bundesweiten „KIGGS-Studie“ des Robert Koch-Insti-
tuts. Danach liegt der Anteil an Kindern und Jugendlichen 
mit Hinweis auf psychische Auffälligkeiten sowohl in der 
Basiserhebung aus dem Zeitraum 2003 bis 2006 als auch 
in der Folgeerhebung aus dem Zeitraum 2009 bis 2012 
bei etwa einem Fünftel der Kinder und Jugendlichen. 
Psychische Beeinträchtigungen belasten die persönliche 
Entwicklung und den Lebensweg der betroffenen Person 
ebenso wie das familiäre Umfeld der erkrankten Person, 
besonders dann, wenn es sich dabei um Kinder, Jugend-
liche und junge Erwachsene handelt.  
Entsprechend des hohen Bedarfs von Kindern und 
Jugendlichen mit psychischen Problemen wurde der 
Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst im Rahmen 
einer Projektförderung durch das Land Nordrhein-West-
falen mit Laufzeit von März 2014 bis Mai 2017 zu 
einem stadtweit vernetzten Angebot erweitert. Dabei 
wurde der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst in 
zwei besonders belasteten Stadtbezirken ausgebaut. 
Zusätzlich zu dem zentralen Beratungsangebot im 
Gesundheits amt und damit in der Innenstadt wurden 
zwei weitere Beratungsstellen in den Bürgerämtern 
der Stadtbezirke Kalk und Mülheim eingerichtet, um 
eine intensivierte Zusammenarbeit mit den Bezirksju-
gendämtern und eine sozialräumlich vernetzte Arbeit 
vor Ort sowie die Erreichbarkeit für betroffene Familien 
und die aufsuchende Arbeit zu erleichtern. Durch den 
Ausbau ist es gelungen, Kinder und Jugendliche mit mul-

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
79
tiplen Problemlagen nicht nur in den beiden Stadtbezir-
ken, sondern im gesamten Stadtgebiet besser zu errei-
chen, frühzeitig und bedarfsgerecht zu unterstützen 
und nachhaltig in das reguläre Hilfesystem einzubinden. 
Eine unbefristete Weiterführung der beiden durch das 
Projekt initiierten Beratungsstellen Kalk und Mülheim 
wurde vom Rat der Stadt Köln im Jahr 2017 beschlossen.
Zunehmend treten auch ältere Jugendliche und junge 
Erwachsene mit psychischen Problemen in Erscheinung. 
Sie benötigen Unterstützung, um die Übergänge auf 
dem Weg ins Erwachsenenalter bewältigen zu können. 
Dabei besteht hier die Herausforderung, Fachärztinnen 
und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie für die 
Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen. 
Entsprechend den Empfehlungen der „Koordinierungs-
gruppe U 27“, einer Arbeitsgruppe von Kölner Expertin-
nen und Experten aus unterschiedlichen Institutionen, 
wie zum Beispiel Jobcenter, Landschaftsverband, Ämter 
der Stadt Köln und Träger der Jugendhilfe und Erwach-
senenpsychiatrie, wurde das Konzept „U 27“ mit Hand-
lungsempfehlungen erstellt. Es umfasst ein Gesamt-
angebot mit unterschiedlichen Bausteinen für junge 
Menschen mit psychischen Problemen. 
Bisher konnten unter anderem die Beratungsstelle 
„Proberaum“ und das tagesstrukturierende Projekt-
angebot „Proberaum WorX“ in Trägerschaft der 
Alexianer Köln GmbH, finanziert über das Jobcenter, 
realisiert werden. Darüber hinaus wurde das Angebot 
„Plan 27“ als aufsuchende Hilfe am 1. April 2017 in den 
elf Sozialraumgebieten im Rahmen des Programmes 
„Starke Veedel – starkes Köln“ gestartet. Es wird als 
Kooperation des Gesundheitsamts der Stadt Köln mit 
den Trägern Alexianer Köln GmbH, Der Sommerberg 
AWO Betriebsgesellschaft mbH und dem Verein des 
Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) Köln-Nippes und 
Köln-Chorweiler e. V. durchgeführt und ist zunächst bis 
zum 31.03.2019 befristet. Am 20.3.2018 fand unter 
dem Titel „Vun nix kütt nix – Junge Kölner bekommen 
Hilfen!?“ eine gemeinsame Fachtagung aller Arbeits-
kreise der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln 
in Kooperation mit der Koordinierungsgruppe U 27 im 
Dominikus-Brock-Haus der Alexianer Köln GmbH in 
Köln-Porz statt. Dabei ging es unter anderem darum, die 
Handlungsempfehlungen der Koordinierungsgruppe U 27 
sowie Angebote für junge Menschen mit psychischen 
Erkrankungen vorzustellen und weitere Handlungsbe-
darfe zu definieren.
Im Koalitionsvertrag ist eines der Ziele der neuen Bun-
desregierung die Situation von Kindern psychisch belas-
teter Eltern zu verbessern. Die Schnittstellenprobleme 
bei der Unterstützung von Betroffenen sollen mit dem 
Ziel einer besseren Kooperation und Koordination der 
unterschiedlichen Hilfesysteme beseitigt werden. Wenn 
ein Elternteil eine psychische Erkrankung oder Sucht 
aufweist, wird das Familiensystem dadurch stark belas-
tet. Da die Kinder in diesen Familien in ihrer Entwicklung 
beeinträchtigt werden können und selbst ein erhöhtes 
Risiko psychischer Erkrankung aufweisen, sollten sie 
frühzeitig Unterstützung erhalten. In Köln gibt es Bera-
tungs- und Unterstützungsangebote für psychisch belas-
tete Eltern und deren Kinder durch den Sommerberg 
AWO Betriebsgesellschaft mbH und die Stiftung Leucht-
feuer, finanziert durch das Gesundheitsamt der Stadt 
Köln. Anfang 2018 ist in Köln eine Kooperationsvereinba-
rung, wie es sie schon seit Februar 2012 für Eltern in Sub-
stitutionstherapie gibt, zur Unterstützung von Kindern 
psychisch kranker Mütter und/oder Väter abgeschlossen 
worden. Die Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit 
von Akteurinnen und Akteuren der Institutionen unterei-
nander, damit psychisch kranken Eltern und ihrem Kind/
ihren Kindern ein gemeinsames Leben ermöglicht wer-
den kann. Im Zentrum der Kooperation steht dabei die 
Verantwortung für das Wohl des Kindes/der Kinder. Die-
se Kooperation soll von einem Beirat begleitet werden.
Ein weiterer Fokus liegt aktuell auf der gesundheitlichen 
Prävention und Versorgung von Menschen, die geflüch-
tet sind. Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl neu zu 
gewanderter Geflüchteter, die zunächst in Notunterkünf-
ten untergebracht werden mussten, wurden kurzfristig 
Angebote gesundheitlicher Prävention und Versorgung 
für geflüchtete Familien, Kinder und Jugendliche einge-
richtet. Die medizinischen und kinder- und jugendpsych-
iatrischen Fachdienste des Gesundheitsamtes der Stadt 
Köln bieten in Unterkünften für Geflüchtete Sprech-
stunden und vor Ort Beratung sowie Unterstützung an. 
Aufgrund des hohen Bedarfs, der sich bei Sprechstunden 
der medizinischen und sozialarbeiterischen Fachkräfte 
vor Ort zeigte, wurde im Juli 2016 das Projekt „Fachärzt-
liche und soziale Beratung in Flüchtlingsunterkünften“ 
gestartet und seit November 2016 als Regelangebot wei-
tergeführt. Darüber hinaus wirken die Frühen Hilfen im 
Gesundheitsamt aktiv an der Verbesserung der Grund-
versorgung von Neugeboren und Wöchnerinnen sowie 
an Projekten zur Entwicklung von Präventionsmaßnah-
men zur Kindersicherheit und zum Kinderschutz mit. Sie 
sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
80
Fachtagung März 2018 „Vun nix kütt nix – Junge Kölner 
bekommen Hilfen!?“, Foto oben: Jochen Blume 
unten: Präsentation „Plan27“ im Rahmen der Fachtagung, 
Foto: Lothar Mönch
die in den Unterkünften tätigen Sozialarbeiterinnen und 
Sozialarbeiter und werden auch von anderen Institutio-
nen wie Geburts- und Kinderkliniken, niedergelassene 
Gynäkologinnen und Gynäkologen, Kinderärztinnen und 
Kinderärzte kontaktiert, wenn die Familien mit der Ver-
sorgung ihrer Kinder und zum Teil auch mit der eigenen 
Erkrankung überfordert erscheinen. Erfahrungen zeigen, 
dass die Anbindung an das Regelsystem häufig nur sehr 
zögerlich erfolgt oder teilweise unzureichend ist, sodass 
zunächst eine weitere Begleitung erforderlich ist. 
Ebenso sind viele der unterstützungsbedürftigen Famili-
en, die bereits eigenen Wohnraum haben, noch nicht in 
der Lage, ihre Wege alleine und ohne fremde Unterstüt-
zung zu gehen. Wenn sich die Unterbringungssituation 
entspannt hat und diese Familien „zur Ruhe“ kommen, 
werden schwerwiegende Problematiken oft erst sicht-
bar und deutlich. Daher übernehmen die Frühen Hilfen 
des Gesundheitsamtes, verschiedene freie Träger sowie 
Hebammen des Deutschen Roten Kreuzes (im Rahmen 
eines Projekts) aufgrund der sich aktuell ändernden 
Wohn- und Betreuungssituation von Geflüchteten 
zunehmend auch die Begleitung von jungen Familien 
und Schwangeren, die in den eigenen Wohnraum ziehen 
und noch Unterstützungsbedarf haben, zum Beispiel 
bei der Anbindung an ärztliche Praxen, Beratungsstellen 
oder an stationäre Hilfen. Auch hier gibt es einen engen 
Austausch mit allen Akteurinnen und Akteuren sowie 
Kontaktpersonen, um die Familien bedarfsgerecht und 
individuell unterstützen zu können.
9.3 Ausblick und Empfehlungen
Vor dem Hintergrund der beschriebenen gesundheitli-
chen Situation von Kindern in Köln müssen Präventions- 
und Gesundheitsförderung, aber auch Versorgungsan-
gebote kontinuierlich bedarfsgerecht angeboten, evalu-
iert und weiterentwickelt werden. Kassenübergreifende 
Setting-Projekte im Rahmen des Präventionsgesetzes 
werden erstmals in 2018 über das Landeszentrum 
Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG NRW) beworben 
und könnten unterstützend dazu beitragen. 
Folgende Ansätze sollten entwickelt, umgesetzt und 
verstetigt werden:
 − Einbindung der Schuleingangsuntersuchung ins 
Veedel	
Bisher finden die schulärztliche Untersuchungen in den 
Kölner Grundschulen oder zentral im Gesundheitsamt 
statt. Aktuell wird eine dezentrale Bündelung der Schu-
leingangsuntersuchungen an einem festen Anlaufpunkt

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
81
auf Bezirksebene als Projekt im Rahmen der Verwal-
tungsreform erarbeitet. Dadurch können die Schulärz-
tinnen und Schulärzte als kontinuierlich erreichbare und 
zuverlässige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpart-
ner für Eltern, Schulen, Fachdienste sowie für ärztliche 
und therapeutische Praxen im Veedel zur Verfügung ste-
hen und damit ihr Angebot für die Kinder optimieren.  
 − Angebote „U 27“ für Jugendliche und junge Erwach -
sene mit seelischen Störungen 
Die bisherige Umsetzung der Angebote „U 27“ zeigt, 
dass diese bei den älteren Jugendlichen und junge 
Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen auf posi-
tive Resonanz stoßen, einander ergänzen und eine 
Versorgungslücke im Hilfesystem zwischen Kinder- 
und Jugendpsychiatrie und Angeboten der Sozialen 
Psychiatrie für Erwachsene zu schließen vermögen. 
Die derzeit befristeten Projekte „Proberaum Worx“ 
und „Plan 27“ sollten daher aus fachlicher Sicht wei-
tergeführt werden. Dabei ist perspektivisch zu prüfen, 
inwieweit das aufsuchende Angebot „Plan 27“ (bisher 
auf die ausgewiesenen Sozialraumgebiete beschränkt) 
auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden soll-
te. Eine zielgerichtete Weiterentwicklung des Gesamt-
angebots „U 27“ auf Grundlage der Auswertungen der 
bestehenden Angebote ist anzustreben. 
 − Vermittlung von Gesundheitskompetenz für Kinder 
und Jugendliche, die geflüchtet sind  
Zu der gesundheitlichen Situation von Menschen, die 
geflüchtet sind, führt die Bundeszentrale für gesund-
heitliche Aufklärung aus: „Angebote der Gesund-
heitsförderung und Prävention müssen Geflüchtete 
vermehrt berücksichtigen, um auch ihnen ein gesundes 
Leben in der neuen Heimat zu ermöglichen
112
.“ Dies gilt 
im besonderen Maße auch für geflüchtete Kinder und 
Jugendliche. Sie haben teilweise ihre Eltern verloren 
oder sind von ihnen getrennt worden. Auch wenn die 
Eltern oder Elternteile präsent sind, kann es sein, dass 
diese aufgrund der Belastungen, die sie erfahren haben 
und erfahren, selbst stark beansprucht sind. Hinzu 
kommen oft noch sprachliche und kulturelle Barrieren. 
Häufig können daher geflüchtete Eltern ihre Kinder 
nicht so unterstützen, wie es erforderlich wäre, obwohl 
auch gerade für diese Kinder und Jugendlichen mit ihrer 
besonderen Situation erhöhte Krankheitsrisiken beste-
hen. Daher sollten nicht nur die Eltern, sondern auch 
112  BzGA, https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gefluechtete, abgerufen am 
06.03.2018
die Kinder und Jugendlichen gezielt in ihrer Gesund-
heitskompetenz gefördert werden. Dies umfasst unter 
anderem Gesundheitswissen und die Fähigkeit, einen 
gesunden Lebensstil zu führen. Hierzu gilt es, Maßnah-
men zu entwickeln und Zugänge zu schaffen werden, 
um diese Kinder und Jugendlichen zu erreichen und ent-
sprechend zu fördern. Entsprechende Konzepte sollten 
bundesweit entwickelt und lokal umgesetzt werden. 
 − Zielgruppenspezifische Angebote zur Ernährung, 
Bewegung und seelischen Gesundheit für Kinder in 
Kindertageseinrichtungen, Schulen und Freizeit	
Im Bereich Bildung und Freizeitgestaltung sollte ein ganz-
heitlicher Ansatz der „Gesunden Schule“ und der „Gesun-
den Kindertageseinrichtung“ sowie der „Gesunden Frei-
zeiteinrichtung“ verfolgt werden. In den Einrichtungen 
sollten Bewegung, ausgewogene Ernährung und soziale 
sowie emotionale Kompetenzen bei den Kindern und 
Jugendlichen zielgerichtet gefördert werden. Dabei gilt 
es, auch das gesamte Umfeld einzubeziehen und sozialen 
Netzwerke innerhalb der Institution und nach außen zum 
Gemeinwesen und insbesondere zu den Eltern zu schaf-
fen. Ein Ansatz zur Setting-bezogenen Gesundheitsförde-
rung und Prävention könnte bei entsprechender Ausge-
staltung des Präventionsgesetzes auf lokaler Ebene unter 
einer ämter- und dezernatsübergreifender Koordination 
in der Abstimmung und dem Zusammenwirken aller 
beteiligten Akteurinnen und Akteure liegen. Insbeson-
dere Kinder und Jugendliche, die in ihrem unmittelbaren 
familiären Umfeld nicht entsprechende Voraussetzungen 
vorfinden, könnten davon profitieren.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
82
10	 Anhang
10.1 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, Anmeldung in 2015, n=134 .............................10
Abbildung 2: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, vorkommende Probleme und  
Risikokonstellationen 2015, n=134...........................................................................................................................11
Abbildung 3: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, intensive Begleitungen/Hilfestellungen  
durch die Clearingstelle selbst und Vermittlungen zu anderen Angeboten, 2015, n=134 .........................................12
Abbildung 4: Frühe Hilfen im Gesundheitsamt, Köln, Clearingstelle, Anmeldungen nach  
Stadtbezirken 2015, n=134 ......................................................................................................................................12
Abbildung 5: Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst Köln, Ergebnisse Reihenuntersuchungen,  
Quote an Grundschulkindern mit naturgesunden Gebissen in der Klasse 1 und 3, Vergleich Durchschnittswerte  
Köln und Werte der Gemeinschaftsgrundschule Zehnthofstr....................................................................................22
Abbildung 6: Kinder- und Jugendzahnärztlicher Dienst Köln, Reihenuntersuchung aus dem Schuljahr 2016/2017, 
stadtteilbezogene Auswertung zur Zahngesundheit, Quote an Grundschulkindern mit naturgesunden Gebissen  
in der Klasse 1 und 3 (n=16.271) ..............................................................................................................................25
Abbildung 7: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2012 (n= 3.224) und 2017 (n= 3.652),  
Deutschkenntnisse der Kinder mit anderer Erstsprache als Deutsch in den Schuleingangsuntersuchungen ..............30
Abbildung 8: Schuleingangsuntersuchung Köln, Vergleich Jahrgänge 2005, 2009, 2013, 2017,  
Anteil an Kindern mit vollständigem Impfschutz (zweifache Impfungen) gegen Masern bei vorgelegten  
Impfpässen in Köln nach Einschulungsjahrgängen ....................................................................................................32
Abbildung 9: Schuleingangsuntersuchung Köln, Einschulungsjahrgänge 2012 (n=7.881) und 2017 (n=8.560),  
Anteil an Kindern mit vollständigem Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hib, Polio,  
Hepatitis B in Köln, prozentuiert auf vorgelegte Impfpässe .......................................................................................33
Abbildung 10: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015 bis 2017, stadtteilbezogene Auswertung  
zum vollständigen Impfschutz gegen Masern ...........................................................................................................34
Abbildung 11: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2012 (n=7.947) und 2017 (n= 8.525),  
Vergleich Teilnahmequote der U5 bis U9, bei den Kindern mit vorgelegten Untersuchungsheften ...........................35
Abbildung 12: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015 bis 2017, stadtteilbezogene  
Auswertung zur U8-Teilnahmequote, prozentuiert auf die vorgelegten Untersuchungshefte ...................................37
Abbildung 13: Vergleich Schuleingangsuntersuchung Köln 2017 (n=8.492) und 2012 (n=8.694),  
Körpergewicht, Anteil über- und untergewichtiger Kinder (Modell nach Kromeyer-Hausschild) ................................38
Abbildung 14: Schuleingangsuntersuchung Köln, Überblick Jahrgänge 2012 bis 2017, Entwicklung  
des Anteils untergewichtiger Kinder (Modell nach Kromeyer-Hausschild) .................................................................39

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
83
Abbildung 15: Schuleingangsuntersuchungen Köln, Überblick Jahrgänge 2012 bis 2017 im Vergleich,  
Anteil übergewichtiger Kinder in Prozent (Modell nach Kromeyer-Hausschild) .........................................................39
Abbildung 16: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Anteil Kinder mit Übergewicht/erheblichem  
Übergewicht nach Sozialstatus .................................................................................................................................40
Abbildung 17: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015 bis 2017, stadtteilbezogene Auswertung  
zur Quote übergewichtiger Kinder............................................................................................................................42
Abbildung 18: Systematik der Bereiche des Entwicklungsstandes, die in der Schuleingangsuntersuchung  
getestet werden .......................................................................................................................................................43
Abbildung 19: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Sprache, Einzeltests, Anteil an Kindern mit Befunden,  
Test Pseudowörter n=9.220, Test Pluralbildung n=8.642, Test Präpositionen n=8.676 .............................................44
Abbildung 20: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, schulrelevante Fähigkeiten, Einzeltests,  
Anteil an Kindern mit Befunden, Test Selektive Aufmerksamkeit n=9.401, Test Visuomotorik n=9.408,  
Test Visuelle Wahrnehmung=9.382, Test Zählen n=9.404, Test Mengenvergleich n=9.317 ......................................45
Abbildung 21: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Körperkoordination, Einzeltest, Anteil an Kindern  
mit Befunden, n=9.198 ............................................................................................................................................46
Abbildung 22: Schuleingangsuntersuchung Köln 2017, Angaben zum Entwicklungsstand, Anteil an Kindern  
mit auffälligem Punktwert bei mindestens einem Test zum Entwicklungsstand nach Sozialstatus, n=6.110 .............46
Abbildung 23: Schuleingangsuntersuchung Köln, Jahrgänge 2015/2016/2017, stadtteilbezogene  
Auswertung zur Quote von Kindern mit einem auffälligen Punktwert bei den Tests zum Entwicklungsstand ...........47
Abbildung 24: Seiteneinsteigeruntersuchung Köln, Anzahl untersuchter Kinder im Vergleich 2012 bis 2017,  
allgemeinbildende Schulen ......................................................................................................................................52
Abbildung 25: Untersuchungen Förderklassen Berufskolleg Köln, Anzahl untersuchter Schülerinnen und  
Schüler im Vergleich 2014 bis 2017 ..........................................................................................................................52
Abbildung 26: Seiteneinsteigeruntersuchung Köln, Geschlecht untersuchter Kinder und Jugendlicher  
im Zeitraum 2012 bis 2016, allgemeinbildende Schulen (2012: n=643, 2013: n=999, 2014: n=1.171,  
2015: n=1.777, 2016: n=3.052) ...............................................................................................................................52
Abbildung 27: Seiteneinsteigeruntersuchung Köln, Altersstruktur untersuchter Kinder und Jugendlicher  
im Zeitraum 2012 bis 2016, allgemeinbildende Schulen (2012: n=644, 2013: n=1002, 2014: n=1.171, 2015: 
n=1.777, 2016: n=3.051) .........................................................................................................................................53
Abbildung 28: Seiteneinsteigeruntersuchung, Staatsangehörigkeit/Herkunftsländer untersuchter Kinder  
im Vergleich 2012 bis 2017, bis 2016 allgemeinbildende Schulen ohne Förderklassen Berufskolleg, 2017  
allgemeinbildende Schulen mit Förderklassen Berufskolleg (2012: n=418, 2013: n=616, 2014: n=787,  
2015: n=1.769, 2016: n=2.133, 2017: n=1.018) ......................................................................................................54
Abbildung 29: Drei Standorte des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes ermöglichen sozialräumlich  
vernetzte Arbeit vor Ort ...........................................................................................................................................59

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
84
Abbildung 30: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Überblick über die Entwicklung der jährlichen  
Anzahl an (abgeschlossenen) Beratungsfällen im Zeitraum von 2010 bis 2017, Stand 31.12.2017 ...........................60
Abbildung 31: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Anteil beratener Mädchen  
und Jungen ...............................................................................................................................................................61
Abbildung 32: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, besuchte Schulform (allgemeinbildende Schulen) der 
beratenen Kinder und Jugendlichen, der prozentuale Anteil an allen Kinder und Jugendlichen, die in den betreffenden 
Zeiträumen in der Beratung waren ...........................................................................................................................62
Abbildung 33: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Altersstruktur der beratenen  
Kinder und Jugendlichen in Lebensjahren, Vergleich aktuelle Situation nach Ausbau des Kinder-  
und Jugendpsychiatrischen Dienstes (Zeitraum 2015 bis 2017, n= 1.278) mit der Situation vor  
Start des Landesprojekts und vor Ausbau des Dienstes (Zeitraum 2010 bis 2013, n=1.194) .....................................63
Abbildung 34: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Durchschnitt jährliche Anzahl  
Beratungsfälle nach Stadtbezirk, Vergleich aktuelle Situation nach Ausbau des Kinder- und  
Jugendpsychiatrischen Dienstes (Zeitraum 2015 bis 2017, n=1.286) mit der Situation vor Start  
des Landesprojekts und vor Ausbau des Dienstes (Zeitraum 2010 bis 2013, n=1.213)..............................................64
Abbildung 35: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Anmeldung zur Beratung,  
im Zeitraum 2015 bis 2017, n=1.309 .......................................................................................................................64
Abbildung 36: Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Köln, Empfehlung zur Weiterbetreuung,  
im Zeitraum 2015 bis 2017, n= 1.919, Mehrfachnennungen möglich ......................................................................65
Abbildung 37: Übersicht Köln: Die Gliederung des Kölner Stadtgebietes ..................................................................70
Abbildung 38: Stadtteilbezogene Übersicht gesundheitsbezogener Indikatoren der Schuleingangs- 
untersuchung und der Reihenuntersuchungen des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes ...............................72

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
85
10.2 Tabellen
Tabelle 1: Vollständiger Impfschutz gemäß aktueller Empfehlungen der STIKO, prozentuiert auf vorgelegte Impfpässe, im 
Vergleich Köln, NRW, Deutschland
Erkrankungen Köln
Jahrgang 
2017
Köln
Jahrgang 
2016
Köln
Jahrgang 
2015 
Köln
Jahrgang 
2012
NRW
Jahrgang 
2016
Deutschland 
Jahrgang 
2016
Masern 94,3 93,9 93,7 92,3 94,1 92,9
Mumps 94,2 93,9 93,4 92,2 93,9 92,7
Röteln 94,1 93,6 93,4 92,1 93,9 92,7
Diphtherie 92,3 92,7 94,3 95,7 93,7 94,5
Tetanus 92,4 92,7 94,4 96,2 93,8 94,8
Pertussis 92,0 92,4 94,1 95,7 93,6 94,2
Hib 90,0 90,4 92,1 90,6 91,3 92,6
Polio 91,0 91,8 93,2 92,4 92,6 93,9
Hepatitis B 82,8 82,9 83,8 74,3 85,9 87,3
Varizellen 87,7 88 87,3 66,5 86,6 84,3
Meningokokken 89,0 86,4 86,3 86,8 91,9 89,4
Pneumokokken 73,9 76,1 88,8 67,2 80,5 84,4
Quellen: Köln, Erhebungen kommunale Gesundheitsämter, Auswertung LGZ NRW, 
NRW und Bund, Gesundheitsberichterstattung des Bundes
113
Tabelle 2: Impfempfehlungen STIKO (ständige Impfkommission am RKI)
Vollständiger Impfschutz
Erkankungen Dosen nach aktualisierter Stiko-Empfehlung
Diphtherie 4x
Tetanus 4x
Pertussis 4x
Hib 4x (3x bei Verwendung von Impfstoffen ohne Pertussiskomponente)
Polio 4x (3x bei Verwendung von Impfstoffen ohne Pertussiskomponente)
Hepatitis B 4x (3x bei Verwendung von Impfstoffen ohne Pertussiskomponente)
Masern 2x
Mumps 2x
Röteln 2x
Varizellen 2x
Pneumokokken 2x
Meningokokken >= 1mal, bei erster Dosis nach Vollendung des 1. Lebensjahres oder >=3mal, bei erster 
Dosis vor Vollendung des 1. Lebensjahres
113 Gesundheitsberichsterstattung des Bundes, http://www.gbe-bund.de, abgerufen am 10.07.2018

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
86
Tabelle 3: Einschulungsuntersuchung Köln 2017, stadtbezirksbezogener Anteil an Kindern mit vollständigem Impfschutz 
gegen Masern (mindestens zwei Dosen), prozentuiert auf alle untersuchten Kinder mit stadtteilbezogenen Angaben und 
vorgelegten Impfpässen
Kölner Stadtbezirke Anzahl untersuchter Kinder mit  
vorgelegtem Impfpass 
Quote an Kindern mit vollständigem Impf-
schutz Masern (zweifache Impfung)  
in Prozent
1 / Innenstadt 634 90,69
2 / Rodenkirchen 680 95,44
3 / Lindenthal 1.036 94,50
4 / Ehrenfeld 786 93,64
5 / Nippes 920 95,00
6 / Chorweiler 700 94,57
7 / Porz 637 94,82
8 / Kalk 1.089 95,04
9 / Mülheim 1.251 94,09
Übersicht Früherkennungsuntersuchungen für Kinder:
Untersuchung Zeitpunkt
U1 sofort nach der Geburt
U2 3. – 10. Lebenstag
U3 4.– 5. Lebenswoche
U4 3. – 4. Lebensmonat
U5 6. – 7. Lebensmonat
U6 10. – 12. Lebensmonat
U7  21. – 24 Lebensmonat
U7a 34. – 36. Lebensmonat
U8 46. – 48. Lebensmonat
U9 60. – 64. Lebensmonat
Darüber hinaus umfasst das Früherkennungsprogramm 2 Jugenduntersuchungen. Die Jugendgesundheitsunter-
suchung 1 (J1) wendet sich an Jugendliche im Alter von zwölf bis 14 Jahren. Der Zeitraum zur Durchführung der 
Jugendgesundheitsuntersuchung 2 (J2) liegt zwischen dem 17. und 18. Lebensjahr.

Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
87
10.3 Literaturverzeichnis
 − Bertelsmann-Stiftung „Gleich und gleich gesellt sich 
gern“, www.bertelsmann-stiftung.de
 − Bertelsmann-Stiftung, „Kinderarmut in Deutschland 
wächst weiter – mit Folgen fürs ganze Leben“,  
www.bertelsmann-stiftung.de 
 − Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Gesun-
des Aufwachsen für alle!“ Anregungen und Handlungs-
hinweise bei sozial benachteiligten Kindern, Jugendli-
chen und ihren Familien, Köln 2012, www.bzga.de
 − Danne Th, Ziegler R, „Diabetes bei Kindern und 
Jugendlichen“ in „Deutscher Gesundheitsbericht Dia-
betes 2018“, Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) 
und Deutsche Diabetes-Hilfe (diabetesDE), Mainz 2017
 − Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpfle-
ge e.V, „Epidemiologische Begleituntersuchungen zur 
Gruppenprophylaxe 2016“, www.daj.de/fileadmin/
user_upload/PDF_Downloads/Epi_2016/Epi_final_
BB1801_final.pdf.
 − Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche 
Diabetes-Hilfe (DiabetesDE), „Deutscher Gesund-
heitsbericht Diabetes 2018“, Mainz 2017
 − Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation 
und Information (DIMDI), www.dimdi.de/static/de/
index.html
 − Gesundheitsberichterstattung des Bundes –  (RKI 
und DESTATIS), www.gbe-bund.de
 − Hölling H, Schlack R., Petermann U, Ravens-Sieberer, 
Mauz E, „Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale 
Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen im 
Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland“, im Bundes-
gesundheitsblatt 2014 57: 807 -819
 − Kurth B-M, Schaffrath R „Die Verbreitung von Über-
gewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen 
in Deutschland, Ergebnisse des bundesweiten Kinder- 
und Jugendgesundheitssurveys“ (KIGGS): Bundesge-
sundheitsblatt – Gesundheitsforsch – Gesundheits-
schutz 2007 50: 736– 743, auch Lampert Th, in „KIG -
GS Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ 
2013, Robert Koch-Institut: 14
 − Lampert Th, Hrsg. RKI, „KIGGS – die Gesundheit von 
Kindern und Jugendlichen in Deutschland – 2013“, 
Berlin 2014
 − Landeszentrum Gesundheit NRW „Jahresbericht 2006 
zur Schulärztlichen Untersuchungen in NRW“: 45, 
unter Landeszentrum Gesundheit NRW, www.lzg.gc.de
 − Landeszentrum Gesundheit NRW, Ergebnisse der 
Schuleingangsuntersuchungen, www.lzg.gc.nrw.de
 − Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und 
Sport des Landes NRW, www.mfkjks.nrw/die-sprach-
entwicklung-von-kindern-moeglichst-frueh-foerdern
 − Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege 
und Alter des Landes NRW, „ Landesgesundheitsbe-
richt 2015. Information zur Entwicklung von Gesund-
heit und Krankheit in Nordrhein-Westfalen“, Düssel-
dorf 2016, www.mgepa.nrw.de 
 − Nationales Zentrum Frühe Hilfen „Kinder von Eltern 
mit psychischen Erkrankungen im Kontext der Frühen 
Hilfen“ Köln 2016
 − Renner I, Nationales Zentrum Frühe Hilfen, Bundes-
zentrale für gesundheitliche Aufklärung in „Ergebnisse 
einer Befragung von Modellprojekten früher Hilfen“, 
Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Ge-
sundheitsschutz 10-2010, Köln 2010
 − Richter-Kornwatz A, Holz G, Kilia H; Bundeszentrale 
für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg) „Präventions-
kette / Integrierte kommunale Gesundheitsstrategie“, 
www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/
praeventionskette-integrierte-kommunale-gesund-
heitsstrategie
 − Robert Koch-Institut, „KIGGS – die Gesundheit von 
Kindern und Jugendlichen in Deutschland – 2013“, 
Berlin 2014
 − Robert Koch-Institut, „Gesundheit in Köln“ Berlin 
2015
 − Robert Koch-Institut (Hrsg) „KiGGS Welle 2: Ergebnis-
se im Journal of Health Monitoring”, Gesamtausgabe 
1/2018, „Übergewicht und Adipositas im Kindes- und 
Jugendalter in Deutschland – Querschnittergebnisse aus 
KiGGS Welle 2 und Trends“, Berlin 2018, https://www.
kiggs-studie.de/ergebnisse/kiggs-welle-2/johm.html
 − Schienkiewitz A, Brettschneider A-K, Damerow S, 
Schaffrath Rosario A, in Robert Koch-Institut (Hrsg) 
“KiGGS Welle 2: Ergebnisse im Journal of Health Moni-
toring”, Gesamtausgabe 1/2018, „Übergewicht und 
Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutsch-
land – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und 
Trends“, Berlin 2018 https://www.kiggs-studie.de/
ergebnisse/kiggs-welle-2/johm.html
 − Stadt Köln „Kindergesundheit im Vorschulalter“, 
Gesundheitsbericht 2009, www.stadt-koeln.de 
 − Stadt Köln, „Frühe Hilfen im Gesundheitsamt“, 
Bericht 2012, www.stadt-koeln.de
 − Stadt Köln, „Zahngesundheit bei Kindern in Köln“, 
Bericht 2013, www.stadt-koeln.de
 − Stadt Köln, „Kinder- und Jugendgesundheit in Köln“, 
Bericht 2013, www.stadt-koeln.de

Mitteilung Ausschuss

7338 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/53/530/1 
 
Vorlagen-Nummer 15.08.2018 
 2560/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Schule und Weiterbildung 04.09.2018 
Integrationsrat 04.09.2018 
Ausschuss Soziales und Senioren 06.09.2018 
Gesundheitsausschuss 13.09.2018 
Jugendhilfeausschuss 13.09.2018 
 
Kinder– und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018 
Der aktuelle Bericht zur Kinder– und Jugendgesundheit informiert über die gesundheitliche Situation 
von Kindern und Jugendlichen in Köln. Er greift dabei ausgewählte Daten der Reihenuntersuchungen 
des Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes, der Schuleingangsuntersuchungen sowie der Sei-
teneinsteigeruntersuchung auf. Wie auch in den vorangegangenen Berichten 2009 und 2013 bestäti-
gen sich auch im Bericht 2017/2018 Zusammenhänge zwischen der gesundheitlichen Situation und 
der sozialen Lage.  
An Schnittstellen zum Regelsystem und wenn im gesundheitlichen Versorgungssystem Lücken auf-
getreten sind, hat das Gesundheitsamt niedrigschwellige und sozialkompensatorische Angebote ein-
gerichtet, beispielsweise den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst und die Frühen Hilfen im 
Gesundheitsamt1. Sie erreichen damit auch Kinder und junge Menschen aus sozial benachteiligten 
Familien und vermitteln die Betroffenen in geeignete Unterstützungsangebote des Gesundheitswe-
sens und der Jugendhilfe.  
Die Inanspruchnahme dieser Angebote sowie die Datenauswertungen der Kinderzahngesundheit und 
der Schuleingangsuntersuchungen zeigen, welche Kinder, junge Menschen und Familien erreicht 
werden konnten und welche weitergehenden Bedarfe bestehen oder sich abzeichnen.  
Überblick über die wichtigsten Veränderungen gegenüber den Vorberichten 2009 und 2013:  
Im Hinblick auf den aktuellen Maserausbruch in Köln erweist sich die Durchimpfung der Vorschul-
kinder gegen Masern als besonders bedeutsam. Im Vergleich mit den Ergebnissen der Schulein-
gangsuntersuchungen aus 2012 haben sich bei den Vorschulkindern die Durchimpfungsraten gegen 
Masern, Mumps, Röteln von 92,3 Prozent auf 94,3 Prozent erhöht. Laut dem nationalem Aktionsplan 
2015 – 2020 sollte bei Kindern in den Schuleingangsuntersuchungen eine 2-Dosen-Impfquote bei 
Masern, Mumps und Röteln von über 95 Prozent vorliegen. Dieser Wert wird bei den in den Kölner 
Schuleingangsuntersuchungen 2017 vorgestellten Kindern mit vorgelegtem Impfpass allerdings noch 
nicht erreicht.  
Bei den Frühen Hilfen im Gesundheitsamt können Eltern in zunehmend komplexeren Lebenssituati-
onen, unter anderem häufig auch mit psychischen Störungen, erreicht und frühzeitig unterstützt wer-
den. Die multiprofessionellen Kompetenzen des Teams der Frühe Hilfen im Gesundheitsamt sowie 
                                                 
1 Hier die Frühen Hilfen im Gesundheitsamt, in Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie

2 
 
die enge Kooperation mit anderen Fachdiensten des Gesundheitsamtes, zum Beispiel dem Sozial-
psychiatrischen Dienst, sind dabei von grundlegender Bedeutung. 
Wie in den vorangegangenen Berichten dargelegt, hat sich in den vergangenen Jahren die Kinder-
zahngesundheit in Köln verbessert. Jedoch nicht alle Kinder profitieren gleich von dieser Entwick-
lung. So gibt es „Risikoeinrichtungen“; das sind Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, in de-
nen gehäuft Kinder mit erhöhtem Kariesvorkommen anzutreffen sind. Der Kinder- und Jugendzahn-
ärztliche Dienst der Stadt Köln betreut Kindertageseinrichtungen und Schulen mit kariesprophylakti-
schen Maßnahmen. Seit dem Schuljahr 2012/2013 wurden die kariesprophylaktischen Maßnahmen in 
den „Risikoeinrichtungen“ intensiviert. Bei Kindertageseinrichtungen weisen die Kinder dieser Schulen 
mit Kindertageseinrichtungen der „Risikoeinrichtungen“ im Schuljahr 2016/2017 verbesserte Zahn-
gesundheitswerte gegenüber dem Schuljahr 2011/2012 auf. In allen Grundschulen ist eine generelle 
Verbesserung der Zahngesundheitswerte zu verzeichnen. Die positiven Entwicklungen in den „Risi-
koeinrichtungen“ sind unter anderem auch auf die gezielten kariesprophylaktischen Maßnahmen des 
Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienstes zurückzuführen. Allerdings liegen die Zahngesundheits-
werte der Kinder in diesen Einrichtungen noch immer unter dem entsprechenden Durchschnittswert 
der Kinder aller Einrichtungen in Köln. 
Seelische Probleme gewinnen auch bei Kindern und Jugendlichen an Bedeutung – eine gesellschaft-
liche Entwicklung, wie beispielsweise der hohe Anteil an Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern im 
Rahmen des bundesweiten Kinder- und Jugendsurveys „KIGGS“2 zeigt. In Köln wird dies unter ande-
rem im Gesundheitsamt anhand des Bedarfs an sozialpsychiatrischer Beratung und Begleitung 
bei dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst ersichtlich. Im Rahmen eines Landesprojekts 
konnte der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst ausgebaut und um zwei weitere Beratungsstel-
len in den Stadtbezirken Mülheim und Kalk erweitert werden. Die beiden Beratungsstellen werden 
gemäß Ratsbeschluss der Stadt Köln vom 04.04.2017 dauerhaft als Regelangebot fortgeführt. Die 
aktuellen Auswertungen zeigen, dass es damit gelingt, Kinder und Jugendliche mit komplexen Prob-
lematiken besser zu erreichen, frühzeitig und bedarfsgerecht zu unterstützen und nachhaltig im Hilfe-
system einzubinden. Zunehmend wenden sich auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene mit 
psychischen Problemen an die Beratungsstelle, da sie Hilfestellung benötigen, um den Übergang 
Schule/Beruf bewältigen zu können. Hier äußert sich ein weitergehender und umfassender Präventi-
onsbedarf. Eine zielgerichtete Weiterentwicklung des Gesamtangebots „U 27“ für junge Menschen mit 
psychischen Problemen ist auch vor diesem Hintergrund anzustreben. 
Die aufsuchende Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete – vor allem dort, wo Fami-
lien mit Kindern leben – und Sprechstunden vor Ort wurden in den vergangenen Jahren zu einem 
Arbeitsschwerpunkt der medizinischen Fachdienste des Gesundheitsamtes. Es zeigt sich darüber 
hinaus, dass viele der unterstützungsbedürftigen Familien, die bereits in eigenem Wohnraum leben, 
noch nicht in der Lage sind, ihre Wege ohne Unterstützung zu gehen. Wenn sich die Unterbringungs-
situation entspannt hat und diese Familien „zur Ruhe“ kommen, werden oft die schwerwiegenden 
Probleme erst sichtbar.  
Gesundheitsförderung und gesundheitliche Prävention werden auch zukünftig als Querschnittsthema 
bei der Sozial-, Gesundheits- und Jugendhilfeplanung einen hohen Stellenwert einnehmen. Der vor-
liegende Bericht 2017/2018 „Kinder – und Jugendgesundheit in Köln“ bildet eine datengestützte 
Grundlage für eine Bedarfsanalyse und formuliert auf dieser Basis Handlungsempfehlungen. Er wird 
den Ausschussmitgliedern zur Kenntnis gegeben. 
 
gez. Dr. Rau 
                                                 
2 Quellen: Hölling, H. u.a., KIGGS Study Group, Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kin-
dern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland  – Prävalenz und zeitliche Trends zu 2 Erhebungspunk-
ten (2003-2006 und 2009-2012), In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2014, 57: 807-
809, die „BELLA-Studie“ im Rahmen des bundesweiten Kinder- und Jugendsurveys „KIGGS“, Robert Koch-Institut 2006

Beratungsverlauf (5)

04.09.2018 Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 5.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.09.2018 Integrationsrat
TOP 5.12 Kenntnisnahme (Mitteilung)
Zur Sitzung
06.09.2018 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.10 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung
13.09.2018 Jugendhilfeausschuss
TOP 8.5.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.09.2018 Gesundheitsausschuss
TOP 6.8 Kenntnisnahme (Mitteilung)
Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2560/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
15.08.2018
Erstellt
02.08.2018 08:23