AN/0355/2020
NSDOK: Gebühren für Führungen von Kölner Schülerinnen und Schüler abschaffen
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Gem. Dringlichkeitsantrag nach § 12 (SPD)
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SPD-Fraktion CDU-Fraktion Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Fraktion Die Linke FDP-Fraktion Ratsgruppe GUT Walter Wortmann, Freie Wähler Lisa Hannah Gerlach, Freies Mitglied An die Vorsitzende des Ausschusses Kunst und Kultur Frau Dr. Eva Bürgermeister An den Vorsitzenden des Ausschusses Schule und Weiterbildung Herrn Dr. Helge Schlieben Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 06.03.2020 AN/0355/2020 Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Kunst und Kultur 10.03.2020 Ausschuss Schule und Weiterbildung 27.04.2020 NSDOK: Gebühren für Führungen von Kölner Schülerinnen und Schüler abschaffen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Dr. Bürgermeister, sehr geehrter Herr Dr. Schlieben, die Antragstellenden bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnungen des Ausschusses Kunst und Kultur am 10.03.2020 und des Ausschusses Schule und Weiterbildung am 27.4.2020 aufzunehmen: Beschluss: Der Rat der Stadt Köln möge beschließen: Der Rat stellt fest, dass das NS Dokumentationszentrum leistet eine unver- zichtbare pädagogische Arbeit in der historischen Aufarbeitung des National- sozialismus und dessen Greueltaten in der ehemaligen Zentrale der Kölner Gestapo am Appellhofplatz. Angesichts der öffentlich geführten Diskussion, Kölner Schulen zum Besuch des EL-DE-Hauses aufzufordern, hat das NS- - 2 - Dokumentationszentrum anlässlich seines 40 jährigen Bestehens auf die Not- wendigkeit einer nachhaltigen pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen hingewiesen, die wegen der aktuell wahrnehmbaren Demokratiefeindlichkeit besonders dringlich ist. Der Rat unterstützt diese Bemühungen nachhaltig und sieht darin einen ganz zentralen Beitrag zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Er unterstreicht die herausragende bildungspoliti- sche Bedeutung besonders für junge Menschen. Er hält die Erhebung von Gebühren für die Führungen, die die Schulklassen aufbringen müssen, für kontraproduktiv. Gerade angesichts der Bedeutung demokratischen Bewusstseins sollte es im Interesse von Politik und Verwal- tung liegen, allen Kölner Schülerinnen und Schülern den Zugang zu diesen Führungen zu ermöglichen. Für viele Schulklassen bedeutet die Erhebung von Gebühren für diese Führungen eine Barriere, daher sollte auf Gebühren ver- zichtet werden. Der Rat bittet die Verwaltung darzustellen, auf welche Weise, z.B. durch Um- schichtungen im Haushalt, auf die Erhebung der Gebühren für die Führungen und anderen pädagogischen Angeboten wie Workshops für Kölner Schulklas- sen im EL-DE-Haus verzichtet und dem NS-Dokumentationszentrum die dafür notwendigen 50.000 Euro zur Verfügung gestellt werden können. Begründung: Seit 40 Jahren leistet das NS-Dokumentationszentrum eine unverzichtbare Arbeit hinsichtlich der Aufklärung über die nationalsozialistische Zeit. Gerade die ehe- malige Zentrale der Kölner Gestapo stellt dabei ein beschämendes Denkmal für das Leiden und die Morde des Nazi-Regimes in der Stadt Köln dar. Köln hat als erste Stadt Deutschlands ein solches Dokumentationszentrum einge- richtet. Dieses hat bis heute Vorbildcharakter für die inzwischen in zahlreichen Städten Deutschlands entstandenen ähnlichen Zentren. Angesichts zunehmender rechtsextremer Aktivitäten und Gewalttaten sowie wachsenden Antisemitismus stellt gerade das EL-DE-Haus einen wichtigen Ankerpunkt der Aufklärung, der Information und der Prävention gerade für junge Menschen in Köln dar. Es wäre daher von herausragendem öffentlichem Interesse, die Führungen und andere pädagogische Angebote für Schulklassen kostenfrei anzubieten. Damit kann er- reicht werden, dass über die zahlreichen Schulklassen aus der gymnasialen Oberstufe hinaus auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Schulformen wie z.B. die Hauptschule erreicht werden können. Der Zugang zu Bildung sollte mög- lichst niedrigschwellig sein. Bildung, besonders politische Bildung im Sinne der Aufklärung über die Zeit des Nationalsozialismus, ist angesichts wachsender rechtsextremer Gesinnung auch bei jungen Menschen eine zwingende Voraussetzung für die Sicherung und den Ausbau unserer demokratischen freiheitlichen Verfasstheit. So ist z.B. die Zahl der registrierten antisemitischen Straftaten im vergangenen Jahr um etwa 20 - 3 - Prozent angestiegen. Fast 1800 Straftaten wurden 2018 in ganz Deutschland ge- zählt. Dieser Entwicklung kann durch intensive Aufklärung und Prävention entge- gengewirkt werden. Das ist ein besonderer staatspolitischer Auftrag. Es ist nicht einzusehen, dass für diese wichtige Arbeit Kostenbeiträge erhoben werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke gez.Niklas Kienitz SPD-Fraktionsgeschäftsführerin CDU- Fraktionsgeschäftsfüh- rer gez. Lino Hammer gez. Michael Weisenstein Fraktionsgeschäftsführer Fraktionsgeschäftsführer Bündnis 90 / Die Grünen DIE LINKE gez. Uli Breite gez. Thor Zimmermann Fraktionsgeschäftsführer Sprecher Ratsgruppe GUT FDP-Fraktion gez. Walter Wortmann gez.Lisa Gerlach Einzelmandatsträger Freie Wähler Einzelmandatsträgerin
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0355/2020
- Typ
- Gem. Dringlichkeitsantrag (SPD)
- Datum
- 06.03.2020
- Erstellt
- 06.03.2020 08:40