2006/0281
Realisierungswettbewerb Fuß- und Radwegebrücke am Mozartturm
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2006/0281
7567 Zeichen
Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
20.04.2006
an den Magistrat Beteiligt vor Dezernat: VI
Amt: Stadtplanungsamt
Straßenverkehrsamt
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Magistrats-
beschlussfassung:
Dezernat II
Vorlage-Nr. 2006/0281
Magistratsbeschluss-Nr.
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss- fas-
sung Fachausschuss
Internet ja nein
Tagesordnung I II
Verteiler:
OBW bei abschl.
Beschlussfassung
Magistrat
Betreff: Realisierungswettbewerb Fuß- und Radwegebrücke am Mozartturm
Vorlage vom: 18.04.2006
Beschlussvorschlag:
1. Das Wettbewerbsergebnis und die Empfehlung des Preisgerichtes werden zur Kenntnis genommen
und gebilligt. Die Verfasser der mit dem ersten Preis prämierten Wettbewerbsarbeit, das Büro netzwerk
architekten, Darmstadt, sind mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen. Bei der weiteren
Ausarbeitung sind die kritischen Hinweise des Preisgerichtes zu berücksichtigen.
2. Bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt 2006 sind die Mittel für die planerischen Leistungen in
Höhe von 100.000,- Euro und eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 50.000,- Euro mit Kas-
senwirksamkeit in 2007 bei der Haushaltstelle 02.6300001.960197 "Fuß- und Radwegebrücke über die
Rheinstraße vom TZ-Gelände bis Bosch-Gelände" einzustellen. Deckung wird erzielt durch Einnahmen
in gleicher Höhe bei der Haushaltstelle 02.6300001.367197 "Zuweisung Firma Sireo zur Errichtung ei-
ner Fuß- und Radwegebrücke".
3. Auf die Planungsmittel kann im Vorgriff auf die Haushaltsberatungen zum Nachtragshaushalt 2006
nach Magistratsbeschluss und Eingang der Zuweisung von Sireo zugegriffen werden.
4. Bei den Beratungen zum Haushalt 2007 und der Finanzplanung 2006 bis 2010 sind auf der Haushalt-
stelle 02.6300001.960197 "Fuß- und Radwegebrücke über die Rheinstraße vom TZ-Gelände bis
Bosch-Gelände" 600.000,- Euro in 2008 und 900.000,- Euro in 2009 für den Bau einzustellen. Teilwei-
se Deckung wird durch Einnahmen in Höhe von 277.500,- Euro bei der Haushaltstelle
02.6300001.367197 "Zuweisung Firma Sireo zur Errichtung einer Fuß- und Radwegebrücke" erzielt.
die Restdeckung wird über die Einhaltung der Budgetvorgabe erzielt.
Anlagen: Beurteilung des Preisgerichts
Beschluss des Magistrats vom
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...
Begründungsseite zur Magistratsvorlage VI vom 18.04.2006
1. Verpflichtung aus dem städtebaulichen Vertrag
Gem. § 14 des städtebaulichen Vertrages zur Entwicklung des FTZ–Geländes sind die We-
geverbindungen zwischen TZ-Gelände und dem Bosch-Gelände durch den Bau einer Fuß-
und Radwegebrücke über die Rheinstraße zu verbessern.
Die entstehenden Kosten sollten von den beiden Vertragsparteien getragen werden.
Die Telekom AG stellt für die geplante Maßnahme insgesamt 500.000,- Euro zu Verfügung
(72.500,- Euro für Wettbewerb, 150.000,- Euro für Planung, 277.500,- Euro für Bau). Nach
der Fertigstellung wird die benötigte Grundfläche kosten- und lastenfrei in das Eigentum der
Stadt übergehen.
2. Realisierungswettbewerb
Die geplante Brücke war Gegenstand eines einstufigen Realisierungswettbewerbes in Form
eines Einladungswettbewerbes mit 7 Teilnehmern gem. GRW 95 (Grundsätze und Richtlinie
für Wettbewerbe), Ziffer. 2.4.3. Zur Teilnahme wurden aufgrund ihrer besonderen Fach-
kenntnis folgende Büros eingeladen:
Pahl + Weber- Pahl, Darmstadt
netzwerk- architekten, Darmstadt
Karle + Buxbaum, Darmstadt
Günther Schößler, Darmstadt
Prof. Christoph Mäckler, Frankfurt / M
Schlaich- Bergmann + Partner, Stuttgart
Prof. Albert Speer & Partner, Frankfurt / M
Die am 04.10.2005 abgegebene Arbeiten wurden nach folgenden Kriterien beurteilt:
1. Städtebauliche Qualität und Einfügung in das Stadtbild
2. Gestaltung
3. Konstruktion
4. Funktion
5. Barrierefreiheit
6. Freiraum
7. Wirtschaftlichkeit
Die Preisgerichtsitzung fand am 03.11.2005 statt mit folgendem Ergebnis:
1. Preis: netzwerk- architekten, Darmstadt
2. Preis: Prof. Albert Speer & Partner, Frankfurt / M
3. Preis: Pahl + Weber- Pahl, Darmstadt
Bei der mit dem 1. Preis prämierten Arbeit des Büros netzwerk- architekten handelt es sich
um eine Trogbrücke als „dynamische Lichtspur“. Das Preisgericht lobte das eigenständige
Erscheinungsbild, die städtebauliche Einfügung, die der Situation angemessene Ausführung
der Brückenköpfe und den speziellen Reiz der unterschiedlichen Tag- und Nachtwirkung.
Positiv gewertet wurde auch das konstruktive Konzept mit einem steif ausgebildeten Trog-
träger.
3
...
Das Preisgericht empfiehlt einstimmig dem Auslober, das mit dem ersten Preis
ausgezeichnete Büro mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen.
3. Empfehlung des Preisgerichtes
Bei der weiteren Ausarbeitung sind die nachfolgenden kritischen Hinweise des
Preisgerichtes zu berücksichtigen:
1. Die vorgeschlagene Jugendstil- Ornamentik ist nicht überzeugend. Ein Bezug auf
die Wissenschaftsstadt erscheint zielführender. Die Einbeziehung eines Lichtpla-
ners wird dringend empfohlen.
2. Die Gleichmäßigkeit der Stützen im Randbereich ist ebenso wie die Ausbildung als
V-Stütze nicht zwingend notwendig.
3. Die 1.20 m hohen Trogwände erschweren Rollstuhlfahrern die Benutzung und be-
hindern die Sichtbeziehungen.
4. Die Zuwegung von der Straßenbahnhaltestelle zur Brücke ist umständlich und ver-
besserungswürdig. Eine separate Treppe ist nicht vorhanden.
5. Die nördlich im Wald gelegene Rampe bedarf einer ausreichenden Beleuchtung,
um Angsträume zu vermeiden.
6. Im südlichen Bereich ist der Abstand zu den geplanten Gebäuden zu überprüfen.
7. Der Pflege- und Instandsetzungsaufwand erscheint erhöht.
4. Weiteres Vorgehen
Entsprechend der Empfehlung des Preisgerichtes wird das mit dem ersten Preis
ausgezeichnete Büro netzwerk- architekten mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt.
Laut einer mündlichen Zusage werden die Planungskosten von Sireo im Vorgriff auf den ins-
gesamt zu leistenden Finanzierungsanteil gem. städtebaulicher Vertrag übernommen. Die für
die Planung benötigten Mittel in Höhe von 150.000,- Euro werden nach der Aufforderung
durch die Stadt auf die Haushaltstelle 02.6300001.367197 „Zuweisung Firma Sireo zur Er-
richtung einer Fuß- und Radwegebrücke“ überwiesen.
Bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt 2006 sind die Mittel für die planerischen
Leistungen in der Höhe von 100.000,- Euro und eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe
von 50.000,- Euro mit Kostenwirksamkeit in 2007 bei der Haushaltstelle
02.6300001.960197 „Fuß- und Radwegebrücke über die Rheinstraße vom TZ- Gelände
bis Bosch- Gelände“ einzustellen. Weiterhin sind Mittel für den Bau in Höhe von 600.000,-
Euro in 2008 und in Höhe von 900.000,- Euro in 2009 im Rahmen der Haushaltberatungen
2007 und MIP 2006 - 2010 zu etatisieren.
4
...
Es wird angestrebt, für die Errichtung der Brücke als Teil einer Hauptrad-wegeverbindung
Fördermittel zu beantragen.
Nach Fertigstellung der Entwurfsplanung mit Kostenberechnung wird eine Bauvorlage
eingebracht.
Der Dezernent II Der Dezernent VI:
Wolfgang Glenz Dipl.-Ing. Dieter Wenzel
Bürgermeister Stadtrat
Zu den Sitzungen werden ausgelegt bzw. aufgehängt:
Wettbewerbsbeitrag des 1. Preisträgers
Darmstadt, den 18. April 2006
VI-61.3 me-ci Nst. 2605
anlage 1
2490 Zeichen
1. Preisträger Kurzbeschreibung Trogbrücke als „dynamische Lichtspur“ mit in Konstruktion integrierter Ornamentik unter Zitat von Jugendstilmotiven als Symbol für Darmstadt. Gerundete und gewendelte Gesamt- anlage. Beurteilung des Preisgerichts Die Brücke hat ein eigenständiges Erscheinungsbild, ohne dass die Gestaltungselemente überzogen wirken. Sie fügt sich dennoch städtebaulich in den Kontext Ver- kehrsanlage/Stadtquartier ein. Die Ausführung der „Brü- ckenköpfe“ sind der Situation angemessen. Der Entwurf bietet die Chance, eine unterschiedliche Tag-Nachtwir- kung zu erzielen. Dies hat seinen speziellen Reiz, die vorgeschlagene Jugendstil-Ornamentik überzeugt jedoch nicht. Ein Bezug auf die Wissenschaftsstadt erscheint zielführender, die Einbeziehung eines Lichtsplaners wird dringend empfohlen. Das konstruktive Konzept mit einem torsionssteifen Geh- wegkastenträger und der möglichen Einbeziehung der Geländerhöhe entspricht der Aufgabe. Die Gleichmäßig- keit der Stützen im Randbereich ist ebenso wie die Ausbil- dung als V-Stütze nicht zwingend notwendig. 12 WB Fuß- und Radwegebrücke am Mozartturm 2005 Netzwerk Architekten, Darmstadt 465862 Brückenschwung über der Rhibinstrasse Die durchgängige Breite des Weges von 4,00 m wird po- sitiv gewertet. Die 1,20 m hohen Tragwände erschweren allerdings Rollstuhlfahrern die Benutzung und behindern die Sichtbeziehungen. Die Zuwegung von der Straßen- bahnhaltestelle zur Brücke ist umständlich und verbesse- rungswürdig. Eine separate Treppe ist nicht vorhanden. Das Brückenbauwerk kommt mit einem Gefälle von 4,5% ohne Podeste aus. Die nördlich im Wald gelegene Ram- penanlage bedarf einer ausreichenden Beleuchtung, um Angsträume zu vermeiden. Die Barrierefreiheit ist gege- ben. Im südlichen Bereich ist der Abstand zu den geplanten Gebäuden zu überprüfen, eine Korrektur ist denkbar. Die Brücke mit ihren Rampenanlagen passt sich insgesamt gut in die Freiräume ein. Der Pflege- und Instandhaltungsaufwand erscheint auf- grund der filigranen Trogwandausbildung und des Be- leuchtungssystems erhöht. Die Montage kann mit vor- montierten Teilen erfolgen. Eine Beeinträchtigung des Straßenverkehrs wird daher minimiert. a x j Netzwerk Architekten, Darmstadt esse 2) BE ng Höhne, Scharabi, Schiffer, Schwieger, Schuh Mitarbeiter: Thorsten Mergel Tragwerk: Dr.-Ing. A. Hentschel, Dr. Kreutz + Partner, Nürnberg konstruktiver Querschnitt M 1/25 Landschaftsplaner: Frank Flor, Club L94, Köln AG 5 Architekten BDA 13
Beratungsverlauf (5)
Orte (1)
- Rheinstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2006/0281
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 18.04.2006
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00