0159/2026
Kleinräumige Analyse und Bewertung der Herausforderungen und Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet
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Anlage2_ISG_BBA_Abschlussbericht_250818
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ISG INSTITUT FÜR SOZIALFORSCHUNG UND GESELLSCHAFTSPOLITIK GMBH Weinsbergstraße 190, 50825 Köln www.isg-institut.de Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ im Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln“ - 2024 Abschlussbericht im August 2025 Autorinnen: Christine Maur und Seren Muratdagi Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 2 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ Inhalt Vorbemerkung .............................................................................................................. 3 1. Konzept des Förderprogramms Bürger*innenbeteiligung und Aktivierung.............. 3 1.1 Hintergrund und Zielsetzung des Förderprogramms ................................................... 3 1.2 Methoden ..................................................................................................................... 4 2. Bedeutung der Steuerungsgruppe als Begleitgremium .......................................... 5 3. Fokusgruppen ........................................................................................................ 6 3.1 Akquise der Teilnehmenden ........................................................................................ 7 3.2 Rahmenbedingungen ................................................................................................... 8 3.3 Bewertung des Erhebungsschrittes ............................................................................. 8 4. Qualitative Interviews ........................................................................................... 10 4.1 Akquise der Teilnehmenden ...................................................................................... 11 4.2 Rahmenbedingungen ................................................................................................. 13 4.3 Erhebungsinstrument ................................................................................................. 16 5. Onlinebefragung .................................................................................................. 20 5.1 Zugang zur Zielgruppe ............................................................................................... 21 5.2 Rahmenbedingungen ................................................................................................. 27 5.3 Erhebungsinstrument ................................................................................................. 28 6. Kurzzusammenfassung der Ergebnisse ............................................................... 31 6.1 Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald ................................................................... 31 6.2 Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf ..................................................................... 36 7. Anhang ................................................................................................................ 43 7.1 Auswertung Fokusgruppen ........................................................................................ 43 7.1 Auswertung Qualitative Interviews ............................................................................. 58 7.2 Auswertung Onlinebefragung .................................................................................... 91 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 3 Vorbemerkung Die Stadt Köln hat im August 2024 im Rahmen des Programms „ Lebenswerte Veedel“ das Förderprogramm zur „Bürger*innenbeteiligung und –aktivierung“ innerhalb der So- zialraumgebiete Meschenich/Rondorf und Höhenhaus/Dünnwald veröffentlicht. Das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH hat hierzu ein Konzept einge- reicht, das im September 2024 bewilligt wurde. Hiermit legt das ISG den Abschlussbericht zu den Ergebnissen der durchgeführten Maß- nahme vor. Im Folgenden werden zunächst der Hintergrund sowie die Zielsetzung des Förderprogramms „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ skizziert. Im Anschluss da- ran werden die durchgeführten Untersuchungsschritte beschrieben und bewertet. Es sol- len Erkenntnisse gewonnen werden, welche Anpassungen bei der Umsetzung vergleich- barerer Förderprogramme in anderen Sozialraumgebieten empfehlenswert wären. Ab- schließend werden die zentralen Ergebnisse zur Lebenssituation der Bürger*innen in den Sozialraumgebieten Meschenich/Rondorf und Höhenhaus/Dünnwald sowie zu ihren Hürden bezüglich einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe und zu individu- ellen Verbesserungswünschen in einer Kurzzusammenfassung dargestellt. 1. Konzept des Förderprogramms Bürger*innenbeteiligung und Aktivie- rung 1.1 Hintergrund und Zielsetzung des Förderprogramms Im Jahr 2006 wurde das Modellprojekt „Sozialraumorientierte Hilfsangebote in Köln“ ein- geführt. Es umfasste die Finanzierung von Sozialraumkoordinator*innen, mit deren Be- mühungen zentrale Akteur*innen vernetzt und bedarfsgerechte Angebote für die Bür- ger*innen Kölns entwickelt wurden. Aufgrund des Erfolgs wurde das Projekt auf weitere Stadtregionen ausgedehnt, bis es im Jahr 2013 unter dem Namen „Lebenswerte Veedel – Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln" in ein zeitlich unbegrenztes Pro- gramm überführt wurde. Mit Ratsbeschluss zum Haushalt 2019 vom 08.11.2018 wurde das Projekt konzeptionell weiterentwickelt , indem es auf 15 städtische Sozialraumge- biete ausgeweitet wurde. Mit der Umsetzung des Förderprogramms „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“, das im Programm „Lebenswerte Veedel“ verankert ist, verfolgte die Stadt Köln verschie- dene Ziele: Es sollten Erkenntnisse gewonnen werden über die Lebenssituationen der Bürger*innen in den Sozialraumgebieten Meschenich/Rondorf und Höhenhaus/Dünn- wald. Insbesondere sollte erarbeitet werden, welche Chancen und Barrieren einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe in den verschiedenen Lebenslagenberei- chen Gesundheit, Bildung, Erwerbstätigkeit und Einkommen für einzelne Bevölkerungs- gruppen bestehen und wie deren soziale, kulturelle und politische Einbindung gestaltet ist. Des Weiteren sollten die Voraussetzungen zur Verbesserung der Teilhabechancen, Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 4 einschließlich der Hilfs- und Unterstützungswünsche, sowie die Möglichkeiten zur För- derung von Engagement erörtert werden. Vor diesem Hintergrund sollte den Bürger*in- nen die Möglichkeit gegeben werden, wahrgenommene Schwierigkeiten sowie individu- elle Wünsche und Anliegen zu äußern . Damit sollten ihre Erfahrungen und Meinungen in der kommunalen Arbeit Berücksichtigung finden. Anhand der Ziele des Förderprogramms wurden die folgenden Forschungsfragen abge- leitet: • Welche Chancen haben verschiedene Personengruppen der Sozialraumgebiete Meschenich/Rondorf und Höhenhaus/Dünnwald hinsichtlich ihrer Lebenssituation? Welchen Herausforderungen und Barrieren begegnen sie? • Welche Personengruppen sind von bestimmten Herausforderungen, wie z. B. Armut und finanziellen Einschränkungen, stärker betroffen als andere? • Welche Wechselwirkungen lassen sich zwischen den Belastungen in den unter- schiedlichen Lebensbereichen feststellen, und wie wirken sich kumulierte Herausfor- derungen aus? • Welche Handlungsempfehlungen lassen sich ableiten, um die Lebensqualität und Teilhabechancen von Personengruppen in herausfordernden Lebensphasen zu ver- bessern? 1.2 Methoden Für die Umsetzung des Vorhabens wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, bei dem qualitative und quantitative Methoden miteinander kombiniert werden . Um neben den zentralen individuellen Sichtweisen der Bürger*innen (qualitative Interviews und Online- befragung) auch Außensichtweisen einbeziehen zu können und gegebenenfalls weitere strukturelle Hürden für die Teilhabe der Einwohner*innen der ausgewählten Sozialräume zu identifizieren, wurden neben der Befragung der Zielgruppe auch Fokusgruppen mit Akteur*innen aus den Sozialraumgebieten durchgeführt (siehe Abbildung 1). Abbildung 1: Untersuchungsschritte im Förderprogramm Im Folgenden wird die Umsetzung der einzelnen Untersuchungsschritte beschrieben und bewertet. 2 Fokusgruppen mit Akteur*innen aus dem SRG 13 Qualitative Interviews mit Bürger*innen in herausfordernden Lebenslagen Online-Bürger*innenbefragung (insgesamt 97 Teilnehmende) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 5 2. Bedeutung der Steuerungsgruppe als Begleitgremium Das Konzept des Förderprogramms „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ sah die Begleitung durch eine Steuerungsgruppe vor. Diese setzte sich aus der Geschäftsstelle „Lebenswerte Veedel“, der Stabsstelle Sozialplanung / Sozialberichterstattung sowie den in den beiden Sozialraumgebieten aktiven Sozialraumkoordinator*innen zusammen. Sie begleitete das ISG bei der Umsetzung des Förderprogramms. Die Steuerungs- gruppe besitzt Wissen über die Lebenssituation der Bürger*innen, vor Ort bestehende Problemlagen, laufende Aktivitäten und Netzwerke sowie über sozialräumliche Einfluss- möglichkeiten durch Akteur*innen vor Ort. Am 07.11.2024 fand zum Projektstart ein gemeinsamer Austausch mit der Steuerungs- gruppe zur Abstimmung des Projektverlaufs und der Konzeption statt. Die zu untersu- chenden Themenbereiche wurden eingegrenzt, Zielgruppen konkretisiert und Rückfra- gen seitens der beteiligten Akteur*innen zum Projektablauf beantwortet. Darauf aufbauend erstellte das ISG die verschiedenen Erhebungsinstrumente, die in weiteren Abstimmungsprozessen asynchron per E -Mail und synchron per Videokonfe- renz diskutiert wurden. Bei der Abstimmung komplexerer Erhebungsinstrumente be- währte sich die asynchrone Kommunikation, die detaillierte Rückmeldungen seitens der Steuerungsgruppe ermöglichte. Außerdem unterstützten die Sozialraumkoordinator*innen die Akquise von Teilnehmen- den an Fokusgruppen, Interviews und der Onlinebefragung. Aufgrund ihrer guten Ver- netzung vor Ort konnte auf bestehende Kontakte und Vertrauensverhältnisse zu Fach- kräften und Klient*innen zurückgegriffen werden, so dass eine schnelle Akquise möglich war. Auf Basis der Einschätzungen der Sozialraumkoordinator*innen zu den zentralen Prob- lemlagen in den Sozialraumgebieten erfolgte eine Selektion von Ergebnissen, die im Zuge der Bürger*innenkonferenzen in Höhenhaus/Dünnwald und Meschenich/Rondorf präsentiert wurden. Insgesamt wird die Begleitung durch die Steuerungsgruppe für die Programmumsetzung als sehr kooperativ und hilfreich bewertet. Die Einbindung der Steuerungsgruppe stellte sich als beschleunigender Erfolgsfaktor für die Durchführung des Förderprogramms her- aus. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 6 3. Fokusgruppen In beiden Sozialraumgebieten fand eine Fokusgruppe zum Thema „Herausforderungen und Bedarfe von Bürger*innen im Sozialraumgebiet“ statt. Eine Fokusgruppe ist eine Form der moderierten Gruppendiskussion, zu der verschiedene Fachpersonen zusam- menkommen, die alle Berührungspunkte mit dem untersuchten Themenkomplex haben. Im Rahmen der Konzepterstellung und des gemeinsamen Austauschs mit der Steue- rungsgruppe wurde vereinbart, den thematischen Schwerpunkt der Fokusgruppen auf „Familien und Kinder in herausfordernden Lebenslagen“ zu legen. Das Kapitel im Überblick Akquise der Teilnehmenden: Die Fokusgruppe im Sozialraumgebiet Höhen- haus/Dünnwald fand am 18.12.2024 mit neun Fachkräften in digitaler Form statt. Im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf fand sie am 28.01.2025 mit 17 Fachkräften in Präsenz statt. Die Benennung relevanter Einrichtungen, Träger und Akteur*innen für den Themenbereich sowie die Kontaktvermittlung durch die Sozialraumkoordina- tion war sehr gewinnbringend. In beiden Sozialraumgebieten liegt die „Beteiligungs- quote“ bei knapp einem Drittel, was als Orientierungswert für die Umsetzung weiterer Fokusgruppen herangezogen werden kann. Rahmenbedingungen: Die Terminfindung gestaltete sich für das Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf im Monat Dezember schwierig. Jedoch äußerten die Fach- kräfte Interesse an der Teilnahme, sodass der Termin verschoben wurde. Mit Hilfe der Unterstützung der Sozialraumkoordination wurden ein ausreichend großer Raum sowie Verpflegung organisiert. Die unterschiedlichen Veranstaltungsformate funkti- onierten beide gut, das Format einer Videokonferenz war den Fachkräften bekannt. Bewertung des Erhebungsschritts: Mit der Steuerungsgruppe wurde das Thema eingegrenzt. Nach dieser Konkretisierung wurde ein Leitfaden entwickelt. Zu den Fragestellungen zählten: die Teilhabemöglichkeiten, die wahrgenommenen Heraus- forderungen und strukturellen Zugangsbarrieren sowie die Bedarfe von Familien und ihren Kindern in belasteten Lebenslagen. Ziel war auch, Strategien im Sozialraum- gebiet zu entwickeln, um die Teilhabechancen zu erhöhen. In beiden Fokusgruppen haben sich die Teilnehmenden ausgewogen an der Diskussion beteiligt und kon- struktiv mitgewirkt. Aufgrund der Vorauswahl der angeschriebenen Akteur*innen gab es Bezüge zwischen ihren Arbeitsbereichen und den Fragestellungen. Durch die Vielfalt der vertretenen Arbeitsbereiche konnten verschiedene Perspektiven und Er- fahrungen berücksichtigt werden. Die Erkenntnisse wurden auch für die (Weiter -) Entwicklung der Gesprächsleitfäden für die qualitativen Interviews sowie für die Ent- wicklung des Fragebogens für die Onlinebefragung genutzt. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 7 3.1 Akquise der Teilnehmenden Neben der Konzeption erfolgte auch die Organisation der Fokusgruppen in enger Ab- stimmung mit den Sozialraumkoordinator*innen. Gemeinsam mit ihnen wurden potenzi- elle Teilnehmende ausgewählt, über das Vorhaben informiert und eingeladen. Die Fokusgruppe im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald fand am 18.12.2024 in di- gitaler Form statt. Teilgenommen haben neun Fachkräfte des Sozialraumgebiets, deren Arbeitsbereiche sich überwiegend auf die Lebenslage von Kindern und Familien bezie- hen. Neben der Sozialraumkoordination waren die Gemeinwesenarbeit, die offene Ju- gendarbeit (Jugend- und Nachbarschaftshaus) und die Schulsozialarbeit vertreten. Wei- terhin nahmen an der Fokusgruppe Vertreter*innen einer Arbeitsberatungsstelle, der ambulanten Hilfen für Erziehung, des interkulturellen Dienstes der Stadt Köln sowie der Engagementförderung einer katholischen Kirchengemeinde teil. An der Fokusgruppe im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf, die am 28.01.2025 vor Ort in Präsenz stattfand, nahmen 17 Fachkräfte aus dem Sozialraumgebiet teil. Neben den beiden Sozialraumkoordinatorinnen beteiligten sich Schulsozialarbeiter*innen und Leitungskräfte von Kindertagesstätten (auch Familienzentrum). Außerdem nahmen Fachkräfte der internationalen Familienberatung, der Frauenberatung, der allgemeinen Sozialberatung, der Gemeinwesenarbeit und des interkulturellen Dienstes der Stadt Köln teil. Auch waren ein Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung sowie ein Verein vertreten, der als Träger einer Kindertageseinrichtung und weiterer Angebote für Ju- gendliche und Geflüchtete agiert. Darüber hinaus beteiligte sich der Bürgerverein „Aktiv für Meschenich“ (ehrenamtliche Bürgerinitiative). Auch hier war die enge Zusammenarbeit mit den Sozialraumkoordinator*innen sehr ge- winnbringend: Zum einen konnten sie die für den Themenbereich relevanten Einrichtun- gen, Träger und Akteur*innen im Sozialraumgebiet benennen und die Kontakt e vermit- teln. Zum anderen haben sie mit einer Vorab-Information die entsprechenden Akteur*in- nen bereits über das Förderprogramm und das Vorhaben informiert. In Dünnwald/Höhenhaus wurden 29 Akteur*innen und in Meschenich/Rondorf 53 Ak- teur*innen eingeladen; in beiden Sozialraumgebieten liegt die „Beteiligungsquote“ somit bei knapp einem Drittel. Dies kann als Orientierungswert für die Umsetzung weiterer Fokusgruppen herangezogen werden. Auch in anderen Projekten macht das ISG zuneh- mend die Erfahrung, dass die zeitlichen und personellen Ressourcen der Institutionen begrenzt sind. Eine Mitwirkung an solchen Formaten, wie z. B. Workshops, Fokusgrup- pen und Experteninterviews, ist für viele nur schwer möglich. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren. So ist es nachvollziehbar, dass sich keine der eingeladenen Vertreter*innen der Sport - und Freizeitvereine oder Nachbarschafts- hilfen an den Fokusgruppen beteiligt haben. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 8 3.2 Rahmenbedingungen Die Terminfindung im Monat Dezember gestaltete sich erwartungsgemäß als schwierig. In Höhenhaus/Dünnwald gelang es, genug Teilnehmende für einen Online- Termin zu gewinnen; in Meschenich/Rondorf gelang dies nicht. Da jedoch die angeschriebenen Multiplikator*innen eine generelle Mitwirkungsbereitschaft und ein Interesse an der Fo- kusgruppe äußerten, wurde ein neuer Termin im Januar vorgeschlagen. Diese Fokus- gruppe fand in Präsenz in Räumlichkeiten im Sozialraumgebiet statt. Hinsichtlich der Organisation wurde das ISG von der Sozialraumkoordination unterstützt. So konnte ein für die Teilnehmerzahl passender Raum ausgewählt sowie Getränke und Snacks ange- boten werden. Die unterschiedlichen Veranstaltungsformate (digital und in Präsenz) hatten keine Aus- wirkungen auf den Erkenntnisgewinn; beide Formate weisen generell Vor- und Nachteile auf. Zu den Vorteilen der digitalen Durchführung gehören die räumliche Flexibilität un d der geringere zeitliche Aufwand für die Teilnehmenden. Die Durchführung der Fokus- gruppe in Höhenhaus/Dünnwald wäre in Präsenz im Dezember vermutlich nicht mehr möglich gewesen. Ein Nachteil ist, dass die nonverbale Kommunikation, wie Mimik und Gestik, online schwerer wahrnehmbar und die spontane Interaktion eingeschränkt sein kann. Jedoch konzentrieren sich manche Diskussionsteilnehmende im Online- Format eher auf die wesentlichen Inhalte und fassen sich in ihren Beiträgen kürzer. Im Rahmen der Umsetzung des Förderprogramms funktionierten beide Formate der Fo- kusgruppen gut. Die Teilnehmenden der digitalen Fokusgruppe hatten keine Probleme bei der technischen Umsetzung, das Format einer Videokonferenz war ihnen bekannt. 3.3 Bewertung des Erhebungsschrittes In Abstimmung mit der Steuerungsgruppe wurde der thematische Schwerpunkt der Fo- kusgruppe auf die Lebenslage von Kindern und Familien gelegt. Eine Eingrenzung des Themas war wichtig, um ausreichend Zeit für die einzelnen Diskussionsfragen zu haben. Für die Umsetzung der Fokusgruppen wurde ein Leitfaden mit den wesentlichen Fragen entwickelt. Nach einer kurzen Vorstellung des Konzepts des Förderprogramms „Bür- ger*innenbeteiligung und -aktivierung“ wurden im ersten Teil der Fokusgruppe die Insti- tutionen und Angebote der teilnehmenden Akteur*innen vorgestellt. Des Weiteren fand ein Austausch über die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Zielgruppe und die Bewertung ihrer Lebenssituation statt. Die Teilhabemöglichkeiten von Familien und Kin- dern in belasteten Lebenslagen, die wahrgenommenen Herausforderungen und struktu- rellen Zugangsbarrieren für Familien in belasteten Lebenslagen innerhalb de r Sozial- raumgebiete wurden beleuchtet. Im zweiten Teil wurde gemeinsam erörtert, welche Be- darfe die Familien und ihre Kinder haben und in welcher Form Strategien im Sozialraum- gebiet entwickelt werden können, um die Teilhabechancen zu erhöhen. Von besonde- rem Interesse waren Erkenntnisse darüber, welche Hilfs- und Unterstützungsangebote bekannt sind, welche Hilfs - und Unterstützungsangebote benötigt werden und welche Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 9 Anpassungen dieser Angebote erfolgen müssen. Weiterhin wurde die Stärkung der Be- teiligung und der Aktivierung der Bürger*innen thematisiert. In beiden Fokusgruppen haben sich die Teilnehmenden aktiv an der Diskussion beteiligt und konstruktiv mitgewirkt. Die Beteiligung war ausgewogen, es gab keine „dominieren- den“ Teilnehmenden mit unverhältnismäßig höherem Redeanteil. Aufgrund der Vorauswahl der angeschriebenen Akteur*innen anhand des Themen- schwerpunkts waren die Inhalte für alle Beteiligten relevant, so dass bei allen Teilneh- menden Zusammenhänge zu ihren Arbeitsbereichen bestanden. Durch die Vielfalt der vertretenen Arbeitsbereiche konnten verschiedene Perspektiven und Erfahrungen be- rücksichtigt werden. Die teilnehmenden Akteur*innen haben aufgrund ihrer Arbeit und ihres Kontakts zur Zielgruppe Einblicke in viele Bereiche der Lebenslage der Familien und Kinder im Sozialraumgebiet – auch in Bereiche, die nicht direkt ihre Arbeit betreffen. Aufgrund dessen war es für den Diskussionsverlauf unproblematisch, dass z. B. Ak- teur*innen aus dem Freizeitbereich nicht vertreten waren. Die in einer Dokumentation zusammengefassten Ergebnisse wurden auch den beteilig- ten Akteur*innen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden die gewonnenen Er- kenntnisse auch für die (Weiter-) Entwicklung der Gesprächsleitfäden für die qualitativen Interviews sowie für die Entwicklung des Fragebogens für die Onlinebefragung genutzt. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 10 4. Qualitative Interviews Im Rahmen des Projekts wurden 13 qualitative Einzelinterviews mit Bürger*innen der Sozialraumgebiete Höhenhaus/Dünnwald und Meschenich/Rondorf durchgeführt. Zur Zielgruppe gehörten nach Abstimmung mit der Steuerungsgruppe Menschen in belaste- ten Lebenssituationen und mit geringeren Teilhabechancen wie z. B. einkommens- schwache Familien mit mehr als 3 Kindern, Alleinerziehende oder ein Teil der Menschen mit internationaler Familiengeschichte. Das Kapitel im Überblick Akquise der Teilnehmenden: Die Akquise erfolgte vorrangig über die Sozialraum- koordinator*innen, die mit Institutionen und lokalen Akteur*innen und der Zielgruppe zusammenarbeiten; über Flyer, die per E -Mail weitergeleitet und in den Räumlich- keiten verschiedener Institutionen ausgelegt wurden und über das Schneeballver- fahren. Die Feldphase erstreckte sich über den Zeitraum vom 08. Januar bis zum 18. März 2025. Die adressierte Zielgruppe konnte erreicht werden. Zur Optimierung der Erreichbarkeit werden die Au frechthaltung der primären Akquise über lokale Fachkräfte, eine Adaption des Schneeballsystems sowie eine gestalterische Anpas- sung des Flyers empfohlen. Rahmenbedingungen: Die Zuverlässigkeit der Interviewpersonen war sehr hoch. Mit Hilfe der Sozialraumkoordinator*innen und Fachkräfte wurden sieben Interviews wohnortnah durchgeführt. Bei digitalen Gesprächen gab es keine Barrieren. Die freie Wahl der Gesprächsform wird weiterhin empfohlen. Im Durchschnitt dauerten die Interviews 82 Minuten, dies ist länger als geplant und lässt auf eine hohe Auskunfts- bereitschaft schließen. Niemand nahm das Angebot einer begleitenden Übersetzung in Anspruch. Stattdessen könnten zukünftig die Themenbereiche und Fragen vorab genannt oder Hilfsmittel wie etwa Übersetzerapps verwendet werden. Bewertung des Erhebungsschritts: Zur Durchführung der qualitativen Interviews wurden semi-strukturierte Leitfäden eingesetzt. Die Themenschwerpunkte des Leit- fadens wurden mit der Steuerungsgruppe abgestimmt. Zu den gut beantwortbaren Themenbereichen zählen: Frühkindliche Betreuung und schulische Bildung, berufli- che Bildung und Situation (sofern sie biografisch waren), materielle Lebenslage, Ge- sundheit und Wohnen. Schwierigkeiten zeigten sich bei den Bereichen Freizeit, Sport und Kultur, Pflege sowie Politik und Engagement. Besonders involviert schie- nen Interviewpersonen bei Fragen in Bezug auf ihre Kinder ; hypothetische Fragen waren eher schwierig zu beantworten. Dimensionszentrierte Fragen könnten die Ge- sprächsdauer verkürzen und das Risiko von Ermüdungseffekten senken. Einzelne Fragen könnten in ihrer Verständlichkeit optimiert werden. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 11 4.1 Akquise der Teilnehmenden Der Zugang zu den Interviewpersonen erfolgte vorrangig über die Sozialraumkoordina- tor*innen. Diese sind mit Institutionen und Akteur*innen vernetzt, die mit der Zielgruppe zusammenarbeiten; ggf. stehen sie selbst im Kontakt zur Zielgruppe. Es wurde ein Flyer erstellt, der an die Institutionen per E-Mail weitergeleitet und in den Räumlichkeiten ver- schiedener Institutionen ausgelegt werden konnte (siehe Abbildung 3). Des Weiteren wurden einzelne Gesprächspartner*innen über das Schneeballverfahren gewonnen. Da- bei werden Interviewpersonen gebeten, die Bereitschaft, an einem Interview teilzuneh- men, in ihrem Netzwerk ( z. B. Freundeskreis) abzufragen. Um weitere Interviewperso- nen zu akquirieren, erfolgte eine erneute Kontaktaufnahme zu den Teilnehmenden der Fokusgruppen. Im Folgenden soll das Akquise-Verfahren hinsichtlich der Erreichbarkeit von Bürger*innen in herausfordernden Lebenslagen bewertet werden, um Empfehlun- gen für künftige Ak quise-Wege liefern zu können. Insgesamt stellt sich heraus, dass Bürger*innen in herausfordernden Lebenssituationen nur schwer zu erreichen sind. Abbildung 2: Flyer für die Akquise von Interviewpersonen Quelle: ISG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 12 Die Feldphase erstreckte sich über den Zeitraum vom 08. Januar bis zum 18. März 2025. Neun von 13 Interviews wurden bereits innerhalb der ersten fünf Wochen durchgeführt. Dies ist auf die gute V ernetzung der Sozialraumkoordinator*innen zurückzuführen, da viele Interessent*innen bereits unmittelbar nach Beginn der Akquise genannt werden konnten. Auffällig ist, dass sich sowohl die Teilhabe als auch die Problemlagen zwischen den Interviewpersonen unterscheiden: Ein niedriger Anteil der Interviewpersonen zeigt eine eher starke Teilhabe in verschiedenen Bereichen wie Engagement, Freizeit und – wenn- gleich seltener – Kultur. Durch ihre Einbindung in soziale Netzwerke und Angebote sind sie gut über die Belange der Bür ger*innen informiert. Ein zentraler Grund für die gute Einbindung einiger Interviewpersonen ist wahrscheinlich der Effekt einer Selbstselektion: Zum einen erfahren gut eingebundene Bürger*innen mit größerer Tendenz von kommu- nalpolitischen Beteiligungsformaten. Zum anderen zeigen sie ein größeres Interesse an der Teilnahme an entsprechenden Beteiligungsformaten. Obwohl eine Einbindung in so- ziale Netzwerke oder in Hilfsangebote besteht, befindet sich die Mehrheit der Inter- viewpersonen in einer herausfordernden Lebenslage. Die herausfordernden Lebensum- stände betreffen insbesondere die Bereiche Wohnen, Arbeit, Bildung und Finanzen, wo- bei Informationsdefizite über lokale Angebote eine zentrale Rolle spiel en. Insgesamt kann daher bestätigt werden, die adressierte Zielgruppe erreicht zu haben. Es stellt sich die Frage, wie die Erreichbarkeit von Bürger*innen in herausfordernden Lebenssituatio- nen optimiert werden kann. Anstatt andere Akquise-Wege einzuschlagen, sollten viel- mehr zusätzliche Akquise-Wege bestritten werden. Zu den Vorschlägen für künftige Un- tersuchungen zählen: - Aufrechthaltung primärer Akquise mit Hilfe von lokalen Fachkräften mit Bezug zur Zielgruppe: Der Zugang über lokale Fachkräfte wird als „wertvoller Türöffner“ bezeichnet (Orthmann, 2017, S. 19), der den Vorteil eines Rückgriffs auf Vertrau- ensverhältnisse zu Bürger*innen in herausfordernden Lebenslagen bietet. Hier- durch können die Mitwirkungsbereitschaft erhöht und Hemmschwellen, wie z. B. Misstrauen, verringert werden. Etwaige Fragen können unmittelbar beantwortet werden. Außerdem kann so sichergestellt werden, dass die vermittelten Ge- sprächspartner*innen zur Zielgruppe gehören. - Adaption des Schneeballsystems: Um Interviewpersonen zur Vermittlung weite- rer Bürger*innen mit vergleichbaren Lebensbedingungen anzuregen, kann die Möglichkeit einer weiteren Incentivierung beispielsweise in Höhe von fünf Euro je erfolgreicher Vermittlung geprüft werden. Um starke Überschneidungen von Lebensbedingungen und damit eine zu hohe Homogenität der Teilnehmenden auszuschließen, sollte die Vermittlung von Familienangehörigen ausgeschlossen werden. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 13 - Gestaltung des Flyers: Die Flyer sollten ausschließlich einfache Sprache verwen- den und durch positiv konnotierte, selbst erklärende Grafiken aufgewertet wer- den, um positive Erwartungshaltungen gegenüber den Interviewgesprächen zu erzeugen. 4.2 Rahmenbedingungen Neben der zielgruppengerechten Ansprache sind die Rahmenbedingungen der Durch- führung der Interviews ausschlaggebend, um die Zielgruppe zu erreichen und zur Teil- nahme zu motivieren. Darüber hinaus können sie die Gesprächsatmosphäre und damit die Offenheit der Teilnehmenden während der Gesprächsführung beeinflussen. Die Terminvereinbarung erfolgte entweder über Dritte – über die Sozialräumkoordina- tor*innen oder Multiplikator*innen – oder nach Präferenz der Teilnehmenden auch im direkten Kontakt telefonisch oder per E-Mail. Die Terminvereinbarungen erfolgten ohne Schwierigkeiten. Nur einer der vereinbarten Termine wurde nicht wahrgenommen, er wurde aufgrund gesundheitlicher Gründe abgesagt. Daher wird die Zuverlässigkeit der Interviewpersonen als sehr gut bewertet. Hinsichtlich der zeitlichen Rahmenbedingungen zeigte sich das ISG flexibel. Interview- termine wurden auch außerhalb der regulären Arbeitstage und Arbeitszeiten angeboten. Dadurch sollten zeitliche Einschränkungen durch zum Beispiel Betreuung und Beruf überwunden werden. Dennoch fanden alle Gespräche werktags zwischen 09:00 und 17:00 Uhr statt. Um eine möglichst hohe Teilnehmendenzahl zu ermöglichen, wird den- noch zu einer entsprechend hohen Flexibilität geraten. Die Interviewpersonen konnten nach ihren Präferenzen zwischen persönlichen Inter- views bzw. face-to-face-Gesprächen und Interviews per Videochat oder per Telefon wählen. Sieben Interviews wurden persönlich und drei Interviews wurden telefonisch ge- führt; ein Interview erfolgte per Videochat. Dies ist womöglich auf eine geringere Ver- trautheit mit Videokonferenzen als Gesprächsmedium und die Präferenz eines möglichst natürlichen Gesprächskontexts zurückzuführen. Wenn persönliche Gespräche priorisiert wurden, wurden diese auf Wunsch der Interviewpersonen wohnortnah durchgeführt. Dies wurde insbesondere durch die Sozialraumkoordinator*innen und die Fachkräfte der lokalen Angebote ermöglicht, die Zeitslots einrichteten, zu denen sie ihre Büros als stö- rungsfreie und vertraute Umgebung zur Verfügung stellten. Somit konnten persönliche Interviews geführt werden in Nachbarschafstreffs, Beratungsstellen, Räumlichkeiten ei- ner Kirche, Kinder- und Jugendzentren und den Räumlichkeiten der Sozialraumkoordi- nation. Darüber hinaus wurde ein Interview bei einer Interviewperson zu Hause geführt. Die Wohnortnähe ist mit Blick auf die Zielgruppe wichtig, die häufig vor Herausforderun- gen wie begrenzter Zeit wegen Betreuungsverpflichtungen und finanziellen Engpässen steht. Wenn ein Gespräch per Telefon oder Videochat durchgeführt wurde, kamen keine technischen Schwierigkeiten oder gesprächsformbedingte Missverständnisse vor. Vor dem Hintergrund wird empfohlen, den Interviewpersonen auch zukünftig freizustellen, in welcher Form sie an dem Interview teilnehmen möchten. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 14 Zu Beginn des Gesprächs wurden die Teilnehmenden über Ziel des Förderprogramms, Zweck und Vertraulichkeit des Gesprächs sowie Datenschutzaspekte aufgeklärt. Wurde die Erlaubnis erteilt, wurde das Gespräch aufgezeichnet, dem zwölf der dreizehn Inter- viewpersonen zustimmten. Pausen, Unterbrechungen oder Abbrüche kamen nicht vor. Daher werden die Fragen als inhaltlich unproblematisch beurteilt. Geplant waren Inter- views mit einer Dauer von rund 60 Minuten. Im Durchschnitt dauerten die Interviews 82 Minuten. Dies lässt auf eine hohe Auskunftsbereitschaft der Interviewpersonen schlie- ßen. Keine der Interviewpersonen nahm das Angebot einer begleitenden Übersetzung des Gesprächs durch eine*n Dolmetscher*in in Anspruch. Während der Interviews zeigte sich jedoch vereinzelt, dass begrenzte sprachliche Kompetenzen die Beantwortung ein- zelner Fragen erschwerten. Hier könnten zukünftig Hilfsmittel wie beispielsweise Über- setzerapps verwendet werden. Darüber hinaus könnten die Themenbereiche und Fra- gen bereits vor dem Gespräch genannt werden, sodass sich alle Interviewpersonen Ge- danken über die für sie wichtigen Themen im Sozialraumgebiet machen können. Tabelle 1 fasst die Rahmenbedingungen der Interviews zusammen. In der ersten Spalte sind potenzielle Hürden enthalten, die die Einwilligung zur Teilnahme hemmen können. Die zweite Spalte zeigt auf, welche Maßnahmen getroffen wurden, um diese zu über- winden. Spalte drei enthält Empfehlungen für künftige Förderprogramme. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 15 Tabelle 1: Potenzielle Hürden, Maßnahmen des ISG und Empfehlungen für künftige Förderprogramme Potenzielle Hürden Maßnahmen des ISG Empfehlungen Technische Hürden: Menschen ohne Zu- gang zu digitalen Medien oder solchen, die mit diesen nicht vertraut sind, können über digitale Terminvereinbarungen schlechter erreicht werden. Verschiedene Kommunikationskanäle: Ansprache vor Ort über Multipli- kator*innen. Terminvereinbarung über Multiplikator*innen. Verfügbarkeit von Handzetteln. Kommunikationskanäle beibehalten Zeitliche Einschränkungen und Mobilitäts- einschränkungen (Zum Beispiel haben Al- leinerziehende oft wenig Zeit für zusätzli- che Aktivitäten.) Flexible Zeiten: Verfügbarkeit zwischen 09:00 – 20:00 Uhr. Flexible In- terviewform: Interviews können telefonisch, per Videokonferenz oder persönlich und wohnortnah durchgeführt werden. Flexibilität beibehalten Geringe Motivation zur Teilnahme Incentives: Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro je Teilnahme. Aufwandsentschädigung beibehalten Misstrauen gegenüber Institutionen: Dies betrifft häufig bildungsferne Menschen und Menschen, die sich von der Politik nicht berücksichtigt fühlen. Zugang über Multiplikator*innen: Bestehende Vertrauensverhältnisse zu Fachkräften, die als Multiplikator*innen mitwirkten, wurden genutzt, um Misstrauen zu senken und die Teilnahmebereitschaft zu erhöhen. Hin- weis auf die Vertraulichkeit im Umgang mit persönlichen Daten. Einsatz von geschulten Interviewer*innen Zugangswege beibehalten Sprachbarrieren: Menschen, die Deutsch als Fremdsprache sprechen, könnten Schwierigkeiten haben, die Informationen zu verstehen und sich zu beteiligen. Dolmetscher*innen: Es wurde angeboten, ein*e Dolmetscher*in zur Ver- fügung zu stellen. Dieses Angebot wurde nicht in Anspruch genommen. Ggf. erweitern um: Weitergabe von Fragen und Themen im Vorfeld; bei Bedarf Nutzung von Übersetzerapp. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 16 4.3 Erhebungsinstrument Zur Durchführung der qualitativen Interviews wurden semi-strukturierte Leitfäden einge- setzt. Diese eignen sich besonders, um individuelle Erfahrungen, Einstellungen, Motive und Hintergründe zu untersuchen. Der Einsatz offener Fragen mit Erzählaufforderungen ermöglicht Flexibilität und Anpassbarkeit der Gesprächsführung; Rückfragen können ge- stellt werden. Dadurch wird eine uneingeschränkt höhere Informationsbreite und -tiefe erzielt, während die systematisierte Struktur des Leitfadens einen Orientierungsrahmen für das Gespräch bietet und die Vergleichbarkeit von Sichtweisen ermöglicht. Die Themenschwerpunkte des Leitfadens wurden mit der Steuerungsgruppe abge- stimmt. Sie orientieren sich einerseits an den Herausforderungen und strategischen Zie- len der integrierten, strategischen Sozialplanung 2023 1, und andererseits an verschie- denen Dimensionen des Lebenslagenansatzes, der im Rahmen des Zweiten Lebensla- genberichts berücksichtigt wird, den das ISG zurzeit im Auftrag der Stadt Köln erstellt . Im nächsten Abschnitt soll der Leitfaden unter den folgenden Gesichtspunkten bewertet werden: Thematische Relevanz für die Lebenswelt der Interviewpersonen, inhaltliche Beantwortbarkeit der Fragen, Umfang und thematische Dichte sowie Verständlichkeit und sprachliche Gestaltung. Der Leitfaden bestand aus verschiedenen Themenblöcken, die die unterschiedlichen Bereiche der Lebenslage betreffen. Einigen Themenblöcken oder Fragen waren Filter- fragen vorangestellt. Sie ermöglichen die Anpassung der Fragen an Subgruppen und Lebenssituationen, zum Beispiel Eltern jüngerer Kinder oder Senior*innen. Hinsichtlich des Themenbereichs frühkindliche Betreuung und schulische Bildung be- richteten die Elternteile mehrheitlich detailliert über ihre Erfahrungen mit Kindergärten und Schulen, einschließlich der Betreuungssituation, der Erreichbarkeit, der Qualität des Unterrichts und der Unterstützung durch Lehrer*innen und Erzieher*innen. Während der Beantwortung der Fragen schienen die Elternteile emotional involviert zu sein. Konkrete Fragen zu einzelnen Aspekten der Kinderbetreuung und des Schulsystems sowie Rück- fragen konnten durch die überwiegende Mehrheit gut beantwortet werden. Die Fragen zur beruflichen Bildung und beruflichen Situation waren für die meisten In- terviewpersonen gut beantwortbar, wenn sie sich auf ihre Biografien oder persönliche Erfahrungen bezogen. Interviewpersonen mit einer aktuellen oder früheren Erwerbstä- tigkeit konnten detailliert über ihre berufliche Laufbahn, ihre Ausbildung und ihre Arbeits- bedingungen berichten. Nicht erwerbstätige Interviewpersonen konnten Gründe wie auch Wünsche und Anliegen nachvollziehbar erläutern. Viele Interviewpersonen nann- ten Schwierigkeiten und Lösungsansätze, wenn Fragen in Bezug auf Jugendliche und 1 Siehe Stadt Köln: Strategische Sozialplanung – Herausforderungen und Ziele Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 17 junge Erwachsene mit erschwertem Zugang zu Bildung und Arbeit gestellt wurden. Ge- naue Schilderungen erfolgten allerdings durch bildungsnähere Interviewpersonen.. Die Fragen zur materiellen Lebenslage waren für die Interviewpersonen ebenfalls gut beantwortbar. Die Interviewpersonen nannten Einkommensquellen, einschließlich ihrer in Anspruch genommenen Transferleistungen , ihrer Auskömmlichkeit und ihrer Zufrie- denheit mit ihrer finanziellen Situation. Trotz der hohen Sensibilität des Themenbereichs zeigten sich die Interviewpersonen diesbezüglich offen. Schwierigkeiten traten bei Fra- gen nach konkreten Unterstützungsangeboten und deren Wirksamkeit auf, da einzelne Interviewpersonen dazu nur begrenzte Kenntnisse hatten. Allerdings gilt dies als Er- kenntnis der Studie: Vermutlich weisen einige Bürger*innen ein Informationsdefizit be- züglich der niederschwelligen Beratungsangebote vor Ort auf. Die größte Differenz zwischen Themenrelevanz und Beantwortbarkeit ist wahrscheinlich innerhalb des Kultur-, Sport- und Freizeitbereichs festzustellen. Erneut waren die Fragen leicht zu beantworten, wenn sie sich auf den Alltag der Interviewpersonen bezogen. Schwieriger wurde es für Interviewpersonen mit erschwertem Zugang zur deutschen Sprache, wenn Beschreibungen gewünschter Angebote gefragt waren. Ähnlich verhielt es sich mit dem Kulturbegriff, der im Vergleich zu anderen Begriffen weniger konkret erfasst werden kann. Wurden einige Beispiele zu dessen Erläuterung genannt, wurden diese als Ankerheuristik zur Beantwortung der Frage verwendet. Die Interviewpersonen lieferten Hinweise auf lokale Kultur-, Sport- und / oder Freizeitangebote. Wünsche wirk- ten dringlich, was auf eine hohe Präsenz der Anliegen deutet. Daher sollten alle Subthe- men – einschließlich der kulturellen Angebote – auch künftig beleuchtet werden. Der Themenbereich Politik und Engagement wird als komplexester Themenbereich be- wertet, zieht man die Reaktionen der Interviewpersonen heran. Für einige Interviewper- sonen war der Themenbereich wichtig. Sie nannten politische Themen, die ihnen „ am Herzen“ lagen und gaben lösungsorientierte Antworten, wenn sie nach der Interessens- förderung gefragt wurden. Allerdings waren auch für Interessierte bzw. Engagierte Fra- gen dieses Themenbereichs komplexer, vergleicht man sie mit solchen aus den Berei- chen Freizeit und Wohnen. Für Interviewpersonen mit nichtdeutscher Staatsbürger- schaft waren die Fragen bezüglich ihrer Wahlbeteiligung nicht relevant, wenngleich die Bereitschaft oder der Wunsch nach einer Wahlbeteiligung existieren kann, so ging es aus einem Interview hervor. Fragen danach, warum kein Interesse an der (Kommunal-) Politik vorhanden ist oder was benötigt wird, um es zu wecken, scheinen nur schwer beantwortbar zu sein. Mögliche Begründungen können tatsächliches Desinteresse, er- schöpfende Lebenssituationen, Unklarheit über den politischen Gehalt alltäglicher The- men oder eine zu offene Frageformulierung sein. Da vor allem Nichtinteressierte valide Hinweise über die Möglichkeiten ihrer Interessenförderung liefern können und der The- menbereich für einige Bürger*innen abstrakt zu sein scheint, sollten künftige Studien diesen Themenbereich differenzierter untersuchen. Um den Rahmen der Interviews nicht zu sprengen, sollte dann jedoch der Forschungsgegenstand eingegrenzt werden Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 18 (z. B. Förderung der politischen Teilhabe anstelle von Förderung der sozialen Teilhabe insgesamt). Ursprünglich an Senior*innen adressiert, wurden die Fragen zum Thema Gesundheit nach Empfehlungen der Fokusgruppenteilnehmenden in Meschenich/Rondorf im Verlauf der Feldphase auch an Personen in jüngeren Altersgruppen gestellt. Insgesamt waren Fragen zum eigenen Gesundheitszustand gut beantwortbar. Fragen in Bezug auf die Pflege im Alter variierten in ihrer Beantwortbarkeit, da sich nicht alle Senior*innen zuvor mit diesem Thema befasst hatten. Da der gesundheitliche Zustand maßgeblich für die Teilhabe in anderen Lebensbereichen ist – dies wurde auch im Zuge der Interviews ver- deutlicht – sollte dieser Themenbereich in künftigen Untersuchungen beleuchtet werden. Die Fragen des Themenbereichs Wohnen hatten für die überwiegende Mehrheit der In- terviewpersonen eine hohe Relevanz. Dies zeigt sich in detaillierten, ausführlichen und oft emotional geprägten Antworten, zum Beispiel in Bezug auf Themen wie Infrastruktur, Wohnungssuche oder Sicherheitsgefühl im Wohngebiet. Die Interviewleitfäden beleuchten wesentliche Dimensionen der Lebenslage, entspre- chend enthalten die Interviews eine hohe thematische Dichte. Eine offene und flexible Gesprächsführung ermöglichte es den Interviewpersonen, ausführlich über ihre Erfah- rungen zu berichten und ihnen wichtige oder komplexe Themen zu vertiefen, wie bei- spielsweise die wahrgenommenen Herausforderungen bei der Kinderbetreuung und Kitaplatzsuche sowie Erfahrungen mit Diskriminierung am Arbeitsplatz. Der Einbezug verschiedener Personengruppen ermöglicht verschiedene Perspektiven auf die Situation in den Sozialraumgebieten. Da gesellschaftliche Teilhabe verschiedene Lebensbereiche umfasst, ist die Berücksich- tigung aller relevanten Dimensionen notwendig. Jedoch kann eine zu lange Gesprächs- dauer zu Ermüdungseffekten führen. Eine mögliche Lösung könnten dimensions- zentrierte Interviews sein. Ein solches Vorgehen wurde zum Beispiel im Rahmen der Untersuchung der kulturellen Teilhabe von und mit Menschen mit Behinderungen in Köln im Rahmen des Zweiten Kölner Lebenslagenberichts angewandt. Sind Fragen unklar oder sprachlich schwer verständlich, können sie womöglich nicht vollständig erfasst werden. Dies führt zu nichtgewünschten Informationen, was die Vali- dität der Erhebung senkt und die Dauer der Erhebung erhöht. Eine zu akademische oder abstrakte Sprache kann abschreckend wirken, wohingegen niederschwellige Formulie- rungen die Inklusivität im Forschungsprozess erhöhen. Letztlich ist Sprache zentral im Hinblick auf die Gesprächsatmosphäre. Sie beeinflusst, wie viel Offenheit und Vertrauen Interviewpersonen den Interviewer*innen entgegenbringen können. Obwohl die Inter- viewfragen größtenteils in einfacher und alltagsnaher Sprache formuliert waren, zeigen sich in manchen Interviews Hinweise darauf, dass die Wortwahl und Frageform optimiert werden kann. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 19 Einige Interviewpersonen baten darum, Fragen zu wiederholen oder umzuformulieren. Dies deutet auf Verständnisschwierigkeiten hin, die nur selten explizit geäußert wurden. In Einzelfällen konnten Fragen auch nach wiederholten Rückfragen nicht beantwortet werden. Dies betrifft die Fragen danach, wie das politische Interesse der Bürger*innen gestärkt werden kann, ob eine Vereinsmitgliedschaft besteht, welche Unterstützung Ju- gendliche bei der Suche nach Arbeit bräuchten und ob Unterstützungsangebote im Be- reich Bildung oder Finanzen in Anspruch genommen werden. Hypothetische Fragen, zum Beispiel, in welchen Bereichen sich die Interviewpersonen vorstellen könnten, sich zu engagieren, warfen bei einigen Interviewten Unsicherheiten auf, was auf zu abstrakte Fragestellungen zurückzuführen sein könnte. Dies betrifft auch eine Interviewperson mit sehr guten Deutschkenntnissen, was daher nicht (ausschließ- lich) auf Sprachkenntnisse zurückzuführen ist. Insgesamt ist daher zu empfehlen, Fragen möglichst kurz und präzise zu formulieren, hypothetische Fragen zu vermeiden und stattdessen solche Fragen zu stellen, die die Biografien und Erfahrungen der Interviewpersonen adressieren. Wird die Komplexität der Fragen wesentlich gesenkt, ist jedoch mit Informationsverlusten zu rechnen. Daher sind Nutzen und Kosten komplexerer Fragen abzuwägen, da Verständnisschwierigkei- ten nur vereinzelt auftraten. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 20 5. Onlinebefragung Das Kapitel im Überblick Akquise der Teilnehmenden: Alle Bürger*innen der Sozialraumgebiete hatten im Zeitraum vom 14.04.2024 bis zum 28.05.2025 Zugriff auf die Onlinebefragung. Zu den Akquise-Wegen zählten die Bewerbung der Befragung über Sozialraumkoordi- nator*innen und Multiplikator*innen. Zusätzlich wurden Flyer und Plakate in den So- zialraumgebieten verteilt und über Instagram und die Webseite der Sozialraumkoor- dinator*innen geteilt. In Höhenhaus/Dünnwald waren Flyer -Einwürfe erfolgreich, in Meschenich/Rondorf ein begleitetes Ausfüllen der Onlineb efragung. Die Akquise über Sozialraumkoordinator*innen und Multiplikator*innen war in dieser Studie der erfolgreichste Akquise-Weg. Die Auslage der Flyer und Plakate an Orten des alltäg- lichen Lebens könnte die Erreichbarkeit erhöhen . Personalisierte Einladungen und die persönliche Übergabe von Flyern oder Einladungen könnten diesbezüglich ziel- führend, allerdings auch sehr aufwändig sein. Rahmenbedingungen: Die Onlinebefragung konnte auf Deutsch, Englisch, Franzö- sisch, Rumänisch, Arabisch und Türkisch durchgeführt werden . Von einer fremd- sprachlichen Befragungsversion machten insgesamt acht Personen Gebrauch. Wer- den Nutzen und Kosten abgewogen, wird empfohlen, die Sprachen auf Deutsch, Französisch, Türkisch und Arabisch zu reduzieren. Die Teilnahme über das Smart- phone wurde bevorzugt. Im Mittel benötigten die Teilnehmenden rund 23 Minuten für die Beantwortung der Fragen, was der angestrebten Teilnahmedauer entspricht. Die Mehrheit gab ihre Daten für die Teilnahme an einer Verlosung bekannt. Für sie war die Incentivierung wahrscheinlich ein wichtiger Anreiz für die Teilnahme an der Befragung, was künftig berücksichtigt werden sollte. Bewertung des Erhebungsschritts: 59 Teilnehmende wohnen im Sozialraumge- biet Höhenhaus/Dünnwald, 38 Personen wohnen in Meschenich/Rondorf. Überre- präsentiert waren Frauen, höhere Bildungsniveaus, Einwohner*innen ohne interna- tionale Familiengeschichte, deutsche Staatsbürger*innen und Haushalte mit Kin- dern. Die Themenbereiche umfassten den Bereich Wohnen und die Haushaltsstruk- tur; Sport, Kultur und Freizeit; Unterstützung und Beratung; Betreuung und Bildung der Kinder; Schulische und berufliche Bildung; Arbeit und wirtschaftliche Situation; Gesundheit; Hilfe- und Pflegebedarf; Engagement und Partizipation sowie Schutz der Persönlichkeit: Diskriminierung. 70 Prozent der Fragen wurden von mindestens 80 Prozent der Teilnehmenden beantwortet. Mit einer Ausnahme wurden alle ge- schlossenen Fragen von mindestens 50Prozent der Teilnehmenden beantwortet. Die am häufigsten übersprungenen Fragen bezogen sich auf Beratung und Engage- ment. Die Auskunftsbereitschaft war auch bei sensiblen Fragen hoch, Abbrüche ka- men tendenziell eher zu Beginn der Befragung vor. Insgesamt wird das Erhebungs- instrument als gut anwendbar bewertet. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 21 5.1 Zugang zur Zielgruppe Die quantitative Befragung wurde als anonyme Onlineb efragung angelegt, auf die im Zeitraum vom 14.04.2024 bis zum 28.05.2025 zugegriffen werden konnte. Dies ent- spricht einer Feldzeit von etwa sechs Wochen. Zielgruppe der Befragung waren alle Bür- ger*innen der Sozialraumgebiete Höhenhaus/Dünnwald und Meschenich/Rondorf . Diese wurden über verschiedene Wege erreicht. Im Folgenden werden die Akquise-Stra- tegien beschrieben und reflektiert, um Rückschlüsse über den Erfolg der Strategien für künftige Untersuchungen zu ziehen. Zu den Strategien der Ansprache zähl ten die digitale und analoge Bewerbung der Be- fragung über Sozialraumkoordinator*innen und Multiplikator*innen aus dem Sozialraum- gebiet. Die Sozialraumkoordinator*innen nutzten Netzwerktreffen und bilaterale Gesprä- che, um die Bekanntheit der Bürgerbefragung zu erhöhen. Mit einem vom ISG verfassten E-Mail-Entwurf baten die Sozialraumkoordinator*innen weitere Multiplikator*innen, die Onlinebefragung zu bewerben. Die Gruppe der Multiplikator*innen war sehr heterogen aufgestellt. Zu ihnen zählten beispielsweise Fach kräfte der Familienzentren, Kinderta- gesstätten, religiösen Gemeinden, Jugendzentren und -hilfen, interkulturellen Dienste bzw. Zentren, Bürger*innenzentren, Schulen, Senior*innenvertretungen, Stadtteilcafés und Engagementbereiche. Als weitere Akquise- Strategie ist die Ansprache über deutsch- und englischsprachige Flyer und Plakate zu nennen, die das ISG gestaltete. Um den Zugang zur Onlinebefra- gung zu erleichtern, wurde neben dem Link der Website auch ein QR-Code platziert, der bei dessen Einscannen mit dem Smartphone direkt zur Befragungsseite führte. Auf der Rückseite des Flyers waren weitere Informationen über den Teilnahmeschluss, Kontakt- daten für etwaige Fragen, die angebotenen Sprachen sowie Informationen über die Ver- losung der Incentives enthalten. Der Flyer und das Plakat wurden digital und analog verbreitet. Zum einen wurden sie als Beitrag (siehe Abbildung 5) und über die Story - Funktion auf Instagram geteilt sowie auf der Webseite der Sozialraumkoordinator*innen veröffentlicht. Zum anderen wurden 1.750 Flyer sowie 20 Plakate gedruckt und innerhalb der Sozialraumgebiete verteilt. In Höhenhaus/Dünnwald erfolgte ergänzend ein Brief- kasteneinwurf von 500 Flyer durch die Sozialraumkoordination. In Meschenich/Rondorf erfolgte ergänzend ein Briefkasteneinwurf von 250 Flyer durch das ISG. Die verbleiben- den Flyer wurden durch die Sozialraumkoordinator*innen auf Veranstaltungen ausgelegt und an Multiplikator*innen überreicht, die das ISG bei der Bekanntmachung der Studie unterstützten. Schließlich wurden Incentives eingesetzt, um den Anreiz zur Teilnahme zu erhöhen. Ins- gesamt wurden 50 Einkaufsgutscheine von Aldi, Netto, DM -Markt oder MediaMarkt mit einem Wert von jeweils 20 Euro verlost. Die Gewinner*innen der Verlosung durften selbst entscheiden, welchen Einkaufsgutschein sie erhalten wollten. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 22 Abbildung 3: Instagram-Beitrag zur Onlinebefragung der Sozialraumkoordination Höhenhaus/Dünnwald Quelle: Sozialraumkoordination Höhenhaus/Dünnwald Bewertung der Akquise-Strategien Die Anzahl der Teilnehmenden, deren Fragebögen aufgrund einer ausreichenden Be- antwortung berücksichtigt werden konnten, beträgt 161 Teilnehmende. Darunter nah- men 97 Einwohner*innen aus den Sozialraumgebieten Höhenhaus/Dünnwald und Meschenich/Rondorf teil. Im Folgenden sollen die Akquise-Strategien analysiert werden, um künftig mehr Teilnehmende zu erreichen. Am 09. Mai wurden 250 Flyer am Kölnberg verteilt. Laut Fokusgruppenteilnehmenden und einigen Bürger*innen der Einzelinterviews leben insbesondere am Kölnberg ver- mehrt Menschen, die in ihrem Alltag häufig mit Herausforderungen konfrontiert sind. Ent- sprechend war der Flyer-Einwurf wenig erfolgreich, was auf die Lebenssituation der Bür- ger*innen zurückzuführen sein könnte, die häufig mit der Sicherung ihrer Grundbedürf- nisse zu kämpfen haben. Auch Institutionenferne und damit verbundene Skepsis gegen- über einer von der Stadt Köln und einem Forschungsinstitut initiierten Befragung können hier eine Rolle gespielt haben. Am 15. April wurden Flyer im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald verteilt. Abbildung 7 ist zu entnehmen, dass die Teilnehmendenzahl insbesondere an diesem Tag und an den beiden Folgetagen anstieg. Weitere Flyer wurden der Sozialraumkoordination am Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 23 15. Mai zugestellt. In Folge konnte aber kein erneuter Anstieg der Teilnehmendenzahl beobachtet werden, der auf die Briefkasteneinwürfe zurückzuführen ist. Die Akquise über Multiplikator*innen wird in dieser Studie als der vermutlich erfolg- reichste Akquise-Weg beurteilt. Nach Rücksprache mit den Sozialraumkoordinator*in- nen sind die in Abbildung 7 erkennbaren Teilnahme-Peaks auf die folgenden Interven- tionen zurückzuführen: Erstens bat en die Sozialraumkoordinator*innen ihre zentralen Einrichtungen im Sozialraumgebiet in einer Rundmail um die Bewerbung der Umfrage. Dies führte unter anderem dazu, dass eine Schulleitung die Umfrage über einen Verteiler an rund 250 Familien weiterleitete. Aber auch andere Einrichtungen werden laut Sozial- raumkoordination vermutlich erneut ihre Adressat*innen auf die Umfrage hingewiesen haben. Zweitens veröffentlichte eine Sozialraumkoordination an diesem Tag ihren regel- mäßig erscheinenden Newsletter, in dem die Umfrage mit einer Verlinkung enthalten war. Drittens fand ein durch die Sozialraumkoordination begleitetes Ausfüllen der On- linebefragung mit Senior*innen statt. Berichten zufolge könne dies den Teilnahmean- stieg gegen Ende April erklären. Viertens wurden erneut Flyer verteilt. In Höhenhaus wurden diese beispielsweise in einer Unterkunft an Menschen mit Fluchterfahrung ver- teilt. Die Bewerbung der Onlineb efragung über Instagram scheint erfolgreich zu sein: Rund 10 Prozent der Follower*innen beantworteten die Befragung. Das Teilen der Flyer über Online-Webseiten kann nicht objektiv bewertet werden. Um den Erfolg zu messen, könnte zukünftig das Klickverhalten analysiert werden. Abbildung 4: Anzahl der Teilnahmen im Zeitverlauf Quelle: ISG Damit sich Bürger*innen stärker angesprochen fühlen, könnten personalisierte Einladun- gen zielführend sein. Dies wurde beispielsweise im Rahmen der Strukturdatenerhebung der Stadt Köln (2023) umgesetzt, wo 127.000 Befragungspersonen im Rahmen einer Zufallsstichprobe gezogen wurden und via postalischen Einladungsschreiben gebeten 0 5 10 15 20 25 30 14.4 16.4 18.4 20.4 22.4 24.4 26.4 28.4 30.4 2.5 4.5 6.5 8.5 10.5 12.5 14.5 16.5 18.5 20.5 22.5 24.5 26.5 28.5 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 24 wurden, an der freiwilligen Online- Umfrage teilzunehmen. Allerdings ist der Zugriff auf Adressdaten aus Gründen des Datenschutzes eingeschränkt und erfordert die Mitwir- kungen verschiedener Ämter und Institutionen. Eine Alternative könnte die persönliche Übergabe des Flyers oder einer Einladung sein, was Stein et al. (2025) im Rahmen eines Workshops mit Akteur*innen als Akquise-Strategie von Bürger*innen mit niedrigem Bil- dungsniveau als potenziell erfolgreich identifizierten. Allerdings sind auch hiermit hohe zeitliche und personelle Kosten verbunden, was die Praktikabilität beeinträchtigen kann. Tabelle 2 zeigt eine Zusammenfassung der Akquise -Wege (Spalte 1), eine Bewertung der Akquise-Wege (Spalte 2) und Empfehlungen für künftige Erhebungen (Spalte 3). Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 25 Tabelle 2 Akquise-Strategie Bewertung Akquise-Weg Empfehlung für künftige Förderprogramme Bewerbung der Studie über Multiplikator*innen… …darunter Rundmails an zentrale Einrichtungen im Sozialraumgebiet Sehr erfolgreich - Bei Möglichkeit: Erweiterung der Empfänger*innen …darunter Teilen über Newsletter Sehr erfolgreich - Bei Möglichkeit: Erweiterung der Empfänger*innen …darunter direkte Übergabe von Flyern an Be- wohner*innen von Unterkünften Eher erfolgreich - Erhöhung der Frequenz - Erweiterung auf weitere Unterkünfte und Angebote (z. B. Kurse) – hier scheint das Vertrauensverhältnis zwischen Bewohner*in bzw. Teilnehmende und Fachkraft von Vorteil zu sein …darunter Auslage der Flyer auf kulturellen Ver- anstaltungen, hier: Konzert Erfolg eher gering - Auslage der Flyer und Plakate an Orten des alltäglichen Le- bens, zum Beispiel Supermärkte, Discounter, Bäckereien, War- tezimmer von Arztpraxen, Kitas, Schulen, Jugendzentren, Be- ratungsstellen sowie Aushänge in und / oder an öffentlichen Verkehrsmitteln …darunter bilaterale Gespräche Erfolg unklar - Auch für künftige Förderprogramme empfohlen, da im bilatera- len Gespräch Informationen detailliert vermittelt und Fragen di- rekt beantwortet werden können Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 26 Akquise-Strategie Bewertung Akquise-Weg Empfehlung für künftige Förderprogramme Flyer und Plakate Die Gestaltung der Flyer und Plakate ist an- sprechend - Einfachheit der Sprache berücksichtigen - Einsatz von Grafiken und Farben - Incentive möglichst konkretisieren Briefkasteneinwürfe Erfolg abhängig vom Wohnge- biet - Einwürfe unter der Woche - Personalisierte Einladungen, zum Beispiel mit Hilfe des Ein- wohnermelderegisters - Persönliche Übergabe des Flyers oder einer Einladung Storys und Beitrag auf Instagram 10 Prozent der Follower*innen nahmen teil - Direkt anklickbarer Link in die Postings Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 27 5.2 Rahmenbedingungen Neben der zielgruppengerechten Ansprache sind gute Rahmenbedingungen nötig, um die Zielgruppe zu erreichen, sie zur Teilnahme zu motivieren und Abbrüche zu vermei- den. Aus diesem Grund werden die Rahmenbedingungen der Onlinebefragung in die- sem Kapitel reflektiert, sodass Rückschlüsse für künftige Untersuchungen gezogen wer- den können. Riefen die erreichten Bürger*innen den Link oder QR -Code zur Onlinebefragung auf, konnten sie auf der ersten Seite der Onlinebefragung wählen, in welcher Sprache sie die diese durchführen wollten. Auf Empfehlung der Fokusgruppenteilnehmenden und Sozi- alraumkoordinator*innen hin wurden neben Deutsch auch Englisch, Französisch, Rumä- nisch, Arabisch und Türkisch angeboten. Sollten Teilnahmeinteressierte ihre Sprache nicht wiederfinden, konnten sie angeben, welche Sprache sie wünschten . Die Verfüg- barkeit verschiedener Sprachen war wichtig, um den Zugang zur Befragung nieder- schwellig zu gestalten. Allerdings machten davon nur acht Personen Gebrauch: Eine Person führte die Onlinebefragung auf Französisch durch, eine auf Türkisch und sechs Personen auf Arabisch. Zwar ist die Anzahl der Personen gering, die eine nichtdeutsche Befragung vorzogen, allerdings könnte es sich hierbei um eine Gruppe von Bürger*innen handeln, die einen erschwerten Zugang zu verschiedenen Teilsystemen haben. Gerade für diese Bürger*innen sollte der Zugang zur Befragung erst recht vereinfacht werden. Werden Nutzen (Inklusivität , Niedrigschwelligkeit) und Kosten (hoher personeller Auf- wand) abgewogen, wird daher empfohlen, die Sprachen auf die hier genutzten Sprachen zu reduzieren: Deutsch, Französisch, Türkisch und Arabisch. Um den Zugang zur Onlinebefragung auch für ältere Personen und solche mit einer ge- ringen Medienkompetenz zu ermöglichen, konnte der Fragebogen auch in analoger Form angefordert werden. Dieses Angebot wurde nicht genutzt, alle Teilnehmenden nahmen online an der Befragung teil. Darüber hinaus boten die Sozialraumkoordina- tor*innen ein begleitetes Ausfüllen der Onlinebefragung in Meschenich/Rondorf an. Den Berichten zufolge war das Angebot erfolgreich. Sofern entsprechende Ressourcen vor- handen sind, wird ein be gleitetes Ausfüllen der Onlinebefragung auch für künftige För- derprogramme in Sozialraumgebieten empfohlen. Zu den Rahmenbedingungen zählt auch das verwendete Endgerät zur Teilnahme an der Onlinebefragung. In dieser Studie wurde die Teilnahme über das Smartphone bevorzugt (87 Prozent). Ein nur sehr geringer Anteil entschied sich für die Teilnahme über den Computer (13 Prozent). Dies sollte bei der Erstellung und Testung der Nutzerfreundlich- keit von Onlinebefragungen dringend berücksichtigt werden. Im Mittel benötigten die Teilnehmenden rund 23 Minuten für die Beantwortung der Fra- gen. Insgesamt lässt sich somit sagen, dass die angestrebte Teilnahmedauer von rund 20 bis 25 Minuten erreicht werden konnte. Da der Fragebogen eine hohe Anzahl von Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 28 Fragen aufweist, impliziert dies eine gute Beantwortbarkeit der Fragen insgesamt. Eine differenzierte Betrachtung der Fragen erfolgt im nächsten Kapitel (siehe Kapitel 5.3). Unter den 135 vollständigen Teilnahmen haben 74 Prozent der Teilnehmenden ihre Da- ten für die Teilnahme an einer Verlosung bekanntgegeben. Für sie war die Incentivierung wahrscheinlich ein wichtiger Anreiz für die Teilnahme an der Befragung. Damit wird die Relevanz einer Incentivierung der Teilnahme an einer Onlinebefragung bestätigt, was auch in künftigen Befragungen Anwendung finden sollte, um die Teilnahmebereitschaft der Bürger*innen zu fördern. 5.3 Erhebungsinstrument Insgesamt wurde die Befragung 565-mal aufgerufen. Von den 161 Teilnehmenden, die berücksichtigt werden konnten, wohnen 59 Personen im Sozialraumgebiet Höhen- haus/Dünnwald, was 0,5 Prozent der Einwohner*innen entspricht. Weitere 38 Personen wohnen in Meschenich/Rondorf, was 0,2 Prozent der Einwohner*innen entspricht. Diese setzen sich wie folgt zusammen : In beiden Gebieten war rund ein Drittel der Teilneh- menden Frauen. Das Bildungsniveau war tendenziell hoch, beides ist typisch für Online- befragungen. Einwohner*innen ohne internationale Familiengeschichte und deutsche Staatsbürger*innen waren überrepräsentiert. Einpersonenhaushalte waren unterreprä- sentiert, wohingegen Haushalte mit Kindern stark überrepräsentiert waren. Die Quote der alleinerziehenden Teilnehmenden aus dem Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald entsprach etwa der Quote der dort lebenden Alleinerziehenden . Alleinerziehende, die in Meschenich/Rondorf wohnen, waren hingegen überrepräsentiert. Dies wird im Hinblick auf die eingegrenzten Themenbereiche positiv bewertet, da den Lebenssituationen von Familien mit Kindern ein besonderes Erkenntnisinteresse galt . Auch wenn die Ergeb- nisse dieser Studie nicht repräsentativ für die Bevölkerung der Sozialraumgebiete sind, liefern sie wertvolle Einblicke in die Sichtweisen und Erfahrungen einer Teilgruppe. Im Folgenden wird das eingesetzte Erhebungsinstrument der Onlinebefragung beschrie- ben und anhand des Antwortverhaltens der Teilnehmenden hinsichtlich seiner Verständ- lichkeit und seines Umfangs bewertet. Ziel ist es, Hinweise darüber zu gewinnen, welche Befragungsinhalte vorkommen sollten und wie die Weiterentwicklung des Erhebungsin- struments erfolgen kann. So können die Erreichbarkeit der Zielgruppe erhöht, Abbruch- quoten verringert und ein günstigeres Verhältnis von Bearbeitungsaufwand und Erkennt- nisgewinn erreicht werden. Zu Beginn wurden die erreichten Bürger*innen gebeten, die von ihnen bevorzugte Spra- che zur Bearbeitung der Onlinebefragung zu wählen. Nach einer knappen Begrüßung und Hinweisen über die Ziele der Onlinebefragung sowie die Vertraulichkeit ihrer Daten wurden Einstiegsfragen präsentiert. Hierzu zählten Fragen zum bewohnten Stadtteil und Wohngebiet sowie dem Geburtsjahr. Im Anschluss wurden Fragen zur Haushaltsstruktur gestellt. Der Reihenfolge nach folgten Fragen zu den Themenbereichen Freizeit, Sport und Kultur, Unterstützung und Beratung, Betreuung und Bildung der Kinder, schulische Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 29 Bildung, berufliche Bildung, Arbeit und wirtschaftliche Situation, Gesundheit, Hilf e- und Pflegebedarf, Engagement und Partizipation sowie Schutz der Persönlichkeit: Diskrimi- nierung. Zum Ende wurden soziodemografische Angaben zur Person erfasst. Um das Antwortverhalten zu analysieren, wurden die Antworten der 565 erreichten Bür- ger*innen umkodiert: Wenn diese (mindestens) eine Antwort wählten oder offene Fragen beantworteten, wurde die Antwort als „ Frage beantwortet“ kodiert . Wurde ihnen die Frage aufgrund eines vorzeitigen Abbruchs oder der Filterführung nicht angezeigt, wurde die Antwort als „ Frage nicht gesehen“ kodiert und aus der Analyse ausgeschlossen . Wurde die Frage präsentiert, jedoch nicht beantwortet, wurde sie als „Frage übersprun- gen“ kodiert. Je Frage wurde das Verhältnis der Anzahl der Antworten ins Verhältnis zur Anzahl der Enthaltungen gesetzt. Rund 70 Prozent der Fragen wurden von mindestens 80 Prozent der Teilnehmenden beantwortet. Da sich das Antwortverhalten bei geschlos- senen und offenen Fragen typischerweise unterscheidet, folgt im Weiteren eine differen- zierte Bewertung. Werden nur geschlossene Fragen berücksichtigt, wurden 82 Prozent der entsprechen- den Fragen beantwortet. Mit einer Ausnahme wurden alle geschlossenen Fragen von mindestens 50 Prozent der Teilnehmenden beantwortet. Die niedrigsten Antwortquoten verzeichnen Fragen in Bezug auf die Bildungs - und Erwerbsbiografien. Da teilweise Gründe für z. B. Abbrüche und Unterstützungswünsche erfragt wurden, könnten diese Fragen schwer beantwortbar gewesen sein. Allerdings sind die Fallzahlen sehr niedrig, weshalb dies zufall sbedingt sein könnte. Die (absolut) am häufigsten übersprungenen Fragen bezogen sich auf die Bereiche, in denen die Teilnehmenden bereits Beratung in Anspruch genommen hatten, Bereiche, zu denen sie sich Unterstützung wünschten und Bereiche, in denen sie ein Engagement ausführ ten oder sich vorstellen könnten, eines auszuführen. Die Itemauswahl dieser Fragen war vielfältig und im Vergleich lang. Die im Vergleich hohe Lesedauer hat womöglich dazu geführt, dass diese Fragen häufiger übersprungen wurden. Ein weiterer Erklärungsansatz könnte in einer geringer en Rele- vanz für die Lebenswelten der Teilnehmenden liegen. Offene Fragen sind gute Indikatoren, um die Auskunft sbereitschaft der Teilnehmenden zu bewerten. Diese ist innerhalb dieser Stichprobe insgesamt eher hoch: Die Hälfte der offenen Fragen wurde von mindestens der Hälfte der Teilnehmenden beantwortet, de- nen die jeweiligen Fragen präsentiert wurden. Einige Fragen fallen durch besonders häufige Rückmeldungen auf. Erfragt wurden in ihnen der Stadtteil, das Geburtsjahr, und die Haushaltsgröße. Diese Fragen haben gemeinsam, dass nur kurze Antworten erfor- derlich waren. Auch Fragen, die die Möglichkeit für längere Antworten offen ließen, wur- den häufig beantwortet. Diese bezogen sich darauf, wie die Stadt Köln die Teilnehmen- den unterstützen könnt e, um ihr Leben und ihre Situation im Laufe des Jahres sowie kurzfristig zu verbessern, welche Sport-, Kultur- und anderen Angebote im Stadtteil ihrer Ansicht nach fehlen und für welche Themen sich die Teilnehmenden gemeinsam mit den Nachbarn einsetzen würden. Künftige Onlinebefragungen sollten diese Fragen aufneh- men. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 30 Die Frage nach der selbstzugeschriebenen Communityzugehörigkeit wurde am häufigs- ten übersprungen, wobei immerhin etwa jede zehne Person eine Angabe tätigte. Die verbleibenden Teilnehmenden fühlten sich womöglich zu keiner Community zugehörig, da offene Folgefragen teils häufig und teils ausführlich beantwortet wurden. „Sonstiges“- Angaben wurden relativ selten getätigt. Letztere könnten in künftigen Onlinebefragungen reduziert werden. Positiv hervorzuheben ist die hohe Auskunft sbereitschaft der Teilnehmenden bezogen auf sensible Fragen. Fragen nach den soziodemografischen Hintergründen sowie etwa- igen Diskriminierungserfahrungen führten zu nahezu keinen Befragungsabbrüchen, wo- mit sie auch in künftigen Befragungen an entsprechender Position gut anwendbar sind. Die Mehrheit der Befragungsabbrüche ist innerhalb der ersten Fragen erfolgt . Techni- sche Hürden wie lange Ladezeiten könnten je nach Zugang zum Netzwerk einen Ab- bruch herbeigeführt haben. Möglicherweise riefen einige Bürger*innen die Befragung auch lediglich aus Neugierde auf. Möglich ist, dass Verständniss chwierigkeiten zu Be- fragungsabbrüchen am Anfang geführt haben könnten. Allerdings wurden der Inhalt und die Wortwahl mehrfach geprüft, sonstige Hinweise auf Verständnisprobleme sind nicht zu erkennen. Um dies zu prüfen, könnte vor Befragungsstart ein Pretest mit Personen durchgeführt werden, die einen niedrigen Bildungsstand haben und eine nichtdeutsche Erstsprache erlernten. Insgesamt scheint das Erhebungsinstrument gut geeignet zu sein, um Wünsche und Sichtweisen der Bürger*innen hinsichtlich der Problemlagen im Sozialraumgebiet zu er- fassen. Die Fragen scheinen verständlich und relevant für die Lebenssituationen der Bürger*innen zu sein. Dies geht hervor aus guten bis sehr guten Antwortquoten auf ge- schlossene sowie offene Fragen und aus einer hohen Bereitschaft, Angaben zu sensib- len Themen zu tätigen. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 31 6. Kurzzusammenfassung der Ergebnisse 6.1 Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald Lebenssituation im Sozialraumgebiet Die Stadtteile Höhenhaus und Dünnwald befinden sich im Bezirk Mülheim. Die Beson- derheit dieses Sozialraumgebiets ist, dass es nur einen Teil der beiden Stadtteile um- fasst. Im Sozialraumgebiet lebten im Jahr 2022 11.540 Personen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen ist im Sozialraumgebiet mit 23 Prozenthöher als im gesamtstädtischen Durchschnitt (16%; 2022), der Anteil der älteren Menschen ab 80 Jahren ist vergleichbar (6%). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Sozialraumgebiets weist eine internatio- nale Familiengeschichte auf, in der gesamten Stadt K öln sind es 42 Prozent. Bei den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegt der Anteil mit internationaler Familien- geschichte bei 66%, im stadtweiten Durchschnitt bei 60 Prozent. Die Familienstrukturen zeigen einen erhöhten Anteil von Alleinerziehendenhaushalten (SRG: 31%, Stadt Köln: 23%). Die SGB II-Quote ist mit 26 Prozent doppelt so hoch als die der Stadt Köln insge- samt (13%). Dementsprechend ist auch die SGB II -Quote unter den Kindern (0 bis 14 Jahre) mit knapp 40 Prozent weitaus höher als im gesamtstädtischen Durchschnitt (21%). Auch der Anteil der Personen, die Leistungen zur Grundsicherung im Alter bezie- hen, ist im Sozialraumgebiet etwas höher als in der gesamten Stadt (SRG: 12%, Stadt Köln 9%). Die in den soziodemografischen Daten erkennbaren Herausforderungen werden auch durch die teilnehmenden Akteur*innen der Fokusgruppe beschrieben: Als häufige Be- lastungen nennen sie Armut, psychische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit, Fluchterfah- rung, Rassismus und das Alleinerziehen. Aus den Interviews wird ersichtlich, dass finanzielle Hürden häufig ein Problem darstel- len. Hohe Miet - und Lebenshaltungskosten sowie die Finanzierung von Ausbildungen werden als Belastungen genannt. Dies kann auch zur eingeschränkten Teilhabe an ver- schiedenen Angeboten führen. Die Ergebnisse der verschiedenen Erhebungsschritte werden im Folgenden den in der Sozialraumgebietsanalyse herausgearbeiteten Herausforderungen zugeordnet. Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Frühkindliche Bildung in der Kita Den Kindertageseinrichtungen kommt als erste außerfamiliale Bildungsinstitution eine wesentliche Rolle zu. Zum einen sind positive Effekte auf die kindliche Entwicklung fest- zustellen, zum anderen ermöglicht die Kinderbetreuung, einer Erwerbstätigkeit nachzu- gehen. In der Fokusgruppe wurde ein Mangel an Kita-Plätzen im Sozialraumgebiet fest- gestellt. Daraus resultieren Schwierigkeiten für Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 32 und Beruf. Auch die Interviewpersonen sehen einen Platzmangel und heben die indivi- duellen Auswirkungen auf den Familienalltag hervor. In der Onlinebefragung zeigt sich jedoch eine hohe Zufriedenheit mit dem Angebot an Kitas. Offene Ganztagsschule Nach Ansicht der Akteur*innen im Sozialraumgebiet fehlen auch weitere Plätze der of- fenen Ganztagsbetreuung. Einige Interviewpersonen wünschen eine stärkere individu- elle Förderung der Kinder in der Schule und zusätzliche Hausaufgabenbetreuung. Die Bedeutung von Sprachförderung für Kinder wird von den Interviewten hervorgehoben, ebenso wie die Notwendigkeit, die Eltern in den Sprachunterricht einzubeziehen. Niedrigschwellige Bildungsangebote Auch nach Einschätzung einiger Teilnehmenden der Fokusgruppe herrscht ein Mangel an niedrigschwelligen Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche, darunter fallen Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe. Auch wenn es in Höhenhaus und Dünnwald Jugend- zentren gebe, reichten deren Kapazitäten oft nicht aus, um alle Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarfen im Sozialraumgebiet zu erreichen. Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwach- sene mit internationaler Familiengeschichte verbessern Ergebnisse der Interviews machen die Schwierigkeiten junger Erwachsener beim Be- rufseinstieg deutlich. Eine prekäre finanzielle Situation kann dazu führen, dass ein schneller Berufseinstieg einem längeren Bildungsweg vorgezogen wird. Fehlende Be- rufsorientierung, Angst vor Misserfolg und Diskriminierungserfahrungen werden als zu- sätzliche Hürden genannt . Der Bedarf an niedrigschwelliger Berufsberatung, Bewer- bungscoachings und Praktika wird deutlich. In der Onlinebefragung wurde angegeben, dass die durch die Schule erhaltene Unterstützung nicht als hilfreich bei der Suche nach einer Ausbildung empfunden wurde. Hilfreich war eher informelle Unterstützung durch Freund*innen und Familie. Auch die Unterstützung durch Jobcenter und Agentur für Ar- beit wurde teilweise positiv bewertet.2 Einzelne Interviewpersonen sind überqualifiziert oder haben Schwierigkeiten bei der An- erkennung ausländischer Abschlüsse. Die Teilnehmenden der Fokusgruppe weisen auch auf die bedeutende Rolle von verlässlicher Kinderbetreuung im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration hin. 2 Hier handelt es sich um sehr geringe Fallzahlen, da die entsprechende Frage nur eine Teilgruppe betraf. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 33 Herausforderungen: Familien- und Kinderarmut abbauen – Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern – Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen ge- zielt verbessern Um Menschen in herausfordernden Lebenslagen zu unterstützen, sind zielgruppenge- rechte und aufeinander abgestimmte Hilfen wichtig. Im Rahmen der Untersuchung wur- den Hinweise auf einen Mangel an niederschwelligen Beratungsangeboten im Sozial- raumgebiet sichtbar. Von den Akteur*innen aus dem Sozialraumgebiet wird die Bedeutung von möglichen Treffpunkten hervorgehoben. Zwar gebe es punktuell Möglichkeiten, wie beispielsweise den Nachbarschaftstreff und die Gemeinwesenarbeit, jedoch fehle es an Räumen zur Begegnung sowie zum Ausleben und zur Weiterentwicklung von Potenzialen. Begeg- nungsangebote, an denen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammenkommen und sich austauschen können, seien wichtig. Hier wird der Bedarf an einem interkultu- rellen Zentrum im Sozialraumgebiet gesehen. Die Jugendzentren werden als zentrales Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche beschrieben, das kostenlos zugänglich ist und insbesondere für Kinder aus Familien mit geringen finanziellen Mitteln attraktiv ist. Hier würden auch Jugendliche mit internationa- ler Familiengeschichte erreicht. Allerdings gelinge es nicht, den Kontakt zu den Eltern aufzubauen. Nach Aussage der Teilnehmenden der Fokusgruppe gibt es neben dem arbeitsmarktak- tivierenden Beratungsangebot des ABC -Höhenhaus kaum Beratungsstrukturen vor Ort. Zu den Beratungsangeboten, die von den Akteur*innen als sinnvoll erachtet werden, zählen: ein interkulturelles Zentrum, Migrationsberatung, Sozialberatung, Schuldnerbe- ratung und Seniorenberatung. Die Fachkräfte stellen fest, dass sich die Familien häufig an die bereits bekannten Beratungsstellen wenden – auch wenn deren Beratungsauftrag keine Unterstützung zu den Themen vorsieht, zu denen die Familien Beratung benöti- gen. Dies führe zu einer hohen Anfrage bei den ortsansässigen Beratungsstellen wie dem ABC Höhenhaus. Zwar bemühten sich die Beratungskräfte, die Anfragen zu bear- beiten, jedoch könnten nicht alle Familien vollständig aufgefangen werden. Aus Gründen der Zuständigkeit werden diese Klient*innen an die thematisch passenden Beratungs- stellen in anderen Stadtbezirken weiterverwiesen. Besonders bei Mobilitätsproblemen führe dies allerdings dazu, dass die Suche nach Hilfe häufig abgebrochen werde und keine Inanspruchnahme erfolge. Hierdurch verschärften sich belastete Lebenslagen. Die Interviews zeigen, dass zumindest ein Teil der Befragten bereits Zugang zu beste- henden Angeboten hat . Im Rahmen der Onlinebefragung wurde deutlich, dass insbe- sondere zu den Themenbereichen Familie und Erziehung sowie Schule und Betreuung Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 34 bereits Beratung in Anspruch genommen wurde. Aber auch zum Thema Sozialleistun- gen haben Befragte Informationsangebote genutzt. Ebenso wurden an dritter Stelle Be- ratungs- und Unterstützungsangebote bei psychischen Problemen genannt. Aus den In- terviews geht insbesondere ein Bedarf an Finanz - und Schuldnerberatung hervor. Die Teilnehmenden der Onlinebefragung wünschen sich darüber hinaus Unterstützung und Beratung bei psychischen Problemen und zum Themenbereich Pflege. Vielen Bürger*innen seien nach Einschätzung der Akteur*innen im Sozialraumgebiet die vorhandenen Unterstützungsangebote nicht bekannt. Besonders jene, die wirklich drin- gend Hilfe benötigten, hätten große Schwierigkeiten, diese Angebote zu nutzen. Hinder- nisse wie Sprachbarrieren und Kosten für den öffentlichen Nahverkehr erschwerten den Zugang zu den Beratungsstellen zusätzlich. Die Teilnehmenden der Fokusgruppe berichten, dass viele Angebote und Projekte nur zeitlich begrenzt finanziert sind. Wenn diese Förderungen dann ausliefen, müssten die Angebote wieder eingestellt oder neu aufgebaut werden. Das führe dazu, dass die Bür- ger*innen keine Verlässlichkeit und Kontinuität in den Unterstützungsstrukturen erlebten. Zudem erschwere es den Aufbau von Vertrauen und Beziehungen zwischen Fachkräften und Zielgruppen, wenn die Ansprechpartner*innen ständig wechselten. Die Teilnehmen- den betonen daher, dass eine nachhaltige Finanzierung der Beratungs - und Unterstüt- zungsangebote wichtig sei, um den Bürger*innen dauerhafte Anlaufstellen bieten zu können. Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern Die Gruppe der Senior*innen (mit internationaler Familiengeschichte) wird von den Ak- teur*innen aus dem Sozialraumgebiet als besonders schwer erreichbar beschrieben, so- wohl im Bereich der Sportangebote als auch in Begegnungsangeboten. Auch wenn es bereits Strukturen wie Begegnungs -Cafés gebe, sei es schwierig, Senior*innen regel- mäßig anzusprechen und für Projekte zu gewinnen. Der Zugang zu Informationen und die Teilnahme an Angeboten stellten eine große Herausforderung dar. Dies betreffe je- doch nicht nur Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte, allgemein wüssten Senior*innen oft nicht, wie sie Hilfsangebote in Anspruch nehmen könnten. Der Zugang gelinge meist nur, wenn sie sich selbst engagierten. Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern Die Interviews zeigen ein bereits vorhandenes hohes Maß an ehrenamtlichem Enga- gement bei einigen Befragten. Gleichzeitig werden aber auch Hürden angesprochen, die eine stärkere Beteiligung erschweren: Mangel an Angeboten, fehlende finanzielle Mittel, unzureichende Bekanntheit der Angebote, Zeitmangel und mangelnde Motivation Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 35 werden als Gründe genannt. Die Fokusgruppe betont die Notwendigkeit, das ehrenamt- liche Engagement zu stärken, und schlägt Anreize, wie z. B. eine soziale Wertschätzung und eine stärkere Anerkennung vor. Ehrenamtliches Engagement sei besonders dann attraktiv, wenn die Beteiligten einen persönlichen Nutzen daraus ziehen könnten. Die bereits engagierten Interviewpersonen sehen den positiven Nutzen insbesondere im Aufbau sozialer Kontakte und im Austausch mit Mitmenschen, in der Abwechslung vom Alltag und in der positiven Resonanz in Form von Dankbarkeit und Zufriedenheit der Teilnehmenden. Wichtig ist es aus Sicht der Akteur*innen im Sozialraumgebiet, bürokra- tische Hürden und starre Strukturen abzubauen und niederschwellige Angebote zu schaffen. Es sollte leichter sein, sich punktuell und unbürokratisch zu engagieren, etwa durch spontane und flexible Beteiligungsmöglichkeiten. Ergebnisse der Onlinebefragung zeigen, dass die Bürger*innen sich insbesondere ein Engagement im sozialen Bereich vorstellen können. Hier wird auch die Unterstützung von älteren Menschen genannt. Ebenso wäre für sie eine freiwillige Tätigkeit im Kindergarten oder in der Schule denkbar. Aus der Fokusgruppe geht hervor, dass zunächst Voraussetzungen geschaffen werden müssten, um das Interesse der Einwohner*innen an politischen und kommunalpo- litischen Themen hervorrufen zu können. In den letzten Jahren seien nur wenige An- gebote geschaffen worden, die die politische Bildung oder Mitbestimmung der Bevölke- rung gefördert haben. Es mangele an offenen und zielgruppenübergreifenden Räumen, in denen die Bevölkerung ihre Interessen und Anliegen zu Lebenslage, Wohnumfeld und sozialem Zusammenleben einbringen könnte. Solche Räume könnten auch helfen, nachbarschaftliche Konflikte zu lösen und das Zusammenleben im Quartier zu stärken. Viele Bürger*innen kennen nach Einschätzung der Akteur*innen aus dem Sozialraum- gebiet ihre Rechte (z. B. Arbeitsrecht, Anspruch auf Kinderbetreuung) und Pflichten nicht. Dieses Wissen sei jedoch notwendig, um sich aktiv in demokratische Prozesse oder kommunale Themen einzubringen. Es fehlten Angebote, die die entsprechenden Informationen vermitteln. Aufgrund dessen wird eine stärkere politische Bildung, auch durch informelle Angebote, wie z. B. im Jugendzentrum, von verschiedenen Seiten an- geregt. Informations- und Beteiligungsangebote sollten ausgebaut werden. Wenn Men- schen ihre Rechte und Pflichten kennenlernen und umsetzen könnten, stärke das wie- derum ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit. Die Stärkung der Selbstwirksamkeit sei beson- ders wichtig, denn oft fühlten sich die Menschen lediglich als Belastung wahrgenommen, anstatt als wertvoller Teil der Gemeinschaft. Dies schwäche wiederum ihr Interesse an politischer oder kommunaler Teilhabe. Insgesamt sehen die Akteur*innen die Möglich- keiten der Mitwirkung und der Mitgestaltung als Querschnittsthema. Bereits bei den be- stehenden Angeboten werden die Nutzer*innen in die Gestaltung eingebunden. Die überwiegende Mehrheit der Befragten der Onlinebefragung fühl t sich mit ihrem Stadtteil (sehr stark) verbunden. Nur einzelne Personen geben an, dass dies auf sie nicht zutrifft. Die Hälfte der Befragten könnte sich vorstellen, sich an Netzwerken in der Nachbarschaft zu beteiligen. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 36 Herausforderung: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbes- sern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Mit der Wohngegend sind die meisten Befragten zufrieden. Große Unzufriedenheit zeigt sich hingegen bezüglich des Aussehens und der Sauberkeit der Wohngegend. Hier wün- schen sich die Bürger*innen zum einen Unterstützung durch die Stadt Köln, zum ande- ren sind sie bereit, sich mit Nachbar*innen hierfür z. B. bei Müllsammel-Aktionen ge- meinsam einzusetzen. Im Rahmen der Fokusgruppe wurde deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum im Sozial- raumgebiet fehlt. In einigen Wohngebieten bestehe Renovierungsbedarf, während mo- dernisierter Wohnraum häufig für Menschen in herausfordernden Lebenslagen nicht zu- gänglich sei. Die befragten Bürger*innen sind mehrheitlich mit ihrer Wohnung zufrieden, bei einigen zeigt sich Unzufriedenheit z. B. aufgrund von hohen Mietkosten, Renovie- rungsbedarf oder Lärmbelästigung. Deutlich wird die positive Bewertung der Nähe zur Natur und der große Anteil an Grün- flächen im Wohngebiet. 6.2 Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf Das Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf gehört zum Stadtbezirk Rodenkirchen. Die Wohngebiete des Sozialraumgebiets unterscheiden sich deutlich: Rondorf ist ein Stadt- teil mit einem „dörflichen Charakter“. Auch Teile von Meschenich lassen einen „dörfli- chen Charakter“ erkennen. Im starken Kontrast dazu steht die Hochhaussiedlung „Am Kölnberg“, hier leben viele Bürger*innen in herausfordernden Lebenslagen. Im Sozialraumgebiet wohnen insgesamt 17.082 Menschen (2022) In Rondorf leben et- was mehr Personen ab 80 Jahren (7%), während in Meschenich weniger Menschen die- ses Alters leben (4%) als im Kölner Durchschnitt (6%). Der Anteil der Einwohner*innen mit internationaler Familiengeschichte ist in Meschenich mit 66% deutlich höher und in Rondorf mit 32 Prozent deutlich niedriger als auf Stadtebene (42%). Besonders unter den unter 18-Jährigen fällt dieser Anteil mit über 80 Prozent in Meschenich überdurch- schnittlich hoch und in Rondorf mit 50 Prozent niedriger aus als der Kölner Durchschnitt (60%). Der Anteil der Haushalte mit Kindern liegt in Meschenich mit knapp 30 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der gesamten Stadt (18%); der Anteil an Alleinerziehendenhaus- halten ist mit knapp 20 Prozent jedoch etwas geringer (Rondorf: 22%; Stadt Köln: 23%). Die Arbeitslosigkeit in Meschenich ist mit einem Anteil von 18 Prozent mehr als doppelt so hoch als in Köln insgesamt (8%). In Rondorf liegt sie bei lediglich 5 Prozent. Auch die SGB II-Bezugsquote fällt in Meschenich mit 32 Prozent weitaus höher aus als in der Stadt insgesamt (13%), in Rondorf ist sie hingegen deutlich niedriger (6%). Dementspre- chend ist der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in einem SGB II - Leistungen beziehenden Haushalt leben, in Meschenich mit 41 Prozent deutlich höher Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 37 als im Kölner Durchschnitt (17%) und in Rondorf mit 9 Prozent geringer. Der Anteil an Senior*innen, die Leistungen zur Grundsicherung im Alter beziehen, liegt in Meschenich mit 11 Prozent über dem Kölner Durchschnitt von 9 Prozent, während er in Rondorf mit 4 Prozent deutlich darunter liegt. Die Herausforderungen und Belastungen, auf die die statistischen Zahlen bereits hin- weisen, wurden auch im Rahmen der Umsetzung des Förderprogramms erkennbar: Her- ausforderungen, die sich für Alleinerziehende und Familien mit sehr vielen Kindern er- geben, werden deutlich. Weitere Probleme, die die Lebenslage der Menschen im Sozi- alraumgebiet betreffen, sind Erwerbslosigkeit, ein zu geringes Einkommen, sprachliche Barrieren sowie traumatische Erfahrungen durch Flucht und Migration. Außerdem wer- den die Wohnverhältnisse im Wohnquartier am Kölnberg als sehr schlecht beschrieben. Teilweise sind die Wohnungen zu klein und weisen einen hohen Renovierungsbedarf auf. Bei der Wohnungssuche haben die Einwohner*innen aus Meschenich mit Vorurtei- len und Diskriminierung zu kämpfen und werden bei der Suche benachteiligt. Nach Aus- sage der Akteur*innen ist bei den Menschen in herausfordernden Lebenslagen aufgrund der beschriebenen Probleme eine besonders hohe Stressbelastung festzustellen, die sich auch auf die Kinder überträgt. Zu beachten ist, dass die genannten Herausforde- rungen insbesondere die Lebenslage von Menschen im Wohngebiet am Kölnberg be- treffen, die sich stark von der Lebenssituation der restlichen Bevölkerung im Sozialraum- gebiet unterscheidet. Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern Im Rahmen der Umsetzung des Förderprogramms wurde immer wieder auf die fehlende kinderärztliche Versorgung hingewiesen. 3 Der Mangel an dieser Versorgung hat gravie- rende Folgen für die Familien und die Entwicklung der Kinder. Zum einen sind andere kinderärztliche Praxen ausgelastet und nehmen keine neuen Patient*innen auf (insbe- sondere kinderreiche Familien), zum anderen gibt es Familien, die die Organisation einer neuen Kinderarztpraxis oder die weitere Anfahrt nicht bewältigen können. Vorsorgeun- tersuchungen und Impfungen werden teilweise nicht mehr wahrgenommen, der Bedarf an weiterer Unterstützung oder Frühförderung kann so im Bedarfsfall nicht festgestellt werden, Rezepte für andere therapeutische Maßnahmen, wie Logopädie oder Ergothe- rapie, werden nicht mehr ausgestellt. Des Weiteren ist es für die Familien belastend, in Krankheitsfällen keine*n Ansprechpartner*in zu haben. Auch in der Onlinebefragung wurde zum Ausdruck gebracht, dass die medizinische Versorgung nicht zufriedenstel- lend ist und Allgemeinmediziner*innen und Fachärzt*innen im Sozialraumgebiet fehlen. 3 Mittlerweile wurde ein Angebot in der THOMAS Begegnungsstätte eingerichtet. Hier bietet eine Kinderärztin einmal wöchentlich eine 3-stündige Sprechzeit an. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 38 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Frühkindliche Bildung in der Kita Wird keine Kindertagesstätte besucht, kann dies Auswirkungen auf die kindliche Ent- wicklung und somit auf die Bildungsgerechtigkeit haben. Fehlende Kita- Plätze im Sozi- alraumgebiet wurden von verschiedenen Beteiligten thematisiert. Zwar stünden nach Einschätzung der Akteur*innen im Sozialraumgebiet eigentlich mehr Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten zur Verfügung, aber es fehle Personal, sodass nicht alle Plätze vergeben werden könnten. Die geschilderten Probleme führen dazu, dass Familien teil- weise keine Möglichkeit haben, einen Betreuungsplatz für ihre Kinder zu erhalten, was Einfluss sowohl auf die Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt aber auch auf die so- ziale Integration der Kinder habe. Besonders bei zugezogenen Familien sei es schwierig, für Kinder im letzten Vorschuljahr einen Platz zu erhalten. Es komme häufig vor, dass Kinder eingeschult werden, die zuvor keine Kita besucht haben und kein Deutsch spre- chen können. Die Teilnehmenden haben den Eindruck, dass besonders die Familien davon betroffen sind, die wenig integriert sind. Bildung in der Grundschule Die Teilnehmenden der Fokusgruppe berichten, dass es schon in der Grundschule häu- fig zu Schulabsentismus kommt. Ein Grund liege in den oftmals fehlenden schulischen Erfahrungen der Eltern; es fehle ein grundlegendes Verständnis der bestehenden Schul- pflicht und der Bildungsnotwendigkeit. Die Schulsozialarbeit informiert und sensibilisiert die Familien durch Elterngespräche. Offene Ganztagsschule Nach Einschätzung der Akteur*innen fehlen im Sozialraumgebiet Plätze der offenen Ganztagsschule. Eine Verbesserung der Situation sei nicht absehbar; eine Ausweitung des Platzangebots sei aufgrund von fehlenden Räumlichkeiten nicht möglich. Ausweich- möglichkeiten, sofern Eltern keine Zusage einer OGS erhalten, bieten Jugendzentren und das Angebot „Satt & Schlau“, allerdings seien auch hier die Plätze begr enzt und schnell vergeben. Auch hier zeige sich die Problematik, dass besonders Kinder aus Fa- milien in herausfordernden Lebenslagen keine Versorgung und Unterstützung erhalten, da sie nicht die Ressourcen aufweisen, um sich um einen Platz zu kümmern. Der Mangel an Kita- und OGS-Plätzen ist eine zentrale Herausforderung, die sich nicht nur negativ auf die kindliche Entwicklung und Bildung auswirken kann, sondern auch die Teilhabe am Arbeitsmarkt beeinträchtigt. Interviewpersonen berichten, dass ihnen be- kannt ist, dass Frauen aufgrund fehlender Kinderbetreuung nicht an Deutschkursen teil- nehmen können. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 39 Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwach- sene mit internationaler Familiengeschichte verbessern In den Interviews wurde angesprochen, dass die Angebote zur Berufsorientierung für Jugendliche und junge Erwachsene nicht ausreichend seien. Viele junge Menschen seien unsicher, was sie nach der Schule machen sollen, und würden sich daher wahllos auf Ausbildungen oder Jobs bewerben, ohne ihre Interessen und Fähigkeiten wirklich zu kennen. Darüber hinaus fehle es an Unterstützung beim Bewerbungsverfahren. Die vor- handenen Unterstützungsangebote werden als sehr gut bewertet, seien jedoch ausge- lastet. Der Aufbau einer frühzeitigen, umfassenden Berufsberatung, die niedrigschwellig gestaltet ist, wird von den Beteiligten gewünscht. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass es in Meschenich selbst kaum Ausbil- dungs- und Arbeitsplätze gebe. Aufgrund der nicht ausreichenden Verkehrsanbindung sei auch die Mobilität in andere Stadtbezirke für diejenigen ohne Führerschein oder Auto eingeschränkt. Herausforderungen: Familien- und Kinderarmut abbauen – Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen ge- zielt verbessern Sprachförderung Es wird immer wieder thematisiert, wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache ist. Die an der Studie Beteiligten sehen bei vielen Einwohner*innen Sprachbarrieren und äußern den Wunsch nach mehr Sprachförderung. Dies betreffe sowohl Kinder und Ju- gendliche als auch Erwachsene. Ein gutes Angebot an Freizeitaktivitäten und ausrei- chende OGS-Plätze könnten dabei helfen, die Deutschkenntnisse zu verbessern. Allerdings sei es für manche Familien in herausfordernden Lebenslagen schwer, auch noch eine Fremdsprache zu erlernen, da die kognitiven Ressourcen oftmals für die Lö- sung der täglichen Probleme benötigt werden. Von einigen wird auch ein Mangel an Angeboten für Integrations- oder Sprachkurse gesehen, da beispielsweise nicht allen Zielgruppen bedarfsgerechte Sprachkurse angeboten werden können (z. B. junge Müt- ter). Selbst für freiwillige Ehrenamtliche, die niedrigschwellige Sprachangebote anbieten möchten, ergebe sich das Problem, dass kaum Räume zur Verfügung stehen, die ge- nutzt werden könnten. Ein Ausbau der Angebote in diesem Bereich ist wichtig, da Sprachbarrieren die soziale Teilhabe und den Zugang zu Angeboten in verschiedenen Bereichen der Lebenslage erschweren. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 40 Unterstützungs- und Beratungsangebote Nach Einschätzung der Akteur*innen im Sozialraumgebiet gibt es in Meschenich/Ron- dorf ausreichend Beratungsangebote. Ein Problem wird eher dahingehend gesehen, dass die Menschen nicht wissen, dass eine differenzierte Beratungsstruktur existiert, in dem für verschiedene Problematiken unterschiedliche Stellen aufgesucht werden müs- sen. Oftmals gingen die Betroffenen zu der beratenden Fachkraft, die sie bereits kennen und der sie vertrauen, um dort themenübergreifend alle Probleme zu klären. Die Bera- ter*innen berichten, dass sie sich oftmals auch den anderen Themen annehmen, da sie feststellen, dass bei Verweis an andere Stellen die Ratsuchenden ihre Motivation verlie- ren und die weiteren Stellen nicht mehr kontaktieren. Aus den Interviews und der Onlinebefragung geht hervor, dass den Einwohner*innen die Beratungsangebote vor Ort bekannt sind. Diese werden genutzt und auch geschätzt. Am häufigsten wurde angegeben, dass Beratung und Unterstützung zum Thema Familie und Erziehung sowie zur Inanspruchnahme von Sozialleistungen genutzt wurden. Zu- sätzlich wünschen sich die befragten Bürger*innen weitere Angebote zur Berufswahl und Arbeitssuche, Angebote der Finanz- und Schuldnerberatung sowie Angebote zur Unter- stützung bei der Wohnungssuche. Die Akteur*innen sind der Ansicht, dass ein niedrigschwelliges Angebot zur Bewältigung von Traumata aufgebaut werden sollte. Viele Bürger*innen müssen ihre gemachten Er- fahrungen verarbeiten und benötigen Unterstützung bei der Bewältigung der Traumata. Die Traumata führen dazu, dass die Betroffenen nicht in der Lage sind, Lösungen für andere Probleme zu finden oder sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Zusammenarbeit und Erreichbarkeit von Jobcenter und anderen Behörden Da die Bearbeitung der Anträge von Behörden oftmals ein Thema in den Beratungsstel- len ist, wünschen sich die Teilnehmenden der Fokusgruppe, dass es wenigstens eine Beratungsstelle vom Jobcenter im Sozialraumgebiet geben würde, die dieses Thema abdeckt. Die Erreichbarkeit und Zugänge der Behörden (Jobcenter, Schulamt, Woh- nungsamt etc.) habe sich generell verschlechtert. Diese Erfahrung machten die Ak- teur*innen selbst auch in ihrer praktischen Unterstützungsarbeit mit den Menschen vor Ort. Regelmäßige Sprechzeiten der jeweiligen Ämter im Stadtteil seien wünschenswert und könnten eine deutliche Entlastung darstellen. Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern Die interviewten Senior*innen wünschen sich mehr und speziell auf die Bedürfnisse äl- terer Menschen zugeschnittene Angebote, beispielsweise angepasste Gesundheits- und Sportangebote. Diese sollten niedrigschwellig sein und die Senior*innen ihren Fähigkei- ten entsprechend ansprechen. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 41 Im Hinblick auf die Mobilität – insbesondere im Alter – wird ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gefordert; hier sei auch auf Barrierefreiheit zu achten. Die Barrierefreiheit müsse auch im öffentlichen Raum im Sozialraumgebiet ausgebaut werden, um den Zu- gang von Personen mit Beeinträchtigungen zu allen wichtigen Einrichtungen zu ermög- lichen. Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern Neben all den geschilderten Herausforderungen berichten die Akteur*innen der Fokus- gruppe auch, dass es innerhalb mancher Nachbarschaften einen großen gesellschaftli- chen Zusammenhalt gibt, der für die Menschen einen Grund darstellt, dort wohnen zu bleiben. Communitys, die sich über Jahre gebildet haben oder verwandtschaftliche Strukturen aufweisen, gäben den Menschen Sicherheit. Die kulturelle Vielfalt und die hohe Zahl von Kindern leisten nach Einschätzung der Akteur*innen einen Beitrag dazu, dass sich die Menschen wohlfühlen. Es gebe viele Möglichkeiten, Kontakte untereinan- der zu knüpfen; aufgrund der zahlreichen Nationalitäten gebe es Anschlussmöglichkei- ten an die eigene Community. Ein Projekt, das dieses Potential zur Verbesserung der beschriebenen Problemlagen genutzt hat, war das Projekt „Stadtteilmütter und - väter“. Dies verlief zwar erfolgreich, musste aus finanziellen Gründen jedoch eingestellt werden. Die Akteur*innen seien jederzeit bereit, wieder mitzuwirken und sprechen sich für eine Wiederaufnahme des Projekts aus. Dies wird auch im Rahmen der Interviews bestätigt. Auch in der Onlinebefragung zeigt sich eine große Zufriedenheit mit den Kontakten in der Nachbarschaft. Die gegenseitige Hilfe und Unterstützung werden positiv bewertet, ein Gefühl der Verbundenheit sowohl mit der Nachbarschaft als auch mit dem Stadtteil besteht. Die Hälfte der Teilnehmenden der Onlinebefragung würden sich gerne an Netz- werken in der Nachbarschaft beteiligen, einzelne tun dies bereits. Themen, für die sie sich gemeinsam einsetzen würden, betreffen insbesondere das Aussehen des Wohnge- biets und die Sauberkeit des Stadtteils. Sowohl die Akteur*innen im Sozialraumgebiet als auch die Interviewpersonen sehen ei- nen Rückgang des regelmäßigen Engagements in der Gemeinschaft. Sprachbarrieren, herausfordernde Lebenssituationen, fehlende zeitliche Kapazitäten und Resignation ge- genüber der Politik werden als Gründe genannt. In der Onlinebefragung geben die Bür- ger*innen an, dass sie sich vorstellen könnten, sich ehrenamtlich im Kultur- und Musik- bereich zu engagieren. Ebenso werden häufig die Bereiche Sport und Bewegung sowie der soziale Bereich angegeben. Dies trifft auch auf die interviewten Bürger*innen zu. Sowohl die Akteur*innen als auch die befragten Bürger*innen machen deutlich, dass das politische Interesse der Bevölkerung sowie ihre Mitwirkungsbereitschaft gestärkt werden könnte, wenn das Interesse der Politiker*innen am Sozialraumgebiet steigen würde. Wenn Bürger*innen sehen, dass ihre Anliegen aufgegriffen werden und Projekte zügig Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 42 umgesetzt werden, erhöht dies ihr Interesse an Politik. Eine Verbesserung der Umge- bung sei daher zentral, um das Vertrauen und die Motivation der Bürger*innen zu stär- ken. Herausforderung: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbes- sern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Aufgrund der unterschiedlichen Wohngebiete im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf ist hier zu differenzieren: Im Wohnquartier am Kölnberg sind die Wohnverhältnisse we- niger gut als in den anderen Wohngebieten. Hier wohnt die Bevölkerung häufig in zu kleinen Wohnungen mit Renovierungsbedarf. Auch Schimmelbefall und Ungeziefer wer- den thematisiert. Darüber hinaus werden Lärmbelästigung, Vandalismus und Diebstähle angesprochen. Auch in den Interviews und der Onlinebefragung bewerten die Befragten aus dem Kölnberg ihre Wohnung schlechter als die Einwohner*innen aus den anderen Wohngebieten. 4 In den anderen Wohngebieten zeigt sich eine recht hohe Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung. Insgesamt ist ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum festzu- stellen. Die Zufriedenheit mit der Wohngegend fällt geringer aus: Mehr als die Hälfte ist mit der Wohngegend nur teilweise zufrieden oder unzufrieden . Auch hier sind Unter- schiede zwischen den Wohngebieten erkennbar. Unzufrieden sind die Befragten mit dem Aussehen und der Sauberkeit des Wohngebiets. Der öffentliche Nahverkehr wird von allen an der Studie Beteiligten als unzureichend empfunden: Es sei wichtig, dass die Anbindung an die Stadtbahn schnell umgesetzt werde. Des Weiteren gebe es zu wenige Busverbindungen, die eingesetzten Busse wür- den zu selten fahren und seien somit häufig überfüllt. Dieses Thema ist relevant, da ein unzureichender öffentlicher Nahverkehr den Zugang zu Bildung, Arbeit und sozialen An- geboten erschwert. An verschiedenen Stellen der Umsetzung des Förderprogramms wurde auf die Notwen- digkeit hingewiesen, das negative Image des Sozialraumgebiets und insbesondere von Meschenich zu verbessern. Dabei sei es wichtig, dass die Bevölkerung im Stadtteil nicht dieses Image annehme, sondern ihr Wohngebiet positiv erlebe. 4 Bei der Differenzierung nach Wohngebieten ist zu beachten, dass es sich um niedrige Fall- zahlen handelt. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 43 7. Anhang 7.1 Auswertung Fokusgruppen Ergebnisse der Fokusgruppe zum Thema „Herausforderungen und Be- darfe von Bürger*innen im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald“ Die Stadt Köln hat das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH mit der Umsetzung des Förderprogramms „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ im Rahmen des Programms „Lebenswerte Veedel“ beauftragt. Hier sollen tiefergehende Erkenntnisse hinsichtlich der Lebensbedingungen sowie Chancen und Barrieren einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Bürger*innen in den beiden Sozial- raumgebieten Meschenich/Rondorf und Höhenhaus/Dünnwald gewonnen werden. In diesem Zuge fand am 28. Dezember 2024 die Fokusgruppe „Herausforderungen und Bedarfe von Bürger*innen im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald“ mit dem The- menschwerpunkt Kinder und Familien im digitalen Format statt. Zu den Teilnehmenden zählten Fachkräfte, die im Sozialraumgebiet aktiv sind und Expertise zu den Fragestel- lungen besitzen, die im Rahmen der Fokusgruppe erörtert werden sollten. Teilnehmende An der Diskussion beteiligten sich neun Fachkräfte des Sozialraumgebiets Höhen- haus/Dünnwald, deren Arbeitsbereiche sich überwiegend auf die Lebenslagen von Kin- dern und Familien beziehen. Neben der Sozialraumkoordination waren die Gemeinwe- senarbeit, die offene Jugendarbeit (Jugend- und Nachbarschaftshaus) und die Schulso- zialarbeit vertreten. Weit erhin nahmen an der Fokusgruppe Vertreter*innen einer Ar- beitsberatungsstelle, der ambulanten Hilfen für Erziehung, des Interkulturellen Dienstes der Stadt Köln sowie der Engagementförderung einer katholischen Kirchengemeinde teil. Lebensrealität (mehrfach-)belasteter Familien und Kinder Häufige Belastungen im Sozialraumgebiet Die Teilnehmenden beschreiben, die Lebenssituationen von den Familien und Kindern im Sozialraumgebiet, die sich in belasteten Lebenslagen befinden. Es geht um die Frage, welche Belastungen im Sozialraumgebiet besonders häufig auftreten und welche Kom- binationen von Erschwernissen sich besonders bemerkbar machen (bspw. Alleinerzie- hende, hohe Erwerbslosigkeit oder kinderreiche Familien). Als häufige Belastungen nen- nen die Teilnehmenden Armut, psychische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit, Fluchterfah- rung, Rassismus und das Alleinerziehen. Zu einer Verstärkung bestehender Problema- tiken führten weitere Diskriminierungsformen sowie die nachfolgend dargestellten Her- ausforderungen. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 44 Kita-Kapazitäten Als großes Problem werden fehlende Kita-Plätze und eine unzureichende OGS-Versor- gung aufgeführt, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwer ten. Besonders Frauen stießen in diesem Zusammenhang auf große Probleme: Viele Frauen, die von den Jobcentern unter Druck gesetzt werden, schnell eine Arbeit aufzunehmen, scheiter- ten daran, dass es nicht genügend Betreuungs plätze für ihre Kinder gebe . Dies könne zu Existenzängsten führen, wenn der Aufenthalt in Deutschland an die Aufnahme einer Beschäftigung geknüpft ist. Obwohl diese Frauen durchaus Potenzial hätten, um in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, könnten sie kein Stellenangebot annehmen, solange ihre Kinder nicht betreut seien. Erreichbarkeit der Kitas Für viele Frauen bestehe ein zusätzliches Problem in der Mobilität. Ohne Führerschein oder eigenes Auto seien viele Kitas für sie nur schwer erreichbar, besonders wenn sie weit entfernt liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. mit mehrfachen Umstie- gen) erreicht werden müssen. Diese langen Pendelwege mach ten es schwierig, eine Beschäftigung anzunehmen, da auch der öffentliche Nahverkehr unzuverlässig sei. Häu- fige Ausfälle der Linien verschärfen die Situation. Vor allem Menschen, die in randstän- digen Gebieten wohnen, hätten längere Wege und damit schlechtere Zugangsmöglich- keiten. Wohnsituation Darüber hinaus gebe es einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. In bestimmten Wohngebieten wie in der Oststraßensiedlung gebe es zudem einen hohen Renovie- rungsbedarf, während modernisierter Wohnraum häufig für diese Zielgruppen nicht zu- gänglich sei. Insbesondere in der Donewald-Siedlung sei die Nahversorgung verbesse- rungswürdig. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wird hier als unzu- reichend bewertet. Kulturelle Angebote und Vereinsstrukturen Das „Ferien zuhause“-Programm sei ein offenes Angebot in den Sommerferien für Kin- der. Hier würden diverse kulturelle Aktivitäten und Ausflüge angeboten, um die Teilhabe zu fördern. Besonders Familien, die nicht in den Urlaub fahren können, ermöglicht en ihren Kindern durch die Inanspruchnahme des Angebots eine schöne Sommerferienzeit. Jedoch sei die dauerhafte Finanzierung ein Problem. Zwar werde ein kleiner Teil der Kosten von den Eltern getragen, hierbei handele es sich jedoch um einen symbolischen Beitrag, der nicht für ein nachhaltiges Angebot genüge. Aufgrund der Kürzung von För- dermitteln drohe eine potenzielle Reduzierung der Angebote auf Kosten der Partizipati- onsmöglichkeiten. Darüber hinaus fehle es an weiteren kulturellen Angeboten und Vereinsstrukturen. Dies betreffe bestimmte Zielgruppen wie Menschen mit internationaler Familiengeschichte, Menschen mit Fluchthintergrund und Senior*innen (etwas) mehr als andere Zielgruppen Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 45 und sei insbesondere auf die neueren Wohngebiete von Höhenhaus/Dünnwald zutref- fend. Von Turn- und Sportvereinen werde zum Beispiel mitgeteilt, den Zugang zu spezi- fischen Gruppen wie Menschen mit Fluchthintergrund und Senior*innen ausbauen zu müssen. Letzteren fehle es an Rehasport-Angeboten. Zugang zu kulturellen und gemeinschaftlichen Angeboten / Begegnungsangeboten In der Donewald-Siedlung sei ein Gemeinschaftsgarten etabliert worden, in dem Feste und kulturelle Veranstaltungen auf großes Interesse stießen. Schwieriger sei es, neue Teilnehmende für Angebote wie Nachbarschaftstreffen zu gewinnen, insbesondere äl- tere oder alleinstehende Menschen. Familien mit Kindern seien hingegen leichter zu er- reichen. Der Zugang erfolge über die Kinder, die in der Regel sehr aufgeschlossen seien, was die Teilnahme an Gemeinschaftsangeboten fördere. Niederschwellige Beratungsangebote Ein weiteres Problem sei das fehlende Angebot von unterstützenden Strukturen in Hö- henhaus und Dünnwald. Neben dem arbeitsmarktaktivierenden Beratungsangebot des ABC-Höhenhaus gebe es kaum Beratungsstrukturen vor Ort. Zu den Beratungsangebo- ten, die gewünscht werden, zählen: ein interkulturelles Zentrum, Migrationsberatung, So- zialberatung, Schuldnerberatung und die Seniorenberatung. Häufig wendeten sich die Familien an Beratungsstellen, deren Beratungsaufträge keine Unterstützung zu den Themen vorsehen, zu denen die Familien Beratung benötigten. Dies führe zu einer ho- hen Anfrage bei den ortsansässigen Beratungsstellen wie dem ABC Höhenhaus. Zwar bemühten sich die Beratungskräfte, die Anfragen zu bearbeiten, jedoch könnten nicht alle Familien vollständig aufgef angen werden. Aus Gründen der Zuständigkeit werden diese Klient*innen an die thematisch passenden Beratungsstellen in anderen Stadtbe- zirken weiterverwiesen. Besonders bei Mobilitätsproblemen führe dies allerdings dazu, dass die Suche nach Hilfe häufig abgebrochen werde und keine Inanspruchnahme er- folge. Hierdurch verschärften sich belastete Lebenslagen. Werde beispielsweise nicht die benötigte Hilfe bei der Antragstellung für staatliche Leistungen oder bei der Unter- stützung im Umgang mit Behördenschreiben i n Anspruch genommen, wirke sich dies wiederum auf die soziale Teilhabe aus, da finanzielle Mittel nicht zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang wird herausgestellt, dass Behördenschreiben zu hoch- schwellig sind. Bildungsangebote Neben den niederschwelligen Beratungsangeboten herrscht laut Teilnehmenden der Fo- kusgruppe ein Mangel an Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche, darunter Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe. Auch wenn es in Höhenhaus und Dünnwald jeweils zwei Jugendzentren gebe, reichten deren Kapazität oft nicht aus, um alle Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarfen im Sozialraumgebiet zu erreichen. In einigen Fällen könn- ten daher zusätzliche Bildungsangebote und -strukturen erforderlich sein, um die Ver- sorgung zu verbessern. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 46 Zugang zu unterstützenden Strukturen Den vorhandenen Unterstützungsangeboten seien sich viele Familien nicht bewusst. Einzelne Menschen nähmen Beratungsangebote wahr, aber besonders jene, die wirklich dringend Hilfe benötigten, hätten große Schwierigkeiten, diese Angebote zu nutzen. Hin- dernisse wie Sprachbarrieren und Kosten für den öffentlichen Nahverkehr erschwerten den Zugang zu den Beratungsstellen zusätzlich. Je mehr Barrieren (z. B. sprachlich oder mobilitätsbedingt) bestünden, desto seltener f änden diese Menschen den Weg zu den entsprechenden Angeboten. Nachhaltigkeit der Unterstützungsangebote Die Teilnehmenden berichten, dass viele Angebote und Projekte nur zeitlich begrenzt finanziert sind, oft nur für ein Jahr oder wenige Jahre. Wenn diese Förderungen dann ausliefen, müssten die Angebote wieder eingestellt oder neu aufgebaut werden. Das führe dazu, dass die Bürger*innen keine Verlässlichkeit und Kontinuität in den Unterstüt- zungsstrukturen erlebten. Zudem erschwere es den Aufbau von Vertrauen und Bezie- hungen zwischen Fachkräften und Zielgruppen, wenn die Ansprechpartner *innen stän- dig wechselten. Die Teilnehmenden betonen daher, dass eine nachhaltige Finanzierung der Beratungs- und Unterstützungsangebote wichtig sei, um den B ürger*innen dauer- hafte Anlaufstellen bieten zu können. Fehlende Anerkennung und Wertschätzung Ein weiterer Aspekt, der von mehreren Teilnehmenden als Herausforderung erachtet wird, sind die fehlende Anerkennung und Wertschätzung von Potenzialen wie zum Bei- spiel Mehrsprachigkeit. Die fehlende Anerkennung und Wertschätzung von Potenzialen führe zur E ntwicklung eines geringeren Selbstbewusstseins sowie einer geringeren Selbstwirksamkeit, was zu einer Abwärtsspirale der Lebenssituationen beitrage. Benö- tigt würden daher interkulturelle Zentren, in denen Menschen ihre Potenziale entfalten könnten. Zwar gebe es punktuell Möglichkeiten, wie beispielsweise den Nachbarschafts- treff und die Gemeinwesenarbeit, jedoch fehle es an Räumen zur Begegnung sowie zum Ausleben und Unterstützen von Potenzialen, was im Vergleich zu Stadtteilen wie Kalk, Mülheim-Nord und weiteren als Nachteil erachtet wird. Isolation von Personengruppen In bestimmten Bereichen wie der Donewald-Siedlung und dem Leimbachweg gibt es laut einer Fachkraft Hinweise auf eine gewisse soziale Isolation, besonders innerhalb der türkischstämmigen Community. Diese hätte eine geringere Bereitschaft, sich in offene Angebote wie Kitas oder kulturelle Veranstaltungen einzubringen. Jedoch wird darauf hingewiesen, dass zumeist existenzsichernde Themen im Vordergrund stünden (z. B. Wohnberechtigungsschein). Die Herausforderungen lägen häufig in der begrenzten Mo- bilität, in f ehlenden Informationen oder einem mangelnden Vertrauen in Institutionen. Auch hier wird der Bedarf an Beratungsangeboten betont. Die Vernetzung innerhalb der Community sei aber auch positiv zu werten. Gerade in der Donewald- Siedlung seien Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 47 „Schlüsselpersonen“ häufig türkischstämmig. Zudem wird eine starke gegenseitige Un- terstützung gesehen, was bei (mehrfach- )belasteten Lebenslagen als nützliche Res- source erachtet wird. Verbesserung der Teilhabe durch die Entwicklung bedarfsgerechter Ange- bote Anpassung von und Entwicklung neuer Hilfs- und Unterstützungsangebote Die Teilnehmenden diskutieren verschiedene Aspekte für die Ausgestaltung von Unter- stützungs- und Hilfsangeboten. Zu diesen Aspekten zählt zunächst die Niederschwellig- keit: Beratungsangebote sollten leicht zugänglich sein und nicht in Verwaltungsgebäu- den stattfinden, um Misstrauen zu vermeiden, insbesondere bei Angeboten für Men- schen mit internationaler Familiengeschichte. Darüber hinaus sollten sie vor Ort und zu flexiblen Zeiten verfügbar sein. Empfohlen werden offene Sprechstunden und Telefonberatung. Sprechzeiten zu verschiedenen Ta- geszeiten und flexible Sprechstunden, die keine Terminvereinbarung erfordern, seien wichtig, da viele Menschen, besonders Alleinerziehende, Schwierigkeiten hätten, feste Termine wahrzunehmen. Telefonische Beratung sei ebenfalls hilfreich, um Ängste bei der Bearbeitung von Behördenangelegenheiten zu reduzieren. Ein weiterer Vorschlag bezieht sich auf die Verwendung von einfacher Sprache: Eine verständliche, einfache Sprache sei entscheidend, da komplizierte Terminologie oder Fachsprache eine Barriere darstellten, da Nicht-Verstehen oft zu Scham führe. Dies be- treffe nicht nur Personen mit internationaler Familiengeschichte, sondern auch weitere Bürger*innen, die Schwierigkeiten mit dem Verständnis der bürokratischen Sprache ha- ben. Es wird eine Mischung aus mehrsprachigen und deutschen Angeboten empfohlen. Zwar benötigten viele Klient*innen sprachliche Unterstützung, aber aus Sicht der Teil- nehmenden sollten sie auch das entsprechende Vokabular lernen, um sich mit den deut- schen Behörden und Ämtern austauschen zu können. Thematisiert werden auch Hürden aufgrund der Digitalisierung: Digitale Angebote seien für viele eine Barriere, insbesondere für Menschen ohne Zugang zu Technik oder mit mangelnden digitalen Fähigkeiten. Dies betreffe auch den Umgang mit komplexen An- wendungen wie der BundID, die selbst für digital affine Menschen nur schwer zu hand- haben seien. Andererseits würden sich manche Zielgruppen durch digitale Formate eher angesprochen fühlen. Mit Blick auf die verbesserungswürdige Infrastruktur durch ÖPNV sowie die begrenzten zeitlichen Kapazitäten von Familien mit Kindern, denen es an Be- ratungsstrukturen fehlt, seien Angebote in verschiedenen Formaten, z. B. in Form von digitalen Veranstaltungen, eine Möglichkeit, mehr Menschen zu erreichen. Angebote sollten zudem nachhaltig sein. Das heißt, Projekte sollten langfristig angelegt sein, da es lange dauere, Vertrauen bei den Bürger*innen aufzubauen. Die ständige Teilnahme an kurzzeitigen Projekten führe zu „Projektmüdigkeit“ und vermindere die Be- Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 48 reitschaft, an neuen Angeboten teilzunehmen. Kontinuität und Verlässlichkeit der Struk- turen seien auch für die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Sprach - und Nachhilfeschulen wichtig. Wichtig seien zudem Multiplikator*innenenschulungen: Schu- lungen, bei denen die Zielgruppe selbst als Multiplikator in agiert, seien ein sinnvolles Modell, um Wissen weiterzugeben. Allerdings wird die langfristige Finanzierung dieser Angebote als problematisch wahrgenommen. Erreichbarkeit der Zielgruppe Die Teilnehmenden diskutieren, welche Personengruppen besser oder schlechter von den bestehenden Hilfs- und Unterstützungsangeboten erreicht werden und wie die Er- reichbarkeit der Zielgruppen verbessert werden könnte. Die Gruppe der Senior*innen (mit internationaler Familiengeschichte) wird als besonders schwer erreichbar beschrie- ben, sowohl im Bereich der Sportangebote als auch in Begegnungsangeboten, wie z. B. den Senior*innennetzwerken. Auch wenn es bereits Strukturen wie Begegnungs-Cafés gebe, sei es schwierig, Senior*innen regelmäßig anzusprechen und für Projekte zu ge- winnen. Der Zugang zu Informationen und die Teilnahme an Angeboten stellten eine große Herausforderung dar. Dies betreffe jedoch nicht nur Senior*innen mit internatio- naler Familiengeschichte, allgemein wüssten Senior*innen oft nicht, wie sie Hilfsange- bote in Anspruch nehmen könnten. Der Zugang gelingt meist nur, wenn sie sich selbst engagierten. Eine hohe Fluktuation in Projekten erschwere den langfristigen Erfolg von den Angeboten. Als weitere Zielgruppe werden Eltern von Kindern mit internationaler Familiengeschichte genannt. Besonders in Jugendzentren würden oft Kinder aus Familien mit internationaler Familiengeschichte erreicht, darunter auch viele Rom*nja und Sinti*zze. Jedoch seien deren Eltern oft nur schwer erreichbar, was die Einbindung in das Unterstützungsnetz- werk erschwere. In diesem Zusammenhang werden auch Möglichkeiten zur besseren Ansprache disku- tiert. Eine Möglichkeit, die Zielgruppen zu erreichen, sei der direkte Flyer-Einwurf in Brief- kästen, um einen Überblick über die vorhandenen Angebote zu schaffen. Das Sprach- verständnis und Textverständnis stellten hier jedoch eine weitere Hürde dar. Ein Ansatz, der für das nächste Jahr geplant sei, ist die Entwicklung einer Broschüre, die Unterstüt- zungsangebote im Stadtteil in einfacher Sprache darstellt, um die Zugänglichkeit u.a. für Senior*innen zu erhöhen. Freizeitangebote In der Diskussion über die Verbesserung der Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Familien in Höhenhaus und Dünnwald wurden mehrere Themen und Herausforde- rungen angesprochen. Das Jugendzentrum wird als zentrales Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche beschrieben, das kostenlos zugänglich ist und insbesondere für Kinder aus Familien mit geringen finanziellen Mitteln attraktiv ist. Hier würden auch Jugendliche mit internationaler Familiengeschichte erreicht. Allerdings gelinge es nicht, den Kontakt zu den Eltern aufzubauen. Der Dünnwalder Turnverein und der Höhenhauser Turnverein Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 49 böten zahlreiche Sportarten an. Diese Angebote deckten vor allem den Bereich des Brei- tensports ab. Darüber hinaus gebe es viele öffentliche Frei- und Grünflächen sowie Fuß- ballfelder, die genutzt werden könnten. Jedoch werde festgestellt, dass noch mehr auf- suchende Jugendarbeit benötigt w erde, um Kinder und Jugendliche zusätzlich anzu- sprechen (zum Beispiel feste Outdoor-Angebote auf den freien Flächen). Streetwork und ähnliche Angebote im öffentlichen Raum könnten hier helfen, den Zugang zu Freizeitan- geboten zu erleichtern. Es wird betont, dass Frauen oft Angebote benötigten, die ihren Alltag entlasten und ihnen Raum für Erholung und Entspannung bieten. Ein Problem sei jedoch die fehlende Kin- derbetreuung, die es den Frauen erschwere, diese Angebote wahrzunehmen. Mehr An- gebote für Frauen, kombiniert mit entsprechender Kinderbetreuung, könnten laut Teil- nehmende zu einer besseren Vernetzung und einer höheren Teilnahme führen. Beson- ders Senior*innen, Menschen mit Armutshintergrund, internationaler Familienge- schichte, alleinerziehende Eltern und Menschen mit körperlichen oder psychischen Ein- schränkungen hätten oft größere Schwierigkeiten, Freizeitangebote wahrzunehmen. Die persönliche Ansprache und Mundpropaganda seien in diesen Fällen oft wirksamer als schriftliche Einladungen. Darüber hinaus wird angeregt, dass mehr Freizeit- und Begegnungsangebote in Koope- ration mit Trägern aus anderen Stadtteilen und in Zusammenarbeit mit etablierten Ak- teur*innen angeboten werden sollten. Dies könnte insbesondere den Zugang zu multi- kulturellen und mehrsprachigen Angeboten verbessern. Beteiligung und Aktivierung der Zielgruppe Stärkung der politischen Interessen Aus der Fokusgruppe geht hervor, dass zunächst Voraussetzungen geschaffen werden müssten, um das Interesse der Bevölkerung an politischen und kommunalpolitischen Themen hervorrufen zu können. In den letzten Jahren seien nur wenige Angebote ge- schaffen worden, die die politische Bildung oder Mitbestimmung der Einwohner*innen gefördert haben. Es mangele an offenen und zielgruppenübergreifenden Räumen, in denen die Menschen ihre Interessen und Anliegen zu Lebenslage, Wohnumfeld und so- zialem Zusammenleben einbringen könnten. Solche Räume könnten auch helfen, nach- barschaftliche Konflikte zu lösen und das Zusammenleben im Quartier zu stärken. Woh- nortnahe Möglichkeiten, wie z. B. ein interkulturelles Zentrum, müssten aufgebaut wer- den. Viele Bürger*innen kenn nach Einschätzung der Diskussionsteilnehmenden ihre Rechte (z. B. Arbeitsrecht, Anspruch auf Kinderbetreuung) und Pflichten nicht. Dieses Wissen sei jedoch notwendig, um sich aktiv in demokratische Prozesse oder kommunale The- men einzubringen. Es fehlten Angebote, die die entsprechenden Informationen v ermit- teln. Beratung, die oft durch Sozialarbeit geleistet werde, könne dies nicht zu Genüge auffangen. Wenn Menschen ihre Rechte und Pflichten kennenlernten und umsetzen Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 50 könnten, stärke das wiederum ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit. Die Stärkung der Selbst- wirksamkeit sei besonders wichtig, denn oft fühlten sich Menschen lediglich als Belas- tung wahrgenommen, anstatt als wertvoller Teil der Gemeinschaft. Dies schwäche wie- derum ihr Interesse an politischer oder kommunaler Teilhabe. Die Verantwortung dafür, dass viele Bürger*innen kaum Bezug zur Lokalpolitik haben, wird insbesondere bei der Politik gesehen, die sich aktiver in die Sozialraumgebiete und Lebenswelten der Bürger*innen begeben sollte. Politiker*innen sollten verstärkt vor Ort präsent sein und niedrigschwellige Formate wie Bürger*innen-Sprechstunden im Sozial- raumgebiet anbieten, um die Interessen der Bevölkerung besser aufzugreifen. Beteiligungsformen Insgesamt werden Möglichkeiten der Mitwirkung und der Mitgestaltung als Querschnitts- thema gesehen. Bereits bei den bestehenden Angeboten werden die Nutzer*innen in die Gestaltung eingebunden. Zu den vorhandenen Beteiligungsangeboten zählten Mieter*innenräte, Jugendzentren, Nachbarschaftstreffs und Gemeinwesenarbeit sowie Begegnungsorte wie Cafés. Diese böten bereits Möglichkeiten zur Beteiligung. Allerdings werde hier noch viel Raum für Verbesserungen und für eine stärkere Nutzung durch die Einwohner*innen gesehen. Geplante Initiativen mit neuen Konzepten sollen laut Teilnehmende im kommenden Jahr neue Impulse setzen und Synergien zwischen bestehenden Akteuren schaffen. Zu den weiterhin benötigten Angeboten zählten sprachsensible Angebote oder sprach- frei gestaltete Angebote, um Zugangsbarrieren zu reduzieren. Empowerment-Angebote und Safe Spaces, die intersektionale Perspektiven berücksichtigen, könnten die Teil- habe fördern. Dabei sollten Beteiligungsformate darauf abzielen, den Adressat*innen Vertrauen und möglichst viel Autonomie zu überlassen. Konzepte wie „Power Sharing“ förderten die eigenständige Gestaltung von Angeboten durch die Teilnehmenden, wäh- rend sich Fachkräfte bewusst zurückzögen, sofern keine Konflikte aufträten. Stärkung der Interessen an (ehrenamtlichem) Engagement Um das (ehrenamtliche) Engagement der Bürger*innen im Sozialraumgebiet Höhen- haus/Dünnwald zu stärken, schlagen die Teilnehmenden verschiedene Ansätze vor. Zu ihnen zählt die Schaffung von Anreizen. Ehrenamtliches Engagement sei besonders dann attraktiv, wenn die Beteiligten einen persönlichen Nutzen daraus ziehen könnten, wie soziale Wertschätzung und Anerkennung oder den Zugang zu Ressourcen und An- geboten. Als Anreize wurden Beispiele aufgeführt: Engagement bei der Tafel verbunden mit der Möglichkeit, Lebensmittel zu erhalten, Zertifizierungen für Bewerbungen oder fi- nanzielle Vergütungen aus Fördergeldern. Dieser Aspekt findet vielfach Zustimmung. Darüber hinaus sollten bürokratische Hürden gesenkt und starre Strukturen abgeschafft werden, die den Zugang zu (ehrenamtlichem) Engagement, insbesondere für Menschen mit internationaler Familiengeschichte oder in prekären Verhältnissen erschwerten. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 51 Die Teilnehmenden sind einstimmig dahingehend, dass Ehrenamt kein Ersatz für be- zahlte Arbeit sein dürfte. Es wurde erläutert, dass manchmal durch das Jobcenter „ins Ehrenamt hinein beraten“ werde, mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln. Hiervon wird jedoch deutlich abgeraten. Angebote für Engagement sollten darüber hinaus niederschwellig gestaltet sein. Es solle leichter gemacht werden, sich punktuell und unbürokratisch zu engagieren, etwa durch spontane und flexible Beteili- gungsmöglichkeiten. Interessierten müssten Räumlichkeiten für ihr Engagement gebo- ten werden. Zudem beobachteten die Teilnehmenden eine Veränderung in der Engage- mentkultur. Die Motivation und Art des Ehrenamts hätten sich in den letzten Jahren ver- ändert. Klassische Ansätze, etwa die Bewerbung auf Ehrenämter über regionale Zeitun- gen, seien nicht mehr für alle Zielgruppen passend, die nun vor allem Social Media nutz- ten. Neue und niederschwellige Konzepte und Plattformen zur Ansprache würden benö- tigt. Anfragen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte seien laut einer Ein- schätzung seltener. Vermutet wird hier ein Informationsdefizit über den Gewinn eines Engagements. Lösungsvorschläge beinhalten daher Kommunikationsarbeit, die Losl ö- sung von dem klassischen Engagement und das Aufzeigen der Vorzüge (z. B. Anerken- nung, Zugang zu Angeboten). Voraussetzung sei jedoch, dass zunächst die Grundbe- dürfnisse der Zielgruppe befriedigt seien, nur so sei ein Engagement überhaupt realis- tisch. Abschluss Lebensqualität in Höhenhaus/Dünnwald für Familien und Kinder Zuletzt werden die Teilnehmenden gefragt, was das Leben aus ihrer Sicht in Höhen- haus/Dünnwald für Familien und Kinder lebenswert macht. Die Teilnehmenden schätzen die folgenden Aspekte der Stadtteile: Nähe zum Wald, Tierpark, Baggersee und weiteren Seen, die leicht zugänglich sind. Diese werden besonders im Sommer stark genutzt. Sowohl städtische als auch naturnahe Freizeitmöglichkeiten für unterschiedliche Alters- gruppen und Zielgruppen zählen zu den weiteren Angeboten, die die Teilnehmenden als wertvoll erachten. Darüber hinaus gebe es viel Platz. In bestimmten Gebieten sei die Nahversorgung bereits gut. Als positiv wird auch die Vielfalt der Einwohnerschaft erach- tet. Hervorgehoben wird die starke Vernetzung innerhalb der Communitys, die ihre eige- nen Strukturen geschaffen hätten, um mit den vorhandenen Ressourcen gut leben zu können. Schließlich werden die gute Zusammenarbeit der Fachkräfte und ein unterstüt- zendes Netzwerk als Vorzüge genannt, die die Lebensqualität in Höhenhaus/Dünnwald für Familien und Kinder erhöhten. Ergebnisse der Fokusgruppe zum Thema „Herausforderungen und Be- darfe von Bürger*innen im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf“ Die Stadt Köln hat das ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH mit der Umsetzung des Förderprogramms „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ im Rahmen des Programms „Lebenswerte Veedel“ beauftragt. Hier sollen tiefergehende Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 52 Erkenntnisse hinsichtlich der Lebensbedingungen sowie Chancen und Barrieren einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Bürger*innen in den zwei Sozial- raumgebieten Meschenich/Rondorf und Höhenhaus/Dünnwald gewonnen werden. In diesem Zuge fand am 28. Januar 2025 die Fokusgruppe „Herausforderungen und Be- darfe von Bürger*innen im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf“ mit dem Themen- schwerpunkt Kinder und Familien im Pfarrheim St. Blasius, Meschenich statt. Zu den Teilnehmenden zählen Fachkräfte, die im Sozialraumgebiet aktiv sind und Expertise zu den Fragestellungen besitzen, die im Rahmen der Fokusgruppe erörtert werden sollten. Teilnehmende An der Diskussion nahmen 17 Fachkräfte aus dem Sozialraumgebiet Meschenich/Ron- dorf teil. Neben den beiden Sozialraumkoordinatorinnen beteiligten sich Schulsozialar- beiter*innen und Leitungskräfte von Kindertagesstätten (auch Familienzentrum). Außer- dem nahmen Fachkräfte der internationalen Familienberatung, der Frauenberatung, der allgemeinen Sozialberatung, der Gemeinwesenarbeit und des interkulturellen Dienstes der Stadt Köln teil. Auch war ein Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung sowie ein Verein, der als Träger einer Kita agiert und verschiedene Angebote für Jugendliche und Geflüchtete anbietet, vertreten. Darüber hinaus beteiligte sich der Bürgerverein „Ak- tiv für Meschenich“ (ehrenamtliche Bürgerinitiative). Lebensrealität (mehrfach-)belasteter Familien und Kinder Häufige Belastungen im Sozialraumgebiet Die Teilnehmenden beschreiben die Lebenssituationen von den Familien und Kindern im Sozialraumgebiet, die sich in belasteten Lebenslagen befinden. Es geht um die Frage, welche Belastungen im Sozialraumgebiet besonders häufig auftreten und welche Kom- binationen von Erschwernissen sich besonders bemerkbar machen (bspw. Alleinerzie- hende, hohe Erwerbslosigkeit oder kinderreiche Familien). Soziostrukturelle Merkmale Die Teilnehmenden erläutern, dass es viele Alleinerziehende in Meschenich und Ron- dorf gibt. Zudem gebe es verhältnismäßig viele Familien mit sehr vielen Kindern (mehr als fünf, bis zu neun Kindern). Auch Erwerbslosigkeit oder ein zu geringes Einkommen, das kaum zum Leben ausreicht, seien weitere Probleme. Zudem stelle sich der Behör- denkontakt aufgrund sprachlicher oder kognitiver Barrieren ohne Unterstützung oftmals als sehr schwierig dar. Darüber hinaus müsse Kontakt zu vielen verschiedenen Behör- den gehalten werden, was oftmals zu Verwirrungen führe oder nicht verstanden werde. Wohnungssituation Hinzu komme, dass sich oft viele Menschen einen zu kleinen Wohnraum teilen. Somit seien überbelegte Wohnungen keine Seltenheit. Wohnungen würden durch Vermie- ter*innen oftmals nicht in Stand gehalten. Daher seien viele Wohnungen sanierungsbe- dürftig (z. B. Wasserrohrbrüche, Schimmelbefall). Die Stadt Köln sei hier nur bedingt Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 53 handlungsfähig, weil es sich durch die unterschiedliche Struktur der Vermietung (kein einheitlicher Eigentümer, viele Privatvermietungen) als sehr schwierig erweise, Gesprä- che zu führen. Einige Vermieter*innen hätten nicht die Expertise, um korrekte Mietve r- träge oder Abrechnungen zu erstellen. Dies falle bei Mietbescheinigungen und Neben- kostenabrechnungen auf, die in den Beratungsstellen vorgelegt werden, oder an den Mietangeboten, die dann von den Behörden mit entsprechender Begründung abgelehnt werden. Belastete Lebensgeschichte Die geschilderten Probleme führen nach Einschätzung der Akteur*innen zu einer hohen Stressbelastung innerhalb der Familien. Aufgrund der eigenen Erfahrungen oder der be- lasteten Familiengeschichte der Eltern (Fluchterfahrung oder Kriegserlebnisse) komme es vor, dass einige auch in der Nacht z. B. aufgrund (unbehandelter) Traumata keine Erholung finden, was sich auf die Kinder überträgt (transgenerationale Weitergabe). Manche Kinder leiden selbst unter unbehandelten Traumata, sodass sie tagsüber in Kita und Schulen keine Konzentrationsfähigkeit mehr aufweisen können. Gesundheitsversorgung Die Teilnehmenden berichten, dass es im Ort Meschenich keine*n Kinderärzt*in mehr gibt und der Ärztemangel im Allgemeinen ein sehr großes Problem sei. Sie schätzen, dass die kinderärztliche Versorgung von etwa 800 Kindern weggebrochen sei. Es sei auch sehr schwer, für die kinderärztliche Versorgung auf andere Stadtteile / Orte auszu- weichen, da auch hier die Kapazitäten erschöpft seien. In Meschenich seien die Eltern mit kranken Kindern auf sich allein gestellt. Es gebe einige Familien, die es geschafft haben, sich im Umland ärztlich zu organisieren, jedoch hätten besonders die kinderrei- chen Familien Probleme, eine aufnehmende Kinderarztpraxis zu finden. Hinzu komme, dass die Mobilität durch den öffentlichen Nahverkehr nicht ausreichend gegeben und die (schnelle) Erreichbarkeit von alternativen Kinderärzt*innen mit Hürden verbunden sei. Themen wie beispielsweise Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen und Kindeswohl wür- den somit vernachlässigt. Im Zentrum für Frühbehandlung und Frühförderung merke man bereits jetzt, dass die Zahl der Anfragen für Säuglinge abgenommen habe. In die- sem Alter erfolge die Vermittlung hauptsächlich über die Kinderärzt*innen. Das bedeute, dass erst später interveniert werde und die Förderung der Kinder erst später starten könne. Außerdem habe die fehlende kinderärztliche Versorgung auch Auswirkungen auf die Inanspruchnahme von anderen Therapien, wie z. B. Logopädie und Ergotherapie. Wer solle hier Verordnungen ausstellen? Kita-Kapazitäten und Kitabesuch Es herrsche ein Mangel an Betreuungsplätzen in den Kindertagesstätten, sowohl in Meschenich als auch in Rondorf. Zwar stünden potenziell mehr Plätze in den Einrichtun- gen zur Verfügung, aber es fehle Personal, sodass nicht alle Plätze vergeben werden könnten. Aktuell würden in einer beispielhaften Kita im Sozialraumgebiet drei bis vier Gruppen betreut, bei ausreichendem Personal könnten hier aber fünf Gruppen betreut Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 54 werden. Die geschilderten Probleme führen dazu, dass Familien teilweise keine Mög- lichkeit haben, einen Betreuungsplatz für ihre Kinder zu erhalten, was Einfluss sowohl auf die Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt aber auch auf die soziale Integration der Kinder habe. Besonders bei zugezogenen Familien sei es schwierig, für Kinder im letzten Vorschuljahr einen Platz zu erhalten. Es komme häufig vor, dass Kinder einge- schult werden, die zuvor keine Kita besucht haben und kein Deutsch sprechen können. Die Teilnehmenden haben den Eindruck, dass besonders die Familien davon betroffen sind, die wenig integriert sind. Des Weiteren gebe es teilweise kulturelle Hindernisse (bspw. kulturell bedingte Betreuung zu Hause), sodass Bemühungen um einen Kita- Platz seitens der Eltern kaum vorhanden sind. Auch die Witterungsverhältnisse haben laut Aussagen der Teilnehmenden der Fokus- gruppe Auswirkungen darauf, ob Eltern ihre Kinder in die Kita bringen. Bei regnerischem oder kaltem Wetter würden manche Kinder regelmäßig zu Hause bleiben. Dies sei auch bei Schüler*innen zu beobachten. Kita-Anmeldeverfahren Ein weiteres Problem sei die Anmeldung der Kinder in einer Kita über das Online-Portal „Little Bird“. Dies wird auf die fehlenden digitalen Fähigkeiten zurückgeführt und auf das Unverständnis, dass ein Anmeldebogen, der in der Kita abgegeben wird, für die Anmel- dung nicht ausreicht. Doch auch bei angebotener Hilfe zu einem vereinbarten Termin würden manche Eltern gar nicht mehr erscheinen, weil sie glauben, dass die Abgabe eines Anmeldebogens ausreichen würde. Es wird ergänzt, dass „Little Bird“ jedoch auch für kompetente Nutzer*innen eine Herausforderung darstelle, da unerwartete Abbrüche seitens des Portals manchmal dazu führen, dass alle Eingaben wiederholen werden müssen. Schulabsentismus Die Teilnehmenden berichten, dass es schon in der Grundschule häufig zu Schulabsen- tismus kommt. Ein Grund liege in den oftmals fehlenden schulischen Erfahrungen der Eltern selbst, so vermuten es die Teilnehmenden. Es fehle ein grundlegendes Verständ- nis der bestehenden Schulpflicht und der Bildungsnotwendigkeit. Die drohenden Ord- nungsmaßnahmen werden im Verhältnis zum täglichen existenziellen Stress im Hinblick auf die Lebensumstände oftmals als kleineres Problem wahrgenommen und dann igno- riert oder verdrängt. Dies spitze sich teilweise bis zu voraussichtlichen Ersatzfreiheits- strafen zu. An diesem Punkt werden die Familien dann aktiv, um sich das Geld für die Strafgebühren zu beschaffen. Oftmals gebe es keinen regelmäßigen Wochenablauf in den betroffenen Familien. Durch Hausbesuche wurde in der Vergangenheit deutlich, dass sich Familien teilweise auch außerhalb von Ferienzeiten einige Wochen anderorts aufhalten und daher nicht zu Hause anz utreffen waren. In extremen Fällen werde das Jugendamt informiert. Die Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 55 Schulsozialarbeit möchte durch Elterngespräche die Familien informieren und sensibili- sieren, damit solche Situationen vermieden werden können. Zwar besuchen die Kinder dann wieder für einige Wochen die Schule, aber das bleibe nicht dauerhaft so. Offene Ganztagsschule Im Sozialraumgebiet fehlten Plätze der offenen Ganztagsschule. Eine Verbesserung der Situation sei nicht absehbar. Eine Ausweitung des Platzangebots sei aufgrund von feh- lenden Räumlichkeiten nicht möglich. So wird auch berichtet, dass die Küche in einer vorhandenen OGS umgebaut werden müsste, um die Essenszubereitung für mehr Kin- der sicherzustellen. Durch Änderungen in der Finanzierung wurden die Kosten für offene Ganztagsschulen vom Land NRW auf die Kommunen übertragen. Dies führte dazu, dass Kosten an Träger weitergegeben wurden und es zu finanziellen Kürzungen kam, die letzten Endes in Köln auch zu Personalabbau führen werden. Ausweichmöglichkeiten, sofern Eltern keine Zusage einer OGS erhalten, bieten Jugendzentren und das Angebot „Satt & Schlau“, allerdings seien auch hier die Plätze begrenzt und schnell vergeben. Auch hier zeige sich die Problematik, dass besonders Kinder aus belasteten Familien keine Versorgung und Unterstützung erhielten. In der Beratung werde zwar darauf hin- gewiesen, sich bei der Anmeldung zu beeilen, aber das gelinge den Familien nicht. Ins- besondere den Familien, für die eine Inanspruchnahme dieses Angebots wichtig wäre, falle dies schwer. Freizeitangebote Freizeitangebote für Familien gebe es im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf nur be- grenzt. Zwar gebe es Spiel- und Bolzplätze, jedoch komme es hier oftmals zu Spannun- gen, die sich dann in Konflikten unter den Anwesenden äußerten. Dies führe dazu, dass sich andere Eltern dort nicht mit den eigenen Kindern aufhalten möchten oder die Kinder nicht allein zum Spielplatz gehen dürften und zu Hause in einer zu kleinen Wohnung bleiben müssten. Zudem gibt es ein Jugendzentrum, Fußball - und Sportvereine sowie Kinderturnangebote. Ein Musikinstrument zu lernen oder das Schwimmbad in Brühl zu besuchen, können sich nach Einschätzung der Teilnehmenden viele Familien nicht leis- ten. Zudem erschwere das geringe Angebot an öffentlichen Nahverkehr eine Inan- spruchnahme dieser Angebote. Kinderreiche Familien Kinderreiche Familien sehen sich oftmals mit einer aufwändigen Alltagsorganisation kon- frontiert. Da die Kinder teilweise unterschiedlichen Schulen zugewiesen werden (Ge- schwisterkinder bekämen nicht unbedingt an der gleichen Schule einen Platz), müssten im Alltag die Schulwege teilweise gleichzeitig in verschiedene Richtungen angetreten werden. Bei Erwerbstätigkeit der Eltern verschärfe sich dieses Problem. Die mangelnde Erreichbarkeit durch den ÖPNV spiele hier eine große Rolle. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 56 Fluktuation und Stigmatisierung Es wird berichtet, dass Menschen, die versuchen, eine andere Wohnung in einem ande- ren Stadtteil zu mieten, aufgrund ihres Namens oder durch die bestehende Adresse „Am Kölnberg“ oftmals nur Absagen erhalten. Dies stelle sich für einige als Barriere am Woh- nungsmarkt dar. Generell wird angemerkt, dass es sich bei den oben geschilderten Problematiken im großen Maße um den Sozialraum „Kölnberg“ handelt. Eine separate Betrachtung der angrenzenden Bereiche Meschenichs und Rondorf sei durchaus sinnvoll. Die geschil- derten Probleme gebe es zwar auch über den Kölnberg hinaus, jedoch in weitaus gerin- gerem Ausmaß. Auch in der Praxis und im Arbeitsalltag der beteiligten Akteure sei eine gebietsübergreifende Betrachtung schwierig. Verbesserung der Teilhabe durch die Entwicklung bedarfsgerechter Ange- bote Sprachförderung Es wird von einigen Teilnehmenden darauf hingewiesen, wie wichtig das Erlernen der deutschen Sprache ist. Ein gutes Angebot an Freizeitaktivitäten oder ausreichenden OGS-Plätzen könnte dabei helfen, die Zweitsprachfähigkeiten zu verbessern. Allerdings sei es schwer für belastete Familien auch noch eine Fremdsprache zu erlernen, da die kognitiven Ressourcen oftmals für die Lösung der täglichen Probleme benötigt werden. Grundsätzlich sehen die Teilnehmenden auch einen Mangel an Angeboten für Integrati- ons- oder Sprachkurse, da beispielsweise nicht allen Zielgruppen Sprachkurse angebo- ten werden ( z. B. junge Mütter). Selbst für bereitwillige Ehrenamtler*innen, die nied- rigschwellige Sprachangebote anbieten möchten, ergebe sich das Problem, dass kaum Räume zur Verfügung stehen, die genutzt werden könnten (bspw. Schulen). Niedrigschwellige Traumatherapie Ein weiterer Aspekt sei die Behandlung von traumatisierten Menschen im Sozialraum- gebiet. Es gebe viele traumatisierte Frauen und Kinder, deren Traumata dazu führten, dass sie weniger in der Lage sind, Lösungen für andere Probleme zu finden oder sich mit neuen Themen zu beschäftigen (wie beispielsweise das Erlernen von Sprache). Hier wären niedrigschwellige, zielgruppengerechte Angebote zur Traumabewältigung wün- schenswert. Begegnungscafés und Patenschaften Einige Familien mit internationaler Familiengeschichte berichteten, dass es sehr schwer sei, Kontakt zu deutschen Familien herzustellen. Eine Möglichkeit wird hier in dem be- reits bestehenden Angebot des Begegnungscafés gesehen, hier könnten sich die Fami- lien begegnen. Allerdings werden auch in der Nutzung der Begegnungscafés sprachli- che Hürden gesehen. In einem anderen Stadtgebiet gebe es eine Ehrenamtlerin, die es Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 57 sich zur Aufgabe gemacht hat, bereitwillige Ehrenamtler*innen zu finden und sie mit in- teressierten Familien zusammenzubringen. Die Aktivierung von Ehrenamtler*innen in Meschenich/Rondorf gestalte sich jedoch vermutlich als herausfordernd. An dieser Stelle wird auf das Projekt „Stadtteilmütter“ der Stadt Köln verweisen, das sehr erfolgreich ver- lief, dessen Finanzierung jedoch eingestellt worden sei. Beratungsangebote Nach Einschätzung der Teilnehmenden der Fokusgruppe gibt es in Meschenich/Rondorf genügend Beratungsangebote. Ein Problem wird eher dahingehend gesehen, dass die Menschen nicht wissen, dass eine differenzierte Beratungsstruktur existiert, in dem für verschiedene Problematiken unterschiedliche Stellen aufgesucht werden müssen. Oft- mals gingen die Betroffenen zu einer Beratungsstelle bzw. beratenden Fachkraft, die sie bereits kennen und der sie vertrauen, um dort themenübergreifend alle Probleme zu klären. Die Berater*innen berichten, dass sie sich oftmals auch den anderen Themen annehmen, da sie feststellen mussten, dass die Menschen bei einer Weiterleitung den Willen verlieren, ihre Probleme zu klären, und die weiteren Stellen dann nicht mehr kon- taktieren. Zusammenarbeit und Erreichbarkeit von Jobcenter und anderen Behörden Da die Bearbeitung der Anträge von Behörden oftmals ein Thema in den Beratungsstel- len ist, wünschen sich die Teilnehmenden, dass es wenigstens eine Beratungsstelle vom Jobcenter im Sozialraumgebiet geben würde, die dieses Thema abdeckt. Die Erreich- barkeit und Zugänge der Behörden (Jobcenter, Schulamt, Wohnungsamt etc.) habe sich generell verschlechtert. Diese Erfahrung machten die Akteur*innen auch in ihrer prakti- schen Unterstützungsarbeit mit den Menschen vor Ort selbst, da auch sie in Warteschlei- fen festhingen oder Kontaktformulare nicht zugestellt würden. Zudem dürften E -Mails aus Datenschutzgründen nicht durch die Beratungskräfte versandt werden. Regelmä- ßige Sprechzeiten der jeweiligen Ämter im Stadtteil seien wünschenswert und könnten eine deutliche Entlastung darstellen. Beteiligung und Aktivierung der Zielgruppe Gesellschaftlicher Zusammenhalt Neben all den geschilderten Problemen berichten die Teilnehmer*innen der Fokus- gruppe auch, dass es innerhalb der Hausgemeinschaften (hausspezifisch/ abhängig von der bewohnten Etage) speziell im Bereich „Kölnberg“ auch einen großen gesellschaftli- chen Zusammenhalt gibt, der für die Menschen einen Grund darstellt, dort wohnen zu bleiben. Communitys, die sich über Jahre gebildet haben , oder verwandtschaftliche Strukturen gäben den Menschen Sicherheit. Ein Projekt, das dieses Potential zur Ver- besserung der besc hriebenen Problemlagen genutzt hatte, war das Projekt „Stadtteil- mütter und -väter“. Dies lief laut Teilnehmende sehr erfolgreich, musste aus finanziellen Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 58 Gründen jedoch beendet werden. Die Akteur*innen seien jederzeit bereit, wieder mitzu- machen. Die Teilnehmenden der Fokusgruppe sprechen sich einheitlich für eine Wie- deraufnahme des Projekts aus. Abschluss Lebensqualität in Meschenich/Rondorf für Familien und Kinder Zum Abschluss werden die Teilnehmenden der Fokusgruppe gefragt, welche Aspekte das Leben im Sozialraumgebiet Menschenich / Rondorf für Familien und Kinder lebens- wert machen. Hierzu berichten die Teilnehmenden, dass die kulturelle Vielfalt und die hohe Zahl von Kindern einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Menschen wohlfühlen. Es gebe viele Möglichkeiten Kontakte untereinander zu knüpfen. Aufgrund der zahlrei- chen Nationalitäten gebe es Anschlussmöglichkeiten an die eigene Community. Die ländliche Struktur der Umgebung biete prinzipiell eine schöne Umgebung für Kinder. Wenn Feste organisiert werden, nähmen zahlreiche Familien teil. Es gebe viele Men- schen, die sich untereinander helfen (sowohl engagierte Fachkräfte als auch Einwoh- ner*innen). So entstünden Zusammenhalt und positive Erlebnisse. 7.1 Auswertung Qualitative Interviews Ergebnisse aus den Einzelinterviews im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald Die Ergebnisse stammen aus sechs Interviews, es wurde mit fünf Frauen und einem Mann gesprochen. Eine Person war jünger als 35 Jahre, vier Personen waren zwischen 35 und 64 Jahre alt, und eine Person war 65 Jahre oder älter. Die Ergebnisse sind sor- tiert nach den Herausforderungen der kleinräumigen Sozialraumgebietsanalysen, die sich in einigen Fällen besonders auf die Förderung von Bürger*innen mit internationaler Familiengeschichte beziehen. In dieser Studie standen allerdings Bürger*innen in her- ausfordernden Lebenssituationen im Fokus, was auch Bürger*innen ohne internationale Familiengeschichte betrifft. Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Betreuung in Kita und OGS Anmeldeverfahren Einige Interviewpersonen berichten von Schwierigkeiten hinsichtlich der Anmeldung und Platzvergabe sowie der Ausstattung der Kindertagesstätten. Das Online- Anmeldever- fahren über "Little Bird" wird teilweise als sehr kompliziert empfunden. Die „vielen An- gaben“, die bei der Anmeldung zu tätigen sind, führten zur Überforderung vereinzelter Elternteile („Ich habe kläglich versagt.“). Die Christliche Sozialhilfe Köln ist einzelnen In- Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 59 terviewpersonen als Anlaufstelle für Personen, die bei der Kita- Anmeldung Unterstüt- zung benötigen, bekannt und sollte ihrer Einschätzung nach insbesondere für Menschen sichtbarer werden, die eine geringe gesellschaftliche Teilhabe und kaum Kontakt zu In- stitutionen haben. Hierzu würden sich laut einer Interviewperson beispielsweise Schau- kästen in Kinderarztpraxen eignen, da man hier viele Familien erreiche. Schaukästen in Kindertagesstätten werden hingegen als weniger geeignet bewertet, da nicht alle Eltern eine Kita-Betreuung in Anspruch nehmen. Eine weitere Möglichkeit biete aufsuchende Hilfe wie beispielsweise Willkommensbesuche, bei denen auf niederschwellige Sprache und Gespräche auf Augenhöhe zu achten sei. Platzangebot Eine weitere Schwierigkeit sei der Mangel an ausreichenden Plätzen in den Kinderta- gesstätten vor Ort. Eine Interviewperson berichtet, dass ihr Kind in einer sanierungsbe- dürftigen Kindertagesstätte betreut werde, weshalb sie versuchte, es in einer anderen Kita anzumelden. Dies sei ihr wegen Platzmangels nicht gelungen, was ihrer Erfahrung nach auf weitere Eltern in Dünnwald zutreffe. Teilweise müssten Eltern bis zu einem Jahr auf einen Kitaplatz warten, was von den Interviewpersonen als lang empfunden wird. Eine Interviewperson beschreibt die Auswirkungen auf ihren Alltag, keinen Kita- Platz zeitnah erhalten zu haben: Sie bemühte sich, ihr Kind zu beschäftigen. Trotz der Bemü- hungen langweilte sich das Kind, was sehr anstrengend gewesen sei. Aktivitäten wie Basteln und Malen konnten zwar zuhause ausgeübt werden, das Fehlen sozialer Kon- takte zu anderen Kindern sei hingegen ein großer Nachteil. Termine mussten häufig auf den Nachmittag verlegt werden, wenn das andere Elternteil zu Hause war. Insgesamt wird die Bewältigung des Alltags ohne Betreuungsmöglichkeiten als Spannungsfeld be- schrieben, das sich vor allem bei Alleinerziehenden verstärken kann. Eine Kita-Betreu- ung wird als sehr hilfreich und unterstützend empfunden, wogegen häufige Personalaus- fälle, die die Betreuung des Kindes zuhause zur Folge haben, als großes Problem wahr- genommen werden. Ein Mangel an Plätzen in den offenen Ganztagsschulen geht aus den Interviews zum Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald nicht direkt hervor. Vier von fünf Interviewper- sonen mit Kindern berichten, die Betreuung in Anspruch zu nehmen, wobei sich die fünfte Person bewusst gegen die Betreuung ihres Kindes im offenen Ganztag entschied, weil sie die Möglichkeit und den Wunsch habe, ihre Kinder selbst zu betreuen und die Qualität der Betreuung im offenen Ganztag in Frage stelle. Vereinzelt werden die Haus- aufgabenbetreuung als nicht ausreichend und die Zeitplanung als zu starr wahrge- nommen. Letzteres führe dazu, dass man den individuellen Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werde. Schulischer Erfolg Interviewpersonen mit Kindern nennen Aspekte, die ihnen dabei helfen könnten, den schulischen Erfolg ihrer Kinder zu sichern. Dazu zählen die Verbesserung ihrer Deutsch- kenntnisse und die Verbesserung der Deutschkenntnisse ihrer Kinder (siehe unten), Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 60 Unterstützung bei den Hausaufgaben und eine individuelle Förderung. Anstatt einzel- nen Kindern generell schlechte Leistungen zu unterstellen, wenn Schwächen in be- stimmten Bereichen vorhanden sind, sollten Stärken gezielt gefördert werden. Der Blick soll weg von einer Defizitorientierung und hin zu einer Potenzialorientierung gerichtet werden, wie eine Interviewperson anmerkt. Vereinzelt habe es Schwierigkeiten gegeben, eine weiterführende Schule im Wohnge- biet zu finden. Trotz der Bemühungen besuche ein Kind eine weiterführende Schule in Sülz. Die Bahnen der Kölner Verkehrsbetriebe haben laut dieser Interviewperson häufig Verspätung, was Probleme mit Lehrer*innen in der Schule verursache. Der weite Schul- weg von über einer Stunde veranlasse das Kind, vorzutäuschen, krank zu sein, um nicht zur Schule gehen zu müssen. Dies spiegelt die Relevanz ausreichender Schulplätze in Wohnortnähe sowie eines zuverlässigen öffentlichen Nahverkehrs wider. Sprachförderung Mehrere Interviewte betonen die Relevanz von Deutschkenntnissen der Eltern für den Schulerfolg ihrer Kinder. Zum Beispiel habe eine Interviewperson aufgrund von Sprach- barrieren Schwierigkeiten, ihrem Kind bei den Hausaufgaben zu helfen. Eine mögliche Lösung sei es, die Eltern in den Spracherwerb ihrer Kinder einzubinden. Als mögliche Orte, um solch ein Angebot umzusetzen, werden Grundschulen und das Jugendzentrum aufgeführt. Für Kinder sei eine spielerische oder musikalische Gestaltung der Sprach- förderung ideal. So könnten Hemmungen abgebaut und ein positives Lernerlebnis ge- schaffen werden. Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwach- sene mit internationaler Familiengeschichte verbessern Berufliche Chancen junger Erwachsener Wahrgenommene Schwierigkeiten Die Interviews liefern Hinweise darauf, dass ein schneller Berufseinstieg einem höhe- ren Bildungsabschluss vorgezogen werden kann, wenn prekäre finanzielle Situationen in den Familien vorhanden sind. Der Fokus liege dann auf dem unmittelbaren finanziel- len Bedarf, der gedeckt werden muss , anstatt auf langfristigen Perspektiven durch Bil- dung. Zusätzlich spielten weitere Faktoren im Hinblick auf einen erfolgreichen Bil- dungsverlauf eine Rolle : Fehlende emotionale Unterstützung innerhalb der Familie, zum Beispiel , wenn Eltern Substanzmittel konsumieren, könne Ausbildungsabbrüche begünstigen. Darüber hinaus wüssten Jugendliche oft nicht, welchen Beruf sie anstre- ben sollen. Die fehlende Berufsorientierung erschwere die Entscheidung für einen län- geren Bildungsweg. Sollten sich Jugendliche und junge Erwachsene, ohne eine konkrete Vorstellung vom Beruf zu haben, auf Ausbildungen bewerben, könnten unerfüllte Erwar- tungen einen Ausbildungsabbruch herbeiführen. Darüber hinaus könne auch Angst vor Misserfolg dazu führen, dass Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen und sich für einen schnelleren Weg ins Berufsleben entscheiden. Negative Erfahrungen mit Rassismus im Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 61 Bildungssystem können die Motivation für einen höheren Bildungsabschluss deutlich senken. Eine Interviewperson hat diese Erfahrung gemacht. Sie erläutert: „Ich denke, es hat ein bisschen […] mit [dem] Kopftuch zu tun, weil – also ich habe das Gefühl gehabt, alle Bewerbungen, die kamen mit einer negativen Antwort zurück. Und dann habe ich irgendwann aufgegeben und dann mir immer so Nebenjobs gesucht.” Lösungsideen Den Interviewpersonen fehlten nach der Schule eine bedürfnis- und chancenorientierte Berufsberatung, Unterstützung bei der Bewältigung von Rassismus -Erfahrungen und Zugang zu passenden Ausbildungsplätzen. Um Unterbeschäftigung von jungen Erwach- senen abzubauen, sollten ihre individuellen Stärken und Interessen aufgegriffen und ge- stärkt werden. Mehrfach wurde der Hinweis über die Notwendigkeit von Angeboten für die Berufsorientierung und -vorbereitung geäußert, zum Beispiel im Rahmen von Be- werbungscoachings, wobei klassische Beratungsangebote für Jugendliche womöglich nicht greifbar genug seien. Die Angebote sollten zum Beispiel fehlende Kenntnisse über Bewerbungsplattformen und die Gestaltung von Bewerbungen vermitteln, bei der Suche nach Arbeit unterstützen und bei Motivationsproblemen helfen. Um die Berufsorientie- rung zu fördern, werden mehr Angebote im Jugendzentrum und mehr personelle Res- sourcen von Sozialpädagog*innen und Schulsozialarbeiter*innen vorgeschlagen. Dar- über hinaus wird die Durchführung divers er Praktika empfohlen, die realistische Einbli- cke in Arbeitsbereiche bieten und damit Abbruchquoten bei Auszubildenden senken könnten. Als besonders wichtig empfinden die Interviewpersonen aus eigener Erfahrung beim Übergang von Schule und Beruf Fachkräfte, die motivieren, Möglichkeiten aufzei- gen und emphatisch mit den Jugendlichen umgehen. Kurse zu digitalen Medien Verschiedene Interviewpersonen äußern Interesse an Kursen zum Umgang mit digita- len Medien. Diese würden zur Verbesserung der Medienkompetenzen jüngerer Men- schen, insbesondere bezüglich des Umgangs mit Cybermobbing und Betrug, zu berufs- qualifizierenden Zwecken, aber auch zu Zwecken der Selbsthilfe benötigt. Eine Inter- viewperson möchte die Nutzung von KI-basierten Chatbots erlernen, um bei Finanzfra- gen schnelle Antworten zu erhalten. Hinsichtlich des Kursformats wird geäußert, dass für Erwachsene Nachmittagskurse, zum Beispiel in Gruppenform, wünschenswert seien. Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belas- tete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Familien mit erhöhtem Risiko einer geringen Teilhabe Teilhabechancen Alleinerziehender Die Ergebnisse der Interviews liefern Hinweise, dass bei Reduzierung der Kita-Öffnungs- zeiten aufgrund fehlenden Personals Kinder zu Hause betreut werden müssen. Die All- Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 62 tagsorganisation und Teilhabe an Freizeitaktivitäten sind durch die gemeinsame Betreu- ung mit dem anderen Elternteil möglich. Bei alleinerziehenden Elternteilen ist dies jedoch nur bedingt möglich, so dass sich diese Schwierigkeiten bei ihnen verschärfen. Daher ist eine ausreichende Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen und die Verlässlichkeit der Betreuung umso wichtiger, wenn (alleinerziehenden) Elternteilen eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Familie und Freizeit ermöglicht werden soll. Teilhabe kinderreicher Familien Zwei Interviewpersonen haben drei oder mehr Kinder (kinderreiche Familien). Hinsicht- lich ihrer Chancen auf Bildung und Beruf äußert eine Interviewperson den Wunsch nach Sprachkursen am Nachmittag und in Gruppenform sowie Unterstützung bei der Nutzung von Computern. Weiterhin wird der Wunsch nach Unterstützung bei der Suche nach einer Ausbildung und dem Schreiben von Bewerbungen genannt. Diese könne jedoch nur bei verlässlicher Kinderbetreuung umgesetzt werden. Eine Verbesserung der Kin- derbetreuung könne durch die Einrichtung von Notfallbetreuungsplätzen oder durch die Erweiterung der Öffnungszeiten erzielt werden. Freizeitangebote Angebote für Kinder und Jugendliche Zu den Freizeitaktivitäten der Kinder in Höhenhaus/Dünnwald zählen gemeinsame Ausflüge mit der Familie, z. B. in den Märchenwald, auf den Gertruden Hof oder in den Affen- und Vogelpark, Besuche des Zoos und des Wildparks, des Leverkusener Neu- landparks und Kinobesuche. Im Winter spielen die Kinder mit anderen Kindern zuhause und auf Indoor -Spielplätzen, während si e im Sommer Schwimmbäder besuchen. Na- hezu alle Aktivitäten werden in anderen Stadtteilen oder Städten wahrgenommen. Vor Ort würden lediglich gemeinsame Fahrradtouren und Pic knicks mit Kindern aus der Nachbarschaft stattfinden. Im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald gebe es nur wenige Treffpunkte für Kinder. Vorhandene Treffpunkte wie der Dünnwalder Spiel - oder Fußballplatz seien verdreckt. Die Eltern räumten laut einer Interviewperson zwar von Zeit zu Zeit den Müll weg, die Treffpunkte seien jedoch in kurzer Zeit wieder verdreckt. Eine Interviewperson äußert Sicherheitsbedenken wegen öffentlichen Drogenkonsums, der jedoch ein Problem auf Stadtebene sei (siehe auch Sicherheitsgefühl). Die Eltern äußern Wünsche hinsichtlich der Freizeitaktivitäten für Kinder: Dazu zählen ein Schwimmbad, kostengünstige Schwimmkurse mit genügend Plätzen in nahegelege- nen Schwimmbädern, mehr Spielplätze mit vielfältigen Möglichkeiten wie Schaukeln und Rutschen, ein Kino und Tanzkurse. Es werden kostengünstige Angebote für verschie- dene Wetterlagen gewünscht. Eine Interviewperson wünscht sich allgemein mehr Akti- vitäten und Angebote, an denen die Kinder aktiv teilnehmen können und kritisiert, dass es zu wenig Engagement für die vielen Kinder in der Umgebung gebe. Insgesamt solle das soziale Miteinander innerhalb der Wohnumgebung gestärkt werden. Wichtig sei Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 63 eine geringe Schwelle zur Teilnahme, um möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen. Ebenso wird der Wunsch geäußert, ein niedrigschwelliges Streetwork-Ange- bot aufzubauen, um mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen und ihnen verschiedene Aktivitäten anzubieten. Insbesondere für Kinder aus schwierigen familiä- ren Verhältnissen seien solche Anlaufstellen wichtig, um ihnen positive Erfahrungen zu ermöglichen und Perspektiven aufzuzeigen: „In Dünnwald gibt es ja die Möglichkeit, also da gibt es ja dieses Henry's Hope Jugendzentrum. Das ist so das Einzige eigentlich, was es […] hier in Dünnwald gibt. Die Kinder sind sonst alle auf der Straße, also die Jugend- lichen. Die Jugendlichen, die auch bei uns an der Förderschule sind, die sind alle auf der Straße und die machen keine schönen Sachen. Also das ist schon richtig kriminell teil- weise. Und ich hatte irgendwie so die Idee, wie es wäre, wenn es so wie an manchen Orten, zum Beispiel auch in Berlin auch, so Streetworker [gäbe]. Wirklich, die die Kinder so ein bisschen aufleben [lassen].“ Angebote wie „Erzählcafés" könnten dazu dienen, den Zugang zu Informationen über mögliche Freizeitangebote vor Ort, aber auch in Köln insgesamt, zu erleichtern. Jugendzentrum Aus den Interviews geht hervor, dass das Jugendzentrum Dünnwald eine zentrale An- laufstelle für Familien und Kinder in der Nachbarschaft ist und wichtige Funktionen erfüllt. Es bietet den Kindern vielfältige Unterstützung und Förderung, wie Nachmittags- betreuung, Hausaufgabenhilfe, Berufsorientierung, Freizeitaktivitäten und Ausflüge, warmes Essen und politische Bildung. Diese Angebote tragen dazu bei, die Teilhabe der Kinder zu fördern und einige ihrer Grundbedürfnisse zu erfüllen. Die Interviewpersonen sehen noch weiteres Potenzial im Jugendzentrum. Es wird ein vielfältigeres Ferienangebot gewünscht. Diesbezüglich seien die Möglichkeiten des Ju- gendzentrums jedoch begrenzt, da Personalmangel und hohe Kosten hinderlich seien. Der Wunsch nach mehr Personal wird mehrfach betont, um den K indern und Jugendli- chen mehr individuelle Betreuung und Unterstützung bieten zu können. Insbesondere bei Themen wie Bewerbungen, Ausbildungsplatzsuche und Hausaufgaben wird von ver- schiedenen Interviewpersonen ein erweitertes Angebot gewünscht. Auch eine stärkere Kommunikation und Begleitung der Jugendlichen, um ihre individuellen Stärken und In- teressen besser kennenzulernen und zu fördern, werden als wichtig erachtet. Darüber hinaus sei das Jugendzentrum bei stärkerer Einbindung von Pädagog*innen eine gute Möglichkeit, das politische Interesse der Kinder noch gezielter zu stärken, sodass ein Grundverständnis für politische Prozesse entwickelt und ein spielerisches Heranführen an Wahlen ermöglicht werden könne. Um fortwährend warme Mahlzeiten für alle hung- rigen Kinder anbieten zu können und die Vielfalt der Freizeitangebote stärken zu können, werde eine stärkere finanzielle Unterstützung benötigt. Zudem sei das Jugendzentrum Anlaufstelle für Menschen mit Beratungsanliegen zu Leistungen des Jobcenters gewe- sen. Das Angebot sei weggefallen, die Anliegen hingegen bestünden immer noch. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 64 Allerdings zeigen die Interviews auch, dass sich einige der interviewten Eltern über den Umgang mit dem sozialen Verhalten („Disziplinprobleme“) und über die Sicherheit ihrer Kinder im Jugendzentrum Gedanken machen. Einige Kinder würden das Zentrum mei- den, da sie sich vom Verhalten anderer Kinder abgeschreckt fühlten. Außerdem gebe es Probleme mit Drogenkonsum und - handel in der näheren Umgebung des Jugend- zentrums. In Bezug auf den Drogenkonsum sehen die Interviewpersonen Handlungspo- tenzial. Lösungsideen betreffen die Schaffung von Betreuungsangeboten, Drogenprä- vention und (mehr) aufsuchende Sozialarbeit. Angebote für Erwachsene Zu den Freizeitaktivitäten der Interviewpersonen zählen insbesondere informelle Tref- fen im Freundeskreis sowie die Teilnahme am Dünnwalder Nachbarschaftstreff. Seltener werden Konzertbesuche, Musikhören, eine regelmäßige Teilnahme an gemeinsamem Musizieren in einem türkischen Chor, Sport, Filmesehen und das Lesen von Büchern genannt. Zu den gewünschten Kultur- und Freizeitangeboten zählen Treffpunkte und Cafés für den Austausch von Familien mit Kindern, Frauencafés und Schwimmkurse, speziell auch für Männer. Wichtig sei jedoch vor allem, bereits vorhandene Angebote bekannter zu machen, so verschiedene Interviewpersonen. Darüber hinaus sollten die Angebote inklusiv gestaltet werden, sodass sie für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich sind. Der Nachbarschaftstreff werde zwar wertgeschätzt, jedoch sei die Motivation anderer Ein- wohner*innen an der Teilnahme bislang limitiert, was eine Interviewperson kritisiert. Alle Interviewpersonen, die jüngere Kinder haben, nehmen Betreuung in einer Kinderta- gesstätte in Anspruch. Mit einer Ausnahme werden alle Kinder im offenen Ganztag be- treut. Trotzdem berichten nahezu alle Interviewpersonen, aufgrund der Betreuung ihres Kindes bei der Wahrnehmung von Angeboten oder der Teilnahme an Aktivitäten eingeschränkt zu sein. Die meisten Interviewpersonen haben (auch) wegen des Fami- lienalltags nur begrenzt bis gar keine Zeit für Vereinsmitgliedschaften, die Teilnahme an kulturellen Angeboten oder sonstige Freizeitangebote. Mehrere Interviewpersonen wün- schen sich daher zusätzliche Betreuungsangebote. Eine Interviewperson wünscht sich integrierte Freizeitangebote mit Betreuungsmöglichkeiten, die vor allem alleinerzie- hende Eltern entlasten könnten. Teilhabe in Vereinen Einige Interviewpersonen äußern, dass ihnen Sportvereine bekannt seien. Hierzu zählen der Dünnwalder Turnverein und der nahegelegene MTV Köln in Köln-Holweide. Die Sportvereine bieten laut Interviewpersonen viele Möglichkeiten zur sportlichen Betäti- gung, darunter Fußball, Basketball, Tennis, Boxen, Turnen, Tanzen und Kampfsport. Die Interviewpersonen berichten, sich an den Bedürfnissen ihrer Kinder zu orientier en und diese zur Ausübung einer Sportart zu ermutigen. Allerdings ist dies bislang nur teilweise gelungen: Nur ein Kind der befragten Personen ist Mitglied in einem Sportverein. Wobei Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 65 einige Interviewpersonen Bemühungen zeigen, das Interesse ihrer Kinder für eine Sport- art zu wecken. Eine Interviewperson nimmt regelmäßig an einem türkischen Chor in Le- verkusen teil. In der Vergangenheit bestand in einem Fall eine Mitgliedschaft in einem Volleyballverein, was rückblickend sehr positiv bewertet wird, so dass sich die Inter- viewperson vorstellen kann, die Mitgliedschaft möglicherweise wieder aufzunehmen. Auf die Frage, aus welchen Gründen sie kein Mitglied in einem (Sport -)Verein sind, geben die Interviewpersonen unterschiedliche Antworten. Geäußert wird beispielsweise, dass auch aufgrund der Kinderbetreuung keine Zeit und teils kein Interesse bestehe, sportlich aktiv zu sein. Stattdessen wolle man auch inaktive Zeit genießen. So schildert eine Interviewperson, dass der Haushalt und die Kinderbetreuung hauptsächlich ihre Aufgabe seien, was sie sehr belastet: „Ja, ne, also sie [die Tochter] schimpft auch echt und dann sage ich auch immer: „Aber ich habe keine Zeit." Ich habe wirklich keine Zeit. Also, es ist so für mich – für mich ist es eine kostbare Zeit, wenn ich mal einfach nur sitzen kann und mein Gehirn abschalten kann.“ Bei den Interviewpersonen scheinen vor allem fehlende zeitliche Ressourcen und fehlendes Interesse Gründe dafür zu sein, wa- rum sie bzw. ihre Kinder kein Mitglied in einem Verein sind. Hohe Vereinskosten und die Unkenntnis von Angeboten sind weitere Hürden. Darüber hinaus werden sprachliche Hürden und mangelnde Inklusivität als Barrieren für die Inanspruchnahme von Vereinsaktivitäten genannt. Eine Interviewperson be- schreibt, ihr Lebenspartner ziehe sich vor der Teilnahme an Gruppenaktivitäten zurück, in denen ausschließlich deutsch gesprochen wird, da er glaube, nicht schnell genug ant- worten zu können. Zusätzlich gebe es „manchmal diese Untertöne“ seitens der Gruppen. Offenbar können sprachliche Unsicherheiten sowie ausgrenzendes Verhalten die Teil- habe an Freizeit, Kultur und Sport verringern, sollten entsprechende Angebote nicht aus- reichend sprachsensibel und inklusiv gestaltet sein. Eine Interviewperson wünscht sich Angebote mit integrierten Betreuungsmöglich- keiten für Kinder, die vor allem alleinerziehende Eltern entlasten würden: „Aber es ist so […] dieses ganze Gesamtpaket, dass man einfach diese Sicherheit auch haben muss als Elternteil, mein Kind dann dort abgeben zu können. Aber wenn es für mich jetzt in den Vereinen, wenn es solche Möglichkeiten gibt, sage ich mal, für eine halbe Stunde […], die dauern ja 45 Minuten oder eine Stunde, wie zum Beispiel mit dem Schwimm- kurs. Es gibt ja auch viele Mütter, die noch nicht schwimmen können, dass sie dann mal sagen: „Hey, ich mache meinen Schwimmkurs und mein Kind ist aber in der Zwischen- zeit betreut. Aber […] wenn ich wollte, könnte ich hingehen und gucken. […] Also, dass es nicht so eine riesengroße Distanz ist, zwischen Mutter und Kind, ne? “ Infrastruktur an Hilfs- und Unterstützungsangeboten Mehrere Interviewpersonen äußern den Wunsch nach niederschwelligen Beratungs- angeboten im Wohnumfeld. Die Themen, zu denen sie diese benötigen, lauten: Anmel- Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 66 dung in der Kindertagesstätte, Unterstützung bei der Berufsorientierung und Arbeitssu- che, Finanz- und Schuldnerberatung, Unterstützung beim Umgang mit den Behörden und Pflege- und Altersvorsorge. Darüber hinaus würden die Vernetzung und Kooperation zwischen den verschiedenen sozialen Trägern und Einrichtungen wie Schulen, Sozialarbeit und Vereinen fehlen. Das Bestreben, die Bekanntheit der Angebote zu erhöhen und die Angebote aufeinander ab- zustimmen, sei bislang nicht ausreichend. Dies führe dazu, dass viele Bürger*innen über die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten nicht informiert seien. Information über bestehende Angebote Da alle Interviewpersonen bereits Beratungsangebote vor Ort in Anspruch genommen haben – dies ist zurückzuführen auf die Akquise- Wege dieser Studie – besteht bereits Kontakt zu lokalen Unterstützungsstrukturen und damit Zugang zu Informationen über Beratungsangebote, die häufig aufeinander verweisen. Ein auffallend hoher Informati- onsmangel über Beratungsangebote geht daher nicht direkt aus den Gesprächen hervor. Allerdings könnten Bürger*innen, mit denen nicht gesprochen wurde, Informationen über lokale Beratungsangebote benötigen. Fehlende Informationen über bestehende Angebote gebe im Freizeit - und Gesund- heitsbereich. So wird sich ein „Erzählcafé“ mit näheren Informationen zu kostengünsti- gen Freizeitmöglichkeiten und anderen Angeboten gewünscht. Einige Einwohner*innen scheinen laut Aussagen von Interviewpersonen nicht über vorhandene Gesundheitsan- gebote, -projekte und -einrichtungen informiert zu sein. Dazu gehören beispielsweise Angebote wie Seniorengymnastik oder ganzjährige Gesundheitsangebote. Dabei wer- den vorhandene Angebote durchaus wertgeschätzt, so zum Beispiel eine Gesundheits- woche. Eine bessere Kommunikation und Bewerbung dieser Angebote sei wichtig, um die Versorgung der Bürger*innen zu verbessern. Eine Möglichkeit, diese zu bewerben, sei der Einsatz von Flyern und Plakaten. Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Fa- miliengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abge- stimmte Hilfen gezielt verbessern Finanzielle Situation Die Mehrheit der Interviewpersonen bestreitet ihr Haushaltseinkommen durch Erwerbs- tätigkeit. Bei etwa der Hälfte dieser Interviewpersonen sind mehrere Haushaltsmitglieder erwerbstätig. Bei der anderen Hälfte dieser Interviewpersonen gibt es eine Alleinverdie- nerin bzw. einen Alleinverdiener. Alle Interviewpersonen berichten von finanziellen Hür- den, mit denen sie in unterschiedlichem Maße konfrontiert sind. Zu diesen zählen: Die Finanzierung der Ausbildung eines Kindes, Kosten für Schulutensilien, finanzielle Knappheit aufgrund hoher Miet- und Lebenshaltungskosten, die auch die Möglichkeiten einschränkt, an kulturellen, Vereins- und Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Weil das Ein- kommen trotz Erwerbstätigkeit nicht reiche, nehme eine Familie zusätzlich Wohngeld Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 67 und Kinderzuschlag in Anspruch. Einer anderen Familie werden diese Leistungen nicht bewilligt, obwohl sie wegen Selbstständigkeit und nichtgezahlter Gehälter durch den Ar- beitgeber finanziell belastet seien. Um finanzielle Notlagen abzufedern, nehme eine Interviewperson im hohen Alter die Unterstützung der Tafel in Anspruch. Diese wird zwar als gut bewertet, allerdings decke sie nicht ihre gesamten Bedürfnisse. Daher habe sie sich zusätzlich Beratung bei der Caritas eingeholt, was sie als große Hilfe erachtet. Als weitere Interviewpersonen da- nach gefragt wurden, welche Unterstützung sie in Bezug auf ihre Finanzen zusätzlich bräuchten, äußerte eine Interviewperson, sich Beratungsangebote im Bereich Finanz - und Schuldnerberatung vor Ort zu wünschen, um weite Fahrtwege zu vermeiden. Das ABC-Höhenhaus hat eine andere Interviewperson bereits zu Schulden beraten. Womög- lich könnte eine Steigerung dessen Bekanntheitsgrades für einige Einwohner*innen des Sozialraumgebiets Höhenhaus/Dünnwald hilfreich sein. Erwerbstätigkeit Die beruflichen Situationen der Interviewpersonen sind vielfältig: Einige sind arbeitslos oder im Rentenalter, andere sind erwerbstätig – teilweise in mehreren Anstellungen gleichzeitig. Bezüglich der Unterstützung im Berufsleben scheinen insbesondere folgende Aspekte relevant zu sein: Bei der Suche nach Arbeit seien positive Erfahrungen mit Sozialbera- ter*innen vor Ort gemacht worden, weshalb eine höhere Verfügbarkeit des nieder- schwelligen Angebots gewünscht werde. Positiv wird in diesem Zusammenhang auch das Angebot der Caritas hervorgehoben, dessen Personal schnell auf Anfragen reagiere und Termine anbiete. Einzelne Interviewpersonen berichten keine Anlaufstelle zu ken- nen, bei der sie Vorfälle melden und Hilfe erhalten könnten, falls Sie Diskriminierungs- erfahrungen machen sollten. Teilweise bestünde die Präferenz, bei Rassismus mit Per- sonen zu sprechen, die eine internationale Familiengeschichte haben, teilweise sei der Hintergrund auch irrelevant, sofern die*der Gesprächspartner*in das Anliegen der auf- suchenden Person ernst nehme. Diskrepanz zwischen Beruf und Qualifikation Unter den Interviewpersonen gibt es zwei Fälle von Überqualifikation . So arbeitete ein*e Ingenieur*in mit Berufserfahrung und in Deutschland anerkanntem Abschluss in der Vergangenheit als Sicherheitsfachkraft. Eine ausgebildete Krankenpflegerin arbeite derzeit in einer Zeitarbeitsfirma, hauptsächlich in Altenheimen und der Demenzpflege. Patient*innen mit Medikamenten versorgen, dürfte sie beispielsweise nicht, was jedoch ihrer Qualifikation entspreche. Dies sei auf eine ausstehende Anerkennung der Qualifi- kation zurückzuführen, die vor neun Monaten beantragt wurde. Beide Interviewpersonen fühlten sich in ihren Tätigkeiten unterfordert und wünschten eine Anstellung, die ihren Interessen und Qualifikationen entspreche. Es werden bereits Versuche unternommen, eine passende Teilzeitstelle zu finden, allerdings bislang ohne Erfolg. Dies führt die In- terviewperson auf ihr hohes Alter und den gesuchten Beschäftigungsumfang zurück. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 68 Bedeutung der Kinderbetreuung für die Erwerbstätigkeit Keine der in dem Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald lebenden Interviewpersonen hat zurzeit Schwierigkeiten, an arbeitsbezogenen Angeboten teilzunehmen. Eine Schil- derung verdeutlicht jedoch die Relevanz der Kinderbetreuung für die Teilnahme an einer (Weiter-)Bildung. So ist die Entscheidung für eine Kindertagesstätte unter anderem durch den Wunsch motiviert, einen Schulabschluss zu erwerben, um eine Berufsausbil- dung zu absolvieren und später einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können: „Ich wollte auch etwas machen. Schule, Arbeit oder so.“ (Langzeit-) Arbeitslosigkeit Zu den Gründen für (Langzeit -) Arbeitslosigkeit, die im Rahmen der Interviews identifi- ziert werden können, zählen ein fehlender Schulabschluss und eine fehlende berufliche Qualifikation, Wirtschaftskrisen, Rassismus und Mobbing. Mobbing führte in einem Fal l zum Verlust des Arbeitsplatzes, in einem anderen Fall – gepaart mit Rassismus – zum Abbruch der Ausbildung und in Folge zu Resignation. Faktoren, die die (Wieder -)Auf- nahme eines Berufs negativ beeinflussten, seien eine unzureichende Unterstützung bei der Jobsuche sowie die Schwierigkeit, ausländische Abschlüsse anerkennen zu lassen. Andere Nicht-Erwerbstätige leisten zurzeit Care-Arbeit; sie betreuen ihre Kinder und ste- hen dem Arbeitsmarkt deshalb zurzeit nicht zur Verfügung. Eine weitere Interviewperson möchte hingegen eine Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft machen. Hierfür benö- tige sie zunächst einen Schulabschluss, für w elchen sie wiederum einen Sprachkurs besuchen müsse. Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern Gesundheit Eine Interviewperson ist Senior*in. Sie schätzt ihren gesundheitlichen Zustand zwar als gut ein, berichtet allerdings von Schwierigkeiten, Fachärzt*innen wie Orthopäd*innen, Chirurg*innen und Hautärzt*innen zu erreichen. Sie bekomme oft erst nach mehreren Monaten Termine, was Sie in der Vergangenheit dazu veranlasste, ein akutes Problem selbst zu behandeln. Eine höhere Zahl von Fachärzt*innen könnte den gesundheitlichen Zustand aller Bürger*innen verbessern. In Bezug auf präventive Gesundheitsangebote erwähnt die Interviewperson, eine „Ge- sundheitswoche" mit verschiedenen Angeboten wie Yoga und Vorträgen zu kennen. Diese habe zeitlich begrenzt stattgefunden, eine Wiederholung wird vorgeschlagen. Um mehr Einwohner*innen zu erreichen, wird mehr Werbung in Form von Flyern und Plaka- ten mit ausreichenden Informationen empfohlen. Die Interviewperson betont, dass ähn- liche Angebote, wie zum Beispiel Kurse für Rückengymnastik zwar ganzjährig vorhan- den seien, aber vielen Einwohner*innen unbekannt seien. Die dauerhafte Bereitstellung von Informationsmaterial über vorhandene Gesundheitsangebote wird daher als notwen- dig erachtet. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 69 Pflege im Alter Darüber hinaus fehlten Informationen über Pflegeangebote im Alter. Kenntnisse be- stünden lediglich über das Angebot eines Altersheims in Dünnwald. Daher bestehe der Wunsch nach einer besseren Aufklärung und Beratung für Pflegeangebote vor Ort. Formularhilfe Um Senior*innen in finanziellen Notlagen besser zu unterstützen, werde laut einer Inter- viewperson im Erwachsenenalter eine Formularhilfe benötigt. Eine solche Hilfe bietet das ABC-Höhenhaus an. Dieses Angebot ist womöglich nicht bekannt oder für Senior*in- nen aus Dünnwald nicht gut erreichbar. Eine Interviewperson schildert, dass es in ihrem Wohnumfeld früher ein Beratungsangebot im Dünnwalder Jugendzentrum gab, das Empfänger*innen von Leistungen vom Jobcenter unterstützte. Dieses Angebot sei weggefallen, seitdem die zuständige Person in Rente gegangen sei. Die Interviewperson betont, dass es für viele Menschen, insbesondere Ältere, sehr schwierig sei, sich selbst- ständig im Jobcenter zurechtzufinden und die (richtigen) Anträge zu stellen. Sie wünscht sich, dass es solch ein niedrigschwelliges Angebot vor Ort wieder geben würde. Freizeitangebote für Senior*innen Die Interviewperson im Seniorenalter berichtet davon, viele soziale Kontakte zu haben, mit denen sie sich zum Schachspielen im Nachbarschaftshaus treffe. Dieses Angebot wüssten Senior*innen sehr zu schätzen. Hier habe eine andere Interviewperson an ei- nem Seniorenprojekt mitgewirkt; sie habe für Senior*innen gekocht und Waffeln geba- cken. Außerdem habe sie sich mit Senior*innen unterhalten. Die Beteiligten begeisterten sich zwar für das Angebot, wegen auslaufender Finanzierung habe man das Projekt je- doch einstellen müssen. Die Interviewperson berichtet : „Also die sind hier, die haben sogar nachgefragt, wann das Angebot ist. Ich habe das [dann] einmal im Monat gemacht, weil das Finanzielle nicht [mehr] kam. Dann wurde von mehreren Senioren auch gesagt, „Ja, warum macht man das nicht zweimal oder dreimal [im Monat] oder jede Woche? Ja, wir brauchen das. Wir müssen aus unserem Haus rauskommen, um sozial zu werden.“ Eine Interviewperson im höheren Alter wünscht sich Tischtennis für ältere Einwohner*in- nen; ein Angebot, das es für jüngere Menschen im Jugendzentrum bereits gebe. Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern – ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern Freiwilliges Engagement Die Interviewpersonen aus dem Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald zeigen bereits ein hohes Maß an Engagement in und in der Nähe ihres Wohnortes. Sie engagieren sich im Rahmen von Aktivitäten im Buchforster Gartentreff, wo eine Zusammenarbeit mit Jugendlichen, Kindern und Eltern stattfindet, bei der Tafel, in einem Schachclub des Nachbarschaftstreffs, wo Schachtraining für ältere Menschen zum Schutz vor Demenz Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 70 und gegen Isolation angeboten wird, durch die Leitung eines wöchentlich stattfindenden Mädchentags und einer Kochgruppe im Jugendzentrum sowie bei der Organisation von Ausflügen für Kinder. Hürden Die Interviewpersonen nennen Gründe für ein ausbleibendes Engagement anderer Bürger*innen und Hürden, auf die sie selbst gestoßen seien. Zunächst gebe es keine konkreten Angebote vor Ort, die die Bürger*innen zum Mitmachen motivieren. Inte- resse habe es zum Beispiel an Bastelprojekten oder Basteltagen, Strick - oder Nähkur- sen gegeben. Die Nachfrage zur Teilnahme sei sehr hoch: „Da fragen die Leute, „Warum kann man nicht diesen Kurs machen?“, „Warum gibt es keinen Sprachkurs?“, „Warum wird nicht geholfen?“ Dies und das. Also es ist einfach. Die Nachfrage ist einfach richtig groß." Potenziellen Ehrenamtlichen, die diese Kurse anbieten möchten, fehle es jedoch an finanziellen Mitteln, um das Angebot umzusetzen. Materialkosten müssten von den Engagierten häufig selbst übernommen werden, was eine Hürde sei. Zudem würden fi- nanzielle Mittel gekürzt, was die Möglichkeiten laut der Interviewpersonen zusätzlich einschränkt. Weiterhin seien die Angebote unter den Bürger*innen häufig nicht be- kannt. Eine Steigerung des Bekanntheitsgrades würde die Teilnahme erhöhen und bei hoher Nachfrage eine Schaffung zusätzlicher Angebote durch interessierte Einwoh- ner*innen bewirken können. Möglichkeiten der Steigerung des Bekanntheitsgrades seien: Werbung machen bei bestehenden Angeboten, wie bei der Tafel, Kontakte zu Schulen, dem Jugendheim und Nachbar*innen aufnehmen, Werbung in die Briefkästen einwerfen und die Menschen vor Ort auf der Straße ansprechen. Einigen Einwohner*innen fehle auch schlichtweg die Motivation, sich zu engagieren, sich in der Nachbarschaft zu beteiligen und gemeinsame Aktivitäten wahrzunehmen. Ei- nige Einwohner*innen lebten eher in ihren eigenen „Communitys" und hätten wenig In- teresse an einem Austausch über die Grenzen ihrer Community hinweg. Als weiteres Problem wird mangelnde Zeit, insbesondere durch Arbeit aufgeführt. Es wird bei- spielsweise Interesse an einem Angebot der Caritas gezeigt, aber aufgrund von Zeit- mangel sei eine Beteiligung schwierig. Seltener könnten rechtliche Beschränkungen das Engagement von Bürger*innen hemmen. So sei der Versuch unternommen worden, einen Kinderclub in Dünnwald zu etablieren, in dem auch Kinderfilme gezeigt werden sollten. Dies sei jedoch an rechtlichen Beschränkungen gescheitert, da man keine Wer- bung für Filme machen und keine Konkurrenz zum Kino aufbauen dürfe. Schließlich gibt es Hinweise darauf, dass manchen Familien mit internationaler Familiengeschichte in ihren Nachbarschaften kein Gefühl des Willkommenseins vermittelt werde und man ihnen eher verschlossen oder voreingenommen begegne. Politische Veranstaltungen Es wird angedeutet, dass es Einwohner*innen gibt, die sich einsam und von der Politik vergessen fühlten. Es mangele an Kontakt und Austausch mit Lokalpolitiker*innen, Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 71 was das Engagement der Bürger*innen bremse. Viele Kinder und Jugendliche aus Ge- bieten mit erhöhten Herausforderungen lernen laut einer Aussage nicht, dass ihr Han- deln Konsequenzen habe. Daher müsse man zunächst an der Vermittlung von Verant- wortungsbewusstsein und sozialen Kompetenzen arbeiten, bevor freiwilliges Enga- gement gefördert (und gefordert) werden könne. Zuletzt bestehe eine wahrgenommene Handlungserfordernis in Bezug auf die Zusammenarbeit und Vernetzung der verschie- denen Träger und Einrichtungen in der Nachbarschaft. Daher werde viel E-Mail-Verkehr und Koordination durch eine engagierte Interviewperson betrieben, damit sich etwas be- wegt. Attraktivität des Engagements erhöhen Einige Interviewpersonen berichten davon, welchen positiven Nutzen sie durch ihr En- gagement erzielten. Hierzu zählen ihrer Einschätzung nach der Aufbau sozialer Kontakte und der Austausch mit Mitmenschen, die Abwechslung vom Alltag, die Freude am Hel- fen, die positive Resonanz in Form von Dankbarkeit, Freude und Zufriedenheit der Teil- nehmenden und die Förderung der eigenen kognitiven Gesundheit. Weitere A nreize könnten die Übernahme von Materialkosten sowie eine Bezahlung für das Engagement der Bürger*innen sein. Im Rahmen der Interviews wird auf die Notwendigkeit verwiesen, finanzielle Mittel für das Engagement zur Verfügung zu stellen. Eine Attraktivitätssteigerung könne aber auch durch verbesserte Rahmenbedingungen für die Teilnahme an Angeboten geschaffen werden. So erläutert eine Interviewperson, dass der Nachbarschaftstreff ein geeigneter Raum für Angebote sei, um im Rahmen eines freiwilligen Engagements Freizeitangebote für Einwohner*innen zu schaffen. Diese sollten vor allem vormittags stattfinden, wenn die Kinder der Familien betreut wer- den oder in der Schule sind. Für berufstätige Einwohner*innen sind mutmaßlich Ange- bote am Nachmittag geeigneter. Politisches Interesse Das politische Interesse der Interviewpersonen reicht von keinem Interesse bis hin zu einem sehr breiten Interesse an der Politik auf kommunaler Ebene und Bundesebene. Insgesamt sind die Interviewpersonen politisch eher interessiert. Die Themen, mit denen sie sich befassen, sind das aktuelle politische Klima, aktuelle politische Nachrichten, po- litische Entscheidungen und Gesetzesänderungen auf EU- und Bundesebene sowie die vertretenen Positionen und Aussagen von Politiker*innen. Folgende Themenbereiche werden genannt: das Schulsystem, Geschichtsvermittlung in Schulen, der Einfluss von Medien auf die Meinungsbildung in Bezug auf Religionen und Kulturen, insbesondere von Kindersendungen, der Umgang mit Religionen, der Erfolg der AfD sowie gesetzliche Regelungen und Maßnahmen im Umgang mit Rassismus. Politik auf Bundesebene stößt dabei auf größeres Interesse als auf kommunaler Ebene. Eine Interviewperson begrün- det dies darin, dass sie vor Ort keine Abgeordneten sehe. Nur eine Interviewperson habe „keine Lust auf Politik“, was sie nicht zu begründen weiß. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 72 Förderung des politischen Interesses Die Interviewpersonen sehen jedoch auch Chancen zur Stärkung des politischen Inte- resses. Als mögliche Orte zu dessen Förderung werden der Seniorentreff und das Ju- gendzentrum genannt, wo bereits ein Austausch zu politischen Themen stattfinde, wel- cher ausgebaut werden könnte. Das Interesse erwachsener und älterer Bür ger*innen könnte durch die Einführung eines informellen, politischen Diskussionsclubs in einer Kneipe gefördert werden. Dort könnten sich Bürger*innen austauschen und Politiker*in- nen eingeladen werden, um mehr über aktuelle Themen und Probleme im Wohngebiet zu erfahren. Kindern und Jugendlichen könnte das Jugendzentrum einen Einblick in die Bedeutung von Politik vermitteln, womit kürzlich begonnen worden sei. Hier könnten sie spielerisch an Wahlen herangeführt werden. So könnten sie ein grundlegendes Ver- ständnis für politische Prozesse entwickeln, wobei eine verstärkte Einbindung von Pä- dagog*innen hilfreich wäre. Um junge Menschen in die Lage zu versetzen, sich eine politische Meinung zu bilden und sich kritisch mit Werbung und Medieninhalten ausei- nanderzusetzen, sei eine bessere Aufklärung über politische Konzepte und Parteien er- forderlich, vorzugsweise durch neutrale, detaillierte Informationen in den Schulen. All diese Maßnahmen seien Möglichkeiten, das Interesse an der Politik der Bürger*innen vor Ort zu fördern. Sprechstunden von Politiker*innen vor Ort Im Rahmen der Interviews wird berichtet, dass sich die Bürger*innen politisch gerne mehr einbringen und über politische Themen austauschen würden, aber dafür keine Möglichkeit gesehen werde: „Wäre nicht schlecht, wenn diese Parteien hierherkom- men. Das war auch interessant zu hören, was die anbieten können für Verbesserung des Lebens." Es wird kritisiert, dass das Sozialraumgebiet bislang nicht von Ratsmitglie- dern der Stadt Köln aufgesucht wurde, um sich vor Ort mit den Bürger*innen auszutau- schen: „Wir sehen die nicht. 25 Jahre. Ich habe keinen Abgeordneten gesehen.". Viele Bürger*innen gehen nach einer Einschätzung nicht wählen, weil sie die Einstellung ha- ben, es „bringt doch eh nichts“. Es entsteht der Eindruck, dass im Wohngebiet kaum Angebote bekannt sind, die die politische Beteiligung und Mitbestimmung der Bürger*in- nen fördern. Herausforderung: Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Wohnen Wohnsituation Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation unterschiedet sich zwischen den Inter- viewpersonen. Knapp die Hälfte der Interviewpersonen ist weitestgehend zufrieden. Kri- tik bezieht sich innerhalb dieser Personengruppe auf die hohen Mietkosten, die Hellhö- rigkeit der Wohnungen und die Nachbarschaft, die teils als verschlossen gegenüber Fa- milien mit internationaler Familiengeschichte empfunden wird. Einige Interviewpersonen Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 73 sind eher unzufrieden. Sie wünschen sich eine Wohnung mit einer größeren Zimmerzahl und sorgen sich um ihre Sicherheit. Frei- und Grünflächen Auf die Frage, inwiefern Höhenhaus bzw. Dünnwald ein guter Wohnort für Familien mit Kindern bzw. Senior*innen ist, heben die Interviewpersonen die Frei- und Grünflächen sowie die Nähe zur Natur positiv hervor. Geschätzt werden auch der Diergardt-See zum Schwimmen im Sommer (alle Altersgruppen), der Wildpark, die großen Flächen und die Ruhe, die sich von vielen anderen Stadtteilen Kölns unterscheide. Mehrfach negativ er- wähnt wird hingegen Hundekot, der von Hundebesitzer*innen nicht konsequent beseitigt werde. Sicherheitsgefühl Einige Interviewpersonen nehmen offenen Drogenkonsum in Höhenhaus und Dünn- wald wahr, den sie als hochproblematisch bewerten. Sie berichten, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären, doch trotz dieser Aufklärung blieben Sorgen bestehen, die sich auf den Alltag der Familien und Kinder auswirken. Die Interviewpersonen äußern Sicher- heitsbedenken hinsichtlich der Schulwege und des Alleinspielens in der Nachbarschaft. Spielplätze und Sitzbänke würden zum Treffpunkt „komischer Cliquen“ und „dubioser“ Menschen, die die öffentlichen Orte zweckentfremdeten: „Ich sehe ganz viele Jugendli- che hier, die hängen dann hier auf der Straße und sind dann hier mit Drogen und allem drum und dran.“ Daher vermeiden sie es, ihre Kinder an diesen Orten spielen zu lassen. Die Problematik bestehe laut Interviewpersonen auch um das Jugendzentrum herum, beispielsweise in den umliegenden „Büschen“, wo Jugendliche Drogen erwerben und konsumieren. Die Schaffung von Angeboten und Betreuungsmöglichkeiten im Jugend- zentrum, eine stärkere Polizeipräsenz sowie Drogenprävention und aufsuchende Sozi- alarbeit wie beispielsweise Streetwork seien nach ihren Einschätzungen notwendig, um die Sicherheit vor Ort zu erhöhen, Konsument*innen zu erreichen und substanzmittelab- hängigen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Infrastruktur Anbindung an den ÖPNV Die Linie 4 verbindet die Stadtteile Höhenhaus und Dünnwald direkt mit der Kölner In- nenstadt (z. B. Neumarkt, Dom/Hauptbahnhof) sowie mit Leverkusen -Schlebusch. Die S11 bietet eine schnelle Verbindung zum Kölner Hauptbahnhof und nach Bergisch Gla- dbach. Mehrere Buslinien bedienen Höhenhaus und Dünnwald und stellen Verbindun- gen zu umliegenden Stadtteilen her. Eine in Höhenhaus ansässige Interviewperson bewertet den öffentlichen Personen- nahverkehr in Höhenhaus positiv. In Dünnwald wohnende Interviewpersonen bewerten die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr unterschiedlich. Eine Inter- viewperson im höheren Alter erreiche die Kölner Innenstadt mit Bus und Bahn innerhalb von 40 Minuten, was sie als sehr gut beurteilt. Weitere Interviewpersonen beurteilen die Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 74 Anbindung insbesondere in der Donewald-Siedlung als ungenügend. Eine Interviewper- son empfindet vor allem den langen Schulweg ihres Kindes als problematisch: Lange Strecken, häufiges Umsteigen, insbesondere bei schlechtem Wetter und Umbaumaß- nahmen an der Mülheimer Brücke führten dazu, dass ihr Kind bereits um 06:30 Uhr das Haus verlassen muss. Selbst bei pünktlichem Verlassen des Hauses bereiten Ver- spätungen laut Interviewperson Probleme in der Schule. Infrastruktur für den täglichen Bedarf Die Interviewpersonen bewerten die Nahversorgung in Dünnwald einheitlich als ver- besserungswürdig. Vor allem in der Siedlung am Donewald gebe es nur einen Kiosk. Für größere Haushaltseinkäufe müssten die Bürger*innen weitere Fußwege in Kauf neh- men oder mit dem Bus fahren. Im „Zentrum“ Dünnwalds erreichten sie so einen Lidl oder Edeka. Jedoch werden auch hier Drogeriemärkte wie DM und Rossmann vermisst. Trotz des Versuchs, einen kleinen Laden in Donewald anzusiedeln, konnte die Nahversorgung nicht verbessert werden. Dies erklärt eine Interviewperson anhand der geringen Einwoh- nerzahl Dünnwalds. In Höhenhaus werden die Einkaufsmöglichkeiten von einer Interviewperson aufgrund fehlender Bekleidungsgeschäfte als eher mangelhaft beschrieben, während eine andere Interviewperson mit dem Angebot zufrieden ist. Eine Interviewperson kritisiert den Mangel an barrierefreier Infrastruktur im Wohngebiet für gehbeeinträchtigte Senior*innen, die auf einen Rollator angewiesen sind und häufig auf Barrieren beim Einstieg in die Busse stoßen. Die Interviewperson spezifiziert, es werden eine Bäckerei oder ein Büdchen benötigt, die fußläufig erreichbar sind. Dies deu- tet darauf hin, dass gehbeeinträchtigte Personen Schwierigkeiten bei der Inanspruch- nahme von Angeboten haben könnten, wenn diese nicht unmittelbar erreichbar sind. Ergebnisse aus den Einzelinterviews im Sozialraumgebiet Meschenich/Rondorf Die Ergebnisse stammen aus sieben Interviews, es wurde mit zwei Frauen und fünf Männern gesprochen. Zwei Personen waren jünger als 35 Jahre, eine Person war zwi- schen 35 und 64 Jahren alt und vier Personen waren 65 Jahre alt oder älter. Die Ergeb- nisse sind sortiert nach den Herausforderungen der kleinräumigen Sozialraumge- bietsanalysen, die sich in einigen Fällen besonders auf die Förderung von Bürger*innen mit internationaler Familiengeschichte beziehen. In dieser Studie standen allerdings Bür- ger*innen in herausfordernden Lebenssituationen im Fokus, was auch Bürger*innen ohne internationale Familiengeschichte betrifft. Zudem äußerten die Fachkräfte der Fo- kusgruppe, dass eine Schwerpunktsetzung auf den Stadtteil Meschenich ratsam sei. Daher wurden die Interviews ausschließlich mit Bürger*innen geführt, die in Meschenich wohnen. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 75 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Betreuung in Kita und OGS Zwei Interviewpersonen haben insgesamt acht Kinder, darunter sind vier Kinder im Alter von 6 Jahren und jünger. Alle jüngeren Kinder werden in einer Kindertagesstätte betreut, alle älteren Kinder wurden in einer Kindertagesstätte betreut, sodass beide Interviewper- sonen sprechfähig bezüglich der Betreuung von Kindern in der Kita waren. Betreuung im offenen Ganztag wird hingegen nicht in Anspruch genommen. Während eine Inter- viewperson erläutert, dass ihre Kinder im Grundschulalter in der OGS betreut wurden, jetzt jedoch nicht mehr, erklärt die andere Interviewperson, dass ihr Kind sich zunächst an die Schule gewöhnen solle und im Folgejahr dann im offenen Ganztag betreut werde. Plätze Im Verhältnis zur Anzahl der Kinder sei nach Einschätzung der Interviewpersonen die Anzahl der Betreuungsplätze in Kindertagesstätten in Meschenich zu gering. Daher kämen manche Kinder mit ihren Eltern stattdessen ins interkulturelle Zentrum der Cari- tas. Die Wartezeiten für einen Kita-Platz seien sehr unterschiedlich, manchmal betragen diese laut Interviewperson nur wenige Wochen, manchmal aber auch mehrere Monate. Eine Interviewperson berichtet davon, dass ihre Nachbarin drei Jahre lang auf einen Betreuungsplatz in der Kita warten musste, weshalb das Kind erst im Alter von 5 Jahren betreut werden konnte. Die verbleibende Betreuungszeit von nur einem Jahr bis zur Ein- schulung des Kindes erachtet sie als zu kurz. Die Interviewperson berichtet, wie sich eine mangelnde Zahl von Kita- Plätzen auf die Situation von Müttern mit geringen Deutschkenntnissen auswirkt: Diese könnten aufgrund der Betreuung ihrer Kinder nicht an Deutschkursen teilnehmen, für die sie zum Teil ins Zentrum Kölns fahren müssten. Schulischer Erfolg Erreichbarkeit Die Interviewpersonen sind nur teilweise zufrieden mit den Schulen, die ihre Kinder be- suchen. Beide Elternteile nehmen die Schulwege aufgrund des ausbaufähigen öffentli- chen Nahverkehrs als problematisch wahr. Die Busse, die die Kinder zur Schule bringen, seien häufig überfüllt und führen nur unregelmäßig. Dies führe manchmal dazu, dass die Kinder nicht einsteigen könnten und warten müssten, bis der nächste Bus kommt. Eines der Kinder wolle daher manchmal nicht zur Schule gehen. Zusätzlich sorgt sich eine Interviewperson um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Besonders wenn es dunkel ist, wolle sie ihre jüngere Tochter den Schulweg nicht alleine bestreiten lassen. Unterstützung Beide Interviewpersonen berichten, ihren Kindern bei den Hausaufgaben nicht immer helfen zu können, da Sprachbarrieren das vollständige Verständnis der Lerninhalte er- Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 76 schwerten. In einem Falle führe dies zur Frustration des Schulkindes, da es die Haus- aufgaben nicht immer selbstständig bearbeiten könne. Es werde geplant, die Hausauf- gabenhilfe des Jugendzentrums in Anspruch zu nehmen, was auch den Erwerb der deut- schen Sprache fördere. Darüber hinaus wird berichtet, dass der wöchentliche Förderun- terricht hilfreich sei. Die Verfügbarkeit von Nachhilfeunterricht wird als wichtig erachtet, insbesondere in Fächern wie Englisch und Mathematik. Dies könne den schulischen Er- folg der Kinder sichern. Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwach- sene mit internationaler Familiengeschichte verbessern Berufliche Chancen junger Erwachsener Schwierigkeiten In den Interviews wurden Schwierigkeiten hinsichtlich erfolgreicher Bildungsverläufe und des Übergangs in eine Erwerbstätigkeit genannt. Zu den Nennungen zählen Sprachbar- rieren: Diese erschwerten den Zugang zu Bildungsinhalten. Eine zentrale Herausfor- derung, die in den Interviews angesprochen wird, ist die fehlende Berufsorientierung für Jugendliche und junge Erwachsene. Viele junge Menschen seien unsicher, was sie nach der Schule machen sollen, und würden sich daher wahllos auf Ausbildungen oder Jobs bewerben, ohne ihre Interessen und Fähigkeiten wirklich zu kennen. Darüber hin- aus fehle es an Unterstützung, zum Beispiel beim Schreiben von Bewerbungen. Einige junge Erwachsene hätten nicht die Möglichkeit, Freunde und Familie um Hilfe zu bitten, zum Beispiel weil diese selbst nicht über das nötige Wissen verfügten oder weil ihnen zeitliche Ressourcen fehlten. Zwar gebe es laut eines Schulabsolventen Unterstützungs- angebote, die für gut befunden werden – genannt wird die Arbeit der Caritas und die der Streetworker*innen vor Ort – allerdings seien diese Angebote teilweise überlaufen, so- dass nicht immer kurzfristig Termine verfügbar seien. Vorurteile gegenüber Bewer- ber*innen aus Meschenich und gegenüber Menschen mit internationaler Familienge- schichte seitens der Betriebe könnten zusätzliche Hürden darstellen, die den Zugang zur Ausbildung und Arbeit für einige Einwohner*innen erschwerten. Eine Intervi ewperson führt auf, dass es zu wenige Arbeitsplätze in Meschenich gebe. Dies könne eine Hürde für die Aufnahme einer Beschäftigung darstellen, wenn lange Fahrtwege in Kauf genom- men werden müssten. Zudem werden Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen laut einer Inter- viewperson von bestehenden Angeboten nicht ausreichend aufgefangen. Dies er- schwere einen erfolgreichen Übergang von Schule zu Beruf. Zwar sei eine Außenstelle der Drogenhilfe bekannt, die sich mit den Schwierigkeiten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Übergang von Schule zu Beruf befasst. Jedoch könne die Inter- viewperson nicht beurteilen, wie effektiv das Angebot ist, da sie es selbst nie in Anspruch genommen habe. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 77 Lösungsideen Um Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen aufzufangen, wird die Öffnung der Jugendzentren für den Abend empfohlen. So könnten Jugendliche gefördert werden, anstatt ihre Zeit auf den Straßen zu verbringen. Darüber hinaus wird eine frühzeitige, umfassende Berufsberatung empfohlen, damit Jugendliche und junge Erwachsene schon früher herausfinden könnten, welcher Beruf zu ihnen passt. Positiv hervorzuheben sind die bereits bestehenden Angebote wie die des Sozialdienstes katholischer Frauen und „Campus: Ar beit“ der Jugendhilfe Köln e. V., die Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsschreiben bieten. Auch das Jugendbüro und die Streetworker*innen, die mit dem Caritasverband zusammenarbeiten, werden als sehr hilfreich beschrieben. Darüber hinaus könnten (weitere) Maßnahmen gegen die Stigmatisierung von Men- schen mit internationaler Familiengeschichte und solchen, die in Meschenich leben, ge- troffen werden, um deren Chancengleichheit zu erhöhen und die Zugangsschwelle zur Teilhabe an Bildung und Beruf zu senken. Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbauen – Mehrfach belas- tete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Familien mit erhöhtem Risiko einer geringen Teilhabe Teilhabechancen Alleinerziehender Da keine Interviews mit alleinerziehenden Bürger*innen geführt wurden, werden ba- sierend auf den geführten Interviews mit anderen Eltern Rückschlüsse auf die Lebens- situationen der Zielgruppe in Meschenich gezogen. Interviewpersonen mit Kindern be- richteten von großen Schwierigkeiten wegen der nicht ausreichend guten Verkehrsan- bindung, die zu langen Fahrtzeiten zu Kindergärten und Schulen führten. Das zeitauf- wändige Bringen und Abholen von der Schule und Kita könnte es Alleinerziehenden erschweren, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen,, wenn diese kein eigenes Auto besit- zen. Die begrenzte Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen in Kindergärten stellt in diesem Zusammenhang eine weitere Hürde dar. Darüber hinaus könnte der Mangel an Einkaufs- möglichkeiten und anderen wichtigen Dienstleistungen in Meschenich die Lebenslage von Alleinerziehenden zusätzlich belasten. Lange Wege zu Ärzt*innen, Behörden und anderen wichtigen Einrichtungen könnten den Zeitaufwand und anfallende Kosten erhö- hen, wobei Alleinerziehende die Lebenshaltungskosten häufig allein bestreiten. Um diese Elternteile zu entlasten, wird daher eine ausreichende Anzahl an Betreuungsplät- zen sowie die Verbesserung der Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr empfoh- len. Teilhabechancen kinderreicher Familien Innerhalb der Interviews berichtet eine Familie mit zwei Kindergarten - und zwei Grund- schulkindern über erhebliche Schwierigkeiten in ihrem Alltag. Trotz Bürgergeld und Kindergeld reiche das Geld oft nicht für Kleidung, Schuhe, Schul - und Malutensilien, Fahrkarten und Essen. Die Konsequenzen seien Strafen aufgrund Fahrens ohne gültige Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 78 Fahrkarten sowie Hunger, was die Familie belaste. Hinzu kämen organisatorische Her- ausforderungen: Fehlende Kinderarztpraxen in Meschenich erforderten ein Ausweichen auf Hausärzt*innen oder weite Fahrten nach Rodenkirchen, Hürth oder Brühl. Auch der Einkauf von Kleidung und Schulmaterialien müsse in anderen Stadtteilen erfolgen. Die Wohnsituation am Kölnberg sei beengt, ein weiteres Zimmer werde benötigt. Die Betreu- ungssituation aufgrund von sechs Kindern verringere die Möglichkeit, an Freizeitaktivi- täten teilzunehmen. Zu den Angeboten, die den Alltag der kinderreichen Familie entlasten könnten, zählten die Einrichtung einer Kinderarztpraxis, Geschäfte wie Drogeriemärkte und Discounter sowie Geld- und Serviceautomaten, sodass Rechnungen wohnortnah überwiesen wer- den könnten; längere Betreuungszeiten; die Schaffung neuer, kostengünstiger Freizeit- angebote und eine kostengünstige Tagesmutter, die die Kinder betreuen kann, sobald die Interviewperson eine Ausbildung beginnt. Freizeitangebote Angebote für Kinder und Jugendliche Zu den Freizeitaktivitäten der Kinder zählen Spielen auf Spielplätzen, Rennen und To- ben, Fahrradfahren im Wohngebiet, gemeinsame Ausflüge in die Innenstadt, Rollen- spiele („Hunde und Katzen und so"), Malen und Zeichnen, Lesen, Kartenspielen und teilweise kulturelle Aktivitäten wie Kino- und Museumsbesuche. Die Interviewpersonen wünschen sich allgemein mehr Kultur - und Freizeitaktivitä- ten. Konkrete Nennungen lauten: ein Schwimmbad, Flächen mit Möglichkeiten zum Gril- len mit der Familie, ein Tanzkurs für Kinder, insbesondere Ballettkurse sowie mehr Sportangebote und eine Bücherei. In Meschenich gebe es Treffpunkte für Kinder und Jugendliche, wie Spielplätze und ein Jugendzentrum. Die Spielplätze scheinen ein wichtiger Ort der Begegnung für Kinder zu sein. Allerdings könnte die Ausstattung der Spielplätze verbessert werden, zum Beispiel indem die Anzahl der Schaukeln erhöht wird. Das Jugendzentrum wird positiv bewertet, da es kreative Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausflüge anbietet. Allerdings wird kriti- siert, dass die Öffnungszeiten zu kurz sind, da Jugendliche in schwierigen Lebenssitua- tionen von den Angeboten vor Ort nicht ausreichend aufgefangen würden. Zudem sei das Jugendzentrum aufgrund fehlender Alternativen oft überfüllt. Es wird ein offener Kre- ativraum gewünscht, in dem sich die Kinder anderweitig als mit digitalen Medien be- schäftigen können. Insgesamt wünschen sich die Interviewpersonen mehr Treffpunkte für Kinder und Jugendliche. Angebote für Erwachsene Zu den Freizeitaktivitäten der erwachsenen Interviewpersonen zählen kochen, backen, sportliche Betätigung im Fitnessstudio, Zeit mit Freund*innen aus der Nachbarschaft ver- bringen, Spazierengehen und Aktivitäten mit der Familie. Die Teilhabe am kulturellen Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 79 Leben ist in dieser Gruppe gegenüber den Senior*innen gering. Nur eine der am Köln- berg lebenden Interviewpersonen nimmt an kulturellen Aktivitäten, wie z. B. Kino - und Museumbesuche, teil. Auf die Frage nach den bekannten Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten vor Ort nen- nen erwachsene Interviewpersonen ein Fitnessstudio, einen Fußballplatz und Parks. Den Interviewpersonen scheinen kaum Angebote für Erwachsene bekannt zu sein. Zu den Wünschen zählen gastronomische Angebote, wie Kneipen und Bars, sowie Be- gegnungsangebote für Frauen und Kinder („Ruhezimmer“), die Entspannung und Ge- spräche mit anderen Frauen ermöglichen. Darüber hinaus seien viele Frauen talentiert, jedoch gebe es nur wenig Möglichkeiten, diese Talente zum Ausdruck zu bringen. Kre- ative Angebote in den Bereichen malen, kreatives Schreiben und lesen wären dement- sprechend wünschenswert. Um der Zielgruppe am Kölnberg die Teilhabe an Freizeit, Kultur und Sport zu ermöglichen, sollten entsprechende Angebote aus Sicht einer Inter- viewperson am besten kostenfrei sein, da dort eher finanziell schwächere Bürger*innen wohnten. Vereinsmitgliedschaft Ältere Interviewpersonen sind Mitglied in verschiedenen Seniorengruppen, darunter in einer, die monatlich Ausflüge macht, und in einer, die unter anderem ein „Dienstagscafé“ für Senior*innen anbietet. Hier beteiligt sich eine Interviewperson an der Organisation und Durchführung. Weder die Erwachsenen im mittleren Alter noch die Kinder der Inter- viewpersonen sind Mitglied in einem Verein. Allerdings wünscht sich eine Interviewper- son insbesondere für ihre Tochter Vereinsangebote. Dazu zählt ein Yogaangebot, da die Tochter derzeit mit Hilfe von YouTube-Videos Yoga in der Wohnung mache, obwohl nur wenig Platz vorhanden sei. Die Kenntnis über Angebote von Vereinen in Meschenich ist über die Interviewpersonen hinweg sehr unterschiedlich. Diejenigen mit Kindern, die am Kölnberg wohnen, berich- ten, keine wohnortnahen Vereine zu kennen. Dies entspricht der Einschätzung einer äl- teren Interviewperson, dass es zwar Vereinsangebote und -aktivitäten gibt, diese aber nicht ausreichend bekannt sind. Aus diesem Grund versuchte eine Interviewperson, ei- nen Jahreskalender mit den Vereinsaktivitäten zu erstellen, was aber an der fehlenden Beteiligung der Vereine scheiterte. Zwar werden die Informationen zu den Angeboten teilweise über den VdK-Verband verbreitet, die Bürger*innen werden laut Aussage der Interviewperson jedoch nicht umfassend erreicht. Eigentlich gebe es ein recht solides Vereinsleben, auch wenn es weniger Vereine und weniger verbindliches Engagement gebe als früher, so verschiedene Interviewpersonen. Damit alle Bürger*innen informiert und Doppelungen vermieden werden können, schlägt eine Interviewperson vor, die be- stehenden Angebote besser zu vernetzen und zu koordinieren. Konkrete Ideen sind die Umsetzung des Jahreskalenders mit allen Angeboten sowie eine zentrale Anlaufstelle, die die Kommunikation und Abstimmung zwischen den Vereinen fördert, wenn auch Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 80 Menschen über andere Wege erreicht werden müssten. Hier könnten Handzettel mehr Aufmerksamkeit erzielen, die in die Briefkästen der Bürger*innen eingeworfen werden. Insgesamt sei ein starker Rückgang von Vereinsaktivitäten in Meschenich zu be- obachten, so mehrere Interviewpersonen. Hierzu zählen beispielsweise ein Männerge- sangsverein, ein Junggesellenverein und Radverein, Computer - und Wandergruppen, ein Karnevalsverein sowie die Bürger- und Vereinsgemeinschaft, die „kaputt gegangen“ sei. Neben geringen Kenntnissen Zugezogener über Vereinsangebote vor Ort werden weitere mögliche Ursachen für den Rückgang der Vereinsaktivitäten aufgeführt : Dazu zählen der Zuzug vieler Menschen mit teils verschiedenen Nationalitäten, was das Zu- sammengehörigkeitsgefühl laut einer Interviewperson senken könnte, außerdem seien in anderen Kulturen Vereinsleben und Vereinsaktivitäten teilweise unbekannt. Außer- dem fehle es an Personen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, dies sei ein gro- ßes Problem. Infrastruktur an Hilfs- und Unterstützungsangeboten Die Interviewpersonen nehmen die soziale Infrastruktur im Stadtteil Meschenich in mehreren Bereichen als begrenzt wahr. Zu diesen Bereichen zählen Betreuungsange- bote, Hausaufgabenhilfe, Sprachkurse (siehe Sprachkurse), Gesundheitsangebote, ins- besondere die kinderärztliche Versorgung, Bewegungsangebote für Senior*innen, Bera- tungsangebote (siehe N iedrigschwellige Beratungsangebote im Wohnumfeld), mobile Jugendarbeit bzw. Streetwork, Freizeitangebote und Treffpunkte für Kinder und Jugend- liche, kulturelle Angebote für alle Altersgruppen, Sportangebote sowie Angebote, die das Engagement in der Gemeinschaft stärken. Eine Interviewperson äußert den Wunsch nach einer besseren Vernetzung und Koor- dination einiger Vereine und Akteur*innen im Stadtteil Meschenich. Eine zentrale An- laufstelle und ein Jahreskalender könnten die Kommunikation und Abstimmung zwi- schen den Gruppen fördern, Informationen bündeln und Synergien schaffen. Niedrigschwellige Beratungsangebote Aus den Interviews mit Einwohner*innen Meschenichs geht hervor, dass es in Mesche- nich einige niedrigschwellige Beratungsangebote gibt, die genutzt und geschätzt wer- den. Die Interviewpersonen äußern auch, wie Angebote aus ihrer Sicht verbessert wer- den könnten und welche Angebote sie zusätzlich bräuchten. Hierzu zählen eine höhere Verfügbarkeit der Beratungsangebote, die bei der Jobsuche und im Bewerbungspro- zess unterstützen, Finanz- und Schuldnerberatung und ein Beratungsangebot zur Wohnungssuche. Darüber hinaus wäre psychosoziale Unterstützung für Frauen hilfreich, denen Gewalt widerfährt. Eine Interviewperson berichtet, sich mit Müttern aus der Nachbarschaft auf Spielplätzen über schwierige Lebenssituationen auszutauschen, die durch häusliche Gewalt geprägt sind. Wünschenswert sei daher ein Unterstützungsangebot zum Schutz von Frauen. Vorhandene Beratungsangebote, wie das Café Auszeit des Sozialdienstes Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 81 katholischer Frauen e.V., das in Meschenich Beratung zum Thema Gewalt anbietet, scheinen einigen Frauen womöglich nicht auszureichend bekannt zu sein. Sollten Kolleg*innen und / oder Arbeitgeber*innen rassistisch gegenüber den Einwoh- ner*innen auftreten, sei schließlich eine offene Beschwerdestelle wünschenswert. Diese biete im Idealfall verschiedene Möglichkeiten zur Beschwerdeeinreichung, sowohl per- sönlich als auch anonym an. Wichtig sei weniger, ob die beratende Person selbst eine internationale Familiengeschichte habe, sondern, dass das Anliegen ernst genommen und offen angehört werde. Sprachkurse Viele Einwohner*innen Meschenichs haben laut der Interviewpersonen Sprachbarrieren, was den Zugang zu relevanten Lebensbereichen erschwere. Daher gebe es den Wunsch nach mehr Sprachförderung . Dieser betreffe Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche. Erwachsene benötigten insbesondere weiterführende Deutschkurse auf B2-Niveau und höher, da es bislang nur „sehr wenige" Angebote gebe. Ideal seien Abendkurse, um tagsüber arbeiten und abends Deutsch lernen zu können. Für den Spracherwerb von Kindern seien Lesepat en-Angebote im schulischen Rahmen erfolg- reich gewesen, jedoch sei das Angebot aufgrund eines Mangels an freiwilligen Helfer*in- nen und der Unterbrechung des Schulunterrichts eingestellt worden. Aufgrund des Er- folgs befürworten die Interviewpersonen die Wiedereinführung eines solchen Angebots. Als hilfreich werde auch die Sprachförderung von Schüler*innen in entsprechenden För- derklassen bewertet. Eine Interviewperson empfiehlt das Förderkonzept aufgrund posi- tiver Erfahrungen. Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Fa- miliengeschichte fördern – Mehrfach belastete Lebenslagen durch abge- stimmte Hilfen gezielt verbessern Finanzielle Situation Die Mehrheit der Interviewpersonen bestreitet ihr Haushaltseinkommen über eine Pen- sion oder eine (Betriebs-)Rente. Darüber hinaus gibt es Einkommen aus einer geringfü- gig entlohnten Beschäftigung und Transferleistungen. Keine Interviewperson bezieht Einkünfte aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Hinsichtlich der finanziellen Situation lässt sich eine Zweiteilung zwischen den Inter- viewpersonen feststellen: Zwischen denjenigen, die am Kölnberg leben, und denjenigen aus den anderen Gebieten Meschenichs. In den ländlicheren Gebieten wohnen die Rent- ner*innen bzw. Pensionär*innen aus der qualitativen Einzelbefragung. Alle Senior*innen bewohnen Eigentum. Sie liefern keine Hinweise auf monetäre Armut. Eine Person im Seniorenalter bedauert, dass sie wegen ihrer jahrelangen Selbstständigkeit und fehlen- den Rücklagen nur eine geringe Rente zur Verfügung habe. Mit der Betriebsrente der*des Lebenspartner*in sei die finanzielle Situation der Familie jedoch „in Ordnung“. Die Empfänger*innen von Transferleistungen sind finanziell schlechter aufgestellt. Sie Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 82 haben nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, die steigenden Lebenshaltungskosten, die Kosten für Transportmittel sowie ausreichend Essen für ihre Kinder zu finanzieren. Entsprechend gibt es einen Wunsch nach Beratungsangeboten zu Finanzen und Be- hördenangelegenheiten. Eine Interviewperson nutzt die Hilfe der Gemeinwesenarbeit in Meschenich, wenn sie Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen benötigt. Zwar ver- muten Interviewpersonen, dass die Caritas Beratung zum Thema Finanzen anbietet, je- doch sind sie sich diesbezüglich unsicher. Erwerbstätigkeit Die Erwerbssituationen der Interviewpersonen sind verschieden. Einige sind im Ruhe- stand, eine Interviewperson arbeitet im Rahmen einer geringfügig entlohnten Beschäfti- gung in einem Hotel, eine Interviewperson ist zwar arbeitslos, plane aber zu studieren, eine Interviewperson ist arbeitslos, hat allerdings einen Berufswunsch. Hürden und Chancenungleichheiten Die Interviewpersonen seien mit Herausforderungen im Erwerbsleben konfrontiert. Hierzu zählten gesundheitliche Einschränkungen, die eine derzeitige Beschäftigung im Hotel nur auf geringfügiger Basis ermöglichten, die Betreuungssituation von Kin- dern, die die Teilnahme an Schule, Ausbildung und Arbeit erschwerten sowie Sprach- barrieren, die das Risiko für Kündigungen erhöhten, sofern Anweisungen nicht vollstän- dig verstanden und ausgeführt werden könnten. Weiterhin hätten einige Arbeitgeber*in- nen Vorurteile gegenüber Menschen mit internationaler Familiengeschichte und Men- schen, die in Meschenich wohnen, was den Zugang zur Arbeit vermutlich erschwere. Darüber hinaus gebe es Unsicherheiten dahingehend, welcher Beruf angestrebt wer- den solle. Schließlich führten schwierige Lebenslagen zu Fluktuationen, da sie sich auf die Arbeitsfähigkeit der Bürger*innen auswirkten. Diskrepanz zwischen Beruf und Qualifikation In dieser Studie lassen sich keine Hinweise über Diskrepanzen zwischen Beruf und Qualifikation der Bürger*innen Meschenichs feststellen. Unter den Interviewpersonen im mittleren Erwachsenenalter und jünger ist eine Interviewperson erwerbstätig, die ei- ner geringfügigen Beschäftigung in einem Hotel nachgehe. Da sie weder über einen Schulabschluss noch über eine formale berufliche Qualifikation verfügt, lässt sich nicht eindeutig beurteilen, ob sie über informelle Kompetenzen verfügt, die über die Anforde- rungen ihrer derzeitigen Tätigkeit hinausgehen. Alle Rentner*innen und Pensionär*innen hielten verschiedene Stellen inne, die ihrer beruflichen Qualifikation entsprachen. Zu die- sen zählten beispielsweise Stellen als Architekt*in bei öffentlichen Arbeitgeber*innen, als Berater*in bei der Agentur für Arbeit sowie im Außendienst bei der Rundschau. Bedeutung der Kinderbetreuung für Erwerbstätigkeit Eine langzeitarbeitslose Interviewperson äußert den Wunsch nach einer Tagesmutter oder einer Betreuung ihrer jüngeren Kinder bis 17 Uhr in der Kindertagesstätte. Dies sei Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 83 wichtig, um einen Deutschkurs besuchen und einen Schulabschluss nachholen zu kön- nen. Ziel sei es, eine Ausbildung zu machen, um einer Arbeit nachzugehen. Derzeit müsse sie ihre Kinder zu wichtigen Terminen mitnehmen, zum Beispiel wenn eines ihrer Kinder ins Krankenhaus müsse und ihr*e Lebenspartner*in terminlich verhindert sei. Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern Gesundheit Die selbsteingeschätzte Gesundheit der Senior*innen ist unterschiedlich. Eine Inter- viewperson beschreibt ihren Gesundheitszustand als „altersgerecht“, eine andere als „für das Alter gut“. Dies zeigt, dass die Senior*innen ihre Gesundheit im Kontext ihres Alters betrachten. Medizinische Versorgung Die gesundheitliche Versorgung in Meschenich wird von den befragten Senior*innen zwiespältig bewertet. Die Hausarztversorgung wird im Allgemeinen positiv beurteilt. Al- lerdings stelle vor allem ein Mangel an Kinderärzt*innen und Fachärzt*innen vor Ort ein großes Problem dar, das die Notwendigkeit von längeren Fahrten zu anderen Stadtteilen und lange Wartezeiten zur Konsequenz habe. Daher wird die Ansiedlung von mehr Fach- und Kinderärzt*innen in Meschenich oder in der unmittelbaren Umgebung emp- fohlen. Solange dies ausstehe, sei eine Verbesserung der Mobilität durch den öffentli- chen Nahverkehr unerlässlich, um den Zugang zu Ärzt*innen und Gesundheitsangebo- ten zu gewährleisten. Schließlich müsse die Barrierefreiheit in Gebäuden und der Um- gebung verbessert werden, um die Erreichbarkeit aller wichtigen Einrichtungen zu erhö- hen. Die Interviewpersonen seien zwar noch mobil, allerdings erwarteten sie Schwierig- keiten in der Zukunft, sofern keine Veränderungen einträten. Gesundheitsangebote Das Angebot an Gesundheitsförderung für Senior*innen wird teilweise als nicht aus- reichend wahrgenommen. Vorträge zu Gesundheitsthemen, zum Beispiel Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien vor rund zehn Jahren sehr gut angekommen. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie habe es zum Beispiel im Bürgerhaus ein Sportangebot für Senior*innen gegeben, das nach dem Ausbruch der Corona -Pandemie eingestellt worden sei. Es sei nach der Pandemie nicht wieder aufgenommen worden, was eine Interviewperson bedauere. Derzeit gebe es eine Gymnastikgruppe, die montagvormit- tags in der alten Dorfschule stattfinde und von der Arbeiterwohlfahrt angemietet werde. Die Gruppe funktioniere "hervorragend", allerdings nähmen nur rund 15 Seniorinnen des „Stamms“ daran teil. Die Senior*innen äußerten auch, welche zusätzlichen Gesundheitsangebote für Se- nior*innen erfolgreich sein könnten. Es gebe den Wunsch an mehr und speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnittenen Angebote, beispielsweise angepasste Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 84 Sportkurse. Diese sollten niederschwellig sein und den Fähigkeiten der Senior*innen entsprechend. Als Beispiele werden eine Yogagruppe oder andere sportliche Aktivitäten für die mittlere und ältere Generation aufgeführt. Darüber hinaus könnten ein "Gesund- heitsreferat“ oder vergleichbare Angebote Anklang finden. Einige Senior*innen nähmen solche Angebote in anderen Stadtteilen in Anspruch. Wünschenswert sei auch die Wie- deraufnahme früherer Angebote, die gut funktionierten. Ein Rundschreiben mit einer per- sönlichen Ansprache der Senior*innen könne womöglich zur Teilnahme motivieren. Al- lerdings wird in einem Fall auch der Eindruck vermittelt, dass es eigentlich genug Ange- bote gebe, die Bereitschaft zur Teilnahme allerdings nicht ausreichend vorhanden sei. Pflege Die Interviews zeigen unterschiedliche Kenntnisstände und Präferenzen bezüglich der Pflege im Alter. Drei Interviewpersonen bevorzugen die Pflege im häuslichen Um- feld. Darunter sei einer Interviewperson keine Pflegeeinrichtung bekannt. Zwei Inter- viewpersonen kannten ambulante Pflegedienste. Eine Interviewperson sei gegenüber dem künftigen Umzug in eine Pflegeeinrichtungen nicht abgeneigt. Freizeitangebote Zu den Freizeitaktivitäten der Senior*innen zählten Fahrradfahren, Gartenarbeit, Wan- dern, Spazierengehen und Aktivitäten mit der Familie. Im Kontrast zu den Erwachsenen, die am Kölnberg leben, scheinen die Senior*innen eine starke Teilhabe am kulturellen Leben zu haben. Zu den Aktivitäten zählten Besuche der Philharmonie, von Veranstal- tungen und Vorträgen, Vernissagen, Konzerten und Theateraufführungen, in einem Fall bestünden Abonnements. Eine Interviewperson schaffe selbst kulturelle Angebote, etwa durch die Organisation von Karnevalsveranstaltungen. Auf die Frage nach den bekannten Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten vor Ort nen- nen die älteren Interviewpersonen den Sportverein SC Meschenich, der Sportangebote wie zum Beispiel Fußball, Tennis und Volleyball bereitstelle. Darüber hinaus gebe es "von verschiedenen Trägern Angebote, die sich auch ausdrücklich auf Senior*innen fo- kussieren", wozu Freizeitangebote einer Frauengemeinschaft, des Ortsverbands VdK und Begegnungsangebote zählen, die zum Beispiel monatliche Frühstückstreffen und einen Karnevalsnachmittag organisierten. Eine der älteren Interviewpersonen äußert, dass es „kaum Angebote“ für Senior*innen gebe. In Rondorf sei das Angebot größer, was eine Interviewperson auf die "andere Einwohnerstruktur" zurückführt. Gewünscht werden gastronomische Angebote, zum Beispiel Restaurants und Cafés, Aktivitäten, die auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten älterer Menschen ausgerichtet sind, informelle Treffpunkte zum Kaffeetrinken und Spielen als auch strukturierte Angebote wie ein "Repair Café", zum Beispiel in der Johanneskirche. Die Reparaturen der elektro- nischen Geräte könnten laut einer Interviewperson das Bewusstsein für Nachhaltigkeit fördern. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 85 Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern Freiwilliges Engagement Einige Interviewpersonen zeigen ein vielfältiges und langjähriges Engagement , teil- weise auch in ihrer Gemeinde Meschenich. Hierzu zählen Engagement im Bürgerverein "Aktiv für Meschenich", im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschafts- schutz, im Förderverein Rheinpark, in einer Seniorengruppe, in einem Berufsverband und im kirchlichen katholischen Bereich, insbesondere in der Kolpingsfamilie. Andere Interviewpersonen engagierten sich in der Vergangenheit, zum Beispiel im Rahmen des "Stadtteilmutter-Projekts", ein Angebot der Caritas und verschiedenen Vereinen, wie dem SC Meschenich, einem Karnevalsverein und der Bürger- und Vereinsgemeinschaft. Insgesamt weisen die Interviewpersonen dieser Studie ein hohes Maß an Engagement auf. Dabei könnte ein Selbstselektionsbias eine Rolle spielen: Bürger*innen mit ausge- prägtem Engagement nehmen tendenziell eher an Studien teil, die sich mit sozialpoliti- schen Fragestellungen befassen. Potenziale Angesprochen wurden auch unterschiedliche Themen, hinsichtlich derer sich die Inter- viewpersonen entweder ein eigenes Engagement vorstellen könnten oder sie eine Not- wendigkeit für Engagement durch ihre Mitbürger*innen sehen. Ein zentraler Bereich, in dem sich die Interviewpersonen ein Engagement vorstellen könnten, ist die Unterstüt- zung von Menschen mit Sprachbarrieren im Alltag. Konkret nennen sie drei Schwer- punkte: Zum einen leisteten die Stadtteilmütter des Caritas-Projekts bereits wertvolle Hilfe für Frauen ohne Deutschkenntnisse. Sie unterstützten diese bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Anmeldungen ihrer Kinder, etwa in Kindertagesstätten. Darüber hin- aus vermittelten sie den Frauen den Zugang zu Beratungsstellen und Jobbörsen, um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die fortwährend hohe Nachfrage nach der geleisteten Unterstützung zeigt, dass es weiterhin ein großes Bedürfnis nach der Unterstützung durch die Stadtteilmütter gibt. Zum anderen sehen die Interviewper- sonen Potenzial, Übersetzungshilfen im telefonischen Format anzubieten. Viele Ein- wohner*innen Meschenichs haben laut einer Interviewperson Schwierigkeiten mit der deutschen (Behörden-)Sprache und sind auf die Hilfe von Verwandten und Bekannten angewiesen. Die Interviewperson könne sich daher vorstellen, andere Einwohner*innen beim Übersetzen und Telefonieren zu unterstützen. Darüber hinaus könnten themenun- gebundene Telefongespräche Geflüchtete beim Deutschlernen unterstützen, indem man ihnen Möglichkeiten zur Sprachpraxis biete und den Lernprozess der Geflüchteten aktiv fördere. Darüber hinaus nehmen die Interviewpersonen vereinzelt wahr, dass Un- terstützung für ältere, insbesondere alleinstehende ältere Menschen im Haushalt, beim Einkaufen oder durch Begleitung und Gespräche, benötigt werde. Sie zeigen die Bereit- Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 86 schaft, solche Alltagshilfen anzubieten. Weitere Engagementfelder seien die Mitgestal- tung der Stadtteilentwicklung für ein ökologisch zukunftsfähiges Meschenich, wohin- gegen der Bau eines „zweiten Kölnbergs“ verhindert und eine Imagebesserung erzielt werden solle; die Beteiligung an der Organisation von Freizeitangeboten wie bei- spielsweise Fußballturniere und Ausflüge für jüngere Menschen sowie die Förderung des Zusammenhalts und Austauschs unter den Nachbar*innen, z. B. durch die Or- ganisation von Nachbarschaftstreffen. Hürden Die Interviewpersonen nennen Gründe für ein ausbleibendes Engagement anderer Bür- ger*innen und Hürden, auf die sie selbst diesbezüglich stoßen oder gestoßen sind. Zu den individuellen Hürden zählen ein hohes Alter und begrenzte Energieressourcen, Frustration über das Verhältnis von Aufwand und Ertrag sowie mangelnde zeitliche Res- sourcen: „Ja, aber wegen Zeit. Wenn ich jetzt arbeiten gehe? Ich hoffe, es wäre. Es wäre ein bisschen so eng und schwer zurzeit zu finden.“ Eine Interviewperson berichtet, Pläne mit weiteren Bürger*innen zur Verschönerung des Stadtteils entwickelt zu haben, die an den Bau der Umgehungsstraße und Stadtbahn gekoppelt waren. Sie berichtet, dass sie diese Pläne durch zeitliche Verschiebungen verworfen werden mussten: "Aber wie das dann so ist, dann heißt es dann nee, die Stadtbahn kommt nicht aus finanziellen Grün- den usw., dann kann man das wieder in die Tonne packen." Zusätzlich werden Gründe genannt, die nach Einschätzung der Interviewpersonen bei anderen Bürger*innen Meschenichs zu geringem Engagement führen. Zum einen scheinen Sprachbarrieren eine Hürde darzustellen. Viele Einwohner*innen, insbeson- dere Neuzugezogene, verfügen laut einer Interviewperson nicht über ausreichende Deutschkenntnisse, um sich aktiv einzubri ngen. Dies erschwere auch die Vernetzung innerhalb des Stadtteils. Darüber hinaus seien belastete Lebenssituationen, etwa auf- grund von Krankheit, für manche Bürger*innen hinderlich, sich zu engagieren. Auch eine gewisse Resignation und Hoffnungslosigkeit in Bezug auf Verbesserungen im Stadtteil scheinen eine Rolle zu spielen. Viele Einwohner*innen hätten den Eindruck, dass sich die Stadt Köln und die Politiker*innen nicht für Meschenich interessieren und dass zu wenig verbessert wird, so eine Interviewperson. Darüber hinaus beobachtet eine Interviewperson, dass einige Bürger*innen es bevorzugen, innerhalb ihrer Community zu bleiben und das Interesse an engerem Kontakt und Engagement in der Gemeinschaft eher gering ist. Mehrere Interviewpersonen weisen darauf hin, dass es einen Rückgang hinsichtlich des Zusammenhalts in der Gemeinschaft gebe. Weitere Herausforderungen seien die fehlende Motivation einiger Bürger*innen sowie das Einstellen von Projekten, die hauptamtlich getragen werden. Eine Interviewperson rät deshalb, Initiativen auf ei- nem stabilen Fundament von Ehrenamtlichen aufzubauen, um Kontinuität zu gewähr- leisten. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 87 Möglichkeiten der Stärkung des Engagements Anhand der Interviews lassen sich Ansätze ableiten, um das Engagement der Bürger*in- nen im Stadtteil Meschenich zu stärken: Um Menschen mit Sprachbarrieren zu errei- chen, sollten Ansprechpartner*innen und Vermittler*innen aus den verschiedenen Sprachgemeinschaften gewonnen werden, die als Brücke zwischen Verwaltung, Verei- nen und Bevölkerung wirken könnten. Ehrenamtliches Engagement könnte hier eine wichtige Rolle spielen, allerdings müssten dafür die richtigen Rahmenbedingungen ge- schaffen werden, sodass ein l angfristiges Engagement ermöglicht werden kann. Dar- über hinaus wünschen vereinzelte Einwohner*innen eine bessere Vernetzung und Ko- ordination der verschiedenen Vereine und Akteur*innen im Stadtteil. Neben digitalen Lösungen seien auch analoge Formate mit allen Angeboten wichtig, da nicht alle Bür- ger*innen digital affin seien. Darüber hinaus wurde auch die Idee einer Wiedereinführung der Bürger- und Vereinsgemeinschaft mit einem regelmäßigen Informationsheft als gutes Modell genannt, um die Vernetzung und Kom munikation der verschiedenen Ak- teur*innen wiederzubeleben. Zusätzlich könnten Anreize wie Gemeinschaftserlebnisse oder Wertschätzung durch Politiker*innen das Engagement der Einwohner*innen stär- ken. Schließlich haben die Einwohner*innen laut einer Interviewperson den Eindruck, dass Anliegen wie der Bau einer Umgehungsstraße oder einer Stadtbahnanbindung zu lange dauerten oder dass gar nichts passiere. Eine Verbesserung der Umgebung sei daher zentral, um das Vertrauen und die Motivation der Bürger*innen zu stärken. Politisches Interesse Die Mehrheit der Interviewpersonen zeigt sich interessiert an bundes- und kommunal- politischen Themen. Zu diesen zählen: Die Zuwanderung nach Deutschland und deren Auswirkungen, Kriminalität, ökologische Nachhaltigkeit, politische Wahlen, das Milliar- denpaket der Bundesregierung, wie auch der Ausbau des ÖPNV, der B au der Umge- hungsstraße, Entwicklungen am Kölnberg, Segregation und der Rückgang des Zusam- menhalts in der Nachbarschaft, die Vermüllung des öffentlichen Raums, und weitere lo- kalpolitische Themen, in denen es um Veränderungen im Stadtteil geht. Erhöhung des politischen Interesses Auf die Frage, wie das politische Interesse der Bürger*innen Meschenichs gestärkt wer- den könnte, liefert ein geringer Anteil der Interviewpersonen Vorschläge: Das Interesse der Bürger*innen könne potenziell durch konkrete Erfolge und Umsetzungen der Politik gestärkt werden. Wenn Bürger*innen sähen, dass ihre Anliegen aufgegriffen und Pro- jekte zügig umgesetzt würden, erhöhe dies mutmaßlich ihr Interesse an der Politik. Au- ßerdem könnten Veranstaltungen mit Politiker*innen, in denen diese Rede und Ant- wort stünden, hilfreich sein, so verschiedene Meinungen. Zum Beispiel könnten Informa- tionen über geplante Vorhaben auf positive Resonanz stoßen, in denen es um die Ver- besserung der Lebenssituationen der Bürger*innen in Meschenich gehe. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 88 Herausforderung: Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Wohnen Wohnsituation Die Wohnsituation der Interviewpersonen ist unterschiedlich und spiegelt die soziale und wirtschaftliche Vielfalt in Meschenich wider. Mehrere Interviewpersonen, insbesondere Senior*innen, leben in Eigentumswohnungen oder -häusern. Diese Personen sind im Allgemeinen mit ihrer Wohnsituation zufrieden, obwohl sie auch Probleme mit Lärm oder der Infrastruktur benennen. Die Größe der Wohnungen im Verhältnis zur Haushalts- größe wird als ausreichend beschrieben. Ein Interviewperson lebe i n einem Haus mit einem großen Garten und sei mit der Nachbarschaft sehr zufrieden. Allerdings werde die Lage des Hauses in Bezug auf die Umgehungsstraße problematisch gesehen. Einige Interviewpersonen leben in Hochhäusern am Kölnberg. Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation ist hier deutlich niedriger. Die Wohnungen werden als zu klein be- schrieben, der Aufzug sei häufig defekt, und es gebe Probleme mit Schimmel und Schädlingen. Die Sicherheit sei insbesondere für kleine Kinder nicht ausreichend, wenn sie in höheren Stockwerken leben. Daher bemühe sich eine Interviewperson seit Jahren um einen Umzug in eine andere Wohnung, allerdings vergeblich. Suche nach Wohnung Vereinzelt suchen Interviewpersonen eine bezahlbare Wohnung mit einer höheren Wohnqualität. Das Unterstützungsangebot der Caritas werde bei der Antragstellung in Anspruch genommen, allerdings sei die Suche bislang erfolglos gewesen. Hohe Miet- preise und die Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt erschwerten die Wohnungssuche, insbesondere für Familien mit geringem Einkommen. Außerdem wird geäußert, dass Bewerber*innen aus Meschenich, insbesondere vom Kölnberg, aufgrund von Vorurteilen benachteiligt werden könnten. In diesem Zusammenhang werde sich eine Image- Ver- besserung des Stadtteils Meschenich gewünscht. Frei- und Grünflächen Die Bewertung der Frei- und Grünflächen in Meschenich ist eher positiv. Es gibt Parks und Grünflächen, was von den Einwohner*innen positiv bewertet wird. Diese werden für Spaziergänge, Treffen mit Freunden und als Spielflächen für Kinder genutzt. Allerdings wird die Pflege der Grünflächen als unzureichend empfunden. Eine Interviewperson er- wähnt das Problem der Vermüllung, die sich jedoch auf den gesamten Stadtteil beziehe. Sicherheitsgefühl Das Sicherheitsgefühl der Einwohner*innen Meschenichs ist unterschiedlich und hängt stark vom jeweiligen Wohnort ab. Die Hier Einwohner*innen der Hochhäuser berichten von Vandalismus, Diebstählen, Gewalt. Der häufige Ausfall der Aufzüge verstärke das Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 89 Gefühl der Unsicherheit. Ein Elternteil berichtet, dass ihr Kind nahezu vom Balkon ge- stürzt sei, was sie dazu veranlasst habe, nach einer Wohnung in den unteren Etagen zu suchen. Auch das achtlose Wegwerfen von Müll aus den Fenstern der Hochhäuser wird als störend und unhygienisch empfunden. Insgesamt wird der Wunsch nach einem hö- heren Sicherheitsgefühl deutlich. Infrastruktur Anbindung ÖPNV Der Stadtteil Meschenich ist über mehrere Buslinien an das Kölner Stadtzentrum ange- bunden. Die Linie 132 verbindet Meschenich mit der Kölner Innenstadt, die Linie 135 fährt nach Rodenkirchen, die Linie 183 verbindet Meschenich mit Immendorf, die Linie 935 fährt von Meschenich nach Brühl und Hermülheim, die Linie 192 verbindet Mesche- nich mit Hürth-Kalscheuren, wo eine Anbindung zum Regionalverkehr der Bahn vorhan- den ist. Die Anbindung über den öffentlichen Nahverkehr wird negativ bewertet. Kritisiert wird die Taktung und die Zuverlässigkeit der Busverbindungen. Außerdem seien Busse oft überfüllt, insbesondere zu Stoßzeiten. Positiv sei die Buslinie, die den Hauptbahnhof anfährt. Allerdings werden lange Fahrzeiten, insbesondere in die Kölner Innenstadt, ver- einzelt kritisiert. Die Fahrten nach Brühl seien zu teuer für einkommensschwächere Fa- milien. Es gibt keine direkte Bahnverbindung nach Meschenich. Die geplante Straßenbahn - verlängerung wird zwar positiv gesehen, aber es gibt Bedenken hinsichtlich der geplan- ten Endhaltestelle am Kölnberg. Einwohner*innen des alten Ortsteils könnten von der Straßenbahn nicht ausreichend profitieren. Darüber hinaus wird die Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr als unzureichend bewertet. Enge Gänge und Treppen senkten die Nutzbarkeit von Bussen für ältere Men- schen und Menschen mit Gehbehinderungen. Allerdings könnte dies ein Problem sein, das auch in anderen relevant ist. Infrastruktur für den täglichen Bedarf Die Interviewpersonen sind mit der Infrastruktur für den täglichen Bedarf in Mesche- nich eher unzufrieden. Die Mehrheit bestätigt zwar, dass die Grundversorgung mit Su- permärkten (Aldi, Netto, türkische Läden) und einer Apotheke sowie Hausarztpraxen ge- sichert sei. Allerdings fehlten Kinderärzt*innen und Fachärzt*innen sowie Einkaufsmög- lichkeiten für den täglichen Bedarf: "Wir hatten damals sechs Lebensmittelgeschäfte, zwei Bäckereien, Metzgereien, Schuster und zwei Getränkelieferanten und, und, und. Alles nichts mehr." Gewünscht werden Discount -Kaufhäuser wie Woolworth, Drogerie- märkte und Bekleidungsgeschäfte. Die Notwendigkeit, für solche Einkäufe in andere Stadtteile fahren zu müssen, stellt besonders für ältere Menschen und Familien mit Kin- dern eine Herausf orderung dar. Darüber hinaus wird die Schließung von Bankfilialen über verschiedene Altersgruppen hinweg als problematisch empfunden. Insgesamt Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 90 scheint eine Verbesserung der Infrastruktur die Lebensqualität der Bürger*innen Meschenichs erhöhen zu können. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 91 7.2 Auswertung Onlinebefragung Ergebnisse der Onlinebefragung Demografischen Wandel gestalten Abbildung 5: Meschenich/Rondorf – Soziodemografische Merkmale der Teilneh- menden im Vergleich zur Wohnbevölkerung *Alleinerziehende Haushalte: Haushalte, in denen Kinder unter 18 Jahren leben, aber kein Ehepartner*in / Lebenspartner*in. Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Einwohner*innen insgesamt 17.170 Teilnehmende 38 0,2% darunter unter 18 Jahre 3.379 20% unter 18 Jahre 2 0,1% 18 bis unter 28 Jahre 1.896 11% 18 bis unter 28 Jahre 6 0,3% 28 Jahre bis unter 60 Jahre 7.332 43% 28 Jahre bis unter 60 Jahre 25 0,3% 60 bis unter 65 Jahre 1.282 7% 60 bis unter 65 Jahre 0 0,0% 65 bis unter 70 Jahre 1.021 6% 65 bis unter 70 Jahre 1 0,1% 70 bis unter 80 Jahre 1.313 8% 70 Jahre und älter 4 0,2% ab 80 Jahre 947 6% Durchschnittsalter in Jahren 42,7 40,7 Geschlecht männlich 9 26% weiblich 25 74% divers 0 Internationale Familiengeschichte nein 8.754 51% 20 59% ja 8.416 49% 14 41% Staatsbürgerschaft deutsch 12.076 70% 29 94% nicht deutsch 5.094 30% 2 6% Schulabschluss keinen Schulabschluss 1 Hauptschulabschluss 2 Realschulabschluss 13 Abitur 17 Haushalte Anzahl gesamt 7.705 darunter Einpersonenhaushalte 2.907 38% Einpersonenhaushalte 2 5% mit Kindern 1.850 24% mit Kindern 25 66% darunter Alleinerziehende Haushalte 352 19% darunter Alleinerziehende Haushalte 6 24% durchschnittliche Haushaltsgröße 3,8 Arbeitslosigkeit Arbeitslose (SGB II + SGB III) 998 11,0 arbeitssuchend / arbeitslos 1 SGB II-Bezug 2 Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur 0 SRG Meschenich / Rondorf Bevölkerung im SRG (Grundgesamtheit) (Bezugsjahr 2023, Quelle Stadt Köln) Bürgerbefragung (Stichprobe) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 92 Abbildung 6: Höhenhaus/Dünnwald – Soziodemografische Merkmale der Teilneh- menden im Vergleich zur Wohnbevölkerung *Alleinerziehende Haushalte: Haushalte, in denen Kinder unter 18 Jahren leben, aber kein Ehepartner*in / Lebenspartner*in. Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Einwohner*innen insgesamt 11.521 Teilnehmende 59 0,5% darunter unter 18 Jahre 2.595 23% unter 18 Jahre 5 0,2% 18 bis unter 28 Jahre 1.374 12% 18 bis unter 28 Jahre 4 0,3% 28 Jahre bis unter 60 Jahre 4.814 42% 28 Jahre bis unter 60 Jahre 45 0,9% 60 bis unter 65 Jahre 758 7% 60 bis unter 65 Jahre 0 0,0% 65 bis unter 70 Jahre 578 5% 65 bis unter 70 Jahre 0 0,0% 70 bis unter 80 Jahre 776 7% 70 Jahre und älter 3 0,4% ab 80 Jahre 626 5% Durchschnittsalter in Jahren 40,7 39,4 Geschlecht männlich 13 25% weiblich 37 73% divers 0 0% möchte keine Angabe machen 1 2% Internationale Familiengeschichte nein 5.590 49% 31 62% ja 5.931 51% 19 38% Staatsbürgerschaft deutsch 8.813 76% 38 84% nicht deutsch 2.708 24% 7 16% Schulabschluss keinen Schulabschluss 0 Hauptschulabschluss 6 Realschulabschluss 8 Abitur 28 Haushalte Anzahl gesamt 5.008 darunter Einpersonenhaushalte 1.903 38% Einpersonenhaushalte 7 12% mit Kindern 1.369 27% mit Kindern 41 69% darunter Alleinerziehende Haushalte 423 31% darunter Alleinerziehende Haushalte 12 29% durchschnittliche Haushaltsgröße 3,7 Arbeitslosigkeit Arbeitslose (SGB II + SGB III) 887 14,6 arbeitssuchend / arbeitslos 4 SGB II-Bezug 12 Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur 1 SRG Höhenhaus / Dünnwald Bevölkerung im SRG (Grundgesamtheit) (Bezugsjahr 2023, Quelle Stadt Köln) Bürgerbefragung (Stichprobe) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 93 Tabelle 3: Frage 3: Seit wann wohnen Sie in Ihrem Stadtteil? Tabelle 4: Frage 11: Wenn Sie sich selbst mitzählen, wie viele Personen wohnen in Ihrem Haushalt? Tabelle 5: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 13: Mit wem wohnen Sie zusammen? Anmerk: differenziert nach Altersgruppen; Mehrfachantworten möglich Tabelle 6: Meschenich/Rondorf: Frage 13: Mit wem wohnen Sie zusammen? Anmerk: differenziert nach Altersgruppen; Mehrfachantworten möglich Schon immer (seit meiner Geburt) ich bin zugezog en Dünnwald/Höhenha Anzahl 7 52 59 Meschenich/Rondorf Anzahl 9 29 38 Gesamt SRG 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Anzahl 7 9 9 15 11 2 1 1 2 57 Meschenich/Rondorf Anzahl 2 8 5 12 4 5 0 1 0 37 Haushaltsgröße Gesamt SRG Dünnwald/Höhenhaus SRG Mittelwert N Dünnwald/Höhenhaus 3,72 57 Meschenich/Rondorf 3,76 37 unter 18 Jahre 18 bis unter 28 Jahre 28 bis unter 60 Jahre 70 Jahre und älter Lebenspartner/Lebenspartnerin; Ehepartner/ Ehepartnerin Anzahl 0 2 29 2 33 Sohn / Tochter (leibliches Kind, Stief- oder Pflegekind) Anzahl 0 3 33 1 37 Elternteil / Stiefelternteil / Schwiegerelternteil Anzahl 4 1 1 0 6 Bruder / Schwester Anzahl 2 1 1 0 4 Mitbewohner*in unserer Wohnungsgemeinschaft Anzahl 1 0 1 0 2 Altergr Gesamt unter 18 Jahre 18 bis unter 28 Jahre 28 bis unter 60 Jahre 65 bis unter 70 Jahre 70 Jahre und älter Lebenspartner/Lebenspartnerin; Ehepartner/ Ehepartnerin Anzahl 0 0 21 1 3 25 Sohn / Tochter (leibliches Kind, Stief- oder Pflegekind) Anzahl 0 0 21 0 0 21 Elternteil / Stiefelternteil / Schwiegerelternteil Anzahl 2 6 2 0 0 10 Bruder / Schwester Anzahl 1 4 0 0 0 5 Anzahl 2 6 23 1 3 35Gesamt Altergr Gesamt Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 94 Tabelle 7: Frage 74: Gehören Sie einer der folgenden Religionsgemeinschaften an? Tabelle 8: Frage 14: Welche Sprachen sprechen Sie zu Hause? Tabelle 9: Frage 76: Welche Staatsangehörigkeit haben Sie: Anmerk: Höhenhaus/Dünnwald: Angaben von 49 Personen, Meschenich/Rondorf: Angaben von 33 Personen Tabelle 10: Jahr der Einbürgerung (Frage 76) Nein Christentum Islam Judentum Anderes Möchte ich nicht sagen. Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 11 26 10 0 0 4 51 Meschenich/ Rondorf Anzahl 3 24 5 1 1 0 34 Religion Gesamt nur deutsch meistens deutsch beide Sprachen gleich oft meistens eine andere Sprache nur eine andere Sprache Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 38 4 14 1 1 58 Meschenich/Rondorf Anzahl 25 2 8 1 2 38 Sprache Gesamt SRG deutsch seit Geburt deutsch seit (bitte Jahr nennen): Nichtdeutsche Staatsangehörig- keit, und zwar (bitte Land aufschreiben) Doppelte Staatsangehörig- keit, und zwar deutsch und (bitte Land aufschreiben) Staatenlos Höhenhaus / Dünnwald 35 3 7 4 0 Meschenich / Rondorf 22 7 2 2 0 Jahr Anzahl Jahr Anzahl 2000 1 1989 1 2003 1 1990 1 2015 1 2011 1 2013 1 2015 1 2016 1 2018 1 Höhehaus/Dünnwald Meschenich/Rondorf deutsch seit… Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 95 Tabelle 11: Andere Staatsangehörigkeit (Frage 76) Andere Staatsangehörigkeit bei doppelter Staatsangehörigkeit in Höhenhaus/Dünnwald: Französisch, Luxemburgisch, Polnisch und Türkisch in Meschenich/Rondorf Italienisch und Polnisch Tabelle 12: Frage 77: Sind Sie selbst oder Ihre Eltern aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert? Anmerk: Mehrfachantworten möglich; Höhenhaus/Dünnwald: Angaben von 50 Personen; Mesche- nich/Rondorf: Angaben von 34 Personen Tabelle 13: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 80: Aus welchem Land sind Sie nach Deutschland gekommen? (Filter: TN selbst eingewandert) Iran 1 Italienisch 1 Kosovarisch 1 Serbisch 1 Roma 1 Gesamt 2 Syrien 1 Türkei 3 Gesamt 7 Höhehaus/Dünnwald Meschenich/Rondorf Staatsangehörigkeit Nein Ja, ich selbst. Ja, beide Elternteile Ja, ein Elternteil Höhenhaus / Dünnwald 31 5 8 6 Meschenich / Rondorf 20 8 10 1 Belgien 1 Iran 1 Kosovo 1 Syri en 1 Eigenes Einwanderungsland Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 96 Tabelle 14: Höhenhaus/Dünnwald: Jahr der eigenen Einwanderung (Frage 80) Tabelle 15: Meschenich/Rondorf: Frage 80: Aus welchem Land sind Sie nach Deutschland gekommen? (Filter: TN selbst eingewandert) Tabelle 16: Meschenich/Rondorf: Jahr der eigenen Einwanderung (Frage 80) Tabelle 17: Wie lautet Ihr Aufenthaltsstatus in Deutschland? (Filter: TN selbst ein- gewandert und keine deutsche Staatsangehörigkeit) 1992 1 2010 1 2011 1 2015 1 Einwanderungsjahr Afghanistan 2 Gruechenland 1 Italien 1 Kamerun 1 Kirgistan 1 Serbien 1 Eigenes Einwanderungsland 1990 1 2000 1 2004 1 2011 1 2016 1 Einwanderungsjahr Unbefristete Aufenthaltserlaubnis (z.B. Niederlassungs- erlaubnis) Befristete Aufenthaltserlaubnis (z.B. Aufenthalts- erlaubnis für Arbeit, Studium oder Familie) Asyl- oder Flüchtlingsschutz Gesamt Dünnwald/ Höhenhaus 0 1 2 3 Meschenich/ Rondorf 1 1 0 2 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 97 Abbildung 7: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 52: Von welchem Einkommen lebt Ihr Haushalt? Abbildung 8: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 53: Wie gut kommen Sie / Ihr Haushalt mit dem Geld zurecht, das Sie haben? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 98 Abbildung 9:Höhenhaus/Dünnwald: Frage 54: Haben Sie am Ende des Monats Geld übrig? Abbildung 10: Meschenich/Rondorf: Frage 52: Von welchem Einkommen lebt Ihr Haushalt? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 99 Abbildung 11: Meschenich/Rondorf: Frage 53: Wie gut kommen Sie / Ihr Haushalt mit dem Geld zurecht, das Sie haben? Abbildung 12: Meschenich/Rondorf: Frage 54: Haben Sie am Ende des Monats Geld übrig? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 100 Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien fördern Tabelle 18: Frage 55: Wie gut ist Ihr Gesundheitszustand jetzt gerade? Abbildung 13: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 56: Haben Sie oder Ihre Kinder in den letzten 12 Monaten dringend medizinische Hilfe oder Behandlung gebraucht, diese aber nicht bekommen? Sehr gut Gut Teils/teils Schlecht Sehr schlecht Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 10 23 14 5 0 52 Meschenich/ Rondorf Anzahl 4 20 8 1 1 34 Gesundheitszustand Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 101 Abbildung 14: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 57: Warum haben Sie oder Ihre Kinder keine medizinische Untersuchung oder Behandlung bekommen? (Filter: Frage 56: ja) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 102 Abbildung 15: Meschenich/Rondorf: Frage 56: Haben Sie oder Ihre Kinder in den letzten 12 Monaten dringend medizinische Hilfe oder Behandlung gebraucht, diese aber nicht bekommen? Abbildung 16: Meschenich/Rondorf: Frage 57: Warum haben Sie oder Ihre Kinder keine medizinische Untersuchung oder Behandlung bekommen? (Filter: Frage 56: ja) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 103 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien Tabelle 19: Frage 27: Wird Ihr Kind regelmäßig betreut? (Filter: Kinder unter 6 Jahre) Abbildung 17: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 28: Warum wird Ihr Kind nicht in der Kita betreut? (Filter: keine regelmäßige Betreuung) Kind 1 Kind 2 Anzahl Anzahl in Kita / Tagespflege betreut 10 2 Großeltern 1 nicht betreut* 2 3 Kind 1 Kind 2 Anzahl Anzahl in Kita / Tagespflege betreut 13 4 Großeltern 0 nicht betreut 0 Höhenhaus / Dünnwald Meschenich / Rondorf * alle nicht betreuten Kinder sind 1 Jahr alt oder jünger Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 104 Abbildung 18: Meschenich/Rondorf: Frage 28: Warum wird Ihr Kind nicht in der Kita betreut? (Filter: keine regelmäßige Betreuung) Tabelle 20: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 29: Gehen Ihre Kinder nach der Schule in eine Einrichtung, in der sie essen und Hausaufgaben machen können? (Filter: Kinder unter 12 Jahren) Kind 1 Kind 2 Ganztagsschule 12 1 andere Einrichtung 2 2 andere Betreuung 1 0 keine Betreuung 10 9 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 105 Abbildung 19: Höhenhaus/Dünnwald: Warum wird Ihr Kind nach der Schule nicht betreut? (Filter: unter 12 Jahre und keine Nachmittagsbetreuung) Abbildung 20: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 31: In welchen Bereichen wünschen Sie sich Unterstützung für Ihr Kind? (Filter: keine Nachmittagsbe- treuung) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 106 Tabelle 21: Meschenich/Rondorf: Frage 29: Gehen Ihre Kinder nach der Schule in eine Einrichtung, in der sie essen und Hausaufgaben machen kön- nen? (Filter: Kinder unter 12 Jahren) Abbildung 21: Meschenich/Rondorf: Warum wird Ihr Kind nach der Schule nicht betreut? (Filter: unter 12 Jahre und keine Nachmittagsbetreuung) Kind 1 Kind 2 Kind 3 Kind 4 Ganztagsschule 8 2 2 0 andere Einrichtung 2 1 1 0 keine Betreuung 4 3 1 1 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 107 Abbildung 22: Meschenich/Rondorf: Frage 31: In welchen Bereichen wünschen Sie sich Unterstützung für Ihr Kind? (Filter: keine Nachmittagsbe- treuung) Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwach- sene mit internationaler Familiengeschichte verbessern Tabelle 22: Frage 32: Haben Sie einen Schulabschluss? Anmerk: Hinweis: Kategorie Ich habe die Schule abgebrochen wurde nicht angegeben. Dünnwald/ Höhenhaus Meschenich/ Rondorf Ja, in Deutschland gemacht 42 32 Ja, im Ausland gemacht 5 2 Ich gehe noch zur Schule. 4 2 Ich habe keinen Schulabschluss. 0 1 51 37 Haben Sie einen Schulabschluss? Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 108 Tabelle 23: Welchen höchsten Schulabschluss besitzen Sie? (Filter: Schulab- schluss in Deutschland) Tabelle 24: Frage 33: Wurde Ihr Schulabschluss in Deutschland anerkannt? (Filter: Schulabschluss nicht in Deutschland) Tabelle 25: Frage 36: Welchen höchsten Berufsabschluss haben Sie? Hauptschul- abschluss, Volksschul- abschluss Realschulab schluss / Mittlere Reife (Fach)Hochs chulreife oder Abitur Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 6 8 28 42 Meschenich/Rondorf Anzahl 2 13 17 32 Schulabschluss Gesamt SRG Dünnwald/ Höhenhaus Meschenich/ Rondorf Nein 2 2 Ja 1 0 Ich warte noch auf eine Antwort. 2 0 5 2 Anerkennung in Deutschland Gesamt SRG Dünnwald/ Höhenhaus Meschenich/ Rondorf Ich bin noch in einer Ausbildung. 0 2 Ich studiere noch. 1 0 Ich habe keine Berufsausbildung angefangen. 6 4 Ich habe meine Berufsausbildung abgebrochen. 2 0 Berufsausbildung, duale Ausbildung / Lehre 19 13 Meister*in oder Techniker*in 1 2 Fachschulabschluss 1 2 Bachelor 7 5 Master, Magister, Diplom 7 2 Promotion 1 1 Gesamt 45 31 Berufsabschluss Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 109 Frage 46: Filter: Wenn nie Ausbildung angetreten oder abgebrochen: Falls Sie gerne eine Ausbildung machen würden: Worin bräuchten Sie Unterstützung? Höhenhaus/Dünnwald: Hilfe bei der Berufswahl, Stärkung des Selbstvertrauens (je 1 Nennung) Meschenich/Rondorf: stärkeres Eingehen auf psychische Einschränkungen (1 Nennung) Tabelle 26: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 47: Sind Sie zurzeit erwerbstätig? Anmerk: Angaben von 50 Personen Ja, in Vollzeit 15 Ja, in Teilzeit 9 Ja, in geringfügiger Beschäftigung, mit wenigen Stunden / manchmal 1 Ja, aber zurzeit in Mutterschutz, Elternzeit oder anderer Beurlaubung 1 Schüler*in, Student*in 5 im Ruhestand / Vorruhestand 3 suche eine Arbeit / arbeitslos 4 Hausmann / Hausfrau / kümmere mich um meine Kinder, pflege Verwandte (Care-Arbeit) 10 Anderes: Erwerbsminderungsrente (1 Nennung), erwerbsunfähig (1 Nennung), krank gemeldet (1 Nennung) psychische Erkrankung (1 Nennung) 4 Erwerbs- tätigkeit Erwerbstätigkeit Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 110 Tabelle 27: Meschenich/Rondorf: Frage 47: Sind Sie zurzeit erwerbstätig? Anmerk: Angaben von 35 Personen Tabelle 28: Wie ist Ihre berufliche Stellung (Filter: Wenn erwerbstätig) Tabelle 29: Frage 49: Seit wann sind Sie arbeitslos? (Filter: Arbeitslos) Anmerk: In Meschenich/Rondorf ist das auf eine Person zutreffend, hat keine Angaben gemacht Ja, in Vollzeit 10 Ja, in Teilzeit 11 Ja, in geringfügiger Beschäftigung, mit wenigen Stunden / manchmal 3 Schüler*in, Student*in 3 im Ruhestand / Vorruhestand 5 suche eine Arbeit / arbeitslos 1 Hausmann / Hausfrau / kümmere mich um meine Kinder, pflege Verwandte (Care-Arbeit) 2 Erwerbs- tätigkeit Erwerbstätigkeit Angestellte/r Selbstständig Beamtin/Beam ter, Richter/in, Berufssoldat/in In Ausbildung Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 22 1 2 0 25 Meschenich/Rondorf Anzahl 20 1 2 1 24 berufliche Stellung Gesamt 2016 2017 2019 Dünnwald/ Höhenhaus 1 1 1 Jahr Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 111 Abbildung 23: Frage 50: Warum sind Sie arbeitslos? (Filter: Arbeitslos) Anmerk: In Meschenich/Rondorf ist das auf eine Person zutreffend, diese hat keine Angaben ge- macht Abbildung 24: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 51: Was würden Sie brauchen, um eine Arbeit zu finden? (Filter arbeitslos) Abbildung 25: Meschenich/Rondorf: Frage 51: Was würden Sie brauchen, um eine Arbeit zu finden? (Filter arbeitslos) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 112 Tabelle 30: Frage 38: Wie gut sprechen Sie Deutsch? Herausforderungen: Familien- und Kinderarmut abbauen – Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen ge- zielt verbessern Vereinsmitgliedschaft: Frage 18: Sind Sie Mitglied in einem Sport-, Kultur- oder Freizeitverein? Frage 19: Ist Ihr Kind Mitglied in einem Sport-, Kultur- oder Freizeitverein? Frage 20: Warum sind Sie kein Mitglied in einem Sport-, Kultur- oder Freizeitverein? Abbildung 26: Höhenhaus/Dünnwald: Vereinsmitgliedschaft Ich kann sehr gut / gut Deutsch sprechen und verstehen. Mein Deutsch reicht gerade so für das Verstehen und Sprechen im Alltag. Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 49 2 51 Meschenich/Rondorf Anzahl 34 1 35 Sprachkenntnisse Gesamt Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 113 Abbildung 27: Höhenhaus/Dünnwald: Gründe für Nicht-Mitgliedschaft Abbildung 28: Meschenich/Rondorf: Vereinsmitgliedschaft Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 114 Abbildung 29: Meschenich/Rondorf: Gründe für Nicht-Mitgliedschaft Abbildung 30: Frage 22: Nutzen Sie folgende Angebote in Ihrem Stadtteil? Ja Nein Gesamt Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 16 39 55 Meschenich/Rondorf Anzahl 12 25 37 Ja Nein Gesamt Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 18 38 56 Meschenich/Rondorf Anzahl 6 30 36 Ja Nein Gesamt Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 12 42 54 Meschenich/Rondorf Anzahl 5 29 34 SRG Sportangebote SRG Kulturelle Angebote (z.B. Konzerte, Bücherausleihe, Kino, Theater, Tanzclubs) Andere Freizeitangebote (z.B. Jugendhaus, Jugendeinrichtung, Bike-Park) SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 115 Frage 23: Welche Angebote fehlen in Ihrem Stadtteil? (Offene Frage) Abbildung 31: Höhenhaus/Dünnwald: Fehlende Sportangebote Anmerk: Offene Frage Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 116 Abbildung 32: Höhenhaus/Dünnwald: Fehlende Kultur-Angebote Anmerk: Offene Frage Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 117 Abbildung 33: Höhenhaus/Dünnwald: Andere fehlende Angebote Anmerk: Offene Frage Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 118 Abbildung 34: Meschenich/Rondorf: Fehlende Sportangebote Anmerk: Offene Frage Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 119 Abbildung 35: Meschenich/Rondorf: Fehlende Kultur-Angebote Anmerk: Offene Frage Abbildung 36: Meschenich/Rondorf: Andere fehlende Angebote Anmerk: Offene Frage Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 120 Tabelle 31: Frage 24: Haben Sie den Köln-Pass? Abbildung 37: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 25: Haben Sie schon einmal Angebote zur Beratung und Unterstützung genutzt? Wenn ja: zu welchen Themen? Nein Ja Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 39 18 57 Meschenich/Rondorf Anzahl 31 7 38 Köln-Pass Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 121 Abbildung 38: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 26: Zu welchen Themen möchten Sie gern eine Beratung bekommen? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 122 Abbildung 39: Meschenich/Rondorf: Frage 25: Haben Sie schon einmal Angebote zur Beratung und Unterstützung genutzt? Wenn ja: zu welchen Themen? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 123 Abbildung 40: Meschenich/Rondorf: Frage 26: Zu welchen Themen möchten Sie gern eine Beratung bekommen? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 124 Abbildung 41: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 39: Wie finden Sie das Angebot an Integrations- und Sprachkursen? (Filter: Falls zu Hause (auch) an- dere Sprache gesprochen wird) Abbildung 42: Meschenich/Rondorf: Frage 39: Wie finden Sie das Angebot an In- tegrations- und Sprachkursen? (Filter: Falls zu Hause (auch) an- dere Sprache gesprochen wird) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 125 Tabelle 32: Frage 40: Haben Sie einen Ausbildungsplatz gesucht? (Filter: Perso- nen ohne abgeschlossene Berufsausbildung) Abbildung 43: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 41: Was machte es schwer, eine Aus- bildung zu finden / zu machen? (Filter: keine abgeschlossene Be- rufsausbildung, keinen Ausbildungsplatz gesucht) Nein Ja Ich wollte lieber studieren. Gesamt Dünnwald/Höhenhaus Anzahl 5 2 1 8 Meschenich/Rondorf Anzahl 3 1 0 4 Haben Sie einen Ausbildungsplatz gesucht? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 126 Abbildung 44: Meschenich/Rondorf: Frage 41: Was machte es schwer, eine Aus- bildung zu finden / zu machen? (Filter: keine abgeschlossene Be- rufsausbildung, keinen Ausbildungsplatz gesucht) Tabelle 33: Frage 42: Wie einfach war es für Sie, einen Ausbildungsplatz zu be- kommen? (Filter: Auszubildende und Berufsausbildungsabbre- chende) Abbildung 45: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 43: Was war schwer bei der Suche nach einer Ausbildung? Anmerk: Filter: Auszubildende und Berufsausbildungsabbrechende und Frage 42 teils/teils bis sehr schwer Sehr einfach Einfach Teils/teils Schwer Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 1 1 2 1 5 Meschenich/ Rondorf Anzahl 2 0 1 0 3 Bewertung Suche Ausbildungsplatz Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 127 Abbildung 46: Höhenhaus/Dünnwald: Haben Sie Unterstützung bei der Suche nach einer Ausbildung bekommen? Wie hilfreich war diese? Anmerk: Filter: Auszubildende und Berufsausbildungsabbrechende Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 128 Abbildung 47: Meschenich/Rondorf: Haben Sie Unterstützung bei der Suche nach einer Ausbildung bekommen? Wie hilfreich war diese? Anmerk: Filter: Auszubildende und Berufsausbildungsabbrechende Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 129 Abbildung 48: Höhenhaus/Dünnwald: Was würden Sie brauchen, um eine Arbeit zu finden? (Filter: arbeitslos) Abbildung 49: Meschenich/Rondorf: Was würden Sie brauchen, um eine Arbeit zu finden? (Filter: arbeitslos) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 130 Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter, Menschen verbessern Frage 6: Haben Sie oder jemand, mit dem Sie zusammenleben, eine Beeinträchtigung, eine Behinderung oder eine bleibende Krankheit? Frage 7: Filter: TN hat Beeinträchtigung: Haben Sie eine Behinderung, die offiziell bestätigt wurde? Frage 8: Filter: TN hat Beeinträchtigung: Wie sehr macht Ihnen Ihre Beeinträchtigung im Alltag manche Dinge schwerer? Abbildung 50: Höhenhaus/Dünnwald: Teilnehmende mit Beeinträchtigung Anmerk: gültige Teilnehmende: 57 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 131 Abbildung 51: Meschenich/Rondorf: Teilnehmende mit Beeinträchtigung Anmerk: gültige Teilnehmende: 38 Tabelle 34: Frage 9: Brauchen Sie wegen Ihrer Beeinträchtigung eine barrierefreie Wohnung? Anmerk: Filter: Personen, die selbst beeinträchtigt sind, mit einer beeinträchtigten Person zusam- menleben oder über 60 Jahre alt sind. Nein Ja Anzahl 15 2 17 Anzahl 14 0 14 SRG Dünnwald/Höhenhaus Meschenich/Rondorf Brauchen Sie wegen Ihrer Beeinträchtigung eine barrierefreie Wohnung? Gesamt Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 132 Abbildung 52: Höhenhaus/Dünnwald: Bedarf an barrierefreiem Wohnraum Tabelle 35: Frage 58: Brauchen Sie oder eine Person in Ihrem Haushalt Pflege oder Hilfe im Haushalt? (Mehrfachantworten möglich) Nein Ja, ich oder jemand, der mit mir wohnt, braucht Hilfe im Haushalt Ja, ich bin pflegebedürftig mit anerkanntem Pflegegrad Ja, jemand der mit mit wohnt, ist pflegebedürftig mit anerkanntem Pflegegrad Höhenhaus/ Dünnwald 42 3 2 5 Meschenich/ Rondorf 28 3 1 4 Brauchen Sie oder eine Person in Ihrem Haushalt Pflege oder Hilfe im Haushalt? (Mehrfachantworten mögich) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 133 Abbildung 53: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 59: Welche Angebote im Bereich Pflege und Gesundheit fehlen Ihnen in Ihrem Stadtteil? (Filter: wenn Pflegebedarf) Abbildung 54: Meschenich/Rondorf: Frage 59: Welche Angebote im Bereich Pflege und Gesundheit fehlen Ihnen in Ihrem Stadtteil? (Filter: wenn Pfle- gebedarf) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 134 Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern Abbildung 55: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 60: Wie oft passiert das in Ihrer Nach- barschaft? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 135 Abbildung 56: Meschenich/Rondorf: Frage 60: Wie oft passiert das in Ihrer Nach- barschaft? Tabelle 36: Frage 61: Engagieren Sie sich zurzeit ehrenamtlich? Ja, regelmäßig Ja, hin und wieder Nein, aber ich war früher ehrenamtlich tätig Nein, ich bin nicht ehrenamtlich tätig Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 12 2 7 29 50 Meschenich/ Rondorf Anzahl 9 5 3 18 35 Gesamt Engagement Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 136 Abbildung 57: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 63: Sagen Sie uns bitte für die folgen- den Bereiche, ob Sie dort ehrenamtlich tätig sind oder sich vorstel- len können, hierfür ehrenamtlich tätig zu werden. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 137 Abbildung 58: Meschenich/Rondorf: Frage 63: Sagen Sie uns bitte für die folgen- den Bereiche, ob Sie dort ehrenamtlich tätig sind oder sich vorstel- len können, hierfür ehrenamtlich tätig zu werden. Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 138 Tabelle 37: Frage 75: Fühlen Sie sich einer bestimmten Gruppe von Menschen / einer Community zugehörig? In Höhenhaus/Dünnwald werden genannt: AFD, Cosplay/Punk, katholische Kirche, Ge- meindemitgliedern, Konvertierte, LGBTQ / Postmigrantin, Partei Sinti und Roma (je 1 Nennung) In Meschenich/Rondorf werden genannt: Afghanische (1 Nennung) Abbildung 59: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 64: Gehen Sie wählen? Frage 65: Wa- rum gehen Sie nicht wählen? (Filter: wenn nicht wählen) Nein Ja Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 37 9 46 Meschenich/ Rondorf Anzahl 29 4 33 Community Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 139 Abbildung 60: Meschenich/Rondorf: Frage 64: Gehen Sie wählen? Frage 65: Wa- rum gehen Sie nicht wählen? (Filter: wenn nicht wählen) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 140 Tabelle 38: Frage 67: Was trifft auf Sie zu? Tue ich. Daran habe ich kein Interesse. Würde ich gerne tun. Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 35 12 1 48 Meschenich/ Rondorf Anzahl 25 5 3 33 Über politische Themen nachdenken Gesamt SRG Tue ich. Daran habe ich kein Interesse. Würde ich gerne tun. Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 30 13 3 46 Meschenich/ Rondorf Anzahl 23 7 4 34 SRG Eigene politische Meinung sagen Gesamt Tue ich. Daran habe ich kein Interesse. Würde ich gerne tun. Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 3 22 17 42 Meschenich/ Rondorf Anzahl 5 14 12 31 Mitwirkung über das Beteiligungsportal der Stadt Köln ^Meinung für Köln^ Gesamt SRG Tue ich. Daran habe ich kein Interesse. Würde ich gerne tun. Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 6 30 8 44 Meschenich/ Rondorf Anzahl 3 24 4 31 Teilnahme an politischen Veranstaltungen Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 141 Abbildung 61: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 68: Für welche Themen würden Sie sich mit Ihren Nachbarn gemeinsam einsetzen, um das Zusammen- leben in Ihrem Wohngebiet zu verbessern? Tue ich. Daran habe ich kein Interesse. Würde ich gerne tun. Dünnwald/ Höhenhaus Anzahl 5 16 21 42 Meschenich/ Rondorf Anzahl 11 11 8 30 Beteiligung an Netzwerken in der Nachbarschaft (z. B. Nachbarschaftshilfe, Bürgerverein) Gesamt SRG Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 142 Abbildung 62: Meschenich/Rondorf: Frage 68: Für welche Themen würden Sie sich mit Ihren Nachbarn gemeinsam einsetzen, um das Zusammen- leben in Ihrem Wohngebiet zu verbessern? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 143 Abbildung 63: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 66: Wie stark fühlen Sie sich mit Ihrem Stadtteil verbunden? Abbildung 64: Meschenich/Rondorf: Frage 66: Wie stark fühlen Sie sich mit Ihrem Stadtteil verbunden? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 144 Herausforderung: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbes- sern – Wohnen/Wohnumfeld attraktiver gestalten Abbildung 65: Dünnwald/Höhenhaus: Frage 4: Insgesamt: Wie gut finden Sie das Leben in Ihrem Stadtteil? Abbildung 66: Meschenich/Rondorf: Frage 4: Insgesamt: Wie gut finden Sie das Leben in Ihrem Stadtteil? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 145 Tabelle 39: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 15: Wie zufrieden sind Sie mit den fol- genden Aspekten in Ihrem Stadtteil? Abbildung 67: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 15: Wie zufrieden sind Sie mit den fol- genden Aspekten in Ihrem Stadtteil? Sehr zufrieden Zufrieden Teils/teils Unzufrieden Sehr unzufrieden Wohngegend 7 23 15 9 3 Eigene Wohnung 19 27 6 5 1 Aussehen / Sauberkeit der Wohngegend 6 6 24 11 11 Kontakte in der Nachbarschaft 9 19 21 2 6 Medizinische Versorgung 4 20 23 4 3 Freizeitangebote / Sportangebote 2 20 17 7 7 Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf 14 21 16 3 3 Angebot an Kitas* 7 23 5 1 1 Angebot an Schulen* 11 14 9 2 1 Angebot an OGS* 9 13 7 3 1 Angebot an sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen 3 10 13 9 3 Parks und Grünflächen 14 20 14 5 3 fußläufge Erreichbarkeit von Bus, Bahn etc. 18 26 6 3 4 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 146 Abbildung 68: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 16: Warum finden Sie Ihre Wohnung nicht gut? Anmerk: Filter: Wenn mit Wohnung unzufrieden oder sehr unzufrieden; gültige Teilnehmende: 6 Tabelle 40: Meschenich/Rondorf: Frage 15: Wie zufrieden sind Sie mit den folgen- den Aspekten in Ihrem Stadtteil? Sehr zufrieden Zufrieden Teils/teils Unzufrieden Sehr unzufrieden Wohngegend 2 15 16 3 2 Eigene Wohnung 13 20 4 1 0 Aussehen / Sauberkeit der Wohngegend 0 7 12 11 8 Kontakte in der Nachbarschaft 7 22 6 1 1 Medizinische Versorgung 1 11 13 12 0 Freizeitangebote / Sportangebote 1 8 8 12 7 Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf 6 10 13 7 2 Angebot an Kitas* 10 10 3 0 0 Angebot an Schulen* 2 5 7 8 1 Angebot an OGS* 1 8 5 4 2 Angebot an sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen 3 6 6 7 1 Parks und Grünflächen 3 5 13 9 7 fußläufge Erreichbarkeit von Bus, Bahn etc. 9 12 6 7 3 Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 147 Abbildung 69: Meschenich/Rondorf: Frage 15: Wie zufrieden sind Sie mit den fol- genden Aspekten in Ihrem Stadtteil? Abbildung 70: Meschenich/Rondorf: Frage 16: Warum finden Sie Ihre Wohnung nicht gut? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 148 Abbildung 71: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 17: Welche Angebote und Einrichtun- gen fehlen Ihnen am meisten in Ihrem Stadtteil? Abbildung 72: Höhenhaus/Dünnwald: Weitere Nennungen zu fehlenden Angebo- ten (Frage 17) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 149 Abbildung 73: Meschenich/Rondorf: Frage 17: Welche Angebote und Einrichtun- gen fehlen Ihnen am meisten in Ihrem Stadtteil? Abbildung 74: Meschenich/Rondorf: Weitere Nennungen zu fehlenden Angeboten (Frage 17) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 150 Abbildung 75: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 69: Haben Sie sich in den letzten 24 Monaten von anderen schlecht behandelt oder diskriminiert ge- fühlt? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 151 Abbildung 76: Höhenhaus/Dünnwald: Wenn ja: In Bezug auf welche Merkmale wur- den Sie diskriminiert? ( Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 152 Abbildung 77: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 71: Wo / in welchen Bereichen ist das passiert? (Filter: Person fühlte sich diskriminiert) Abbildung 78: Meschenich/Rondorf: Frage 69: Haben Sie sich in den letzten 24 Monaten von anderen schlecht behandelt oder diskriminiert ge- fühlt? Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 153 Abbildung 79: Meschenich/Rondorf: Frage 70: Wenn ja: In Bezug auf welche Merk- male wurden Sie diskriminiert? Abbildung 80: Meschenich/Rondorf: Frage 71: Wo / in welchen Bereichen ist das passiert? (Filter: Person fühlte sich diskriminiert) Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 154 Tabelle 41: Höhenhaus/Dünnwald: Frage 82: Womit könnte die Stadt Köln Ihnen helfen, Ihr Leben und Ihre Situation zu verbessern? Kurzfristig in den nächsten Wochen Sauberkeit im Stadtteil 2 Grünpflege im Stadtteil (Bäume stutzen) 1 mehr Polizeipräsenz (z.B. Raserszene) 2 Geschwindigkeitskontrolle Berliner Straße und in 30-Zonen 2 mehr Parkplätze 1 mehr Radwege 1 mehr Therapieplätze 1 finanzielle Unterstützung für Familien 2 Unterstützung Familie und Kinder 1 Küche der Schule zum Portzenacker ausbauen, damit alle Kinder die Möglichkeit auf einen OGS Platz haben. 1 Wahrnehmung Gruppe der psychisch Erkrankten mit Erwerbsminderungsrente 1 Benutzungsgebühr in Flüchtlingsunterkünften senken 1 mehr kulturelle Angebote 1 bessere Erreichbarkeit der Behörden (insbesondere Ausländeramt) 1 Toleranz und Verständnis anderen Kulturen und Religionen gegenüber 1 Behörden / Ämter Aussehen Stadtteil Verkehrssituation Gesundheit Ausgewählte Zielgruppen Freizeit Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 155 Im Laufe eines Jahres günstigerer Wohnraum / sozialer Wohnungsbau 4 Verbesserung der Verkehrssituation 2 Autoverkehr reduzieren 1 Fußgänger-Übergang an Bushaltestelle Weißer Mönch / Dünnwalder Kommunalweg 2 bessere Radwege 1 mehr Parkplätze 1 Zebrastreifen Holzweg/Prämonsatenserstr 1 Pünktlichkeit KVB 1 Entspannung bei der Platzvergabe bei den weiterführenden Schulen schaffen 1 Modernisierung von Schulen 1 kürzere Wartezeiten bei Schulbegleitung und Autismus- Therapie 1 Unterstützung der Schulen bei Ausflügen (z.B. KVB-Tickets) 1 Sauberkeit im Stadtteil / Müllentsorgung / schöneres Aussehen 3 Sozialberatung in Dünnwald 1 Schuldnerberatung 1 mehr Einkaufsmöglichkeiten 1 attraktive Begegnunsstellen (Cafés) schaffen 1 mehr Grünflächen zur öffentlichen Nutzung 1 mehr Spielplätze 1 mehr öffentliche Treffpunkte (z.B. Sitzbänke, Bolzplätze) 1 Terminvergabe bei Fachärzten verbessern 1 Gesundheit Wohnen Verkehrssituation Schulen Wohnumfeld und Infrastuktur Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 156 Tabelle 42: Meschenich/Rondorf: Frage 82: Womit könnte die Stadt Köln Ihnen helfen, Ihr Leben und Ihre Situation zu verbessern? Kurzfristig in den nächsten Wochen Sauberkeit im Stadtteil 8 Öffnung des Ortszugangs für Anwohner 1 Geschwindigkeitskontrolle / Kontrolle von Falschparkern 3 Verbesserung der Straßen 1 finanzielle Unterstützung bei Besuch der Fahrschule / Führerschein 1 Kinderarztpraxis in Meschenich 1 mehr Feste / Veranstaltungen für Gemeinschaft 1 verbesserte Kommunikation zwischen Ämtern 1 bessere Auskünfte der Behörden / Ämter 1 größeres Interesse an Meschenich zeigen 1 Verkehrssituation Aussehen Stadtteil Behörden / Ämter Freizeit Gesundheit Förderprogramm „Bürger*innenbeteiligung und -aktivierung“ 157 Im Laufe eines Jahres Sauberkeit im Stadtteil / Müllentsorgung / schöneres Aussehen 6 Umstrukturierung Kölnberg 4 Bekämpfung Kriminalität / sträkere Polizeipräsenz 4 mehr Feste / Veranstaltungen für Gemeinschaft 1 mehr Grünflächen zur öffentlichen Nutzung 1 mehr öffentliche Treffpunkte (z.B. Sitzbänke, Bolzplätze) 1 Wohnen Grundbesitzabgaben senken 1 günstigerer Wohnraum 1 Verkehrssituation Ausbau ÖPNV (Stadtbahn, Bus), auch in den Rhein-Erft-Kreis 3 Ausbau Radwegnetz 1 Instandsetzung Straßen 1 Familie mehr kostenlose Angebote für Kinder und Familien 1 günstigere Kita-Beiträge 1 Schulen Modernisierung von Schulen 1 Gesundheit Gesundheitsversorgung verbessern 1 Wohnumfeld und Infrastuktur
Anlage_1_Sozialraumgebietsanalyse_Höhenhaus_Dünnwald
187228 Zeichen
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet
Höhenhaus / Dünnwald
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Einleitung
Mit dem Beschluss der Herausforderungen und der Ziele der strategischen Sozialplanung (Vorlage
4069/2022 ) hat der Rat die Verwaltung beauftragt, „im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel
gemäß dem "Handbuch Bürger*innen- und Sozialraumorientierung in Köln" die strategischen Ziele auf
der Basis von Sozialraumgebietsanalysen und Sozialraumgebietsplanungen zügig kleinräumig
umzusetzen, um die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen in diesen Gebieten zu verbessern“
(s. Beschlusspunkt 5). Demgemäß hat die Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung zunächst
eine kleinräumige, datengestützte Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Höhenhaus /
Dünnwald erarbeitet und den vom Rat beschlossenen strategischen Zielen gegenübergestellt (vgl.
Sozialraumgebietsanalyse im Anhang).
Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen sowie Akteur*innen und Bürger*innen vor
Ort zur Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in der
Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen.
Am 28.10.2025 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwaltung,
Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und
Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden ebenfalls
dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. In den Unterkapiteln mit der
Überschrift „Hinweise aus den Beteiligungsformaten“ handelt es sich um Zitate der Akteur*innen vor
Ort, aus Bürger*innenbefragungen und -konferenzen und aus der Sozialraumkonferenz inkl.
Einschätzung zur Bearbeitungsebene, die im Rahmen der Analyse nicht überprüft bzw. kommentiert
wurden. Die Relevanz soll im Rahmen der Planungskonferenzen geprüft werden.
In der folgenden Darstellung sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgeführt, es erfolgt
jeweils eine kurze Einführung, die auf den Ausführungen zum 1. Kölner Lebenslagenbericht beruht. Zu
den strategischen Zielen werden dann tabellarisch die Ist-Werte der Stadt den Ist-Werten des
Sozialraumgebiets und - soweit verfügbar - seiner Teilgebiete dargestellt. Daraufhin erfolgt eine
Einschätzung, wie und von wem die weitere Bearbeitung erfolgen soll. Schließlich werden die Hinweise
aus den Beteiligungsformaten wiedergegeben.
Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind grundsätzlich die jeweils fachlich
zuständigen Ämter und Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw.
zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten,
Einrichtungen und Diensten vor Ort. Wo sinnvoll und möglich, kann dabei auf die Unterstützung der
Sozialraumkoordination zurückgegriffen werden, die hier – gemeinsam mit der Geschäftsstelle
Lebenswerte Veedel und der Sozialplanung – eine initiierende und moderierende Funktion übernehmen
kann.
Das Vorgehen soll in den Planungskonferenzen abgestimmt werden, die von der
Sozialraumkoordination im Sozialraumgebiet nach der Beschlussfassung initiiert werden.
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Inhaltsverzeichnis
Beschreibung des Sozialraumgebiets .................................................................................................... 6
Sozialstatistische Daten zum Sozialraumgebiet im Überblick ................................................................ 8
1 Demografischen Wandel gestalten ................................................................................................... 10
1.1 Strategisches Ziel: Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft ........ 12
1.1.1 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 12
1.2 Strategisches Ziel: Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevölkerung ist verbessert .............. 13
1.2.1 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 13
1.3 Strategisches Ziel: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesichert ..................................... 13
1.3.1 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 14
2 Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
aus einkommensschwachen Familien fördern ................................................................................ 14
2.1 Strategisches Ziel: Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und sozioökonomischen
schwächeren Verhältnissen ist verbessert .................................................................................. 15
2.1.1 Exkurs: Bearbeitung des Jahresschwerpunktthemas Kinder- und Jugendgesundheit -
Bestand soziale Infrastruktur ............................................................................................ 15
2.1.2 Exkurs: sozialraumgebietsspezifische Projekte ............................................................... 16
2.1.3 Exkurs: stadtweit zu bearbeitende Projekte ..................................................................... 17
2.1.4 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 18
3 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus
einkommensschwachen, benachteiligten Familien ........................................................................ 19
3.1 Strategisches Ziel: Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien ist
gesichert ...................................................................................................................................... 19
3.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 20
3.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 20
3.2 Strategisches Ziel: Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit
internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert .............................................. 21
3.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 21
3.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 22
3.3 Strategisches Ziel: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit internationaler
Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen .................................................... 22
3.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 23
3.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 23
4 Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit
internationaler Familiengeschichte verbessern .............................................................................. 24
4.1 Strategisches Ziel: Nachholen und Erwerb von höheren Schulabschlüssen auf dem zweiten
Bildungsweg ist gefördert ............................................................................................................ 24
4.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 25
4.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 25
4.2 Strategisches Ziel: Junge Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte sind im
Übergangssystem gefördert ........................................................................................................ 25
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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4.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 26
4.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 26
4.3 Strategisches Ziel: Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler
Familiengeschichte ist verbessert ............................................................................................... 26
4.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 26
4.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 27
4.4 Strategisches Ziel: Unterbeschäftigung von jungen Erwachsenen mit internationaler
Familiengeschichte ist abgebaut ................................................................................................. 27
4.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 27
4.4.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 28
5 Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen
durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern ................................................................................. 28
5.1 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter Alleinerziehendenhaushalte sind
verbessert .................................................................................................................................... 29
5.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 29
5.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 29
5.2 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter kinderreicher Familien sind
verbessert .................................................................................................................................... 30
5.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 30
5.3 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefährdeter Familien mit internationaler
Familiengeschichte sind verbessert ............................................................................................ 30
5.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 31
5.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 31
5.4 Strategisches Ziel: Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt ..................... 31
5.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 32
5.4.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 32
5.5 Strategisches Ziel: Kulturelle Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus
armutsgefährdeten Familien ist gefördert .................................................................................... 32
5.5.1 Bewertung der Herausforderung und des Teilziels .......................................................... 33
5.5.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 33
6 Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte
fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern ........ 33
6.1 Strategisches Ziel: Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind
gemindert ..................................................................................................................................... 34
6.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 34
6.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 34
6.2 Strategisches Ziel: Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am
Erwerbsleben ist verbessert ........................................................................................................ 35
6.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 36
6.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 36
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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7 Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter Menschen
verbessern........................................................................................................................................... 37
7.1 Strategisches Ziel: Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert................................ 37
7.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 38
7.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 38
7.2 Strategisches Ziel: Altersarmut ist bekämpft ............................................................................ 39
7.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 40
7.3 Strategisches Ziel: Soziale und kulturelle Teilhabe von Senior*innen ist ermöglicht ............... 40
7.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 40
7.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 40
7.4 Strategisches Ziel: Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt ......................... 41
7.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 41
7.4.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 41
8 Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches
Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern ........................................ 42
8.1 Strategisches Ziel: Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist
gefördert....................................................................................................................................... 42
8.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 42
8.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 42
8.2 Strategisches Ziel: Wahlbeteiligung ist erhöht ......................................................................... 43
8.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 43
8.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 44
8.3 Strategisches Ziel: Ehrenamtliches Engagement ist erhöht ..................................................... 44
8.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele ...................................................................... 45
8.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 45
9 Herausforderung: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot verbessern – Wohnen /
Wohnumfeld attraktiver gestalten .................................................................................................... 46
9.1 Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert . 46
9.1.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung .................................................... 47
9.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 47
9.2 Strategisches Ziel: Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Wohnen fördern ............................... 48
9.2.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung .................................................... 49
9.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 49
9.3 Attraktivität des Wohnumfelds steigern .................................................................................... 49
9.3.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbeitung .................................................... 49
9.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten .......................................................................... 50
10 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen ................................................................................ 51
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Beschreibung des Sozialraumgebiets
Siedlungsentwicklung Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*in nen lag im Jahr
2022 im Sozialraumgebiet Höhenhaus / Dünnwald bei 14,3%; im Jahr
2013 lag sie bei 19,9%. In der Stadt Köln lag sie im Jahr 2022 bei
22,4% und im Jahr 2013 bei 24,7%
Nahversorgung Nahversorgungszentrum Höhenhaus: Im Weidenbruch (u .a. zwei
Vollsortimenter, Apotheken, Bäckerei) sowie Berliner Straße (ein
Vollsortimenter).
Nahversorgungszentrum Dünnwald: Berliner Str. (Vollsortimenter,
Apotheken, Spezialsortimenter). Fehlende Nahversorgung in der
Siedlung am Donewald (Potenzialfläche Prämonstratenserstraße, vgl.
EHZK)
Anbindung ÖPNV, MIV Öffentlicher Personennahverkehr: mit Bussen und St raßenbahn (Linie
4) erreichbar.
Motorisierter Individualverkehr: Berliner Straße und Dünnwalder
Kommunalweg ist Teil des neuen MIV-Grundnetzes. Dünnwalder
Mauspfad ab Leuchterstr. bis Höhenfelder Mauspfad / Wasserwerkstr.
soll in das MIV-Grundnetz aufgenommen werden (BV-Beschluss
02.09.24).
Grün / Freizeit Dünnwald: Siedlung Donewald als größtenteils abgeg renzter
Siedlungskörper in einer von landwirtschaftlicher Nutzung geprägten
Umgebung, benachbarter Baggersee (Wasserschutzgebiet)
Viele öffentliche Grünflächen in Dünnwald: Dünnwalder Wald,
Waldbad, Wildtierpark, Parks, Felder, Wiesen
Höhenhaus: Hutewald, Höhenfelder See (ehemalige Kiesgrube),
Höhenhaus ist von Feldern und Wiesen umgeben. Sowie Zugang der
bereits aufgeführten Naherholung in Dünnwald (siehe oben).
Gewerbe Keine größeren Bereiche gewerblicher Nutzung
Soziale Akteur*innen Unterschiedliche Einrichtungen der sozialen Infras truktur in beiden
Stadtteilen. Zwei Jugendzentren im SRG, vier Jugendzentren in beiden
Stadtteilen. Bürgerverein in Dünnwald, originär aber für „Alt-Dünnwald“
(kein SRG) aktiv.
Beratung: lediglich arbeitsmarktaktivierend im
ArbeitslosenBürgerCentrum Höhenhaus (Beratungsstelle Arbeit).
Wenige Kinderärzt*innen in den Stadtteilen. Keine Interkulturellen
Zentren der Stadt Köln. Wenig weitere Beratungsmöglichkeiten
(Sozialberatung, Schuldner*innenberatung, Migrationsberatung,
Familienberatung).
Kita / Schulen Fünf Grundschulen und 20 Kindertagesstätten / Familienzentren im
SRG und den beiden Stadtteilen. Im Stadtteil Höhenhaus befindet sich
die Willy-Brandt-Gesamtschule. Im SRG in Höhenhaus die Nebenstelle
des Berufskollegs Ulrepforte. Zudem gibt es zwei Förderschulen in den
beiden Stadtteilen: Schule Thymianweg (Förderschule Lernen) und
Schule Berliner Straße (Förderschule emotionale und soziale
Entwicklung).
Sozialraumkoordination Sozialraumgebiet seit 2020. Beauftragt ist der Träger Caritasverband
für die Stadt Köln e.V.
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Private Maßnahmen Bebauung in der Von-Ketteler-Str. durch die Aachener Siedlungs- und
Wohnungsgesellschaft mbH in Planung. Es werden sowohl kleinere
Wohnungen als auch größere Wohnungen für Familien geplant. Im
Stadtteil Höhenhaus will die Unternehmensgruppe Sahle Wohnen ab
2027 insgesamt 400 Wohnungen in der Siedlung um den Schlebuscher
Weg bauen – rund 70 Prozent davon öffentlich gefördert.
Fazit Die Analyse des Sozialraums zeigt, dass Höhenhaus und Dünnwald
über eine stabile Siedlungsstruktur, eine gute Nahversorgung in
einzelnen Zentren sowie ein dichtes Netz an Grün- und Freizeitflächen
verfügen. Gleichzeitig bestehen Defizite, insbesondere in der sozialen
Infrastruktur, in Teilbereichen der Nah- und der medizinischen
Versorgung.
Die Bevölkerungsbewegungen sind rückläufig, was auf eine
abnehmende Fluktuation hinweist, während die Anbindung an ÖPNV
und MIV insgesamt gut, aber in Teilen ausbaufähig ist. Die
Gewerbestruktur ist gering ausgeprägt, was sich auf Versorgung und
lokale Wirtschaftskraft auswirkt.
Geplante private und städtische Wohnbauprojekte könnten Potenziale
für die Aufwertung des Sozialraums bieten, insbesondere durch
öffentlich geförderte und familiengerechte Wohnungen. Insgesamt
deutet die Analyse darauf hin, dass eine integrierte Strategie, die
infrastrukturelle, soziale und gemeinschaftliche Aspekte verknüpft, zur
langfristigen Stabilisierung und Verbesserung der Lebensqualität
beitragen könnte.
Bemerkung Das Sozialraumgebiet ist erst seit 2020 Teil des P rogramms
„Lebenswerte Veedel“ Vor diesem Hintergrund liegen derzeit keine
Ausarbeitungen im Rahmen des integrierten Handlungskonzepts vor.
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Höhenhaus (Stadtteil): 15.859 EW (31.12.2023)
Dünnwald (Stadtteil): 11.656 EW (31.12.2023)
SRG Höhenhaus / Dünnwald: 11.521 EW (31.12.2023)
Sozialstatistische Daten zum Sozialraumgebiet im Überblick
Im Folgenden werden Indikatoren berichtet, die im Rahmen der Lebenslagenberichterstattung als
bedeutsam erachtet wurden, um Hinweise auf wesentliche Entwicklungen der Lebenslagen der
Bevölkerung zu erhalten. Sie können damit als Einstiegspunkte für weitere differenziertere Analysen
darstellen, bei denen dann weitere Kennzahlen bzw. Indikatoren sowie qualitative Einschätzungen zur
Bewertung zusammengeführt werden. Nicht alle relevanten Daten liegen auf der Ebene des
Sozialraumgebiets vor, da die Daten z.T. nicht so feingliedrig erhoben werden oder zuzuordnen sind.
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Sozialplanung (V/3)/SRK 22 .01.2026 2026 -01 -23_SRGA_HHDW_final.docx 1.0 9 von 53
Abbildung 1: Vergleich Sozialraumgebiet und Gesamtstadt 2023
Im Jahr 2023 zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen dem Sozialraumgebiet und der
Gesamtstadt. Am deutlichsten sind diese bei den Anteilen der
- Anteil der Grundschulempfehlungen für das Gymnasi um (schulstandortbezogen)
- SGB II-Quote insgesamt
- SGB II-Quote unter 25-jährige Deutsche
- SGB II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen
- Kinderarmutsquote (SGB-II-Bezug bei unter 14Jähri gen)
- Einwohner*innen mit Migrationshintergrund
22,5
5,4
51,5
66,1
-2,4
6,9
30,9
82,6
78,4
4,4
2,2
71,1
25,8
27,1
60,1
38,9
12,60
17,2
12,6
16,1
5,8
42,4
60,4
2,1
7,7
22,5
83,5
79,2
3,2
1,8
82,6
12,4
11,8
41,0
20,3
9,2
43,3
21,7
-10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0
Einwohner*innen unter 18 Jahre (in %)
Anteil der Einwohner*innen über 80 Jahre
Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund
Anteil U-18-jähriger mit Migrationshintergrund
Bevölkerungsprognose Entwicklung von 2022 bis 2035…
Einwohnerdichte (Person pro Adresse)
Alleinerziehendenhaushalte (in %)
Lebenserwartung Frauen
Lebenserwartung Männer
Sterbefälle von Einwohnern im Alter von unter 70 Jahren…
Sterbefälle von Einwohnerinnen im Alter von unter 70…
Anteil der OGTS-Schüler*innen in Grundschulen…
SGB-II-Quote
SGB-II-Quote unter 25-jährige Deutsche (seit 2018)
SGB-II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen (seit 2018)
SGB II-Quote: Leistungsberechtigte 0-14 (seit 2018)
Leistungen zur Grundsicherung im Alter
Gymnasialempfehlungen
Fluktuationsquote (Zu- und Fortzüge/100 Einw.)
Stadt Köln 2023 Höhenhaus / Dünnwald 2023
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Sozialplanung (V/3)/SRK 22 .01.2026 2026 -01 -23_SRGA_HHDW_final.docx 1.0 10 von 53
Abbildung 2: Entwicklungen im Sozialraumgebiet 2013 bis 2023
Zwischen den Jahren 2013 und 2023 setzen sich Trends im Sozialraumgebiet fort. So nehmen die
folgenden Anteile weiter zu:
- Einwohner*innen mit Migrationshintergrund
- Einwohner*innen unter 18 Jahren mit Migrationshin tergrund.
Positiv zu bewerten ist die Zunahme
- des Anteils der Kinder unter 3 Jahren in Kita bzw . Tagespflege
- des Anteils der Kinder in OGT-Betreuung in Grunds chulen.
Als herausfordernd wird dabei die weitere Zunahme der Anteile der
- SGB II-Quote der 0 bis 14-Jährigen (Kinderarmut) angesehen.
1 Demografischen Wandel gestalten
Gemäß der Bevölkerungsprognose wird die Kölner Bevölkerung bis zum Jahr 2040 weiter wachsen. Die
verschiedenen (Bevölkerungs- und Alters-)Gruppen wachsen jedoch nicht gleich stark. Die Kölner
Stadtgesellschaft verändert sich; sie wird jünger, älter und zugleich diverser. Die demografischen
Veränderungen haben Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme wie den
Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Gesundheitssystem und die Versorgung und
Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen Teilhabe gesichert und
der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den demografischen Wandel
der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten.
22,5
5,4
51,5
66,1
6,9
30,9
82,6
78,4
4,4
2,2
112
71,1
17,2
25,8
27,1
60,1 38,9
12,60
17,2
12,6
22,9
5,4
43,4
61,1
6,7
31,0
82,3
78,5
2,6
3,0
87
61,7
36,5
28,5
28,4
60,2
21,5
8,70
35,1
19,9
0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0
Einwohner*innen unter 18 Jahre (in %)
Anteil der Einwohner*innen über 80 Jahre
Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund
Anteil U-18-jähriger mit Migrationshintergrund
Einwohnerdichte (Person pro Adresse)
Alleinerziehendenhaushalte (in %)
Lebenserwartung Frauen
Lebenserwartung Männer
Sterbefälle von Einwohnern im Alter von unter 70…
Sterbefälle von Einwohnerinnen im Alter von unter 70…
Betreute Kinder in Kita/Tagespflege, 00 < 03 Jahre
Anteil der OGTS-Schüler*innen in Grundschulen…
Anteil der Grundschulempfehlung für das Gymnasium…
SGB-II-Quote
SGB-II-Quote unter 25-jährige Deutsche (seit 2018)
SGB-II-Quote unter 25-jährige Ausländer*innen (seit 2018)
SGB II-Quote: Leistungsberechtigte 0-14 (seit 2018)
Leistungen zur Grundsicherung im Alter
Gymnasialempfehlungen
Fluktuationsquote (Zu- und Fortzüge/100 Einw.)
Höhenhaus / Dünnwald 2013 Höhenhaus / Dünnwald 2023
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Bevölkerung im Sozialraumgebiet
Für das Sozialraumgebiet und seine Stadtteile insgesamt kann folgendes festgestellt werden.
Im Sozialraumgebiet lebten im Jahr 2023 11.521 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr
2013 um 315 Personen gewachsen (2,8%). Die Veränderung ist geringer als im städtischen
Durchschnitt (4,9%).
Im Stadtteil Höhenhaus lebten im Jahr 2023 15.859 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr
2013 um 867 Personen gewachsen (5,8%).
Im Stadtteil Dünnwald lebten im Jahr 2023 11.656 Menschen, damit ist die Bevölkerung seit dem Jahr
2013 um 84 Personen gewachsen (0,7%).
Bisherige Bevölkerungsentwicklung jüngerer Menschen
Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Sozialraumgebiet Höhenhaus / Dünnwald seit dem Jahr
2013 von 2.564 auf 2.595 um 1,2% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen
Durchschnitt (7,5%).
Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im Sozialraumgebiet mit 22,5% im Jahr 2023 größer als in
der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich im Sozialraumgebiet Höhenhaus / Dünnwald seit dem Jahr 2013
von 22,9% um 0,36%-Punkte verringert. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt
(0,39%).
Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Stadtteil Höhenhaus seit dem Jahr 2013 von 2.675 auf 3.069
um 14,7% erhöht.
Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im Stadtteil Höhenhaus mit 19,4% im Jahr 2023 größer
als in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich seit dem Jahr 2013 um 1,51%-Punkte erhöht. Die
Veränderung ist größer als im städtischen Durchschnitt (0,39%).
Die Zahl der unter 18-Jährigen hat sich im Stadtteil Dünnwald seit dem Jahr 2013 von 2.315 auf 2.341
um 1,1% erhöht.
Der Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahre ist im Stadtteil Dünnwald mit 20,1% im Jahr 2023 größer als
in der Gesamtstadt (16,1%) und hat sich seit dem Jahr 2013 um 0,08%-Punkte erhöht. Die
Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (0,39%).
Bisherige Bevölkerungsentwicklung älterer Menschen
Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Sozialraumgebiet seit dem Jahr 2013 von 608 auf
626 im Jahr 2023 um 3% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (37,2%)
Der Anteil der Menschen über 80 Jahre im Sozialraumgebiet liegt im Jahr 2023 bei 5,4% und entspricht
damit dem Wert von 2013 (5,4%). Die Veränderung in absoluten Prozentpunkten beträgt 0% und ist
damit geringer als im städtischen Durchschnitt (1,4%).
Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Höhenhaus seit dem Jahr 2013 von 970
auf 1.111 im Jahr 2023 um 14,5% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil
Höhenhaus im Jahr 2023 mit 7% größer als im Jahr 2013 (6,5%).
Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Dünnwald seit dem Jahr 2013 von 610 auf
720 im Jahr 2023 um 18% erhöht. Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Dünnwald im
Jahr 2023 mit 6,2% größer als im Jahr 2013 (5,3%).
Bevölkerungsprognose bis 2035
Da die Bevölkerungsprognose nur auf Stadtteilebene vorliegt, kann diese hier nicht für das
Sozialraumgebiet berichtet werden, sondern nur auf Stadtteilebene, da nicht alle Quartiere der
Stadtteile im jeweiligen Sozialraumgebiet liegen.
Im Stadtteil Höhenhaus wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 um -90 auf dann insgesamt 15.769
Personen sinken. In der Gesamtstadt wird sich die Bevölkerung um 22.453 Personen steigern.
Die prozentuale Veränderung beträgt im Stadtteil Höhenhaus bis zum Jahr 2035 -0,6%.
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Im Stadtteil Dünnwald wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 um -503 auf dann insgesamt 11.153
Personen sinken. Die prozentuale Veränderung beträgt im Stadtteil Dünnwald bis zum Jahr 2035 -4,3%.
Der Jugendquotient wird im Stadtteil Höhenhaus von 32,9 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 34,6
ansteigen. Der Jugendquotient wird im Stadtteil Dünnwald von 32,6 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf
33,1 ansteigen.
Der Altenquotient wird im Stadtteil Höhenhaus von 35,9 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf 44,4
ansteigen. Der Altenquotient wird im Stadtteil Dünnwald von 31,4 im Jahr 2021 bis zum Jahr 2035 auf
41,6 ansteigen.
Die demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die verschiedenen gesellschaftlichen
Teilsysteme wie den Arbeitsmarkt, das Betreuungs- und Bildungssystem, das Gesundheitssystem und
die Versorgung und die Pflege älterer Menschen. Damit auch in Zukunft für möglichst viele Menschen
Teilhabe gesichert und der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gewährleistet wird, ist es wichtig, den
demografischen Wandel der Stadtgesellschaft proaktiv zu gestalten.
1.1 Strategisches Ziel: Wohlstand und Einkommen sin d gesichert, Armutsrisiken bekämpft
Köln ist ein starker Wirtschaftsstandort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kölns betrug im Jahr 2022
74.263 Euro, 2018 lag der Wert noch bei 59.738 Euro. Damit zählt Köln zu den wirtschaftlich stärkeren
Kommunen in NRW. Gleichzeitig beträgt das verfügbare Einkommen im Jahr 2022 pro Kopf "nur"
25.657 EUR (knapp unterhalb des Bundesdurchschnitts und gleichzeitig über dem Landesdurchschnitt).
Die Zahlen zeigen: Nicht alle Kölner*innen profitieren vom starken Wirtschaftsstandort. In den Zahlen
spiegelt sich wider, dass die Wirtschaftsleistung am Standort Köln nicht nur von Kölner*innen, sondern
auch von Menschen aus dem Umland Kölns erarbeitet wird.
2023 waren 24%
1 der Kölner Haushalte einem relativen Armutsrisiko ausgesetzt, das bedeutet, das
Haushaltsäquivalenzeinkommen lag unterhalb der Armutsrisikogrenze. Haushalte mit Personen mit
internationaler Familiengeschichte haben ein höheres Armutsrisiko als Haushalte mit Personen ohne
internationale Familiengeschichte (37% der Haushalte mit internationaler Familiengeschichte zu 18%
der Haushalte ohne internationale Familiengeschichte).
Für die Zukunft der Stadtgesellschaft ist es wichtig, den starken Wirtschaftsstandort zu erhalten und
auszubauen und gleichzeitig Armutsrisiken zu bekämpfen, so dass mehr Kölner*innen am
Wirtschaftsgeschehen teilhaben und bessere Einkommen erzielen können. 2 Die Zielsetzung wird
detailliert im Kapitel 4 und Kapitel 6 aufgegriffen.
1.1.1 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Bewohner*innen wiesen auf die schlechte Versorgung slage im Stadtteil hin – etwa fehlende
Supermärkte oder Ärzt*innen – und betonten, dass dies den Alltag, besonders für Familien mit
geringem Einkommen oder eingeschränkter Mobilität, stark erschwere.
• Auch die unzureichende personelle Ausstattung in K itas und Praxen wurde als problematisch
beschrieben – dies führe zu eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Gesundheits- und
Betreuungsleistungen.
1 Amt für Statistik der Stadt Köln, Strukturdatenerhebung 2024
2 Das strategische Ziel 1.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.1 Köln stärkt seinen breiten Wirtschaftsmix; KP Ziel 2.2 Köln baut seine Position als führende
Wissenschaftsstadt aus; KP Ziel 2.3 Köln entwickelt gewerbliche und industrielle Standorte mit klarem inhaltlichen Profil; KP Ziel
2.4 Köln entwickelt Räume und Strukturen für die Kultur und Kreativwirtschaft; KP Ziel 2.5 Köln optimiert die Flächennutzung der
Industrie und Gewerbegebiete und verbessert ihre Erreichbarkeit; KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den
ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine Inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft
in den ersten Arbeitsmarkt integriert.
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• Ein zentrales Anliegen war die mangelnde Arbeitspl atzverfügbarkeit im rechtsrheinischen
Stadtgebiet
• Kritik an hohen Steuerlasten und strukturellen Ver änderungen wie Sparkassenschließungen →
Zusammenhang mit gefühlter wirtschaftlicher Unsicherheit
• Positiv: Die Hilfsbereitschaft Deutschlands insges amt sowie die sozialstaatliche Unterstützung
wurden als wichtige Stärken hervorgehoben
1.2 Strategisches Ziel: Erwerbstätigkeit der erwerb sfähigen Bevölkerung ist verbessert
Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf
Jüngerer und Älterer weiter steigen. Der Fachkräftebedarf in diesen Bereichen wird ebenfalls weiter
steigen. Es ist davon auszugehen, dass der bereits jetzt bestehende Fachkräftemangel sich noch
verschärfen wird. Umso wichtiger ist es, die Potenziale für eine Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen
Bevölkerung zu fördern.
Insgesamt waren in Köln im Jahr 2022 ca. 60% der Menschen im erwerbsfähigen Alter auch
erwerbstätig (abhängig beschäftigt oder selbstständig). Von den Kölner*innen ohne internationale
Familiengeschichte sind 63,3%, von denjenigen mit internationaler Familiengeschichte sind 50%
erwerbstätig.
3
Die demografische Entwicklung führt dazu, dass der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter mit
internationaler Familiengeschichte steigen wird. Wenn die berufliche Qualifikation dieser Gruppe nicht
verbessert wird, besteht die Gefahr, dass die Erwerbstätigenquote sinkt. Eine sinkende
Erwerbstätigenquote kann einen von Fachkräftemangel geprägten Arbeitsmarkt zusätzlich treffen.
1.2.1 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Teilnehmende sprachen sich für mehr wohnortnahe Ar beitsplätze aus – schlechte Anbindung
ans Zentrum – eingeschränkte Mobilität
• Fehlender persönlicher Behördenkontakt kann Erwerb schancen erschweren (z. B. Zugang zum
Jobcenter, Beratung zur Arbeitsaufnahme)
• Mangelnde Anerkennung ausländischer Abschlüsse ein Hindernis
1.3 Strategisches Ziel: Vereinbarkeit von Familie u nd Beruf ist gesichert
Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Betreuungs-, Versorgungs- und Pflegebedarf
Jüngerer und Älterer weiter steigen. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. die Möglichkeit,
erwerbstätig zu sein, weiter zu verbessern, sind Anpassungen bei der Betreuungs-, Versorgungs- und
Pflegeinfrastruktur erforderlich.
Der Ausbau der Kindertagesbetreuung und der Ausbau der schulischen Ganztagsbildung haben hohen
bildungs- und gesellschaftspolitischen Stellenwert. Für Eltern spielt eine flexible und qualitativ
hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst werden
dadurch verbesserte Bildungschancen erwartet, insbesondere, wenn sie aus benachteiligten Familien
kommen (Bildungsaspekt, vgl. hierzu auch Herausforderung 3).
Die stetige Erweiterung des schulischen Ganztagsangebotes in der Primarstufe wird bereits seit
längerem als gesamtstädtisches Ziel verfolgt und das bisherige Ergebnis spiegelt sich in einer
vergleichsweise hohen Versorgungsquote wider. Hinzugekommen ist nun der bundesgesetzlich
3 Der Lebenslagenbericht zeigt, dass Menschen mit Internationaler Familiengeschichte im Durchschnitt weniger gute
Teilhabechancen im Bereich schulische und berufliche Bildung und Ausbildung haben als die Gruppe ohne Internationale
Familiengeschichte.
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beschlossene, stufenweise Eintritt eines Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung. Beginnend mit
den Schüler*innen der Klasse 1 im Schuljahr 2026/2027 werden alle Grundschulkinder ab dem
Schuljahr 2029/2030 einen entsprechenden Anspruch haben. 4
Die Schaffung weiterer Plätze im Offenen Ganztag ist deshalb kontinuierlich voranzutreiben. Risiken in
der Umsetzung bestehen durch den gravierenden Fachkräftemangel, steigende Schüler*innenzahlen
und den Herausforderungen im Schulbau. Die Zielsetzung soll mittels der im Kapitel 3.1 beschriebenen
Zielsetzung angestrebt werden.
Auch der Bedarf an Pflegeinfrastruktur
5 steigt immens. Die Pflegeinfrastruktur ist entsprechend
bedarfsgerecht auszubauen und insbesondere flexiblen Konzepten ist Raum zu bieten. 6 Diese
Zielsetzung wird im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung nach dem Alten- und Pflegegesetz
NRW (APG NRW) angestrebt. 7
1.3.1 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Eltern beklagten, dass fehlende Kinderärzt*innen u nd das Personaldefizit in Kitas den Alltag
erheblich erschweren und dazu führen, dass berufliche Verpflichtungen nur schwer mit der
familiären Situation vereinbar seien.
• Fehlende Kinderbetreuung wurde als zentrale Hürde für die Rückkehr in den Beruf genannt.
• Keine Zeit für Familie wegen Arbeit
2 Herausforderung: Startchancen verbessern – Gesund heit von Kindern und Jugendlichen
aus einkommensschwachen Familien fördern
Die gesundheitliche Lage der Kinder und Jugendlichen ist nicht zufriedenstellend. Der
Lebenslagenbericht sowie auch der Bericht über die Kinder- und Jugendgesundheit in Köln
8 zeigen:
37% der Erstklässler*innen haben kein naturgesundes Gebiss. 11% der Kinder sind übergewichtig.
Schätzungsweise 22.000 Kinder und Jugendliche der Altersgruppe von sieben bis 17 Jahren weisen
potenziell eine psychische Störung oder eine Verhaltensstörung auf. Geschätzt werden rd. 10.500
Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsumverhalten und 6.500 jugendliche „Rauschtrinker*innen“. Die
geschätzte Zahl der riskanten Cannabis-Konsument*innen steigt.
Der Bildungsstand, der Beruf und die Einkommenssituation der Eltern beeinflussen unmittelbar den
Gesundheitszustand der Kinder, aber auch das Gesundheitsverhalten der Eltern wirkt sich aus. Kinder
und Jugendliche aus Elternhäusern mit niedrigem sozioökonomischen Status weisen im Allgemeinen
einen schlechteren Gesundheitszustand auf.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen von Kindern und Jugendlichen können Teilhabechancen in
anderen Lebenslagenbereichen beeinträchtigen (z.B. Bildung oder soziale sowie kulturelle Teilhabe)
und auch negative Folgen für Teilhabechancen im späteren Lebensverlauf haben. Es ist deshalb
4 https://www.ganztag-nrw.de/information/rechtsanspruch-
ganztagsbetreuung/#:~:text=Ganztagsf%C3%B6rderungsgesetz%20%E2%80%93%20GaF%C3%B6G%20vom%2002.%20Oktob
er%202021&text=Der%20Anspruch%20soll%20in%20den,Anspruch%20auf%20ganzt%C3%A4gige%20Betreuung%20hat.
5 Konkrete, differenzierte Daten wurden im „Bericht zur kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln“ vorgelegt.
6 Das strategische Ziel 1.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den
Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen
Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G5 Pflegerische Versorgung ist ausreichend
und zugänglich;
7 Engels, D.; Maur, C. (2024): Dritter Bericht zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln, hrsg. vom Amt für Soziales, Arbeit
und Senioren, Köln.
8 Kinder und Jugendgesundheit in Köln – Bericht 2017/2018
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besonders wichtig für Kinder und Jugendliche, gute gesundheitliche Voraussetzungen zu haben, die
durch eine gute gesundheitliche Versorgung sicherzustellen ist. Wesentliches strategisches Ziel ist:
2.1 Strategisches Ziel: Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und
sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert
In den (Sozialraum-)Gebieten, in denen ein hoher Anteil von einkommensarmen Familien lebt, wird das
Angebot der Früherkennungsuntersuchung U8 weniger wahrgenommen. Von den im Rahmen der
Schuleingangsuntersuchung untersuchten Kindern legten ca. 95 % ein Untersuchungsheft vor. In den
übrigen Gebieten der Stadt waren es ca. 91 %%. Ca. 90 % hatten in Sozialraumgebieten an der
Früherkennungsuntersuchung U8 teilgenommen, in den übrigen Gebieten der Stadt waren es ca. 95 %.
Die Zahngesundheit ist ein wichtiger Marker für die gesundheitliche Situation von Kindern und
Jugendliche. Nicht gesunde Zähne können Schmerzen verursachen und das Sprechen erschweren,
was wiederum zu Schwierigkeiten in der Schule führt. Kinder mit einer schlechten Zahngesundheit
können in ihren Teilhabechancen eingeschränkt sein.
Ebenso wird Übergewicht als wichtiger Marker für die gesundheitliche Situation angesehen und hat
nicht nur Auswirkungen auf ihre jetzige und zukünftige körperliche Gesundheit, sondern verstärkt auch
das Risiko psychischer Belastungen und sozialer Ausgrenzung durch Gleichaltrige. Übergewicht erhöht
das Risiko für viele andere Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzleiden und Diabetes. 9 Deshalb soll das
strategische Ziel 2.1 über die folgenden Indikatoren beobachtet werden:
Tabelle 1: Teilziele des strategischen Zieles „Die Gesundheit von Kindern aus bildungsfernen und
sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert “
Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Früherkennung für Kinder
aus bildungsfernen und
sozioökonomisch
schlechteren
Verhältnissen ist
verbessert
Anteil der Kinder mit
Untersuchungsheft, die im
Sozialraumgebiet an der
Früherkennungsuntersuchung
U8 teilgenommen haben
91,6
2024 größer 95% 2030
Zahngesundheit von
Kindern aus
bildungsfernen und
sozioökonomischen
schlechteren
Verhältnissen ist
verbessert
Anteil der Kinder ohne
naturgesundes Gebiss im
Sozialraumgebiet
30,3
2024
10 kleiner 43,8% 2030
Der Anteil an Kindern mit
mindestens Übergewicht
bzw. Adipositas aus
bildungsfernen und
sozioökonomischen
schlechteren
Verhältnissen ist gesenkt
Quote der Kinder mit
Adipositas im
Sozialraumgebiet
18,4 2024 kleiner 11%
(städtischer
Mittelwert)
2030
9 Das strategische Ziel 2.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP)
sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport, KP Ziel
5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für
alle Lebenslagen, Masterplan Dezernat V Ziel G1 Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-
) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar.
10 Die Anteile schwanken zwischen den Untersuchungsjahren erheblich. So lag der Anteil in den beiden
Vorjahren bei ca. 50%.
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2.1.1 Exkurs: Bearbeitung des Jahresschwerpunktthem as Kinder- und Jugendgesundheit -
Bestand soziale Infrastruktur
Die professionellen Akteur*innen vor Ort wurden zu den Herausforderungen im Sozialraumgebiet
befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden Expert*innen aus dem Sozialraumgebiet vorgestellt
und diskutiert. Daraus wurde deutlich, dass die Kinder- und Jugendgesundheit im Sozialraumgebiet
verbesserungsbedürftig ist. Die Verbesserungen sollen mit den folgenden Strategien und Projekten
angestrebt werden:
Auf zwei stadtweiten Konferenzen im Jahr 2021 wurden die folgenden Strategien zur Verbesserung der
Kinder- und Jugendgesundheit herausgearbeitet:
1. Information / Vernetzung verbessern
2. Zugänge und Übergänge verbessern
3. Beteiligungsmöglichkeiten verbessern
Die professionellen Akteur*innen vor Ort wurden zu den Herausforderungen und o.g. Strategien befragt.
Nach Auswertung der Online-Umfragen und insbesondere den ca. 1.000 Bemerkungen der Befragten
zu besonderen Herausforderungen, Zielgruppen und Unterstützungswünschen in der Befragung sowie
in den Sozialraumgebieten durchgeführten Sozialraumkonferenzen wurden die folgenden Projekte
vorgeschlagen und initiiert:
1. Projekte auf Ebene der Sozialraumgebiete
a. adäquate Netzwerkstruktur
b. Informations- und Aufklärungsarbeit multidiverse r Adressat*innengruppe im SRG
verbessern
c. Vernetzung durch Erfahrungsaustausch / Hospitati onen
d. Verbesserung der Zugangs- bzw. Übergangsgestaltu ng
e. Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen abbau en
2. stadtweite Projekte:
a. Informations- und Aufklärungsarbeit für gesundhe itliche Angebote stadtweit verbessern
b. Klärung der Struktur und Strategie der Präventio nsaktivitäten der städtischen
Dienststellen
c. Angemessenheit von Angeboten
d. strukturellen Rassismus erkennen und bearbeiten
e. Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden -Sicht
f. Beteiligungsmöglichkeiten ausloten
2.1.2 Exkurs: sozialraumgebietsspezifische Projekte
Für das Sozialraumgebiet wurden folgende Projekte mit den folgenden Zielsetzungen vereinbart:
Projekte, Ziele und Arbeitspakete zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung /
Projektstand
1. Informations- und Aufklärungsarbeit multidiverse r Adressat*innengruppe im SRG
verbessern
Ziel: gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist verbessert
Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete):
• Sammlung aller relevanter Materialien und Methoden
100%
Arbeitspakete im Sozialraumgebiet:
• Sammlung, Erfassung und Dokumentation aller Informationsmaterialien (inkl. Flyer und
Links zu Angeboten) z.B. aus Protokollen von relevanten Arbeitskreisen/Gremien
100%
2. adäquate Netzwerkstruktur (im Sozialraumgebiet)
Ziel: Gremienstruktur ist geklärt und ggf. optimiert
Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete):
• Übersicht aller Netzwerke/Gremien/AK‘s ist erstellt bzw. aktualisiert
100%
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Projekte, Ziele und Arbeitspakete zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung /
Projektstand
3. Vernetzung durch Erfahrungsaustausch/Hospitation en
Ziel : Wissen über andere Angebote/Dienste/Einrichtungen sind verbessert. Erste Erfahrungen
und Hinweise zur Möglichkeit der Verstetigung sind erprobt
Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete):
• Kenntnis und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Datenbank in.koeln verbreitern durch
Information in Gremien
100%
4. Verbesserung der Zugangs- bzw. Übergangsgestaltu ng
Ziel: (fallbezogener) Informationsfluss zwischen Einrichtungen und Diensten ist verbessert
Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete):
• Analyse der aktuellen Situation mit Blick auf best-practice und Schwierigkeiten
100%
5. Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen abbau en
Ziel: Zugangsbarrieren für spezielle Zielgruppen sind minimiert
Arbeitspaket (für alle Sozialraumgebiete):
• Zugangsbarrieren sind sozialräumlich identifiziert und dokumentiert
AP1: Gemeinsame Auswertung (zwischen SRK und GSt. im Jahr 2024) der bisherigen
Daten aus den anderen Strategien, um Zugangsbarrieren zu identifizieren
100%
6. Wie können Zugangsbarrieren bei der Informations vermittlung im Sozialraumgebiet
abgebaut werden?
• Austausch mit Akteur*innen der sozialen Infrastruk tur zu den Ergebnissen der Analyse
• Dokumentation der Strategie und möglicher Maßnahme n
100%
2.1.3 Exkurs: stadtweit zu bearbeitende Projekte
Neben den Projekten in den Sozialraumgebieten wurden die folgenden Projekte für eine stadtweite
Bearbeitung entwickelt:
Projekte, Ziele und Phasen der Bearbeitung zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung
/ Projektstand
1. Informations- und Aufklärungsarbeit für gesundheitliche Angebote verbessern
Ziel: Die gesundheitliche Aufklärungsarbeit ist verbessert. Informationen über Angebote und
Leistungen von Einrichtungen sind allen zugänglich und werden für die Arbeit genutzt.
Phasen:
Phase 1: Bestandserfassung, worüber wird wie informiert? Worüber sollte informiert werden? Klärung
der Inhalte und Zielgruppen, die erreicht werden sollten.
Phase 2: Bewertung der vorliegenden Informationsmaterialien und ggf. Ergänzung/Erarbeitung weiterer
zielgruppengerechter Informationsmaterialien. Klärung, wo und wie diese eingesetzt werden können
und Überlegungen, wie die Nutzung bewertet werden kann.
10%
2. Klärung der Struktur und der Strategie der Präve ntionsaktivitäten der städtischen Dienststellen
Ziel: Die Struktur und die Strategien der Präventionsaktivitäten der städtischen Dienststellen ist geklärt,
Schnittstellen bzw. Verbindungslinien sind benannt.
Phasen:
Phase 1: Bestehende Strategien und Maßnahmen bezogen auf die Präventionsbereiche
dokumentieren und bewerten.
Phase 2: Handlungsbedarfe identifizieren
10%
3. Angemessenheit von Angeboten
Ziel: Inhalte und Umfang von Primär- und Sekundärprävention sind geklärt. Zielgrößen und Ist-Werte
liegen vor
Phasen:
Phase 1: Instrumente zur Prüfung der Bedarfsangemessenheit in Bezug auf den Bedarf im Bereich
Primär- und Sekundärprävention benennen und pilothaft erproben.
Phase 2: Der Bestand/Umfang der Angebote im Bereich der Primär- und Sekundärprävention
systematisch erfassen, im Hinblick auf die Bedarfe bewerten. Zielgrößen und Ist-Werte erarbeiten.
10%
4. Beteiligungsmöglichkeiten ausloten
Ziel: Beteiligungsmöglichkeiten sind für die unterschiedlichen Einrichtungen und Dienste ausgelotet
und erprobt.
Phase 1: Umgesetzte Beteiligungsprojekte und weitere Möglichkeiten zur Beteiligung bekannt machen
10%
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Projekte, Ziele und Phasen der Bearbeitung zur Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit Zielerreichung
/ Projektstand
und weitere erproben.
Phase 2: Vorschläge erarbeiten, wie die o.g. Möglichkeiten möglichst gut im Rahmen der Prozesse der
Einrichtungen und Dienste breiter angewendet werden können.
5. Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden -Sicht
Ziel: Möglichkeiten zur Erhebung der Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten aus Nutzenden- Sicht sind
erprobt
Phasen:
Phase 1: Ideen für die zukünftige Bewertung der Bedarfsgerechtigkeit von Angeboten entwickeln und in
die ggf. vorliegenden Fachplanungen/Controlling geben.
10% 6. Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sen sibilität von Angeboten/ Einrichtungen/
Behörden erkennen und bearbeiten
Ziel: Inklusivität, Armuts-, Kultur- und Rassismus-Sensibilität von Angeboten/Einrichtungen/Behörden
ist bewertbar, ggf. bestehender struktureller Rassismus ist abgebaut.
Phasen:
Phase 1: Entwicklung eines Rasters zu Bewertung von Angeboten/Einrichtungen und pilothafte
Erprobung .
10%
7. Vernetzung
Ziel: Struktur für gesamtstädtische Netzwerke im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit ist
entwickelt.
Phasen:
Phase 1: Bestandsaufnahme und der vorhandenen Netzwerke und Sortierung /Gliederung im Hinblick
auf ihre Ziele
Phase 2: Evaluierung der Netzwerke
10%
2.1.4 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Bewegungsfreundliche, sichere Grün- und Spielräume /-flächen - essenziell für die körperliche
und psychische Gesundheit von Kindern.
• Mangel an wohnortnahen Spielplätzen für Kinder (et wa in der Siedlung Schönrath und
Donewald).
• Viele Spielplätze leiden unter Rückbau von Spielge räten oder sind immer wieder gesperrt –
kreative Lösungen wie „Spielmobile“ / Geräteverleih gewünscht.
• Die von Eltern benannten Missstände im Wohnumfeld – darunter auch Rattenbefall – weisen
auf belastende Lebensbedingungen hin, die sich negativ auf die gesundheitsbezogenen
Entwicklungsbedingungen von Kindern auswirken können.
• Die Erreichbarkeit eines Kinderarztes wurde mehrfa ch als problematisch beschrieben.
• Versorgung selbst wurde vereinzelt positiv bewerte t
• Der Wunsch nach einer flexiblen, erreichbaren ärzt lichen Notversorgung wurde geäußert.
• Teilnehmende schlugen vor, Kinderärzt*innen auch a ls Informationsorte zu nutzen, um Eltern
niedrigschwelliger zu erreichen.
• Bewohner*innen äußerten sich besorgt über gefährli che Schulwege, z.B. zur GGS
Leuchterstraße sowie entlang der Stadtbahntrasse in Höhenhaus – dort klettern Kinder
regelmäßig über zu niedrige Zäune.
• Die Nennung von Drogenkonsum im öffentlichen Raum sowie problematische
Verkaufspraktiken an Kiosken (z. B. Alkohol, Tabak an Minderjährige) sind ein direkter Hinweis
auf gesundheitsgefährdende Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche.
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• Es gibt vermutete Lücken in der Drogenprävention, insbesondere in Schulen und
Jugendzentren. Teilnehmende wünschen sich eine frühzeitige, lebensnahe Sensibilisierung
junger Menschen im Umgang mit Suchtmitteln.
• Familien betonten, dass Grünflächen und naturnahe Räume wie Wald, Spielplätze und das
Waldbad Dünnwald wichtige Orte für Bewegung, Entspannung und gemeinsames Spiel sind –
gerade für Kinder.
• Der Wunsch nach kindgerechter Gestaltung zeigt, da ss grüne Räume als gesundheitsfördernde
Lebensorte für Kinder verstanden werden.
• Es fehlen attraktive und gut erreichbare Sportmögl ichkeiten für Kinder und Jugendliche –
zudem fehlt es an niedrigschwelligen Zugängen
• Fehlende freie Plätze (vor allem im Jugendsport)
3 Herausforderung: Mehr Bildungsgerechtigkeit für K inder und Jugendliche aus
einkommensschwachen, benachteiligten Familien
Bildung hat in der Kindheit und Jugend einen hohen Stellenwert und ist sowohl für die
Persönlichkeitsbildung als auch für die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben prägend. Im
Bildungswesen werden Schlüsselqualifikationen erworben, die in verschiedenen Bereichen der
gesellschaftlichen Teilhabe vorausgesetzt werden. Unzureichende Bildungsqualifikationen erschweren
den Zugang zu gut vergüteten Formen der Erwerbsarbeit, aber auch zu gesellschaftlicher und
politischer Partizipation. Verstärkend wirkt, dass die fachlichen und sozialen Ansprüche an
Arbeitnehmer*innen gestiegen sind. Bildung gewinnt einerseits durch den Trend zu steigender
Bildungsbeteiligung und höheren schulischen und beruflichen Abschlüssen und andererseits aufgrund
der steigenden Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft an Bedeutung. Dies führt dazu, dass
Personen, die diesen Bildungsansprüchen nicht genügen, einem stärkeren Risiko von Armut und
sozialer Exklusion unterliegen. So liegt die Armutsrisikoquote der Haushalte mit 18- bis 34-Jährigen
ohne beruflichen Abschluss bei 49%.
Eine gelungene Integration und gesellschaftliche Teilhabe im Kinder- und Jugendalter ist prägend für
den gesamten Lebensverlauf. Besonders an kritischen Übergängen beim Durchlaufen des
Bildungssystems ist für diejenigen, die individuelle Problemlagen haben, eine passgenaue
Unterstützung erforderlich. Je früher kulturelle Teilhabe bzw. kulturelle Bildung als Mittel zur Integration,
zur Sprachförderung, zum sozialen Lernen u.a. ermöglicht wird, desto besser sind Voraussetzungen für
eine gelingende Teilhabe im weiteren Lebensverlauf. Kulturelle Bildung in Kitas ist ein wichtiger Teil der
frühzeitigen Förderung. Wesentliche strategische Ziele sind:
3.1 Strategisches Ziel: Frühzeitige Förderung von K indern aus benachteiligten Familien ist
gesichert
Während praktisch allen Kindern in Köln zwischen drei und sechs Jahren im Jahr 2023 ein Kita- oder
Tagespflegeplatz zur Verfügung steht (99,6% im Jahr 2023), liegt die Betreuungsquote der unter
Dreijährigen bei 50,3%. Damit ist die Betreuungsquote der drei- bis sechsjährigen Kinder in Köln auf
dem gleichen Niveau wie im Land Nordrhein-Westfalen, die der unter Dreijährigen liegt deutlich darüber
(NRW 31%).
Es sind teils erhebliche Unterschiede in der Versorgungssituation je nach Stadtteil zu konstatieren.
11
Teilweise ist die Nachfrage besonders in Stadtteilen mit hohen Armuts- und Bildungsrisiken
unterentwickelt und es bestehen vielfältige Zugangsbarrieren, die mit Hilfe unterschiedlicher Strategien
11 Die Verwaltung ist sich dieser Unterschiede sehr bewusst und prüft zwei sich wechselseitig ergänzende Ansätze, die
Versorgungsangebote in weiteren Ausbauschritten stärker einander anzunähern. Erstens wird geprüft, wie die Realisierung neuer
Kindertageseinrichtungen und neuer (Groß-)Tagespflegeangebote weiter verstärkt in die Stadtteile gelenkt werden kann, die eine
unterdurchschnittliche Betreuungsquote aufweisen. Zweitens ist zu fragen, wie gezielt neue Betreuungsangebote etabliert werden
können, die einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen.
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abgebaut werden sollen. 12 Eine bedarfs- und nachfrageangemessene Verteilung der Plätze und der
Abbau struktureller Zugangsbarrieren werden angestrebt.
Die Anzahl der Plätze im Offenen Ganztag in der Primarstufe ist in Stadtteilen, welche Wohnbereiche
mit besonderem Jugendhilfebedarf umfassen, teilweise geringer als in anderen Stadtteilen. Gerade hier
muss im Sinne der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit eine Priorisierung hinsichtlich der
Schaffung zusätzlicher Plätze vorgenommen werden. 13 Das strategische Ziel 3.1 soll mittels des im
Folgenden aufgeführten Teilzieles (vgl. Tabelle 2) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 2: Teilziel des strategischen Zieles "Frühzeitige Förderung von Kindern aus benachteiligten
Familien ist gesichert"
Teilziel Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Betreuungsinfrastruktur in
Stadtteilen in
Sozialraumgebieten
bedarfsgerecht ausbauen
Betreuungsquote der 3–
6-Jährigen (in
Stadteilten) im
Sozialraumgebiet
80,2% 2023 100% 2029/2030
14
im Stadtteil Höhenhaus 95,9%
im Stadtteil Dünnwald 90,4%
Versorgungsquote
offener Ganztag in
Grundschulen im
Sozialraumgebiet
(Betrachtung nach
Schulstandort)
71,1% 2022/2023 100% 2029/2030
15
im Stadtteil Höhenhaus 90,2%
im Stadtteil Dünnwald 62,9%
3.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Im Hinblick auf die Betreuungsquote der 3- bis 6-Jährigen ist die angestrebte Zielquote von 100% im
Jahr 2029/2030 im Stadtteil wahrscheinlich erreichbar. Was das Ziel der Betreuungsquoten im offenen
Ganztag angeht, ist diese mit 71,1% im Jahr 2022/2023 noch von den angestrebten 100% in 2029/2030
entfernt. Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische
Verwaltung und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im
Sozialraum bearbeitet werden.
3.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Verbesserte Übergangsgestaltung & Zugangsgestaltun g
12 Für Lösungen ist hier beispielsweise an spezifischen Großtagespflegestellen analog des LENA-Modells in Mönchengladbach
oder des Modells Kinderstuben in Dortmund zu denken. Des Weiteren sieht die Verwaltung eine Evaluation des seitens des
Bundesfamilienministeriums geförderten Programms „Kita-Einstieg“ vor, an dem sich auch die Stadt Köln mit mehreren
Einrichtungen in freier Trägerschaft beteiligt.
13 Das strategische Ziel 3.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die
kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur
Teilhabe.
14 Fachplanung wird von IV/2 2023 fortgeschrieben.
15 Fachplanung wird von IV/2 2023 fortgeschrieben.
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• Zu OGS: Unterversorgung OGS-Plätze auch in den soz ialräumlichen Netzwerken immer wieder ein
Thema. Teilziel müsste vielleicht auch die vorhandene Qualität in der Betreuung im offenen
Ganztag sein (Stichwort Qualitätsstandards / Fachkräftemangel…)
• Zu Kita-Plätzen: Berichte von Kita-Leitungen zu un terjährigen Anfragen zu Kita-Plätzen, jedoch
keine freien Plätze. Durch zusätzliche Bauvorhaben (bspw. Von-Ketteler-Str. sowie Siedlung
Schlebuscher Weg in Höhenhaus) erwartete Zunahme
• Hinweise, dass OGS und Kita in Randstadtteilen stä rker vom Fachkräftemangel betroffen sind
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Der Mangel an Personal in Betreuungseinrichtungen (Kita und OGS) wurde als Belastung für die
Eltern empfunden
• Es bestehe ein Mangel an frühkindlicher Förderung, insbesondere für Kleinkinder, und der Wunsch
nach mehr flexiblen Betreuungsangeboten (z. B. Notbetreuung) wurde geäußert
• Es wurde eine strukturelle Überforderung im OGS-Be reich geschildert. Eltern wiesen darauf hin,
dass die Qualität der Nachmittagsbetreuung oft nicht ausreiche, um Kinder beim Lernen zu
unterstützen
• An vereinzelten Schulen in Teilen lange Warteliste n beim Zugang zur OGS
• Wunsch nach stärkerer „sozialer Durchmischung“ an Schulen
• Erfahrungen von Diskriminierung unter Kindern sowi e Mangel an kindgerechter Aufklärungsarbeit
sind klare Hinweise auf Handlungsbedarf bei Prävention von Ausgrenzung und Förderung von
Vielfalt
• Teilnehmende wünschen sich mehr Kurse zur Förderun g digitaler Medienkompetenz für Kinder
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Schnellere Verfahren für Bewilligung von Schulbegl eitungen
• Zielgerichtete Ausgaben von Mitteln in der Kommune
• Begrenzte Räumlichkeiten in den Schulen hinsichtli ch des (stufenweise) Rechtsanspruchs auf
OGS-Platz ab 2026
• Qualitativ hochwertige Hausaufgabenhilfe fehlt im SRG
• OGS-Stellen in Vollzeit wünschenswert
• Bessere Bedingungen für Fachkräfte
• Fachkräftemangel
• BUT zu hochschwellig & Bearbeitung der Anträge dau ert zu lange
• Niedrigschwellige Bildungsangebote breiter fassen (kulturelle Bildung)
• Kleinere Klassen
• Schnellere Testungen Förderbedarf
3.2 Strategisches Ziel: Sprache und deutsche Sprach kenntnisse insbesondere bei Kindern mit
internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert
Gemäß den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchung für das Einschulungsjahr 2024 sprechen
rund 42% der Kölner Kinder, die eine andere Erstsprache als Deutsch haben, fehlerfrei bzw. flüssig und
nur mit leichten Fehlern Deutsch rund 33% der Kinder sprechen flüssig, aber mit erheblichen Fehlern
Deutsch, 18% sprechen nur radebrechendes Deutsch und 7% sprechen zum Zeitpunkt der Einschulung
kein Deutsch. Gemäß diesen Zahlen ist davon auszugehen, dass bis zu 58% der Kinder, die zu Hause
eine andere Sprache als Deutsch sprechen, einen Sprachförderbedarf haben könnten. Den Kindern mit
Deutsch als Erstsprache wird ein Anteil von 4,3 % eine Sprachförderung empfohlen.
Gute Sprachkenntnisse
16 sind eine wesentliche Voraussetzung für Bildungsteilhabe. Jedes Kind sollte
deshalb bei Einschulung über so gute Deutschkenntnisse verfügen, dass es dem Unterricht von Beginn
16 Sprachliche Förderung wie auch die Förderung von Mehrsprachigkeit sind in NRW gesetzlich
geregelt im Gesetz zur frühen Förderung und Bildung von Kindern (§ 19 KiBiz). Demnach ist die
sprachliche Entwicklung eines Kindes zu beobachten und zu dokumentieren. Wenn ein Förderbedarf
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an folgen kann. 17 Das strategische Ziel 3.2 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Teilzieles (vgl.
Tabelle 3) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 3: Teilziel des strategischen Zieles "Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei
Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht gefördert"
Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Jedes Kind verfügt bei
Einschulung über gute
Sprachkenntnisse
Anteil der Kinder mit
anderer Erstsprache
als Deutsch mit
Förderbedarf
58% 2024 Wert wird
beobachtet
2030
Damit ist der Anteil der Kinder mit anderer Erstsprache als Deutsch und förderbedürftigen
Deutschkenntnissen zwischen 2018 und 2024 um ca. 18 Prozentpunkte angestiegen.
3.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Es wird empfohlen, an der Zielerreichung weiterhin u.a. über die städtischen Fachplanungen und
Verwaltung zu arbeiten. In der Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die
Sozialraumkoordination gesehen, z.B. wenn es um die Zusammenarbeit verschiedener Behörden
und/oder den Angeboten bzw. Einrichtungen vor Ort geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret
aussehen kann, ist in den Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständige(n)
Dienststelle(n) abzustimmen.
3.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Ausbau Anteil der in der Kita betreuten Kinder (vo rheriges Ziel). Ausbau der
Sprachförderungsangebote in den örtlichen Kitas / Familienzentren. Stärkung der
Schuleingangsphase.
• Wiedereinführung der Vorschule
• Sprachförderung vor Schuleintritt (Sprach-Kita)
• Kita-Pflicht einführen – mindestens ein Jahr vor S chulbeginn
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Nicht explizit benannt, aber implizit über den Wun sch nach Förderung sozialer Kompetenzen und
Nachhilfe, also auch Sprachkompetenz – besonders im Hinblick auf familiäre Mehrsprachigkeit
3.3 Strategisches Ziel: Kinder, Jugendliche und jun ge Erwachsenen mit internationaler
Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen
Kinder mit internationaler Familiengeschichte haben geringere Bildungschancen. Das wird an der
Gymnasialempfehlungsquote bzw. der Gymnasialübergangsquote deutlich: Nach Abschluss der
festgestellt wird, ist eine individuelle Förderung und Lernanregung zu gewährleisten (§ 19 (2) KiBiz).
Gleichzeitig hat der Integrationsrat und in der Folge auch der Rat in 2022 das Positionspapier zur
Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit verabschiedet und damit anerkannt, dass die Förderung
dieser eine wichtige Ressource für die Gesellschaft und auch für das erfolgreiche Sprachenlernen der
Kinder ist.
17 Wie der Sprachstand der Kinder in ihrer Erstsprache ist und damit auch, inwieweit sprachliche Entwicklungsverzögerungen
vorhanden sind, wird im Rahmen dieser Untersuchung nicht untersucht. Das strategische Ziel 3.2 korrespondiert mit den
folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP
Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe.
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Grundschule wechselten im Schuljahr 2023/2024 49% der Kölner Schüler*innen an ein Gymnasium. Im
Schuljahr 2018/2019 hatten 43% der Schüler*innen eine Gymnasialempfehlung. Werden die Anteile der
deutschen und ausländischen Schüler*innen verglichen (Daten zur internationalen Familiengeschichte 18
wurden in der Schulstatistik erhoben, aber nicht ausgewertet) zeigt sich, dass 54% der deutschen
Schüler*innen nach der Grundschule ein Gymnasium besuchen, während es von den ausländischen
Schüler*innen nur 25% sind (Schuljahr 2023/2024). Zu berücksichtigen ist, dass auch an
Gesamtschulen das Abitur als höchster Abschluss erreicht werden kann; allerdings steht diese Absicht
mit der Schulwahl Gesamtschule nicht unbedingt fest. Insofern sind die Gymnasialempfehlungsquote
und die tatsächliche Schulwahl zu relativieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Quote zwischen
den einzelnen Jahren stark schwankt. Das strategische Ziel 3.3 19 soll mittels der im Folgenden
aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 4) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 4: Teilziel des strategischen Zieles "Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen mit
internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen"
Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Mehr Kinder aus
bildungsfernen
Familien sind gefördert
Gymnasial-
Empfehlungsquote in
Stadtteilen im
Sozialraumgebiet
17,2% 2023 54,2%
20 2030
im Stadtteil Höhenhaus 31,3%
im Stadtteil Dünnwald 35,4%
3.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Ist-Werte liegen im Sozialraumgebiet weit unter den städtischen Zielwerten. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass die Ist-Werte von Jahr zu Jahr z.T. stark schwanken. Gleichwohl wird empfohlen,
weiterhin u.a. über die städtischen Fachplanungen und die Verwaltung an der Zielsetzung zu arbeiten.
3.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Ausbau der kostenlosen Lernförderangebote für Grun dschüler*innen – Ausbau &
Qualitätsverbesserung im System OGS.
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Nachhilfeangebote wurden ausdrücklich gewünscht, u m Bildungslücken zu schließen
• Teilnehmende wünschen sich mehr Kurse zur Förderun g digitaler Medienkompetenz für Kinder
• Sozialkompetenztraining ausbauen in allen Alterskl assen (schulisch und außerschulisch)
18 Da das statistische Merkmal „Internationale Familiengeschichte“ nicht vorlag, wurde das Merkmal „Ausländer*in“ verwendet.
Die Anteile der beiden Gruppen verhalten sich in etwa gleich.
19 Das strategische Ziel 3.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+: KP Ziel 3.4 Köln fördert die
kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur
Teilhabe.
20 Gymnasial-Empfehlungsquote in den übrigen Stadtteilen
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4 Herausforderung: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit
internationaler Familiengeschichte verbessern
Ein gelungener Übergang in die Arbeitswelt ist von großer Bedeutung für die Lebenslage im
Erwachsenenalter. Erwerbstätigkeit bedeutet aus ökonomischer Sicht den Erwerb eines Einkommens
zum Lebensunterhalt und eines bestimmten Lebensstandards. Die Qualität der Erwerbsbeteiligung
drückt sich u.a. in einer angemessenen Vergütung aus. Der mögliche Lebensstandard wird maßgeblich
durch das Erwerbseinkommen definiert, und materielle Notlagen werden dadurch abgewendet.
Zum Jahresende 2023 lebten in Köln 115.806 Personen zwischen 15 und unter 25 Jahren.
• 7,8% der Altersgruppe sind unterbeschäftigt (arbei tslos gemeldet oder in einer Maßnahme der
Arbeitsförderung)
• 2.817 der jungen Erwachsenen (2%) beziehen ergänze nde SGB II-Leistungen (Ergänzer*innen).
Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge schwankt seit dem Jahr 2018 deutlich. Im Jahr
2018 lag sie bei 7.503 abgeschlossenen Verträgen, im Jahr 2020 bei 6.531 Verträgen und im Jahr 2023
wieder bei 7.071 neu abgeschlossenen Verträgen. Knapp 40% der neuen Verträge wurden mit
weiblichen Auszubildenden abgeschlossen, 13% mit ausländischen Auszubildenden. Gleichzeitig gibt
es einen Bewerber*innenmarkt. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen liegt im Jahr 2023
mit 5.770 Stellen etwas unter dem Vorjahreswert (-4%). Die Zahl der gemeldeten Bewerber*innen hat
hingegen leicht zugenommen und umfasst 5.700 Personen (+15% seit Vorjahr). Zum Ende 2023 waren
noch rund 1.300 Personen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz (+29% seit Vorjahr). Von den
Bewerbenden haben 29,5% eine ausländische Staatsangehörigkeit, darunter haben 11% einen
Fluchthintergrund.
Junge Erwachsene ohne Ausbildung bzw. mit geringer Qualifikation sowie junge Erwachsene
ausländischer Herkunft sind häufiger prekär beschäftigt (14% vs. 28% bei Ausländer*innen). Sie weisen
ein höheres Armutsrisiko auf (62%) als diejenigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (28%).
Das bedeutet: Insbesondere junge Ausländer*innen benötigen mehr Unterstützung beim Übergang in
eine Ausbildung und auf dem Weg zum Ausbildungserfolg. Je früher in der Bildungskette die
Unterstützung ansetzt (Sprachkenntnisse, Schulbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen) desto besser
sind die Chancen für einen guten späteren beruflichen Einstieg.
4.1 Strategisches Ziel: Nachholen und Erwerb von hö heren Schulabschlüssen auf dem
zweiten Bildungsweg ist gefördert
Die Art des erreichten Schulabschlusses entscheidet in besonderer Weise darüber, welche hieran
anschließenden schulischen und beruflichen Bildungsmöglichkeiten offenstehen und somit, welche
weiteren Qualifikationen erworben werden können. Für einen Teil derer, die keinen qualifizierten
Bildungsabschluss auf direktem Wege erlangen, bietet der zweite Bildungsweg eine weitere Chance auf
einen höheren Schulabschluss.
Von 2010/11 an stieg der Anteil der Ausländer*innen mit einer (Fach)Hochschulreife von 20% auf 28%
und sank 2023/2024 auf 22%. Bei den Deutschen waren die Anteile fast durchgehend mehr als doppelt
so hoch (Deutsche: 2010/2011: 45%, 2018/2019: 51%, 2023/24: 51%).
21
Um Ausländer*innen wieder vermehrt zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen, muss stadtweit auf
die bedarfsgerechte Schaffung von Bildungsangeboten eingewirkt werden. Hierfür müssen ausreichend
Schulplätze an Ausbildungsvorbereitungsklassen, Sprachförderung und internationale Förderklassen
zur Verfügung stehen. Die nicht bestehende Schulpflicht darf dabei kein Ausschlusskriterium für den
21 Eine mögliche Erklärung dieser Verschiebung ist, dass unter den Ausländerinnen und Ausländern, die im Schuljahr 2018/19
einen Schulabschluss gemacht haben, ein hoher Anteil von Geflüchteten war, die auf dem zweiten Bildungsweg einen
Schulabschluss erworben haben.
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weiteren Bildungserfolg sein. Zudem sollten Beratungsangebote geschaffen werden, die die
Durchlässigkeit des Bildungssystems kommunizieren und somit den Zugang erleichtern. 22
4.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtischen
Fachplanungen und die städtische Verwaltung bearbeitet werden.
4.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Es fehlt an bedarfsgerechten Bildungs- & Beratungs angeboten vor Ort, die vorab geschaffen
werden müssten, um die Herausforderung gezielter angehen zu können. Falls Ressourcen in den
Sozialraum fließen / akquiriert werden, gibt es aber durchaus Einflussmöglichkeiten. Enge
Zusammenarbeit mit den kommunalen Weiterbildungskollegs zur besseren Zugangsgestaltung.
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Einheitliche Standards bei Fallbearbeitung notwend ig Case Management auch innerhalb der
Verwaltung
• Vereinfachte Verfahren innerhalb der Verwaltung / Beratung, Bildungskette… betrifft alle
Lebenslagen
• Mobilität / fehlende Bereitschaft, eigene Bubble z u verlassen
• Mehr Gesamtschulen bauen oder Leerstand nutzen
• (fehlende) Zugänge ein zentrales Thema
• Bedarfe / Wünsche werden formuliert, aber Leute ne hmen Angebote nicht wahr – es bedarf
„Vorbereitung“ der Menschen, um Angebote anzunehmen
• Multiple Problemlagen keine Kraft, sich zu engagieren / motivieren
• Kinderbetreuung Stellensuche Wohnungssuche
• Stadt Köln gefordert strukturelles Problem (Land Vergütung U3 / Ü3)
• Hohe Hürden bei der Anerkennung von Abschlüssen
• Vorbilder maßgeblich für gutes Gelingen (Schule / Berufseinstieg)
• Lehrpläne auf den Prüfstand stellen
• Feststellungsprüfungen bei verlorenen Zeugnissen ( z.B. TAS Plausibilitätsprüfungen)
• Prekäre Beschäftigung: Ausnutzen von mangelnden Sp rachkenntnissen, Erziehung, Kultur…
• Essenziell: Sprachkenntnisse
• Anonymisierte Bewerbungsverfahren / Umkehrung Bevo rzugung
4.2 Strategisches Ziel: Junge Erwachsene mit intern ationaler Familiengeschichte sind im
Übergangssystem gefördert
Jungen Erwachsenen, die den Übergang von der Schule zu Ausbildung, Beruf oder Studium nicht aus
eigener Kraft erreichen, wird im Rahmen des Übergangssystems eine Möglichkeit geboten, die
Qualifikation zu steigern, ohne dass ein anerkannter Berufsabschluss erlangt wird. So wird bei der
Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung unterstützt und die Chance geboten, allgemeine
Schulabschlüsse nachzuholen.
Im Schuljahr 2023/24 befanden sich 3.119 Personen in Köln im Übergangssystem. Dies entspricht 8,1%
aller im Berufsbildungsteilsystem registrierten Personen.
22 Das strategische Ziel 4.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu
Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert.
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Jede fünfte ausländische Person im System der beruflichen Bildung wurde im Übergangssystem
gefördert, während es bei Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft nur fünf Prozent waren. Dies ist
auch auf den Zuzug geflüchteter Personen in den vergangenen Jahren zurückzuführen, die z.T. eine
geringere Qualifizierung sowie sprachliche Schwierigkeiten aufweisen und das Übergangssystem zur
Berufsvorbereitung nutzen.
Es ist erwiesen, dass das Übergangssystem wichtig ist für den Zugang in das Bildungs- und
Arbeitssystem für diese Zielgruppe, d.h. das Übergangssystem sollte die jeweils bestehenden Bedarfe
der Zugewanderten decken können.
23
4.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtischen
Fachplanungen und die städtische Verwaltung bearbeitet werden.
4.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Positive Rückmeldungen zu Unterstützungsangeboten bei Bewerbungen und beruflicher
Integration in Höhenhaus (ABC Höhenhaus)
• Jugendliche benötigen mehr Unterstützung beim Über gang von Schule in den Beruf - zu wenig
Berufsorientierung in formalen Bildungseinrichtungen
• Frühe Orientierungsformate, um eigene Stärken zu e ntdecken und zu fördern (möglichst ab der
Grundschule mit langfristiger Perspektive)
• Raummangel an Schulen erschwert Umsetzung zusätzli cher Angebote im formalen
Bildungssetting
• Bildungskette früher ansetzen: Sprachkenntnisse, S chulbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen
• Austauschformate unter Jugendlichen zu Bildung & Ü bergängen wird als zentral bewertet - stärken
Selbstvertrauen, fördern Perspektivenvielfalt, soziale Sicherheit und Motivation
• Teilweise weite Schulwege (von Höhenhaus nach Sülz ) bei Übergang an die weiterführende
Schule – gefährliche Schulwege
4.3 Strategisches Ziel: Berufliche Ausbildung junge r Erwachsener mit internationaler
Familiengeschichte ist verbessert
Das Verhältnis der Zahl der Bewerber*innen zu den angebotenen Ausbildungsplätzen ist von großer
Bedeutung. In Köln kommen im Jahr 2022/23 auf 100 Stellen 81 Bewerber*innen. Insgesamt gibt es in
Köln über die Jahre gesehen Schwankungen der Relation von Ausbildungsplätzen und Bewerbenden,
wobei die Veränderungen sowohl mit dem konjunkturellen Faktor einer erhöhten Zahl an Stellen als
auch mit dem demografischen Faktor einer gesunkenen Zahl von Bewerber*innen zusammenhängen.
24
4.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Da keine kleinräumigen Daten vorliegen, sollen die Herausforderungen und das Teilziel über die
stadtweiten Planungen bearbeitet werden.
23 Das strategische Ziel 4.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.5 Köln fördert den Zugang zu
Bildung und Qualifikation als Schlüssel zur Teilhabe; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert.
24 Das strategische Ziel 4.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich
aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel B4 Berufliche Qualifizierung ist verbessert; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven
sind verbessert.
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4.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Hürden und Barrieren bei der Vermittlung in die Be rufsausbildung eruieren für bestimmte
Zielgruppen (auch seitens der Betriebe)
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Positive Rückmeldungen zu Unterstützungsangeboten bei Bewerbungen und beruflicher
Integration in Höhenhaus (ABC Höhenhaus)
• Jugendliche benötigen mehr Unterstützung beim Über gang von Schule in den Beruf - zu wenig
Berufsorientierung in formalen Bildungseinrichtungen
• Frühe Orientierungsformate, um eigene Stärken zu e ntdecken und zu fördern (möglichst ab der
Grundschule mit langfristiger Perspektive)
• Raummangel an Schulen erschwert Umsetzung zusätzli cher Angebote im formalen
Bildungssetting
• Bildungskette früher ansetzen: Sprachkenntnisse, S chulbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen
• Austauschformate unter Jugendlichen zu Bildung & Ü bergängen wird als zentral bewertet - stärken
Selbstvertrauen, fördern Perspektivenvielfalt, soziale Sicherheit und Motivation
4.4 Strategisches Ziel: Unterbeschäftigung von jung en Erwachsenen mit internationaler
Familiengeschichte ist abgebaut
43% der Unterbeschäftigten im jüngeren Erwachsenenalter haben eine ausländische Staats-
bürgerschaft. Dem Trend der Arbeitslosenzahlen folgend, ist auch die Anzahl der Unterbeschäftigten im
jungen Erwachsenenalter von 2010 bis 2018 gesunken (-20%). Einzig der Anteil der Bevölkerung mit
ausländischer Staatsangehörigkeit an allen Unterbeschäftigten ist seit 2010 gestiegen, wobei dieser
zunächst konstant bei 32-33% lag und erst ab dem Jahr 2015 im Zuge der Einwanderung von
Geflüchteten auf 43% angestiegen ist.
25 Das strategische Ziel 4.4 soll mittels der im Folgenden
aufgeführten Teilziele (vgl. Tabelle 5) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 5: Teilziele zum strategischen Ziel "Unterbeschäftigung junger Erwachsener mit internationaler
Familiengeschichte ist ausgebaut“
Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Unterbeschäftigung in der
Gruppe der jungen
Erwachsenen ist gesenkt.
Anteil der 18- bis 34-Jährigen, die
arbeitslos gemeldet sind bzw. sich in
einer Maßnahme zur Arbeitsförderung
befinden.
7%
2018 kleiner 7% 2030
Unterbeschäftigung der
jungen ausländischen
Erwachsenen ist gesenkt.
Anzahl der ausländischen
Unterbeschäftigten 18- bis 34-Jährigen
/ Anzahl der Unterbeschäftigten im
Alter von 18 bis 34 Jahre
43% 2018 kleiner 43% 2030
4.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Fachplanung
und Verwaltung bearbeitet werden.
25 Die Daten der ausländischen Unterbeschäftigten sind nicht mehr lieferbar.
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4.4.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• „Beratungsstelle Arbeit“ vor Ort stärken
• flankierende Projekte für die Zielgruppe 18-34-Jäh rige
• Sprachförderungsangebote
• Unterstützung bei Bewerbungen (Projekte in den Sta dtteil bringen)
• Einbindung der Jugendzentren
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Fehlende Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Hindernis
5 Herausforderung: Familien- und Kinderarmut abbaue n - Mehrfach belastete Lebenslagen
durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern
Das Armutsrisiko und die Haushaltsform von Familien haben einen erheblichen Einfluss auf die
Teilhabechancen von Kindern. Familiäre Armut stellt ein zentrales Entwicklungsrisiko dar.
Untersuchungen belegen: Je früher die Armut beginnt und je länger sie anhält, desto eher sind negative
Folgen in allen Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen zu beobachten. Wichtig ist die
Erkenntnis, dass im Laufe der Kindheit die Lebenswelten der armen und nicht armen Kinder immer
weiter auseinanderdriften.
In Köln leben in ca. 103.000 (2023) Haushalten Familien mit insgesamt 176.034 Kindern (2023). Dies
sind 18% der Kölner Haushalte (bundesweit sind es 29%).
Kinder aus Alleinerziehendenhaushalten, kinderreiche Familien sowie Familien mit internationaler
Familiengeschichte
26 haben ein höheres Armutsrisiko. Die höchsten Armutsrisikoquoten werden bei
Alleinerziehendenhaushalten (43%), kinderreichen Haushalten (66%27 ) sowie Haushalten mit Personen
mit internationaler Familiengeschichte (37%) nachgewiesen.
Das Armutsrisiko spiegelt sich auch im SGB II Leistungsbezug wider: 38.320 Kölner Kinder und
Jugendliche (22%) leben in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (Dez. 2022), davon 45% in
Alleinerziehendenhaushalten, 42% in SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit 3 und mehr Kindern. 41% der
Kinder haben eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Doch nicht nur transferleistungsbeziehende Familien leiden unter finanziellen Grenzen, sondern auch
diejenigen Familien, die über ein Einkommen knapp über der Grundsicherungsschwelle verfügen.
Auffällig ist die ungleiche Verteilung von SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern in den einzelnen
Stadtteilen. In dem Stadtteil mit dem niedrigsten Wert (Hahnwald) leben nur 0,5% der Kinder in Armut.
In dem Stadtteil mit dem höchsten Wert (Finkenberg) sind es 59% (Dez. 2022).
Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten haben ein höheres Teilhaberisiko mit Folgen für ihr späteres
Leben. Die Bekämpfung von Familien- und Kinderarmut ist deshalb ein wichtiges strategisches Ziel. 28
26 Vgl. hierzu auch Kapitel 7
27 Hier werden Haushalte mit vier und mehr Kindern berücksichtigt. Zu beachten ist, dass die Fallzahl in der
Strukturdatenerhebung, auf die dieses Merkmal zutrifft, mit 61 Haushalten recht gering ist.
28 Der Rat der Stadt Köln hat am 12.12.2019 die Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken!“ beschlossen. Es handelt sich um ein
strategisches Konzept zur (weiter verbesserten) Verwirklichung der Teilhabe- und Entwicklungschancen aller Kinder und
Jugendlichen in Köln und enthält ein Leitbild, strategische Handlungsfelder und Ziele, ein Präventionsmonitoring sowie Struktur-
und Praxismaßnahmen (Session 3437/2019). „Kölner Kinder stärken!“ ist wichtiger Bestandteil der Stadtstrategie „Kölner
Perspektiven 2030+“ und zahlt hier insbesondere auf Leitsatz 3 „Köln sorgt für Bildung, Chancengerechtigkeit und Teilhabe“ und
Handlungsempfehlung 7 „Vorfahrt Bildung“ ein. Nach Einschätzung der Verwaltung müssen strategische Konzepte zwingend und
regelmäßig in einem Steuerungs- bzw. Qualitätskreislauf auf den Prüfstand gestellt und bei Bedarf nachjustiert werden. Ein
solcher Weiterentwicklungsprozess wird in 2023 für die Gesamtstrategie „Kölner Kinder stärken“ gestartet und dabei
freundlicherweise durch den Landschaftsverband Rheinland intensiv begleitet und unterstützt werden.
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten im Sozialraumgebiet
Höhenhaus / Dünnwald 38,9% im Jahr 2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug
der Anteil 20,3%. Die Veränderung zwischen 2013 und 2023 ist mit 17,4 Prozentpunkten größer als im
städtischen Durchschnitt (-1,2 Prozentpunkte).
Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Höhenhaus 23,6% im Jahr
2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug der Anteil 20,3%. Die Veränderung
zwischen 2013 und 2023 ist mit 2,2 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2
Prozentpunkte).
Von den Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren erhielten in Dünnwald 32,7% im Jahr
2023 Leistungen nach dem SGB II, in der Gesamtstadt betrug der Anteil 20,3%. Die Veränderung
zwischen 2013 und 2023 ist mit 11,3 Prozentpunkten größer als im städtischen Durchschnitt (-1,2
Prozentpunkte).
Tatsächlich liegt die SGB-II-Quote im Donewald im Jahr 2023 bei 28,9%, er ist im Vergleich zum
Bezugsjahr 2013 (37,6%) um 8,7 Prozentpunkte gesunken.
5.1 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefäh rdeter Alleinerziehendenhaushalte sind
verbessert
Für Paarhaushalte ist Familie ist eine wichtige Ressource, wenn es darum geht, sich im Alltag
gegenseitig zu unterstützen. Ein Paarhaushalt hat eher das Potenzial, schwierige Lebensphasen zu
überwinden, die Familienarbeit wie Kinderbetreuung oder die Pflege von älteren oder beeinträchtigten
Familienmitgliedern aufzuteilen und ggf. fehlendes Einkommen - durch Arbeitslosigkeit oder eine
geringe Rente verursacht – auszugleichen als Alleinerziehende.
Für Alleinerziehende insbesondere mit kleinen Kindern ist es ungleich schwieriger trotz vorhandener
beruflicher Qualifikation einer (bedarfsdeckenden) Erwerbstätigkeit nachzugehen, Familien- und
Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren. Dies spiegelt sich in dem erhöhten Armutsrisiko
Alleinerziehender wider (43%). Alleinerziehendenhaushalte zu unterstützen und zu entlasten sollte auch
im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein.
Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im Jahr 2023 im Sozialraumgebiet Höhenhaus /
Dünnwald bei 30,9% (im Jahr 2013 bei 31%), in der Gesamtstadt betrug er 22,5% (im Jahr 2013
24,1%). Der Anteil hat sich mit -0,1 Prozentpunkten im Sozialraumgebiet schlechter entwickelt als in der
Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte)
Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im Jahr 2023 im Stadtteil Höhenhaus bei 23,1% (im Jahr
2013 bei 23,3%). Der Anteil hat sich mit -0,2 Prozentpunkten im Stadtteil besser entwickelt als in der
Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte)
Der Anteil der Alleinerziehendenhaushalte lag im Jahr 2023 im Stadtteil Dünnwald bei 29,2% (im Jahr
2013 bei 27,8%). Der Anteil hat sich mit 1,4 Prozentpunkten im Stadtteil schlechter entwickelt als in der
Gesamtstadt (-1,6 Prozentpunkte). Im Donewald lag die Quote 2023 bei 40,5%, 2013 bei 33%.
5.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum
bearbeitet werden.
5.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Wohnumfeld, Belegung der Belegrechtswohnungen in Q uartieren, kostenlose Verpflegung in
Schulen + Kitas, vorhandene Barrieren beim Zugang zu Leistungen (Beratungsangebot schaffen),
fehlende Kinderbetreuung / Ausbau dieser, Jugendamt / Modul II Mittel, Arbeitsmarktintegration,
Teilhabe- / Begegnungsmöglichkeiten schaffen
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Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Zugang zu wohnortnahen, sauberen und offenen Freiz eit- und Spielorten / Spielplätzen (siehe 5.3).
Eltern und Kinder aus benachteiligten Familien haben häufig weniger Mobilität – wohnortnahe
Angebote sind daher entscheidend.
• Wunsch nach mehr niedrigschwelligen, gut erreichba ren und individuellen Beratungsangeboten zu
Wohnen, Bildung, Arbeit oder familiären Themen.
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Günstigeres Sozial- / Deutschlandticket
• ÖPNV nicht aufeinander abgestimmt (Bus & Bahn)
• Beratungsstrukturen vor Ort ausbauen
• Bestehende Angebote müssen bekannter gemacht werd en
• Vereinfachte Zugänge / Antragsstellung BUT
• Angebote für Langzeitarbeitslose
• Fiktionsbescheinigung schnell ausstellen
• Keine Fiktionsbescheinigung = Jobverlust / Wohnun gsverlust
• Fokus auf Ursachen von Armut
• Antirassistische Verfahren einführen (Chancengleic hheit in Job- / Wohnungssuche)
• Sportangebote
• Niedrigschwellige Räume der Begegnung schaffen (z. B. Begegnungscafé)
• Bedeutende Rolle von verlässlicher Kinderbetreuung im Hinblick auf die Arbeitsmarktintegration
5.2 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefäh rdeter kinderreicher Familien sind
verbessert
Auch kinderreiche Familien sind häufig(er) von Armut betroffen. Über 15.000 Kinder, die in SGB II-
Bedarfsgemeinschaften leben, leben in kinderreichen Familien (41%). Kinderreiche Familien zu
unterstützen und zu entlasten sollte auch im Sinne der Kinder eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe
sein.
29
5.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum
bearbeitet werden.
5.3 Strategisches Ziel: Teilhabechancen armutsgefäh rdeter Familien mit internationaler
Familiengeschichte sind verbessert
Familien ohne internationale Familiengeschichte waren zu 15% armutsgefährdet, bei jenen mit
internationaler Familiengeschichte ist der Anteil mit rund 41% fast dreimal so hoch. Armutsgefährdete
Familien mit internationaler Familiengeschichte besser zu integrieren, sollte auch im Sinne der Kinder
eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe sein.
30
29 Das strategische Ziel 5.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die
kinder, jugend und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP
Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert.
30 Das strategische Ziel 5.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die
kinder, jugend und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP
Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert.
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5.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin durch die städtische Verwaltung und in
Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum bearbeitet
werden.
5.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Zahlreiche Menschen berichteten von Alltagsrassism us – etwa beim Einkaufen, in der
Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz – und davon, dass sie sich häufig ausgeschlossen oder
unerwünscht fühlen. Besonders oft wurde von Diskriminierung aufgrund äußerlicher Merkmale
(wie etwa dem Tragen eines Kopftuchs) berichtet.
• Förderung gesellschaftlicher Dialoge zum Abbau von Vorurteilen, Stereotypen und
verschiedenen Formen von Diskriminierung
• Der Wunsch nach einem Frauencafé / Erzählcafé in H öhenhaus wurde als Vorschlag für einen
Raum geäußert, in dem sich insbesondere Frauen mit internationaler Familiengeschichte sicher
und wertgeschätzt fühlen können – ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der
Unterstützung.
• Mangel an wohnortnahen Spielplätzen: Ausbau und Zu gang zu wohnortnahen, sauberen und
offenen Freizeit- und Spielorten / Spielplätzen (siehe 5.1). Eltern und Kinder aus benachteiligten
Familien haben häufig weniger Mobilität – wohnortnahe Angebote sind daher entscheidend.
• Teilnehmende betonten, dass öffentliche Grünfläche n für viele Familien der einzige kostenfreie
Freizeitort im Stadtteil seien. Wichtige Ressource in den Stadtteilen (Wald, Waldbad, Seen,
Grünflächen…)
• Die zeitgleiche Forderung nach besser zugänglichen , gepflegten und sicheren Grünflächen
verweist damit auf ungleiche Teilhabechancen im öffentlichen Raum innerhalb der Stadtteile.
• Mehr Kursangebote für Erwachsene wie Tanzkurse
• Wunsch nach kulturellen Angeboten vor Ort wie Muse um und Kino
• Wunsch: verbesserte Nahversorgung (insbesondere in der Siedlung am Donewald) – doppelt
(ebenfalls unter Wohnumfeld)
• nachbarschaftliche Solidarität positiv hervorgehob en – in Teilgebieten gelebte Gemeinschaft
und Rücksichtnahme – auch über kulturelle Unterschiede hinweg
• Der Umgang mit Behörden wird vielfach als herausfo rdernd beschrieben, besonders bei
Menschen mit Sprachbarrieren oder mangelnder Medienkompetenz.
• Digitale Zugänge bspw. zu Regelleistungen = strukt urelle Barriere
• Besonders häufig wurde die Interaktion mit der Aus länderbehörde als belastend erlebt;
Betroffene schilderten dabei ein Gefühl von Abhängigkeit und Machtlosigkeit
• Positiv: Kooperation zwischen sozialen Einrichtung en im Stadtteil wird positiv eingeschätzt
• Wunsch nach besserer Aufklärung über bestehende An gebote im Stadtteil war ebenfalls
präsent, verbunden mit der Anregung, diese Informationen über analoge Formate wie Flyer
oder eine Sozialraum-Zeitung breiter zugänglich zu machen
5.4 Strategisches Ziel: Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kindern ist gesenkt
Untersuchungen belegen, dass Kinder und Jugendliche, deren Eltern nicht arbeiten, ein höheres Risiko
haben, selbst im späteren Lebensverlauf arbeitslos zu sein oder berufsvorbereitende Maßnahmen in
Anspruch zu nehmen.
Im Jahr 2022 gab es 59.906 SGB II-Bedarfsgemeinschaften, darunter 20.256 SGB II-
Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. 2018 waren es noch 59.343 SGB II-Bedarfsgemeinschaften. In
76% aller Bedarfsgemeinschaften lebte 2018 mindestens ein Erwachsener, der von
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Langzeitarbeitslosigkeit betroffen ist 31 . In den SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern wohnte in
80% mindestens ein erwachsener Langzeitleistungsbeziehender. 30.418 der Kinder (ca. 80% der
Kinder in SGB II-Bedarfsgemeinschaften) leben seit einem Jahr oder länger von Transferleistungen. 32
5.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
5.4.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Kritik am Zugang zum Jobcenter – zunehmend digital er Zugang – persönliche Termine kaum
noch möglich
• Komplexe Umschulungen als Hindernis
5.5 Strategisches Ziel: Kulturelle Einbindung von K indern und Jugendlichen aus
armutsgefährdeten Familien ist gefördert
Sport und kulturelle Teilhabe gehören untrennbar zusammen. Denn der Sport gestaltet sich allein durch
Kommunikation, Entwicklung und Festlegung von allgemein gültigen Spielregeln, durch das Miteinander
in zweckfreier und fairer Konkurrenz der Menschen untereinander, durch die Vermittlung zwischen
Menschen untereinander, zwischen Mensch und Natur sowie durch das Engagement und die
Beteiligung aller bürgerschaftlicher Gruppen. Mehr als 640 gemeinwohlorientierte Sportvereine
kümmern sich in Köln um sportlich-integrative Angebote und sorgen dafür, dass Menschen mit Sport in
Berührung kommen, lernen, trainieren, Gemeinschaft erleben und Solidarität erfahren können. Dieser
Erlebnis- und Erfahrungsbereich ist gerade für Menschen aus sozial benachteiligten Stadtteilen
besonders wichtig. Deshalb ist die Erhaltung der sozialen Infrastruktur im Vereinsleben sowie das
sportliche Angebot insbesondere für die Sozialraumgebiete zu erhalten und zu fördern.
33 Die Art und
Weise, wie Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen, ist ebenfalls ein Indikator für ihre kulturelle
und politische Einbindung. In der Freizeit können sie ihre kognitiven Fähigkeiten stärken, ihre sozialen
Kompetenzen und Beziehungen ausbauen und ihre Selbstständigkeit steigern. Manche Autor*innen
gehen sogar davon aus, dass eine ausgewogene Freizeit zu mehr Lernbereitschaft in der Schule
führt. 34 Aber auch hier gilt: Kinder und Jugendliche aus sozial schlechter gestellten Familien nehmen an
anderen Aktivitäten teil als Kinder und Jugendliche aus sozial besser gestellten Elternhäusern. Dies ist
in erster Linie auf die unterschiedlichen Erziehungspräferenzen der Eltern zurückzuführen. Ob sich
jemand fürs Musizieren, für Bücher, Religion oder für die Natur begeistern kann, hängt oft damit
zusammen, ob ihm dies in der Kindheit nahegelegt wurde. 35 Welchen Freizeitaktivitäten Jugendliche
31 vgl. 1. Kölner Lebenslagenbericht, S. 140
32 Das strategische Ziel 5.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.4 Köln fördert die
kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1 Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP
Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5 Berufliche Perspektiven sind verbessert.
33 vgl. Gutachten zur Sportentwicklungsplanung der Stadt Köln. S.16. Die Stadt Köln tut dies unter anderem durch
Förderprogramme wie Kids und Senioren in die Clubs, Förderung von Angeboten für Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder
Internationaler Geschichte sowie Sport in Metropolen oder Pro Veedel.
Das strategische Ziel 5.5 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des
Dezernats V (MP): KP Ziel 3.1 Köln fördert die Vielfalt in den Stadtteilen; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive
Gesellschaft ein; KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und Sport; MP Ziel W5 Segregation ist gemildert.
34 Hurrelmann, K.; Andresen, S.; Schneekloth, U. 2010: Ungleiche Kindheiten in Deutschland - Politische Herausforderungen. In
Hurrelmann, K.; Andresen, S.; TNS Infratest Sozialforschung: 2. World Vision Kinderstudie 2010. Frankfurt a.M.: Fischer
Taschenbuch.
35 Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2016: Lebenslagen in Deutschland. Der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der
Bundesregierung. Online-Dokument: https://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/vierter-
armuts-und-reichtumsbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=3.
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nachgehen, hängt zum Teil auch mit ihren finanziellen Möglichkeiten zusammen (Schmidt und Wilhelm
2010).
5.5.1 Bewertung der Herausforderung und des Teilzie ls
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin durch die städtische Verwaltung und in
Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum bearbeitet
werden.
5.5.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Angebote müssen kostengünstig sein, oftmals fehlt es an Geld, um die Mitgliedsbeiträge zu
bezahlen oder an Kenntnis, wie diese von anderen Fördertöpfen (bspw. BuT) übernommen werden
können. Bei der Antragsstellung müssten Familien unterstützt werden (Strukturen schaffen)
• Ausbau und Instandsetzung der Sportflächen im Sozi alraum / den Stadtteilen
• Angeleitete offene Sportangebote (ohne Mitgliedsch aft) auf den öffentlichen Sportflächen im
Sozialraum
• Angebote der Sportvereine in den Sozialraum bringe n – Kooperationen mit Familienzentren,
Schulen, Jugendzentren etc.
• Kulturelle Angebote wohnortnah in Kooperation mit dem Kulturamt in den Stadtteil bringen –
eventuell in Kooperation mit den Schulen (um Teilnahme zu gewährleisten: kostenlos bzw.
kostengünstig)
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Bewohner*innen wünschten sich mehr kulturelle Frei zeitangebote direkt im Stadtteil – etwa
Kino- oder Museumsbesuche vor Ort –, da viele bestehende Angebote außerhalb liegen und für
Familien nur schwer erreichbar oder zu teuer sind.
• Mehr Kursangebote für Erwachsene wie Tanzkurse
• Wunsch nach kulturellen Angeboten vor Ort wie Muse um und Kino
6 Herausforderung: Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte
fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern
In Köln leben zum Jahresende 2023 rd. 464.000 Personen mit internationaler Familiengeschichte. Dies
sind 42,4% der Gesamtbevölkerung; unter den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren beträgt der
Anteil 60,4%.
36 Die Bevölkerung mit internationaler Familiengeschichte ist demnach im Durchschnitt
jünger als die Bevölkerung ohne internationale Geschichte.
Für viele Zugewanderte, die im Rahmen früherer Arbeitsmigration nach Köln gezogen sind, war die
Integration teilweise durch anfängliche, oft aber auch fortdauernde Sprachschwierigkeiten erschwert. 37
Diese Schwierigkeiten setzen sich oft in den nachfolgenden Generationen fort, so dass auch die Kinder
in ihrer schulischen und beruflichen Laufbahn weniger erfolgreich sind (vgl. Herausforderungen 3 und
4).
Die Auswertung des statistischen Merkmals "internationale Familiengeschichte" zeigt, dass die
Teilhabechancen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte in allen Lebensphasen
36 Die Gruppe besteht je zur Hälfte aus Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit und aus Deutschen mit
Internationaler Familiengeschichte. Zu den Deutschen mit Internationaler Familiengeschichte zählen 152.859 Eingebürgerte,
46.806 Aussiedlerinnen und Aussiedler sowie 35.746 Personen, die in Deutschland geboren sind.
37 Die Auswertung des Merkmals „Internationale Geschichte“ wird hier als nicht ausreichend angesehen. Wünschenswert wäre,
innerhalb der Zuwanderungsgruppen bezüglich der unterschiedlichen Motive und persönlichen Voraussetzungen (Bildung etc.)
sowie des Zeitpunkts der Zuwanderung zu differenzieren, auch um Stigmatisierungen auszuschließen.
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schlechter sind als in der Vergleichsgruppe ohne internationale Familiengeschichte. Sie haben ein
deutlich höheres Armutsrisiko, aufgrund eines niedrigeren Bildungs-, Ausbildungs- und
Einkommensniveaus leben sie häufiger in belasteten Lebenslagen. Einer Verfestigung von
Mehrfachbelastungen, wie sie bei Personen mit „internationaler Familiengeschichte“ schon ab dem
Kindesalter entsteht, ist frühzeitig entgegenzuwirken. Die Integration von Menschen mit internationaler
Familiengeschichte in die verschiedenen gesellschaftlichen Teilsysteme ist zu verbessern.
6.1 Strategisches Ziel: Armutsrisiken von Menschen mit internationaler Familiengeschichte
sind gemindert
Das Armutsrisiko von Haushalten mit internationaler Geschichte ist ungefähr doppelt so groß (37%) wie
das von Haushalten ohne internationale Familiengeschichte (18%).
Wesentliche Gründe für das höhere Armutsrisiko von Haushalten mit internationaler Familiengeschichte
liegen in der häufig geringeren schulischen und beruflichen Qualifikation (s. hierzu auch die
Herausforderungen 3 und 4), aber auch Sprachbarrieren und ein eingeschränkter Zugang zum
Arbeitsmarkt. 38 Das strategische Ziel 6.1 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele (vgl.
Tabelle 6) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 6: Teilziele zum strategischen Ziel „Armutsrisiken von Menschen mit internationaler
Familiengeschichte sind gemindert“
Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Der Anteil von Menschen
ohne internationale
Geschichte mit Armutsrisiko
ist gesenkt.
Armutsrisikoquote von
Menschen ohne
internationale Geschichte
18% 2023 kleiner 17% 2030
Der Anteil von Menschen mit
internationaler
Familiengeschichte und
Armutsrisiko ist gesenkt.
Armutsrisikoquote von
Menschen mit internationaler
Geschichte
37% 2023 kleiner 30% 2030
6.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sol len weiterhin u.a. über die stadtweiten Planungen
bearbeitet werden.
6.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• kostenlose Verpflegung in der Schule (und eventuel l Kita?)
• Abbau struktureller Diskriminierung
• Angebote / Maßnahmen zu den Herausforderungen in K apitel 3 & 4
• Ausbau Begegnungsmöglichkeiten zu Aktivierung
• gesicherte Kinderbetreuung
• Ausbau Beratungsstrukturen im Sozialraum
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
38 Das strategische Ziel 6.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel E1 Unterstützungsbedürftige
sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem
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• Diskriminierungserfahrungen, gepaart mit schwierig en Wohnbedingungen und eingeschränktem
Zugang zu Gesundheitsversorgung, wurden als Belastungen genannt, die sich auch finanziell und
gesundheitlich negativ auswirken.
• Zugang zu Jobcenter für Menschen mit geringer Medi enkompetenz schwierig
• Digitale Hürden bei Behördenzugang betreffen oft M enschen mit internationaler
Familiengeschichte besonders stark
• Senkung von Ticketpreise für den ÖPNV
• Wohnungssuche, die als extrem schwierig bis nahezu aussichtslos beschrieben wurde.
Teilnehmende berichteten von frustrierenden Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt
• Erreichbarkeit und Zugänglichkeit von Ämtern insge samt wurde kritisch bewertet
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Perspektivwechsel: Was würden wir ändern, wenn wir auf der „nicht privilegierten“ Seite stünden,
um die gleichen Chancen zu haben?
• Stärkung des Projekts Stadtteilmütter /-eltern für eine stärkere Einbindung in Höhenhaus /
Dünnwald?
• Berechtigung für Sprachschulförderung verlängern ü ber 18. Lebensjahr hinaus
• Angeleitete Jobsuche geäußerter Bedarf
• Oft wissen Menschen nicht, was es alles gibt & Hü rde Angebot aufzusuchen, weil man
eine „Behörde“ erwartet
• Mehr niedrigschwellige Einstiegs-Arbeitsplätze not wendig (wenn Sprachniveau noch gering)
• Bekanntmachung des KölnPass und all seiner Vorteil e ausweiten über soziale Medien
insbesondere, mit kleinem Film…kein Antrag notwendi g etc.
• Soziale Teilhabe durch religiöse Gemeinschaften er höht
• Es gibt wenige internationale Förderklassen an Sch ulen (insbesondere weiterführenden)
• Sprache als Herausforderung
• Schwer eine Sprache zu lernen, wenn man Analphabe t ist o.Ä.
• Mehr Dolmetscher*innen in Schulen und weiteren Ei nrichtungen
6.2 Strategisches Ziel: Teilhabe der Menschen mit i nternationaler Familiengeschichte am
Erwerbsleben ist verbessert
Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind weniger gut im Arbeitsmarkt integriert. Sie
arbeiten häufiger in prekären Arbeitsverhältnissen. Angesichtes des demografischen Wandels und der
Folgen auf den Arbeitsmarkt ist es wichtig, Menschen mit internationaler Familiengeschichte bessere
Teilhabechancen am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. 39 Das strategische Ziel 6.2 soll mittels der im
Folgenden aufgeführten strategischen Teilziele (vgl. Tabelle 7) angestrebt und bewertet werden
Tabelle 7: Teilziele zum strategischen Ziel "Teilhabe der Menschen mit internationaler
Familiengeschichte am Erwerbsleben ist verbessert"
Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Anteil der SVP-Beschäftigten im
Alter von 15 – 65 Jahre mit
deutscher Staatsangehörigkeit ist
gesteigert.
Anteil der SVP-Beschäftigten im
Alter von 15 – 65 Jahre mit
deutscher Staatsangehörigkeit
59% 2018 größer 59% 2030
39 Das strategische Ziel 6.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 2.6 Köln integriert Erwerbsfähige dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich
aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.4 Köln fördert die kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt; MP Ziel B1
Erwerbsfähige sind dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt integriert; MP Ziel B2 Drehtüreffekte werden vermieden; MP Ziel B5
Berufliche Perspektiven sind verbessert
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Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Anteil der SVP-Beschäftigten im
Alter von 15 – 65 Jahre mit
ausländischer
Staatsangehörigkeit ist gesteigert.
Anteil der SVP-Beschäftigten im
Alter von 15 – 65 Jahre mit
ausländischer
Staatsangehörigkeit
44% 2018 größer 44% 2030
Anteil der
Niedriglohnbeschäftigten an den
SVP-Vollzeitbeschäftigten im
Alter von 35-64 Jahren mit
deutscher Staatsangehörigkeit ist
gesenkt
Anteil der
Niedriglohnbeschäftigten an den
SVP-Vollzeitbeschäftigten im
Alter von 35-64 Jahren mit
deutscher Staatsangehörigkeit
12% 2018 kleiner 12% 2030
Anteil der
Niedriglohnbeschäftigten an den
SVP-Vollzeitbeschäftigten im
Alter von 35-64 Jahren mit
ausländischer
Staatsangehörigkeit ist gesenkt
Anteil der
Niedriglohnbeschäftigten an den
SVP-Vollzeitbeschäftigten im
Alter von 35-64 Jahren mit
ausländischer Staats-
angehörigkeit
28% 2018 kleiner 28% 2030
Anteil der geringfügig entlohnt
Beschäftigen im Alter von 35 bis
64 Jahren mit deutscher Staats-
angehörigkeit ist gesenkt
Anteil der geringfügig entlohnt
Beschäftigen im Alter von 35 bis
64 Jahren mit deutscher Staats-
angehörigkeit
14% 2018 kleiner 14% 2030
Anteil der geringfügig entlohnt
Beschäftigen im Alter von 35 bis
64 Jahren mit ausländischer
Staatsangehörigkeit ist gesenkt
Anteil der geringfügig entlohnt
Beschäftigen im Alter von 35 bis
64 Jahren mit ausländischer
Staatsangehörigkeit
22% 2018 kleiner 22% 2030
Arbeitslosigkeit von Personen im
Alter von 15 bis 64 Jahren
insgesamt ist gesenkt
Arbeitslosigkeit von Personen im
Alter von 15 bis 64 Jahren
insgesamt
8,6% 2023 kleiner 7% 2030
Arbeitslosigkeit von Personen im
Alter von 15 bis 64 Jahren mit
ausländischer
Staatsangehörigkeit ist gesenkt
Arbeitslosigkeit von Personen im
Alter von 15 bis 64 Jahren mit
ausländischer
Staatsangehörigkeit
18,8% 2023 kleiner 19% 2030
6.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin durch die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
6.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• kaum Gewerbe, Arbeitgeber*innen in Höhenhaus und D ünnwald – begrenzte Möglichkeiten,
Arbeitsbedingungen zu verbessern; Bewohnende im Niedriglohnsektor oder geringfügig
Beschäftigte gibt es im SRG einige laut Institutionen vor Ort
• „Beratungsstelle Arbeit“ vor Ort stärken; flankier ende Projekte für die Zielgruppe 18-34-Jährige,
Sprachförderungsangebote, Unterstützung bei Bewerbungen (Projekte in den Stadtteil bringen),
Einbindung der Jugendzentren
• Hohe Hürden bei der Anerkennung von Abschlüssen
• Prekäre Beschäftigung: Ausnutzen von mangelnden Sp rachkenntnissen, Erziehung, Kultur…
• Essenziell: Sprachkenntnisse
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• Anonymisierte Bewerbungsverfahren / Umkehrung Bevo rzugung
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Teilnehmende beschrieben, dass sie sich aufgrund ä ußerlicher Merkmale oder sprachlicher
Barrieren im Berufsleben benachteiligt fühlen – teilweise verbunden mit Ablehnung und dem
Gefühl, keine gleichwertige Chance zu haben.
• Angeleitete Jobsuche speziell für Frauen
• Einstieg in reguläre Arbeit statt Ehrenamt
• Schlechter Zugang zu Behörden = potenzielle Barrie re zur Arbeitsaufnahme, Qualifizierung etc.
• Erweiterter Zugang zu Sprachkursen für Erwachsene wird gefordert, um Selbstständigkeit,
Teilhabe und berufliche Integration zu ermöglichen.
• „Fehlende Arbeitsplätze im Bereich der Landwirtsch aft“
• Positive Rückmeldungen zu Unterstützungsangeboten bei Bewerbungen und beruflicher
Integration in Höhenhaus (ABC Höhenhaus)
7 Herausforderung: Lebenslage älterer, insbesondere armutsgefährdeter Menschen
verbessern
Die Lebensstile der mittleren Lebensphase werden im Senior*innenalter meist beibehalten, und der dort
erreichte sozioökonomische Status bleibt bestehen. Ein besonderes Gewicht erhalten in dieser Phase
die Lebensbereiche, die sich im Falle einer Einschränkung nachhaltig auf die Lebensqualität auswirken
würden. Zentral sind dabei der Fortbestand der Gesundheit, die mit zunehmendem Alter instabiler wird;
die Veränderung der Familienstrukturen, die sich zu den Formen „Paar ohne Kind“ und „Alleinlebend“
entwickeln; und die Kontinuität der materiellen Sicherung, von der Wohnqualität und die Möglichkeiten
der gesellschaftlichen Partizipation abhängen.
Wie bereits in Kapitel 1 dargelegt, weist die Bevölkerungsprognose einen Zuwachs der älteren
Bevölkerung Kölns bis zum Jahr 2040 von 27% aus: Von 190.490 Senior*innen im Jahr 2018 auf
241.500 Senior*innen im Jahr 2040. Die Zahl der über 80-Jährigen ist bereits in den letzten zehn
Jahren um ca. 25% um rd. 11.500 Personen gestiegen (von rd. 45.200 Personen auf rd. 56.700
Personen). Bis zum Jahr 2040 wird ihre Zahl nochmals um rd. 18.600 Personen auf dann rd. 75.300
Personen ansteigen (+33%).
Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im S ozialraumgebiet seit dem Jahr 2013 von 608 auf
626 im Jahr 2023 um 3% erhöht. Die Veränderung ist geringer als im städtischen Durchschnitt (37,2%).
Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil Höhenhaus seit dem Jahr 2013 von 970 auf
1.111 im Jahr 2023 um 14,5% erhöht. Die Anzahl der Menschen über 80 Jahre hat sich im Stadtteil
Dünnwald seit dem Jahr 2013 von 610 auf 720 im Jahr 2023 um 18% erhöht.
Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Sozial raumgebiet im Jahr 2023 mit 5,4% gleichgeblieben
zum Jahr 2013 (5,4%). Die Veränderung ist geringer (bezogen auf die absoluten Prozentpunkte 0%) als
im städtischen Durchschnitt (1,4%). Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im Stadtteil Höhenhaus
im Jahr 2023 mit 7% größer als im Jahr 2013 (6,5%). Der Anteil der Menschen über 80 Jahre ist im
Stadtteil Dünnwald im Jahr 2023 mit 6,2% größer als im Jahr 2013 (5,3%).
Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl der älteren Menschen mit eingeschränkten
Teilhabemöglichkeiten steigen. Steigen wird auch die Zahl älterer Menschen mit internationaler
Familiengeschichte. Eine spezielle Herausforderung ist die soziale und materielle Einbindung älterer
Migrant*innen sowie deren gesundheitliche und pflegerische Versorgung.
7.1 Strategisches Ziel: Gesundheitszustand der Seni or*innen ist verbessert
Viele Krankheiten sind nicht angeboren und werden erst im Lebensverlauf erworben oder treten erst im
höheren Alter auf. Diesen Krankheiten kann häufig durch präventives Verhalten entgegengewirkt
werden.
Eines der zentralen Ziele der Gesundheitsförderung im hohen Alter ist es, die Gesundheit der
Menschen durch personale, materielle und soziale Ressourcen zu erhalten. Gesundheitsressourcen
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und Widerstandskräfte können durch geistige, emotionale und körperliche Aktivität, durch das Erleben
von Autonomie, Sinnhaftigkeit und Leistungsfähigkeit sowie durch soziale Einbindung aufgebaut und
gestärkt werden. Im Vordergrund stehen daher die Unterstützung und Befähigung der Menschen, ihre
eigene Gesundheit mit Hilfe von gesundheitsfördernden Verhaltensweisen zu bewahren oder zu
verbessern. 40 Das strategische Ziel 7.1 soll mittels der im Folgenden aufgeführten strategischen
Teilziele (vgl. Tabelle 8) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 8: Teilziele zum strategischen Ziel "Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert"
Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Subjektives Gesundheits-
empfinden der Senior*innen ist
verbessert
Anteil älterer Menschen mit
subjektiv als schlecht
eingeschätztem Gesundheits-
zustand insgesamt
12% 2016 kleiner 12% 2030
Subjektives Gesundheits-
empfinden der Senior*innen mit
internationaler
Familiengeschichte ist
verbessert
Anteil älterer Menschen mit
internationaler Familiengeschichte
und subjektiv als schlecht
eingeschätztem Gesundheits-
zustand
18% 2016 kleiner 18% 2030
Subjektives Gesundheits-
empfinden der Senior*innen mit
Armutsrisiko ist verbessert
Anteil armutsgefährdeter älterer
Menschen mit subjektiv als
schlecht eingeschätztem
Gesundheitszustand
27% 2016 kleiner 27% 2030
Subjektives Gesundheits-
empfinden der Senior*innen mit
Schwerbehinderung ist
verbessert
Anteil älterer Menschen mit
subjektiv als schlecht
eingeschätztem Gesundheits-
zustand mit Schwerbehinderung
31% 2016 kleiner 31% 2030
7.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sol len weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
7.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Schaffung sozialer Netze; Senior*innenberatung im Quartier mit kultursensiblen Zugängen;
Informationsveranstaltungen für Senior*innen + Angehörige; mehrsprachige Kampagnen +
Übungsleitende, um Senior*innen mit IFG in die Vereine zu bringen; Ausbau der Infrastruktur;
kostenlose Angebote
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Thema gewünschter Nähkurs: bestehende Strukturen n utzen und kooperieren? Am besten mit
Rabatt für ältere Menschen mit KölnPass
• Kontinuität der Ansprechpartner*innen fehlt (Proje kte laufen nach 1-2 Jahren wieder aus und
Mitarbeiter*innen wechseln)
• Pat*innensystem schaffen (Mehrgenerationenprojekt)
• „Walk and talk“ Projekt (Niedrigschwelliges Angebo t)
40 Das strategische Ziel 7.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.1 Köln fördert Bewegung und
Sport; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle
Lebenslagen; MP Ziel G1 Eine hochwertige grundlegende medizinische (Grund-) Versorgung ist für alle Menschen erreichbar
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• Plauderbank (lockerer Austausch)
• Für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen das Angebot at traktiver machen (z.B. durch das
Deutschlandticket)
• Mehr Möglichkeiten für die kulturelle Teilhabe sch affen
• Digitalisierungsangebote
• Interkulturelles Musikangebot – Singen für Alle – Musik verbindet
• Bestehende Angebote besser bewerben (in der Donewa ldsiedlung)
• Senior*innentreff schaffen
• Räumlichkeiten öffnen wie z.B. Jugend- und Nachbar schaftshäuser
• Mangelnde Offenheit der Senior*innen, sich Neuem z u öffnen
7.2 Strategisches Ziel: Altersarmut ist bekämpft
Gut jeder vierte Haushalt mit Erwachsenen im Senior*innenalter (26%) hat ein Armutsrisiko. Das
entspricht etwa der durchschnittlichen Armutsrisikoquote über alle Altersgruppen. Ein erhöhtes
Armutsrisiko haben insbesondere ältere Menschen mit einer Schwerbehinderung sowie ältere
Menschen mit internationaler Familiengeschichte (38% der Haushalte).
Die Anzahl und der Anteil der Menschen, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, steigt: Im
Dezember 2023 bezogen stadtweit 16.906 Personen diese Leistungen (9,2% der Bevölkerung ab 65
Jahren), im Jahr 2013 waren es noch 13.052 Personen (7%); relativ stieg die Zahl um 31,2%.
Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Sozialraumgebiet Höhenhaus / Dünnwald erhielten
im Jahr 2023 12,6% Grundsicherungsleistungen (vs. 8,7% im Jahr 2013). Die Veränderung ist in
Höhenhaus / Dünnwald mit 3,9 Prozentpunkten höher als im städtischen Durchschnitt (2,2
Prozentpunkte).
Von den älteren Bewohner*innen (über 65 Jahre) im Stadtteil Höhenhaus erhielten im Jahr 2023 5,6%
und im Stadtteil Dünnwald 8,1% Grundsicherungsleistungen.
Die Entwicklung der zunehmenden Altersarmut hat Auswirkungen auf Teilhabechancen in den anderen
Lebenslagenbereichen.
41 Das strategische Ziel 7.2 soll mittels der im Folgenden aufgeführten Teilziele
(vgl. Tabelle 9) angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 9: Teilziele zum strategischen Ziel „Altersarmut ist bekämpft“"
Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Das Armutsrisiko älterer
Menschen ist gemindert.
Armutsrisikoquote älterer
Menschen
26% 2023 kleiner 23% 2030
Das Armutsrisiko älterer
Menschen mit
internationaler
Familiengeschichte ist
gemindert
Armutsrisikoquote älterer
Menschen mit internationaler
Familiengeschichte
48% 2023 kleiner 38% 2030
Anspruchsberechtigte
ältere Menschen beziehen
SGB-Leistungen
Grundsicherungsquote (SGB XII)
ältere Menschen im
Sozialraumgebiet
12,6% 2023 Wert wird
beobachtet
2030
im Stadtteil Höhenhaus 5,6%
41 Das strategische Ziel 7.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel E1 Unterstützungsbedürftige
sind bedarfsgerecht im richtigen Sozialsystem
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Teilziele Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
im Stadtteil Dünnwald 8,1%
7.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sol len weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
7.3 Strategisches Ziel: Soziale und kulturelle Teil habe von Senior*innen ist ermöglicht
In Köln gibt es im Jahr 2023 142.120 Senior*innenhaushalte, von denen 49% Einpersonenhaushalte
sind (70.179). Zwischen dem 80. und 85. Lebensjahr bilden Frauen fast drei Viertel aller
Einpersonenhaushalte, ab dem 85. Lebensjahr sind es 79%.
Die soziale und kulturelle Einbindung ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensgestaltung und kann aktiv
die körperliche und geistige Gesundheit fördern. Eine gelingende soziale und kulturelle Einbindung ist
deshalb insbesondere für alleinlebende Ältere wichtig. Vor dem Hintergrund zunehmender Altersarmut
ist es wichtig, soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
42
In der Leben-in-Köln-Umfrage im Jahr 2016 gaben für die Stadt insgesamt 56,2% der Befragten an, mit
den Sport- und Freizeitangeboten im Viertel sehr bzw. eher zufrieden zu sein. Im Sozialraumgebiet lag
dieser Wert bei 54,5%. Im Stadtteil Höhenhaus lag dieser Wert bei 57,3%. Im Stadtteil Dünnwald lag
dieser Wert bei 64,3% 43 .
7.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum
bearbeitet werden.
7.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Vorhandene Ressourcen zum Ausbau bedarfsgerechter Sport- und Freizeitangebote in den
Turnvereinen, Sportvereinen, SeniorenNetzwerken, Pflegeheimen etc. eruieren.
• Informationszugang entscheidend für Teilnahme an H ilfs- und Freizeitangeboten
• Schaffung sozialer Netze und Senior*innenberatung im Quartier mit kultursensiblen Zugängen
notwendig
• Senior*innen, besonders mit internationaler Famili engeschichte, schwer für Sport- und
Begegnungsangebote zu erreichen
• Trotz vorhandener Strukturen ist aktive Teilnahme oft schwierig
• Mehrsprachige Kampagnen und Übungsleitende, um Int egration in Vereine zu erleichtern
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
42 Das strategische Ziel 7.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 1.3 Köln sichert und entwickelt seine Veedel zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens; KP Ziel
1.4 Köln sorgt für attraktive Parks, Plätze, Straßen und sichere öffentliche Räume; KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine
inklusive Gesellschaft ein; MP Ziel SPG 2 Menschen können Kultur und Freizeitangebote im Lebensumfeld inklusiv nutzen.
43 Es liegen keine aktuelleren Daten vor
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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• Wunsch nach einem Senior*innentreff in der Siedlun g am Donewald dient der sozialen Teilhabe
älterer Menschen.
• Sparkassen-Schließungen erschweren vor allem Älter en die Teilhabe am Alltagsleben
• Vorschlag analoger Informationsformate (Flyer, Zei tung) besonders relevant für ältere Menschen
mit geringer Medienkompetenz
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Kontinuität der Ansprechpartner*innen fehlt (Proje kte laufen 1-2 Jahren wieder aus und
Mitarbeiter*innen wechseln)
• Pat*innensystem schaffen (Mehrgenerationenprojekt)
• Plauderbank (lockerer Austausch)
• Für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen das Angebot at traktiver machen (z.B. durch das
Deutschlandticket)
7.4 Strategisches Ziel: Bedarf an kultur- und gende rsensibler Pflege ist gedeckt
Eine spezielle Herausforderung ist die soziale und materielle Einbindung älterer Migrant*innen sowie
deren gesundheitliche und pflegerische Versorgung. Am Jahresende 2023 lebten in Köln 58.421
Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte, dies entspricht 30% der älteren Bevölkerung.
Darunter waren rund 28.300 Senior*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, diese Zahl betrug im
Jahr 1990 noch 7.000 Personen und hat sich seitdem vervierfacht. Der Anteil wird voraussichtlich in den
kommenden Jahren weiter steigen. Zu beachten ist, dass die Pflegebedürftigkeit bei Menschen mit
internationaler Familiengeschichte aufgrund besonders belastender Lebensgeschichten etwa 10 Jahre
früher einsetzt als bei der Gruppe ohne internationale Familiengeschichte. Daraus folgt, dass ein
erhöhter Bedarf an Angeboten für Senior*innen besteht, die mit interkultureller Kompetenz ausgestattet
sind. Besonders betroffen sind dabei Stadtteile einem hohen Anteil an älteren Personen mit
internationaler Familiengeschichte.
44
7.4.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
7.4.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Da die Einbindung der Senior*innen mit internation aler Geschichte in den bestehenden
Pflegeangebote im SRG / den Stadtteilen bislang noch divergent ist, kann hier keine verlässliche
Aussage gegeben werden. Mutmaßlich mit Blick auf die Bewohnendenstruktur und einzelnen
Schilderungen ist das Thema aber eine konkrete Herausforderung im SRG. In kultursensiblen und
muttersprachlichen Pflegebetreuungsdiensten ist der Status quo aber natürlich ein anderer als
Pflegediensten mit größeren Zugangsbarrieren für Senior*innen mit IFG
• Mehrsprachige Aufklärung über Pflegeleistungen + S ystem (Verwaltung), mehrsprachige +
gendersensible Fachkräfteoffensive in den Pflegediensten
44 Das strategische Ziel 7.4 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 5.2 Köln sorgt für Zugang zur
gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention für alle Lebenslagen; MP Ziel G5 Die Angebote der
ambulanten und stationären Versorgung sind quantitativ ausgebaut und qualitativ weiterentwickelt
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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8 Herausforderung: Gesellschaftliche und politische Einbindung verbessern - ehrenamtliches
Engagement und politisches Interesse der Stadtgesellschaft fördern
Eine demokratische Gesellschaft hat das Ziel, alle Bürger*innen in die Gestaltung der gesellschaftlichen
Lebensverhältnisse einzubeziehen. Wie gut dies gelingt, wird an den Merkmalen „Interesse an Politik“,
„Wahlbeteiligung“ sowie „ehrenamtliches Engagement“ bewertet.
Die Intensität des politischen Interesses der Bevölkerung steht mit dem Bildungsgrad und weiteren
soziodemografischen Faktoren in Zusammenhang. Während die Berufstätigkeit einer Person nur
bedingt mit ihrem politischen Interesse zusammenhängt und per se eine geringe Erklärungskraft besitzt,
scheint das politische Interesse mit Arbeitslosigkeit und deren zunehmender Dauer abzunehmen.
Die Beteiligung an einer Wahl bedeutet die Möglichkeit, die politischen Lebensverhältnisse
mitzugestalten. Untersuchungen zufolge steht der Grad der politischen Partizipation von Personen
häufig im Zusammenhang mit ihrer sozioökonomischen Lage. So verzichten Menschen mit einem
niedrigeren Bildungs- und Einkommensniveau häufiger darauf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu
machen, als Menschen mit einem höheren Bildungs- und Einkommensniveau. Zumeist ist die
Wahlbeteiligung besonders in den Stadtteilen niedrig, in denen ein hoher Bevölkerungsanteil von
Transferleistungen lebt. Teilhabe am Erwerbsleben und politische Teilhabe hängen zusammen. Das
Interesse an der Bundespolitik ist stärker als das Interesse an der Kommunalpolitik.
Durch bürgerschaftliches bzw. ehrenamtliches Engagement erfolgen Mitgestaltung und Partizipation
auch außerhalb der Politik in weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Personen, die sich bürgerschaftlich
engagieren, fühlen sich stärker gebraucht und eher integriert. Dies gilt insbesondere auch für ältere
Menschen. Engagement kann sinnstiftend sein und zum Wohlbefinden der Ehrenamtlichen beitragen.
Darüber hinaus ermöglicht das Ehrenamt die Aufrechterhaltung sowie Pflege sozialer Kontakte und
gewährleistet nachweislich ein besseres subjektives Empfinden der eigenen Gesundheit sowie
Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Mangelnde soziale Teilhabe kann sich auch darin zeigen, dass
bestimmte Personengruppen in diese Formen der gesellschaftlichen Mitgestaltung weniger
eingebunden sind als andere.
8.1 Strategisches Ziel: Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist
gefördert
Aktuelle Zahlen zum Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik liegen für
Köln nicht vor.
45
8.1.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum
bearbeitet werden.
8.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• mangelnde Informationen über kommunale Strukturen; fehlendes Bewusstsein an kommunalen
Entscheidungen mitzuwirken, Politikverdrossenheit
• Bspw. Stärkung der Gemeinwesenarbeit & Stärkung de r Jugendarbeit in den Sozialraumgebieten,
um politische Forderungen der Lebenswelten der Bewohnenden zu formulieren und diese in die
Kommunalpolitik einfließen zu lassen. Hierbei spielen aber auch andere Akteur*innen eine Rolle
45 Die letzte Erhebung zum Thema fand im Jahr 2016 statt. In der Strukturdatenerhebung im Jahr 2023 wurden keine Fragen zu
diesem Thema gestellt. Das strategische Ziel 8.1 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP)
sowie des Masterplans des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.6
Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der
Stadtentwicklung;
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(migrantische Selbstorganisationen / Gruppen, Nachbarschaftssysteme, …); Bildungsarbeit
fördern, um Zusammenhänge der bedingenden Strukturen für Bewohnende verständlich zu
machen, Umsetzung von formulierten Wünschen + Bedarfen, damit sich Bewohnende wirkmächtig
und als Gestalter*innen Ihres Wohnumfeldes fühlen.
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• mangelnde Informationen über kommunale Strukturen
• fehlendes Bewusstsein an kommunalen Entscheidungen
8.2 Strategisches Ziel: Wahlbeteiligung ist erhöht
Die Wahlbeteiligung ist in der Stadt sehr unterschiedlich ausgeprägt und ist seit der letzten
Bundestagswahl 2025 um 5,3 Prozentpunkte höher ausgefallen als 2021. In den Stadtteilen in den
Sozialraumgebieten lag sie jedoch mit 75,3% 10 Prozentpunkte unter den Stadtteilen außerhalb von
Sozialraumgebieten 85,8%.
Der Anteil der Ratsmitglieder mit internationaler Familiengeschichte in der Wahlperiode 2009-2014
betrug knapp 7%. Zahlen zum Geschlechterverhältnis stehen für das Jahr 2018 zur Verfügung. In der
aktuellen Wahlperiode sind nur 34 der insgesamt 91 Ratssitze mit Frauen besetzt (37%). Hinsichtlich
der politischen Repräsentation von Frauen sowie von Menschen mit internationaler Familiengeschichte
in politischen Gremien besteht ein weiterer Angleichungsbedarf.
46 Das strategische Ziel 8.2 soll mittels
der im Folgenden aufgeführten Teilziele angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 10: Teilziele zum strategischen Ziel "Wahlbeteiligung ist erhöht“
Teilziele Indikator Ist-Wert Jahr Strategischer Zielwert Jahr
Die Wahlbeteiligung an
der Bundestagswahl in
benachteiligten
Stadtteilen mit stark
unterdurchschnittlicher
Wahlbeteiligung ist
erhöht.
Wahlbeteiligung in der
Gesamtstadt
83,1% 2025 gleich oder größer 75,8% 2030
in Stadtteilen außerhalb
von Sozialraumgebieten
85,8% 2025
in Stadtteilen in
Sozialraumgebieten
75,3% 2025
im Stadtteil Höhenhaus 81,7% 2025
im Stadtteil Dünnwald 79,4% 2025
Beteiligung der
Wähler*innen an der
Integrationsratswahl ist
erhöht
Beteiligung der
Wähler*innen an den
Integrationsratswahlen (im
Bezirk Mülheim))
14,4% 2025 > 15% (städt. Mittelwert) 2030
8.2.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum
bearbeitet werden.
Das strategische Ziel 8.2 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans des
Dezernats V (MP): KP Ziel 3.3 Köln setzt sich aktiv für eine inklusive Gesellschaft ein; KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das
bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung.
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8.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Politikverdrossenheit; gefühlte und tatsächliche s oziale Ungleichheit übersetzt sich in politische
Gleichgültigkeit und Apathie; in Teilgebieten AFD stärkste Partei.
• Bürger*innenräte gewünscht
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Fehlende Präsenz und Ansprechbarkeit politischer V ertreter*innen.
• Wunsch nach direktem Austausch mit der Politik, um Anliegen sichtbarer zu machen.
• Kritik an ineffizienter bzw. zu wenig sichtbarer p olitischer Arbeit.
• Wunsch nach Formaten zur aktiven Auseinandersetzun g und Beteiligung
• Wunsch nach Beteiligung auch ohne deutschen Pass ( politisches Interesse, trotz formeller
Ausschlüsse).
• Kritik am gesellschaftlichen Rechtsruck → Bedarf nach politischen Bildungsformaten, die
demokratisches Miteinander stärken
• Förderung gesellschaftlicher Dialoge zur Bekämpfun g von Intoleranz und Polarisierung
8.3 Strategisches Ziel: Ehrenamtliches Engagement i st erhöht
24% der Kölner*innen waren 2016 ehrenamtlich engagiert.
47 Angesichts der gesellschaftlichen
Herausforderungen kommt dem ehrenamtlichen Engagement eine stetig wachsende Bedeutung zu. Die
gemeinnützigen Organisationen benötigen in vielen Bereichen ehrenamtliche Unterstützung. Es ist
daher wünschenswert und sinnvoll, das Engagement der Kölner*innen weiter zu fördern, brachliegende
„Ressourcen“ mit geeigneten Mitteln und Anreizen zu aktivieren, neue Rahmenbedingungen für
ehrenamtliches Engagement zu schaffen und auf die veränderten Bedarfe zu reagieren. Diese Dynamik
bietet die Chance Menschen zu erreichen, die sich bisher kaum oder gar nicht ehrenamtlich engagiert
haben. 48 Das strategische Ziel 8.3 soll mittels des im Folgenden aufgeführten Indikators angestrebt und
bewertet werden:
Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen kommt dem ehrenamtlichen Engagement eine
stetig wachsende Bedeutung zu. Die gemeinnützigen Organisationen benötigen in vielen Bereichen
ehrenamtliche Unterstützung. Es ist daher wünschenswert und sinnvoll, das Engagement der
Kölner*innen weiter zu fördern, brachliegende „Ressourcen“ mit geeigneten Mitteln und Anreizen zu
aktivieren, neue Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu schaffen und auf die
veränderten Bedarfe zu reagieren. Diese Dynamik bietet die Chance Menschen zu erreichen, die sich
bisher kaum oder gar nicht ehrenamtlich engagiert haben. Das strategische Ziel 8.3 soll mittels des im
Folgenden aufgeführten Indikators angestrebt und bewertet werden:
Tabelle 11: Indikator für das strategische Ziel "Ehrenamtliches Engagement ist erhöht“
strategisches Ziel Indikator Ist-
Wert
Jahr Strategischer
Zielwert
Jahr
Ehrenamtliches
Engagement ist erhöht
Anteil der Menschen, die
sich ehrenamtlich
engagieren
24% 2016 größer 24% 2030
47 Daten stammen aus der Leben in Köln-Umfrage 2016.
48 Das strategische Ziel 8.3 korrespondiert mit den folgenden Zielen der Kölner Perspektiven 2030+ (KP) sowie des Masterplans
des Dezernats V (MP): KP Ziel 3.6 Köln unterstützt das bürgerschaftliche Engagement und setzt auf breite Einbeziehung der
Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung
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8.3.1 Bewertung der Herausforderung und Ziele
Die Herausforderung und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. durch die städtische Verwaltung
und in Abstimmung mit den zuständigen Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen im Sozialraum
bearbeitet werden.
8.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Bedarf an Ehrenamt wird in allen Handlungsfeldern seitens der Einrichtungen kommuniziert –
deshalb wurde u.a. die digitale Pinnwand entwickelt. Bevor Menschen sich engagieren wollen,
braucht es jedoch einige Schritte & existenzielle Sicherheiten vorab.
• Ehrenamt besonders attraktiv, wenn persönlicher Nu tzen gezogen wird: Soziale Kontakte,
Austausch, Abwechslung, positive Resonanz
• Punktuelles, unbürokratisches Engagement ermöglich en, bürokratische Hürden abbauen,
niederschwellige Angebote schaffen
• Anreize: soziale Wertschätzung, Anerkennung, Würdi gung bestehenden Engagements
• Vor Engagement: Existenzsicherung gewährleisten, B edürfnisse der Bewohnenden
berücksichtigen
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
• Fehlende Räume für Engagement
• Wunsch nach Nähkurs
• Potenzial der Menschen im Stadtteil stärker geförd ert werden sollte – etwa durch gezielte
Ansprache, niedrigschwellige Mitmachangebote oder die Würdigung von bestehendem
Engagement
Müllsammelaktionen als positives Beispiel, verbund en mit Wunsch nach Ausbau solcher
Aktionen - Vorschlag: Verknüpfung solcher Aktionen mit Verantwortungsmodellen (Grünflächen-
Patenschaften)
• Betonung der hohen Engagementbereitschaft im Quart ier (z. B. Spielplatzpflege).
• Problem: „Keine Zeit für Engagement wegen Arbeit“ – zeigt strukturelle Barrieren trotz
grundsätzlicher Bereitschaft.
• Beobachtungen zu wachsender Intoleranz deuten auf erschwerte Bedingungen für
zivilgesellschaftliches Engagement → Bedarf an inklusiven Begegnungsräumen
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Gutscheine für Ehrenamt (work-life-balance)
• Ehrenamt ohne Hauptamt funktioniert nur bedingt & Ehrenamt kann Hauptamt nicht ersetzen
(Grenzen respektieren)
• Deutschlandticket kostenfrei für Ehrenamtler*innen
• Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement aus stellen (auch gut für die berufliche
Integration)
• Informationsvermittlung „was ist BUT?“
• Fortbildungen im Ehrenamt führen zu besseren Chanc en auf dem Arbeitsmarkt
• Ehrenamt als Schulfach – Bildung und Praktikum (Bs pw. Digitalhelfer*innen)
• Ehrenamtsmöglichkeiten auch für U-18
• Stärkere Finanzierung für Träger im Engagementbere ich
• Auch für kleine Träger
• Auch Budget für Schulen für Ehrenamt
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9 Herausforderung: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnun gsangebot verbessern – Wohnen /
Wohnumfeld attraktiver gestalten
Belastungen der Wohnsituation bemessen sich an Indikatoren wie beengtem Wohnraum, einer hohen
Mietbelastung, der Entwicklung der Wohnungslosigkeit und einer bedarfsgerechten (z.B. barrierefreien)
Bauweise. Derartige Belastungen auszugleichen, gehört zu den Herausforderungen der städtischen
Wohnungspolitik. Einkommensschwache Haushalte leben oftmals in günstigeren Wohnungen mit
kleinerer Wohnfläche, haben aber trotzdem eine relativ große ökonomische Belastung. Die
Alleinerziehenden weisen mit 41,6% den höchsten Mietbelastungswert auf. Ihnen steht ein geringeres
Einkommen zur Verfügung als etwa Haushalten von zwei Erwachsenen mit Kind(ern). Auch Menschen
im Senior*innenalter haben aufgrund geringerer finanzieller Bezüge im Vergleich zu Erwerbstätigen
eine hohe Mietkostenbelastung (37,2%).
Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Sozialraumgebiet
Höhenhaus / Dünnwald bei 12,6%; im Jahr 2013 lag sie bei 19,9%. In der Stadt Köln lag sie im Jahr
2023 bei 21,7% und im Jahr 2013 bei 24,7%. Die Zahl der Zu- und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen
lag im Jahr 2023 im Stadtteil Höhenhaus bei 14,4%; im Jahr 2013 lag sie bei 18,7%. Die Zahl der Zu-
und Fortzüge pro 100 Einwohner*innen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Dünnwald bei 14,9%; im Jahr
2013 lag sie bei 19,3%.
Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 in Höhenhaus / Dünnwald bei 29,9% und
damit deutlich höher als in der Gesamtstadt (6,6%).
Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Höhenhaus bei 14,6% und
damit höher als der Durchschnitt der Stadt Köln (6,6%). Der Bestand hat im Vergleichszeitraum etwas
zugenommen (im Stadtteil = 1,4 Prozentpunkte, im Stadtgebiet um -0,8 Prozentpunkte).
Der Anteil der geförderten Mietwohnungen lag im Jahr 2023 im Stadtteil Dünnwald bei 14,4% und damit
höher als der Durchschnitt der Stadt Köln (6,6%). Der Bestand hat im Vergleichszeitraum etwas
abgenommen (im Stadtteil = -0,6 Prozentpunkte, im Stadtgebiet um -0,8 Prozentpunkte).
Die Zahlen zeigen, dass die Mobilität zwischen den betrachteten Jahren abgenommen hat; insgesamt
war die Fluktuationsquote in den Sozialraumgebieten niedriger als in der Stadt insgesamt, was dem
angespannten Wohnungsmarkt geschuldet sein kann.
9.1 Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkom mensschwache Haushalte ist gefördert
Im Stadtentwicklungsausschuss hat die Verwaltung am 20.06.2024 u.a. das folgende mitgeteilt (vgl.
1568/2024 ):
„Im Februar 2014 wurde das Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen als Gesamtrahmen für die
Ausrichtung der kommunalen Wohnungspolitik beschlossen. Aufgrund des prognostizierten
Bevölkerungswachstums liegt seitdem die Zielvorgabe der Kölner Wohnungspolitik darin,
bedarfsgerecht Standorte für den Wohnungsbau zu mobilisieren, um so die zu erwartende Nachfrage
befriedigen zu können. Den Kölner Statistischen Nachrichten 3/2023 (Mitteilung Nr. 1800/2023) ist zu
entnehmen, dass die Zielzahl bei den Baufertigstellungen in den letzten Jahren nicht erreicht wurde.
Beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik wird eine Übersicht der planbedürftigen
Wohnbaupotenzialflächen (mit Mischnutzungen) im Wohnungsbauprogramm geführt. Derzeit beinhaltet
das Wohnungsbauprogramm 139 Flächen (~ 600 ha). Von den 139 Flächen besitzen 26 Flächen einen
Satzungsbeschluss für rund 4.500 Wohneinheiten und sind somit kurzfristig umsetzbar. Hiervon
befinden sich bereits 14 Flächen für rund 2.800 Wohneinheiten in der Realisierung. Mit der
Neuaufstellung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Köln werden sich neue
Siedlungspotenziale für Wohnen und Mischnutzungen auf dem Kölner Stadtgebiet ergeben (siehe
hierzu auch Stellungnahme des Rates der Stadt Köln vom 22.06.2022 zum Regionalplanentwurf,
Vorlage-Nr. 1159/2022). Über die Neufestlegung von Allgemeinen Siedlungsbereichen (ASB) im
Regionalplan stehen mittel- bis langfristig neue Flächen zur Weiterentwicklung der Stadt zur Verfügung.
Der für Anfang 2025 erwartete Feststellungsbeschluss zum Regionalplan wird aktuell zum Anlass
genommen das Wohnungsbauprogramm zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Eine Information zum
Wohnungsbauprogramm ist für 2025 geplant. Der Wohnungsbau in Köln wird anteilig auch durch die
kleinteilige Innenentwicklung getragen. Hierzu zählen vor allem Entwicklungen auf Grundlage von § 34
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BauGB, z.B. Baulückenschließung, Umnutzung von Büro-/Gewerbeimmobilien in Wohnnutzung,
Aufstockung. Dieses Innenentwicklungspotenzial hat in den letzten Jahren teilweise über 1.000
Wohneinheiten pro Jahr zu den Wohnbautätigkeiten beigesteuert. Die jährlichen
Baufertigstellungszahlen sind seit Einführung des StEK Wohnen im Jahr 2014 im Durchschnitt konstant.
Im Zeitraum 2014 - 2023 wurden durchschnittlich 2.870 Wohnungen neu errichtet. Der Vergleich zum
Zeitraum 2004 – 2013, in dem im Durchschnitt ebenfalls 2.870 Wohnungen neu geschaffen wurden
zeigt, dass diese Zahl – trotz jährlicher Schwankungen - über einen längeren Zeitraum betrachtet
konstant ist. Seit Einführung des StEK Wohnen ist allerdings eine Steigerung der
Baugenehmigungstätigkeit festzustellen. Wurden zwischen 2004 und 2013 noch für durchschnittlich
3.080 Wohnungen Baugenehmigungen pro Jahr erteilt, waren es zwischen 2014 und 2023 3.340
Baugenehmigungen. Dies resultierte in einem stetigen Anstieg des Bauüberhangs. Dieser beträgt zum
31.12.2023 9.415 Wohnungen.
Das Thema (kleinteilige) Innenentwicklung bzw. Nachverdichtung wird über eine Kombination mehrerer
aktivierender Instrumente umgesetzt. Hierzu zählen das Baulückenprogramm oder die mit
Partner*innen der Wohnungswirtschaft durchgeführte Weiterentwicklung von Siedlungsbeständen der
1950/60er Jahre (vgl. Sachstandsbericht StEK Wohnen, Vorl.-Nr. 3307/2018). Beispielhaft sei hier auf
die Modernisierung von rund 800 Wohnungen und den Neubau von ca. 200 Wohnungen in der
Kannebäckersiedlung durch die GAG Immobilien AG hingewiesen. Inwieweit die neuen Instrumente der
Baulandmobilisierung, die mit einer Novelle des Baugesetzbuches (BauGB) sowie der
(Baunutzungsverordnung) BauNVO Mitte 2021 in Kraft getreten sind, erfolgversprechend sind, kann
zum aktuellen Zeitpunkt nicht bewertet werden, da es noch keine umgesetzten Anwendungsbeispiele
gibt. Eine wichtige Grundlage für die Anwendung der Instrumente des Baulandmobilisierungsgesetzes
stellt die im Januar 2023 in Kraft getretene Verordnung zur Bestimmung von Gebieten im Land
Nordrhein-Westfalen mit einem angespannten Wohnungsmarkt nach §201a des Baugesetzbuches dar.
Erst diese Grundlage lässt zum Beispiel die Befreiung von Festsetzung eines Bebauungsplanes (§31
Abs. 3 BauGB) zu. Demnach können in einem angespannten Wohnungsmarkt, wie Köln, eine Befreiung
von Festsetzungen eines Bebauungsplanes zugunsten des Wohnungsbaus im Einzelfall erteilt werden,
auch wenn die Grundzüge der Planung berührt sind. Es gibt keine Anwendungspflicht dieses
Instrumentes, die Wohnungsbauleitstelle hat hier einen verwaltungsinternen Abstimmungsprozess
initiiert, um die Möglichkeiten zur Stärkung des Wohnungsbaus in diesem Rahmen weiter
auszuschöpfen. Zu den neuen Instrumenten zur Mobilisierung und Aktivierung von Baurechten zählen
neben der Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplans (Befreiungen nach §31 Abs. 2 und 3
BauGB) auch z.B. die erweiterte Zulässigkeit von Vorhaben im Innenbereich (Erweiterter
Zulässigkeitsrahmen nach §34 Abs. 3a BauGB), die Nutzung des kommunalen Vorkaufsrechts oder
auch die konzeptionelle Erstellung von städtebaulichen Entwicklungskonzepten zur Stärkung der
Innenentwicklung nach §176 a BauGB. Für 2025 bereitet das Amt für Stadtentwicklung und Statistik die
Bearbeitung eines Innenentwicklungskonzeptes nach §176 a vor, in diesem Rahmen wird auch die
konkrete Anwendung der o. g. Instrumente überprüft.“
9.1.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbei tung
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
9.1.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Bezahlbarer Wohnraum fehlt, insbesondere für Mensc hen in herausfordernden Lebenslagen
• Modernisierter Wohnraum oft nicht zugänglich für e inkommensschwache Haushalte
• Hohe Mietkosten führen zu Unzufriedenheit und Bela stung
• Wunsch nach mehr Transparenz und Unterstützung dur ch die Stadt Köln
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz:
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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• In mehreren Beiträgen wurde kritisiert, dass Wohnu ngen – insbesondere in einzelnen Siedlungen –
schlecht gepflegt sind, Reparaturen nicht stattfinden und die Wohnqualität darunter leidet.
• Forderung nach mehr Aufklärung zum Thema betrügeri sche Wohnungsangebote, besonders für
Menschen mit eingeschränkten Sprachkenntnissen.
• Wohnungssuche, die als extrem schwierig bis nahezu aussichtslos beschrieben wurde.
Teilnehmende berichteten von frustrierenden Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt (auch bei
Teilhabe, Punkt 6.1)
• Bezahlbarer Wohnraum fehlt, insbesondere für Mensc hen in herausfordernden Lebenslagen
• Modernisierter Wohnraum oft nicht zugänglich für e inkommensschwache Haushalte
• Hohe Mietkosten führen zu Unzufriedenheit und Bela stung
• Wunsch nach mehr Transparenz und Unterstützung dur ch die Stadt Köln
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Schlebuscher Weg wird saniert (sowie Neubauten) ca. 100 Wohneinheiten
• Mehr barrierefreie und altersgerechte Wohnungen
• Schwierigkeit in der Kommunikation mit Wohnungsbau gesellschaften
9.2 Strategisches Ziel: Barrierefreiheit - Senioren gerechtes Wohnen fördern
Im Ausschuss für Soziales und Senior*innen hat die Verwaltung in Bezug auf die „Datengrundlagen für
altersgerechtes / barrierearmes Wohnen in Köln“ am 23.01.2025 u.a. das folgende mitgeteilt (vgl.
4003/2024 ):
„Die umfassendste Quelle zum kommunalen Gebäude- und Wohnungsbestand ist die im Rahmen der
Zensus-Erhebungen (zuletzt 2022) durchgeführte Gebäude- und Wohnungszählung. Hieraus können
Informationen zum Kölner Wohnungsbestand differenziert nach Gebäudetyp, Wohnungsgröße,
Wohnform (Miete / Eigentum) und Beheizung nach Baualtersklassen (ab1945 auch jährlich) aggregiert
ausgewertet werden. Darüber hinaus gehende Informationen zur Ausstattung der Wohnungen und
Gebäude wurden im Zensus nicht erhoben und liegen auch in anderen Datenquellen – wie zum Beispiel
in der Bautätigkeitsstatistik nach dem Hochbaustatistikgesetz – nicht vor.
Angaben zur Barrierefreiheit und zur Ausstattung mit Aufzügen sind weder Erhebungsmerkmale in der
Gebäude- und Wohnungszählung noch in der Bautätigkeitsstatistik nach dem Hochbaustatistikgesetz.
Insofern liegen hierzu keine Daten für den gesamten Wohnungsbestand vor.
Im Bereich des öffentlich geförderten Wohnungsbestandes geben bereits seit 1998 die Förderrichtlinien
des Landes Nordrhein-Westfalen vor, dass Mietwohnungen barrierefrei gebaut werden. Demnach
müssen der Hauseingangsbereich sowie die Erdgeschosswohnungen stufenlos von der Straße
erreichbar sein. Dies gilt auch für Aufzugsanlagen. Zudem ist vorgeschrieben, dass in allen Wohnungen
weder Stufen noch Schwellen bestehen. Die Bäder müssen mit bodengleichen Duschen ausgestattet
sein. Alle Türbreiten sowie Bewegungsflächen müssen den Bestimmungen für barrierefreies Bauen
entsprechen. Mit Stand Januar 2024 waren im Bestand der 42.417 geförderten Wohnungen 13.148 als
barrierefrei registriert. In 2023 wurden 622 geförderte Neubau-Wohnungen fertiggestellt, welche gemäß
den Wohnraumförderbestimmungen barrierefrei errichtet worden sind. Hiervon sind alle Wohnungen
ohne Barrieren im Erdgeschoss oder über einen Aufzug erschlossen.“
Dementsprechend kann lediglich über einen kleinen Teil des Wohnungsbestands eine Aussage zur
Barrierefreiheit getroffen werden. Bezogen auf den o.g. Bestand an geförderten Wohnungen liegt der
Anteil an barrierefreien Wohnungen bei ca. 31%. Bezogen auf alle ca. 572.100 Wohnungen in der Stadt
Köln (Stand 2023) kann damit aber lediglich zu ca. 7,4% der Wohnungen eine Aussage zur
Barrierefreiheit getroffen werden.
Barrieren in der Wohnung und Wohnumgebung können die selbstständige Lebensführung in einer
Privatwohnung erschweren. Aussagen über das Angebot an barrierefreien Privatwohnungen sind
allerdings kaum möglich. Zuletzt wurde in der „Leben in Köln“-Umfrage 2016 näherungsweise mit der
Frage nach „altengerechtem Wohnraum“ erhoben, inwieweit die Wohnungen und Häuser älterer
Menschen in der Stadt Köln barrierefrei oder barrierearm sind: Von den Befragten im Alter ab 65 Jahren
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gaben 48% die Einschätzung, dass sie in einer altengerechten Wohnung oder einem altengerechten
Haus wohnen.
9.2.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbei tung
Die Herausforderungen und das strategische Ziel sollen weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung
bearbeitet werden.
9.2.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Mehr barrierefreie und altersgerechte Wohnungen
9.3 Attraktivität des Wohnumfelds steigern
Sowohl die Wohnqualität als auch die eigene Wohnsituation beeinflussen die Lebensqualität und somit
gesellschaftliche Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt. Bund und Land leisten
Unterstützung in Form von Zuschüssen / Darlehen, um angemessenen Wohnraum finanzieren zu
können. Die Stadt wirkt als Akteurin auf den sozialen Wohnungsbau und auf die Stadtplanung ein.
Sozialpolitisch sind die Wohnversorgung und das Wohnumfeld innerhalb einer Stadt insofern relevant,
als Bevölkerungsgruppen mit geringen materiellen Ressourcen aus gut gelegenen Stadtteilen mit guter
Infrastruktur in Randlagen mit schlechter Infrastruktur und belasteten öffentlichen Räumen verdrängt
werden könnten. Kinder und junge Erwachsene, die in Stadtteilen leben, die keine hinreichenden
Möglichkeiten der Freizeitgestaltung anbieten und in denen es an Treffpunkten und Angeboten zur
kulturellen und persönlichen Entwicklung mangelt, sind in ihren Teilhabechancen eingeschränkt. Andere
Einschränkungen betreffen die Gesundheitsversorgung von älteren und pflegebedürftigen Menschen,
die abhängig von den medizinischen und pflegerischen Angeboten im Wohnumfeld sind. Wenn in einem
Wohngebiet ökonomische, soziale und Umweltbelastungen zusammentreffen, kann sich soziale
Ungleichheit in räumlicher Segregation
49 widerspiegeln (Friedrichs 2011: S. 50). Das Aufwachsen in
einer solchen Wohnlage kann wiederum für Kinder und Jugendliche für ihre weitere Entwicklung
prägend sein.
Neben der Lärm-, Luft- und Hitzebelastung ist für die Einschätzung der Umweltgerechtigkeit in urbanen
Gebieten von zentraler Bedeutung, inwiefern die Menschen mit den Umweltressourcen in ihrer Stadt
zufrieden sind. Hierzu zählen Mobilitätsangebote, aber auch Angebote an Parks und Grünflächen. Bei
den Mobilitätsangeboten zeigt sich ein gemischtes Bild. Etwa 71% der Befragten der „Leben in Köln“-
Umfrage 2016 bewerten das ÖPNV-Angebot der Stadt als gut bzw. sehr gut. Nur sieben Prozent sind
unzufrieden mit dem ÖPNV-Angebot. Bei der Fahrradfreundlichkeit ergibt sich ein durchwachseneres
Bild. Hier geben lediglich 66% der Befragten an, mit der Fahrradfreundlichkeit der Stadt zufrieden zu
sein. Im Umkehrschluss heißt das: Rund ein Drittel der Befragten schätzen Köln als nicht
fahrradfreundliche Stadt ein.
Relativ schlecht wird die Umweltqualität der Stadt bewertet. Diese wird nur von 23% der Befragten mit
gut bzw. sehr gut bewertet und von 25% als schlecht bzw. sehr schlecht. Mit dem Angebot an Park- und
Grünanlagen sind 81% und damit ein Großteil der Befragten zufrieden und 20% unzufrieden. Insgesamt
zeigt sich ein durchmischtes Bild bei der Bewertung der Umwelt- und Mobilitätsaspekte in der Stadt
Köln.
9.3.1 Bewertung und Empfehlung zur weiteren Bearbei tung
Das strategische Ziel soll weiterhin u.a. über die städtische Verwaltung bearbeitet werden. In der
Sozialraumkonferenz wurden Unterstützungsmöglichkeiten durch die Sozialraumkoordination gesehen,
z.B. wenn es um die Einbindung der Bevölkerung bei der Gestaltung bzw. Veränderung des
49 Vgl. Kap 4.2
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
Bearbeiter Datum Name der Quelldatei Version Seite
Sozialplanung (V/3)/SRK 22 .01.2026 2026 -01 -23_SRGA_HHDW_final.docx 1.0 50 von 53
Wohnumfelds geht. Wie die Arbeit an der Zielerreichung konkret aussehen kann, ist in den
Planungskonferenzen und mit der bzw. den städtisch zuständigen Dienststelle(n) abzustimmen.
9.3.2 Hinweise aus den Beteiligungsformaten
Die folgenden Hinweise der Akteur*innen vor Ort, aus der Bürger*innenbefragung, der
Bürger*innenkonferenz und der Sozialraumkonferenz sollten berücksichtigt werden:
Hinweise von den Akteur*innen:
• Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur:
• Ausbau von Beratungsangeboten (z. B. Sozialberatung, Schuldnerberatung, Kinder- und
Jugendbetreuung)
• Förderung von Selbstorganisation
• Beteiligung der Bewohner*innen
• Maßnahmen zur Unterstützung der sozialen Kohäsion.
• Schaffung von Begegnungsräumen / Einrichtung eines Interkulturellen Zentrums, insbesondere
für Menschen mit internationaler Familiengeschichte, um lokale Möglichkeiten des
Zusammenkommens zu stärken
Hinweise aus der Bürger*innenkonferenz
• Viele Anwohnende bemängelten Vermüllung von Grünfl ächen, schlechte Pflege öffentlicher
Räume, unsichere Wege und Angsträume – all das wirke sich negativ auf die Lebensqualität aus.
• Müllprobleme: fehlende Müllcontainer, unzureichend gepflegte Müllplätze, Hundekot, Rattenbefall,
illegale Entsorgung → Auswirkungen auf Aufenthaltsqualität und Gesundheitsrisiken
• Zusätzliche Mülleimer / -behälter gewünscht
• Bewusstsein schaffen: Bedarf an gezielter Sensibil isierung und Aufklärung zur Sauberkeit und
Mülltrennung
• Unzureichende Pflege von Wohnanlagen (z. B. DEWOG in der Schönrath-Siedlung), lange
Wartezeiten bei Reparaturen
• Wunsch: verbesserte Nahversorgung (insbesondere in der Siedlung am Donewald)
• Der Wunsch nach besser gestalteten Spiel- und Frei zeitflächen wurde ebenso mehrfach geäußert.
• Wunsch nach mehr Parkmöglichkeiten in Wohnnähe
• Vorgeschlagen wurden dabei auch klar ausgewiesene Parkflächen ausschließlich für die
Bewohner*innen der anliegenden Häuser. Hintergrund dieser Forderung ist nicht nur der
Alltagskomfort, sondern auch das Sicherheitsempfinden im Quartier: Insbesondere Frauen
berichteten, dass lange Wege vom Parkplatz zur Wohnung – insbesondere in den
Abendstunden oder bei unbeleuchteten Wegen – ein Unsicherheitsgefühl auslösen. Eine
bessere Parkplatzsituation in unmittelbarer Wohnnähe wurde daher auch als Beitrag zur
Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls benannt
• Viele Teilnehmende berichteten von einem erhöhten Unsicherheitsgefühl, insbesondere auf
schlecht beleuchteten Wegen oder in wenig einsehbaren Bereichen, wie rund um den
Ritterspielplatz oder auf abgelegenen Verbindungswegen. Besonders Frauen und Kinder
bezeichneten einige Orte als potenzielle Angsträume. Diese Unsicherheiten betrafen insbesondere
gefährliche Schulwege, schlecht beleuchtete Straßen und Ecken sowie den Drogenkonsum in der
Nähe öffentlicher Plätze. Auch die Berichte über Personen, die Kinder ansprechen, trugen zu dem
Gefühl von Bedrohung bei.
• Einbrüche, Kennzeichendiebstahl
• unzureichende Sicherung der Bahnstrecke in Höhenha us, auf der Kinder über zu niedrige
Absperrungen klettern – Wunsch nach Schutzmaßnahmen
• Probleme mit Tierhaltung (Verschmutzung, freilaufe nde Hunde) → direkt relevant für
Wohnumfeldqualität
• Einhaltung und Vermittlung von Regeln zu Tierhaltu ng
• Raserei in Straßen in Wohnsiedlungen
• Positiv: Pflanzen von Obstbäumen
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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• Positiv: pünktlichere KVB-Busverbindungen in den S iedlungen im Vergleich zur Vergangenheit
• Positiv: Pferde reiten durch die Siedlung (schön f ür Kinder)
Hinweise aus der Sozialraumkonferenz:
• Kontaktaufnahme AWB (zur Situation rund um Vermüll ung in den Siedlungsgebieten)
10 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen
Die Sozialraumgebietsanalyse wurde Fachverwaltungen, Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur
Bewertung vorgelegt. Ihre qualitativen Einschätzungen und Hinweise wurden in die Analyse
aufgenommen.
Am 28.10.2025 hat schließlich eine Sozialraumkonferenz mit Vertreter*innen der Fachverwaltung,
Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und
Hinweise aus den Beteiligungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden ebenfalls
dokumentiert und in die Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen.
In der folgenden
Übersicht 1 sind alle Herausforderungen und strategischen Ziele aufgelistet, die im Sozialraumgebiet in
den nächsten fünf Jahren bearbeitet bzw. angestrebt werden sollen.
Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind die jeweils fachlich zuständigen Ämter und
Dienststellen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und
staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrichtungen und Diensten vor Ort.
Ggf. mögliche Unterstützungen durch die Sozialraumkoordination und die Akteure vor Ort sind in der
folgenden Übersicht dargestellt:
Übersicht 1: Herausforderungen und strategische Ziele
Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung
u.a. durch
städtische
Planungen /
Verwaltung
Unterstützung
durch die
Sozialraum-
koordination und
Akteure*innen vor
Ort
Herausforderung 1:
Demografischen Wandel
gestalten
(1) Wohlstand und Einkommen sind
gesichert, Armutsrisiken bekämpft
(2) Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen
Bevölkerung ist verbessert
(3) Vereinbarkeit von Familie und Beruf
ist gesichert
Herausforderung 2:
Startchancen
verbessern –
Gesundheit von Kindern
und Jugendlichen aus
einkommensschwachen
Familien fördern
(1) Die Gesundheit von Kindern aus
bildungsfernen und sozioökonomischen
schwächeren Verhältnissen ist
verbessert
X X
Herausforderung 3:
Mehr
Bildungsgerechtigkeit für
Kinder und Jugendliche
aus
(1) Frühzeitige Förderung von Kindern
aus benachteiligten Familien ist
gesichert
X X
(2) Sprache und deutsche
Sprachkenntnisse insbesondere bei
Kindern mit internationaler
X X
Lebenswerte Veedel Sozialraumgebietsanalyse: Heraus forderungen und Ziele Sozialraumgebiet: Höhenhaus / Dünnwald
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Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung
u.a. durch
städtische
Planungen /
Verwaltung
Unterstützung
durch die
Sozialraum-
koordination und
Akteure*innen vor
Ort
einkommensschwachen,
benachteiligten Familien
Familiengeschichte sind bedarfsgerecht
gefördert
(3) Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsenen mit internationaler
Familiengeschichte zu (höheren)
Bildungsabschlüsse führen
X
Herausforderung 4:
Berufliche Chancen
insbesondere für junge
Erwachsene mit
internationaler
Familiengeschichte
verbessern
(1) Nachholen und Erwerb von höheren
Schulabschlüssen auf dem zweiten
Bildungsweg ist gefördert
X
(2) Junge Erwachsene mit
internationaler Familiengeschichte sind
im Übergangssystem gefördert
X
(3) Berufliche Ausbildung junger
Erwachsener mit internationaler
Familiengeschichte ist verbessert
X
(4) Unterbeschäftigung von jungen
Erwachsenen mit internationaler
Familiengeschichte ist abgebaut
X
Herausforderung 5:
Familien- und
Kinderarmut abbauen -
Mehrfach belastete
Lebenslagen durch
abgestimmte Hilfen
gezielt verbessern
(1) Teilhabechancen armutsgefährdeter
Alleinerziehendenhaushalte sind
verbessert
X X
(2) Teilhabechancen armutsgefährdeter
kinderreicher Familien sind verbessert
X X
(3) Teilhabechancen armutsgefährdeter
Familien mit internationaler
Familiengeschichte sind verbessert
X X
(4) Langzeitarbeitslosigkeit in Familien
mit Kindern ist gesenkt
X
(5) Kulturelle Einbindung von Kindern
und Jugendlichen aus
armutsgefährdeten Familien ist gefördert
X X
Herausforderung 6:
Teilhabechancen von
Menschen mit
internationaler
Familiengeschichte
fördern - Mehrfach
belastete Lebenslagen
durch abgestimmte
Hilfen gezielt verbessern
(1) Armutsrisiken von Menschen mit
internationaler Familiengeschichte sind
gemindert
X
(2) Teilhabe der Menschen mit
internationaler Familiengeschichte am
Erwerbsleben ist verbessert
X
Herausforderung 7:
Lebenslage älterer,
(1) Gesundheitszustand der
Senior*innen ist verbessert
X
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Herausforderung Strategische Ziele Bearbeitung
u.a. durch
städtische
Planungen /
Verwaltung
Unterstützung
durch die
Sozialraum-
koordination und
Akteure*innen vor
Ort
insbesondere
armutsgefährdeter,
Menschen verbessern
(2) Altersarmut ist bekämpft X
(3) Soziale und kulturelle Teilhabe von
Senior*innen ist ermöglicht
X X
(4) Bedarf an kultur- und
gendersensibler Pflege ist gedeckt
X
Herausforderung 8:
Kulturelle und politische
Einbindung verbessern -
ehrenamtliches
Engagement und
politisches Interesse der
Stadtgesellschaft
fördern
(1) Interesse an der Arbeit der
Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist
gefördert
X X
(2) Wahlbeteiligung ist erhöht X X
(3) Ehrenamtliches Engagement ist
erhöht
X X
Herausforderung 9:
Wohnen –
Bedarfsgerechtes
Wohnungsangebot
verbessern -
Wohnen/Wohnumfeld
attraktiver gestalten
(1) Bedarfsgerechtes, bezahlbares
Wohnen für einkommensschwache
Haushalte ist gefördert
X
(2) Barrierefreiheit - Seniorengerechtes
Wohnen fördern
X
(3) Attraktivität des Wohnumfelds
steigern
X X
Die strategischen Ziele sollen zum einen durch die Fachplanungen bzw. Fachverwaltungen sowie zum
anderen durch eine sozialraumorientierte Verwaltung angestrebt werden. Bei Herausforderungen bzw.
Zielen, für die keine eindeutige bzw. alleinige Zuständigkeit der Fachverwaltung gegeben ist bzw.
Verbesserungsmöglichkeiten durch eine bessere Vernetzung bzw. Abstimmung der Akteur*innen vor
Ort und der Verwaltung gesehen werden, soll die Sozialraumkoordination gemeinsam mit der
Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel, als Bindeglied in die Verwaltung, auf die Zielerreichung hinwirken.
Dabei bleiben die originären und gesetzlichen Zuständigkeiten der Ämter und Dienststellen unberührt.
Das konkrete weitere Vorgehen wird in Planungskonferenzen entwickelt. Hierbei greift die
Sozialraumkoordination auf bestehende Gremien wie z.B. die Stadtteilkonferenzen mit Vertreter*innen
der Akteur*innen vor Ort und der Fachverwaltung zurück.
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
8781 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/V/3 Vorlagen-Nummer 0159/2026 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kleinräumige Analyse und Bewertung der Herausforderungen und Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald Beschlussorgan Bezirksvertretung 9 (Mülheim) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung (1) nimmt die Ergebnisse der Sozialraumanalyse (Anlage 1) und die Dokumentation des Be- teiligungsprozesses (Anlage 2) zur Kenntnis und bestätigt die Herausforderungen und Strategischen Ziele der Sozialplanung für das Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald, (2) fordert die Fachverwaltungen auf, gemäß des Ratsbeschlusses vom 21.03.2024 zur Vor- lage 4069/2022 „Strategische Sozialplanung - Herausforderungen und Ziele, Beschluss- punkt 5, durch eine sozialraumorientierte, fachübergreifende Planung auf die angestrebten Ziele im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald hinzuwirken, (3) fordert insbesondere die städtisch/staatlich finanzierten und/oder geförderten Akteure im Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald einschließlich der Regeleinrichtungen auf, an der Erreichung der Ziele mitzuwirken und Hinweise aus dem Beteiligungsprozess mit Ak- teur*innen und Bürger*innen vor Ort zu berücksichtigen. Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 16.03.2026 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Mit dem Beschluss vom 21.03.2024 zur Vorlage 4069/2022 hat der Rat die Verwaltung beauf- tragt, „im Rahmen des Programms Lebenswerte Veedel gemäß dem "Handbuch Bürger*in- nen- und Sozialraumorientierung in Köln" die strategischen Ziele auf der Basis von Sozial- raumgebietsanalysen und Sozialraumgebietsplanungen zügig kleinräumig umzusetzen, um die Lebensverhältnisse und Teilhabechancen in diesen Gebieten zu verbessern“ (s. Be- schlusspunkt 5). Demgemäß hat die Verwaltung zunächst eine kleinräumige, datengestützte Sozialraumgebietsanalyse für das Sozialraumgebiet Höhenhaus/Dünnwald erarbeitet und mit den vom Rat beschlossenen strategischen Zielen in Bezug gesetzt (vgl. Sozialraumge- bietsanalyse im Anhang). Die Sozialraumgebietsanalyse wurde dann Fachverwaltungen, Akteur*innen und Bürger*innen vor Ort zur Bewertung vorgelegt (vgl. den Bericht zur Bürger*innenbeteiligung des Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH (ISG) im Anhang). Ihre qualitativen Einschät- zungen und Hinweise wurden in der Sozialraumgebietsanalyse aufgenommen. Am 28.10.2025 haben Vertreter*innen der Fachverwaltung, Akteur*innen und Bürger*innen über die bisherigen Ergebnisse (Sozialraumgebietsanalyse und Hinweise aus den Beteili- gungsformaten) beraten. Die Ergebnisse der Beratung wurden dokumentiert und in die Sozial- raumgebietsanalyse aufgenommen. In der folgenden Übersicht 1 sind die Herausforderungen und strategischen Ziele aufgelistet, die im Sozialraumgebiet in den nächsten fünf Jahren bearbeitet bzw. angestrebt werden sol- len. Für die Bearbeitung der jeweiligen Herausforderungen sind die jeweils fachlich zuständigen Ämter und Dienststellen unter Berücksichtigung der personellen und finanziellen Ressourcen verantwortlich. Dazu gehört auch die Abstimmung mit bzw. zwischen den städtischen und staatlichen Dienststellen bzw. Behörden sowie den Angeboten, Einrichtungen und Diensten vor Ort. Übersicht 1: Herausforderungen und strategische Ziele Herausforderung Strategische Ziele Herausforderung 1: Demographischen Wandel gestalten (1) Wohlstand und Einkommen sind gesichert, Armutsrisiken bekämpft (2) Erwerbstätigkeit der erwerbsfähigen Bevöl- kerung ist verbessert (3) Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesi- chert Herausforderung 2: Startchancen verbessern – Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus ein- kommensschwachen Familien fördern (1) Die Gesundheit von Kindern aus bildungs- fernen und sozioökonomischen schwächeren Verhältnissen ist verbessert Herausforderung 3: Mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen, benachteiligten Familien (1) Frühzeitige Förderung von Kindern aus be- nachteiligten Familien ist gesichert (2) Sprache und deutsche Sprachkenntnisse insbesondere bei Kindern mit internationaler Familiengeschichte sind bedarfsgerecht geför- dert 3 Herausforderung Strategische Ziele (3) Kinder, Jugendliche und junge Erwachse- nen mit internationaler Familiengeschichte zu (höheren) Bildungsabschlüsse führen Herausforderung 4: Berufliche Chancen insbesondere für junge Erwachsene mit internationaler Fa- miliengeschichte verbessern (1) Nachholen und Erwerb von höheren Schul- abschlüssen auf dem zweiten Bildungsweg ist gefördert (2) Junge Erwachsene mit internationaler Fami- liengeschichte sind im Übergangssystem geför- dert (3) Berufliche Ausbildung junger Erwachsener mit internationaler Familiengeschichte ist ver- bessert (4) Unterbeschäftigung von jungen Erwachse- nen mit internationaler Familiengeschichte ist abgebaut Herausforderung 5: Familien- und Kinderarmut abbauen - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Teilhabechancen armutsgefährdeter Allein- erziehendenhaushalte sind verbessert (2) Teilhabechancen armutsgefährdeter kinder- reicher Familien sind verbessert (3) Teilhabechancen armutsgefährdeter Fami- lien mit internationaler Familiengeschichte sind verbessert (4) Langzeitarbeitslosigkeit in Familien mit Kin- dern ist gesenkt (5) Kulturelle Einbindung von Kindern und Ju- gendlichen aus armutsgefährdeten Familien ist gefördert Herausforderung 6: Teilhabechancen von Menschen mit inter- nationaler Familiengeschichte fördern - Mehrfach belastete Lebenslagen durch abgestimmte Hilfen gezielt verbessern (1) Armutsrisiken von Menschen mit internatio- naler Familiengeschichte sind gemindert (2) Teilhabe der Menschen mit internationaler Familiengeschichte am Erwerbsleben ist ver- bessert Herausforderung 7: Lebenslage älterer, insbesondere armuts- gefährdeter, Menschen verbessern (1) Gesundheitszustand der Senior*innen ist verbessert (2) Altersarmut ist bekämpft (3) Soziale und kulturelle Teilhabe von Se- nior*innen ist ermöglicht (4) Bedarf an kultur- und gendersensibler Pflege ist gedeckt Herausforderung 8: Kulturelle und politische Einbindung ver- bessern - ehrenamtliches Engagement und politisches Interesse der Stadtgesell- schaft fördern (1) Interesse an der Arbeit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ist gefördert (2) Wahlbeteiligung ist erhöht (3) Ehrenamtliches Engagement ist erhöht Herausforderung 9: Wohnen – Bedarfsgerechtes Wohnungs- angebot verbessern - Wohnen/Wohnum- feld attraktiver gestalten (1) Bedarfsgerechtes, bezahlbares Wohnen für einkommensschwache Haushalte ist gefördert (2) Barrierefreiheit - Seniorengerechtes Woh- nen fördern Die strategischen Ziele sollen zum einen durch die Fachplanungen bzw. Fachverwaltungen sowie zum anderen durch eine sozialraumorientierte Verwaltung angestrebt werden. Bei Her- ausforderungen bzw. Zielen, für die keine eindeutige bzw. alleinige Zuständigkeit der Fachver- waltung gegeben ist bzw. Verbesserungsmöglichkeiten durch eine bessere Vernetzung bzw. Abstimmung der Akteure vor Ort und der Verwaltung gesehen werden, soll die Sozialraumko- ordination gemeinsam mit der Geschäftsstelle Lebenswerte Veedel als Bindeglied in die Ver- waltung auf die Zielerreichung hinwirken. Dabei bleiben die originären und gesetzlichen Zu- ständigkeiten der Ämter und Dienststellen unberührt. 4 Das konkrete weitere Vorgehen wird in Planungskonferenzen entwickelt. Hierbei greift die So- zialraumkoordination auf bestehende Gremien wie z. B. die Stadtteilkonferenzen mit Vertre- ter*innen der Akteur*innen vor Ort und der Fachverwaltung zurück oder klärt das weitere Vor- gehen mit der Fachverwaltung und den Akteur*innen vor Ort. Wie im Handbuch „Lebenswerte Veedel – Handbuch Bürger*innen- und Sozialraumorientie- rung in Köln“ vorgesehen, wird die Geschäftsstelle regelmäßig, nach 2,5 Jahren und nach 5 Jahren über die Zielerreichung berichten. Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund aufwändiger verwaltungsinterner Abstimmungen konnte die Vorlage nicht fristge- recht vorgelegt werden. Eine Beratung in dieser Sitzung wäre wichtig, da sonst der Prozess der Sozialraumgebietsplanung nicht wie geplant starten könnte und erst nach den Sommerfe- rien damit begonnen werden könnte, in die konkreten Planungen einzusteigen. Dies wäre auch vor dem Hintergrund, dass die Bürger*innenkonferenzen und die Sozialraumkonferenz bereits im Sommer bzw. Herbst 2025 stattgefunden haben, eine deutliche Verzögerung des Prozesses. Anlagen
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (20)
- Weinsbergstraße 190
- Berliner Straße
- Leuchterstraße
- Wasserwerkstraße
- Von-Ketteler-Straße
- Leimbachweg
- Mülheimer Brücke
- Dünnwalder Kommunalweg 2
- Höhenfelder Mauspfad
- Schlebuscher Weg
- Prämonstratenserstraße
- Dünnwalder Mauspfad
- Im Weidenbruch
- Am Kölnberg
- Am Donewald
- Ulrepforte
- Thymianweg
- Markt
- Neumarkt
- Holzweg
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Details
- Aktenzeichen
- 0159/2026
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 13.03.2026
- Erstellt
- 19.01.2026 08:48