V/0254/2006
Straßenbenennung Dorothea-Petersmann-Weg
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Beschlussvorlage
1517 Zeichen
Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. DER OBERBÜRGERMEISTER Vermessungs- und Katasteramt Betrifft Straßenbenennung Dorothea-Petersmann-Weg Beratungsfolge 23.05.2006 Bezirksvertretung Münster-Mitte Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: Die neue Straße, die von der Salzmannstraße abzweigt und das Grundstück mit den Hausnum- mern 55 und 55a erschließt, erhält den Straßennamen Dorothea-Petersmann-Weg . Kosten/Folgekosten Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: Dorothea Petersmann *18.08.1898 in Dortmund † 12.12.1973 in Münster, war von 1929 bis 1965 Oberin des Diakonissenmutterhauses in Münster, Wichernstraße 6. Dorothea Petersmann wuchs als Tochter eines evangelischen Pfarrers in Dortmund auf und lernte früh die soziale Arbeit in der Gemeinde kennen. Nach dem Abitur in Dortmund studierte sie in Ber- lin und Bethel und arbeitete später als Sozialarbeiterin im „Gängeviertel“ in Hamburg. In Münster wurde der Aufbau der Evangelischen Sozialpädagogischen Ausbildungsstätte (ESPA) ihre wich- tigste Aufgabe. Zeitlebens leistete sie soziale Arbeit aus christlicher Überzeugung und engagierte sich für die Ausbildung von Frauen. I.V.: Joksch Stadtbaurat Anlagen: Übersichtsplan M. 1 : 5.000 Lebenslauf von Dorothea Petersmann Vorlagen-Nr.: V/0254/2006 Auskunft erteilt: Herr Zimmermann Ruf: 492 62 42 E-Mail: Zimmerma@stadt-muenster.de Datum: 06.04.2006 Öffentliche Beschlussvorlage
Lebenslauf
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Dorothea Petersmann Dorothea Petersmann wurde am 18. August 1898 als ältestes von 6 Kin- dern in Dortmund-Aplerbeck geboren. Ihr Vater war dort evangelischer Pfar- rer. Er bezog sie früh in die soziale Ar- beit in seiner Gemeinde ein. Nach dem Abitur begann sie 1916 mit ihrer Aus- bildung an der „Frauenschule der In- neren Mission" in Berlin. In dieser Ausbildungszeit lernte sie die soziale Arbeit als „Wohnungspflegerin“ beim städtischen Wohnungsamt Dortmund, im kirchlichen Verwaltungsdienst und in der Gemeindearbeit mit Armen, Ju- gendlichen und Kindern kennen. Gleichzeitig war sie an den Hochschu- len in Berlin und in Bethel als Studen- tin für Theologie, Philosophie, Psycho- logie und Politikwissenschaften einge- schrieben. Nach ihrem Examen erhielt sie die Be- rechtigung, als „soziale Berufsarbeite- rin" tätig zu werden und begann zu- nächst als Werksfürsorgerin in einem Betrieb in Bielefeld-Windelsbleiche. Von der Hamburger Stadtmission kam bald die Berufung zur Mitarbeit in der sozialen Arbeit der Hansestadt. Sie betreute Frauen und Kindern im be- rüchtigten „Gängeviertel". Sie nahm ihre Wohnung in diesem Quartier und lebte mit den Menschen. Sie lud ver- wahrloste Kinder in ihre Wohnung ein, kochte für sie und erzählte ihnen bibli- sche Geschichten. Auf diese Weise be- kam sie Kontakt mit den Müttern der Kinder. Im August 1928 fragte das Diakonis- senhaus Sarepta/Bethel Dorothea Pe- tersmann, ob sie bereit sei, Oberin im Diakonissenmutterhaus in Münster zu werden. Unter der Bedingung, dass ihre bisherige Arbeit als Diakonie der Kirche anerkannt werde, hat sich für das Amt der Oberin im Diakonissen- mutterhaus in Münster entschieden. Im April 1929 wurde sie zum Amt der Diakonisse eingesegnet und im Juli 1929 als Oberin eingeführt. Schwester Dorothea - wie sie nun genannt wurde - hat diese Leitungsaufgabe bis 1965 wahrgenommen. In ihre Amtszeit fielen die schweren Jahre mit der Auseinan- dersetzung mit dem Nationalsozialis- mus, die Kriegs- und Nachkriegsjahre mit dem Wiederaufbau. Unter ihrer Leitung wurde die Evange- lische Sozialpädagogische Ausbil- dungsstätte in Münster im Jahr 1955 gegründet. „W ir sind in unserm Mutter- haus bemüht, neben der pflegerischen Aufgabe auch den Auftrag der christli- chen Frau auf dem Gebiet der Erzie- hung stärker als bisher zu seinem Recht kommen zu lassen. (1958) Sie vermutete, „dass vielen unter uns heute noch nicht klar ist, dass für den missio- narischen Auftrag der Kirche die Erzie- hung von größerer Bedeutung ist als die Pflege.“ (1960) Schwester Dorothea war davon über- zeugt, dass es nicht darauf ankomme, möglichst viele Einrichtungen in Trä- gerschaft der Diakonie zu haben. Wichtiger sei vielmehr, dass möglichst viele Christen in Kindergärten, Heimen und in der offenen Jugendarbeit tätig seien. Als Leiterin des Diakonissenmutter- hauses förderte und forderte sie ihre Schwestern und entsendete sie dahin, wo Hilfe nötig war, zum Beispiel in die Niederlande zur Betreuung von deut- schen Frauen, die dort arbeiteten, in den Kriegsjahren nach Niederbayern zur Betreuung der aus Münster evaku- ierten Kinder, zur Hilfe von evangeli- schen Flüchtlingen in Lüdinghausen und in Berlin. Sie war viele Jahre Mitglied der Lan- dessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen, arbeitete im Kaisers- werther Verband deutscher Diakonis- senmutterhäuser und in der internati- onalen Kaiserswerther Generalkonfe- renz mit. 1965 wurde Schwester Dorothea aus ihrem Amt verabschiedet. Am 12. Dezember 1973 starb Schwes- ter Dorothea Petersmann.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Salzmannstraße
- Wichernstraße 6
- Dorothea-Petersmann-Weg
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0254/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 06.04.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37