V/0206/2013
Kommunales Handlungskonzept Wohnen - Zwischenstand zum bisherigen Erarbeitungsprozess
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Berichtsvorlage
17114 Zeichen
V/0206/2013
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Kommunales Handlungskonzept Wohnen - Zwischenstand zum bisherigen Erarbeitungsprozess
Beratungsfolge
06.06.2013 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht
Bericht:
1. Zwischenstand „Kommunales Handlungskonzept Wohnen“
Der Rat hat am 6. April 2011 mit Beschluss der Vorlage V/0041/2011 die Verwaltung beau ftragt,
das Handlungsprogramm Wohnen zu einem Kommunalen Handlungskonzept Wohnen weiter -
zuentwickeln. Die Konzepterarbeitung sollte durch ein externes Unter nehmen unterstützt werden
und in enger Kooperation mit den Akteuren des Münsteraner Wohnungsmar ktes erfolgen. Nach
der Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel zum Jahresende 2011 hat die Verwaltung
die externen Leistungen ausgeschrieben und im er sten Quartal 2012 einen entsprechenden Au f-
trag an die empirica ag erteilt.
Im Sommer 2012 hat empirica eine Analyse des Münsteraner Wohnungsmarktes vorgelegt, die in
den Folgemonaten intensiv innerhalb der Verwaltung und mit Experten des Münsteraner Wo h-
nungsmarktes erörtert wurde. Auf der Grundlage der Analyseergebnisse wurde ein Zielfindung s-
prozess eingeleitet. Zweck dieser Arbeitsphase war es, stadtspezifische Ziele, Präferenzen und
Gewichtungen herauszuarbeiten, damit diese bei der Erarbeitung von Hand lungsempfehlungen
gezielt berücksichtigt werden können. Inzwischen ist auch die Zielfindungsphase abgeschlo ssen.
Die anliegende Dokumentation der Sondersitzung des Arbeitskreises Wohnen in Münster vom
15. Januar 2013 (Anlage) gibt einen Überblick über die inhaltliche Diskussion und die wichtigsten
Ergebnisse des bisherigen Erarbeitungsprozesses wieder.
In den folgenden Kapiteln steht die Begründung einer kontinuierlich hohen Bauleistung im Vo r-
dergrund. Als Voraussetzung dafür wird zusätzliches Wohnbauland benötigt. Die Erforderlichkeit
einer verstärkten Wohnbaulandentwicklung wird durch die Zwischenergebnisse des bisherigen
Erarbeitungsprozesses für das Kommunale Handlungskonzept Wohnen (HKW) voll bestätigt.
Vorlagen-Nr.:
V/0206/2013
Auskunft erteilt:
Herr Uplawski
Ruf:
492 61 15
E-Mail:
Uplawski@stadt-muenster.de
Datum:
06.05.2013
Öffentliche Berichtsvorlage
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2. Grundlegende Erkenntnisse des bisherigen Erarbeitungsprozesses zum H and-
lungskonzept Wohnen
2.1 Wohnungsneubau und Baulandentwicklung im Kontext der Stadtentwicklung
Im Rahmen des bisherigen Erarbeitungsprozesses sind die langfristig günstigen Entwicklung s-
perspektiven der Stadt Münster bestätigt worden. Nach gemeinsamer Einschätzung von empirica
und der Akteure des Münsteraner Wohnungsmarktaktes kann sich Münster auch langfristig auf
eine anhaltend positive Entwicklung der Zahl der Haushalte, Einwohner und Beschäftigten ei n-
stellen. Damit einher gehe n eine hohe Wohnungsnachfrage und letztlich ein anhaltend hoher
Wohnungsneubaubedarf. Nach Auffassung aller beteiligten Akteure gilt es zu verhindern, dass
der Wo hnungsmarkt in Münster zu einem Entwicklungshemmnis für die Stadtentwicklung wird.
Eine hohe Neubauleistung ist nicht nur erforderlich, um die Stadt auf Wachstumskurs zu halten,
sie ist auch eine Voraussetzung, um das qualitative Ziel einer sozial ausgewogenen Entwicklung
umsetzen zu können. Daher ist es eine vordringliche Aufgabe der Stadt, günsti ge Rahmenbedin-
gungen für den Neubau von Wohnungen zu schaffen. Eine Bedingung für den Wohnungsneubau
sind ausreichend marktverfügbare Flächen und Standorte. Als Orientierungsgröße für die B e-
messung der erforderlichen Leistungen zur Flächenbereitstellung is t im bisherigen Erarbeitung s-
prozess für das HKW ein Zielwert von 1.500 WE für die jährliche Wohnungsneubauleistung b e-
stätigt worden. Di eser Zielwert soll den Kalkulationen zum langfristigen Flächenbedarf und zur
mittelfristigen Baulandaktivierung zugrunde gelegt werden.
1.500 Neubauwohnungen je Jahr gewährleisten lediglich eine kontinuierliche, leicht positive Ei n-
wohnerentwicklung. Eine jährliche Neubauleistung von 1.500 WE reicht aber nicht aus, um die
vom Land NRW für Münster prognostizierte Einwohneren twicklung bis 2030 realisieren zu kö n-
nen. Auf der anderen Seite ist es bereits eine große Herausforderung für die Stadt, die für den
Neubau von 1.500 WE je Jahr benötigten Flächen und Standorte bereit zu stellen.
Von Seiten der empirica ag wird der Zielw ert skeptisch gesehen, weil eine Baulandbereitste llung
im erforderlichen Umfang bisher noch nicht gewährleistet ist. Ausreichendes marktverfügb ares
Wohnbauland ist jedoch eine Bedingung für die angestrebte Wohnungsneubauleistung. Die Ba u-
landfrage wird damit zu einer zentralen Stellschraube nicht nur für die Münsteraner Wohnungspo-
litik, sondern auch für die weitere Stadtentwicklung insgesamt.
2.2 Vorrang der Innenentwicklung – der Münsteraner Weg zur Baulandbereitste l-
lung
Nicht für alle Wohnungsneubauten werden Flächen in (neuen) Baugebi eten benötigt. In Münster
findet der Vorrang der Innenentwicklung eine breite Unterstützung – auch in der praktischen Um-
setzung. Daher sollen bei der Realisierung der Mengenziele für den Wohnungsneubau Standorte
im Siedlungsbestand präferiert werden. Die Motive der Stadt Münster für die starke Akzentui e-
rung des Wohnungsneubaus im Siedlungsbestand sind vielschichtig . Das Ziel, Flächen zu sp a-
ren, ist dabei nicht immer vorrangig.
o Es gibt offensichtlich eine wachsende Nachfrag e nach Wohnraum in urbanen Strukturen.
Neubauvorhaben im Siedlungsbestand sind daher in hohem Maße marktgerecht. Doch nicht
alles, was marktgerecht ist, soll te auch realisiert werden. Neubauvorhaben im Bestand mü s-
sen sich an Qualitätszielen messen lassen. Sie finden ihre Grenze, wenn stadträumliche
Qualitäten gefährdet werden.
o Wegen der günstigen Perspektiven der Stadtentwicklung in Münster besitzt der Wohnungs-
neubau ein großes Entwicklungspotenzial. Wohnungsneubauinvestitionen im Siedlungsb e-
stand können daher gezielt eingesetzt werden, um noch vorhandene Strukturen, die nicht
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mehr den aktuellen Entwicklungsleitbildern entsprechen, an künftige Anforderungen anz u-
passen.
o Standorte im Siedlungsbestand sind vorrangig für den Geschoßwohnungsbau geeignet. Doch
auch in guten Stadtlagen können im Geschoßwohnungsbau Einfamilienhaus ähnliche Quali-
täten realisiert werden (Wohnungsgröße, privater Freiraumbezug, Familienfreundliches U m-
feld, u. a.). Das ist dringend erforderlich, um Familien mit Kindern innerhalb städtischer Struk-
turen halten zu können.
o Dort, wo es im Siedlungsbestand vertretbar ist, können höhere Dichten angestrebt werden.
Die Wahrscheinlichkeit, Wohnungseingänge barrierefrei erreichen zu können, wird bei mehr
als 5 Geschossen über der Geländeoberfläche deutlich größer (Aufzugspflicht). Eine Vermeh-
rung des Angebotes an Wohnungen mit barrierefreien Zugängen ist aus demografischen
Gründen dringend erforderlich.
o Der Geschoßwohnungsbau im Siedlungsbestand gewährleistet eine effiziente Nutzung kna p-
per Flächen. Er reduziert den Flächenverbrauch insgesamt und trägt dazu bei, d ie Flächenin-
anspruchnahme in Randlagen in Grenzen zu halten. Je mehr Wohnungen im Siedlungsb e-
stand errichtet werden, umso geringer kann die Aktivierung von neuen Baugebieten ausfallen.
Um die Bautätigkeit im Siedlungsbestand aufrecht zu erhalten oder sogar über das Niveau der
letzten Jahre hinaus zu steigern, sind zusätzliche Leistungen zur Mobilisierung von Standorten im
Rahmen der Innenentwicklung erforderlich . Außerdem sind Wohnbauvorh aben im Rahmen der
Innenentwicklung bekanntlich i. d. R. örtlich umstritten und bedürfen einer kommunikativen Vor-
bereitung und Begleitung im jeweiligen Quartier. Dabei wäre es förderlich, wenn in die örtlichen
Kommunikationsprozesse auch die Argumente stä rker eingebracht werden könnten, die aus der
gesamtstädtischen Konzeption (Wohnungspolitik, Baulandpolitik, Vorhaben im Siedlungsbestand)
abgeleitet sind.
2.3 Neue Baugebiete sind unverzichtbar- trotz Innenentwicklung
Durch Erfolge in der Innenentwickl ung kann der Neubaulandbedarf verringert werden. Doch es
steht außer Frage, dass die Mengenziele für die jährliche Wohnbauleistung nur erreicht werden
können, wenn auch die Bereitstellung von Neubaugebieten für den Wohnungsbau wieder intensi-
viert wird. empirica geht sogar davon aus, dass die demografisch bedingte Neubaunachfrage in
Münster primär auf den individuellen Eigenheimbau gerichtet sein wird und daher in erster Linie
die Bereitstellung von Neubaugebieten erforder t. Der Umfang des Flächenbedarfs für neue
Wohnbaugebiete hängt daher stark von den Bauformen und der erzielbaren Dichte ab.
Letztlich ist für die wohnungspolitische Diskussion in Münster der langfristige Flächenbedarf ke i-
ne absolute Bezugsgröße. Für die Steuerung der Baulandentwicklung sin d vielmehr die Erge b-
nisse des Baulandmonitorings und das mittelfristige Baulandprogramm maßgeblich. Entsche i-
dend ist, dass durch Mobilisierung von Wohnstandorten im Rahmen der Innenentwicklung und
die Bereitstellung neuer Wohnbaugebiete gute Voraussetzunge n geschaffen werden, damit jäh r-
lich 1.500 WE entstehen können. Dieser Wert ist erforderlich, damit die Entwicklung der Wo h-
nungsangebote mit der Nachfrage Schritt halten kann. Nach den Erkenntnissen des bisherigen
Erarbeitungsprozesses zum HKW hat dieses An liegen auch im Kontext einer sozialverantwortl i-
chen Wohnungsversorgung eine herausragende Bedeutung.
2.4 Wohnungsknappheit ist die Hauptursache des hohen Preisniveaus
Die Erkenntnis, dass die Preisbildung unter Marktbedingungen durch die Relationen zwi schen
Angebot und Nachfrage geprägt wird, ist nicht neu. Auch in Münster wird das Wohnungsmark t-
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geschehen weitgehend durch Marktmechanismen bestimmt. Die wichtigste Ursache des h ohen
Preisniveaus ist die Knappheit der Wohnungsangebote. In den letzten Jahren sind insgesamt zu
wenig neue Wohnungen gebaut worden , um die Nachfrage vollständig decken zu können . Des-
halb sind Wohnungssuchende oft gezwungen, höhere Preisforderungen hinzunehmen.
Ein zu geringer Umfang des mit öffentlichen Mitteln geförderten Wohnungsbaus ist in Münster
nicht die Ursache des hohen Preisniveaus. Weniger als 8 % des Wohnungsbestandes unterli e-
gen noch einer Sozialbindung. Der Umfang des „Sozialen Wohnungs neubaus“ reichte in den
letzten Jahren kaum aus, um den Rückgang an Wohnungen aufzuf angen, die aus der Sozialbin-
dung fielen. Die Auswirkungen des öffentlich geförderten Wohnungsneubaus auf das Preisniveau
sind in Münster – aufgrund der geringen Fallzahlen – marginal. Der Soziale Wohnungsneubau in
seiner derzeitigen Ausprägung ist daher ke in geeignetes Instrument zur Bekämpfung der Prei s-
anstiege. Aufgabe des Sozialen Wohnungsneubaus ist es vielmehr, zielgerichtet Angebotslücken
zu schließen und Personengruppen mit Wohnraum zu versorgen, die unter Marktbedingungen
kaum zum Zuge kommen. Für d ie generelle Preisdämpfung ist der soziale Wohnungsneubau
nicht zuständig. Das wirksamste Mittel zur Preisdämpfung ist die Ausweitung des Wohnungsa n-
gebotes durch eine kontinuierlich hohe jährliche Wohnungsneubauleistung. Nur durch die Me n-
geneffekte können knappheitsbedingte Preissteigerungen in Grenzen gehalten werden. Der sozi-
ale Wohnungsbau könnte dazu wieder einen größeren Beitrag leisten, wenn die Fördermittel e r-
höht und die Förderkonditionen für Investoren attraktiver werden (z. B. anteilige Zuschuss förde-
rung). Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Land die Wohnungsbauförderung neu konzipiert
und sie gerade für Wachstumsregionen wie Münster so verstetigt, dass sie für Investoren eine
verlässliche Finanzierungsgrundlage bietet.
Dieser Wirkungszusammenhang hat im bisherigen Erarbeitungsprozess zum Handlungsko nzept
Wohnen zu der Einsicht geführt, dass das Erreichen der Mengenziele für den Wohnungsne ubau
auch ein wichtiger Beitrag ist, um die städtischen Aufgaben im Rahmen der sozialverantwortl i-
chen Wohnungsversorgung erfüllen zu können. Ohne die generelle Bekämpfung der Knap pheit
sind weitere Preisanstiege zu erwarten.
2.5 Sicherung des preiswerten Altbaubestandes
In Münster wird zu Recht ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklungen im preiswe rten
Angebotssegment gerichtet. Das untere Drittel des gesamten Wohnungsbestandes von rd.
150.000 WE ist dem preiswerten Segment zuzurechnen. Dieses Segment ist für die Versorgung
einkommensschwächerer Gruppen ausschlaggebend. Im bisherigen Erarbeitungsp rozess zum
HKW ist deutlich geworden, dass der preiswerte Wohnungsbestand in Münster im Wesentlichen
aus dem nicht modernisierte n Altbaubestand besteht. Preiswerter Wohnraum entsteht folglich
durch Alterung der Wohnungsbestände. Wohnungen, die älter werden, bleiben tendenziell hinter
der Entwicklung der Wohnstandards zurück und partizipieren weniger an Preissteigerungen. Sie
werden mit der Zeit preiswert in Relation zum Neubau. Der Wohnungsneubau selbst kann kein
Instrument sein, um die Wohnungsangebote im preiswerten Bestand merklich auszuweiten. Dazu
sind die Neubaukosten zu hoch. Sogar der Neubau von öffentlich geförderten Wohnungen kann
nur bedingt zur Auswei tung des preiswerten Bestandes beitragen, weil die Fallzahlen nicht
ausreichen, und weil die Bew illigungsmieten künftig am oberen Ende des preiswerten Angebots -
segmentes liegen werden1. Die Haushalte, die eine solche öffentlich geförderte Neubau wohnung
1 Mit den Bestimmungen zur Sozialen Wohnraumförderung 2013 ist für Münster die
Bewilligungsmiete für die Einkommensgruppe A auf 6,25 € angehoben worden. Nach dem
aktuellen Mietspiegel liegen z. B. die durchschnittlich ortsüblichen Bestandsmieten von älteren
Wohnungen (Baujahre 1948 bis 1974) ohne energetische oder sonstige Modernisierungen für
eine Wohnung mit 75 qm außerhalb des erweiterten Innenstadtbereichs bei 5,35 €/qm. Die
Mieten bei Neuvertragsabschlüssen liegen derzeit aber deutlich darüber.
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beziehen, haben dafür aber deutlich geringere Heizkosten, so dass die Gesamt miete in der
Regel geringer ist als die älterer freifinanzierter Wohnungen mit vergleichbarer Grundmiete.
Der preiswerte Wohnungsbestand ist permanent gefährdet und nimmt weiter ab, solange ei n-
kommensstarke Nachfragegruppen in den bislang preiswerten Altbaubestand drängen und die-
sen durch Modernisierung aufwerten. Um den preiswerten Bestand zu erhalten, ist es erforde r-
lich, die preiswerten B estände vom Nachfragedruck einkommensstarker Gruppen zu entlasten.
Das geht am besten, wenn für diese Nachfragegruppen ausreichend Angebot e im Wohnung s-
neubau bereitgestellt werden. Es ist daher auch ein Beitrag zur Erhaltung des preiswerten Wo h-
nungsbestandes, wenn Neubauwohnungen für die Nachfrage einkommensstarker Gruppen en t-
stehen. Jede Neubauwohnung – mit Ausnahme der Spezialimmobilien im hochpreisigen Ange-
botssegment - nimmt Nachfragedruck von den preiswerten Wohnungsbeständen. Eine hohe
Neubauleistung ist daher das wirksamste Mittel zur Bewahrung der preiswerten Wohnungsb e-
stände in Münster.
3. Weiteres Vorgehen
Im Verlauf des bisherigen Erarbeitungsprozesses zum HKW ist das kommunale Han dlungsfeld
Wohnen in seiner ganzen Bandbreite beleuchtet worden. Auf der Grundlage empirischer Befunde
sind Wohnungsmarktentwicklungen und ihre wesentlichen Bestimmungsfaktoren analysiert wo r-
den. In einem anschließenden „Zielfindungsprozess“ konnten wichtige Orientierungen für die
künftige Wohnungspolitik in Münster im Konsens mit den Wohnung smarktakteuren abgestimmt
worden (Anlage). Auf dieser Grundlage sollen nun Handlungsempfehlungen entwickelt werden.
Der bisher erreichte Arbeits- und Erkenntnisstand liefert auch die Maßstäbe, um die vorliegenden
wohnungspolitischen Anträge der verschiedenen Fraktionen bearbeiten zu können. Im Entwurf
des Handlungskonzeptes Wohnen, der den politischen Gremien zur Beschl ussfassung voraus-
sichtlich im Spätsommer vorgelegt werden soll, werden die Vorschläge aus den vorliegenden
Anträgen aufgegriffen und gewürdigt.
Es besteht Konsens, dass eine kontinuierlich hohe Wohnungsneubauleistung das wichtigste A n-
liegen der kommunale n Wohnungspolitik in Münster sein sollte. Nicht nur, weil eine hohe Wo h-
nungsneubauleistung erforderlich ist, um die erfolgreiche Stadtentwicklung in Münster fortsetzen
zu können, sondern auch, weil ohne eine hohe Neubauleistung die sozialpolitischen Anliegen der
Wohnungspolitik nicht in den Griff zu bekommen sind. Die Voraussetzung für eine hohe Neuba u-
leistung ist ausreichendes Bauland. Damit liefert der bisherige Erarbeitungsprozess zum HKW
heute schon den Begründungshintergrund für die Intensivierung der Wohnbaulandentwicklung.
I. V.
gez.
Schultheiß
Stadtdirektor
Anlage:
Dokumentation der Sondersitzung des AK „Wohnen in Münster“ vom 15. Januar 2013
Anlage 1: Dokumentation der Sondersitzung des AK Wohnen vom 15. Januar 2013
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ARBEITSKREIS “WOHNEN IN MÜNSTER“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Inhalt 1. Einführung............................................................................................ 5 2. Handlungskonzept Wohnen in Münster - Diskussion des Thesenpapiers..........................................................5 Thema 1: Stadtentwicklung und Wohnungspolitik – eine Frage der Menge ......................................................................... 6 Thema 2: Vorrang für die Innenentwicklung – eine Frage der qualitativen Stadtentwicklung .................................... 9 Thema 3: Flächen und Standorte für den Wohnungsneubau – die Baulandfrage............................................................................... 11 Thema 4: Attraktive Wohnqualität in städtischen Strukturen – die Dichtefrage.................................................................................. 12 Thema 5: Die Versorgungsaufgaben der Stadt – eine Frage des preiswerten Wohnungsangebotssegment..................14 Thema 6: Die Stadt als Wohnstandort für Familien – Alternativen zum Eigenheim und Mehrgenerationenwohnen ...........18 Thema 7: Wohnungen für Menschen mit Handicap – Barrierefreiheit bis Inclusion.............................................................. 20 Thema 8: Studentische Wohnraumversorgung .................................... 21 3. Zielsetzungen des Handlungskonzeptes Wohnen – Positionierung des AKs..................................................................24 4. Ausblick und Verschiedenes.............................................................28 5. Teilnehmende der Sondersitzung des AK „Wohnen in Münster“...29 Anhang: ............................... 30Mitglieder des AK „Wohnen in Münster“ Abbildungs- und Quellennachweis: Die darg estellten Abbildungen und Fotos wurden, sofern nicht anders gekennzeichnet, von den jeweiligen Referenten bereitgestellt. Die Quellenrecherche ist mit größtmöglicher So rgfalt erfolgt. Sollte es dennoch Defizite geben, bitten wir diese mitzuteilen. 3 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Impressum Veranstalter und Geschäftsführung des AK „Wohnen in Münster“ Stadt Münster Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Ansprechpartnerin: Dr. Helga Kreft-Kettermann Moderation Prof. Elke Pahl-Weber TU Berlin Dokumentation Stadt+Bild www.stadtundbild.de Dipl. Ing. Nicoletta Rehsöft 4 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 1. Einführung „Strategische Wohnstandortentwicklung“ hat sich in Münster als städtisches Handlungsfeld etabliert, um sich den abzeichnenden Herausforderungen am Wohnungsmarkt frühzeitig und strategisch orientiert zu stellen. Der Arbeits- kreis „Wohnen in Münster“, der seit 2004 existiert und die Wohnstandort- entwicklung fachlich begleitet, ist als Informations- und Diskussionsplattform ein akzeptiertes und geschätztes Instrument für die Zusammenarbeit von Poli- tik, Verwaltung und Wohnungsmarktakteuren bei der Entwicklung des Wohn- standortes Münster. Er bietet einen guten Rahmen, um im Expertenkreis die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt zu reflektieren, beratend bei woh- nungspolitischen Fragen mit zu wirken und die Profilierung des Wohnstandor- tes Münster zu stärken. Als fundierte Grundlage für die strate gische Wohnstandortentwicklung wird seit 2012 mit Unterstützung der empirica ag ein Kommunales Handlungskon- zept Wohnen (HKW) für die Stadt Münster erarbeitet. Der Zwischenbericht (Teil 1: Marktanalyse, September 2012) wurde zusammen mit Ergebnissen ei- nes verwaltungsinternen Workshops in der 18. AK-Sitzung präsentiert und erste Eckpunkte und Themen diskutie rt. Aufgrund der Komplexität des The- mas wurde beschlossen, eine Sondersitzung durchzuführen, die sich aus- schließlich mit dem Handlungskonzept Wohnen in Münster beschäftigt. Ziel der Sitzung ist eine Positionierung der AK-Mitglieder zu den einzelnen Thesen und Fragen, um eine möglichst konsistente Position des Aks zu den Zielen des Handlungskonzeptes zu erhalten. Die Sondersitzung stellt damit eine wichtige Grundlage für die w eitere Arbeit von empirica dar, das sich im nächsten Schritt mit Handlungsempfehlungen zum HKW beschäftigen wird. Die Sondersitzung findet im Stadtweinha us Münster am Prinzipalmarkt statt. Stadtdirektor Schultheiß eröffnet di e Sitzung und begrüßt als neues AK- Mitglied Herrn Bierstedt, Leiter des Jobcenters Münster sowie als Gäste Frau Dr. Krings-Heckemeier, Geschäftsführerin von empirica und Frau Heising, Pro- jektleiterin für das Kommunale Handlungskonzept Wohnen in Münster. Er dankt den AK-Mitgliedern für die gute Teilnahmeresonanz an der Sondersit- zung, wodurch nicht zuletzt auch die Bedeutung und der Stellenwert des Kommunalen Handlungskonzeptes dokumentiert werden. 5 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 2. Handlungskonzept Wohnen in Münster: Diskussion des Thesenpapiers In der Anmoderation erläutert Frau Prof. Pahl-Weber kurz das im Vorfeld der Sitzung verschickte Papier mit Thesen und Fragen zur Zielorientierung der Kommunalen Wohnungspolitik in Münster. Die Inhalte wurden von empirica unter Mitwirkung der Verwaltung erarbeitet und bauen auf dem Ergebnis der Marktanalyse zu den jeweiligen Teilaspekten der Kommunalen Wohnungs- politik in Münster auf. Dabei spiegeln die Thesen die Position der Verwaltung wider, die sich auf der Grundlage des Zwischenberichtes von empirica in einem Zielfindungsworkshop herausgebildet hat. Zu acht Schwerpunktthemen liefert das Thesenpapier jeweils einen Überblick der Analyseergebnisse von empirica, eine Stellungnahme der Verwaltung zu den Zielen des HKW sowie Fragen, die von den AK-Teilnehmern diskutiert werden sollen. Ziel ist eine möglichs t einheitliche Positionierung des AKs zu den einzelnen Zielsetzungen, da diese die Grundlage für die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen im HKW darstelle n. Unterschiedliche Positionen der einzelnen Interessensvertreter im AK Wohnen, die auch nach der Diskussion bestehen bleiben, werden dokumentiert und können so im Rahmen der weiteren Arbeit am HKW transparent abgewogen werden. Thema 1 Stadtentwicklung und Wohnungspolitik – eine Frage der Menge In der Region Münster ist eine zunehmende arbeitsmarktorientierte Netto- zuwanderung festzustellen, die sich in den letzten Jahren fast ausschließlich auf Münster konzentriert. Ursache ist u.a. eine starke Zunahme der Bautätig- keit in Münster v.a. im Geschosswohnungsbau, während der Eigenheimbau in den Umlandgemeinden zurückgegangen ist. Angesichts der positiven Arbeits- marktentwicklung wird auch in Zukunft mit einem Bevölkerungswachstum und einer hohen Wohnungsnachfrage in der Region Münster gerechnet, we- gen des hohen Anteils junger Arbeitnehmer zunehmend auch wieder im Seg- ment der Ein- und Zweifamilienhäuser. Ob sich die Zuziehenden in Münster niederlassen, hängt davon ab, ob nachfragegerechter Wohnraum - insbeson- dere für junge Familien - in Münster angeboten wird. Analyse: Die Bevölkerung in Münster wächst stärker als im Umland Aufgabe der Wohnungspolitik ist, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass diejenigen Menschen, die in Münster wohnen wollen, auch die Möglichkeit dazu erhalten: Das Wohnungsangebot soll kein restriktiver Faktor für die Stadtentwicklung sein. Auf Grundlage der aktuell ermittelten Bedarfszahlen wird hierfür eine jährliche Wohnbauleistung von 1.500 WE bis 2030 für erfor- derlich gehalten. Die Ausweitung des Wohnungsangebotes wirkt zudem preisdämpfend auf alle Marktsegmente. Sie ist damit auch die Grundlage für eine sozialverantwortliche Wohnungsversorgung. Ziel: Wohnungspolitik als Förderfaktor der Stadt- entwicklung Diskussion Frau Prof. Pahl-Weber: Wenn sich die Wirtschafts- und Arbeitsplatzentwick- lung in Münster entsprechend der letzten Jahre fortsetzt, wird der Druck auf den Wohnungsmarkt in Münster und damit auf die Preise weiter steigen, so- weit der klare Befund des Zwischenberichtes. Für die Stadt Münster stellt sich Wieviel Wohnungsneubau ist gut für Münster? 6 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 vor diesem Hintergrund die Frage, in welchem Umfang Wohnungsbau förder- lich für die Stadtentw icklung ist. Wie bew ertet der AK die angestrebte Neu- bauleistung von jährlich 1.500 Wohnungen? Die AK-Teilnehmer unterstützen die Zielsetzung, das positive Stadtwachstum in Münster mit Hilfe von Wohnungsneubau soweit wie möglich zu unterstüt- zen. Münster ist eine attraktive Stadt, die weiterentwickelt werden muss, um konkurrenzfähig zu bleiben. Bereits im ersten AK 2004 wurde die Notwendig- keit von Wohnungsneubau als Teil einer Doppelstrategie erkannt. Angesichts der aktuellen Datenlage ist nun offensichtlich, dass eine Intensivierung des Wohnungsneubaus und eine Ausweitung der Wohnbauflächen dringend er- forderlich ist – mit allen Mitteln, die hierfür zur Verfügung stehen. Seitens einiger AK-Teilnehmer wird jedoch die Gefahr gesehen, dass Wohn- raum zu Preisen produziert wird, die Haushalte mit geringeren Einkommen vom Wohnungsmarkt ausschließen und zudem einen weiteren Zuzug nach Münster behindern. Münster will auch in Zukunft eine Stadt für alle Bevöl- kerungsgruppen bleiben. Bereits in naher Zukunft ist mit einer deutlichen Steigerung der Kauf- und Mietpreise zu rechnen. So wird derzeit geplant, die Bewilligungsmieten für Sozialwohnungen in mehreren Städten in NRW zu er- höhen, und zwar um 1 € auf 6,25 €/qm bzw. 7,15 €/qm netto kalt. Auch im Bestand sind bereits umfangreiche Preissteigerungen zu beobachten, z.B. bei gebrauchten Eigenheimen in beliebten Vierteln wie dem Geistviertel. Für die zukünftige Nachfrage spielt das Preisniveau eine zentrale Rolle: Wird der Wohnraum in der Stadt zu teuer, werden sich viele Haushalte nicht mehr für den Wohnstandort Münster entscheiden (können). So stellt sich die Frage, ob die Neubauziele vor diesem Hintergrund nicht zu hoch angesetzt sind und ob dieses bei der Prognose berücksichtigt wurde? Neubauwohnungen nicht für alle Einkommensgrup- pen erschwinglich empirica: Solange die Wohnungsnachfrage wie in den letzten Jahren über dem Angebot liegt, werden die Mieten in Münster weiter steigen. Diese Kos- tensteigerung zu dämpfen, ist in der Tat entscheidend, um eine Abwanderung in die Umlandgemeinden zu verhindern und die prognostizierte Zuwanderung in die Region auf die Stadt Münster zu konzentrieren. Die Schaffung von Bau- land und die Intensivierung des Neubaus sind dabei die wichtigsten Instru- mente, um den Preisdruck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen. Weitere Preissteigerungen können nachhaltig nur durch eine Ausweitung des Woh- nungsangebotes verhindert werden. Der Bau von Sozialwohnungen kann al- lein das Mengenproblem nicht lösen. Nur mit Hilfe eines ausreichenden An- gebots lässt sich der Marktpreis beeinflussen. In einem zweiten Schritt ist dann die konkrete Wohnraumversorgung über die einzelnen Einkommens- schichten zu betrachten. Soziale Wohnraumversor- gung verlangt Ausweitung des Wohnungsangebotes Diskutiert wird das jährliche Neubauziel von 1.500 neuen Wohneinheiten bis zum Jahr 2030. Die Darstellung im Zwischenbericht zeigt, dass in den 90er Jahren deutlich höhere jährliche Baufertigstellungen umgesetzt wurden. Es wird bezweifelt, dass sich mit jährlich 1.500 Wohneinheiten tatsächlich die Wohnkostensteigerung stoppen lässt. Darüber hinaus sollten auch Zielzahlen für den sozialen Wohnungsbau definiert werden; als erforderlich werden jähr- lich mindestens ca. 300 Wohnungen erachtet. 7 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 empirica: Während 1990 bis 1999 im Durchschnitt ca. 1.800 Wohnungen jährlich neu gebaut wurden, waren es 2001 bis 2010 aufgrund der Flächen- knappheit jährlich nur noch 1.200 WE. Wenn diese Flächenknappheit nicht behoben wird, kann das Bauvolumen de r 1990er Jahre nicht erreicht werden. Die Zielzahl von 1.500 WE wurde als Te il des Zielszenarios „Kernstadtinitiati- ve“ von der Stadt definiert. Selbst wenn sämtliche Baulandreserven und Inn- entwicklungspotenziale bis zum Jahr 2030 zu 100 % mobilisiert und ausge- schöpft werden könnten, würden die derzeitigen Flächenpotenziale nicht aus- reichen, um das angestrebte Ziel von 1.500 WE pro Jahr zu erreichen. Wenn keine weiteren mobilisierbaren Flächenpotenziale hinzukommen, verstärkt sich der Druck auf dem Grundstücksmarkt und die Preissteigerungen werden sich fortsetzen. Es werden Instrumente benötigt, um die vorhandenen Flä- chen- und Innenentwicklungspotenziale gezielt mobilisieren zu können. Baufertigstellungen von Woh- nungen in Münster 1985-2012 Quelle: Stadt Münster Auf der anderen Seite wird davor gewarnt, in Fortschreibung des aktuellen Nachfragetrends zu hohe Neubauzahlen anzusetzen, die sich evtl. in Zukunft nicht vermarkten lassen. Sind die enormen Nachfrage- und Preissteigerungen der letzten Jahre tatsächlich primär auf das Bevölkerungswachstum in Müns- ter zurückzuführen? Noch vor fünf Jahren wurde in der Stadt von einer Be- darfsdeckung auf dem Wohnungsmarkt ausgegangen, dies wurde auch so im Arbeitskreis thematisiert. Stellt sich die Bevölkerungsentwicklung inzwischen so anders dar? Oder spielt nicht vielmehr der stark gestiegene Druck durch Finanzinvestoren auf dem Wohnungsmarkt in Folge des niedrigen Zinsniveaus und der Renaissance der Sachwerte eine wichtige Rolle? 51% der Wohnungs- bauinvestitionen in Münster werden aktuell von auswärtigen Investoren getä- tigt. Noch Anfang der 2000er Jahre hatte die Stadt große Schwierigkeiten, In- vestoren für Geschosswohnungsbau in Münster zu finden, da hierfür kein Markt gesehen wurde. Der heutige Druck auf den Wohnungsmarkt war so nicht vorhersehbar - wie auch in anderen Wachstumsstädten, z.B. Berlin oder Hamburg, die ebenso unvorbereitet von den Entwicklungen überrascht wur- den. Welche Rolle diese exogenen Faktoren in Zukunft auf dem Wohnungs- markt spielen werden, ist ungewiss. Die aktuelle Nachfragesituation sollte da- her nicht als zu enger Maßstab für die Entwicklung der nächsten zehn Jahre angenommen werden. Vielmehr muss geschaut werden, welche Bedarfe strukturell bestehen und Ansätze gefunden werden, um äußere Einflüsse so- weit wie möglich zu reduzieren. Dabei müssen alle Eckpunkte der Nachfrage einbezogen werden, auch die Preisentwicklung. empirica: Es gab in der Region Münster immer schon eine arbeitsplatzbeding- te Zuwanderung, von der jedoch bis zum Jahr 2006 v.a. das Umland von Münster profitiert hat. Seit 2006 konzentriert sich der Wohnungsneubau in der Region auf die Stadt Münster, insbesondere auf den Geschosswohnungs- bau. Seitdem wächst die Bevölkerung der Stadt Münster stärker als im Um- land. Hauptgrund für Preissteigerungen ist jedoch die zunehmende Ange- botsknappheit, insbesondere in Folge schwindender Baulandreserven. Die Zuwanderung in die Region Münster wird noch mindestens 15 Jahre anhalten. Ziel der Zuwanderung ist immer zunächst die Stadt Münster selbst. Auch wenn in der region „zu viel“ gebaut würde, so würde es nicht in Münster, sondern eher im Umland zu demografisch bedingten Leerständen kommen. Münster muss sich auf eine anhaltend hohe de- mografisch bedingte Neu- baunachfrage einstellen 8 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Ein Szenario, von dem die Region aber weit entfernt ist. Dabei wird der Anteil junger Familien in der Region wieder zunehmen. Um diese Zielgruppe in Münster zu halten, ist ein ausreichendes familiengerechtes Wohnungsangebot – auch im Geschosswohnungsbau – entscheidend. Eine Ausweitung des Bau- landangebotes ist grundlegend zur Pr eisdämpfung, die Stadt braucht eine Flexibilitätsreserve. Die Stadt Münster hat die Entwicklung selber in der Hand! Grundsätzlich sollte Wohnungsneubau in Münster nicht um jeden Preis be- trieben werden. Ein wichtiges Kriterium für die langfristige Vermarktbarkeit von Wohnungsangeboten (die eine Lebensdauer von 40, 50 Jahren haben) ist deren Qualität, insbesondere im Fall eines zukünftigen Nachfragerückgangs. Ob Neubauangebote angenommen werden, hängt von dem Zusammenspiel verschiedenster Kriterien wie Standort, Preisniveau, Wohnform usw. ab, die mit Konkurrenzangeboten verglichen und abgewogen werden. Gerade in Zei- ten eines hohen Marktdrucks besteht die Gefahr, dass auch wenig nachhalti- ge, wenig nachfragegerechte Projekte umgesetzt werden können. Hier sollte die Stadt z.B. bei der Vergabe von Grundstücken oder bei Baugenehmigungen soweit möglich steuernd eingreifen. Thema 2 Vorrang für die Innenentwicklung – eine Frage der qualitativen Stadtentwicklung Aufgrund des Einwohnerzuwachses (und einer laufenden Verkleinerung der Haushalte) steigt die Wohnungsnachfrage in Münster stetig, und zwar schnel- ler als der Wohnungsneubau, und das trotz eines höheren Bauvolumens in Münster als im Umland. Zwischen 2007 und 2010 verzeichnete Münster einen Zuwachs von 3.700 Haushalten aber nur 3.250 Wohneinheiten. Hinzu kommt eine qualitativ bedingte Wohnungsnachfrage. Durch diese Angebotsknapp- heit entsteht ein zunehmender Druck auf den Wohnungsmarkt, der Mieten und Kaufpreise steigen lässt; dies ist in Münster bereits messbar (Preis- steigerung seit 2007: Bauland+7%, Mieten+10%, Eigentum+15%). Um einen preisdämpfenden Effekt auf den Wohnungsmarkt zu erreichen, müssen deut- lich mehr Baufertigstellungen als in den letzten Jahren erreicht werden. Analyse: Die Haushaltszahl steigt in Münster schneller als der Wohnungsneubau, so dass die Preise steigen In dem Zielszenario „Ressourcenschonende Kernstadtinitiative unter Einbezie- hung des Umlandes“ hat sich die Stadtverwaltung für ein Neubauvolumen bis 2030 von jährlich 1.500 Wohneinheiten ausgesprochen. Neben dem Mengen- gerüst, von dem ein kostendämpfender Effekt erwartet wird, enthält das Sze- nario das Leitbild einer ressourcensc honenden, nachhaltigen Stadtentwick- lung. Ein Kernanliegen ist die Einbindung der Wohnbautätigkeit in ein Kon- zept zur Inneren Entwicklung. Städti sche, ressourcenschonende Wohnformen in Arbeitsplatznähe bieten unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten mehr Vorteile als der Eigenheimbau in den ländlich geprägten Nachbar- gemeinden. Auch gilt es, die Investitionsdynamik des Wohnungsmarktes zu nutzen, um bestehende urbane Strukturen an künftige Anforderungen anzu- passen. Die Wohnungsnachfrage ist daher soweit wie möglich innerhalb der Stadtgrenzen zu decken: Die Priorität liegt bei der Aktivierung von Nutzungs- potenzialen im Siedlungsbestand, während die Ausweitung der Siedlungs- fläche nur soweit erforderlich erfolgen soll. Ziel: Priortät der Innenent- wicklung bei Ausweitung des Wohnungsneubaus, Leitbild „ressourcen- schonende Kernstadt- intiative“ 9 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Diskussion Welche Rolle soll in der Wohnungsneubau im Bestand spielen? Frau Prof. Pahl-Weber: In seinem „Bündnis für Wohnen“ hat sich der Arbeits- kreis zu einer Doppelstrategie bekannt, die sowohl die Entwicklung neuer Wohngebiete als auch die Aktivierung von Potenzialen in Bestandsquartieren umfasst. Ist diese Strategie nach wie vor Leitziel des AKs? Aus Sicht der Stadtentwicklung hat di e innere Entwicklung von Münster o- berste Priorität, auch vor dem Hintergrund einer notwendigen qualitativen Weiterentwicklung der Stadt. In Münster besteht genügend Dynamik, um Bauprojekte im Bestand aktiv zu fördern. Es wurde bereits eine Vielzahl hoch- wertiger Innenentwicklungsprojekte durchgeführt, viele auf Initiative privater Investoren, die hier gute Marktchancen sehen. Ein aktuelles Projekt entwickelt z.B. die Wohn- und Stadtbau im Kreuzviertel. Große Potenziale in naher Zu- kunft bietet die Entwicklung der britischen Kasernenstandorte. Innenentwick- lung soll jedoch nicht um jeden Preis forciert werden. Es gilt, einen Konsens über Qualitäten der Innenentwicklung zu finden. Die Stadtentwicklung sieht es als ihre Aufgabe, Kriterien für eine zielgerichtete Auswahl der Standorte und eine nachbarschaftsverträgliche Entwicklung zu finden. Die Sicherung städtischer Grünzüge, die Aufwertung des Wohnumfeldes und die Beachtung des Quartiersmaßstabes sind u.a. wich tige Rahmensetzungen, die es bei jeder Planung zu beachten gilt. Jede Quartiersergänzung sollte einen strukturellen Vorteil für die Nachbarschaft bieten, z.B. durch die Integration von Serviceleis- tungen oder die Aufwertung des Wohnumfeldes. Innenverdichtung Münster: Schulstraße/ Kreuzviertel www.wohnstadtbau.de Auch die AK-Teilnehmer präferieren die Innenentwicklung, und das auch an- gesichts der starken Nachfrage nach Wohnraum in den innerstädtischen Quar- tieren. Um die Zielsetzung der Innenentwicklung weiter zu verfolgen, reicht es nicht aus, die Entwicklungspotenziale für den Wohnungsbau im Bestand zu identifizieren. Es muss konkret ausgelot et werden, welche Schritte im jeweili- gen Einzelfall zur Potenzialaktivierung geeignet sind. Dabei müssen auch Hemmnisse und Nachteile, die für die Nachbarschaft entstehen können, transparent diskutiert werden. Vorrang der Innenentwick- lung verlangt aktive Maß- nahmen zur Potenzialmo- bilisierung Insgesamt sollte sich die Innenentwicklung nicht nur auf Quartiere der inneren Stadt konzentrieren, auch wenn diese von vielen Haushalten verstärkt nach- gefragt werden. Um den erforderlichen Neubaubedarf realisieren zu können, sollten konkret auch Stadtteile in den Randbereichen von Münster für eine Bestandsentwicklung in Betracht gezogen werden. Viele dieser Stadtteile haben eine sehr gute infrastrukturelle Ausstattung und stellen aus Sicht der Stadtentwicklung durchaus attraktive Wohnstandorte in Münster und eine marktfähige Alternative zur Innenstadt dar. Voraussetzung für die Umsetzung von Projekten im Bestand ist, dass bei allen Akteuren ein Konsens über den hohen Stellenwert der Innenentwicklung für eine nachhaltige Stadtentwicklung und den Wohnungsbau besteht. Ein be- sonderer Appell geht dabei an die Ortspo litik, die eine wichtige Rolle bei der Vermittlung und Umsetzung von Ziel en der Wohnstandortentwicklung ge- genüber von Einzelinteressen im Quartier hat. Denn gerade an den Einzelinte- ressen und Einzelbetroffenheiten sind in der Vergangenheit Wohnbauvorha- ben im Rahmen der Innenentwicklung häufig gescheitert. Auch im Arbeits- 10 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 kreis wurde in den letzten Jahren mehrfach die Notwendigkeit von Innen- entwicklung diskutiert und wurden konkrete Projekte benannt, die vom AK hätten begleitet werden können. Die Umsetzung scheiterte jedoch am Widerstand im Quartier. Die politischen Vertreter versichern, dass die Notwendigkeit von Innenent- wicklungsprojekten inzwischen auch auf Ortsteilebene erkannt wurde und eine weitgehende politische Unterstützung findet. Grundsätzlich sind Projekte im Bestand – auch bei Arrondierungen des Ortsrandes – jedoch sehr schwierig bei der Bevölkerung umzusetzen und bedürfen einer umfassenden Kommuni- kation im Quartier. Hilfreich zur Über windung von Widerständen im nachbar- schaftlichen Kontext wäre ein übergeor dnetes Konzept der Stadt zur Innen- entwicklung in Münster, das u. a. auch aufzeigt, welche nachteiligen Konsequenzen sich für Münster ergeben, wenn keine Innenentwicklung mehr stattfindet. Auch würde mit dem übergeordneten Konzept der Fokus vom Quartier und Einzelprojekt auf die Gesa mtstadt gerichtet und in den Kontext der strategischen Wohnstandortentwicklung gestellt werden. Thema 3 Flächen und Standorte für den Wohnungsneubau – die Baulandfrage Nach den Berechnungen von empirica können bei vollständiger Mobilisierung sämtlicher Baulandreserven der Stadt mittelfristig maximal 8.600 Wohneinhei- ten entstehen, davon ca. 3.000 WE in Ein- und Zweifamilienhäusern. Verteilt auf zehn Jahre bedeutet dies maximal ein jährliches Bauvolumen von 860 Wohneinheiten. Selbst wenn sich wie bisher zusätzlich im Schnitt 480 Wohn- einheiten im Siedlungsbestand realisieren lassen würden, reichen diese Bau- landreserven nicht aus, um das angestrebte Bauvolumen von 1.500 WE pro Jahr (500 EFH/ 1.000 Mefa) zu realisieren. Baureife Wohnbaulandreserven Soll/ Ist-Vergleich, Stadt Münster Auch in Zukunft wird die Stadt Münster neue Wohnbauflächen benötigen, die über die aktuell planungsrechtlich gesicherten Flächen hinaus- gehen. Die Bauleistung im Siedlungsbestand wird nicht ausreichen, um die Mengenziele zu erreichen. Außerdem eignen sich die Standorte im Siedlungsbestand vor- wiegend für Mehrfamilienhausbau, so dass der Eigenheimbau auf die Bereit- stellung neuer Baugebiete angewiesen ist. Entscheidend ist, dass stets genü- gend Wohnbauflächen (durch Planung und Erschließung) zur Baureife gelan- gen und Bauwilligen auf dem Markt angeboten werden. Es ist Ziel der Stadt, baureife Flächen im Umfang des 4-fachen durchschnittlichen Jahresverbrauchs der letzten 5 Jahre vorzuhalten. Darüber hinaus sind ausreichend Reserven im Rahmen der vorbereitenden Planung und der liegenschaftlichen Flächensiche- rung vorzuhalten, die sich bei Bedarf aktivieren lassen. Wichtige Instrumente zur zeitnahen Steuerung der Baulandaktivierung sind dabei weiterhin das jährliche Baulandmonitoring und das mittelfristige Baulandprogramm. Analyse: Die Baulandreser- ven reichen nicht aus, um das erforderliche Neubau- volumen zu realisieren Ziel: Orientierung der Baulandaktivierung am Baulandverbrauch Diskussion Ziel der Stadtentwicklung ist, neue Baugebiete nur für die Bedarfe auszuwei- sen, die nicht im Bestand im Rahmen der Innenentwicklung gedeckt werden können. Der Baulandbedarf hängt demnach davon ab, in welchem Umfang es gelingt, Innenpotenziale zur aktivieren. Gute Möglichkeiten bietet die Arron- Wieviel neue Wohnbau- gebiete sollen in Münster entwickelt werden? 11 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 dierung von Stadtrandlagen. Dabei handelt es sich i.d.R. um kleinere Einheiten bis zu 20 WE, die als „Zwischenkategorie“ zwischen klassischen Neubaugebie- ten und Innenentwicklungsflächen gesehen werden. Die Mengeneffekte der Arrondierungen werden jedoch als gering eingeschätzt. Das Mengengerüst der Stadtentwicklung muss strategisch darauf eingestellt sein, dass die Stadt Münster neue Außenentwicklungsflächen benötigen wird. Münster wächst, und das unabhängig davon, in welchem Maße die Bevölke- rungsprognose von IT.NRW eintrifft! Auch wenn die Innentwicklung in Müns- ter vorgeht, sollten ausreichend Baulandvorräte vorhanden sein. Diese müssen nicht alle mittelfristig realisiert werden, aber eine Vorsorge ist wichtig Baulandaktivierung wird zunehmend schwieriger Gleichzeitig ist die Darstellung von Bauflächen im Regionalplan und im Flä- chennutzungsplan alleine nicht ausreichend. Bereits jetzt gibt es in Münster umfangreiche Bauflächen, die aufgrund von Widerständen von Seiten der Landwirtschaft, Anwohnern oder andere n Einzelinteressen nicht entwickelt werden können. Oft bleiben sogar baureife Flächen jahrelang unbebaut. Stra- tegien zur Aktivierung der Bauflächen und auch zur Mobilisierung bereits baureifer Standorte sind hier von zentraler Bedeutung! empirica: Dies bestätigen auch die Expertengespräche zum HKW. Die Bereit- schaft für Investitionen ist vorhanden, die Umsetzung scheitert aber häufig an der Verfügbarkeit konkreter Grundstücke. Auch bestehen häufig Umsetzungs- probleme – hier muss dringend Überzeugungsarbeit geleistet werden, um den erforderlichen Neubau auch umsetzen zu können. Thema 4 Attraktive Wohnqualität in städtischen Strukturen – die Dichtefrage Je höher die baulichen Dichten der zukünftigen Neubaugebiete, desto gerin- ger der Bedarf an neuen Siedlungsflächen. Ob sich Flächen für höhere Dichten eignen, hängt u.a. von ihrer Lage ab, wie z.B. Flächenpotenziale im Bestand, Konversionsflächen etc. Aber auch durch die Realisierung höherer Dichten in Neubaugebieten in Randlagen kann der Flächenbedarf für Wohnbauzwecke insgesamt verringert werden. Analyse: Der Umfang not- wendiger Baulandreserven hängt von den realisier- baren Dichten ab Standorte im Siedlungsbestand sind of t prädestiniert für mehrgeschossige Bauweisen und standortgerechte Nutzungsdichten. Diese sollen ihre Grenzen finden, wenn stadträumliche Qualitäten gefährdet werden. Während höhere Dichten für die Herausbildung urbaner Raumqualitäten vor allem in der Innen- stadt und den Stadtteilzentren erforderlich sind, eignen sich Räume am Rande der Stadt eher für Bauweisen und Wohnformen mit geringerer Dichte. Die Stadt Münster möchte für alle Gruppen der Gesellschaft nachfragegerechte Wohnungen bereitstellen. Dazu gehören auch große Grundstücke für den re- präsentativen Eigenheimbau. Der Weg zu höheren Nutzungsdichten führt nicht über die Verkleinerung der Eigenheimgrundstücke, sondern über mehr Geschosswohnungsbau. Ein Anliegen der Kernstadtinitiative ist es auch, nach- fragegerechte und eigenheimähnliche Qualitäten im Geschosswohnungsbau bereit zu stellen. Ziel: Hoher Stellenwert urbaner Wohnqualitäten und Geschosswohnungs- bau 12 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Diskussion Frau Prof. Pahl-Weber fragt einleitend , welche baulichen Dichten für Münster aus Sicht des AKs zielführend und verträglich sind. Entsprechen locker bebau- te Quartiere einer nachhaltigen, zukunf tsfähigen Stadtentwicklung in Müns- ter? Oder vertragen nicht gerade Neubauprojekte auch höhere Dichten, wie sie auch in anderen Städten mit hoher städtebaulicher Qualität umgesetzt wurden? Wie weit können bei der priorisierten Innenentwicklung die Bebau- ungsdichten im Quartier erhöht werden, ohne deren Identität aufzugeben? Wie kann die gesellschaft- liche und politische Akzep- tanz höherer Dichten gefördert werden? Die Verträglichkeit baulicher Dichten hängt aus Sicht des AKs vom Quartiers- typus und der Lage im Stadtraum ab. Während Einfamilienhausbau i.d.R. ge- ringe Dichten aufweist und primär in den Stadtrandlagen nachgefragt wird, bieten sich zur Umsetzung eines urbanen, verdichteten Geschosswohnungs- baus innerstädtische Flächen an, auch Ergänzungen innerhalb des Bestandes. Geschosswohnungsbau lässt sich aus Erfahrung der Wohnungswirtschaft in der Peripherie dagegen eher schlecht vermarkten. In Zeiten großer Nachfrage besteht hier die Gefahr von Fehlinvestitionen, da sich solche Objekte derzeit zwar vermieten lassen, hier aber die ersten Leerstände entstehen werden. Ho- he Dichten und Geschosswohnungsbau für die Innenstadt, geringere Dichten und Einfamiliehaustypen an der Peripherie, dies sollte aus Sicht der Woh- nungswirtschaft die Leitlinie der Stadtentwicklung sein. Aus Sicht der Stadtentwicklung spielen auch die zentralen Lagen der Ortsteile aufgrund ihrer sehr guten Infrastruktur eine wichtige Rolle für die künftige Wohnungsversorgung in Münster. Sie sind auch geeignete Standorte für den Geschosswohnungsbau. Nicht nur Neubauprojekte vertragen höhere bauliche Dichten. In Münster gibt es einige Quartiere, deren Siedlungsbestände z.B. durch bauliche Ergänzun- gen, Dachaufstockungen, Hinterlandbebauung etc. durchaus quartiersverträg- lich verdichtet werden können. Um di e Kommunikation solcher Projekte im Quartier zu erleichtern, sollten sie nicht isoliert als Einzelvorhaben entwickelt werden, sondern in den Kontext der Quartiersentwicklung gestellt werden, die u.a. Fragen von Stadtbild, Identi tät und Wohnumfeld in den Mittelpunkt stellt. Wie die Erfahrung gezeigt hat, ist die Akzeptanz von Nachverdich- tungsmaßnahmen entscheidend für deren (politische) Umsetzbarkeit, selbst wenn die planungsrechtlichen Voraussetzungen bereits geschaffen und Inves- toren gefunden wurden. Wichtig bei hohen baulichen Dichten ist grundsätzlich die Wohnumfeldgestal- tung und –qualität. Auch bei Maßnahmen im Bestand bietet eine Aufwertung des Wohnumfeldes große Potenziale, um die Auswirkungen der Neubebau- ung zu kompensieren und möglichst Vorteile für die gesamte Nachbarschaft zu erreichen. Gute Beispiele von bereits realisierten Neubau- und Bestands- quartieren zeigen die stadträumlichen Potenziale und Qualitäten hoher bauli- cher Dichten, wie z.B. das Projekt Alter Fischmarkt neben dem Prinzipalmarkt, das zwar den Quartiersmaßstab deutlich verändert, aber unter Berücksichti- gung der nachbarschaftlichen Belange verträglich entwickelt wurde. Bauprojekt Alter Fischmarkt in Münster www.soprema.de 13 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Thema 5 Die Versorgungsaufgaben der Stadt – eine Frage des preiswerten Wohnungssegments Bei den am Markt angebotenen Sozialwohnungen handelt es sich um ver- gleichsweise hochwertige Wohnungen. Diese spielen zahlenmäßig aber nur eine sehr geringe Rolle und reichen bei Weitem nicht aus, um alle berechtig- ten Haushalte zu versorgen. 2010 konnten ca. 1.000 Sozialwohnungen neu bezogen werden (davon 200 Neubau). Im selben Jahr haben rd. 2.600 Haus- halte einen Wohnberechtigungsschein beantragt. Darüber hinaus gibt es zahl- reiche weitere Haushalte, die WBS-berechtigt wären. Nur ein geringer Teil der Sozialwohnungen kann über Belegungsrechte zur Versorgung dringender Fäl- le gezielt genutzt werden, so dass nicht immer die bedürftigsten Haushalte in den günstigsten Wohnungen wohnen. Das Preisniveau von im Jahr 2012 ge- förderten Sozialwohnungen liegt in Münster je nach Einkommensgruppe bei etwa 5,25 €/qm bzw. 6,35 €/qm. 9 % aller Haushalte in Münster hat Anspruch auf die Übernahme der Unterkunftskosten. Die zulässige Mietobergrenze für KdU-Haushalte liegt in Münster derzeit zwischen 5,92 €/qm und 7,02 €/qm; als angemessen gelten damit (je nach Haushaltsgröße) höchstens das untere Drittel der am Markt angebotenen Wohnungen, also typischerweise keine Neubauwohnungen. Analyse: Der Neubau geförderter Wohnungen reicht nicht aus, um alle einkommensschwachen Haushalte mit Wohnraum zu versorgen Für die Wohnungspolitik der Stadt Münster ist die Verbesserung des preis- werten Wohnungsangebotes ein zentrales Anliegen. Vor allem Haushalte mit geringem Eigeneinkommen, die ohne staatliche Transferleistungen auskom- men müssen, sind auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Die kommunalen Aufwendungen für KdU-Haushalte belasten den städtischen Etat. Nur wenn die Mieten im unteren Wohnungsmarktsegment sinken, werden private und öffentliche Haushalte entlastet. Auch befindet sich die Mehrzahl der preiswer- ten Wohnungen im nicht modernisierten Altbaubestand. Ziel: Bezahlbares Wohnen durch Neubau und gezielte Nutzung preiswerter Bestände zugunsten am Markt benachteiligter Haushalte unterstützen Entscheidend für die Mietpreisentwicklung ist, ob die Neubautätigkeit mit der Nachfrageentwicklung Schritt hält und die kaufkräftige Nachfrage im Neubau zum Zuge kommen, so dass der Preisdruck von den preiswerten Beständen genommen werden kann. Die staatliche Neubauförderung sollte nicht primär auf Mengen- und Preiseffekte ausgerichtet sein, sondern gezielt Angebots- defizite aufgreifen und die Entwicklung sozial intakter Quartiere und bedarfs- gerechter Infrastrukturangebote unterstützen. Zur Unterstützung von Haus- halten, die sich nicht aus eigener Kraft mit Wohnraum versorgen können, braucht die Stadt ausreichende Versorgungsmöglichkeiten im Bestand. Hierfür ist sie zunehmend auf eine Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft an- gewiesen. Dabei sind auch neue Wege zu prüfen (mittelbare Sozialbindung), um die Zugriffsmöglichkeiten auf preiswerte Wohnungen zu erweitern. Diskussion Frau Prof. Pahl-Weber: Mit dem Thema der Versorgung einkommensschwa- cher Haushalte hat sich der Arbeitskreis Wohnen bereits mehrfach auseinan- dergesetzt. 9% aller Haushalte sind auf öffentliche Unterstützung zur Finan- zierung ihrer Miete angewiesen, dies ist eine relevante Größenordnung. Wel- che Mittel zielführend sind, um dem Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt zu 14 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 begrenzen, ist daher eine der zentralen Fragestellungen der Wohnstandort- entwicklung, die ein „Münster für alle“ anstrebt. Gleichzeitig müssen Instru- mente gefunden werden, preisgünstige Wohnraumangebote den bedürftigen Haushalten zur Verfügung zu stellen. Mit der Ausweitung des preiswerten Wohnraumsegments stellt sich aber auch die Frage der räumlichen Verteilung in Münster. Wo sollen in Zukunft die preisgünstigen Wohnungen neu errichtet bzw. im Bestand gesichert werden? Wie kann gleichzeitig eine soziale Segre- gation in den Quartieren verhindert werden? Welche Wege sind geeig- net, um dem Preisanstieg entgegen zu wirken? Wie kann der preiswerte Wohnraum vermehrt werden? Wie soll die Stadt sich die zur Notfallversorgung erforderlichen Zugriffs- rechte auf Wohnungen sichern? Aus Sicht der Wohnungswirtschaft ist die geringe Bautätigkeit im sozialen Wohnungsbau in den letzten Jahren hauptsächlich auf die zu geringe Rentabi- lität zurückzuführen. Mit Erhöhung der Baudarlehen, Reduzierung der Bauzin- sen und der Anhebung der zulässigen Sozialmieten um ca. 20% hat das Land – nach Auffassung einiger AK-Mitglieder - nun die richtigen Signale gesetzt, um wieder private Investitionen im Sozialwohnungsbau zu motivieren. Öffent- lich geförderter Wohnungsbau ist für private Investoren in Münster jetzt wie- der rentabel, es wird daher mit einer Steigerung der Aktivitäten gerechnet. Diese findet jedoch bislang ihre Grenzen in den knappen Fördermitteln. Über den sozialen Wohnungsbau kann daher niemals das notwendige Volu- men geschaffen werden – bisher hat die Stadt Münster immer sämtliche Lan- desmittel inkl. Nachschläge für Sozialwohnungsbau in Anspruch genommen, trotzdem war das Angebot bei weitem nicht ausreichend. Mit der neuen Lan- desförderung werden vielleicht 200 Sozialwohnungen mehr gebaut werden. Dies wird aber nichts daran ändern, dass bei w eitem nicht alle Haushalte, die auf Unterstützung angewiesen sind, mit Sozialwohnungen versorgt werden können. Damit stellt sich die Frage nach den Vergabekriterien dieser (weni- gen) Wohnungen: Wie kann sichergestellt werden, dass die Bedürftigsten vor- rangig versorgt werden? Dabei sind Miethöhen von 7,25 €/qm bzw. 8,50 €/qm für frei finanzierte Wohnungen bzw. 6,25 €/qm für Sozialwohnungen der Einkommensgruppe A nicht unbedingt dem kostengünstigen Mietseg- ment zuzurechnen. Für viele Haushalte sind diese Mieten immer noch zu hoch, v.a. für Haushalte, die keine finanzielle Unterstützung bekommen! Im unsanierten Bestand gibt es weit geringere Mieten unter 5 €/qm, das liegt fast 4 € unter den Mieten für freifinanzierte Wohnungen (z.B. unsanierte Woh- nungen in wenig nachgefragten Lagen). Zwar hilft jeder Sozialwohnungsbau, den Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen, auch in den untersten Preis- segmenten. Wirksame Preis- und Mengeneffekte können jedoch nur durch ei- ne umfassende Ausweitung der Neubautätigkeit insgesamt erreicht werden. empirica: Nicht alle bedürftigen Haushalte müssen in geförderte (Neubau-) Wohnungen untergebracht werden. Da die Mieten günstiger Bestandswoh- nungen deutlich unter dem Niveau neuer Sozialwohnungen liegen, ist es ziel- führender, diese Bestandswohnungen zur Versorgung einkommensschwacher Haushalte heranzuziehen. Hierfür müssen geeignete Instrumente gefunden werden (z.B. mittelbare Bindung). Grundlegend ist jedoch, eine Anhebung des Preisniveaus der günstigen Bestände infolge von Angebotsengpässen zu ver- hindern. Leidtragende weiterer Preissteigerungen sind in erster Linie die ein- kommensschwachen Haushalte, die im Verdrängungswettbewerb unterliegen. Jeder Wohnungsneubau auch im gehobenen Preissegment hilft, das Mietni- 15 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 veau günstiger Wohnungen zu sichern. Eine ausreichende Neubaumenge - auch frei finanzierter Wohnungen - ist für die Versorgung einkommensschwa- cher Haushalte ebenso wichtig wie eine Erhöhung der öffentlichen Förde- rung, ja in der Breite sicherlich wirksamer! Aktuell werden in Politik und Medien intensiv Möglichkeiten diskutiert, die enorme Mietpreissteigerung der letzten Jahre wirksam zu dämpfen. Während bei vermieteten Beständen die zulässige Preissteigerung auf maximal 20% in- nerhalb von drei Jahren begrenzt ist, gibt es für Neuvermietungen keine Miet- obergrenzen. Gerade bei der Neuvermietung ehemals preiswerter Wohnungen findet in den Städten mit hohem Nachfragedruck deshalb i.d.R. ein starker Preissprung statt. Als mögliches Instrument zur Kostendämpfung wird die Kopplung aller Neuvermietungen an das Vergleichsmietensystem diskutiert. Der Mieterverein bewertet dieses als sinnvolle und dringend erforderliche Maßnahme. Die sprunghafte Mietsteigerung gerade der günstigsten Bestände wird es jedoch nicht verhindern können, da deren Mieten z.T. seit Jahrzehnten nicht angepasst wurden, so dass weiterhin umfangreiche Mieterhöhungen zu- lässig sind - insbesondere im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen/ Modernisierungen. Campact-Aktion „Wohn- raum muss bezahlbar sein!“ in Hamburg 2012 www.campact.de Aus Sicht der Wohnungswirtschaft wird dagegen eine Deckelung der Miethö- hen zu einem Erliegen der privaten Wohnungsbautätigkeit führen. Das muss auf jeden Fall verhindert werden. Manche der aktuellen Vorschläge zum Ein- frieren der Bestandsmieten haben Züge einer Enteignung, da ist schon die rechtliche Zulässigkeit fraglich! Unter den jetzigen Voraussetzungen kann die Stadt Münster die Mieten nur für die kommunalen Wohnungsbestände deckeln. Voraussetzung für eine ge- nerelle Regelung wäre die Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene. Frau Prof. Pahl-Weber berichtet hierzu aus Diskussionen über die Mietpreis- regulierung in Berlin. Wohnungsunternehmen befürchten, dass Investitionen in die Bestände innerhalb der Gesellschaften nicht mehr wirtschaftlich begründet werden können, so dass notwendige Sanierungen und Moderni- sierungen ausbleiben werden. Gleichzeitig muss auch eine Stigmatisierung der dortigen Bevölkerung befürchtet werden, z.B. bei Bewertung der Kredit- würdigkeit der Haushalte durch die Banken. Beides befördert die soziale Pola- risierung ganzer Quartiere. Gleichzeitig mit den Mietpreissteigerungen öffnet sich die Einkommensschere immer stärker und der Anteil der Mieten an den Ausgaben einkommensschwacher Haushalte steigt auf ein nicht mehr tragbares Niveau. Hier muss eine gesellschaftliche Lösung unter Einsatz umfangreicher öffentlicher Mittel gefunden werden! Die mit der Föderalis- musreform bereitgestellten Ausgleichsmittel des Bundes sind zunächst auf 2013 befristet, können nach GG aber bis 2019 gezahlt werden. Hier sind Ansatzpunkte für eine neue Wohnungsbauförderung gegeben, die sich auf das Bereitstellen preiswerter Wohnungen konzentrieren könnte. empirica: Das Mietniveau wird maßgeblich von den Baulandpreisen bestimmt. Solange für Neubauprojekte nur Grundstücke zur Verfügung stehen, deren Preise durch die Baulandknappheit ständig steigen, führt eine Mietpreis- deckelung zum Einbruch der Neubauinvestitionen, da diese nicht mehr renta- 16 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 bel sind. Voraussetzung zur Begrenzung der Miethöhe ist auch hier wieder ei- ne ausreichende Baulandausweisung und entsprechende Bautätigkeit. Grund- sätzlich braucht die Stadt Münster ausreichende Wohnungsangebote in jedem Preis- und Qualitätssegment, um eine Angebotsknappheit mit entsprechenden Preiseffekten zu vermeiden. Ein wichtiger Kostenfaktor sind energetische Maßnahmen, die gerade bei der Sanierung alter Bestände zu enormen Kostensteigerungen führen. Könnten die städtischen Fördermittel für energetische Sanierungen primär auf Bestän- de zur Versorgung einkommensschwacher Haushalte konzentriert werden, in dem z.B. die Bewilligung eines Zuschusses von der Einhaltung einer Mietober- grenze abhängig gemacht wird? Die Stadt erläutert, dass das Förderprogramm Altbausanierung eher die Inten- tion hat, besondere Qualitäten in der energetischen Sanierung zu ermöglichen und besondere Spitzen anzureizen. Die Mittel sind gering und zur Jahreshälfte immer schon ausgeschöpft. Sie dienen nicht zur umfänglichen Finanzierung energetischer Maßnahmen, dafür wäre ein völlig neues Programm mit ande- ren Inhalten und Volumen notwendig. Ob hier eine Konkurrenz zu KfW- Krediten aufgemacht werden soll, wird bezweifelt. Als Alternative zum (teuren) Sozialw ohnungsbau wird der Ankauf von Miet- preis- und Belegungsbindungen in preiswerten Beständen vorgeschlagen. Da das Mietniveau in diesen Beständen deutlich unter den Neubau-Sozial- wohnungen liegt, reduziert dieses die KdU-Aufwendungen der Stadt und er- möglicht zudem eine gezielte Unterbringung dringender Fälle. Bindungen im Bestand können auch mit Neubauvorhaben gekoppelt werden (mittelbare So- zialbindung): Neubauprojekte werden öffentlich gefördert, können aber am Markt frei vermietet werden, im Tausch gehen dafür Bestände desselben Un- ternehmens in die Bindung. Düsseldorf hat aktuell ein eigenes Programm über 1,8 Mio Euro aufgelegt, bei dem 75 frei finanzierte, unsanierte Bestandswoh- nungen mit einem Zuschuss von 2 €/qm (bei einer Laufzeit von 15 Jahren) auf einem Mietpreis von 5,10 €/qm gehalten werden. Hier wird die Frage formu- liert, ob solche Programme auch für die Wohnungswirtschaft in Münster in- teressant sein könnten? Es gab in der Vergangenheit ein Landesprogramm für den Ankauf von Miet- preis- und Belegungsbindungen, jedoch auf einer eher unattraktiven Darle- hensbasis, so dass es kaum in Anspruch genommen wurde. Zudem können im Wege der sog. mittelbaren Wohnraumförderung Mietpreis- und Belegungs- bindungen von neu geförderten Wohnungen auf Ersatzwohnungen im Woh- nungsbestand des Investors übertragen werden. Das setzt voraus, dass sie im Besitz geeigneter „Tauschwohnungen“ sind. In Münster werden recht gute Chancen für die Förderung mittelbarer Sozialbindungen gesehen. Auch die Vertreter der Wohnungswirtschaft bewerten solche Programme als interes- santen Ansatz, der ggf. von Seiten der Stadt aktiv im Rahmen der Grund- stücksvergabe unterstützt werden kann. Einer der größten Wohnungseigentümer in Münster ist heute die LEG mit ca. 6.000 Wohnungen. Während sich die vorherigen Besitzer, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Nordwestdeutschland (GWN) und die Wohnungsge- 17 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 sellschaft Münsterland noch aktiv am Marktgeschehen beteiligt haben, inves- tiert die LEG nicht mehr in Neubauprojekte. Als wichtiger Akteur für den Er- werb mittelbarer Sozialbindungen kommt sie damit trotz ihrer umfangreichen Bestände nicht in Frage. Als problematisch beim Erwerb mittelbarer Sozialbindungen bewertet die Stadt zudem den fehlenden Einfluss auf die Wohnungstypen und die Woh- nungsqualitäten: die Stadt braucht v.a. Kleinwohnungen und barrierefreie Wohnungen mit gutem Standard, solche Wohnungen lassen sich kaum in den Beständen finden. Von hoher Bedeutung ist zudem die Ortslage. Gesucht werden v.a. zentrale, gut angebundene Lagen, so dass z.B. der Erwerb von Belegungsrechten in Außenstadtteilen ohne hinreichende Infrastruktur kont- raproduktiv wäre. Thema 6 Die Stadt als Wohnstandort für Familien – Alternativen zum Eigenheim und Mehrgenerationenwohnen In den letzten 15 Jahren ist eine parallele Entwicklung der Neubauintensität in den Umlandgemeinden und der Abwand erung von Familien aus Münster zu beobachten. 1996 bis 2005, als im Umland viel gebaut wurde, verlor Münster pro Jahr im Schnitt 240 Kinder und 420 Personen der Elterngenerationen (30- 45 J.) an die Nachbargemeinden. 2006 bis 2010 zu Zeiten geringer Bauinten- sität in Folge des Rückgangs der Altersgruppe der 30-bis 45-Jährigen waren es jährlich nur noch 120 Kinder und 260 Eltern. Ein ausreichendes Angebot an Einfamilienhäusern in der Stadt ist in Zukunft eine wichtige Voraussetzung, um junge Familien in Münster zu halten. Sobald demografisch bedingt wieder mehr 30 bis 45-Jährige in der Region Münster leben, wird die Nachfrage nach Einfamilienhäusern ansteigen. Das bisherige EFH-Bauvolumen von Münster wird dann nicht mehr ausreichen. Wenn Münster nicht entsprechend reagiert, wird im Umland wieder mehr gebaut werden (müssen) und die jungen Famili- en müssen mangels bezahlbarer Alternati ven innerhalb der Stadt ins Umland ziehen. Analyse: In Zeiten hoher Bauintensität im Umland hat Münster viele Familien an die Nachbargemeinden verloren. Die gesellschaftliche Bedeutung der Familien soll auch in der kommunalen Wohnungspolitik in Münster ihren Niederschlag finden. Die Stadt setzt sich besonders dafür ein, dass Wohnungsangebote für Familien auch innerhalb der innerstädtischen Siedlungsbestände verstärkt angeboten werden. Vor al- lem im Geschosswohnungsbau in der Innenstadt und in den zentralen Lagen der Außenstadtteile sollen mehr familiengeeignete Neubauwohnungen ent- stehen, sowohl als Eigentums- als auch als Mietobjekte. Für diejenigen Famili- en, die sich den Wunsch nach einem Eigenheim erfüllen wollen, soll ein aus- reichendes Baulandangebot bereitgestellt werden. Ziel: Familien im Focus kommunaler Wohnungs- politik Diskussion Frau Prof. Pahl-Weber: Familien waren lange Zeit diejenigen Haushalte, die am stärksten von Münster in die Umlandgemeinden abgewandert sind. Inzwi- schen fragen auch Haushalte mit Kindern verstärkt Wohnungsangebote in der Stadt nach. Welche Angebote werden in Münster benötigt, um diese Innen- 18 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 entwicklung weiter zu fördern? Stellen Eigentumswohnungen im Geschoss- wohnungsbau eine Alternative zum Eigenheim dar? empirica: Laut bundesweiten Erfahrungen werden einfamilienhausähnliche Wohnformen mit höheren Dichten (im Geschoss) inzwischen durchaus als Al- ternative zum EFH akzeptiert. Es gibt eine Vielzahl guter Beispiele, wie im Ge- schosswohnungsbau einfamilienhausähnliche Qualitäten erzielt werden kön- nen. Solche Beispiele sollten bei potenziellen Nutzern und Fachleuten kom- muniziert werden, um für stadtgerechte Wohnformen für Familien zu werben. Von zentraler Bedeutung für Familien ist neben familiengerechten Wohnfor- men v.a. das Preisniveau – die Münsteraner Innenstadt ist für viele Familien nicht mehr bezahlbar, so dass sie schließlich doch in die Umlandgemeinden ziehen und die täglichen Fahrten zur Arbeit in Kauf nehmen müssen. Eigen- tumswohnungen z.B. werden durchaus als Alternative akzeptiert, müssen je- doch familiengerecht sein und z.B. eine Terrasse haben. Solche Projekte stellen in Münster bisher nur Insellösungen eher kleiner Dimensionen dar, die das Problem quantitativ bei weitem nicht lösen können. Wenn es nicht gelingt, Familien in den städtischen Strukturen zu halten, werden irgendwann nur noch ganze junge und ganz alte Menschen in Münster leben. empirica: Familiengerechte, urbane Wohnangebote können auch im Rahmen des Umbaus älterer Quartiere z.B. der 50er/ 60er Jahre geschaffen werden – in größerem Umfang und zu günstigeren Pr eisniveaus als im Neubau. Auch im Bestand lassen sich Haus-im-Haus-Konzepte umsetzen, bei denen Familien in den unteren Wohnungen mit Gartenbezug wohnen, während die oberen Ge- schosse zu barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen umgebaut werden. In Münster könnten hierzu gezielt geeignete Quartiere für den familiengerech- ten Umbau ausgesucht werden. Modellprojekte helfen, die Entwicklungsmög- lichkeiten im Quartier zu veranschaulichen. Entscheidend ist die richtige Quar- tiersstruktur u.a. mit ausreichend großen Wohnungen, Gartenbezug und kin- dergerechtem, sicherem Wohnumfeld. Sehr gute Potenziale für urbanes Familienwohnen wird auch auf den innen- stadtnahen Konversionsflächen der Oxford und York-Kaserne gesehen. Bereits bei der Konversion der Lincoln-Kaserne in den 1990er Jahren wurden gesta- pelte Wohnungen in verdichteter Bauweise sehr gut angenommen. Auch wenn die Nachfrage bisher noch verhalten ist, sollte die Stadt Münster an solchen Wohnformen für Familien dran bleiben. Veränderungen brauchen hier ihre Zeit - Münster ist keine Großstadt. Die Vorliebe für das Einfamilien- haus ist in der deutschen Kultur weit stärker verwurzelt als in anderen Län- dern und wird sich nicht von heute auf morgen ändern. In anderen deutschen Städten ist aber bereits zu beobachten, dass die Bedeutung gemeinschaftli- cher, urbaner Wohnformen zunimmt, be i denen mehrere Haushalte gemein- sam ein Projekt planen, bei dem individuelles Wohnen mit nachbarschaftli- chen Gemeinschaftsnutzungen kombiniert werden. Auch in Münster findet bereits ein Umdenken statt, bei dem urbane Wohnformen - zwar (noch) nicht bevorzugt - als kostengünstigere Alte rnative zum Einfamilienhaus letztendlich aber doch akzeptiert werden. 19 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 empirica: Die Wohnwünsche der „Eigenheimbauer“ von gestern entsprechen nicht unbedingt denen der 30- bis 45-Jährigen von morgen, das zeigen auch empirische Befunde. Zentrale Lagen, gu te Erreichbarkeit mit Fuß/ Rad/ ÖPNV, Zusammenwohnen mit Gleichgesinnten, Nachbarschaftshilfe uvm. gewinnen bei Familien mit Kindern zunehmend an Bedeutung. Die Nachfrage ändert sich - darauf muss das Angebot reagieren, um nicht am Bedarf vorbei zu pla- nen. Das klassische Einfamilienhaus wird auch weiterhin von Bedeutung sein, sollte aber verstärkt durch neue Wohnformen ergänzt werden, um insgesamt eine größere Bandbreite von Wohnformen anbieten zu können. In diesem Kontext ist auch das Thema „Wohnen im Alter“ zu platzieren. Der demografische Wandel wird auch in Münster zu einem Anwachsen der Grup- pe der älteren Menschen führen. Ältere Menschen suchen Standorte in zentra- len Lagen mit vielseitigen Infrastrukturen in fußläufiger Entfernung, grüne und ruhige Lage, großzügige Abstellmöglichkeiten im hausnahen Bereich und einen Aufzug. Sie wünschen möglichst keinen weiteren Umzug und wenn sie doch nach dem 60. Lebensjahr umziehen, möchten sie in ihrem gewohnten Quartier wohnen bleiben. Diese Aussage wird auch untermauert von den Er- gebnissen der Demografieumfrage zum Thema „Wohnen“. Gesucht wird au- ßerdem Barrierefreiheit(-armut) bei den Wohnungen, dem Wohnumfeld und der Zugänglichkeit zu den verschiedenen Angeboten im Wohnumfeld sowie eine Integration ins Wohnquartier. Auch hier gilt es, kleinräumig und damit auf der Quartiersebene eine Wohnsi- tuation zu schaffen und damit quartiersspezifische Lösungen zu entwickeln, die diesem Anspruch nachkommen. Das erfordert neben baulichen Maßnah- men mit dem Ziel, das Angebot an barrierefreien Wohnungen zu erhöhen (siehe Top 7), auch eine Unterstützung in Form des verstärkten Einsatzes in- terner und externer sozialer Netzwerke. Dabei ist neben der Sicherstellung wohnungsnaher Dienstleistungen auch das Mehrgenerationenwohnen ver- stärkt zu unterstützen. Thema 7 Wohnungen für Menschen mit Handicap – Barrierefreiheit bis Inklusion Der Anspruch an barrierefreie und barrierearme Wohnungen wird von ver- schiedenen Nachfragegruppen formuliert, so z.B. von älteren Menschen, Men- schen mit Mobilitätseinschränkungen, aber auch die Familie mit kleinen Kin- dern weiß den Vorteil einer barrierearmen Wohnung zu schätzen. Trotz der wachsenden Bedeutung gibt es aber kaum Informationen zu barrierefreien bzw. barrierearmen Beständen in Münster, über Umbaumöglichkeiten im Be- stand und oder Effizienzüberlegungen zur Schaffung von Barrierefreiheit. Analyse: Bis 2030 wird die Zahl der älteren Bewohner (ab 65 Jahre) in Münster um 50 % steigen. Mit der Ausweitung barrierefreier/ -a rmer Standards und bezahlbarer Wohn- formen müssen die Anforderungen des demografischen Wandels verstärkt aufgegriffen werden. Ziel ist es, altersgerechte barrierefreie Wohnformen in allen intakten Quartieren möglichst im Umfeld nachhaltiger Infrastruktur- angebote anzubieten, die den Verbleib im vertrauten Umfeld unterstützen. Menschen mit Behinderung sind auf dem Wohnungsmarkt häufig benach- teiligt. Es besteht ein besonderes öffentliches Interesse daran, Betroffene vor Ziel: Menschen im Alter / mit Mobilitätseinschrän- kungen und Behinderun- gen im besonderen Focus kommunaler Wohnungs- politik 20 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Isolation zu schützen und durch die geziel te Bereitstellung bedarfsgerechter Wohnangebote in den allgemeinen Wohnungsmarkt zu integrieren. Der An- satz zur Inklusion ist in der Wohnungspolitik weiter zu verankern. Dazu zählen Bauweisen und Wohnformen, die das Zusammenleben von Menschen unab- hängig von Alter, Herkunft, Geschlecht sowie körperlichen und geistigen Fä- higkeiten erleichtern sowie ganzheitlic he quartiersbezogene Ansätze, unter Einbeziehung von Betreuungsleistungen und ehrenamtlicher Tätigkeit. Das Thema „Barrierefreiheit/ Barrierearmut“ sollte bei Bestandsmaßnahmen und Neubaumaßnahmen stets mitgedacht werden. Generell ist der Informati- onsstand hierzu bei den Bauherrn zu verbessern, Diskussion Die Zielsetzungen der Stadtentwicklung werden vom AK unterstützt. Hervor- gehoben wird die Bedeutung des Quartiers für den Aspekt des barrierefreien/ seniorengerechten Wohnens. Eine alters gerechte Quartiersentwicklung ist mindestens ebenso wichtig wenn nicht gar bedeutender, um ein selbstbe- stimmtes Wohnen und die Teilhabe an der Nachbarschaft zu ermöglichen, wie die barrierefreie Gestaltung einzelner Wohnungen. So wurde dies auch bereits von der Kommission „Wohnen im Alter“ formuliert, deren stellvertretende Vorsitzende Frau Prof. Pahl-Weber ist. Diese Fokussierung auf das Quartier soll in das Handlungskonzept Wohnen mit aufgenommen werden. Thema 8 Studentische Wohnraumversorgung In Münster studieren 50.000 Studenten an acht Hochschulen, 34.000 wohnen in der Stadt Münster, das entspricht 15% der Einwohner. Die meisten Studen- ten wohnen in Wohngemeinschaften und Mietwohnungen, rund 12% leben in Studentenwohnheimen. Die Wohnsituation für Studenten in Münster ist aufgrund der (zu) geringen Wohnheimplätze und der steigenden Mietkosten angespannt. Für die nächsten sechs bis acht Jahre wird durch den Wegfall der Wehrpflicht und den doppelten Abiturjahrgang die starke Wohnungsnachfra- ge durch Studenten in Münster anhalten. Inwiefern die Zahlen danach zu- rückgehen, hängt von der demografischen Entwicklung in Deutschland und der Attraktivität Münsters innerhalb der deutschen Hochschullandschaft ab. Analyse: In den nächsten Jahren werden besonders viele Studenten in Münster leben, die zusätzlich Wohnungen nachfragen Aus der Bedeutung der Hochschulen für das Bildungsangebot, den Arbeits- markt und das Image der Stadt sowie der Studenten für die Bevölkerungs- struktur leitet die Stadt Münster ein be sonderes Interesse an einer adäquaten Wohnungsversorgung der Studienanfänger, Hochschulabsolventen und - mitarbeiter ab. Mit Blick auf die zusätzlich erwarteten Studierenden am Hoch- schulstandort Münster stellen sich sowohl kurz- als auch mittelfristig beson- dere Herausforderungen für eine angemessene und bezahlbare Wohnungs- versorgung. Ziel: Studenten im besonderen Focus kommunaler Wohnungspolitik 21 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Diskussion Ist alles im Griff? Frau Prof. Pahl-Weber: Wie ist die Wohnraumversorgung von Studenten in Münster zu bewerten, bestehen ernsthafte Wohnungsengpässe, wie soll die- sen begegnet werden? Welche Angebote sind notwendig, um die Verdrän- gung von Familien durch Studenten zu verhindern? Die Wohnungsnachfrage von Studenten in Münster kann über die Studen- tenwohnheime nicht bedient werden, so dass sich Studenten zunehmend ü- ber den freien Wohnungsmarkt versorgen. Aufgrund ihrer hohen Flexibilität (z.B. durch die Bildung von Wohngemeinschaften) und z.T. auch besseren fi- nanziellen Leistungsfähigkeit sind sie eine starke Konkurrenz zu Geringverdie- nern und Familien und führen zu einer hohen Fluktuation in den Quartieren. Ausreichender Studentenwohnraum ist daher wichtig, um den Druck aus dem ohnehin engen Wohnungsmarkt in Münster zu nehmen und insbesondere Haushalte mit geringen Einkommen vor Verdrängung durch Studenten zu schützen. Aus Sicht des Studentenwerkes suchen Studenten v.a. kleine Wohnungen für ein oder zwei Personen, während die Nachfrage nach Wohnheimzimmern o- der auch Wohnungen für Wohngemeinschaften insgesamt zurückgeht. In Münster gibt es allein 4.000 Studierende mit Kind. Oberste Priorität haben bei Studenten die zentralen Lagen - damit drücken sie genau in die bereits engen Marktsegmente in der inneren Stadt. Hauptzielgruppe des Studentenwerks sind Studenten mit geringen Einkommen, zu denen immer noch ein großer Teil der Studierenden gehört. Mit einem drastischen Rückgang der Studenten- zahlen wird auch nach Durchgang der Doppeljahrgänge in sechs bis acht Jah- ren nicht gerechnet. Die geringe Bereitschaft von Studenten, Wohnungsangebote in Randlagen zu akzeptieren, wird auch von den anderen AK-Teilnehmern bestätigt. Die Nähe zur Universität, zu Kulturangeboten, zur Gastronomie und eine Wohnlage „mitten im Geschehen“ sind für die meisten Studenten ausschlaggebend. Schon 15 Minuten Busfahrt werden kaum akzeptiert. So wurden z.B. selbst in Zeiten massiver Suche zu Semesteranfang gute und preisgünstige Wohnanla- gen des Studentenwerks in Wolbeck oder Angebote der BImA am Köhlweg und Torminweg nicht angenommen. Selbst Studenten, die aus den Umland- gemeinden kommen, ziehen deshalb aus ihrem Elternhaus aus und nehmen die zusätzlichen Kosten für eine Mietwohnung in Münster in Kauf. Vor diesem Hintergrund relativiert sich einerseits die Brisanz der studentischen „Woh- nungsnot“. Trotzdem muss die enge Standortwahl bei der Bereitstellung von Studentenwohnungen berücksichtigt werden, um den Konkurrenzdruck auf kostengünstige Wohnungen zu reduzieren - Appelle oder Anreize werden kaum dazu führen, dass Studenten in die Peripherie von Münster ziehen. 22 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Die Stadt Münster greift das Thema der „studentischen Wohnraumversor- gung“ offensiv auf. Mit dem gleichnamigen Arbeitskreis werden die aktuelle Wohnsituation erfasst, Einschätzungen zur weiteren Entwicklung der Wohn- raumnachfrage Studierender gegeben und in Kooperation mit der Westfäli- schen Wilhelms-Universität, der Fachhochschule Münster, dem Studentenwerk und den Studierendenvertretungen Maßnahmepakete entwickelt und umge- setzt. Aktuell gewinnen teurer Wohnanlagen für Studenten auch mit größeren Ein- heiten an Bedeutung. Viele Investoren, die früher in Seniorenwohnanlagen in- vestiert haben, bauen heute hochwertige Studentenresidenzen. Da in Zukunft verstärkt auch ausländische Studenten z.B. aus England nach Münster kom- men werden, werden solche Angebote evtl. auch in Zukunft weiter nachge- fragt werden. Dass solche teuren Angebote jedoch auch noch in 20 Jahren rentabel sein werden, ist aus Sicht des Studentenwerks eher unwahrschein- lich. Weit bessere Perspektiven bieten Projekte wie in der Boeselager Straße, die gemeinsam von Studentenwerk und Wohnungsbauministerium NRW um- gesetzt werden. Hier wird z.B. mit fl exiblen Innenwänden eine hohe Anpas- sungsfähigkeit von Studentenwohnraum an geänderte Wohnanforderungen und Nachfrager angestrebt. empirica: Angesichts der ungewissen Entwicklung der zukünftigen Studenten- zahlen wird grundsätzlich empfohlen, Kleinstwohnungen für Studenten so flexibel zu gestalten, dass sie für unterschiedliche Einkommensniveaus und Wohnansprüche nicht nur von Studenten, sondern auch von Senioren und Be- rufstätigen attraktiv sind. Aus Sicht der Stadt Münster sind auch temporäre Angebote im Umfeld der Hochschulen denkbar, z.B. in Form multifunktionaler, umnutzbarer Gebäude oder auch flexibler „Wohn-Container“ für Studenten - da gibt es durchaus gu- te und auch gestalterisch ansprechende Beispiele. 23 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 3. Zielsetzungen des Handlungskonzeptes Wohnen – Positionierung des AKs Frau Prof. Pahl-Weber bedankt sich für die sehr angeregte Diskussion. Im Aus- tausch zu den Schwerpunktthemen wurden die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Interessensvertretungen transparent, das ist sehr wertvoll für die weitere Arbeit! Insgesamt besteht ein weitreichender Konsens zu den Zielen und Handlungs- ansätze der strategischen Wohnstandortentwicklung. Deutlich wurde, dass Münster seine steigende Wohnungsnachfrage und Preisentwicklung nicht in den Griff bekommen wird, wenn nicht die Neubauleistung auf einem hohen Niveau (mind. 1.500 WE/ Jahr) gehalten werden kann. Die Innenentwicklung soll weiterhin Vorrang vor der Ausweisung neuer Wohnbaugebiet an der Peri- pherie haben; dieses wurde vom AK bekräftigt. In welchem Umfang Bauland ausgewiesen und aktiviert werden muss, ist davon abhängig, in welcher Grö- ßenordnung Innenentwicklungspotenzi ale für die Wohnbautätigkeit genutzt werden können. Entscheidend ist zudem, welche Bauformen und Lagen in Zukunft von Famili- en nachgefragt werden. Wird es weiter hin das klassische Einfamilienhaus am Stadtrand sein? Oder verstärkt sich der Trend zu urbanem, verdichtetem Fami- lienwohnen in zentralen Lagen? Hier hat der AK einen Korridor für das Hand- lungskonzept Wohnen in Münster formuliert, der weiter qualifiziert und mit der tatsächlichen Nachfragentwicklung abgeglichen werden muss. Darüber hinaus wurde die hohe Bedeutung von geeigneten Maßnahmen zur Sicherung des preiswerten Wohnraumsegments und der Versorgung ein- kommensschwacher Haushalte deutlich. Di eses sollte im HKW weiter vertieft werden, und zwar über den preisdämpfenden Effekt von Wohnungsneubau hinaus! Der AK hat sich zu folgenden Punkte positioniert (Zusammenfassung): 24 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Stadtentwicklung und Wohnungspolitik Thema 1 Münster ist eine wachsende Stadt mit la ngfristig günstigen Entwicklungsperspekti- ven. Die AK Mitglieder sind sich einig, dass Wohnungsneubau für die Stadtentwick- lung in Münster auf Dauer erforderlich ist. Das angestrebte Neubauniveau von 1.500 WE/ Jahr wird überwiegend als angemessen und zielführend eingeschätzt. Münster soll auch in Zukunft eine „Stadt für alle“ bleiben. Es sollen Wohnungsange- bote für alle Einkommen und Haushaltstypen zur Verfügung stehen und dabei eine zunehmende Ausdifferenzierung der Haushalte berücksichtigen. Eine Explosion der Wohnpreise in Münster muss verhindert werden, sowohl im Be- stand wie auch bei Neubauprojekten. Neubauprojekte bewegen sich im Kontext des Quartiers: Bautyp, Zielgruppe, Markt- preis usw. hängen von Lage und Umfeld ab. Neubaustandorte müssen daher im Rahmen eines gesamtstädtischen Konzeptes entwickelt werden. Neubau in Münster soll nicht um jeden P reis umgesetzt werden, die Qualität eines Projektes ist entscheidend für seine Nac hhaltigkeit. Dies ist insbesondere bei der Vergabe öffentlicher Grundstücke zu beachten. Um keine Trends zu setzen, die sich nicht halten lassen, müssen Neubauleistung und Bedarfe kontinuierlich im Rahmen eines Monitoringsystems beobachtet werden. Vorrang für die Innenentwicklung Thema 2 Der AK spricht sich für eine Priorisierung der Innenentwicklung innerhalb eines Gesamtkonzeptes für die Wohnstandortentwicklung aus. Innentwicklung soll nicht nur in der inneren Stadt, sondern auch in den zentralen Lagen der äußeren Stadtteile mit guter Infrastrukturausstattung forciert werden. Grundlage jeder Innenentwicklung müssen ab gestimmte Qualitätsleitlinien sein, d ie den Zielen der Stadt- und Quartiersentw icklung entsprechen und einer Weiterent- wicklung des Bestandes dienen. Bestandsentwicklung kann in diesem Kont ext nicht nur Ergänzung des Bestandes, sondern auch Abriss und Neubau bedeuten. Empfohlen wird die Erarbeitung eines üb ergeordneten Konzeptes zur Innenentwick- lung, das auch für die Kommunikation im Quartier genutzt werden kann. Flächen und Standorte für den Wohnungsneubau Thema 3 Mit der Baulandausweisung sollen primär Be darfe berücksichtigt werden, die nicht im Rahmen der Innenentwicklung befriedi gt werden können. Ihr Umfang hängt da- von ab, wie viele Potenziale im Siedlungsbestand mobilisiert werden können. Besonders stadtverträgliches Bauland bietet die Arrondierung von Stadtrandlagen. Hier ist eine planerische Abgrenzung im Kontext der Gesamtstadtentwicklung not- wendig. Im Arbeitskreis soll das planungsrechtlich gesicherte Flächenkonzept für die Neubau- landentwicklung für die kommenden Jahre vorgestellt werden. An konkreten Bei- spielen sollen auch die Restriktionen für die Baulandentwicklung erörtert werden. Attraktive Wohnqualität in städtischen Strukturen Thema 4 Innentwicklungsflächen bieten gute Po tenziale für urbane Wohnformen mit Ge- schosswohnungsbau und höheren städtebaulichen Dichten. Die Gestaltung des Wohnumfeldes ist be i urbanen Quartieren mit hohen Dichten von besonderer Bedeutung für deren Qualität. Eine Erhöhung der Dichten ist in vielen bestehenden Quartieren städtebaulich sinn- voll, erfordert aber eine intensive Kommunikation des Vorhabens im Quartier. Die Nachfrage nach Eigenheimen soll dagege n v.a. in Neubaugebieten an der Peri- pherie befriedigt werden, die i.d.R. eher geringe städtebauliche Dichten aufweisen. 25 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Thema 5 Die Versorgungsaufgaben der Stadt Das Segment des preiswerten Wohnens muss gesichert werden. Die Anhebung der Sozialmiete ermöglicht den Neubau von Sozialwohnungen. Es werden aber auch Wohnungen gebraucht, die unterhalb dieses Mietniveaus liegen. Die Intensivierung des Wohnungsneubaus fördert die Preisstabilisierung auf dem ge- samten Wohnungsmarkt, auch im preiswerten Segment. Der Ausbau öffentlicher Mittel von Kommune, Land und Bund ist notwendig. Verwendung der öffentlichen Fördermittel vorrangig zur Schließung von Angebots- lücken Mittelbare Belegungsrechte im günstigen Be stand werden als interessantes Instru- ment gewertet, dessen Möglichkeiten ausgelotet werden sollten. Eine Polarisierung von Einkommensschich ten und Ghettobildung in der Stadt muss verhindert werden. Thema 6 Die Stadt als Wohnstandort für Familien Die Schaffung nachfragegerechter, bezahlbarer Wohnangebote für Familien ist für die Wohnstandortentwicklung von Münster von zentraler Bedeutung. Die zukünftigen Wohnprioritäten von Familien sind unklar, zwar ist ein Trend zu ur- banen Wohnformen zu erkennen, nachgefragt werden in Münster aber immer noch vor allem klassische Einfamilienhäuser. Trotzdem unterstützt der AK das Ziel, Fa milienwohnen in Münster verstärkt inner- halb urbanem, familiengerechtem Geschosswohnungsbau umzusetzen und entspre- chende Projekte verstärkt zu fördern. Dabei muss ein relevantes Volumen erreicht werden. Gemeinschaftliche Bauformen entsprechend den Ansprüchen vieler Familien und sol- len verstärkt gefördert werden. Gute Chancen zur Schaffung urbanen Familienwohnens bietet die Weiterentwick- lung von geeigneten Bestandsquartieren. Qu artiersbezogene Lösungen sind auch im Kontext des Anspruches „alt werden im Quartier“ zu entwickeln. Modellprojekte können für die Qualität solcher Projekte werben und vom AK begleitet werden. Parallel dazu muss ausreichend Bauland für k lassische Einfamilienhäuser ausgewie- sen werden, um flexibel auf die zukünftige Nachfrage reagieren zu können. Thema 7 Wohnungen für Menschen mit Handicap Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Wohnen und die Teilhabe an der Nachbar- schaft für Senioren oder Menschen mit Han dicap ist ein barrierefreies- bzw. altenge- rechtes Quartier. Maßnahmen im Quartier haben daher oberste Priorität. Ohne Einbeziehung des Umfeldes ist d er Um- und Neubau von barrierefreien oder barrierearmen Wohnungen nicht zielführend, dessen Bedeutung daher erst an zwei- ter Stelle gesehen wird. Thema 8 Studentische Wohnraumversorgung Engpässe der studentischen Wohnraumversor gung beziehen sich primär auf die nachgefragten zentralen Lagen und werden sich mittelfristig relativieren. Dennoch sollten nachfragegerechte, preiswerte Wohnungsangebote für Studenten gefördert werden, um eine Verdrängung von Familien und Haushalten mit geringen Einkommen in Münster zu verhindern. a die Entwicklung der Studentenzahlen mitte lfristig nicht eindeutig benannt werden kann, ist die Schaffung flexibler, auch für andere Nachfrager (um-)nutzbarer Ange- bote sinnvoll. Temporäre Wohnungsangebot e („Container“) können zusätzlich bei akuten Versorgungsengpässen helfen. 26 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Nächste Arbeitsschritte Der AK vereinbart, sich in der 19. Sitzung am 30.04.2013 weiterhin mit der Baulandfrage zu befassen. In der Stadtverwaltung wird derzeit ein Rahmen- konzept für die Baulandentwicklung bis 2025 erarbeitet. Diesem Konzept liegt ein Mengengerüst zugrunde, das auf den Zielen beruht, die im Rahmen des Erarbeitungsprozesses zum Kommunalen Handlungskonzept Wohnen abge- stimmt wurden. Die Verwaltung wird dieses Rahmenkonzept in der nächsten AK-Sitzung vorstellen. Die Vorschläge der Stadt können in der nächsten Sitzung diskutiert, die Eig- nung der Flächen aus Sicht des AKs sowie eine Empfehlung zur Prioritätenset- zung an die Politik ausgesprochen werden. Außerdem sollen zwei zentrale Themen der Wohnstandortentwicklung vertiefend behandelt werden: Anhand von guten Beispielen sollen die Potenziale und Rahmenbedingungen von ur- banen, verdichteten Wohnformen für Familien anschaulich diskutiert werden. Zweites Thema ist der Komplex preisgünstiger Wohnraum/ Sozialwohnungs- bau/ Belegungsbindungen, auch hier sollte anhand von Modellen anderer Kommunen ein tragfähiger Ansatz für Münster gefunden werden. Dies ist dringend erforderlich! Angeregt wird zudem der Austausch mit den Umlandgemeinen. Worin kann vor dem Hintergrund einer verstärkten Konzentration der Wohnentwicklung auf Münster eine Arbeitsteilung zwischen Kernstadt und Umland liegen? Frau Prof. Pahl-Weber schlägt vor, in di esem Kontext das Format der Fachtagung erneut aufzugreifen, um die Umlandgemeinden über die Ziele der Stadt Mün- ster zu informieren und gemeinsame Ansätze zu erarbeiten. Die heute erarbeiteten Positionen werden zusammen mit den Ergebnissen der nächsten Sitzung in die weitere Arbeit am Handlungskonzept Wohnen in Münster eingehen. Zudem wird im Rahmen des HKW von empirica ein Maß- nahmenworkshop zur Bestimmung von Handlungsansätzen durchgeführt, der in der Zusammensetzung der Teilnehmer dem Zielworkshop entsprechen und in seinen Ergebnissen in der nächsten AK-Sitzung diskutiert werden soll. Frau Prof. Pahl-Weber führt abschließend aus, dass die wichtigsten Akteure zur Umsetzung der genannten Punkte im AK vertreten sind und in der Sit- zung kein Forderungskatalog erarbeitet wurde, sondern eine Vereinbarung der AK-Mitglieder, die vereinbarten Punkte innerhalb der jeweils entsprechen- den Funktionen und Interessensvertretungen weiterzutragen und umzusetzen. Jeder ist aufgefordert sich zu fragen, an welcher Stelle er etwas tun kann! 27 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 4. Ausblick Nächste Sitzungen des AK „Wohnen in Münster“ Die 19. Sitzung des Arbeitskreises „Wohnen in Münster“ wird am 30. April 2013, 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr im Haus der Sparkasse Münsterland statt- finden. Die Sitzung soll genutzt werden, um weitere Bausteine des HKW zu thematisieren, die dann in den Endbericht einfließen können: • Vorstellung der Ergebnisse des Maßnahmenworkshops • Diskussion des Rahmenkonzeptes zur Baulandentwicklung • Innenentwicklung, urbanes Familienwohnen; gute Beispiele • Ansätze zur Sicherung preiswerten Wohnraums (Sozialwohnungsbau, Belegungsbindungen etc.), Beispiele anderer Städte Die 20. Sitzung findet nach den Herbstferien am 26. November 2013 statt. Voraussichtlich wird zu diesem Zeitpunkt der Endbericht zum Handlungskon- zept Wohnen in Münster vorliegen, der dann in der Sitzung diskutiert werden soll. Weiteres Thema ist ggf. die Vorbereitung einer Fachtagung, z.B. zum In- formationsaustausch mit den Umlandgemeinden und der Stadtöffentlichkeit. Dokumentation und Internetpräsentation Die Dokumentation der AK-Sondersitzung wurde von Stadt+Bild, Dipl. Ing. Nicoletta Rehsöft, übernommen. Die Bereitstellung der Informationen im In- ternet übernimmt das Amt für Stadte ntwicklung, Stadtplanung, Verkehrspla- nung in seiner Rolle als Geschäftsführung des Arbeitskreises. Die Internetprä- sentation der AK-Sitzungen ist abrufbar unter: www.muenster.de/stadt/stadtplanung/raum-wohnen-ak.html 28 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 5. Teilnehmende der Sondersitzung des AK „Wohnen in Münster“ Wohnungsbau und Immobilienwirtschaft Herr Friedrich Sparkassen Immobilien GmbH Herr Meyer-Hoock Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH Herr Nottenkemper Wohn + Stadtbau GmbH Herr Reiter Verband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen NRW Herr Sturm Wohnungsverein Münster von 1893 eG Wohnungsbaufinanzierung Frau Dirkmann Westdeutsche Landesbausparkasse, i.V. von Herrn Schneider Herr Eickenbusch WGZ- Immobilien und Treuhand GmbH Interessenverbände Herr Berg Münsterländer Architekten- und Ingenieursverein e.V. Frau Fahle MieterInnenschutzverein für Münster und Umgebung Herr Guski Haus- und Grundeigentümerverein Herr Roscik Immobilienverband Deutschland Herr Dr. Schorn Ring Deutscher Makler, Bezirksverband Münster e.V. Herr Wiese Studentenwerk Münster Herr Steil Mieterverein Münster und Umgebung e.V. im DMB Politische Vertreter Frau Benning CDU Frau Bennink Bündnis 90/Die Grünen/GAL Herr Götze Die Linke Herr Klein FDP Stadt Münster Herr Bierstedt Jobcenter Frau Fahl Amt für Wohnungswesen Frau Dr. Kreft-Kettermann Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Niehues Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Herr Nienaber Amt für Immobilienmanagement Herr Paal Dezernent für Soziales, Integration, Gesundheit, Umwelt- u. Verbraucherschutz Frau Regenitter Amt für Wohnungswesen Herr Schowe Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Schultheiß Stadtdirektor, Dezernent für Planung, Bau, Wirtschaft und Marketing Herr Schulze-Schwienhorst Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Schulze auf’m Hofe Sozialamt Herr Thielen Dezernent für Planungs- und Baukoordination Herr Uplawski Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Frau Vogel Amt für Immobilienmanagement Herr van Vorst Jobcenter Frau Woldt Stiftungsangelegenheiten Gäste Frau Heising empirica GmbH, Bonn Frau Dr. Krings-Heckemeier empirica GmbH, Bonn Moderation und Dokumentation Frau Prof. Pahl-Weber TU Berlin Frau Rehsöft Stadt+Bild, Albstadt 29 Arbeitskreis „Wohnen in Münster“ Dokumentation der Sondersitzung zum Handlungskonzept Wohnen in Münster am 15. Januar 2013 Mitglieder des AK „Wohnen in Münster“ Wohnungsbau und Immobilienwirtschaft Herr Altenhövel Volksbank Münster Immobilien GmbH Herr Born VIVAWEST Wohnen GmbH Herr Friedrich Sparkassen Immobilien GmbH Frau Dickmann Bauverein Ketteler eG Herr Meyer-Hoock Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbH Herr Mengler LEG Wohnen NRW, Niederlassung Münster Herr Nottenkemper Wohn + Stadtbau GmbH Herr Reiter Verband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen NRW Herr Sturm Wohnungsverein Münster von 1893 eG Wohnungsbaufinanzierung Herr Eickenbusch WGZ- Immobilien und Treuhand GmbH Herr Schneider Westdeutsche Landesbausparkasse Interessenverbände Herr Berg Münsterländer Architekten- und Ingenieursverein e.V. Frau Fahle Mieter/innen Schutzverein e.V. Herr Guski Haus- und Grundeigentümerverein Münster e.V. seit 1903 Herr Roscik Immobilienverband Deutschland Herr Dr. Schorn Ring Deutscher Makler Bezirksverband Münster e.V. Herr Steil Mieterverein Münster und Umgebung e.V. im DMB Herr Wiese Studentenwerk Münster Politische Vertreter Frau Benning CDU Frau Bennink Bündnis 90/Die Grünen/GAL Herr Fastermann SPD Herr Götze Die Linke Herr Klein FDP Herr Raffloer UWG-MS/ödp Wissenschaftliche Begleitung Herr Prof. Dr. Reuber Universität Münster, Institut für Geografie Stadt Münster Frau Arnkens-Homman Sozialamt Herr Bierstedt Jobcenter Frau Fahl Amt für Wohnungswesen Herr Köhnke Dezernent für Migration und interkulturelle Angelegenheiten Herr Krause Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Frau Dr. Kreft-Kettermann Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Nienaber Amt für Immobilienmanagement Herr Niehues Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Herr Paal Dezernent für Soziales, Integration, Gesundheit, Umwelt- und Verbraucherschutz Frau Regenitter Amt für Wohnungswesen Herr Schowe Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Schultheiß Stadtdirektor, Dezernent für Planung, Bau, Wirtschaft und Marketing Herr Schulze auf’m Hofe Sozialamt Herr Schulze-Schwienhorst Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Herr Thielen Dezernent für Planungs- und Baukoordination Herr Uplawski Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Frau Vogel Amt für Immobilienmanagement Frau Woldt Stiftungsangelegenheiten
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (5)
- Schulstraße
- Köhlweg
- Torminweg
- Alter Fischmarkt
- Prinzipalmarkt
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0206/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 03.05.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37